Antifeministische Medienkritik
Was ich wirklich bedenklich finde, ist das heutige Männerbild in den Medien, bedenklich nicht nur, weil es tendenziös und diskriminierend ist, sondern v. a. auch, weil ich mir vorstellen kann, daß es bei jungen Männern zu einer völlig verqueren Selbstwahrnehmung führen kann (was einige Feministinnen ja auch beabsichtigen). Mir fallen da auf Anhieb etliche Beispiele ein:
- In den Nachmittags-Talkshows auf den Privaten sind die Männer grundsätzlich immer Machos, Fremdgeher, Alkoholiker, Väter, die sich aus dem Staub machen wollen oder Looser, die vergebens darum betteln, daß ihre Ex sie zurücknimmt.
- In den "Reportagen" kriegt man auf die Dauer den Eindruck, mindestens jeder zweite Mann sei ein Gewaltverbrecher
- In der Werbung kommt der Mann nur noch als Trottel vor, oder als Gentleman, der ihr den Vortritt läßt.
- Auf MTV und VIVA sind Männer nur noch im Boygroup-Format gefragt (Ausnahme: Gangsta-Rap), man könnte auch von einer Ver-boygroup-ung des männlichen geschlechts sprechen. D. h. er soll ganz darin aufgehen, sie zu umwerben. Frauen dagegen singen in ihren Musikvideos davon, was sie an den Männern alles Sch---- finden.
- Irgendwie scheint es auch nur noch ModeratoINNEN zu geben. (Nebenbei: Habt Ihr eigentlich das Interview von VIVA-Moderatrin Charlotte mit Alice Schwarzer gesehen?)
- Feministisches Vokabular (wie "sexistisch") wird unreflektiert in den TV-Sprachbebrauch übernommen.
ect. ect.
Ich frage mich: Ist das der Einfluß von immer mehr Feministinnen in den Redaktionen, oder ist das der Versuch der TV-Sender dem vielleicht überwiegend weiblichen Publikum genau das zu geben, was es sehen will, um die Einschaltsquten zu halten/verbessern?
Re: Antifeministische Medienkritik
Als Antwort auf: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:12:18:
Was ich noch vergessen hatte: Die Gerichts-Sendungen, wo Männer fast immer schlechte Väter und/oder Gewalttäter sind, deren Aussagen auf keinen Fall zu trauen ist (Wie ja doch auch die Gerichtspsychologinnen(!)ganz wissenschaftlich-neutral erkären ...)
Re: Antifeministische Medienkritik
Als Antwort auf: Re: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:30:43:
Die Quotentreiberei ist genau der Punkt! Private (!) Sender wollen Geld verdienen und orientieren sich an den vermeintlichen Ansprüchen der Mehrheit des Publikums. Bei den öffentlichen ist das anders. Die sollen zumindes zu einem gewissen Teil auch Minderheiten bedienen und ausgewogen berichten. Um so schlimmer, dass die genau so den Bach runter gehen. Aber die werden ja auch von Politikern im Rundfunkrat inklusive Frauenbeiräten samt Parteienproporz oder was weiß ich was bestimmt. Von Unabhängigkeit keine Spur.
Was die Gerichtssendungen angeht: Da gibts genau so viele böse Frauen wie böse Männer, Lügnerinnen wie Lügner (zumindest bei Alexander Hold in Sat1...)
Martin
Re: Antifeministische Medienkritik
Als Antwort auf: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:12:18:
- Irgendwie scheint es auch nur noch ModeratoINNEN zu geben. (Nebenbei: Habt Ihr eigentlich das Interview von VIVA-Moderatrin Charlotte mit Alice Schwarzer gesehen?)
Nee, leider nicht!
Wann war das denn und vor allem was kam vor?
Re: Kann man nicht grundsätzlich sagen...
Als Antwort auf: Re: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:30:43:
Immerhin haben sich diese Woche die Tagesthemen anläßlich der Gewaltaktion in Coburg zu einem Sonderthema veranlaßt gefühlt...
Das Hauptthema war eine terrorisierende Mädchen-Gang mit ausdrücklichen Hinweis, daß die Gewalt nicht zwingend von Jungs ausgeht...
Ein Silberstreif bei den Medien?
Gruß
terVara
Re: Antifeministische Medienkritik
Als Antwort auf: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:12:18:
Was ich wirklich bedenklich finde, ist das heutige Männerbild in den Medien, bedenklich nicht nur, weil es tendenziös und diskriminierend ist, sondern v. a. auch, weil ich mir vorstellen kann, daß es bei jungen Männern zu einer völlig verqueren Selbstwahrnehmung führen kann (was einige Feministinnen ja auch beabsichtigen). Mir fallen da auf Anhieb etliche Beispiele ein:
- In den Nachmittags-Talkshows auf den Privaten sind die Männer grundsätzlich immer Machos, Fremdgeher, Alkoholiker, Väter, die sich aus dem Staub machen wollen oder Looser, die vergebens darum betteln, daß ihre Ex sie zurücknimmt.
- In den "Reportagen" kriegt man auf die Dauer den Eindruck, mindestens jeder zweite Mann sei ein Gewaltverbrecher
- In der Werbung kommt der Mann nur noch als Trottel vor, oder als Gentleman, der ihr den Vortritt läßt.
- Auf MTV und VIVA sind Männer nur noch im Boygroup-Format gefragt (Ausnahme: Gangsta-Rap), man könnte auch von einer Ver-boygroup-ung des männlichen geschlechts sprechen. D. h. er soll ganz darin aufgehen, sie zu umwerben. Frauen dagegen singen in ihren Musikvideos davon, was sie an den Männern alles Sch---- finden.
- Irgendwie scheint es auch nur noch ModeratoINNEN zu geben. (Nebenbei: Habt Ihr eigentlich das Interview von VIVA-Moderatrin Charlotte mit Alice Schwarzer gesehen?)
- Feministisches Vokabular (wie "sexistisch") wird unreflektiert in den TV-Sprachbebrauch übernommen.
ect. ect.
Ich frage mich: Ist das der Einfluß von immer mehr Feministinnen in den Redaktionen, oder ist das der Versuch der TV-Sender dem vielleicht überwiegend weiblichen Publikum genau das zu geben, was es sehen will, um die Einschaltsquten zu halten/verbessern?
Beides
Re: Antifeministische Medienkritik
Als Antwort auf: Re: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:30:43:
nun ja, im grossen und ganzen ist es so...ja würde ich sagen. Aber ich habe erst kürzlich eine Gerichtssendung gesehen, wo eine Mutter das alleinige Sorgerecht einklage wollte und den gemeinsamen 6 jährigen Sohn, der bei seinem Vater lebte, ui sich holen wollte.
Es wurde dann aber innerhalb des Prozesses sehr schön aufgedeckt, wie unlauter die Absichten der Frau waren und dass der Junge bei seinem Vater viel besser aufgehoben ist.
Sie wurde abgeschmettert und entlarvt, das war so ein Familiengericht, also immerhin scheint man zu wissen, dass es solche Fälle gibt.
Aber ansonsten ist es leider so und ich denke, wir sollten alle anfangen uns Gedanken zu machen wegen dem männlichen Nachwuchs.
Also heute als Junge gross zu werden, ich weiss nicht, da musst du dich doch indirekt andauernd für etwas schuldig fühlen. Also ich empfinde das schon oftmals so und ich beobachte diese Entwicklung mit Besorgnis.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Antifeministische Medienkritik
Als Antwort auf: Re: Antifeministische Medienkritik von Martin am 04. Juli 2003 16:38:27:
Die Quotentreiberei ist genau der Punkt! Private (!) Sender wollen Geld verdienen und orientieren sich an den vermeintlichen Ansprüchen der Mehrheit des Publikums.
... und dazu gehört die Sensationslust. (Hund beisst Mann - keine Schlagzeile; Mann beisst Hund - der Hit).
Frau kassiert von zwei Männern Unterhalt für gleiches Kind, ist mit drittem verheiratet, der glaubt, es ist von ihm; in Wirklichkeit hat's sein Bruder gezeugt
-> das kommt in einer Gerichtsschow schon wg. des Knalleffekts vor.
Bei den öffentlichen ist das anders. Die sollen zumindes zu einem gewissen Teil auch Minderheiten bedienen und ausgewogen berichten.
Schein ...
Um so schlimmer, dass die genau so den Bach runter gehen. Aber die werden ja auch von Politikern im Rundfunkrat inklusive Frauenbeiräten samt Parteienproporz oder was weiß ich was bestimmt. Von Unabhängigkeit keine Spur.
... und Sein!
Gruß Anabasis
Fernsehn enthüllt: Mammutjäger waren Trottel!
Als Antwort auf: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:12:18:
- In der Werbung kommt der Mann nur noch als Trottel vor ...
Nicht nur in der Werbung.
Aber, wir müssen uns der Wahrheit stellen: In einer Wissenschaftssendung über die Besiedlung Amerikas wurde enthüllt, dass die Männer immer schon Trottel waren.
Eine Episode fing damit an, dass drei Tölpel von Eiszeitjägern panikschreiend vor einem Mammut herrannten, welches sie ungeschickterweise nur angepiekt hatten. Ich habe damals in Mammutjagd nicht aufgepaßt, mich aber doch gewundert, dass sie sich nicht aufteilten, um das Rüsseltier einzukreisen. Das muß damals so gewesen sein, dass die Männer blöder waren als jeder Rudeljäger aus dem Tierreich. Das Mammut arbeitete diese Amateure sukkzessive in den Tundraboden ein.
Anschliessend wurde klargestellt, warum die Menschheit trotz solcher Flachköpfe nicht ausstarb. Die drei verwitweten Mädels gingen flugs selbst auf die Jagd; zwei (mit Säugling im Tragefell!) gingen den Koloß entschlossen von verschiedenen Seiten an und die Dritte rollte unter das Mammut, rammte ihren Speer in den verwundbaren Bauch und rollte gleich wieder weg. => Abendessen & Menschheit erst mal gerettet!
...daß es bei jungen Männern zu einer völlig verqueren Selbstwahrnehmung führen kann...
Also, wenn's damals sooo war, dann sollten wir Männer uns echt vor den Mädels schämen!
Gruß Anabasis
Re: Antifeministische Medienkritik
Als Antwort auf: Re: Antifeministische Medienkritik von Martin am 04. Juli 2003 16:38:27:
Die Quotentreiberei ist genau der Punkt! Private (!) Sender wollen Geld verdienen und orientieren sich an den vermeintlichen Ansprüchen der Mehrheit des Publikums. Bei den öffentlichen ist das anders.
Hallo zusammen!
Genau so ist es. Und genau deshalb sollte man diesen Medien in keinem Falle einen Millimeter über den Weg trauen, egal um was es geht.
Ich habe hautnah selber solche negativen Erfahrungen gemacht. In einer ganz anderen Sache haben Freunde von mir einen Beitrag für einen grossen privaten Fernsehsender gedreht. Als dieser Beitrag gesendet wurde, entpuppte er sich als mittelschwere Katastrophe. Im Zuge der daraufhin einsetzenden Beschwerdekorrespondenz meldete sich auch die Redakteurin, die mit meinen Freunden den Dreh gemacht hatte:
"Lieber Herr XXXXXX,
auch ich habe mit ziemlicher Verwunderung vor dem Fernseher gesessen. Ihnen
ist sicher aufgefallen, dass ein zweiter Redakteur anmoderiert wurde. Dieser Redakteur hat in Berlin meinen Film komplett umgeschnitten und komplett umgetextet. Der ausgestrahlte Film war nicht der, den ich gedreht und geschnitten habe. Für Ihre Verärgerung habe ich grosses Verständnis. Es steht der Redaktion aber jederzeit frei, jeden gelieferten Beitrag nach ihrem Geschmack zu verändern. Darauf habe ich keinen Einfluss. Es tut mir sehr leid.
(Name der Redakteurin)
Daraus sehe ich, dass selbst sauber arbeitende Redakteure und -innen nicht sicherstellen können, dass ihre Beiträge von den Quotentreibern in den Zentralen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden können, wenn es nur Zuschauerquoten bringt. Von sachlicher Information sind diese Sender lichtjahreweit entfernt. Was folgt zwangsläufig daraus: Man kann diesen Medien kein Komma glauben, wenn es um Nachrichten und Hintergrundinformationen geht. Man sollte sich tunlichst aus seriösen Quellen informieren. Leider kann man nichts anderes dagegen machen als diese Kanäle konsequent zu boykottieren und sie aus der Programmierung der Empfangsgeräte einfach rauszunehmen.
Schöne Grüsse,
Ferdi
Re: Antifeministischer Blubb
Als Antwort auf: Antifeministische Medienkritik von Lars am 04. Juli 2003 16:12:18:
Was ich wirklich bedenklich finde, ist das heutige Männerbild in den Medien, bedenklich >nicht nur, weil es
tendenziös und diskriminierend ist,
Während das Frauenbild ja astrein ist....
sondern v. a. auch, weil ich mir vorstellen kann, daß >es bei jungen Männern zu
einer völlig verqueren Selbstwahrnehmung führen kann (was einige Feministinnen ja >auch beabsichtigen).
Wer denn? Warum denn?
Mir fallen
da auf Anhieb etliche Beispiele ein:
> - In den Nachmittags-Talkshows auf den Privaten sind die Männer grundsätzlich immer >Machos, Fremdgeher,
Alkoholiker, Väter, die sich aus dem Staub machen wollen oder Looser, die vergebens >darum betteln, daß ihre Ex
sie zurücknimmt.
Während die Frauen dort ja die reinsten Lichtgestalten sind, nicht wahr? Frauen, die ihren Männern Kuckuckbabys unterschieben, die ihren Ex ausnehmen, die den Beruf der Prostituierten total geil finden, die ihrer Freundin den Freund ausspannen - wirklich, DAS sind Vorbilder für unsere Jugend...
Merke: wer seine Identität über TalkshowFuzzis bildet, der ist eh verloren
- In den "Reportagen" kriegt man auf die Dauer den Eindruck, mindestens jeder zweite >Mann sei ein
Gewaltverbrecher
Welche Reportagen?
- In der Werbung kommt der Mann nur noch als Trottel vor, oder als Gentleman, der ihr >den Vortritt läßt.
Das ist ja furchtbar! Nebenbei: was ist an dem Gentlemantypen den so verwerflich? Und: was ist eigentlich mit den Auto-Reklamen? Den Rasiererreklamen? SOOO häufig kommt das nicht vor!
- Auf MTV und VIVA sind Männer nur noch im Boygroup-Format gefragt (Ausnahme: >Gangsta-Rap),
1. Der Sender zeigt, was das Publikum sehen will
2. Das Publikum sind Teenies
3. was ist Typen wie Marylin Manson, Robbie Williams, DJ Panjabi MC und der unvermeidliche Eminem?
man
könnte auch von einer Ver-boygroup-ung des männlichen geschlechts sprechen. D. h. er >soll ganz darin aufgehen,
sie zu umwerben. Frauen dagegen singen in ihren Musikvideos davon, was sie an den >Männern alles Sch----
finden.
Hüstel, siehst du diese Musiksender eigentlich oft? Hast du noch nie diese RapVideos gesehen, wo die Damen als Fleischbeilage fungieren und nur dazu da sind, ihre Titten über den Kühler des protzigen Wagens zu legen? Mir fällt gerade ein, dass in diesen Videos die Wagen in letzter Zeit immer so komisch auf und ab hüpfen...
- Irgendwie scheint es auch nur noch ModeratoINNEN zu geben. (Nebenbei: Habt Ihr >eigentlich das Interview
von VIVA-Moderatrin Charlotte mit Alice Schwarzer gesehen?)
Markus Kavka? ....nee, hab ich nicht gesehen. Aber wo du die Charlotte erwähnst, ich erinnere mich wie in einer der letzten Emma-Ausgaben Nora Sow zu JLo fragte: Warum zum Teufel sieht man ihre Muschi? Ich erweitere diese Frage um den Zusatz: Und warum wackelt die mit ihrem Arsch immer so in die Kamera?
- Feministisches Vokabular (wie "sexistisch") wird unreflektiert in den TV->Sprachbebrauch übernommen.
Das ist wahr, aber so wie ich das sehe, wird auch von manchem Maskulisten das Wort sexistisch unreflektiert benutzt. Nein, das macht es nicht besser, es ist beides schlimm. Ich finde es aber nicht fair, dem Feminismus alles zuzuschieben.
Ich frage mich: Ist das der Einfluß von immer mehr Feministinnen in den Redaktionen,
Frank Schirrmacher würde wohl sagen, ja....
oder ist das der Versuch der
TV-Sender dem vielleicht überwiegend weiblichen Publikum genau das zu geben, was es >sehen will, um die
Einschaltsquten zu halten/verbessern?
Durchaus möglich. Oder der Sender will einfach keinen Ärger von Alice Schwarzer 
Nee, mal im Ernst: Das Publikum bestimmt, was gesendet wird, die Medien verstärken diese Wünsche nur, indem sie sie erfüllen - oder sie wecken neue Wünsche. Was dahinter steckt, ist der weibliche backlash, der durchaus unangenehme Formen annehmen kann. Finde ich auch nicht gut, im Gegenteil. Aber es kann nicht sein, dass man immer nur die eine Seite sieht...
Best wishes, Xenia
Re: Fernsehn enthüllt: Mammutjäger waren Trottel!
Als Antwort auf: Fernsehn enthüllt: Mammutjäger waren Trottel! von Anabasis am 06. Juli 2003 15:51:39:
Mir ist das alles zu kompliziert...
hab nur eines draus gelernt: bevor du zum Mammut gehst, vergiß nicht vorher noch die Pfeife zu gebrauchen.
Waidmannsheil,
Manfred
Re: Antifeministischer Blubb
Als Antwort auf: Re: Antifeministischer Blubb von Xenia am 06. Juli 2003 20:16:21:
Was ich wirklich bedenklich finde, ist das heutige Männerbild in den Medien, bedenklich >nicht nur, weil es
tendenziös und diskriminierend ist,
Während das Frauenbild ja astrein ist....
sondern v. a. auch, weil ich mir vorstellen kann, daß >es bei jungen Männern zu
einer völlig verqueren Selbstwahrnehmung führen kann (was einige Feministinnen ja >auch beabsichtigen).
Wer denn? Warum denn?
Mir fallen
da auf Anhieb etliche Beispiele ein:
- In den Nachmittags-Talkshows auf den Privaten sind die Männer grundsätzlich immer >Machos, Fremdgeher,
Alkoholiker, Väter, die sich aus dem Staub machen wollen oder Looser, die vergebens >darum betteln, daß ihre Ex
sie zurücknimmt.
Während die Frauen dort ja die reinsten Lichtgestalten sind, nicht wahr? Frauen, die ihren Männern Kuckuckbabys unterschieben, die ihren Ex ausnehmen, die den Beruf der Prostituierten total geil finden, die ihrer Freundin den Freund ausspannen - wirklich, DAS sind Vorbilder für unsere Jugend...
das problem ist, das du vergisst das diese bilder etwas mit der wahrnehmung der menschen zu tun haben die sie betrachten. für eine person die soetwas, wie "moral" besitzt sind es fragwürdige frauenbilder. ABER diese bilder werden als positiv und erstrebenswert dargestellt und genau das ist der punkt. und nicht alle menschen haben derartige hohe moralische anforderungen wie du (wobei ich nicht glaube das deine moralischen anforderungen echt sind, kann aber daran liegen das ich nihilist bin).
Merke: wer seine Identität über TalkshowFuzzis bildet, der ist eh verloren
- In den "Reportagen" kriegt man auf die Dauer den Eindruck, mindestens jeder zweite >Mann sei ein
Gewaltverbrecher
Welche Reportagen?
- In der Werbung kommt der Mann nur noch als Trottel vor, oder als Gentleman, der ihr >den Vortritt läßt.
Das ist ja furchtbar! Nebenbei: was ist an dem Gentlemantypen den so verwerflich? Und: was ist eigentlich mit den Auto-Reklamen? Den Rasiererreklamen? SOOO häufig kommt das nicht vor!
der gentleman typ ist aus einem einfachen grund verwerflich, weil er sich ausbeuten lässt. das problem ist recht einfach, stell dir einen drogensüchtigen vor. dem drogensüchtigen mag es angenehm erscheinen wenn man ihm geld gibt, aber genau das ist das eigentliche problem es ist der falsche weg. besser wäre da wenn die fetzen fliegen.
umgemünzt auf frauen und männer, frauen sind nicht die prinzessinen für die ein gentleman geeignet wäre. denn frauen sind dafür nicht gut genug, als das man ihnen gaben ins maul stopfen sollte.
- Auf MTV und VIVA sind Männer nur noch im Boygroup-Format gefragt (Ausnahme: >Gangsta-Rap),
1. Der Sender zeigt, was das Publikum sehen will
langsam. der sender zeigt nicht nur was das publikum sehen will sondern beeinflusst das publikum auch aktiv, das ist ein zusammenspiel. du vergisst aber 50 % :).
2. Das Publikum sind Teenies
3. was ist Typen wie Marylin Manson, Robbie Williams, DJ Panjabi MC und der unvermeidliche Eminem?
marylin manson gibts viel zuwenig leider. mhm du hast kmfdm vergessen *g*. oder nine inch nails. hach, warum zum teufel bringen sie nicht solche musik dabei mag ich die so? siehe these 1, so ganz kanns nicht stimmen.
man
könnte auch von einer Ver-boygroup-ung des männlichen geschlechts sprechen. D. h. er >soll ganz darin aufgehen,
sie zu umwerben. Frauen dagegen singen in ihren Musikvideos davon, was sie an den >Männern alles Sch----
finden.
Hüstel, siehst du diese Musiksender eigentlich oft? Hast du noch nie diese RapVideos gesehen, wo die Damen als Fleischbeilage fungieren und nur dazu da sind, ihre Titten über den Kühler des protzigen Wagens zu legen? Mir fällt gerade ein, dass in diesen Videos die Wagen in letzter Zeit immer so komisch auf und ab hüpfen...
lol recht so. sexismus macht keinen halt vor einem geschlecht. der mensch ist eben nur ein zellhaufen.
- Irgendwie scheint es auch nur noch ModeratoINNEN zu geben. (Nebenbei: Habt Ihr >eigentlich das Interview
von VIVA-Moderatrin Charlotte mit Alice Schwarzer gesehen?)
Markus Kavka? ....nee, hab ich nicht gesehen. Aber wo du die Charlotte erwähnst, ich erinnere mich wie in einer der letzten Emma-Ausgaben Nora Sow zu JLo fragte: Warum zum Teufel sieht man ihre Muschi? Ich erweitere diese Frage um den Zusatz: Und warum wackelt die mit ihrem Arsch immer so in die Kamera?
- Feministisches Vokabular (wie "sexistisch") wird unreflektiert in den TV->Sprachbebrauch übernommen.
Das ist wahr, aber so wie ich das sehe, wird auch von manchem Maskulisten das Wort sexistisch unreflektiert benutzt. Nein, das macht es nicht besser, es ist beides schlimm. Ich finde es aber nicht fair, dem Feminismus alles zuzuschieben.
naja das problem ist aber das feminismus vorherrschend ist und das nahezu überall, wenn du nicht gerade im internet auf forensuche gehst. wirst du kaum etwas "maskulinistisches" finden.
Ich frage mich: Ist das der Einfluß von immer mehr Feministinnen in den Redaktionen,
Frank Schirrmacher würde wohl sagen, ja....
mhm eine andere these, es sind nicht die personen selbst sondern eher das spiegelbild der gesellschaft. redakteure schreiben am ende das was die allg. überzeugung darstellt, weil sie auch nur einen querschnitt der gesellschaft bilden. frauen könnten genausogut frauenfeindlich schreiben, aber das ist momentan nicht die allg. "ideologie".
oder ist das der Versuch der
TV-Sender dem vielleicht überwiegend weiblichen Publikum genau das zu geben, was es >sehen will, um die
Einschaltsquten zu halten/verbessern?
Durchaus möglich. Oder der Sender will einfach keinen Ärger von Alice Schwarzer
Nee, mal im Ernst: Das Publikum bestimmt, was gesendet wird, die Medien verstärken diese Wünsche nur, indem sie sie erfüllen - oder sie wecken neue Wünsche. Was dahinter steckt, ist der weibliche backlash, der durchaus unangenehme Formen annehmen kann. Finde ich auch nicht gut, im Gegenteil. Aber es kann nicht sein, dass man immer nur die eine Seite sieht...
weibl. backlash? muahaha, es gibt ganz offentsichtlich immer mehr wortschöpfungen in diesem bereich. wie beendet man denn die einseitige sichtweise der dinge?
Best wishes, Xenia
dieses best wishes ist unkreativ.
Re: Antifeministischer Blubb
Als Antwort auf: Re: Antifeministischer Blubb von Xenia am 06. Juli 2003 20:16:21:
Hallo Xenia,
ich will gar nicht bestreiten, daß es in den Medien auch heute noch Fälle gibt, in denen das alte Frauenbild (Sex und Hausarbeit) noch nachklingt, der Punkt ist aber:
Dieses alte Frauenbild ist erstens seit 30 Jahren am verblassen und zweitens ist die Kritik an diesem Frauenbild heute ein Allgemeinplatz. Das von mir beschriebene negative Männerbild ist hingegen voll im Trend und hier gibt es in der Öffentlichkeit bislang überhaupt kein Problembewußtsein.
Zu Deinen Einwänden im einzelnen:
Während die Frauen dort ja die reinsten Lichtgestalten sind, nicht wahr? Frauen, die ihren Männern Kuckuckbabys unterschieben, die ihren Ex ausnehmen, die den Beruf der Prostituierten total geil finden, die ihrer Freundin den Freund ausspannen - wirklich, DAS sind Vorbilder für unsere Jugend...
Also in den Folgen, die ich gesehen habe (ich guck das ja nicht jeden Tag! *G*), gab´s am Ende nur Vaterschafts-Teste, die bewiesen, daß die Frau natürlich Recht gehabt hatte. (Nebenbei: Wenn´s um Prostituierte oder Freund-Auspannerinnen geht, dann werden erstere doch von den meisten Anwesenden ganz klar als Dumme Tussies KRITISIERT und letztere stellen ein "UNTER-uns-Frauen"-Problem dar) Und die beabsichtigte Anti-Männer-Stoßrichtung kommt in der Art eines freudschen Fehlers doch oft schon in der Themen-Ankündigung zum Ausdruck: ´Morgen: "Du Schuft (mask.), warum hast Du mir das angetan?´Wenn auch Sie ihrem ehemaligen Partner (mask.) ..." Bei diesem TV-Format liegt das dann wohl auch daran, daß zu dieser Zeit überwiegend Frauen vorm TV sitzen, die werder einem Job noch der Hausarbeit nachgegehen.
- In den "Reportagen" kriegt man auf die Dauer den Eindruck, mindestens jeder zweite >Mann sei ein
Gewaltverbrecher
Welche Reportagen?
"Taff", "SAM", "Explosiv" ect.
- In der Werbung kommt der Mann nur noch als Trottel vor, oder als Gentleman, der ihr >den Vortritt läßt.
Das ist ja furchtbar! Nebenbei: was ist an dem Gentlemantypen den so verwerflich?
Der Mix macht es: Die einzige Rolle, in der der Mann weder als Rüpel/Gewaltverbrecher/Looser (Talkshows, Reportagen, Magazine)) oder
als Trottel (div. Werbespots, z. B. "Zewa wisch und weg" oder "Paul, wer ist eigentlich Paul?"), sondern (der Darstellungsintention nach) positiv rüberkommt ist die des ganz auf die Frau bezogenen und sich dabei zurücknehmenden Gentleman.
Und: was ist eigentlich mit den Auto-Reklamen? Den Rasiererreklamen? SOOO häufig kommt das nicht vor!
Bei Produkten, bei denen Männer für sich ihre Kaufentscheidung treffen, kommen sie selber natürlich auch besser rüber. Klar.
. was ist Typen wie Marylin Manson, Robbie Williams, DJ Panjabi MC und der unvermeidliche Eminem
Letzerer ist möglicherweise wirklich eines der ersten Phänomene einer Gegenbewegung; diesen DJ kenne ich nicht; Robbie Williams ist sozusagen nicht boygroup sondern Men-strip (wogegen nichts einzuwenden ist; aber eine Identifikationsfigur für Jungs in der Pubertät ist er wohl auch nicht); Manson kann nur in der Alternative-Nische existiereen und würde es anders als z. B. Pink (hier als Beispiel für Künstler, die nicht darauf abzielen, dem anderen Geschlecht zu gefallen) nie auf das Bravo-Cover schaffen.
Hüstel, siehst du diese Musiksender eigentlich oft? Hast du noch nie diese RapVideos gesehen, wo die Damen als Fleischbeilage fungieren und nur dazu da sind, ihre Titten über den Kühler des protzigen Wagens zu legen? Mir fällt gerade ein, dass in diesen Videos die Wagen in letzter Zeit immer so komisch auf und ab hüpfen...
Ich meinte ja schon in meinem Posting: Gangsta-Rap als Ausnahme (Und was Du beschreibts stört mich natürlich weniger *g*, allerdings fehlt in meinem Wagen noch die Hüpf-Hydraulik ... )
ich erinnere mich wie in einer der letzten Emma-Ausgaben Nora Sow zu JLo fragte: Warum zum Teufel sieht man ihre Muschi? Ich erweitere diese Frage um den Zusatz: Und warum wackelt die mit ihrem Arsch immer so in die Kamera?
Ach laß sie doch ...! *g*
- Feministisches Vokabular (wie "sexistisch") wird unreflektiert in den TV->Sprachbebrauch übernommen.
Das ist wahr, aber so wie ich das sehe, wird auch von manchem Maskulisten das Wort sexistisch unreflektiert benutzt. Nein, das macht es nicht besser, es ist beides schlimm. Ich finde es aber nicht fair, dem Feminismus alles zuzuschieben.
Ich selber verwende diesen Ausdruck nie, sondern eher "Männer(bzw.Frauen-)Benachteiligung" o. ä. Das ist konreter, handfester, nachprüfbarer. Und "sexistisch" wird oft einfach nur prüde im Sinne von "unanständig" verwendet, wannimmer einer Frau die Darstellung einer anderen zu frivol ist, und sie aus einem intoleranten Impuls heraus zensierend eingreifen möchte.
Nee, mal im Ernst: Das Publikum bestimmt, was gesendet wird, die Medien verstärken diese Wünsche nur, indem sie sie erfüllen - oder sie wecken neue Wünsche. Was dahinter steckt, ist der weibliche backlash, der durchaus unangenehme Formen annehmen kann. Finde ich auch nicht gut, im Gegenteil. Aber es kann nicht sein, dass man immer nur die eine Seite sieht...
Best wishes, Xenia
Das mit dem weiblichen Backlash verstehe ich jetzt nicht: Der Begriff meinte doch mal das scheinbare Zurückfallen von Frauen in die Sex-und-Hausarbeit-Rolle. Wie paßt das jetzt hier?
Gruß
Lars