Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Online-Baby für lesbische Paare

Jörg, Sunday, 29.06.2003, 23:46 (vor 8256 Tagen)

Hallo,

was es nicht alles gibt: Lesbische Paare können sich nun online
Sperma bestellen, das dann der Postbote vorbeibringt.

Die Datenbank, bei der man die Bestellung tätigen kann, heißt
bezeichnenderweise "ManNotIncluded.com".

Es ist geplant, daß dieser Dienste in der Zukunft auch in Deutschland
verfügbar ist.

Ganz schön bizarr das Ganze, was?

Gruß, Jörg

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Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D

Manfred, Monday, 30.06.2003, 00:11 (vor 8256 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Online-Baby für lesbische Paare von Jörg am 29. Juni 2003 20:46:01:

Hallo,
was es nicht alles gibt: Lesbische Paare können sich nun online
Sperma bestellen, das dann der Postbote vorbeibringt.
Die Datenbank, bei der man die Bestellung tätigen kann, heißt
bezeichnenderweise "ManNotIncluded.com".
Es ist geplant, daß dieser Dienste in der Zukunft auch in Deutschland
verfügbar ist.
Ganz schön bizarr das Ganze, was?
Gruß, Jörg

Naja, bizarr... wenn der Postbote genügend Lust und/auf Kundennähe mitbringt, könnte er der unpersönlichen Atmosphäre doch etwas Wärme einhauchen und gleich selbst als Dienstleister ein - bzw. aufspringen...
Ach was red ich denn da, nur son Gedanke... :-D

Gruß,
Manfred

Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D

Jolanda, Monday, 30.06.2003, 00:52 (vor 8256 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D von Manfred am 29. Juni 2003 21:11:08:

Ach was red ich denn da, nur son Gedanke... :-D

---Grinst, hey Manfred, hier hilft nur noch rabenschwarzer Humor ;-))

Also deine Variante gibt dem Deal wirklich mindesten noch ein bisschen was menschliches, aber wenn die Aktion ja "NoMan..." oder so ähnlich heisst, dann wird das wohl nichts mit dem Postboten ;-)

Nein, nun ohne Witz, es ist schlicht und einfach krank, was ich total krank daran finde, dass Kinder nun bestellt werden können wie eine Pizza oder ein paar Socken!

Dieser kranke Egoismus, ich will Lesbe sein und ich hasse Männer, aber ich will natürlich trotzdem ein Kind. Das steht mir ja zu. Das Kind braucht keinen Vater...überhaupt...wir brauchen keine Männer in unserem Leben. Ich weiss genau, was ich will und das Kind, das wird schon so, wie ich es will, ich finde es einfach schrecklich...ganz ehrlich.

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D

Jörg, Monday, 30.06.2003, 01:15 (vor 8256 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D von Jolanda am 29. Juni 2003 21:52:43:


Hallo Jolanda!

Nein, nun ohne Witz, es ist schlicht und einfach krank, was ich total krank daran finde, dass Kinder nun bestellt werden können wie eine Pizza oder ein paar Socken!

Dieser kranke Egoismus, ich will Lesbe sein und ich hasse Männer, aber ich will natürlich trotzdem ein Kind. Das steht mir ja zu. Das Kind braucht keinen Vater...überhaupt...wir brauchen keine Männer in unserem Leben. Ich weiss genau, was ich will und das Kind, das wird schon so, wie ich es will, ich finde es einfach schrecklich...ganz ehrlich.

Zustimmung.

Bezeichnend ist übrigens nicht nur der Name dieser Datenbank, sondern auch deren Logo:

http://mannotincluded.com/images/mannotincludedlogo.gif

"Schöne Neue Welt ..." (n/t)

Andreas (der andere), Monday, 30.06.2003, 01:29 (vor 8256 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D von Jörg am 29. Juni 2003 22:15:37:

Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D

gaehn, Monday, 30.06.2003, 01:34 (vor 8256 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D von Jörg am 29. Juni 2003 22:15:37:

ich kann mich irren, aber das unternehmen wurde meines wissens nach von einem mann gegründet. mhm meine da mal etwas im spiegel gelesen zu haben.

Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D

Manfred, Monday, 30.06.2003, 01:47 (vor 8256 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare schafft Dienstleistungsjob :-D von Jolanda am 29. Juni 2003 21:52:43:

Wobei man fairerweise die Männer nicht ganz ungeschoren davonkommen lassen kann, denn immerhin stellen sie ja ihren Samen zur Verfügung (soviel zum Text des Logos...)
Allerdings ist die Frage inwieweit ein Samenspender überhaupt vom "Einsatztzweck seiner Gabe" detailliert unterrichtet wird.
Ist es sinnvoll Samenspenden gesetzlich verbieten zu lassen?

Liebe Grüße,
Manfred

Re: Online-Baby für lesbische Paare

susu, Monday, 30.06.2003, 05:27 (vor 8256 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Online-Baby für lesbische Paare von Jörg am 29. Juni 2003 20:46:01:

Huhu.

Nein, bizarr ist das nicht und ich sehe eigentlich auch kein Problem damit. Bislang war es üblich eine Spende von einem Bekannten zu suchen, was dann allerdings Risiken birgt (STDs im speziellen). NMI ist nur die erste Samenbank, die nicht mehr diskriminiert, andere Samenbanken lassen weder Lesben bestellen, noch Schwule oder Bisexuelle spenden. Eigentlich sollte die Firma also No Men Excluded heißen. Wenn es dazu überhaupt was zu sagen gibt, dann: Doofes Logo, aber immerhin ein Schritt zu weniger organisierter Homophobie. Und da sage ich, letzteres wiegt für mich schwerer.

75€ und ein kostenloser Hep, HIV und Fruchtbarkeitstest ist auch ein gutes Angebot...

susu

Re: Online-Baby für lesbische Paare

Manfred, Monday, 30.06.2003, 15:23 (vor 8255 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare von susu am 30. Juni 2003 02:27:13:

Ich persönlich kann dem Spermaversand schon deswegen nicht gutheißen, weil ich der Kindererziehung durch gleichgeschlechtliche Paare grundsätzlich skeptisch gegenüber stehe.
Die Kindererziehung durch zwei Menschen verschiedenen Geschlechts war bislang eine Art "Mindeststandard". Unzuverlässig -leider- aber wenigstens nachprüfbar und "naturkonform". Letzteres halte ich in Ermangelung zuverlässiger wissenschaftlicher Erkenntnisse "wie es besser geht" für ziemlich bedeutend.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Online-Baby für lesbische Paare

susu, Monday, 30.06.2003, 15:46 (vor 8255 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare von Manfred am 30. Juni 2003 12:23:57:

Hallo Manfred

Ich persönlich kann dem Spermaversand schon deswegen nicht gutheißen, weil ich der Kindererziehung durch gleichgeschlechtliche Paare grundsätzlich skeptisch gegenüber stehe.

Warum?

Die Kindererziehung durch zwei Menschen verschiedenen Geschlechts war bislang eine Art "Mindeststandard". Unzuverlässig -leider- aber wenigstens nachprüfbar und "naturkonform". Letzteres halte ich in Ermangelung zuverlässiger wissenschaftlicher Erkenntnisse "wie es besser geht" für ziemlich bedeutend.

Es gibt durchaus Studien zu Kindern, die von schwulen oder lesbischen Eltern großgezogen werden. Wie gesagt, gab es schon länger alternative Möglichkeiten (Adoption, Insemination durch Bekannte, etc.). Diese Studien hatte folgende Ergebnisse:
1) Die Unterschiede zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren waren bis auf einige Punkte vernachlässigbar.
2) Die Unterschiede waren in den folgenden Bereichen zu finden:
a) Kinder schwuler und lesbischer Paare leiden z.T unter der homophobie der peer-group, durchaus vergleichbar mit Jugendlichen ihrer altersklasse die selbst schwul oder lesbisch sind.
b) Die Kinder haben i.d.R. ein höheres Selbstvertrauen als Kinder von heterosexuellen Paaren
c) Die Kinder haben ein breiteres Spektrum von Wahlmöglichkeiten vor Augen, wenn es um ihre Lebensplanung geht, gerade was Geschlechtsstereotype angeht.

Die Menschen für die MNI in Betracht kommt, sind selten die Seperatistinnen, die sich meist bewußt gegen Kinder entscheiden. Kinder lesbischer Paare zeigten entgegen aller Befürchtungen sogar eine positivere Einstellung Männern gegenüber, als Kinder heterosexueller Paare. Erst Vergleiche mit heterosexuellen Paaren, mit wenig stark ausgeprägten Geschlechterrollen (eher in der Mittelklasse zu finden) ergab ähnliche Ergebnisse. Kurz: Keine Studie hat bislang feststellen können, daß es negative Auswirkungen auf Kinder haben könnte, von gleichgeschlechtlichen Paaren erzogen zu werden.

susu

Re: Online-Baby für lesbische Paare

Manfred, Monday, 30.06.2003, 17:36 (vor 8255 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare von susu am 30. Juni 2003 12:46:32:

Hallo Susu!

Ich sehe in der Kindererziehung durch gleichgeschlechtliche Paare/Lebensgemeinschaften etc. nichts schlechtes im absoluten Sinne. Schon gar nichts grundsätzlich verwerfliches oder unmoralisches. Vergleichsweise
zur "normalen" Erziehung durch hererosexuelle Lebengemeinschaften halte ich sie aber zum derzeitigen Zeitpunkt nicht für optimal für das Kindeswohl.
Zugegeben, das Optimum ist stets leicht einzufordern, jedoch selten zu erreichen; wir sollten nur darauf achten, daß wir im Zuge einer zu leichtfertigen Umgestaltung unserer Weltanschauungen ("was beliebt ist auch erlaubt") nicht das Kind mit dem Bade ausschütten - auf Kosten des Kindes.

Es gibt durchaus Studien zu Kindern, die von schwulen oder lesbischen Eltern großgezogen werden.

Es gibt in den "weichen" Wissnschaften kaum ein Gutachten ohne Gegengutachten, kaum eine Studie die nicht widerlegt bzw. angeweifelt
würde. Was wurde nicht alles an Studien hervorgebracht zum Thema "antiautoritäre Erziehung", vom Thema "Gleichberechtigung" ganz zu schweigen.

...Diese Studien hatte folgende Ergebnisse...

Es wäre unredlich von mir, Deine Argumente jetzt zusehr zu verwässern. Die "weichen" Wissenschaften sind keine schlechteren Wisenschaften per se. Sie haben lediglich das Problem einer oftmals sehr schwierigen Beweisführung.
Ich muß auch zugeben, daß mir selbst derzeit keine Quelle vorliegt aus der
exaktere Schlüsse zu ziehen wären.
Sollte sich glaubhaft erweisen, daß es (im Durchschnitt) den Kindern vergleichbar "gut bekommt" bei homosex. Paaren aufzuwachsen, werde ich meine Zweifel natürlich fallen lassen.

...b) Die Kinder haben i.d.R. ein höheres Selbstvertrauen als Kinder von heterosexuellen Paaren...

Das wurde uns aber auch im Rahmen der damals so heiß favorisierten "antiauthoritären Erziehung" so verkauft, bis dann jemand mal den Mut hatte auszusprechen, daß diese Kinder zum Teil nichts anderes waren als rotzfrech :-D
Sorry, will nichts ins lächerliche ziehen. Wie gesagt, ich bin nur ängstlich, daß wir das wohl unserer Kinder zu vorschnell vernachlässigen im Zuge der grünen Femirevolution.

Schöne Grüße,
Manfred

Entspricht das dem Kindeswohl?

Garp, Monday, 30.06.2003, 23:47 (vor 8255 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Online-Baby für lesbische Paare von Jörg am 29. Juni 2003 20:46:01:

Meines Wissens wird doch in Deutschland das Kindeswohl insbesondere von der Verfassung geschützt und über das Interesse der Eltern gestellt.
Ein Kind aus der Samenbank hat zwar zwei Elternteile aber keine Kenntnisse über die Hälfte seiner genetischen Abstammung. Ich denke dies kann durchaus ein schwieriges Identifikationsproblem für Kinder mit sich bringen. Von Kindern nicht "genetischer" Väter ist bekannt, dass sie ihre "wahren" Abstammungsväter oft verzweifelt suchen. Die Biologie ist in diesem Fall oftmals stärker als alle Macht der Sozialisation.
Allerdings wäre die Alternative zu diesem Dilemma die Nichtexistenz des Kindes. Was entspricht also dem Kindesinteresse? Schwer zu sagen...

Grüße

Garp

Re: Online-Baby für lesbische Paare

Odin, Tuesday, 01.07.2003, 14:38 (vor 8254 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Online-Baby für lesbische Paare von Manfred am 30. Juni 2003 12:23:57:

Die Kindererziehung durch zwei Menschen verschiedenen Geschlechts war bislang eine Art "Mindeststandard". Unzuverlässig -leider- aber wenigstens nachprüfbar und "naturkonform". Letzteres halte ich in Ermangelung zuverlässiger wissenschaftlicher Erkenntnisse "wie es besser geht" für ziemlich bedeutend.

Ich habe hier die selben Bedenken, wie Du. Ich denke, daß sich hier die Kinder wieder nach der Decke strecken müssen, sprich: Die Kinder müssen sich den Wünschen der Erwachsenen, was gerade "in" und gewünscht ist, anpassen. Die natürlichen Bedürfnisse der Kinder spielen eine sekundäre Rolle.
Wir hatten derlei Spielchen schon vor 30 Jahren, als überall herbeigeredet wurde, daß Kinder ja überhaupt nicht unter einer Scheidung leiden, daß sie hingegen froh sind, wenn der "Friede" im Haushalt endlich eingekehrt ist, daß sie viel, viel glücklicher sind, wenn die Mamma arbeiten geht usw. usf.

Erst seit wenigen Jahren tauchen immer mehr Studien auf, welches Trauma Kinder durch die Scheidung erleben - aber was nicht sein darf....

Kinder pfeifen dir eins! Die haben ihre natürlichen Indikatoren, was richtig und sinnvoll für sie ist. Da herumzubasteln rächt sich.
Was haben unsere lieben Emanzen nicht alles versucht, dem Jungen eine Puppe in die Hand zu drücken und das Mädchen solange vor den Bagger zu setzen, bis es endlich zwangsweise damit spielt - aber das ist ein anderes Thema :-)

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