Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info 52

Odin, Tuesday, 24.06.2003, 14:00 (vor 8261 Tagen)

RoteMänner!
Promiske und Monogame!
Aussterbende und Überlebende!

Dass die Monogamie dem Menschen nicht angeboren ist, wissen wir
spätestens seit der Reform des Scheidungsrechts in den siebziger Jahren.
Dass sie für größere Säugetiere sogar über kurz oder lang das Aussterben
zur Folge hat, mussten wir erneut registrieren, nachdem uns das
Schicksal der Antilopinnen und Antilopen unlängst erst bekümmerte (s.
RoteMännerInfo 46 unter [www.rotemaenner.de], neuerdings ohne "tt"
erreichbar!). Die "Süddeutsche" machte jetzt sogar eine "tödliche Treue"
aus: [link=http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel2487/" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel2487/[/link]
"Promiskuität zahlt sich aus, wenn man der Ausrottung entgehen will,"
heißt es da. Uns zivilisierten Säugern versucht man aber unter dem
Stichwort "demographische Entwicklung" einzureden, dass wir seit jener
gesetzlichen Institutionalisierung der Promiskuität und dem Anwachsen
der Scheidungsindustrie auszusterben drohen. Ohne uns! Als überzeugte
Anhänger des Zölibats ist Aussterben für uns persönlich uninteressant.
Aus gutem Grund treiben wir's nur noch ohne den Segen von Kirche und
Staat im Verborgenen. Das wiederum fand ein Seminar der
Heinrich-Böll-Stiftung bemerkenswert:

Diese Stiftung interessiert sich für Männer. Das ist löblich, zumal
ziemlich einzigartig. Die Probleme, die dabei thematisiert werden,
kommen uns dabei manchmal etwas abseitig vor. Vielleicht ist auch das,
was bei Bölls aus "Männer und Erotik" gemacht wird, ein wenig abseitig.
Oder vielmehr das, was wiederum die "taz" am 10. Juni daraus machte:
"Wirklich neu war für einige Teilnehmer offenbar, was Andreas Goosses,
Männerberater sowie Männergruppenleiter aus Berlin, aus der Praxis zu
berichten hatte. Wenn man ihn darüber sprechen hört, dass Männer nicht
öffentlich über ihre Sexualität reden wollen, dann kann man einen
Eindruck bekommen von der Sprache, die da zunächst kompliziert gefunden
und später auch gesprochen wird. Wenn sie sich dann austauschen, die
Männer, etwa darüber, dass sie bei der Masturbation nicht erwischt
werden wollen und es deshalb heimlich, still und schnell machen."
...schreibt ein gewisser Stefan Kuzmany, weil beim Thema Männer Frau
Oestreich offenbar gerne verzichtete und damit deutlich macht, wie weit
ihr Interesse an Gender-Themen wirklich geht.
[link=http://www.taz.de/pt/2003/06/10/a0157.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/06/10/a0157.nf/text[/link]

Wir indessen würden von Herrn Kuzmany allzu gerne wissen, ob es für ihn
normal ist, ausgiebig und genussvoll in der Öffentlichkeit zu onanieren
und sich dabei viel Zeit zu lassen, oder sich mit zufälligen
TischnachbarInnen in der Mensa seines Vertrauens über die komische
Biegung seiner erigierten Nudel zu unterhalten. Und außerdem würden wir
noch gerne wissen, ob er einen blassen Schimmer davon hat, was Frau
Oestreich davon hält! Es ist also "wirklich neu", dass Männer nicht
öffentlich über ihre Sexualität reden wollen? Die Probleme, die sie
bekommen, wenn sie es DOCH tun, wollen wir gar nicht beschreiben.
Vielleicht hat das damit zu tun, dass ein nackter Mann im Park ein
Exhibitionist, eine nackte Frau aber nur eine Kuriosität ist. Wie lange
würde es wohl dauern, bis ein Mann, der sich mit öffentlichem Gequatsche
über seine sexuellen Belange wie weiland Charles Bukowski selig
hervortäte, als Inkarnation der Jugendgefährdung angesehen würde? Der
nächste "taz"-Beitrag von Herrn Kuzmany und vielleicht auch das nächste
Männerseminar der Böll-Stiftung würden sich dann womöglich um die Frage
drehen, warum Männer ständig über Sex reden müssen. Und ist es nicht
schon schlimm genug, dass einzelne unserer weniger soignierten
Geschlechtsgenossen gerne mitten in der Stadt an Häuserwände pissen?
Sollen sie dabei obendrein noch masturbieren?

Perfekt auf dem Plan stand Heide O., als es darum ging uns wieder mal
plausibel zu erklären, warum zwar weniger Frauen arbeitslos gemeldet
sind, diese aber TROTZDEM viel benachteiligter sind: "Vor allem Frauen,
deren Partner besser verdienen, fallen aus dem Leistungsbezug heraus.
Und so sind mittlerweile mehr Männer als Frauen arbeitslos gemeldet -
kein Wunder: Frauen wandern in die stille Reserve ab."
[link=http://www.taz.de/pt/2003/06/06/a0140.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/06/06/a0140.nf/text[/link] Wo sie bestimmt genau
wissen, wie frau es anstellt, nicht zu verkümmern angesichts der
"besseren" Einkommen ihrer Partner! Dabei bemühe sich doch auch die
Bundesregierung um mehr Kita-Plätze und Genztagsschulen: "Weil es auch
eine Gerechtigkeitsfrage ist, ob man Frauen zu Hause anbindet oder sie
zur eigenständigen Existenzsicherung befähigt." Wer hat eigentlich die
Männer zum Arbeiten befähigt? Und wieso lassen es sich unsere
"Powerfrauen" gefallen, zuhause angebunden zu werden, wenn sie das nicht
hier und da ganz gerne haben?
"Die SPD plant das Jahrzehnt der Hausfrau," resümiert Heide Oestreich
trotzdem das Elend. Wir haben den Eindruck, sie hat es in der "taz"
bereits vor Jahren eingeleitet!

Dazu fällt uns Immanuel Kant, ein hässlicher alter Sack aus dem 18.
Jahrhundert ein, der ab und zu intelligente Sätze formulierte: "Faulheit
und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen
(...) zeitlebens unmündig bleibt; und warum es anderen so leicht wird,
sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. (...)Ich habe es nicht nötig zu
denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdriesliche
Geschäft schon für mich übernehmen."

Höchststrafe für die Bundesregierung: Die Justizministerkonferenz hat
sich gegen die geplante Anzeigepflicht bei Kindesmissbrauch gewandt. Die
geplante Regelung diene nicht dem Opfer, sagte die Vorsitzende der
Konferenz, Kiels Justizministerin Anne Lütkes (Grüne). ...meldete dpa am
11. Juni. Und die "Süddeutsche" vernichtete das missratene Gesellenstück
von Bundesjustizministerin Zypries vollends: "Gut gemeint - wenig
durchdacht" konzedierte sie immerhin.
[link=http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel2487/" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel2487/[/link]

Alter schützt bekanntlich nicht vor Torheit, auch dann nicht, wenn es
sich um ein altes Mädchen handelt. Lest, wie und warum es zu einer
blutigen Schlägerei zwischen zwei Damen kam, und spekuliert mit uns,
warum die Richterin es trotzdem bei einer Ermahnung belassen hat:
[link=http://www.abendblatt.de/daten/2003/06/12/175527.html" target="_top]http://www.abendblatt.de/daten/2003/06/12/175527.html[/link]

Und das hier ist so gruselig, dass nicht mal mehr wir es kommentieren
wollen: [link=http://www.n-tv.de/3166468.html" target="_top]http://www.n-tv.de/3166468.html[/link]

Dass Frauen selbst beim Fremdgehen besser sind als Männer feierte unter
anderen die "Rheinische Post": "Frauen kriegen schon Arbeit, Ehe und
Kinder unter einen Hut. Da macht eine außereheliche Affäre auch keine
großen Probleme mehr. Wenn es um einen Seitensprung geht, sind Frauen
nach einer neuen Untersuchung wesentlich cleverer als Männer."
[link=http://www.rp-online.de/public/article.tng.hbs/journal/11087" target="_top]http://www.rp-online.de/public/article.tng.hbs/journal/11087[/link]
Unser Leser Jörg fragte: "Wenn die Frauen so toll managen können - warum
habe ich dann immer den Eindruck, dass die Ex-Gatten legal ausgenommen
werden wie Weihnachtsgänse oder der nach staatlicher Alimentierung
erschallt?" - Nun, lieber Jörg, weil dies, das Leben auf Kosten Anderer,
bei manchen Frauen (längst nicht bei allen!) die bei weitem am
fantasievollsten Organisationskapazitäten bindet. Merke: Auch für
Bankräuber ist eine weitblickende Logistik die Voraussetzung ihres
Erfolgs. Schlussfolgerung: Bankraub scheitert in der Regel deswegen,
weil zu wenige Frauen beteiligt werden. Forderung: Eine Frauenquote von
mindestens 50 Prozent bei Bankraub. Der Bundestag möge beschließen!
Nur nebenbei angemerkt unser Erstaunen: Weil uns eigentlich sonst doch
immer weitschweifig erklärt wird, weshalb Frauen "Arbeit, Ehe und
Kinder" gerade NICHT allein bewältigen können. Komisch, das!

Und nun aufgemerkt: Uns gibt's schon wieder neu, wir sind jetzt da
angekommen, wo wir cyberspacig schon immer hin wollten. Dieses Info
erhaltet ihr deswegen ausnahmsweise doppelt. Wer es NICHT auch von
redaktion@rotemaenner.de erhält, möge sich bei genau dieser Adresse
beschweren - sonst isser raus. Und das wäre doch schade. Wer's aber
zweimal bekommt, darf sicher sein, auch im neuen Verteiler fehlerfrei
gelandet zu sein.

Das RoteMännerInfo geht hiermit in die SOMMERPAUSE. An Lesestoff sollte
es euch trotzdem nicht mangeln, wenn ihr unsere Büchertipps beachtet -
etwa dieses würdige Äquivalent unserer Bemühungen:
[link=http://www.maus-verlag.de/handbuch.html" target="_top]http://www.maus-verlag.de/handbuch.html[/link] - und mal wieder in einigen
unserer älteren Ausgaben stöbert unter [www.rotemaenner.de]. Heute gibt
für die RMI-Junkies nochmal eine schöne Dröhnung vor der Zeit der
Sommerdürre. Allerdings dürft ihr zwischendurch mit einer kleinen
Überraschung aus unserer neuen Reihe "RoteMännerArchiv" rechnen, das nur
die ganz alten Hasen und Bunnys unter euch schon kennen dürften.

1. "Woman is the nigger of the world" schmetterte politisch nur
scheinbar unkorrekt einst John Lennon. In gewisser Weise hatte er Recht:
Beide gelten aufgeklärten Liberalen als schützenswerte Spezies und
werden darob mit merkwürdigen Privilegien bedacht. Amerika debattiert
solche Privilegierungen jetzt.

2. Etwas, das ihr wirklich selbst lesen müsst: Ein langer Bericht in der
"Zeit" über die Zerstörung von Menschen durch ein Jugendamt, einen
Familienrichter, eine Verfahrenspflegerin und einen Gutachter, denen
alles scheißegal ist, und eine hinterfotzige Denunziantin. Hier nur ein
Anriss und zwei Links.

3. Weil es zum ersten Thema schön passt und wir lange nichts von Wendy
McElroy gehört haben, hat unser Fremdsprachenbeauftragter mal wieder
einen Beitrag dieser etwas anderen Feministin übersetzt. Wendy weigert
sich einfach, immer nur Opfer zu sein!

4. Nur wenige Männer arbeiten in Teilzeit. Die Sachwalterinnen des
weiblichen Opferkults schließen daraus messerscharf, dass sie sich
einfach weigern. Weil Frauen Männer offenbar zu allem überreden können -
nicht aber dazu, weniger zu arbeiten!

5. Dieter Otten gehört offenbar zu jener Sorte Männer die, allmählich in
die Jahre gekommen, glauben, mit einer geradezu selbstverleugnenden
Anbiederung bei Frauen die eine oder andere Gratisnummer rausschinden zu
können. Jetzt versuchte er's bei religiösen Klienteln und präsentierte
sich als "christlicher Ritter".

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"SCHULDBEWUSSTSEIN WIRKT WIE EINE DROGE"

Einen der brilliantesten Medienbeiträge dieses Jahres fanden wir am 12.
Juni in der "Zeit": "Amerika, farbenblinde Nation?"
[link=http://www.zeit.de/2003/25/Affirmative_Action" target="_top]http://www.zeit.de/2003/25/Affirmative_Action[/link] Nun hat dieser große
Bericht überhaupt nichts mit dem Thema Männer oder Frauen oder
Geschlechterverhältnisse zu tun. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick!
Was er dennoch mit unseren Fragestellungen eng verbandelt ist,
erschließt sich vielleicht beim Blick auf den Untertitel: "Seit dreißig
Jahren werben Universitäten in den Vereinigten Staaten gezielt
Afroamerikaner an. Demnächst entscheidet das Verfassungsgericht, ob
Privilegien für Minderheiten eine Form des Rassismus sind."

Der Philosophie-Professor Carl Cohen, seit jeher ein Streiter für die
Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA, erwirkt gerichtlich, dass
ihm als Hochschullehrer die Zahlen über die Zulassungen für das Studium
an der University of Michigan vorgelegt werden. Er stellt fest, dass nur
zwei Prozent der weißen Bewerber an der renommierten Hochschule
angenommen werden - aber 100 Prozent aller Schwarzen. Und das auch wenn
diese bei standardisierten Tests schlechtere Ergebnisse erzielten. Für
Cohen ein klarer Verfassungsbruch, ja eine rassistische Diskriminierung.

Dass Cohen, ein ausgewiesener Liberaler, mit dieser Meinung auch von
eher unappetitlichen Zeitgeistern Applaus bekommt, irritiert ihn nicht:
"Sogar weiße Rassisten argumentieren wie ich. Aber was kann ich dafür?"
Denn Cohen weiß: "Ich habe doch nicht ein Leben lang gegen
Diskriminierung gekämpft, nur um sie heute unter dem Namen Affirmative
Action hinzunehmen. Gute Intentionen machen die Sache nicht besser."
(Affirmative Action ist der Name für die von rationalen Kriterien
unabhängige Bevorzugung vermittels Vorteilen aufgrund biologischer,
rassischer, religiöser, geschlechtlicher und ähnlicher Merkmale - eben
solcher, für die man in der Regel nichts kann. Erhellend zu diesem
Begriff ein "taz"-Beitrag zum selben Thema:
[link=http://www.taz.de/pt/2003/06/16/a0142.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/06/16/a0142.nf/text[/link] )

Der eigentliche Clou der ganzen Story war für uns dieser Satz: "Nach 300
Jahren aktiver Unterdrückung ,wirkt das weiße Schuldbewusstsein wie eine
Droge', schreibt der schwarze Linguist John McWhorter, Professor an der
University of California at Berkeley, ,es findet Mittel und Wege, sogar
schwarze Studenten aus der Mittelschicht in Opfer zu verwandeln.'" Und
ein gesunder Opferstatus, das wissen wir aus ganz anderen
Zusammenhängen, ist in aufgeklärten Gesellschaften mit liberalen Werten
fast soviel wert wie eine Lizenz zum Gelddrucken.

Wer aber seine Aufgeklärtheit nicht zum Reflex hat verkommen lassen und
sie - wie es einst gedacht war - zu der Fähigkeit grundsätzlicher
kritischer Betrachtungen entwickelt hat, statt sie wie einen Bauchladen
mit edlen Gesinnungen vor sich herzutragen, der kommt bei so
merkwürdigen Privilegierungen wie einer Quotierung durchaus zu
abweichenden Auffassungen: "'Jeder fragt sich, ob er seine Position
tatsächlich wegen seiner Leistung erreicht hat.' Die Förderpolitik sei
eine Beleidigung für Schwarze und allein geeignet, Stereotype zu
vertiefen, statt sie zu beseitigen."

Selbstverständlich hat sich auch unsere stets beflissene deutsche
Bundesregierung schon an ein Antidiskriminierungsgesetz rangemacht.
Herta Däubler-Gmelins Entwurf, das für den gesamten privaten
Geschäftsverkehr gelten sollte, wurde wegen des massiven Protests der
Wirtschaft schnell wieder kassiert. Ihre bisher wenig inspirierte
Nachfolgerin im Amt der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries will
dies nun in abgespeckter Form als nur auf Hautfarbe und Abstammung Bezug
nehmendes Benachteiligungsverbot umsetzen. Ratet mal, wer ursprünglich
auch mit im Boot war!

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FAMILIENPOLITISCHER STALINISMUS - MITTEN IN DEUTSCHLAND

Ebenfalls in der "Zeit" erschien dann eine Woche später ein
umfangreiches Dossier von Sabine Rückert, auf die wir schon früher wegen
einer herausragenden Reportage aufmerksam geworden sind: "Ein einziger
Tag zerstört das Leben einer Familie im Saarland. Die achtjährige Lena
werde vom Vater misshandelt, behauptet eine fremde Frau aus der
Nachbarschaft. Die staatliche Maschinerie dreht durch: Den Eltern wird
das Kind entrissen - und als der Verdacht zwei Jahre später zerfällt,
will Lena nicht mehr heim.(...) Hier zeigt sich, zu welcher Inhumanität
Amtspersonen in der Lage sind, wenn sie zu viel Macht haben und ihr
Handeln zu wenig kontrolliert wird. Hier zeigt sich aber auch, welches
Unheil angerichtet wird, wenn Gutachter ihre Wissenschaft
vernachlässigen und Richter sich auf solche Sachverständigen verlassen.
Und es zeigt sich, was von Zwangsvorstellungen getriebene Menschen
anderen antun können." [link=http://www.zeit.de/2003/26/Nina" target="_top]http://www.zeit.de/2003/26/Nina[/link]
Dazu gibt es dann noch ein passendes Interview: ",Das Jugendamt hat
immer Recht' - Was Familie Müller im Saarland widerfuhr, könnte jeder
deutschen Familie passieren - meint der Sozialpädagoge Heribert
Giebels": [link=http://www.zeit.de/2003/26/Giebels" target="_top]http://www.zeit.de/2003/26/Giebels[/link]

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Wir kommen noch einmal zum Thema der Kultivierung von Opferrollen und
haben wieder einen Beitrag einer alten Bekannten von jenseits des
Atlantik für euch bearbeitet.

DIE GROSSE LÜGE
von Wendy McElroy (stark gekürzt und übersetzt von Joachim Bell)
Original unter
[www.ifeminists.net/introduction/editorials/2003/0422.html]

"Die Frau als Opfer" ist eine der großen Lügen unserer Zeit. Wer sich um
das Wohlergehen von Frauen sorgt, sollte mehr denn je den gegen Schaden
vorgehen, den diese Lüge anrichtet; Frauen sollten ihre Macht erkennen
und ihr Leben in den Griff nehmen. Aber das Vertrauen in ihre eigenen
Fähigkeiten wird durch eine Art von Feminismus erschwert, der als Symbol
der Weiblichkeit "das Opfer" feiert. Als Opfer von Männern, von
Klassenstrukturen, der technischen Entwicklung, der Politik, des
Marktes, der Familie, der Kirche, der westlichen Werte... Immer und
überall werden Frauen als Opfer gezeichnet. Die Große Lüge steht im Weg
und verhindert auf mindestens drei Arten, dass Frauen ihre Möglichkeiten
erkennen.

Erstens haben die "Lösungen", die von den meisten Feministinnen
propagiert und verfolgt werden, die Abhängigkeit der Frauen verstärkt
und nicht verringert. Mag sein, dass es heute in Bereichen wie der
Wissenschaft von Frauen wimmelt. Aber solche Fortschritte sind
untrennbar verbunden mit Gesetzen und Klientelpolitik, mit einer Quoten
setzenden Machtpolitik. Die eindeutige Botschaft solcher Gesetze und
einer solchen Politik ist es, dass Frauen mit Männern auf einem freien
Markt nicht mithalten können.

Zweitens führt die Große Lüge viele Frauen zu der Überzeugung ihrer
Ohnmacht und zu der Erkenntnis, dass an ihren Lebensumständen jeder
Schuld hat - außer ihnen selbst. In der Realität gibt es aber stets
Alternativen und die Menschen müssen ständig Entscheidungen treffen.
Manchmal mögen alle zur Auswahl stehenden Möglichkeiten wenig
wünschenswert sein, aber das beeinträchtigt nicht die große Chance, die
jedem zur Verfügung steht: die Fähigkeit, sich zu entscheiden, um so
eine Situation in den Griff zu bekommen und sie möglicherweise zu
verbessern. (...)

Die dritte und wohl schädlichste Auswirkung der Großen Lüge ist es, dass
viele Frauen ihre Emotionen und Energien eher in Wut (rage: auch "Gier")
umsetzen als Abhilfe zu schaffen. Das trifft selbst für solche Frauen
zu, die niemals heimatlos und hungrig waren oder Opfer von Gewalt
wurden. Anstatt gegen ihre Probleme vorzugehen, greifen sie Leute an,
die ihnen nichts getan haben - Männer als solche, Männer, die ihnen noch
nie über den Weg gelaufen sind. Auf diese Weise feiern Frauen wahlweise
ihren Opferstatus oder lassen ihrer Wut freien Lauf; aber weder das Eine
noch das Andere ist geeignet, ihre Situation zum Besseren zu ändern.

Es ist manchmal schwer, nicht in Wut zu geraten. Wenn etwa eine Frau von
ihrem Mann geschlagen wird, ist es nur normal, dass sie wütend auf ihn
ist. Aber das muss doch nicht heißen, dass sie ihre Möglichkeiten nicht
sieht. Die erste Frage an eine geschlagene Frau ist "Warum bleibst du
dort?" In vielen Fällen erstarren Frauen im Glauben an die eigene
Opferrolle. Sie täten besser daran, an das Potenzial ihrer Alternativen
zu denken!

Frauen sollten die Große Lüge endlich vergessen und Verantwortung und
Kontrolle über ihr Leben übernehmen. Sie könnten damit beginnen, indem
sie sich ansehen, wie Frauen in unterentwickelten Ländern leben. Die
"Große Wahrheit" ist nämlich, dass Frauen in unserer Gesellschaft eine
der privilegiertesten und mächtigsten Schichten unter den Menschen
dieser Welt darstellen. Die eigentliche Herausforderung ist es, Frauen
ihre Macht klarzumachen. Die Frau als Opfer ist ein Anachronismus.

Soweit Wendy McElroy.

An einem weiteren Text von ihr arbeiten wir derzeit hart, kommen aber an
einer Stelle einfach nicht weiter, wo sie meint, die Nachwelt werde
irgendwann den politisch korrekten Feminismus ebenso befremdlich finden
wie wir Heutigen das biblische Weltbild, das die Erde für eine Scheibe
hielt: "Only, flat-Earthers were generally harmless people. Politically
correct feminists can be vicious."
[link=http://www.foxnews.com/printer_friendly_story/0,3566,89571,00.html" target="_top]http://www.foxnews.com/printer_friendly_story/0,3566,89571,00.html[/link]
Nun ja, Giordano Bruno wäre da möglicherweise anderer Meinung. Er hat
aber keine mehr, weil die angeblich so harmlosen "flat-Earthers" ihn
beizeiten verbrannt haben. Okay, Valerie Solanas würde das mit uns wohl
auch gerne machen. Aber immerhin: Bisher lässt man sie nicht.
Aber wie um alles in der Welt übersetzt man "flat-earthers"?
Flacherdlinge? Erdscheiblinge? Erdefüreinescheibehalter? So hat ein
jeder von uns sein Bündelchen zu tragen!

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WENN VÄTER KEINE TEILZEIT WOLLEN - UND WAS PASSIERT, WENN SIE'S DOCH TUN

Dass Frauen keine Alternativen hätten, suggerierte auch die Auswertung
von Zahlen, die das Statistische Bundesamt ermittelte. Die "Süddeutsche"
berichtete darüber unter dem Titel "Frauensache":
[link=http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/artikel/846/12834/" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/artikel/846/12834/[/link]

"Die Mutter bleibt daheim, der Vater macht Karriere: In Deutschland
herrschen bei der Berufstätigkeit traditionelle Rollenmuster."

Karriere! Wenn diese ganzen Bleistiftanspitzer in ihren grauen Büros,
Handwerker an ihren Werkbänken oder in fremder Leute Wohnungen,
Fließbandjunkies und Landschaftspfleger hören, dass sie gerade dabei
sind Karriere zu machen, werden sie aber begeistert sein. Unser rasender
RoteMännerReporter war unterwegs und fragte heute morgen einen jungen
Mann von der Müllabfuhr, ob er das eigentlich in Ordnung fände, dass er
Karriere macht, während seine Frau daheim auf die Kinder achtgibt.
Unglaublich, was daraufhin geschah. Unsere Redaktion sammelt gerade für
einen schönen Blumenstrauß, den wir ihm dann alle zusammen ins
Krankenhaus bringen wollen. Nur weil sie eine Frau ist, kam unsere
Redaktionspraktikantin Paquita ungeschoren davon, musste sich aber ein
paar schlimme Wörter anhören, als sie dem Mann im Zeitungskiosk ins
Gewissen reden wollte, dass ihm wohl nicht klar sei, dass seine Karriere
seiner Frau alle Möglichkeiten verbaue. Und ich selbst bot erst jüngst
meiner stämmigen Nachbarin mit ihrem quäkenden Balg an, ich könnte doch
mal mit ihrem Mann reden, damit er nur noch halbtags arbeite und ihr die
Chance zu einer eigenen Karriere lasse. Ihre Finger zeichnen sich heute
noch wie ein Brandmal neben meinem linken Ohr ab. Wieder mal ein
Beispiel, dass häusliche Gewalt keineswegs immer von Männern ausgeht!
Und das war nicht das erste Mal, dass mein Altruismus in dieser Sache so
undankbar aufgenommen wurde.

"Nach den Ergebnissen des "Mikrozensus 2002", den das Statistische
Bundesamt (Destatis) am Mittwoch in Berlin vorstellte, bleiben viele
Mütter nach der Geburt ihres Kindes erst einmal zu Hause, während die
Väter in der Regel weiterhin ihren Beruf ausüben." Das wäre nicht
zuletzt für die Kinder auch ziemlich Scheiße, wenn BEIDE nicht mehr
arbeiten würden!

Das Statistische Bundesamt sieht Zeichen dafür, dass bei der
Berufstätigkeit von Eltern "die traditionellen Rollenmuster beherrschend
sind". Im April 2002 waren in Deutschland etwa 61 Prozent der Mütter und
86 Prozent der Väter erwerbstätig. Jede dritte Mutter arbeitete in
Teilzeit, bei den Vätern betrug diese Quote drei Prozent. Auch wenn dies
ein relativ geringer Anteil sei, sei er dennoch Ausdruck "ganz
erheblicher Wandlungen in unserer Gesellschaft". Schließlich habe die
Zahl der teilzeitbeschäftigten Väter in den Jahren 1996 bis 2002 um 38
Prozent auf 260.000 zugenommen. Na bitte, es tut sich was.

Schließlich erfahren wir zum Stand von Emanzipation und
Gleichberechtigung im Wunderland BRD auch das Folgende: "Während in den
neuen Bundesländern 51 Prozent der nur Teilzeit tätigen Mütter angaben,
keine Vollzeitstelle gefunden zu haben, hatten nach den Ergebnissen des
Mikrozensus in Westdeutschland 83 Prozent der Mütter ihre berufliche
Tätigkeit aus familiären Verpflichtungen reduziert." So gilt also im
Westen auch weiterhin die Devise, die die 80-jährige Ilse von Bredow -
wir zitierten in unserer letzten Ausgabe! - ihren Geschlechtsgenossinnen
unterstellte: "Nichts tun - alles erreichen!"

Weil das aber nicht sein kann, teilte uns der "Zweiwochendienst Frauen &
Politik" seine ganz eigene Lesart der Zahlen des Mikrozensus mit: "Väter
wollen nicht Teilzeit arbeiten":
[link=http://www.zwd.info/story.php?PHPSESSID=8108f95ebcb03726d9df1238dc978d68&cat=20&subcat=10&storyid=2250&x=20" target="_top]http://www.zwd.info/story.php?PHPSESSID=8108f95ebcb03726d9df1238dc978d68&cat=20&subcat=10&storyid=2250&x=20[/link]
Und wir dürfen mit geradezu tödlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es
genau diese Botschaft sein wird, die "taz" und Co. aus den Zahlen heraus
destillieren - obwohl diese Zahlen genau DAS an keiner Stelle hergeben.
Es scheint sogar so zu sein, dass innerhalb von familiären
Zusammenhängen der Druck auf Männer wächst: "Ob Kinder oder nicht - die
Quote der erwerbstätigen Männer steigt mit dem Alter von 21 Jahren
stetig an und steigert sich bei denen, die eine Familie gründen."
Welches strenge Regiment mag dafür wohl nachhaltig Sorge tragen, hmm?

Und siehe da, Heide Oestreich erreichte eine geradezu Möllemannsche
Fallhöhe unerträglicher Doofheit, indem sie konstatierte: "85.800 Männer
kümmern sich so sehr um ihre Familie, dass sie Teilzeit arbeiten."
[link=http://www.taz.de/pt/2003/06/13/a0158.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/06/13/a0158.nf/text[/link] Ihr merkt schon: Je
dümmer das Huhn, umso blöder das Gegacker. Gilt auch umgekehrt. Nur
ungern denken wir an jene in Teilzeit arbeitenden Väter, denen
anachronistische Robenträger in deutschen Familiengerichten den
Unterhalt so festgelegt haben, als ob sie Vollzeit arbeiteten - weil
Mütter Betreuungsleistungen von Vätern zwar immer wieder krakeelend
fordern dürfen, sie dann aber nicht anzunehmen brauchen. Klar, dann
bekämen sie nämlich weniger Unterhalt und müssten selbst arbeiten. Und
so weit geht die Liebe zur Väter-Teilzeit dann doch nicht. Gell, Heide?

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GOTT SEI UNS GNÄDIG:
ÜBER HERRN OTTENS TRAUM VON CHRISTLICHEN RITTERN

Wenn wir hier regelmäßig den Dummschwätzer des Monats ausloben wollten,
der Osnabrücker Soziologieprofessor Dieter Otten hätte Chancen auf einen
berauschenden Seriensieg. Er reiht sich nahtlos ein in eine Reihe
akademischer Fatzkes, die vor lauter Eitelkeit beim Gehen kaum noch die
Beine an ihrem Gemächt vorbeikriegen. Sein Thema scheint längst nicht
mehr die Soziologie zu sein: keine Spur von Empirie, dagegen eine
Behauptung nach der anderen, Reihungen kuriosester Erkenntnisse von
immer anonym bleibenden "Forschern". "Forscher" sagen dies und haben
jenes erkannt. Vor allem haben diese "Forscher" bei Otten immer eines
erkannt: Männer sind weltweit das ganz und gar verderbte Geschlecht, sie
sind kriminell, akzeptieren keine Regeln, zerstören die Demokratie,
verachten die Frauen!

Das evangelische Magazin "Chrismon", das einmal monatlich der "Zeit"
beiliegt, ließ Otten zwei volle Seiten, um seinen männerkritischen
Auswurf zu verbreiten. Der Titel: "Die Männer, die wir brauchen, gibt es
nicht. Höchste Zeit, den Ritter als Leitbild neu zu entdecken" - Im Text
sind es dann sogar "christliche Ritter". Otten weiß, was er den
bibelfesten Herausgebern schuldig ist. An die "christlichen Ritter"
erinnern wir uns auch: Horden marodierender Killer, die vor 900 Jahren
die halbe Levante knietief im Blut haben waten lassen, um das "Heilige
Land" zu befreien. Schon in Mainz fingen sie damit an, indem sie ein
fürchterliches Pogrom im Judenviertel anrichteten. Das also sind die
Vorbilder von Professor Otten. Nun ja, er ist schließlich kein
Historiker. Tatsächlich scheint er ein ziemlich unterbelichteter
Suppenkasper zu sein, der seine historischen Kenntnisse aus der
Artussage, womöglich auch Zimmer Bradleys "Neben von Avalon" bezieht.
Ein Richard Löwenherz ist für ihn das einzig angemessene Vorbild für
heutige Männer, und sehr, sehr wahrscheinlich sieht dieses Vorbild in
seinen Träumen dem amerikanischen Schauspieler Robert Taylor kollossal
ähnlich, der jenen dereinst in wunderbaren Hollywood-Plotten
verkörperte.

Männer "...müssen einen schwierigen Richtungswechsel von der
Regelloyalität zur Selbstmoralisierung vornehmen, also etwas zutiefst
weibliches tun, etwas, was im Leben wie im Film Männern meist erst im
Alter gelingt." Natürlich, denn Dieter Otten ist 59, und hat im Rahmen
seiner professoralen Bestallung offenbar eine Menge Zeit, schlechte
Filme zu sehen, um schon frühzeitig diesen Zustand vollkommener
Grenzdebilität zu erreichen. Würde er mal ein paar Geschichtsbücher
lesen, wäre vielleicht auch seine Soziologie nicht so unterirdisch und
indiskutabel. Den geforderten phänomenalen "Richtungswechsel von der
Regelloyalität zur Selbstmoralisierung" hätten wir gerne etwas
plastischer erklärt bekommen, aber dazu müsste Herr Otten erst mal
selbst den Kappes verstehen, den er da heranzüchtet. Wir geben zu, das
das wirklich sehr viel verlangt ist von Einem, der nicht mal annähernd
zu einem überzeugenden (geschweige denn akademischen) Beleg fähig ist.

"Amerikanische Soziologen" hätten es nämlich "auf den Punkt gebracht":
"Ohne moralisch integere, beruflich hoch motivierte, leistungsfähige und
sozial engagierte Frauen wäre das ökonomische, soziale und politische
System der westlichen Demokratien längst gescheitert." Da stellt sich
natürlich die Frage, ob dieses System ohne die Arbeit der Männer NICHT
gescheitert wäre. Aber welch ein horrender Schwachsinn eine derartige
Aussage! Und wieder ohne jeden Beleg noch Begründung vorgetragen. Ottens
Beitrag bleibt durchgängig auf dem Niveau reiner Schleimscheißerei und
Anbiederung.

Nicht genug damit, dass Männer in unserer Gesellschaft drei Viertel des
Bruttoinlandprodukts erarbeiten: Sie müssen davon auch noch die größten
Arschlöcher als Hochschullehrer finanzieren. Gott sei uns gnädig! Und
der Zeitschrift "Chrismon" die solches druckte.
http://www.chrismon.de/cframe-a1.html

Früher, in den älteren RoteMännerInfos, haben wir nach sowas
geschrieben: Danach kann nichts mehr kommen. In der Tat, so ist es auch
diesmal wieder. Es sei denn, wir dürften dabei zusehen, wie Herr Otten
seine Putzfrau beiseite nimmt, ihr den Ohrensessel anbietet (in dem er
seine intellektuellen Ejakulationen vorbereitet) und selbst Hand anlegt
mithilfe von Schrubber und Putzfeudel, um uns allen zu beweisen, was für
ein "neuer Mann" er wirklich ist. Halleluja!

Herrliche Sommertage wünscht euch allen
Euer RedManAlex
(24.06.03)

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