Re: Frauen trotzen der Krise besser
Als Antwort auf: Frauen trotzen der Krise besser von Uwe am 10. Juni 2003 22:26:
Hallo Uwe
[...] Eines aber stehe fest: "Frauen sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten flexibler als Männer." Und das vor allem mit Blick auf die Arbeitszeiten.
Das ist schlichtweg Quatsch: Maenner sind sowohl was die Bereitschaft zu Ueberstunden anbelangt, als auch was die Laenge der Arbeitswege anbelangt flexibler als Frauen; das ist statistisch erwiesen. Maenner sind auch in einem wesentlich breiteren beruflichen Spektrum erwerbstaetig.
Viele Frauen würden sich den Gegebenheiten anpassen und ohne weiteres auch Teilzeitjobs annehmen. Männer dagegen setzten eher auf die "klassischen" Arbeitszeiten.
Putzig, wie Frau Summe (oder Summa?) wesentliche Aspekte weglaesst, um so eine groessere 'Flexibilitaet' von Frauen zu suggerieren. Maenner sind deshalb weit haeufiger vollzeiterwerbstaetig,
1. weil sie in Partnerschaften auch heute noch in weit ueberwiegendem Masse die Rolle des Haupterwerbstaetigen einnehmen, und sie nach einer Trennung/Scheidung aufgrund von Unterhaltsverpflichtungen auch weiterhin diese Rolle beibehalten muessen, und
2. weil sie durch die Erziehung noch immer wesentlich staerker auf ihre Rolle als Haupternaehrer fixiert werden als Frauen.
"Frauen sind inzwischen in stärkerem Maße darauf angewiesen, Geld zu verdienen, als das früher der Fall war" erklärt die Arbeitsmarkt-Expertin. "Sie steuern ihren Teil zum Familieneinkommen bei." Auch deshalb, damit nicht der Partner allein das Risiko einer möglichen Arbeitslosigkeit und einem damit verbundenen Einkommensverlust für die Familie auf seinen Schultern tragen müsse.
Frauen sind zwar in staerkerem Masse als frueher darauf angewiesen, Geld zu verdienen, aber halt immer noch nicht in vergleichbarem Masse wie Maenner. Der Schluesselsatz ist: "Sie (die Frauen) steuern ihren Teil zum Familieneinkommen bei." 'Ihren Teil' bedeutet aber immer noch groesstenteils in der Rolle der Zuverdienerin und nicht als Haupternaehrerin.
Bei aller Diskussion dürfe man jedoch nicht vergessen, in welchen Branchen der Großteil der Frauen im Saarland eine Arbeit gefunden habe. So sei vor allem im Bereich der Dienstleistung (hier stieg die Zahl der erwerbstätigen Frauen in zehn Jahren von 5600 auf 7000) oder bei den so genannten sozialen Berufen wie beispielsweise der Kranken- oder Altenpflege (dort gab es einen Anstieg von 7800 auf 11 800) ein Aufwärtstrend zu erkennen. Und dies seien beileibe keine Männerdomänen, im Gegenteil.
Inwieweit diese Tendenz sich in Zukunft fortsetzen wird, wird sich weisen. Im Bereich der Kranken- und Altenpflege ist zu sagen, dass die Krankenversicherungen aus dem letzten Loch pfeifen. Eine Redimensionierung aber auch die staerkere Konzentration auf eine eingeschraenkte und bezahlbare, dafuer aber gesicherte Grundversorgung wird sich angesichts der demographischen Entwicklung in den Industriestaaten von selbst aufdraengen; es sei denn, man riskiere den Kollaps des gesamten Gesundheitswesens. So gesehen, koennte den dort beschaeftigten Frauen und Maennern noch ein boeses Erwachen drohen...
Zudem, erklärte Susanne Summa, seien Frauen nach wie vor seltener in Führungspositionen zu finden und würden in der überwiegenden Zahl der Fälle schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.
Habe ich mir doch gedacht, dass diese sattsam bekannten, wenn auch heute mehrheitlich nicht mehr geltenden Argumente aus der ideologischen Mottenkiste geholt werden.
Auch aus diesem Grund will die Expertin des Referats für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt mit Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes einen allzu oft wiederkehrenden Vorwurf gleich im Keim ersticken: Das Argument, Frauen würden Männer die Arbeitsplätze wegnehmen, lassen wir nicht gelten.
Angesichts der gezielten Foerderung von Frauen in vielen Bereichen hat diese 'Expertin' hoechstens ihre eigene Objektivitaet im Keim erstickt. Die Foerderung des einen bedeutet zwangslaeufig die Benachteiligung des anderen (naemlich des Nichtgefoerderten). Den professionellen 'Gleichstellerinnen' faellt dieser kausale Zusammenhang zwischen Privilegierten und Benachteiligten natuerlich schon laengst nicht mehr auf; zu tief ist der Irrglaube in deren Gehirnen verankert, das weibliche Geschlecht sei eine 'Behinderung', die mit entsprechender Foerderung ausgeglichen werden muesse. Aber in einem hat Frau Summe Recht: Nicht Frauen nehmen den Maennern die Stellen weg, sondern 'Chancengleichheitsexpertinnen' wie sie tun dies und schanzen sie dann den Frauen zu.
Gruss
Maesi
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Uwe,
11.06.2003, 01:26
- Re: Frauen trotzen der Krise besser - Bruno, 11.06.2003, 14:53
- Re: Frauen trotzen der Krise besser - Maesi, 23.06.2003, 22:31