Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Feministische Rechtswissenschaft?

Pedro, Saturday, 21.06.2003, 23:38 (vor 8264 Tagen)

Mensch kann es sich nicht oft genug vor Augen führen: die Krakin Feminismus streckt ihre geschmeidigen Fangarme in alle Richtungen aus; wie schon öfter gezeigt, schleicht sich die Ungeistin vor allem im Gewand teils vorgeblicher Wissenschaftlichkeit ein. Selbst hohe Berge bieten da keinen Schutz - wie das folgende Beispiel aus der Schweiz eindrucksvoll belegt.....

"universitas friburgensis juin 2002

was ist feministische rechtswissenschaft?

Frauenstimmrecht, Lohngleichheit, Gleichstellungsgesetz: Meilensteine im Recht, die den Wandel im Geschlechterverhältnis reflektieren und diesem gleichzeitig normative Geltungskraft verleihen. Im kritischen Fragen um die Wechselwirkung von Recht und Geschlechtergerechtigkeit liegt die Geburtsstunde der feministischen Rechtswissenschaft.

Von Susan Emmenegger

Anders als etwa in den USA und im skandinavischen Raum gehört die feministische Jurisprudenz in der Schweiz noch nicht zu den Standardfächern der juristischen Ausbildung. Geht es um die feministische Jurisprudenz, muss zwangsläufig die Frage nach “dem Feminismus“ gestellt werden. Knapp gesagt ist Feminismus die praktische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Ungleichgewichts im Geschlechterverhältnis. Der Feminismus hat in der Rechtswissenschaft die Entwicklung einer feministischen Jurisprudenz angestossen. Diese macht das Recht zum Gegenstand der feministischen Analyse: Sie fragt nach seiner geschlechtlichen Relevanz.

Geschlechtsspezifische Analyse
Bei der Frage nach der geschlechtlichen Relevanz von Recht richtet sich das Augenmerk der feministischen Jurisprudenz darauf, ob das Recht der oftmals unterschiedlichen Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern gleichermassen Rechnung trägt. Dabei setzt sie sich bildlich gesprochen eine weibliche Brille auf. Sie untersucht die Ausgestaltung einzelner Rechtsgebiete oder Rechtsnormen im Lichte der weiblichen Interessen und Erfahrungen. Diese geschlechtsspezifische Analyse des Rechts ist die Methode der feministischen Jurisprudenz. Unter den Begriff "Frauen" fallen dabei all jene Menschen, die eine weiblich geprägte soziale Geschlechtsidentität aufweisen (gender). Das sind in aller Regel biologisch weibliche Personen. Es können aber auch biologisch männliche Personen sein, die entweder sozialtypisch weibliche Werte internalisiert haben oder denen solche zugeschrieben werden.

Ist das Recht wirklich objektiv?
Die 'Frauenfrage', mit deren Hilfe die feministische Jurisprudenz an das Recht herantritt, unterzieht den Objektivitätsund Neutralitätsanspruch der Rechtsordnung einer kritischen Würdigung. So ist aus Sicht der feministischen Jurisprudenz etwa zu fragen, warum das Recht den Arbeitsbegriff im wesentlichen der ausserhäuslichen Sphäre zuordnet. Denn damit wird die typischerweise von Frauen verrichtete Haus- und Beziehungsarbeit vom Recht nicht wahrgenommen und daher auch nicht von seiner Schutzwirkung erfasst. Feministische Jurisprudenz hinterfragt auch, warum für die Strafbarkeit einer Vergewaltigung im Regelfall ein erheblicher körperlicher Widerstand des Opfers verlangt wird, wo dies doch nicht der üblichen Sozialisation von Frauen entspricht. Gleiches gilt für das rechtliche Konzept der Privatsphäre. Es leuchtet ein, dass sich der Staat gerade in intime zwischenmenschliche Bereichen nicht einmischen sollte. Problematisch ist aber, wenn damit Schonräume geschaffen werden, in denen die innerhäusliche Gewalt gegen Frauen nur in krassen Ausnahmefällen mit Sanktionen belegt werden.

Weiblichkeit als Nachteil im Recht
Subtiler, aber für die feministische Fragestellung im Recht nicht minder relevant, zeigt sich die einseitige Ausrichtung des Rechts mit Blick auf die sozialtypisch weiblichen Werte. So besteht die gesellschaftliche Erwartung darin, dass Frauen verstärkt für die emotionale Seite des Lebens verantwortlich sind. Das Recht gewährt aber gegen die Verletzung der emotionalen Integrität nur einen sehr schwachen Rechtsschutz. Auch die Art und Weise, wie Recht durchgesetzt wird, ist geschlechtsspezifisch: Gefordert sind Risikofreudigkeit, Konfliktbereitschaft und den Willen, das Eigeninteresse in den Vordergrund zu stellen. Diese Rahmenbedingungen entsprechen aber viel eher der männlichen als der weiblichen Sozialisierung.

Insgesamt sehen sich Frauen also regelmässig einem Widerspruch zwischen ihrer gesellschaftlichen und ihrer rechtlichen Rolle ausgesetzt. Damit bedarf die angeblich vorhandene Objektivität und Neutralität des Rechts einer kritischen Nachprüfung. Die feministische Jurisprudenz versucht, diese Überprüfung zu leisten, indem sie den herkömmlichen Perspektiven des Rechts ihre eigene, aus dem weiblichen Lebenszusammenhang entnommene Perspektive gegenüberstellt.

Vielfältige feministische Jurisprudenz
Wenn die feministische Jurisprudenz mit einer einheitlichen Fragestellung an das Recht herantritt, so bedeutet dies nicht, dass innerhalb der Disziplin nicht Unterschiede oder gar Gegensätze bestehen würden. Im Gegenteil: So, wie es viele verschiedene feministische Strömungen gibt, bestehen auch verschiedene Ansätze innerhalb der feministischen Jurisprudenz. Insbesondere herrschen unterschiedliche Vorstellungen darüber, was die geschlechtsbezogene Gleichstellung konkret beinhalten soll. Wer von der Gleichheit von Frauen und Männern ausgeht, verbindet mit der Idee der Gleichstellung die Öffnung der männlichen (Erwerbs-) Lebenswelt für Frauen. Wer die Geschlechterdifferenz zum Ausgangspunkt nimmt, fordert dagegen den Einbezug sozialtypisch weiblicher Werte im Recht. So ergeben sich trotz einheitlicher Fragestellung unterschiedliche Schwerpunkte und Untersuchungsziele innerhalb der feministischen Jurisprudenz.

Feministische Rechtswissenschaft als Prozess
Die feministische Rechtswissenschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Als junge Wissenschaft sieht sie sich zudem der nicht ganz unberechtigten Kritik bezüglich Parteilichkeit und Inkonsistenz ausgesetzt. In der Tat ist die feministische Jurisprudenz aufgrund der in ihr vereinten Diskurse einem schnelleren Erkenntniswandel unterworfen, als dies bei anderen rechtswissenschaftlichen Ansätzen der Fall ist. Unverändert bleibt aber ihre Methode und ihr Ziel eines geschlechtergerechten Rechts. Die Prozesshaftigkeit der feministischen Jurisprudenz ist dabei zugleich auch ihre Stärke. Die Gleichstellung vollzieht sich in kleinen Entwicklungsschritten und muss nach jedem Schritt neu überdacht werden. So ist es gerade die der feministischen Jurisprudenz inhärente Dynamik, die ihr jenseits tagespolitischer Debatten im wissenschaftlichen Umgang mit dem Recht eine dauerhafte Bedeutung sichert.

Susan Emmenegger, Dr. iur., Rechtsanwältin, LL.M., ab Oktober 2002 Assistenz-Professorin für Privatrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät."

Bei soviel Pseudo-Wissenschaftlichkeit kann Mensch nur noch verzweifelt den Kopf schütteln - selbst dann, wenn er "eine weibliche Brille" aufsetzt. Aber wenigstens wird es ja unverhohlen ausgesprochen: Unter den Begriff "Frauen" könnten künftig nicht nur biologisch weibliche Personen fallen, sondern "auch biologisch männliche Personen...(..)..., die entweder sozialtypisch weibliche Werte internalisiert haben oder denen solche zugeschrieben werden." - Ein Prädikat?

Pedro

Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !

Diogenes, Sunday, 22.06.2003, 01:17 (vor 8264 Tagen) @ Pedro

Als Antwort auf: Feministische Rechtswissenschaft? von Pedro am 21. Juni 2003 20:38:37:

Bei der Anzahl der weiblichen Juristen oder auch dem Anteil weiblicher Studenten der Rechtswissenschaft wird man sehr rasch feststellen, woher der Wind weht.

Frauen beginnen das Studium früher. Sie werden regelmäßig länger und umfassender von ihren Familien unterstützt. Es finden sich immer ein paar männliche Studenten, die man "ausnutzen" kann. Als junge Frauen gelingt es ihnen nicht selten, "weibliche Waffen" unmittelbar studien- und karrierefördernd einzusetzen.

Bei den Einstellungschancen sieht es zwar nicht mehr so gut aus, weil insbesondere kleinere Arbeitgeber wegen der frauenspezifischen Schutzrechte im Arbeitsrecht von Frauen im gebärfähigen Alter lieber die Finger lassen. Man stelle sich vor, folgender Fall kann ganz bittere Realität werden:

Ein Unternehmer möchte eine Sekretärin einstellen. Er fragt, ob eine Schwangerschaft besteht. Wahrheitswidrig antwortet die Bewerberin mit "nein".

Der Arbeitgeber stellt ein, muß trotz der Lüge alle Verpflichtungen nach dem Mutterschutzgesetz erfüllen.

Nun versucht er, eine Ersatzkraft zu finden. Auch diese antwortet wahrheitswidrig auf die Frage nach einer Schwangerschaft mit "nein".

Wieder ist der Unternehmer dran.

Ergo findet man Juristinnen nicht selten als Richterinnen oder Staatsanwältinnen oder sonst eben im Staatsdienst oder bei großen Firmen, denn dort kann man sich den Luxus junger Mütter leisten.

Es ist nun mal eine Tatsache, daß Frauen in unserem Bildungssystem aus den verschiedensten Gründen Vorteile haben.

Und am Ende des Lebens sind ihnen dann zumeist auch noch wesentlich mehr Lebensjahre gegönnt.

Da wird etwas euphemistisch immer von einem demographischen Problem gesprochen. In Wahrheit besteht dieses demographische Problem nicht aus Männern, die 40 Jahre lang ihre Kräfte in der Bauindustrie verschleißen und dann fünf Jahre nach dem Renteneintritt mit 68 in die Kiste hüpfen.

Das demographische Problem besteht aus 89jährigen Witwen von Abteilungsleitern, die jeden Monat munter von der Rentenversicherung ihre eigene Rente aus ihrer Sekretärinnentätigkeit einsacken und zusätzlich noch die Kohle von dem früh verstorbenen Alten, was sich dann zusammen auf stattliche 2.500 Euro addiert.

Aber wie gesagt, auch im Bereich der Rechtswissenschaft sind die Frauen immer mehr diejenigen, die den Ton angeben. Schlechte Zeiten also für Männerrechtler :-)

Mensch kann es sich nicht oft genug vor Augen führen: die Krakin Feminismus streckt ihre geschmeidigen Fangarme in alle Richtungen aus; wie schon öfter gezeigt, schleicht sich die Ungeistin vor allem im Gewand teils vorgeblicher Wissenschaftlichkeit ein. Selbst hohe Berge bieten da keinen Schutz - wie das folgende Beispiel aus der Schweiz eindrucksvoll belegt.....
"universitas friburgensis juin 2002
was ist feministische rechtswissenschaft?
Frauenstimmrecht, Lohngleichheit, Gleichstellungsgesetz: Meilensteine im Recht, die den Wandel im Geschlechterverhältnis reflektieren und diesem gleichzeitig normative Geltungskraft verleihen. Im kritischen Fragen um die Wechselwirkung von Recht und Geschlechtergerechtigkeit liegt die Geburtsstunde der feministischen Rechtswissenschaft.
Von Susan Emmenegger
Anders als etwa in den USA und im skandinavischen Raum gehört die feministische Jurisprudenz in der Schweiz noch nicht zu den Standardfächern der juristischen Ausbildung. Geht es um die feministische Jurisprudenz, muss zwangsläufig die Frage nach “dem Feminismus“ gestellt werden. Knapp gesagt ist Feminismus die praktische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Ungleichgewichts im Geschlechterverhältnis. Der Feminismus hat in der Rechtswissenschaft die Entwicklung einer feministischen Jurisprudenz angestossen. Diese macht das Recht zum Gegenstand der feministischen Analyse: Sie fragt nach seiner geschlechtlichen Relevanz.
Geschlechtsspezifische Analyse
Bei der Frage nach der geschlechtlichen Relevanz von Recht richtet sich das Augenmerk der feministischen Jurisprudenz darauf, ob das Recht der oftmals unterschiedlichen Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern gleichermassen Rechnung trägt. Dabei setzt sie sich bildlich gesprochen eine weibliche Brille auf. Sie untersucht die Ausgestaltung einzelner Rechtsgebiete oder Rechtsnormen im Lichte der weiblichen Interessen und Erfahrungen. Diese geschlechtsspezifische Analyse des Rechts ist die Methode der feministischen Jurisprudenz. Unter den Begriff "Frauen" fallen dabei all jene Menschen, die eine weiblich geprägte soziale Geschlechtsidentität aufweisen (gender). Das sind in aller Regel biologisch weibliche Personen. Es können aber auch biologisch männliche Personen sein, die entweder sozialtypisch weibliche Werte internalisiert haben oder denen solche zugeschrieben werden.
Ist das Recht wirklich objektiv?
Die 'Frauenfrage', mit deren Hilfe die feministische Jurisprudenz an das Recht herantritt, unterzieht den Objektivitätsund Neutralitätsanspruch der Rechtsordnung einer kritischen Würdigung. So ist aus Sicht der feministischen Jurisprudenz etwa zu fragen, warum das Recht den Arbeitsbegriff im wesentlichen der ausserhäuslichen Sphäre zuordnet. Denn damit wird die typischerweise von Frauen verrichtete Haus- und Beziehungsarbeit vom Recht nicht wahrgenommen und daher auch nicht von seiner Schutzwirkung erfasst. Feministische Jurisprudenz hinterfragt auch, warum für die Strafbarkeit einer Vergewaltigung im Regelfall ein erheblicher körperlicher Widerstand des Opfers verlangt wird, wo dies doch nicht der üblichen Sozialisation von Frauen entspricht. Gleiches gilt für das rechtliche Konzept der Privatsphäre. Es leuchtet ein, dass sich der Staat gerade in intime zwischenmenschliche Bereichen nicht einmischen sollte. Problematisch ist aber, wenn damit Schonräume geschaffen werden, in denen die innerhäusliche Gewalt gegen Frauen nur in krassen Ausnahmefällen mit Sanktionen belegt werden.
Weiblichkeit als Nachteil im Recht
Subtiler, aber für die feministische Fragestellung im Recht nicht minder relevant, zeigt sich die einseitige Ausrichtung des Rechts mit Blick auf die sozialtypisch weiblichen Werte. So besteht die gesellschaftliche Erwartung darin, dass Frauen verstärkt für die emotionale Seite des Lebens verantwortlich sind. Das Recht gewährt aber gegen die Verletzung der emotionalen Integrität nur einen sehr schwachen Rechtsschutz. Auch die Art und Weise, wie Recht durchgesetzt wird, ist geschlechtsspezifisch: Gefordert sind Risikofreudigkeit, Konfliktbereitschaft und den Willen, das Eigeninteresse in den Vordergrund zu stellen. Diese Rahmenbedingungen entsprechen aber viel eher der männlichen als der weiblichen Sozialisierung.
Insgesamt sehen sich Frauen also regelmässig einem Widerspruch zwischen ihrer gesellschaftlichen und ihrer rechtlichen Rolle ausgesetzt. Damit bedarf die angeblich vorhandene Objektivität und Neutralität des Rechts einer kritischen Nachprüfung. Die feministische Jurisprudenz versucht, diese Überprüfung zu leisten, indem sie den herkömmlichen Perspektiven des Rechts ihre eigene, aus dem weiblichen Lebenszusammenhang entnommene Perspektive gegenüberstellt.
Vielfältige feministische Jurisprudenz
Wenn die feministische Jurisprudenz mit einer einheitlichen Fragestellung an das Recht herantritt, so bedeutet dies nicht, dass innerhalb der Disziplin nicht Unterschiede oder gar Gegensätze bestehen würden. Im Gegenteil: So, wie es viele verschiedene feministische Strömungen gibt, bestehen auch verschiedene Ansätze innerhalb der feministischen Jurisprudenz. Insbesondere herrschen unterschiedliche Vorstellungen darüber, was die geschlechtsbezogene Gleichstellung konkret beinhalten soll. Wer von der Gleichheit von Frauen und Männern ausgeht, verbindet mit der Idee der Gleichstellung die Öffnung der männlichen (Erwerbs-) Lebenswelt für Frauen. Wer die Geschlechterdifferenz zum Ausgangspunkt nimmt, fordert dagegen den Einbezug sozialtypisch weiblicher Werte im Recht. So ergeben sich trotz einheitlicher Fragestellung unterschiedliche Schwerpunkte und Untersuchungsziele innerhalb der feministischen Jurisprudenz.
Feministische Rechtswissenschaft als Prozess
Die feministische Rechtswissenschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Als junge Wissenschaft sieht sie sich zudem der nicht ganz unberechtigten Kritik bezüglich Parteilichkeit und Inkonsistenz ausgesetzt. In der Tat ist die feministische Jurisprudenz aufgrund der in ihr vereinten Diskurse einem schnelleren Erkenntniswandel unterworfen, als dies bei anderen rechtswissenschaftlichen Ansätzen der Fall ist. Unverändert bleibt aber ihre Methode und ihr Ziel eines geschlechtergerechten Rechts. Die Prozesshaftigkeit der feministischen Jurisprudenz ist dabei zugleich auch ihre Stärke. Die Gleichstellung vollzieht sich in kleinen Entwicklungsschritten und muss nach jedem Schritt neu überdacht werden. So ist es gerade die der feministischen Jurisprudenz inhärente Dynamik, die ihr jenseits tagespolitischer Debatten im wissenschaftlichen Umgang mit dem Recht eine dauerhafte Bedeutung sichert.
Susan Emmenegger, Dr. iur., Rechtsanwältin, LL.M., ab Oktober 2002 Assistenz-Professorin für Privatrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät."
Bei soviel Pseudo-Wissenschaftlichkeit kann Mensch nur noch verzweifelt den Kopf schütteln - selbst dann, wenn er "eine weibliche Brille" aufsetzt. Aber wenigstens wird es ja unverhohlen ausgesprochen: Unter den Begriff "Frauen" könnten künftig nicht nur biologisch weibliche Personen fallen, sondern "auch biologisch männliche Personen...(..)..., die entweder sozialtypisch weibliche Werte internalisiert haben oder denen solche zugeschrieben werden." - Ein Prädikat?
Pedro

Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !

Jörg, Sunday, 22.06.2003, 02:00 (vor 8264 Tagen) @ Diogenes

Als Antwort auf: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Diogenes am 21. Juni 2003 22:17:10:

Hallo Diogenes!

Bei der Anzahl der weiblichen Juristen oder auch dem Anteil weiblicher Studenten der Rechtswissenschaft wird man sehr rasch feststellen, woher der Wind weht.

Ist jede Juristin oder Jura-Studentin gleichzeitig auch eine männerfeindliche Feministin?

Frauen beginnen das Studium früher. Sie werden regelmäßig länger und umfassender von ihren Familien unterstützt. Es finden sich immer ein paar männliche Studenten, die man "ausnutzen" kann. Als junge Frauen gelingt es ihnen nicht selten, "weibliche Waffen" unmittelbar studien- und karrierefördernd einzusetzen.

Bis zu einem gewissen Grad magst Du damit Recht haben.

Bei den Einstellungschancen sieht es zwar nicht mehr so gut aus, weil insbesondere kleinere Arbeitgeber wegen der frauenspezifischen Schutzrechte im Arbeitsrecht von Frauen im gebärfähigen Alter lieber die Finger lassen. Man stelle sich vor, folgender Fall kann ganz bittere Realität werden:
Ein Unternehmer möchte eine Sekretärin einstellen. Er fragt, ob eine Schwangerschaft besteht. Wahrheitswidrig antwortet die Bewerberin mit "nein".
Der Arbeitgeber stellt ein, muß trotz der Lüge alle Verpflichtungen nach dem Mutterschutzgesetz erfüllen.
Nun versucht er, eine Ersatzkraft zu finden. Auch diese antwortet wahrheitswidrig auf die Frage nach einer Schwangerschaft mit "nein".
Wieder ist der Unternehmer dran.

Nicht wenn er das Arbeitsverhältnis der Ersatzkraft von vornherein auf den Zeitraum befristet, in dem die ursprüngliche Kraft abwesend ist (was der Regelfall sein dürfte).

Ergo findet man Juristinnen nicht selten als Richterinnen oder Staatsanwältinnen oder sonst eben im Staatsdienst oder bei großen Firmen, denn dort kann man sich den Luxus junger Mütter leisten.

Eine kühne Schlußfolgerung. Noch längst nicht jede Juristin kommt so ohne weiteres in den Staatsdienst. Da wollen sie natürlich alle hin. Solche Arbeitsplätze sind dann aber auch entsprechend knapp. Die Stellen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sind auch schon lange besetzt. Auch leistet sich nicht jede größere Firma den Luxus einer eigenen Rechtsabteilung.

Es ist nun mal eine Tatsache, daß Frauen in unserem Bildungssystem aus den verschiedensten Gründen Vorteile haben.
Und am Ende des Lebens sind ihnen dann zumeist auch noch wesentlich mehr Lebensjahre gegönnt.

Der eigentliche Skandal besteht darin, daß die kürzere Lebenserwartung von Männern niemand so recht zu jucken scheint. Niemand fragt danach, ob das nicht auch an den schlechteren bzw. härteren Lebensbedingungen für Männer liegen kann.

Da wird etwas euphemistisch immer von einem demographischen Problem gesprochen. In Wahrheit besteht dieses demographische Problem nicht aus Männern, die 40 Jahre lang ihre Kräfte in der Bauindustrie verschleißen und dann fünf Jahre nach dem Renteneintritt mit 68 in die Kiste hüpfen.
Das demographische Problem besteht aus 89jährigen Witwen von Abteilungsleitern, die jeden Monat munter von der Rentenversicherung ihre eigene Rente aus ihrer Sekretärinnentätigkeit einsacken und zusätzlich noch die Kohle von dem früh verstorbenen Alten, was sich dann zusammen auf stattliche 2.500 Euro addiert.
Aber wie gesagt, auch im Bereich der Rechtswissenschaft sind die Frauen immer mehr diejenigen, die den Ton angeben. Schlechte Zeiten also für Männerrechtler :-)

Kann man so nicht sagen. Die Trennlinie verläuft nämlich nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen klar denkenden Menschen und Menschen, denen der Feminismus bereits den Verstand vernebelt hat.

Gruß, Jörg

Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !

Diogenes, Sunday, 22.06.2003, 11:45 (vor 8263 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Jörg am 21. Juni 2003 23:00:41:

Hallo Diogenes!
>Bei der Anzahl der weiblichen Juristen oder auch dem Anteil weiblicher Studenten der Rechtswissenschaft wird man sehr rasch feststellen, woher der Wind weht.
Ist jede Juristin oder Jura-Studentin gleichzeitig auch eine männerfeindliche Feministin?

Nicht immer, aber immer öfter :-)

>Frauen beginnen das Studium früher. Sie werden regelmäßig länger und umfassender von ihren Familien unterstützt. Es finden sich immer ein paar männliche Studenten, die man "ausnutzen" kann. Als junge Frauen gelingt es ihnen nicht selten, "weibliche Waffen" unmittelbar studien- und karrierefördernd einzusetzen.
Bis zu einem gewissen Grad magst Du damit Recht haben.

Ja, bis zu einem gewissen Grad. Ist der Grad praktisch so gewiss wie das Amen in der Kirche? Es gibt sicher Ausnahmen. Beispielsweise sind das solche zwanzigjährigen Kinder, die von Mutti noch ein Pausenbrot mit auf den Weg bekommen und die dann alles was der Herr Professor oder die Frau Professorin sagen, wortgetreu aufschreiben und auswendig lernen. Bringt zwar nichts, macht aber einen enorm fleißigen Eindruck und reicht daher trotzdem manchmal zum Bestehen aus.>>Bei den Einstellungschancen sieht es zwar nicht mehr so gut aus, weil insbesondere kleinere Arbeitgeber wegen der frauenspezifischen Schutzrechte im Arbeitsrecht von Frauen im gebärfähigen Alter lieber die Finger lassen. Man stelle sich vor, folgender Fall kann ganz bittere Realität werden:
[quote][quote]Ein Unternehmer möchte eine Sekretärin einstellen. Er fragt, ob eine Schwangerschaft besteht. Wahrheitswidrig antwortet die Bewerberin mit "nein".
Der Arbeitgeber stellt ein, muß trotz der Lüge alle Verpflichtungen nach dem Mutterschutzgesetz erfüllen.
Nun versucht er, eine Ersatzkraft zu finden. Auch diese antwortet wahrheitswidrig auf die Frage nach einer Schwangerschaft mit "nein".
Wieder ist der Unternehmer dran.
[/quote][/quote]

Nicht wenn er das Arbeitsverhältnis der Ersatzkraft von vornherein auf den Zeitraum befristet, in dem die ursprüngliche Kraft abwesend ist (was der Regelfall sein dürfte).

Widerspruch Euer Ehren. Das Recht, auf die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft die Unwahrheit zu sagen, besteht auch bei befristeten Arbeitsverhältnissen. Der Witz ist doch, daß bei fast jeder anderen Lüge der Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechtbar wäre. Nur die Frauen werden wieder mal unter "Naturschutz" gestellt. In diesem Fall geht aber der staatlich angeordneten "Naturschutz" insofern nach hinten los, als damit die Einstellungschancen junger Frauen in kleinen und mittleren Betrieben im Ergebnis verringert werden. Mal sehen wie lange es dauert, bis auch für solche Betriebe eine verpflichtende Frauenquote verordnet wird, bei den grün-alternativen "Heilsbringern" an der REgierung könnte das alles noch kommen.

>Ergo findet man Juristinnen nicht selten als Richterinnen oder Staatsanwältinnen oder sonst eben im Staatsdienst oder bei großen Firmen, denn dort kann man sich den Luxus junger Mütter leisten.
Eine kühne Schlußfolgerung. Noch längst nicht jede Juristin kommt so ohne weiteres in den Staatsdienst. Da wollen sie natürlich alle hin. Solche Arbeitsplätze sind dann aber auch entsprechend knapp. Die Stellen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sind auch schon lange besetzt. Auch leistet sich nicht jede größere Firma den Luxus einer eigenen Rechtsabteilung.
>Es ist nun mal eine Tatsache, daß Frauen in unserem Bildungssystem aus den verschiedensten Gründen Vorteile haben.

Ich zitiere einfach nochmal meinen Satz: Es ist nun mal eine Tatsache, daß Frauen im Bildungssystem vorteile haben. Die Vorteile führen eben auch nicht selten zu besseren Noten.

Und am Ende des Lebens sind ihnen dann zumeist auch noch wesentlich mehr Lebensjahre gegönnt.[/i]

Der eigentliche Skandal besteht darin, daß die kürzere Lebenserwartung von Männern niemand so recht zu jucken scheint. Niemand fragt danach, ob das nicht auch an den schlechteren bzw. härteren Lebensbedingungen für Männer liegen kann.

Nichts anderes habe ich vertreten. Vermutlich liegt es aber nicht nur an den härteren Lebensbedingungen sondern auch an genetischen Faktoren und an der Tatsache, daß Männer insgesamt risikoreicher leben. Außerdem neigen sie eher dazu, ihr irdisches Dasein freiwillig zu beenden, wenn die Lebensbedingungen oder Zukunftsaussichten sich beispielsweise durch gravierende Erkrankungen dramatisch verschlechtern, während Frauen sich bis ins höchste Alter bei wachsender Demenz beinahe lustvoll pflegen lassen.

>Da wird etwas euphemistisch immer von einem demographischen Problem gesprochen. In Wahrheit besteht dieses demographische Problem nicht aus Männern, die 40 Jahre lang ihre Kräfte in der Bauindustrie verschleißen und dann fünf Jahre nach dem Renteneintritt mit 68 in die Kiste hüpfen.

Das demographische Problem besteht aus 89jährigen Witwen von Abteilungsleitern, die jeden Monat munter von der Rentenversicherung ihre eigene Rente aus ihrer Sekretärinnentätigkeit einsacken und zusätzlich noch die Kohle von dem früh verstorbenen Alten, was sich dann zusammen auf stattliche 2.500 Euro addiert.
Aber wie gesagt, auch im Bereich der Rechtswissenschaft sind die Frauen immer mehr diejenigen, die den Ton angeben. Schlechte Zeiten also für Männerrechtler :-)[/i]

Kann man so nicht sagen. Die Trennlinie verläuft nämlich nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen klar denkenden Menschen und Menschen, denen der Feminismus bereits den Verstand vernebelt hat.

Na dann hoffe mal schön weiter darauf, daß irgend eine künftige Justizministerin die Benachteiligung der Männer in unserem Land erkennt und endlich für Chancengleichheit und faire Bedingungen sorgt. Ich habe diese Hoffnung offen gesagt nicht.

Gruß, Jörg

Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !

Jolanda, Sunday, 22.06.2003, 18:19 (vor 8263 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Jörg am 21. Juni 2003 23:00:41:

Hallo Jörg,

Kann man so nicht sagen. Die Trennlinie verläuft nämlich nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen klar denkenden Menschen und Menschen, denen der Feminismus bereits den Verstand vernebelt hat.

---Sehe ich auch so, zumal an sämtlichen wichtigen Stellen immer noch sehr viele Männer vertreten sind, die genauso wenig erkennen, wie verblendet sie sind. Viele Gesetze, die heute Gültikeit haben wurden doch auch von Männern verabschiedet.

Es würde sich insofern schon erübrigen eine panische Angst vor dem Aufstieg von Frauen zu haben, wenn ALLE Männer erkennen würden, dass es so nicht geht!

Denn dann wäre schon mal die Hälfte der Bevölkerung vernünftig und würde für echte Gleichbereichtigung einstehen und keine Privilegien unterstützen, die klar zu Männerfeindlichkeit führen.

Und es sollte jeder von euch wissen, dass es auch Frauen gibt, die sich nicht männerfeindlich verhalten.

Also in meinen Augen eine einfache Rechnung:

Alle Männer (also ca. 50 % der Bevölkerung) und die Frauen, die gerne bereit wären an dieser Linie mitzuarbeiten.

Das wären dann schon ganz schön viele oder....;-)

Man müsste gar nicht so viel Angst haben vor den Frauen und alles so pessimistisch sehen, wenn sich hier zuminest mal die Männer einige wären.

Von daher muss ich ganz ironisch auch mal sagen, es scheint den Männern immer noch zu wenig schlecht zu gehen, dass sie sich nicht viel vehementer wehren und gegen diese ganzen einseitigen Privilegien ankämpfen. Nein, es schein sogar noch eine beträchtliche Anzahl von Männern zu geben, die es total in Ordnung finden, so wie es ist!?

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !

gaehn, Monday, 23.06.2003, 15:56 (vor 8262 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Jolanda am 22. Juni 2003 15:19:24:

Hallo Jörg,

Kann man so nicht sagen. Die Trennlinie verläuft nämlich nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen klar denkenden Menschen und Menschen, denen der Feminismus bereits den Verstand vernebelt hat.

---Sehe ich auch so, zumal an sämtlichen wichtigen Stellen immer noch sehr viele Männer vertreten sind, die genauso wenig erkennen, wie verblendet sie sind. Viele Gesetze, die heute Gültikeit haben wurden doch auch von Männern verabschiedet.
Es würde sich insofern schon erübrigen eine panische Angst vor dem Aufstieg von Frauen zu haben, wenn ALLE Männer erkennen würden, dass es so nicht geht!
Denn dann wäre schon mal die Hälfte der Bevölkerung vernünftig und würde für echte Gleichbereichtigung einstehen und keine Privilegien unterstützen, die klar zu Männerfeindlichkeit führen.
Und es sollte jeder von euch wissen, dass es auch Frauen gibt, die sich nicht männerfeindlich verhalten.
Also in meinen Augen eine einfache Rechnung:
Alle Männer (also ca. 50 % der Bevölkerung) und die Frauen, die gerne bereit wären an dieser Linie mitzuarbeiten.
Das wären dann schon ganz schön viele oder....;-)
Man müsste gar nicht so viel Angst haben vor den Frauen und alles so pessimistisch sehen, wenn sich hier zuminest mal die Männer einige wären.
Von daher muss ich ganz ironisch auch mal sagen, es scheint den Männern immer noch zu wenig schlecht zu gehen, dass sie sich nicht viel vehementer wehren und gegen diese ganzen einseitigen Privilegien ankämpfen. Nein, es schein sogar noch eine beträchtliche Anzahl von Männern zu geben, die es total in Ordnung finden, so wie es ist!?

das ist der trick der ganzen sache, man redet den männern ein das es so sein muss. nimm das kastensystem in indien, es funktioniert schon ewig recht gut. und den leuten gehts damit bedeutend schlechter als den männern hier. man muss einfach alle wachrütteln, anders wird es nicht gehen. ich hoffe, das es noch lang genug geht. sollte das erst einmal unmöglich sein, dann haben wir alle ein echtes problem.

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !

Garfield, Monday, 23.06.2003, 20:37 (vor 8262 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Jolanda am 22. Juni 2003 15:19:24:

Hallo Jolanda!

"Von daher muss ich ganz ironisch auch mal sagen, es scheint den Männern immer noch zu wenig schlecht zu gehen, dass sie sich nicht viel vehementer wehren und gegen diese ganzen einseitigen Privilegien ankämpfen. Nein, es schein sogar noch eine beträchtliche Anzahl von Männern zu geben, die es total in Ordnung finden, so wie es ist!?"

Ich denke, das scheint nicht nur so, sondern es IST definitiv so. Überhaupt habe ich das Gefühl, daß es vielen Menschen in Deutschland noch zu gut geht. Und daß viele deshalb gar nicht begreifen, wie kritisch die Situation ist und worauf die Entwicklung hinausläuft.

Wenn beispielsweise ein Arbeit"geber"präsident damit droht, noch mehr Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern, wenn Arbeitszeiten gesenkt oder Lohnerhöhungen gefordert werden, stimmen dem immer noch viele Menschen zu. Obwohl es eine Tatsache ist, daß die Profite zu jeder Zeit seit Gründung der Bundesrepublik immer stärker gestiegen sind als die Löhne und Gehälter. Und obwohl gleichzeitig merkwürdigerweise niemand davon redet, auch mal Mieten, Steuern, diverse Gebühren usw. - also eben die Lebenshaltungskosten - zu senken. Und obwohl die Arbeitsplätze so oder so ins Ausland verlagert werden, weil dafür nämlich noch ganz andere Kriterien maßgeblich sind als nur das Lohnniveau.

Mit dem Feminismus ist das allerdings noch etwas komplizierter. Da spielen uralte Instinkte und Klischees mit hinein, die weit älter als der Feminismus sind und von Feministinnen immer bewußt oder unbewußt ausgenutzt wurden.

Sowohl Männer als auch Frauen haben Fürsorge-Instinkte, die sie dazu bringen, füreinander da zu sein und gemeinsam für den Nachwuchs zu sorgen. Das haben wir von unseren tierischen Vorfahren übernommen, und genau wie bei vielen zweigeschlechtlichen Tierarten sind auch bei uns Menschen diese Instinkte bei Männern und Frauen unterschiedlich. Frauen sind instinktiv darum bemüht, für ihre Männer zu sorgen, wenn aber ein Kind da ist, hat es ihre ganze Aufmerksamkeit und der Mann tritt erstmal in den Hintergrund.

Bei Männern ist das anders. Zwar kann auch ein Mann eine starke Fixierung auf ein Kind entwickeln, aber oft hat man(n) gar nicht die Gelegenheit dazu. So beziehen sich die männlichen Fürsorgeinstinkte in der Regel auf Frau und Kind gleichermaßen. Deshalb war und ist es in vielen Kulturen so, daß Männer Frauen und Kindern einen besonderen Status einräumen und alles dafür taten und tun, um Frauen und Kindern das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. (Siehe auch van Crevelds "Das bevorzugte Geschlecht".)

Ja, und so fügen sich auch heute noch viele Männer bereitwillig in ihre alte Rolle als Ernährer. Eine andere Möglichkeit haben sie ja auch kaum, denn ein Hausmann gilt in den Augen vieler Mitmenschen immer noch als Faulenzer und hat überdies auch weniger Chancen, eine Partnerschaft mit einer Frau dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Dazu kommt dann noch, daß Männer immer noch dazu erzogen werden, niemals Opfer sein zu dürfen. Somit möchten viele Männer vor sich selbst und erst recht vor anderen nicht zugeben, irgendwie benachteiligt zu sein. Nur Schwächlinge lassen sich benachteiligen, und einem echten Kerl darf so etwas natürlich niemals passieren... Also reden sie sich alles schön, und da kommen ihnen die feministischen Märchen von der seit Jahrtausenden bis heute anhaltenden Unterdrückung der Frau durch den Mann gerade recht. Wenn mann z.B. erstmal Wehr- oder Zivildienst ableisten darf, während Frauen im selben Alter schon studieren oder eine Ausbildung machen, sagt mann sich, daß Frauen dafür ja Kinder bekommen. Wenn mann aufgrund seines Geschlechts einen Job nicht bekommt, sagt mann sich eben, daß Frauen dafür ja weniger verdienen...

Dann kommt noch männliches Wunschdenken dazu. Die meisten Männer wünschen sich nun einmal eine Partnerin, die liebevoll, zärtlich und fürsorgend ist - eben genauso wie die radikalfeministische Ideologie es grundsätzlich für alle Frauen in Anspruch nimmt.

Ja, und dann gibt es noch Männer mit masochistischer Veranlagung. Eine gewisse Dosis dessen, was man Masochismus nennt, steckt in jedem Menschen. Es gab schon immer Situationen, in denen es nötig war, sich einer gemeinsamen Sache und damit oft auch irgendeiner Führungsperson unterzuordnen. Andererseits mußten die einzelnen Individuen aber auch einen gewissen Drang zur Macht haben, damit sich immer ein Führer findet, dem alle folgen und der es ermöglicht, gemeinsame Aktionen zu koordinieren. Die Natur hat diesen Widerspruch gelöst, indem sie dafür gesorgt hat, daß beides - also sowohl Macht auszuüben als auch sich einer Macht unterzuordnen - eine gewisse Befriedigung verschafft. Und Menschen, die diese Befriedigung besonders intensiv empfinden, nennt man heute manchmal Sadisten oder Masochisten.

In der Partnerschaft äußert sich das manchmal schon einfach dadurch, daß man versucht, dem Partner bis hin zur Selbstaufgabe alles möglichst recht zu machen. Frauen sind dann bestrebt, dem Partner jeden Wunsch von den Augen abzulesen, ihn regelrecht zu bedienen, und sie stecken dabei selbst häufig in jeder Hinsicht zurück. Es ist dann auch kein Problem, wenn der Partner während einer Autofahrt seine Geliebte am Straßenrand sieht, schnell mal anhält, sie umarmt und küßt, und dann wieder einsteigt und weiterfährt, als wäre nichts besonderes passiert. (Das Beispiel ist übrigens nicht ausgedacht.)

Es gibt Männer, die genauso bereit sind, sich ihren Partnerinnen voll und ganz unterzuordnen - nur werden sie damit von Frauen oft nicht als vollwertige Partner akzeptiert. Also unterdrücken sie diese Neigungen. Und dann lesen sie mal irgendwo ein radikalfeministisches Machwerk, in dem steht, daß Frauen Männern grundsätzlich überlegen wären und Männer sich ihnen deshalb unterzuordnen hätten. Alles, was sie bis dahin weitgehend unterdrückt haben, kommt dann voll raus, und schon haben wir wieder einen neuen Hannibal. (Für diejenigen hier, die diesen Zeitgenossen nicht kennen: Ihr habt nichts verpaßt.) Wenn so ein Typ auf einer entscheidenden Position sitzt, haben Radikalfeministinnen natürlich leichtes Spiel.

Bisher ist es ja auch noch so, daß viele Frauen die Privilegien, die sie haben, nicht oder zumindest nicht immer ausnutzen. So gibt es viele Männer, die tatsächlich momentan (mal abgesehen von der Wehrpflicht) nicht von Benachteiligungen betroffen sind. Mann hört zwar ab und zu, daß ein Mann z.B. fälschlicherweise der Vergewaltigung bezichtigt wurde oder daß ein Mann Unterhalt zahlen muß und seine Kinder nicht mehr sehen darf, weil seine Frau nicht nur fremdgegangen ist, sondern sich auch gleich noch scheiden lassen hat, aber mann hofft eben, daß einem selbst sowas nie passieren wird...

Das alles schafft eine Atmosphäre, die dem Radikalfeminismus äußerst zuträglich ist und gleichzeitig Männer daran hindert, etwas gegen diese Mißstände zu unternehmen.

Aber je mehr das um sich greift, je mehr Privilegien Frauen bekommen und je öfter sie diese negativ ausnutzen, umso krasser fallen die Mißstände auf. Bis sie irgendwann kein Mensch, der einigermaßen klar bei Verstand ist, mehr übersehen kann. Die Radikalfeministinnen sägen also eifrig an dem Ast, auf dem sie es sich so bequem eingerichtet haben. Und wenn der Ast erst einmal fällt, werden die kaum in der Lage sein, irgendetwas dagegen zu unternehmen. Denn sie sind ja noch nicht mal nur aus eigener Kraft dorthin gekommen, sondern wurden ganz besonders von Männern dort platziert.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !

Garfield, Monday, 23.06.2003, 19:04 (vor 8262 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Jörg am 21. Juni 2003 23:00:41:

Hallo Jörg!

"Ist jede Juristin oder Jura-Studentin gleichzeitig auch eine männerfeindliche Feministin?"

Bewußt sicher nicht. Aber viele Menschen - sowohl Männer als auch Frauen - haben heute feministische Dogmen so gründlich aufgesogen, daß sie sie gar nicht mehr in Frage stellen. In der Justiz ist das natürlich fatal, und tatsächlich bekommen Frauen ja vor Gericht laut Statistik auch für dieselben Vergehen unter denselben Umständen mildere Strafen als Männer. Die einzige Ausnahme sind Mordfälle - da ist es bei weiblichen Tätern nämlich häufig so, daß sie ihre Opfer im Schlaf attackieren, vergiften oder sich nachweislich bereits vor der Tat die Tatwaffe zurecht gelegt haben, so daß der Tatvorsatz eindeutig nachgewiesen und somit nicht so einfach mit Notwehr, Totschlag im Effekt oder ähnliches kaschiert werden kann. Deshalb bekommen Mörderinnen im Durchschnitt höhere Strafen als Mörder. Allerdings liegt das dann ja eben daran, daß die Umstände der Tat eben nicht gleich sind. Bei gleichen Umständen werden Frauen aber milder bestraft, und das wird von Richtern in der Regel damit begründet, daß Frauen angeblich weniger kriminelle Energie hätten.

Das wiederum glaubt man damit belegen zu können, daß weniger Frauen in Gefängnissen sitzen. Man sperrt also einerseits weniger Frauen ein und begründet das dann andererseits damit, daß weniger Frauen eingesperrt sind... Dieser Widerspruch müßte eigentlich jedem klar sein - es sei denn, man WILL ihn einfach nicht sehen.

Nun sind zwar männliche und weibliche Justizmitarbeiter gleichermaßen durch diese feministischen Dogmen von der sanftmütigen, friedlichen Frau beeinflußt. Aber ich denke, daß Frauen in diesem Fall eine höhere Hemmschwelle davor haben, diese dogmatischen Begrenzungen geistig zu überschreiten. Allein schon, weil sie selbst ja durch männerfeindlichen Sexismus nicht betroffen sind. Und wenn man selbst nicht betroffen ist, kommt man häufig gar nicht erst auf die Idee, irgendetwas zu unternehmen. Erst recht nicht, wenn man auch noch überall zu hören bekommt, daß das schon alles so okay wäre. Und wenn man durch diese Dogmen und Klischees obendrein auch noch zur besseren Hälfte der Menschheit gezählt wird, wird man noch weniger darum bemüht sein, irgendetwas daran zu ändern.

"Frauen beginnen das Studium früher. Sie werden regelmäßig länger und umfassender von ihren Familien unterstützt. Es finden sich immer ein paar männliche Studenten, die man "ausnutzen" kann. Als junge Frauen gelingt es ihnen nicht selten, "weibliche Waffen" unmittelbar studien- und karrierefördernd einzusetzen."

"Bis zu einem gewissen Grad magst Du damit Recht haben."

Das ist mir schon in der Schulzeit immer wieder aufgefallen. Da gab es in meiner Klasse immer ein paar Mädels, die zwar nicht besonders helle waren, aber trotzdem fast nur Einsen auf dem Zeugnis hatten. Für die Fächer, in denen sie nicht sonderlich gut waren, haben sie sich immer die Unterstützung eines Jungen gesichert, der in dem Fach gut war. Und manchmal hatten sie dann am Jahresende in dem Fach eine bessere Note als der Junge, von dem sie regelmäßig abgeschrieben haben. Mich hat das damals schon so genervt, daß ich solche Durchmogel-Expertinnen grundsätzlich niemals habe abschreiben lassen, was mir dann prompt eine negative Bemerkung in der Abschlußzeitung eingebracht hat. :-)

"Nun versucht er, eine Ersatzkraft zu finden. Auch diese antwortet wahrheitswidrig auf die Frage nach einer Schwangerschaft mit "nein".
Wieder ist der Unternehmer dran."

"Nicht wenn er das Arbeitsverhältnis der Ersatzkraft von vornherein auf den Zeitraum befristet, in dem die ursprüngliche Kraft abwesend ist (was der Regelfall sein dürfte)."

Wirklich nicht? Muß er dann nicht für diesen Zeitraum auch zahlen?

"Noch längst nicht jede Juristin kommt so ohne weiteres in den Staatsdienst."

Aber gerade im Staatsdienst haben Frauen durch Quotenregelungen weitaus bessere Einstellungs- und Aufstiegschancen als Männer. Allein das sorgt dafür, daß der Frauenanteil in der Justiz steigen dürfte. Der einzige Faktor, der dagegen wirkt, ist die Tatsache, daß Frauen ihre Karriere immer noch häufig für Kind und Familie unterbrechen. Auf radikalfeministische Kampflesben trifft aber gerade das kaum zu...

"Der eigentliche Skandal besteht darin, daß die kürzere Lebenserwartung von Männern niemand so recht zu jucken scheint."

Genau. Es sind ja nur Männer, und Männer müssen eben jegliche Unannehmlichkeiten wie noch vor 1000 Jahren klaglos ertragen...

"Kann man so nicht sagen. Die Trennlinie verläuft nämlich nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen klar denkenden Menschen und Menschen, denen der Feminismus bereits den Verstand vernebelt hat."

Richtig. Aber in den letzten Jahrzehnten sehe ich immer deutlicher den Trend in Richtung "alle Macht der Dummheit". Und das zeigt sich keineswegs nur am Beispiel des Feminismus, sondern überall, wo sich gern selbstgerechte Gutmenschen sammeln. Zum Beispiel auch in der Umweltschutzbewegung, in der Friedensbewegung, in Bewegungen gegen Rechtsradikalismus und Ausländerhaß... Eben überall, wo die Zielsetzung eigentlich positiv ist und wo jeder Spinner unter dem Deckmantel dieser positiven Zielsetzung heutzutage Narrenfreiheit genießt. Den wirklich Mächtigen im Lande kommt so etwas sehr gelegen, da die Bevölkerung dadurch von den wirklichen Problemen abgelenkt und gleichzeitig auch noch in verschiedene Lager gespalten wird. Deshalb wird eben auch der Feminismus weiter verhätschelt, und deshalb hat man auch Alice Schwarzer das Bundesverdienstkreuz umgehängt. Sie hat es quasi dafür bekommen, daß sie nichts weiter getan hat, als die eine Hälfte der Bevölkerung gegen die andere aufzuhetzen.

Freundliche Grüße
von Garfield

Ist bereits eingetreten!

Markus, Tuesday, 24.06.2003, 21:29 (vor 8261 Tagen) @ Diogenes

Als Antwort auf: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Diogenes am 21. Juni 2003 22:17:10:

Bei den Einstellungschancen sieht es zwar nicht mehr so gut aus, weil insbesondere kleinere Arbeitgeber wegen der frauenspezifischen Schutzrechte im Arbeitsrecht von Frauen im gebärfähigen Alter lieber die Finger lassen. Man stelle sich vor, folgender Fall kann ganz bittere Realität werden:
Ein Unternehmer möchte eine Sekretärin einstellen. Er fragt, ob eine Schwangerschaft besteht. Wahrheitswidrig antwortet die Bewerberin mit "nein".
Der Arbeitgeber stellt ein, muß trotz der Lüge alle Verpflichtungen nach dem Mutterschutzgesetz erfüllen.
Nun versucht er, eine Ersatzkraft zu finden. Auch diese antwortet wahrheitswidrig auf die Frage nach einer Schwangerschaft mit "nein".
Wieder ist der Unternehmer dran.
Ergo findet man Juristinnen nicht selten als Richterinnen oder Staatsanwältinnen oder sonst eben im Staatsdienst oder bei großen Firmen, denn dort kann man sich den Luxus junger Mütter leisten.

Dieser Fall ist bereits eingetreten! Es gab vor einer weile mal genau so einen Fall wo es einen Unternehmer genau so erwischt hat. Habe leider vergessen mir das Urteil zu Kopieren.
Ergebnis dieses Urteils war das diese Firma keine Frauen mehr einstellt. Das ist der Perfekte Kündigungsschutz, denn wer keine Arbeit hat kann auch nicht gekündigt werden!

Markus

Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis

Andreas (der andere), Sunday, 22.06.2003, 13:19 (vor 8263 Tagen) @ Pedro

Als Antwort auf: Feministische Rechtswissenschaft? von Pedro am 21. Juni 2003 20:38:37:

Hallo,

nach der Lektüre dieses Artikels (mit den üblichen Gefühlen) dachte ich, eine kurze Anmerkung täte Not. Es scheint da eine nicht unwesentliche Inkongruenz zwischen dem Anspruch der Wissenschaftlichkeit der Erkenntnisse der Genderstudies und den in der Praxis anderer Fachbereiche daraus gezogenen Konsequenzen zu geben. Ich bin zwar nicht direkt eingeschriebener Student in den GS, belege aber, da ich nun mal die Gelegenheit habe, als (masochistisches?) Privatvergnügen zusätzlich auch Kurse in dieser Richtung, was zumindest ausreichte, einige Hauptthesen dieses Fachs kennengelernt zu haben: Eine wesentliche Grundlage ist, daß das soziale Geschlecht ("Gender") nicht an das biologische ("Sex") gebunden ist, sondern ein künstlich geschaffenes Rollen-Bild darstellt. Wer diese Rollenbilder produziert und warum, wer davon profitiert und was für Machtstrukturen als Ergebnis dieses Definitionsprozesses auftreten, sind Fragenkomplexe des Fachs. Die GS verstehen sich also als diskurskritisches Fach. Dabei konzentrieren sich die ursprünglich aus der Frauenforschung hervorgegangenen Genderstudies, wie der Name schon sagt, allein auf das durch gesellschaftliche Umstände bedingte Geschlecht, "Gender". Probleme?

Vielleicht dieses: Um dem Anliegen, einer "gender"(!)-abgestimmten Rechtswissenschaft nachzukommen, greift man auf die Erkenntnisse der Genderstudies zurück. Diese wiederum "erforschen" die "Realität" der gesellschaftlich produzierten Geschlechterbilder, "gender"(!). Bei der ganzen Angelegenheit und auf beiden Seiten geht es also nicht um ein "natürliches" und daher unveränderliches Geschlecht, sondern um ein "produziertes". Die Forschungsergebnisse der Wissenschaft werden verwendet, um die Praxis (hier der Justiz) "gender"-relevant zu verändern, was dann wiederum in der Forschung berücksichtigt wird. Ironischerweise bestätigen sich Forschung und Praxis dadurch in einem Schulterschluß gegenseitig, verhärten dadurch aber auch bestehende Clichés und Rollenbilder und produzieren letztendlich auf diese Weise gerade das, was die einen zu erforschen und die anderen zu bekämpfen doch aufrichtig bemüht sind (unterstellen wir das zumindest einfach mal). Die Genderstudies verlieren damit ihren Objektivitätsanspruch, da sie durch ihre Thesen und die praktischen Konsequenzen in der Umsetzung (übrigens in allen Bereichen) ein Geschlechterbild "erforschen", zu dessen Produktion sie selbst beigetragen haben und auch weiter beitragen. Als Diskurskritik produzieren sie selbst einen Diskurs. Die (geplante) "gender"-spezifische Auslegung des Rechts hingegen versucht, Verhältnissen Rechnung zu tragen, welche durch ihre eigenen Maßnahmen noch verschärft werden.

Ich würde diese Idee sehr gerne in meinem Kurs diskutieren, aber leider ist der Lehrplan für subversivere Thesen wohl etwas zu eng gefaßt, und diesen Gedanken in einem Aufsatz weiterzuentwickeln fehlt mir leider gerade die Zeit. Vielleicht hat ja hier jemand interessante Einwände oder Ergänzungen?

Freundliche Grüße, Andreas

Re: Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis

Arne Hoffmann, Sunday, 22.06.2003, 16:19 (vor 8263 Tagen) @ Andreas (der andere)

Als Antwort auf: Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis von Andreas (der andere) am 22. Juni 2003 10:19:46:

Hi Andreas (der andere), :-)

Ich bin zwar nicht direkt eingeschriebener Student in den GS, belege aber, da ich nun mal die Gelegenheit habe, als (masochistisches?) Privatvergnügen zusätzlich auch Kurse in dieser Richtung ...

Jetzt bin ich neugierig: Darf ich fragen an welcher Uni und was du als Hauptfach hast? Welche Kursangebote gibt es denn innerhalb der Gender-Studies?

Dabei konzentrieren sich die ursprünglich aus der Frauenforschung hervorgegangenen Genderstudies ...

Was meiner Wahrnehmung nach zu problematischen Entwicklungen geführt hat. Zum Beispiel dass Bücher wie das "Metzler Lexikon Gender Studies" (oder ähnlich betitelt) grundsätzlich alle Themen aus feministisch geprägter Sicht darstellen.

Die Genderstudies verlieren damit ihren Objektivitätsanspruch, da sie durch ihre Thesen und die praktischen Konsequenzen in der Umsetzung (übrigens in allen Bereichen) ein Geschlechterbild "erforschen", zu dessen Produktion sie selbst beigetragen haben und auch weiter beitragen. Als Diskurskritik produzieren sie selbst einen Diskurs.

Yep, sehe ich auch so. Was man halt ändern könnte, wenn es innerhalb der Gender-Studies einen größeren Pluralismus an Positionen gäbe, eben auch eine "maskulistische" Herangehensweise/Forschung.

Es gibt in den USA immerhin Bücher wie
- Judith Kegan Gardiner: Masculinity Studies and Feminist Theory
und
- Stephen Whitehead: The Masculinities Reader,
aber ich fürchte, das ist wieder der feministische Blick AUF Männer. Die frau macht sich (mal wieder) ein Bild über den Mann, statt dass der (nicht-feministisch vorgeprägte) Mann auch Subjekt der Forschung ist. Allerdings habe ich die beiden Bücher noch nicht gelesen, vielleicht werde ich ja positiv überrascht. Nichtsdestoweniger sehe ich hier innerhalb der deutschen Genderstudies eine Leerstelle.

Herzlicher Gruß

Arne

Re: Eine Anmerkung zu

Andreas (der andere), Sunday, 22.06.2003, 18:18 (vor 8263 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis von Arne Hoffmann am 22. Juni 2003 13:19:03:

Hi Arne,

das würde ich Dir lieber in einer Email beantworten - ich frage mal Jörg, ob er sie dann vielleicht weiterleiten kann (um das öffentliche Posten der Email-Adressen zu vermeiden).

Bis dann, Andreas

Re: Eine Anmerkung zu ...

Arne Hoffmann, Sunday, 22.06.2003, 19:40 (vor 8263 Tagen) @ Andreas (der andere)

Als Antwort auf: Re: Eine Anmerkung zu von Andreas (der andere) am 22. Juni 2003 15:18:14:

Hi Arne,
das würde ich Dir lieber in einer Email beantworten - ich frage mal Jörg, ob er sie dann vielleicht weiterleiten kann (um das öffentliche Posten der Email-Adressen zu vermeiden).

Völlig einverstanden. Meine Mailaddi ist auch kein Geheimnis: Cagliostro3@hotmail.com

Herzlicher Gruß

Arne

ich erinnere mich..

Juri, Monday, 23.06.2003, 17:40 (vor 8262 Tagen) @ Pedro

Als Antwort auf: Feministische Rechtswissenschaft? von Pedro am 21. Juni 2003 20:38:37:

als ich Erstsemester war hingen bei uns überall Plakate das Jutta
"Bush ist Hitler" Limbach bei uns einen Vortrag "Frauen in der Rechtswissenschaft" hält. Das war kurz nach der Einführungsveranstaltung.
Natürlich mit Frauenbeauftragte.

Re: ich erinnere mich..

Peter, Monday, 23.06.2003, 20:46 (vor 8262 Tagen) @ Juri

Als Antwort auf: ich erinnere mich.. von Juri am 23. Juni 2003 14:40:32:

Hallo Juri,

du schriebst:

Plakate das Jutta "Bush ist Hitler" Limbach

Bist du sicher, dass du nicht meinst die Herta "Bush ist Hitler" Däubler-Gmelin? Oder ist mir da eine Meldung zu Limbach entgangen?

Däubler-Gmelin war Jusitzministerin, Limbach ist Richterin am Bundesverfassungsgericht.

Gruß,

Peter

powered by my little forum