Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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So hart wie Lara Croft

Frank, Friday, 20.06.2003, 20:24 (vor 8265 Tagen)

So hart wie Lara Croft

Prügeleien, Raub, Körperverletzung - in NRW hat sich die Zahl der jungen Mädchen, die Straftaten begehen, verdreifacht.

Von GERHARD VOOGT

DÜSSELDORF. Eine Bushaltestelle im Düsseldorfer Stadtteil Holthausen. Drei Teenager versperren der Schülerin Sarah* den Weg. "Rück Dein Geld raus", herrschen sie die 14-Jährige an. Das Opfer pariert nicht sofort. Die Folgen sind übel.

Fausthiebe treffen das Mädchen ins Gesicht. Die Schülerin taumelt zu Boden, aber das Trio setzt nach. Sarah wird in den Bauch und in den Unterleib getreten. "Die Täter waren äußerst brutal", sagt Thorsten Schwedt, Kriminalhauptkommissar bei der Polizeiinspektion Süd in Düsseldorf. Sarahs Peiniger: keine Jungs, sondern drei junge Mädchen.

Prügeleien, Raub, gefährliche Körperverletzung - Gewalttaten, die bislang als typisch "männliche Delikte" galten, werden immer häufiger auch von jungen Mädchen begangen. In Nordrhein-Westfalen sind die Fallzahlen dramatisch angestiegen. 1985 registrierten die Statistiker des Landeskriminalamts 346 schwere Körperverletzungen, die von Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren begangen wurden. Bis zum Jahr 2001 hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. "Das Problem ist bekannt", sagt Malene Budde, Psychotherapeutin beim Verein Mädchenhaus Düsseldorf. "Aber in der Jugendarbeit herrscht vielfach Hilflosigkeit im Umgang mit dem Thema."

Ein schräger Blick reicht aus

Wenn Mädchen zuschlagen, geht es oft kälter und härter zu als bei den Klassenkameraden, weiß der Jugendsachbearbeiter Schwedt. "Bei den Jungs reicht meist die Androhung von Schlägen, um Opfer einzuschüchtern. Die Mädchen glauben aber offenbar, dass sie zuschlagen müssen, um sich Respekt zu verschaffen. Die Opfer sind meist ebenfalls Mädchen."

Die jugendlichen Schlägerinnen treten oft in Gangs oder in kleinen Cliquen auf. Die Anlässe für Gewaltausbrüche sind vielfältig. "Ein schräger Blick oder eine missverständliche Geste kann manchmal ausreichen, um eine Rangelei auszulösen", weiß Mädchen-Beraterin Budde. Neben persönlichem Zwist ("Du Schlampe trägst Nuttenstiefel!") sind materielle Wünsche oft die Ursache für Hiebe.

Das "Abzocken" haben sich die Mädchen oft von ihren meist ebenfalls gewalttätigen Brüdern abgeguckt. "Geld und Handys, die den Opfern auf dem Schulweg abgenommen werden, ermöglichen den Tätern einen angenehmen Lebensstil", erklärt Hauptkommissar Schwedt. "Die kaufen sich Zigaretten, Cola und Pommes von ihrer Beute."

Längst haben Soziologen hohe Fallzahlen in der Mädchenkriminalität als Indikator für soziale Problemgebiete entdeckt. Junge Frauen aus schwierigen Verhältnissen suchen die Geborgenheit in einer starken Gruppe. Wer mitmischt, genießt hohes Ansehen. Von den Jungs im Viertel traut sich meist keiner mehr, den Gang-Mitgliedern krumm zu kommen.

Warum sind junge Mädchen heute gewaltbereiter als früher? Petra Kurek arbeitet beim Mädchenzentrum Mabilda in Duisburg Obermarxloh. "Das Phänomen spiegelt die gesamtgesellschaftliche Entwicklung", sagt die Sozialwissenschaftlerin. "Die Mädchen machen in ihrem Umfeld die Erfahrung, dass Gewalt zum Ziel führt. Hinzu kommt, dass sich das Rollenbild der Frau dramatisch verändert hat. Heute wollen die Mädchen nicht nur schön und intelligent, sondern auch cool und stark sein. So wie die Film-Heldin Lara Croft."

Wer austeilt, ist sexy. "Weibliche Gewalt wird inzwischen oft positiv gesehen", sagt der Mainzer Kriminologie-Professor Michael Bock, "die Fähigkeit zum Schlagen ist ohne weiteres mit einem akzeptablen Frauenbild vereinbar. Das ist ein Trend der Emanzipation."

Den Vorwurf, aggressives Verhalten durch Selbstbehauptungskurse und Selbstverteidigungskurse angeheizt zu haben, weisen Sozialarbeiter genervt zurück. "Selbstbewusstsein hat nichts damit zu tun, die Muskeln spielen zu lassen", sagt Petra Kurek. Sie trainiert mit Mädchen an den Duisburger Schulen, wie man Konflikte gewaltfrei lösen kann.

Das Trio, das die Düsseldorfer Schülerin Sarah verprügelte, hat bislang wenig dazugelernt. "Das liegt vielleicht auch daran, dass die Abschreckungswirkung des Jugendstrafrechts oft zu gering ist", sagt Thorsten Schwedt. "Gewalttätige Mädchen, die junger als 14 sind, brauchen ohnehin keine Strafe zu befürchten." *Name geändert

http://www.rheinische-post.rp-online.de/zeitung-2003-06-19/land_und_leute/54.shtml

Re: So hart wie Lara Croft

Martin, Friday, 20.06.2003, 21:29 (vor 8265 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: So hart wie Lara Croft von Frank am 20. Juni 2003 17:24:00:

Das "Abzocken" haben sich die Mädchen oft von ihren meist ebenfalls gewalttätigen Brüdern abgeguckt.

Gute Formulierung. "Oft" kann alles heißen. Das muss nicht gleich "meistens" sein.

Von den Jungs im Viertel traut sich meist keiner mehr, den Gang-Mitgliedern krumm zu kommen.

Also erst sind die Kerle krumm gekommen, dann haben sich die Weiber gewehrt.

Aber davon abgesehen: Solche Meldungen gibt's seit Jahren mit schöner Regelmäßigkeit in den Nachrichten. Und die Betretenheit am Anfang hat sich auch weitgehend gelegt, zumal die Entwicklung auch nur logisch ist. Wenn Frauen in allen positiven Lebensbereichen "aufholen", dann folgt auch der negative Rattenschwanz automatisch. War doch bis vor einiger Zeit nicht nur Kriminalität, sondern auch Macht, Wissenschaft, Kunst, Musik etc. klar männlich determiniert. Hat sich in den letztgenannten Beispielen heraus gestellt, dass Frauen hier genau so wildern können (warum auch nicht), wundert es hoffentlich keinen, dass auch die Kriminalität von Frauen entdeckt wird. Ein Schelm, wer da glaubt, das eine oder das andere hätte irgend was mit dem Geschlecht zu tun!
Bis dann,
Martin

Wie frau sich selber hereinlegt

Xenia, Friday, 20.06.2003, 23:11 (vor 8265 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: So hart wie Lara Croft von Frank am 20. Juni 2003 17:24:00:

So hart wie Lara Croft

Schon mal kein guter Vergleich an sich, denn Lara Croft ist durchaus eine strittige Figur. Zum einen ist sie zwar autonom, selbstbewusst, klug und setzt sich durch, vor allem körperlich, zum anderen allerdings vereint sie in sich natürlich ganz typische Klischees über weibliches Aussehen: Riesenbrüste, sehr schmale Taille, breite Hüften im Vergleich dazu, recht große Lippen.

Prügeleien, Raub, Körperverletzung - in NRW hat sich die Zahl der jungen Mädchen, die Straftaten begehen, verdreifacht.
Von GERHARD VOOGT
DÜSSELDORF. Eine Bushaltestelle im Düsseldorfer Stadtteil Holthausen. Drei Teenager versperren der Schülerin Sarah* den Weg. "Rück Dein Geld raus", herrschen sie die 14-Jährige an. Das Opfer pariert nicht sofort. Die Folgen sind übel.
Fausthiebe treffen das Mädchen ins Gesicht. Die Schülerin taumelt zu Boden, aber das Trio setzt nach. Sarah wird in den Bauch und in den Unterleib getreten. "Die Täter waren äußerst brutal", sagt Thorsten Schwedt, Kriminalhauptkommissar bei der Polizeiinspektion Süd in Düsseldorf. Sarahs Peiniger: keine Jungs, sondern drei junge Mädchen.
Prügeleien, Raub, gefährliche Körperverletzung - Gewalttaten, die bislang als typisch "männliche Delikte" galten, werden immer häufiger auch von jungen Mädchen begangen. In Nordrhein-Westfalen sind die Fallzahlen dramatisch angestiegen. 1985 registrierten die Statistiker des Landeskriminalamts 346 schwere Körperverletzungen, die von Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren begangen wurden. Bis zum Jahr 2001 hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. "Das Problem ist bekannt", sagt Malene Budde, Psychotherapeutin beim Verein Mädchenhaus Düsseldorf. "Aber in der Jugendarbeit herrscht vielfach Hilflosigkeit im Umgang mit dem Thema."
Ein schräger Blick reicht aus
Wenn Mädchen zuschlagen, geht es oft kälter und härter zu als bei den Klassenkameraden, weiß der Jugendsachbearbeiter Schwedt. "Bei den Jungs reicht meist die Androhung von Schlägen, um Opfer einzuschüchtern. Die Mädchen glauben aber offenbar, dass sie zuschlagen müssen, um sich Respekt zu verschaffen. Die Opfer sind meist ebenfalls Mädchen."

Stimme generell dem unterschiedlichen Gewaltverhalten bei Mädchen zu. Ich wurde selber von Mädchen auf meiner Schule verprügelt, und ich weiß, wie es da zugeht. Gut, ich habe jetzt nicht den vergleich, da ich noch nie von einem Jungen oder Mann verprügelt wurde, aber ich denke schon, dass Mädchen einen noch extra auf brutal machen - und eigentlich das ausführen, dem man die Jungs, denen doch meistenteils gesagt wird, dass sie eben nicht zuschlagen dürfen, bezichtigt.

Die jugendlichen Schlägerinnen treten oft in Gangs oder in kleinen Cliquen auf. Die Anlässe für Gewaltausbrüche sind vielfältig. "Ein schräger Blick oder eine missverständliche Geste kann manchmal ausreichen, um eine Rangelei auszulösen", weiß Mädchen-Beraterin Budde. Neben persönlichem Zwist ("Du Schlampe trägst Nuttenstiefel!") sind materielle Wünsche oft die Ursache für Hiebe.

Abzocken habe ich selber nicht erlebt, allerdings hatte ich auch nichts, was da interessant gewesen wäre. Die Beleidigungen kenne ich aber. Ich muss hierzu allerdings sagen, dass ich selber ein gefälle erlebt habe zwischen Gymnasium, Realschule und Hauptschule. Da ich auf einem Schulzentrum war, wo also alle drei Schulen gleichzeitig in einem Gebäude vertreten sind, war der Unterschied zwischen den "Gebieten" des Gymnasiums und Haupt- und Realschule (welche beide sehr nah lagen) schon sehr groß, die Möglichkeit, auf dem Realschul oder HauPtschulpausenhof angemacht oder angerempelt zu werden, war jedenfalls größer. Besonders groß wurde es, wenn man als Gymnasiastin geoutet wurde. Das liegt imho nicht an der Intelligenz der Schülerinnen, sondern zum einen an der Frustration, die die Stufung der Oberschulen mit sich gebracht hat. Zum anderen auch daran, dass Real- und Hauptschüler, jedenfalls nach meinen Infos, oft wenig von ihren Eltern beaufsichtigt oder erzogen wurden, meistens aus Zeitmangel.

Das "Abzocken" haben sich die Mädchen oft von ihren meist ebenfalls gewalttätigen Brüdern abgeguckt.

Hmmm. Ich weiß nicht, ich denke, dass ein Großteil dieser Mädchen durchaus auch ein Einzelkind sein könnte...

"Geld und Handys, die den Opfern auf dem Schulweg abgenommen werden, ermöglichen den Tätern einen angenehmen Lebensstil", erklärt Hauptkommissar Schwedt. "Die kaufen sich Zigaretten, Cola und Pommes von ihrer Beute."
Längst haben Soziologen hohe Fallzahlen in der Mädchenkriminalität als Indikator für soziale Problemgebiete entdeckt. Junge Frauen aus schwierigen Verhältnissen suchen die Geborgenheit in einer starken Gruppe. Wer mitmischt, genießt hohes Ansehen. Von den Jungs im Viertel traut sich meist keiner mehr, den Gang-Mitgliedern krumm zu kommen.

Jepp. Ich merkte das schon an unserer Mädchenclique. Wir wohnten im Sozialen Wohnungsbau, mehrere Hochäuser nebeneinander. Wir waren mehrere Mädchen ungefähr im selben Alter, uns konte keiner was. Aber Gewalt haben wir nie angewendet - wir hatten noch sehr strenge Mütter.

Warum sind junge Mädchen heute gewaltbereiter als früher? Petra Kurek arbeitet beim Mädchenzentrum Mabilda in Duisburg Obermarxloh. "Das Phänomen spiegelt die gesamtgesellschaftliche Entwicklung", sagt die Sozialwissenschaftlerin. "Die Mädchen machen in ihrem Umfeld die Erfahrung, dass Gewalt zum Ziel führt. Hinzu kommt, dass sich das Rollenbild der Frau dramatisch verändert hat. Heute wollen die Mädchen nicht nur schön und intelligent, sondern auch cool und stark sein. So wie die Film-Heldin Lara Croft."

Schon mal kein guter Vergleich an sich, denn Lara Croft ist durchaus eine strittige Figur. Zum einen ist sie zwar autonom, selbstbewusst, klug und setzt sich durch, vor allem körperlich, zum anderen allerdings vereint sie in sich natürlich ganz typische Klischees über weibliches Aussehen: Riesenbrüste, sehr schmale Taille, breite Hüften im Vergleich dazu, recht große Lippen. Eigentlich eine in sich nicht schlüssige Figur. Kein Wunder, wenn die Mädels Probleme haben.

Wer austeilt, ist sexy. "Weibliche Gewalt wird inzwischen oft positiv gesehen", sagt der Mainzer Kriminologie-Professor Michael Bock, "die Fähigkeit zum Schlagen ist ohne weiteres mit einem akzeptablen Frauenbild vereinbar. Das ist ein Trend der Emanzipation."

Ja, leider trifft das zu, Gewalt von Frauen wird als unproblematisch sanktioniert und fast immer mit "Ist doch nicht so schlimm" oder aber "wird sie schon einen Grund für gehabt haben" weichgespült. Ist aber grundsätzlich falsch, da Gewalt doch offensichtlich nicht so stark geschlechtergebunden ist, wie wir dachten, sondern ein gesellschaftliches Problem. Dieses Beispiel der schlagenden Mädchen zeigt mal wieder, wie brutalsisiert unsere Gesellschaft ist.

Den Vorwurf, aggressives Verhalten durch Selbstbehauptungskurse und Selbstverteidigungskurse angeheizt zu haben, weisen Sozialarbeiter genervt zurück. "Selbstbewusstsein hat nichts damit zu tun, die Muskeln spielen zu lassen", sagt Petra Kurek. Sie trainiert mit Mädchen an den Duisburger Schulen, wie man Konflikte gewaltfrei lösen kann.
Das Trio, das die Düsseldorfer Schülerin Sarah verprügelte, hat bislang wenig dazugelernt. "Das liegt vielleicht auch daran, dass die Abschreckungswirkung des Jugendstrafrechts oft zu gering ist", sagt Thorsten Schwedt. "Gewalttätige Mädchen, die junger als 14 sind, brauchen ohnehin keine Strafe zu befürchten." *Name geändert

Bei diesen Selbstverteidigungskursen fehlt imho die "geistige" Einführung: Wann sollte ich gewalt benutzen? Natürlich, klar, ein Mensch sollte sich wehren können und dürfen. Aber einen Selbstverteidigungskurs besuchen, um hinterher andere einfach verprügeln zu können ist natürlich nicht Sinn der Sache. Es geht darum, die Leute in solchen Kursen für Gealtbereitschaft auch bei sich selber wieder zu sensibilisieren. Und ein selbstsicherer Mensch schlägt nicht einfach zu - also von wegen Selbstverteidigungskurse stärken die Selbstsicherheit...

Best wishes, Xenia

Re: Wie frau sich selber hereinlegt

gaehn, Saturday, 21.06.2003, 02:05 (vor 8265 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Wie frau sich selber hereinlegt von Xenia am 20. Juni 2003 20:11:15:

So hart wie Lara Croft

Schon mal kein guter Vergleich an sich, denn Lara Croft ist durchaus eine strittige Figur. Zum einen ist sie zwar autonom, selbstbewusst, klug und setzt sich durch, vor allem körperlich, zum anderen allerdings vereint sie in sich natürlich ganz typische Klischees über weibliches Aussehen: Riesenbrüste, sehr schmale Taille, breite Hüften im Vergleich dazu, recht große Lippen.

Prügeleien, Raub, Körperverletzung - in NRW hat sich die Zahl der jungen Mädchen, die Straftaten begehen, verdreifacht.
Von GERHARD VOOGT
DÜSSELDORF. Eine Bushaltestelle im Düsseldorfer Stadtteil Holthausen. Drei Teenager versperren der Schülerin Sarah* den Weg. "Rück Dein Geld raus", herrschen sie die 14-Jährige an. Das Opfer pariert nicht sofort. Die Folgen sind übel.
Fausthiebe treffen das Mädchen ins Gesicht. Die Schülerin taumelt zu Boden, aber das Trio setzt nach. Sarah wird in den Bauch und in den Unterleib getreten. "Die Täter waren äußerst brutal", sagt Thorsten Schwedt, Kriminalhauptkommissar bei der Polizeiinspektion Süd in Düsseldorf. Sarahs Peiniger: keine Jungs, sondern drei junge Mädchen.
Prügeleien, Raub, gefährliche Körperverletzung - Gewalttaten, die bislang als typisch "männliche Delikte" galten, werden immer häufiger auch von jungen Mädchen begangen. In Nordrhein-Westfalen sind die Fallzahlen dramatisch angestiegen. 1985 registrierten die Statistiker des Landeskriminalamts 346 schwere Körperverletzungen, die von Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren begangen wurden. Bis zum Jahr 2001 hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. "Das Problem ist bekannt", sagt Malene Budde, Psychotherapeutin beim Verein Mädchenhaus Düsseldorf. "Aber in der Jugendarbeit herrscht vielfach Hilflosigkeit im Umgang mit dem Thema."
Ein schräger Blick reicht aus
Wenn Mädchen zuschlagen, geht es oft kälter und härter zu als bei den Klassenkameraden, weiß der Jugendsachbearbeiter Schwedt. "Bei den Jungs reicht meist die Androhung von Schlägen, um Opfer einzuschüchtern. Die Mädchen glauben aber offenbar, dass sie zuschlagen müssen, um sich Respekt zu verschaffen. Die Opfer sind meist ebenfalls Mädchen."

Stimme generell dem unterschiedlichen Gewaltverhalten bei Mädchen zu. Ich wurde selber von Mädchen auf meiner Schule verprügelt, und ich weiß, wie es da zugeht. Gut, ich habe jetzt nicht den vergleich, da ich noch nie von einem Jungen oder Mann verprügelt wurde, aber ich denke schon, dass Mädchen einen noch extra auf brutal machen - und eigentlich das ausführen, dem man die Jungs, denen doch meistenteils gesagt wird, dass sie eben nicht zuschlagen dürfen, bezichtigt.

Die jugendlichen Schlägerinnen treten oft in Gangs oder in kleinen Cliquen auf. Die Anlässe für Gewaltausbrüche sind vielfältig. "Ein schräger Blick oder eine missverständliche Geste kann manchmal ausreichen, um eine Rangelei auszulösen", weiß Mädchen-Beraterin Budde. Neben persönlichem Zwist ("Du Schlampe trägst Nuttenstiefel!") sind materielle Wünsche oft die Ursache für Hiebe.

Abzocken habe ich selber nicht erlebt, allerdings hatte ich auch nichts, was da interessant gewesen wäre. Die Beleidigungen kenne ich aber. Ich muss hierzu allerdings sagen, dass ich selber ein gefälle erlebt habe zwischen Gymnasium, Realschule und Hauptschule. Da ich auf einem Schulzentrum war, wo also alle drei Schulen gleichzeitig in einem Gebäude vertreten sind, war der Unterschied zwischen den "Gebieten" des Gymnasiums und Haupt- und Realschule (welche beide sehr nah lagen) schon sehr groß, die Möglichkeit, auf dem Realschul oder HauPtschulpausenhof angemacht oder angerempelt zu werden, war jedenfalls größer. Besonders groß wurde es, wenn man als Gymnasiastin geoutet wurde. Das liegt imho nicht an der Intelligenz der Schülerinnen, sondern zum einen an der Frustration, die die Stufung der Oberschulen mit sich gebracht hat. Zum anderen auch daran, dass Real- und Hauptschüler, jedenfalls nach meinen Infos, oft wenig von ihren Eltern beaufsichtigt oder erzogen wurden, meistens aus Zeitmangel.

Das "Abzocken" haben sich die Mädchen oft von ihren meist ebenfalls gewalttätigen Brüdern abgeguckt.

Hmmm. Ich weiß nicht, ich denke, dass ein Großteil dieser Mädchen durchaus auch ein Einzelkind sein könnte...

"Geld und Handys, die den Opfern auf dem Schulweg abgenommen werden, ermöglichen den Tätern einen angenehmen Lebensstil", erklärt Hauptkommissar Schwedt. "Die kaufen sich Zigaretten, Cola und Pommes von ihrer Beute."
Längst haben Soziologen hohe Fallzahlen in der Mädchenkriminalität als Indikator für soziale Problemgebiete entdeckt. Junge Frauen aus schwierigen Verhältnissen suchen die Geborgenheit in einer starken Gruppe. Wer mitmischt, genießt hohes Ansehen. Von den Jungs im Viertel traut sich meist keiner mehr, den Gang-Mitgliedern krumm zu kommen.

Jepp. Ich merkte das schon an unserer Mädchenclique. Wir wohnten im Sozialen Wohnungsbau, mehrere Hochäuser nebeneinander. Wir waren mehrere Mädchen ungefähr im selben Alter, uns konte keiner was. Aber Gewalt haben wir nie angewendet - wir hatten noch sehr strenge Mütter.

Warum sind junge Mädchen heute gewaltbereiter als früher? Petra Kurek arbeitet beim Mädchenzentrum Mabilda in Duisburg Obermarxloh. "Das Phänomen spiegelt die gesamtgesellschaftliche Entwicklung", sagt die Sozialwissenschaftlerin. "Die Mädchen machen in ihrem Umfeld die Erfahrung, dass Gewalt zum Ziel führt. Hinzu kommt, dass sich das Rollenbild der Frau dramatisch verändert hat. Heute wollen die Mädchen nicht nur schön und intelligent, sondern auch cool und stark sein. So wie die Film-Heldin Lara Croft."

Schon mal kein guter Vergleich an sich, denn Lara Croft ist durchaus eine strittige Figur. Zum einen ist sie zwar autonom, selbstbewusst, klug und setzt sich durch, vor allem körperlich, zum anderen allerdings vereint sie in sich natürlich ganz typische Klischees über weibliches Aussehen: Riesenbrüste, sehr schmale Taille, breite Hüften im Vergleich dazu, recht große Lippen. Eigentlich eine in sich nicht schlüssige Figur. Kein Wunder, wenn die Mädels Probleme haben.

Wer austeilt, ist sexy. "Weibliche Gewalt wird inzwischen oft positiv gesehen", sagt der Mainzer Kriminologie-Professor Michael Bock, "die Fähigkeit zum Schlagen ist ohne weiteres mit einem akzeptablen Frauenbild vereinbar. Das ist ein Trend der Emanzipation."

Ja, leider trifft das zu, Gewalt von Frauen wird als unproblematisch sanktioniert und fast immer mit "Ist doch nicht so schlimm" oder aber "wird sie schon einen Grund für gehabt haben" weichgespült. Ist aber grundsätzlich falsch, da Gewalt doch offensichtlich nicht so stark geschlechtergebunden ist, wie wir dachten, sondern ein gesellschaftliches Problem. Dieses Beispiel der schlagenden Mädchen zeigt mal wieder, wie brutalsisiert unsere Gesellschaft ist.

unsere gesellschaft ist brutalisiert, ich weiss nicht. kann ich mir eigentlich wenig vorstellen, irgendwie glaube ich eher das sie niemals ziviliert war und wir diese brutalisierung nur als differenz zu unserem wunsch einer humanen gesellschaft wahrnehmen. denn wenn ich mal zurückblicken darf, wir hatten da z.b. den zweiten weltkrieg, in dem fröhlich geschossen wurde. wir hatten den ersten, wo man fröhlich schoss und schädel mit spaten spaltete. naja und davor, gab es auch jede menge krieg. aber der krieg ist dabei nicht entscheident, es gibt ja schliesslich noch verbrechen, revolutionen und andere lustige brutale eigenschaften.
der mensch ist dem menschen ein wolf - mhm irgendso ein philosoph (habs vergessen)

Den Vorwurf, aggressives Verhalten durch Selbstbehauptungskurse und Selbstverteidigungskurse angeheizt zu haben, weisen Sozialarbeiter genervt zurück. "Selbstbewusstsein hat nichts damit zu tun, die Muskeln spielen zu lassen", sagt Petra Kurek. Sie trainiert mit Mädchen an den Duisburger Schulen, wie man Konflikte gewaltfrei lösen kann.
Das Trio, das die Düsseldorfer Schülerin Sarah verprügelte, hat bislang wenig dazugelernt. "Das liegt vielleicht auch daran, dass die Abschreckungswirkung des Jugendstrafrechts oft zu gering ist", sagt Thorsten Schwedt. "Gewalttätige Mädchen, die junger als 14 sind, brauchen ohnehin keine Strafe zu befürchten." *Name geändert

Bei diesen Selbstverteidigungskursen fehlt imho die "geistige" Einführung: Wann sollte ich gewalt benutzen? Natürlich, klar, ein Mensch sollte sich wehren können und dürfen. Aber einen Selbstverteidigungskurs besuchen, um hinterher andere einfach verprügeln zu können ist natürlich nicht Sinn der Sache. Es geht darum, die Leute in solchen Kursen für Gealtbereitschaft auch bei sich selber wieder zu sensibilisieren. Und ein selbstsicherer Mensch schlägt nicht einfach zu - also von wegen Selbstverteidigungskurse stärken die Selbstsicherheit...

letzteres gefällt mir. wenn selbstverteidigungskurse wirklich selbstsicherheit hervorbringen würden, würde das die gezielte waffenausgabe an bürger sicherlich auch (muahaha, ich kann mir lebhaft vorstellen wenn jeder bürger eine M16 zur stärkung seines selbstbewusstseins bekommen würde). selbstverteidigungskurse sind sowas, wie M16 waffen, sie koppeln das selbstbewusstsein an bestimmte fähigkeiten (mhm das macht schule auch, oh der job auch, oh verflucht oh oh). aber eigentlich sollte (wie ich finde) das ziel sein, den menschen derart human zu machen, das er selbstbewusstsein besitzt weil er ein mensch ist.

Best wishes, Xenia

sarkastische grüsse

ich schreibe das im übrigen nur weil ich gern schwafel. du hast mein rätsel nicht gelöst, warum?

Re: Wie frau sich selber hereinlegt

Xenia, Sunday, 22.06.2003, 17:18 (vor 8263 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: Wie frau sich selber hereinlegt von gaehn am 20. Juni 2003 23:05:08:

Hallo gaehn :-)

unsere gesellschaft ist brutalisiert, ich weiss nicht. kann ich mir eigentlich wenig vorstellen, irgendwie glaube ich eher das sie niemals ziviliert war und wir diese brutalisierung nur als differenz zu unserem wunsch einer humanen gesellschaft wahrnehmen. denn wenn ich mal zurückblicken darf, wir hatten da z.b. den zweiten weltkrieg, in dem fröhlich geschossen wurde. wir hatten den ersten, wo man fröhlich schoss und schädel mit spaten spaltete. naja und davor, gab es auch jede menge krieg. aber der krieg ist dabei nicht entscheident, es gibt ja schliesslich noch verbrechen, revolutionen und andere lustige brutale eigenschaften.

Hmm, ja, stimmt schon, auch wenn das eine sehr pessimistische sichtweise ist. Ich habe nur den Eindruck, dass Gewalt privat zur Konfliktlösung heute wieder öfter eingesetzt wird als früher. Aber vielleicht hast du recht, und wir nehmen es heute nur bewusster wahr, weil wir ein anderes Idael haben.

der mensch ist dem menschen ein wolf - mhm irgendso ein philosoph (habs vergessen)

Hobbes? Homo homini lupus est...Leviathan

Bei diesen Selbstverteidigungskursen fehlt imho die "geistige" Einführung: Wann sollte ich gewalt benutzen? Natürlich, klar, ein Mensch sollte sich wehren können und dürfen. Aber einen Selbstverteidigungskurs besuchen, um hinterher andere einfach verprügeln zu können ist natürlich nicht Sinn der Sache. Es geht darum, die Leute in solchen Kursen für Gealtbereitschaft auch bei sich selber wieder zu sensibilisieren. Und ein selbstsicherer Mensch schlägt nicht einfach zu - also von wegen Selbstverteidigungskurse stärken die Selbstsicherheit...

letzteres gefällt mir. wenn selbstverteidigungskurse wirklich selbstsicherheit hervorbringen würden, würde das die gezielte waffenausgabe an bürger sicherlich auch (muahaha, ich kann mir lebhaft vorstellen wenn jeder bürger eine M16 zur stärkung seines selbstbewusstseins bekommen würde). selbstverteidigungskurse sind sowas, wie M16 waffen, sie koppeln das selbstbewusstsein an bestimmte fähigkeiten (mhm das macht schule auch, oh der job auch, oh verflucht oh oh).

Jepp, aber es geht ebena darum auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen, WANN so etwa eingesetzt werden soll. Und, nun ja, ein Selbstverteidigungskurs scheint mir wesentlichst harmloser zu sein, als eine M 16...

aber eigentlich sollte (wie ich finde) das ziel sein, den menschen derart human zu machen, das er selbstbewusstsein besitzt weil er ein mensch ist.

Naja, das klingt theoretisch natürlich sehr gut, aber praktisch ist es doch so, dass Leute, dir einem was antun wllen, weiter existieren. Man muss sich gegen die einfach können und dürfen.

ich schreibe das im übrigen nur weil ich gern schwafel.

Ich schwafele auch gerne...:-)

du hast mein rätsel nicht gelöst, warum?

Ähh? Rätsel? Sorry, ich muss gestehen, dass ich hier ein bisschen den Überblick verloren habe. Und sicherlich fliegen hier noch ganz andere posts herum, die ich nicht beantwortet habe, weil schlicht vergessen. Also ich mach mich in den nächsten Tagen auf die Suche...

Best wishes, Xenia

Re: Wie frau sich selber hereinlegt

gaehn, Sunday, 22.06.2003, 18:45 (vor 8263 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Wie frau sich selber hereinlegt von Xenia am 22. Juni 2003 14:18:36:

Hallo gaehn :-)

unsere gesellschaft ist brutalisiert, ich weiss nicht. kann ich mir eigentlich wenig vorstellen, irgendwie glaube ich eher das sie niemals ziviliert war und wir diese brutalisierung nur als differenz zu unserem wunsch einer humanen gesellschaft wahrnehmen. denn wenn ich mal zurückblicken darf, wir hatten da z.b. den zweiten weltkrieg, in dem fröhlich geschossen wurde. wir hatten den ersten, wo man fröhlich schoss und schädel mit spaten spaltete. naja und davor, gab es auch jede menge krieg. aber der krieg ist dabei nicht entscheident, es gibt ja schliesslich noch verbrechen, revolutionen und andere lustige brutale eigenschaften.

Hmm, ja, stimmt schon, auch wenn das eine sehr pessimistische sichtweise ist. Ich habe nur den Eindruck, dass Gewalt privat zur Konfliktlösung heute wieder öfter eingesetzt wird als früher. Aber vielleicht hast du recht, und wir nehmen es heute nur bewusster wahr, weil wir ein anderes Idael haben.

gewalttätige konfliktlösungen im privat sind eigentlich auch alle, die frage ist eher welche gewalt. ich kann z.b. meiner imaginären freundin eine rein hauen (was ich aber lieber lasse, da ich körperlich nicht gut in form bin) oder sie mit brachialer polemik von etwas überzeugen. beides ist eine nette holzhammermethode, die darauf angelegt ist sie von dem zu überzeugen was ich möchte. selbst, wenn ich ihr in bestimmten dingen einfach recht, gebe ist das nichts anderes (naja oder ich bin einfach bescheuert). ich würde die methoden ausschliesslich nach ihrem nutzen bewerten.
ich weiss nicht wie gut du den koran kennst dort ist z.b. dem mann erlaubt die frau mit der flachen hand zu schlagen (mhm hoffentlich erzähle ich keinen mist). meiner erfahrung nach können frauen ihren willen ziemlich gut mit reinem geschwätz durchdrücken, was mir als gelangweilten zyniker natürlich am arsch vorbei geht muahaha (ich mag polemik).

der mensch ist dem menschen ein wolf - mhm irgendso ein philosoph (habs vergessen)

Hobbes? Homo homini lupus est...Leviathan

mhm hobbes, ja das könnte er gewesen sein. der könig, als zusammenschluss des volkes muaha. der souverän, yeah. magst du nietzsche?

Bei diesen Selbstverteidigungskursen fehlt imho die "geistige" Einführung: Wann sollte ich gewalt benutzen? Natürlich, klar, ein Mensch sollte sich wehren können und dürfen. Aber einen Selbstverteidigungskurs besuchen, um hinterher andere einfach verprügeln zu können ist natürlich nicht Sinn der Sache. Es geht darum, die Leute in solchen Kursen für Gealtbereitschaft auch bei sich selber wieder zu sensibilisieren. Und ein selbstsicherer Mensch schlägt nicht einfach zu - also von wegen Selbstverteidigungskurse stärken die Selbstsicherheit...

letzteres gefällt mir. wenn selbstverteidigungskurse wirklich selbstsicherheit hervorbringen würden, würde das die gezielte waffenausgabe an bürger sicherlich auch (muahaha, ich kann mir lebhaft vorstellen wenn jeder bürger eine M16 zur stärkung seines selbstbewusstseins bekommen würde). selbstverteidigungskurse sind sowas, wie M16 waffen, sie koppeln das selbstbewusstsein an bestimmte fähigkeiten (mhm das macht schule auch, oh der job auch, oh verflucht oh oh).

Jepp, aber es geht ebena darum auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen, WANN so etwa eingesetzt werden soll. Und, nun ja, ein Selbstverteidigungskurs scheint mir wesentlichst harmloser zu sein, als eine M 16...

kommt auf die sichtweise an, im grunde sind selbstverteidigungskurse und M16 schon deswegen blödsinn weil man damit nur das level der gewalt hebt.
was nützt es mir wenn ich eine M16 habe und derjenige den ich bedrohen will auch? nützt es einer frau wirklich kampfsport zu können, wenn der vergewaltiger auch welchen kann? gut es gibt amüsante kämpfe vor der vergewaltigung, aber sonst?

ansonsten kann man nur bestimmten gruppen verteidigung beibringen, aber ich bin mir sehr sicher das allein die fähigkeit sich zu verteidigen in dieser gruppe gewalttäter heranwachsen lässt. wenn man mich z.b. zum herrscher über eine sache machen würde ohne das ich mir das sehr sehr hart erkämpfen müsste, wäre ich ein ziemlich tyrann weil ich die sache nichtmal zu schätzen wüsste.

aber eigentlich sollte (wie ich finde) das ziel sein, den menschen derart human zu machen, das er selbstbewusstsein besitzt weil er ein mensch ist.

Naja, das klingt theoretisch natürlich sehr gut, aber praktisch ist es doch so, dass Leute, dir einem was antun wllen, weiter existieren. Man muss sich gegen die einfach können und dürfen.

das werden sie auch nach selbstverteidigungskursen, nur das sie noch härter zuschlagen werden. und wenn du karate kannst, werden sie bereits mit der M16 rumlaufen. ansonsten sind sie bescheuert, aber verbrecher sollte man nicht grundsätzlich unterschätzen.

ich schreibe das im übrigen nur weil ich gern schwafel.

Ich schwafele auch gerne...:-)

du hast mein rätsel nicht gelöst, warum?

Ähh? Rätsel? Sorry, ich muss gestehen, dass ich hier ein bisschen den Überblick verloren habe. Und sicherlich fliegen hier noch ganz andere posts herum, die ich nicht beantwortet habe, weil schlicht vergessen. Also ich mach mich in den nächsten Tagen auf die Suche...

weiter unten ja.

Best wishes, Xenia

Volle Power

Sam, Saturday, 21.06.2003, 13:27 (vor 8264 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: So hart wie Lara Croft von Frank am 20. Juni 2003 17:24:00:

Wer austeilt, ist sexy. "Weibliche Gewalt wird inzwischen oft positiv gesehen", sagt der Mainzer Kriminologie-Professor Michael Bock, "die Fähigkeit zum Schlagen ist ohne weiteres mit einem akzeptablen Frauenbild vereinbar. Das ist ein Trend der Emanzipation."

Genau so ist es! Und die passenden Vorbilder liefert die Traumfabrik.

Sam

Re: So hart wie Lara Croft

Joseph S, Saturday, 21.06.2003, 13:50 (vor 8264 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: So hart wie Lara Croft von Frank am 20. Juni 2003 17:24:00:

hallo,

Das Problem ist bekannt", sagt Malene Budde, Psychotherapeutin beim Verein Mädchenhaus Düsseldorf. "Aber in der Jugendarbeit herrscht vielfach Hilflosigkeit im Umgang mit dem Thema."

Natürlich ist man überfordert, wenn das Problem allen bisher bekannten Erklärungsmodellen von
Gewalt widerspricht. Wenn die Ausbildung zum Jugendarbeiter nicht zum Umgang mit jugendlicher
Gewalt befähigt, ist sie nichts wert.

Immerhin gibt es noch Bereiche, wo das alte Erklärungsmodel Ergebnisse liefert:

Das "Abzocken" haben sich die Mädchen oft von ihren meist ebenfalls gewalttätigen Brüdern abgeguckt.

Von den Jungs im Viertel traut sich meist keiner mehr, den Gang-Mitgliedern krumm zu kommen.

Wenn das "krumm kommen" nur in pubertär verächtlichen Bemerkungen, um sich die des anderen doofen
Geschlechts fernzuhalten, besteht, was in diesem Alter bei beiden Geschlechtern eigentlich
normal ist, deutet das auf schlimme Zustände hin.

Zwar geht es hauptsächlich um Gewalt von Mädchen gegen Mädchen, aber die Verteidigungssituation
gegen Jungen darf natürlich nicht unerwähnt bleiben. Man konnte sich Mädchengewalt ja bisher nicht
anders vorstellen, und irgend etwas (feministisch) sympathisches muß selbst an diesen Mädchen sein.

Wer austeilt, ist sexy.

Ich kann diese Art von Erotik nicht nachvollziehen.

Das ist ein Trend der Emanzipation.

Schade, daß Emanzipation oft mit Feminismus gleichgesetzt wird. Sonst könnte man die Emanzipation
von Frauen ebenso wie die Emanzipation von Männer begrüßen, wenn sie stattfindet.

Den Vorwurf, aggressives Verhalten durch Selbstbehauptungskurse und Selbstverteidigungskurse angeheizt zu haben, weisen Sozialarbeiter genervt zurück. "Selbstbewusstsein hat nichts damit zu tun, die Muskeln spielen zu lassen", sagt Petra Kurek. Sie trainiert mit Mädchen an den Duisburger Schulen, wie man Konflikte gewaltfrei lösen kann.

Der Satz mit dem Selbstbewußtsein stimmt, aber hat jemand behauptet, daß diese Mädchen zuviel
Selbstbewußtsein haben ? Es hat sich doch bereits herumgesprochen, daß gewalttätige Jungen oft
ihr mangelndes Selbstbewußtsein durch aggressive Selbstbehauptung überspielen. Warum sollte das
bei Mädchen anders sein, vor allem wenn sie merken ohne sich eingestehen zu dürfen, daß sie
gar nicht so toll sind, wie Mädchen angeblich sein sollen ?

Hoffen wir, daß Frau Kurek wirklich das lehrt, was sie behauptet. Zu oft verspricht schon die
Werbung für Selbstbehauptungskurse und Selbstverteidigungskurse was ganz anderes als gewaltfreie
Konfliktlösung.

Sollen wir jetzt Mitleid mit den überforderten genervten Sozialarbeitern haben ?
Nein! Leute, die aus Dummheit für ein gewaltbefürwortendes Umfeld (Mädchen sollen sich
gegebenefalls auch mit körperlicher Gewalt gegen Jungen wehren.) sorgen, kann man nicht
genug nerven, bis sie endlich Vernunft annehmen. Erkenntnisse, die im Widerspruch zu dem,
was man jahrelang propagiert hat, stehen, anzunehmen, fällt natürlich schwer. Und wenn sie
lediglich lieber damit beschäftigen, wie man von Jungen unterdrückten Mädchen helfen könnte
(wenn genug davon da wären), und sich nicht um die dringenden Probleme, für die man sie
eigentlich braucht, kümmern, kann man sie auch nicht genug nerven.
Zustimmen würde ich diesen Sozialarbeitern lediglich in dem Sinne, daß die Selbstbehautungskurse,
oft nicht die Ursache für Mädchengewalt sind, aber sie bleiben dennoch ein nicht vernachlässigbarer
Teil der Verherrlichung von Mädchengewalt, und sie können diese durch verbesserte Technik gefährlicher
machen.

Wenigstens sorgt der Artikel dafür, daß das Problem nicht nur den direkt Betroffenen bekannt wird.
Wenn dann wieder auch die Mädchengewalt geächtet werden würde, wäre viel gewonnen.

Gruß
Joseph

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