Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Frauen wollen keine ärmeren Männer

Garfield, Monday, 16.06.2003, 18:56 (vor 8269 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Re: Frauen wollen keine ärmeren Männer von Frank am 16. Juni 2003 11:49:24:

Hallo Frank!

Es ist ja gar nicht mal so, daß Frauen, die nicht berufstätig sind, besonders viel Wert auf hohes Einkommen des Partners legen. Nein, auch Frauen, die selbst auf Vollzeit arbeiten und damit gut verdienen, legen häufig Wert darauf, daß ihr Partner mindestens genauso viel verdient. Je mehr also eine Frau selbst verdient, umso höher sind ihre Ansprüche an das Einkommen ihres Partners.

Ich denke, daß das meist auch gar nichts mit Geldgier zu tun hat. Es geht einfach um Sicherheit. Heute wird alles immer unsicherer. Immer mehr Menschen sind sich nicht sicher, ob sie in einem Jahr ihren Arbeitsplatz noch haben, und es wird auch immer schwieriger, eine neue Arbeitsstelle zu finden.

Da ist es doch beruhigend, wenn der Partner gut verdient. Auch wenn man selbst ein gutes Einkommen hat, kann man das ja heutzutage auch schnell wieder verlieren. Und dann ist es gut, sich noch auf das Einkommen des Partners verlassen zu können.

Viele Frauen haben auch immer noch trotz Vollzeitjob den Gedanken im Hinterkopf, sich vielleicht doch irgendwann einmal nur noch auf die Familie zu konzentrieren, oder vielleicht nur noch halbtags zu arbeiten. Das ist aber nur möglich, wenn der Mann ganz gut verdient und somit die Familie auch allein ernähren kann.

In der DDR gab es ja sehr gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Trotzdem gab es auch in der DDR viele Frauen, die nur Teilzeit-Jobs hatten, und es gab vereinzelt auch Hausfrauen. Letztere waren interessantweise entweder Frauen von sehr gut verdienenden Männern oder aber Frührentnerinnen (vor allem Lehrerinnen, die aus psychischen Gründen angeblich nicht mehr arbeiten konnten - ich persönlich kannte damals eine Lehrerin im Ruhestand, die nur 2 Jahre unterrichtet hat und danach in Rente ging).

Trotzdem es genügend Möglichkeiten zur Ganztagsbetreuung der Kinder gab, waren die Frauen auch in der DDR ganz offensichtlich bestrebt, soviel Zeit wie möglich zu Hause zu verbringen. Viele Frauen arbeiteten nur deshalb auf Vollzeit, weil ihre Männer nicht so gut verdienten und man sich mit einem Einkommen in der DDR Luxusgüter wie z.B. Farbfernseher nun einmal meist nicht leisten konnte.

Heute ist das prinzipiell auch nicht anders. Vielen Frauen ist es gar nicht so unangenehm, daß die Kinderbetreuungsmöglichkeiten heute so miserabel sind. So haben sie wenigstens ein Alibi, um sich nicht auf die stressige und immer öfter hoffnungslose Suche nach einem Vollzeitjob machen und dann womöglich 40 Stunden pro Woche arbeiten zu müssen.

Wenn nämlich alle unsere Voll- oder Teilzeit-Mütter, die sich immer darüber beklagen, wie sehr sie doch benachteiligt wären, diese Klagen wirklich ernst meinen würden, dann würden sie sich mit anderen Müttern in der Umgebung zusammentun und eine gegenseitige Kinderbetreuung organisieren. Wenn sich 5 Mütter so zusammen tun, könnte jede von ihnen 32 Stunden pro Woche arbeiten und würde an einem Wochentag die Betreuung der Kinder übernehmen. Aber da tut sich nichts. Es ist ja auch einfacher, zu Hause zu bleiben und zu jammern, wenn der Mann brav das Geld heranschafft.

Mittlerweile können beide Eltern sogar gleichzeitig Erziehungsurlaub nehmen und - soviel ich weiß - nebenbei sogar noch bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Trotzdem werden es weiterhin vor allem die Männer sein, die das Geld heranschaffen. Und zwar kaum, weil sie selbst darauf bestehen, sondern vor allem, weil viele Mütter sich nach der Geburt eines Kindes einfach lieber zumindest zeitweilig voll auf die Familie konzentrieren.

Und das geht eben nur, wenn der Mann gut verdient. Also bevorzugen Frauen weiterhin Männer mit gutem Einkommen.

Freundliche Grüße
von Garfield


gesamter Thread:

 

powered by my little forum