Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Meine Antwort auf -Ende der Wehrpflicht Jetzt!-

Joachim, Monday, 16.06.2003, 11:50 (vor 8269 Tagen)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Nein, ihre Antwort stellt mich keineswegs zufrieden, wenn keine Einsicht für die Abschaffung der diskriminierenden Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) besteht, so muss man ernsthaft über einen Zwangsdienst (mindestens sozialen Pflichtdienst) auch für Frauen nachdenken. Gleichberechtigung heisst auch Gleichverpflichtung, oder gleiche Rechte sind auch gleiche Pflichten! Im Internet wird und wurde schon öfters in diversen Foren, Newsgroups usw. heftig über die einseitigen diskriminierenden MännerZwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) diskutiert, die Mehrheit fordert die Abschaffung der Zwangsdienste und andere fordern nur die Abschaffung der Wehrpflicht, sind aber für den Erhalt des sozialen Pflichtdienst mit Ausdehnung auch auf Frauen, aber kaum einer ist für die einseitigen männerdiskriminierenden Zwangsdienste. Bitte kommen sie nicht gleich damit, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, wie z.B. Frauen müssen Kinder gebären oder Frauen arbeiten schon viel im sozialen Bereich! Frauen werden nicht gezwungen Kinder zu gebären, es gibt weder eine Gebär- noch eine Besamungspflicht und nicht jede Frau trägt in ihrem Leben ein Kind aus! Die staatlichen Sozialgelder erarbeiten du dreiviertel die Männer, also leisten die Männer sehr viel Arbeit im und für den sozialen Bereich! Durch die diskriminierenden Zwangsdienste wird Männer wieder eine sehr wertvolle Lebenszeit genommen und haben sowieso im Durchschnitt eine deutlich geringere Lebenserwartung von ca.7 Jahren gegenüber Frauen, es wäre also gerechtfertigt, wenn auch Frauen mindestens einen sozialen Pflichtdienst leisten müssen. Ich glaube, dass man die einseitige MännerWehrpflicht nur zur Rekrutierung von Zivildienstleistenden aufrecht erhalten will, weil nur Männer und keine Frauen davon betroffen sind und man keinesfalls irgendwelche diskriminierenden Zwangsdienste den Frauen auferlegen will!
Ich bin für die Abschaffung der einseitigen diskriminierenden Zwangsdienste, sind Sie es auch?

--- original Nachricht Ende ----

Sehr geehrte Damen und Herren,

besten Dank für Ihre Mail, mit der Sie das Ende der Wehrpflicht
fordern. Ich muss Ihnen allerdings mitteilen, dass sich die Bundeskonferenz
der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) nach
ausführlicher, kontroverser Debatte unter Einbeziehung von sachkundigen
Gesprächspartner(inne)n aller Richtungen mit sehr großer Mehrheit für die
Beibehaltung der Wehrpflicht ausgesprochen hat. Auch dafür gibt es gute
Argumente, die ich hier aus Zeitgründen nicht erschöpfend darstellen kann.
Eines davon ist besonders wichtig: Die Beibehaltung eines Systems, das alle
Bevölkerungsschichten erfasst und eine gesellschaftlich plurale
Zusammensetzung ermöglicht, was bei einer Freiwilligen- und Berufsarmee
nicht oder jedenfalls sehr viel weniger gewährleistet ist. Die
sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen sind eben auch nur ein Aspekt.
Fragen des Zivildienstes haben bei unserer Entscheidung keine Rolle
gespielt.

Auch wenn diese Antwort Sie nicht zufrieden stellen mag, bedenken Sie bitte,
dass die Meinungsvielfalt zu den hohen Gütern der Demokratie zählt.

Mit freundlichen Grüßen

MdEP
Bundesvorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen


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