@ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick)
Andreas (der andere), Sunday, 15.06.2003, 22:02 (vor 8270 Tagen)
Hallo Jörg,
sach ma' ... wie wär's denn, das Forum umzubenennen, z.B. "Abort Pro & Contra"? In dieser Hinsicht herrscht hier jedenfalls mehr Betrieb als bei "ProLife", da wär das jetzt wohl an der Zeit für den Namenstausch!
...
Und ein ernster Vorschlag an andere: Würden die Kampfhähne und -hühner mal einen Moment mit dem Hacken und Krähen aufhören, könnten sie vielleicht auf den Gedanken kommen, daß trotz des möglichen (und real existenten) Mißbrauches mit der Abtreibung es durchaus Indikationen gibt, die für die Option eines Aborts sprechen. Bisweilen liegt so etwas ja sogar im Interesse des Mannes und ist nicht als von kriminellen Motiven geleitetes Delikt zu betrachten. Ich glaube sowieso, die Diskussion entzündet sich eher an der Frage der Möglichkeit einseitiger Machtausübung als an der Abtreibung selbst. Ist das etwas differenzierter so schwer zu formulieren?
Da ist leider noch einen Haken, aber von dem wird wahrscheinlich keiner der Streithähne was hören wollen: Die Frage der Abtreibung als "Gender"-Problem wird niemals zu einer Lösung kommen. Das liegt in der Sache selbst: Egal, wer entscheidet - bei gegensätzlichen Ansichten wird es immer zu einer Ungerechtigkeit kommen. Liegt alle Entscheidungsgewalt in den Händen der Frau, fühlen sich die Männer (berechtigterweise) übergangen, sollte die Entscheidung von ihnen abhängen, würden die Frauen (nicht weniger berechtigt) über mangelnde Selbstbestimmung klagen. Ich glaub, die ganze Diskussion hat vielleicht weniger mit Abtreibung selbst als mit der Macht zur Selbstbestimmung zu tun. Kann es diese Diskussion so irgendwohin führen? Hat irgend jemand ein wirklich für alle Seiten gerechtes Konzept, und wie sieht das aus? Hier gibt es argumentativ und sprachlich gut durchdachte Statements - schade, daß die Positionen dazu zwingen, sich andeinander aufzureiben!
Müde Grüße, Andreas
durchgehende Zustimmung (n/t)
Arne Hoffmann, Sunday, 15.06.2003, 22:48 (vor 8270 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 19:02:03:
-
Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick)
Jolanda, Sunday, 15.06.2003, 23:33 (vor 8270 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 19:02:03:
Hallo Andreas
Richtig, diese Debatte, die schon lange keine Debatte mehr ist, die ermüdet auch mich, irgendwie verliere ich die Lust dann noch zu lesen.
Nur um zu sehen, wie sich alle immer wieder im Kreis drehen, dazu habe ich echt null Bock.
Es grüsst dich herzlich
Jolanda
Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick)
Jörg , Sunday, 15.06.2003, 23:56 (vor 8270 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 19:02:03:
Hallo Andreas!
sach ma' ... wie wär's denn, das Forum umzubenennen, z.B. "Abort Pro & Contra"? In dieser Hinsicht herrscht hier jedenfalls mehr Betrieb als bei "ProLife", da wär das jetzt wohl an der Zeit für den Namenstausch!
...
Worüber konkret diskutiert wird, hängt eigentlich in erster Linie von
den Interessen der Forumsteilnehmer und weniger von meiner Wenigkeit ab.
Wenn man meint, daß ein Thema quasi ausgelutscht ist (ich kann diesen
Standpunkt übrigens durchaus nachvollziehen), wäre es aus meiner
Sicht das Beste, wenn man einfach ein neues Thema ins Spiel bringt.
Und ein ernster Vorschlag an andere: Würden die Kampfhähne und -hühner mal einen Moment mit dem Hacken und Krähen aufhören, könnten sie vielleicht auf den Gedanken kommen, daß trotz des möglichen (und real existenten) Mißbrauches mit der Abtreibung es durchaus Indikationen gibt, die für die Option eines Aborts sprechen. Bisweilen liegt so etwas ja sogar im Interesse des Mannes und ist nicht als von kriminellen Motiven geleitetes Delikt zu betrachten. Ich glaube sowieso, die Diskussion entzündet sich eher an der Frage der Möglichkeit einseitiger Machtausübung als an der Abtreibung selbst. Ist das etwas differenzierter so schwer zu formulieren?
Eine stärkere Differenzierung wäre in der Tat wünschenswert.
Da ist leider noch einen Haken, aber von dem wird wahrscheinlich keiner der Streithähne was hören wollen: Die Frage der Abtreibung als "Gender"-Problem wird niemals zu einer Lösung kommen. Das liegt in der Sache selbst: Egal, wer entscheidet - bei gegensätzlichen Ansichten wird es immer zu einer Ungerechtigkeit kommen. Liegt alle Entscheidungsgewalt in den Händen der Frau, fühlen sich die Männer (berechtigterweise) übergangen, sollte die Entscheidung von ihnen abhängen, würden die Frauen (nicht weniger berechtigt) über mangelnde Selbstbestimmung klagen. Ich glaub, die ganze Diskussion hat vielleicht weniger mit Abtreibung selbst als mit der Macht zur Selbstbestimmung zu tun. Kann es diese Diskussion so irgendwohin führen? Hat irgend jemand ein wirklich für alle Seiten gerechtes Konzept, und wie sieht das aus? Hier gibt es argumentativ und sprachlich gut durchdachte Statements - schade, daß die Positionen dazu zwingen, sich andeinander aufzureiben!
Das gegenseitige Beharren auf starren Positionen führt leider dazu, daß
sich diese Positionen immer weiter verfestigen.
Vielleicht wäre es ganz sinnvoll, wenn der eine oder andere mal versuchen
würde, das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Das muß man
auch nicht unbedingt gleich öffentlich tun. Es kann jedoch dabei helfen,
das eigene Sichtfeld zu weiten.
Gruß, Jörg
Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick)
Ferdi, Sunday, 15.06.2003, 23:56 (vor 8270 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 19:02:03:
Hallo Andreas!
Es gibt eine Lösung, aber die muss von den Männern gewollt sein! Wenn ein Mensch tausendmal zum Beispiel vom Alkohol auf die Schnauze geflogen ist und sich zum x-ten Mal das Nasenbein oder sonstwas gebrochen hat, was macht er da? Er meidet den Alkohol. So, und nun zum Kernpunkt dieses Threads:
Ich glaub, die ganze Diskussion hat vielleicht weniger mit Abtreibung selbst als mit der Macht zur Selbstbestimmung zu tun. Kann es diese Diskussion so irgendwohin führen? Hat irgend jemand ein wirklich für alle Seiten gerechtes Konzept, und wie sieht das aus?
Ja, das Konzept kann nur lauten, Frauen nicht so nahe an sich heranzulassen, dass sie ihre Macht auf Deine eigene Selbstbestimmung ausweiten können. Mit anderen Worten: es geht darum einen inneren Kernbereich abzugrenzen, in dem Frauen nichts verloren haben. Diese Grenze verläuft da wo Frauen beginnen, auf Deine eigenen Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Bei der Grenzziehung ist auch zu beachten, dass Frauen von der Staatsjustiz in vielfältiger Weise mit Angriffswaffen juristischer Art ausgestattet werden, mit denen sie Männer drangsalieren können. Hier gilt es wirkungsvolle Abwehrstrategien zu entwickeln. Diese Abwehrstrategien ähneln den Vorsichtsmassnahmen im Umgang mit ionisierender Strahlung, deren Schädigung auch nicht sofort erkannt werden kann, sondern sich später erst herausstellt, wenn es bereits irreversible Schäden gegeben hat.
Noch klarer ausgedrückt: Es ist absolutes Misstrauen Frauen gegenüber angesagt, die einem zu nahe kommen.
Gruss,
Ferdi
@ Ferdi
Andreas (der andere), Monday, 16.06.2003, 00:49 (vor 8270 Tagen) @ Ferdi
Als Antwort auf: Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Ferdi am 15. Juni 2003 20:56:32:
Hallo Ferdi.
" [...] Ja, das Konzept kann nur lauten, Frauen nicht so nahe an sich heranzulassen, dass sie ihre Macht auf Deine eigene Selbstbestimmung ausweiten können. Mit anderen Worten: es geht darum einen inneren Kernbereich abzugrenzen, in dem Frauen nichts verloren haben. Diese Grenze verläuft da wo Frauen beginnen, auf Deine eigenen Entscheidungen Einfluss zu nehmen. [...] Noch klarer ausgedrückt: Es ist absolutes Misstrauen Frauen gegenüber angesagt, die einem zu nahe kommen. [...]"
Dein Statement enthält Deine Meinung, aber ich vermisse ein paar klare sachbezogene Standpunkte. Ich weiß gute Metaphern durchaus zu schätzen, aber dabei fehlt mir der erklärende Bezug zur Realität. Wenn ich Deinen Vorschlag auf einen Nenner bringen sollte, würde ich meinen, Du schlägst vor, Mauern zu bauen, wo heute Gräben sind.
- Ich hatte eigentlich gedacht, die Sache sollte sich zu einer Annäherung zwischen den Geschlechtern entwickeln. Eine Objektivierung der Rechtslage ist selbstverständlich notwendig, aber - und darauf habe ich hingewiesen - sind manche Probleme nicht gerecht durch juristische Formeln zu lösen. Das heißt nicht, daß wir hoffnungslos die Hände in den Schoß legen sollten. Schwieriger ist es leider, das Bewußtsein vieler Menschen in ethischer Hinsicht zu verändern, was z.B. zu sowohl einem differenzierteren und veränderten Blickwinkel auf die Abtreibung als auch auf die "Schwängerung" von Männern gegen deren Willen und aller folgenden Konsequenzen führen könnte.
Deine Warnung in allen Ehren, aber die verstärkte Isolation der Geschlechter, mit noch mehr abgegrenzten Bereichen und juristischen Fußangeln, empfinde ich nicht als befriedigende Lösung.
Grüße, Andreas
Re: @ Ferdi
Manfred, Monday, 16.06.2003, 02:21 (vor 8270 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Ferdi von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 21:49:02:
Will mir jetzt nicht anmaßen, Ferdi zu interpretieren, aber allgemein gesagt würde ich die "Distanzierung des Gegners" nicht für ein Ziel der Auseinandersetzung halten. Schon gar nicht für ein optimales. Es kann aber, in Ermangelung besserer Vorgehensweisen, zunächst mal eine sinnvolle Überlebenstaktik sein, notwendig um überhaupt Kraft zu finden weiter nachzudenken und weiterzukämpfen. Eine Taktik die übrigens sehr viel Friedenspotential hat, mehr als sich eventuell als günstig erweist.
Wie konnte ich unlängst in einem anderen Forum auf die Frage
"Was ist, wenn Krieg ist und keiner geht hin?"
lesen?
"Dann wird der Krieg zu Dir kommen..."
Gruß,
Manfred
Re: @ Ferdi
Jolanda, Monday, 16.06.2003, 02:35 (vor 8269 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Ferdi von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 21:49:02:
Hallo Andreas
Du sprichst mir aus dem Herzen. Wir haben genug zu tun, die Gräben wieder zuzuschütten, die zwischen den Geschlechtern bestehen.
Aber wir werden nichts verändern, indem wir Mauern errichten.
Eine gesunde Vorsicht würde ich jedem Mann anraten, tue ich auch oft!
Und ein gesundes Misstrauen kann auch ganz nützlich sein, aber das hat Manfred auch und auch Jörg und viele mehr, aber sie lassen noch Spielraum für Annäherung, da dürfen auch ruhig sie bestimmen wie weit, aber sie lassen ihn zu und das ist für mich Bedingung um gemeinsam für etwas zu kämpfen.
Ich glaube immer noch sehr an die Wichtigkeit der Familie und an den Zusammenhalt darin, dafür werde ich auch immer kämpfen.
Aber ich werde so kämpfen, dass eine Chance besteht, dass es sich wieder zum besseren verändert, dafür kämpfe ich und ich kann niemandem gut die Hand reichen, wenn sich zwischen uns Mauern türmen 
Ich wünsche dir eine gute Nacht.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick)
Pedro, Monday, 16.06.2003, 00:34 (vor 8270 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 19:02:03:
Ich bin dieses Themas schon längst müde, vor allem weil die gesamte "Diskussion" von vornherein darauf angelegt war, nirgendwohin zu führen. "Xenia" zeigt ungeniert - und das ausgerechnet in einem Forum mit der eingangs zu lesenden Zielsetzung! - wie man eine ganze Gruppe von "gestandenen" Männern mit einer (!) apodiktischen Behauptung und viel rhetorischem Geklapper drumherum über Tage hinweg aufmischt und vorführt. Dabei wird sie - ebenso wie mancher männliche Teilnehmer - durchaus auch ausfällig. Wer aber wird eher zur Mäßigung aufgerufen und wer eher in Schutz genommen? Wen wunderts da noch, wieso wir heute überhaupt an diesem Punkt stehen?
Würden die Kampfhähne und -hühner mal einen Moment mit dem Hacken und Krähen aufhören, könnten sie vielleicht auf den Gedanken kommen, daß trotz des möglichen (und real existenten) Mißbrauches mit der Abtreibung es durchaus Indikationen gibt, die für die Option eines Aborts sprechen.<
Daß "es durchaus Indikationen gibt, die für die Option eines Aborts sprechen" wurde schon längst gesagt - in Notfällen! Ob hierfür die Vokabel "Option" allerdings sonderlich glücklich gewählt ist.....
Bisweilen liegt so etwas ja sogar im Interesse des Mannes.....<
Sorry, Andreas (der andere), aber da hast Du etwas Elementares nicht verstanden. Genau darum geht es im Grunde: Darf Abtreibung eine Frage von "Interessen" sein?
Die Frage der Abtreibung als "Gender"-Problem wird niemals zu einer Lösung kommen.<
So ist es. Da gehört sie auch nicht hin. Und so wurde sie schon anfangs zurückgewiesen.
Ich habe "Xenia" bereits am Anfang der Auseinandersetzung geschrieben: "Es sind Menschen mit Deiner Einstellung, die diese Welt zu dem gemacht haben, was wir heute zuvörderst sehen: eine Mischung aus Egoismus, Verantwortungs- und Skrupellosigkeit."
Jeder, der den weiteren Verlauf verfolgt hat, kann sich vom Zutreffen dieser Einschätzung überzeugen.
Ist es ein Zeichen von Selbstbewußtsein oder Unverschämtheit, wenn eine solche Person Antworten verfaßt wie diese:
Mit uns kann sie nicht nach LUst und Laune verfahren!<<
Kann ich schon, aber ich kann euch nicht abtreiben. Best wishes, Xenia<
Tja, Jörg, vielleicht wäre es in der Tat "ganz sinnvoll, wenn der eine oder andere mal versuchen würde, das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.....Es kann.....dabei helfen, das eigene Sichtfeld zu weiten." Ist sicher auch für einen Forenmaster eine Überlegung wert.
Pedro
Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick)
Jörg , Monday, 16.06.2003, 01:13 (vor 8270 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Pedro am 15. Juni 2003 21:34:42:
Ich bin dieses Themas schon längst müde, vor allem weil die gesamte "Diskussion" von vornherein darauf angelegt war, nirgendwohin zu führen. "Xenia" zeigt ungeniert - und das ausgerechnet in einem Forum mit der eingangs zu lesenden Zielsetzung! - wie man eine ganze Gruppe von "gestandenen" Männern mit einer (!) apodiktischen Behauptung und viel rhetorischem Geklapper drumherum über Tage hinweg aufmischt und vorführt. Dabei wird sie - ebenso wie mancher männliche Teilnehmer - durchaus auch ausfällig. Wer aber wird eher zur Mäßigung aufgerufen und wer eher in Schutz genommen? Wen wunderts da noch, wieso wir heute überhaupt an diesem Punkt stehen?
Falls das eine Anspielung auf mich sein soll:
Ich kann mich nicht daran erinnern, Xenia in Schutz genommen zu haben.
Das scheint sie im übrigen auch gar nicht nötig zu haben.
Zur Mäßigung aufgerufen habe ich allerdings: und zwar an einer Stelle alle
Beteiligten (ohne jedoch Namen zu nennen) und an einer anderen Stelle
in Form einer Beitragslöschung genau diejenige Person, die in der ganzen
Debatte am ausfälligsten wurde. Zu dumm aber auch, daß es sich hier nicht
um Xenia gehandelt hat. Dabei wäre das doch eine so "tolle Chance"
gewesen, einer "Feministin" mal so richtig zu zeigen, was eine Harke ist.
[...]
Ist es ein Zeichen von Selbstbewußtsein oder Unverschämtheit, wenn eine solche Person Antworten verfaßt wie diese:
Mit uns kann sie nicht nach LUst und Laune verfahren!<<
Kann ich schon, aber ich kann euch nicht abtreiben. Best wishes, Xenia<
Tja, Jörg, vielleicht wäre es in der Tat "ganz sinnvoll, wenn der eine oder andere mal versuchen würde, das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.....Es kann.....dabei helfen, das eigene Sichtfeld zu weiten." Ist sicher auch für einen Forenmaster eine Überlegung wert.
Weißt Du, Jolanda hat hier einmal vor ein paar Tagen geschrieben, bei
ihren Kindern würde sie es tagtäglich erleben, daß nach einem Streit die
eine Partei sagt: "der andere hat aber angefangen". Ich gehe aber weiter-
hin davon aus, daß ich es hier mit Erwachsenen zu tun habe und nicht
mit Kindern. Daß Xenia ihren Anteil an dem etwas unglücklichen Verlauf
der Diskussion trägt, ist auch mir nicht verborgen geblieben. Für mich hat
sich im Laufe der Diskussion allerdings herauskristallisiert, daß auf
beiden Seiten Worte gefallen sind, die nicht unbedingt nötig waren und die
die Diskussion nur unnötig hochschaukelten. Und ich kann nicht einsehen,
daß ich diese Entwicklung einseitig Xenia anlasten soll.
Jörg
Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick)
Arne Hoffmann, Monday, 16.06.2003, 01:22 (vor 8270 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Pedro am 15. Juni 2003 21:34:42:
Ich bin dieses Themas schon längst müde, vor allem weil die gesamte "Diskussion" von vornherein darauf angelegt war, nirgendwohin zu führen. "Xenia" zeigt ungeniert - und das ausgerechnet in einem Forum mit der eingangs zu lesenden Zielsetzung! - wie man eine ganze Gruppe von "gestandenen" Männern mit einer (!) apodiktischen Behauptung und viel rhetorischem Geklapper drumherum über Tage hinweg aufmischt und vorführt. Dabei wird sie - ebenso wie mancher männliche Teilnehmer - durchaus auch ausfällig. Wer aber wird eher zur Mäßigung aufgerufen und wer eher in Schutz genommen?
Ich persönlich rufe lieber meine eigene Gruppe zu einem fairen Umgangsstil auf als Außenstehende, eher die Mehrheit als den Einzelnen und eher denjenigen, von dem die ersten Anfeindungen ausgingen, als denjenigen, der auf sie reagiert. Allerdings bin ich der Ansicht, dass BEIDE Seiten auf unsinnige persönliche Angriffe verzichten sollten. Ihr schaukelt euch da gegenseitig hoch, bis jeder im "Gesprächsgegner" nur noch eine Zumutung für die Menschheitsgeschichte sieht.
Für apodiktisch halte ich bislang übrigens beide Fraktionen. Was aber auch eine Folge des Diskussionsstils sein kann.
Herzlicher Gruß
Arne
Gegen Abtreibung!
Nick, Monday, 16.06.2003, 01:42 (vor 8270 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: @ Jörg & all (betr. Abtrrr...grkkgrrkkclick) von Andreas (der andere) am 15. Juni 2003 19:02:03:
Hallo Andreas,
du schlägst hier vor, eine Debatte zu beenden, und zwar nicht indem du argumentiest, sondern indem du polemisierst. Es hat hier bisher jedoch keiner nach einem Zensor gerufen, und es ist auch nicht akzeptabel, wenn es einer tut. Was in einem Forum diskutiert wird hängt von den Leuten ab, die diskutieren, und von ihren Interessen und Themenschwerpunkten.
Ich habe mich bisher 3 mal zu Wort gemeldet und möchte nun meinen Standpunkt einmal zusammenfassend darstellen. Zunächst: daß sich die Debatte im Kreis dreht, liegt vor allem daran, daß zwei unterschiedliche Fragen aneinander vorbei diskutiert werden - und ich meine, absichtsvoll:
1.) Die Frage nach dem Wert des Lebens eines Embryos; besser: seinem Recht auf Leben.
Hat er unbedingtes Recht auf Leben, ja oder nein? Wie ist die Tötung eines Embryos zu bewerten, kann sie überhaupt grundsätzlich akzeptabel sein, oder ist das Recht auf Leben so überragend, daß dies nicht akzeptiert werden darf.
2.) Die Frage nach dem Selbstbestimmungsrecht der Frau / des Mannes / beider.
Wie weit darf dies bei Vorliegen einer Schwangerschaft gehen: darf sie - und falls ja: darf sie allein - über das Leben des Emryos entscheiden? Liegt das Leben des Kindes in ihrer Disposition, nur weil es in ihrem Körper, ihrer Gebärmutter heranwächst? Oder hat das Kind nicht gerade wegen dieser Abhängigkeit sogar ein besonderes natürliches Anrecht auf ihren Schutz, so wie es für alle Schutzbefohlenen sonst auch regelmäßig gilt? In wieweit ist der Vater des Kindes in solche Entscheidungen mit einzubeziehen? Etc. pp.
Dies sind zwei unterschiedliche, wenn auch hierarchisch verbundene Fragenbereiche! Sie werden hier jedoch nicht klar getrennt, sondern dauernd vermischt. Xenia ist der Beantwortung der ersten Frage bislang stets durch Springen in die zweite ausgewichen. Du schlägst nun gar vor, es generell dabei zu belassen und sich um die erste Frage überhaupt nicht mehr zu kümmern.
Ich hingegen bin der Auffassung, daß ohne Klarheit in der ersten Frage, die zweite überhaupt nicht gestellt werden kann und keinen Sinn hat. Das ist evident. Denn wenn man, wie ich und viele andere hier, den Standpunkt vertritt, daß das Recht auf Leben in der Werte-Hierarchie an alleroberster Stelle stehen muß, dann kann man nur noch darüber diskutieren, welche besonderen objektiven Umstände eine Abtreibung erlauben können. Nicht hingegen, ob und wie dieses Leben von einer subjektiven Entscheidung, von wem auch immer, abhängen und zur Disposition stehen könnte.
Wer hingegen für das "Recht auf Abtreibung" eintritt, muß[/u] zuvor zwingend - implizit oder explizit - der These zugestimt haben, das Recht des Embryos auf Leben sei dem Recht auf Selbstbestimmung, sei es nun der Frau, des Mannes oder beider "potentiell" untergeordnet - und damit: prizipiell! Denn ein "Recht", das unter Verweis auf ein anderes genommen werden kann, wird dadurch - de facto und de jure - zu einem jenem anderen Recht untergeordneten.
Es ist also logisch und rechtens nicht möglich, diese Frage Nr.2 mit Ja zu beantworten, wenn man sich um die klare Beantwortung der Frage Nr.1 herumdrückt bzw. ihr ausweicht. Die gegenwärtige Rechtspraxis ist jedoch genau ein solches Monstrum. Abtreibung ist und bleibt nämlich eine "rechtswidrige Tötung"! Damit ist formal(!) dem Rechtsgrundsatz des überragenden Wertes des Lebens und seines unbedingten Schutzbedürfnisses "Rechnung" getragen, die Tötung wird "nur" nicht bestraft, falls eine bestimmte formale Prozedur eingehalten wird. Das ist etwa so, als sagte man: Banküberfälle sind rechtswidrig, wenn du jedoch nachweisen kannst, daß du dich vorher hast beraten lassen, dann kann man dir das Geld hinterher nicht mehr abnehmen. Jeder kann sich leicht ausmalen, wie stark die Zahl der Banküberfälle in die Höhe schnellte, würde eine solche Regelung eingeführt.
Für das Leben unserer eigenen ungeborenen Kinder gilt jedoch eine solche absurde Regelung, auch wenn sich das keiner so recht "einprägen" mag. Man will ja sein Gewissen nicht unnötig "belasten"! Entsprechend steigt die Zahl der Abteibungen kontinuierlich an - im Jahre 2002 waren es in Deutschland über 135.000(!) - und der formell weiterhin aufrecht gehaltene Anspruch, das Leben staatlich zu schützen, ist de facto völlig zusammengebrochen. Das ist also blanker Hohn und eine kollektive Heuchelei sondergleichen. Folgerichtig meinen die meisten Leute auch fälschlich, es gäbe ein "Recht auf Abtreibung". Das ist falsch, dieses "Recht" gibt es <i<nicht[/i]! Aber es gibt diese Praxis. Das ist ein ununterbrochener Skandal. In meinen Augen: ein gigantisches Großverbrechen, an dem die ganze Gesellschaft sehenden Auges und klaren Bewußtseins beteiligt ist.
Und genau deswegen tauchen auch regelmäßig und prompt die Rufe auf, solche "unangenehmen" Debatten möglichst schnell zu "beenden"und unter den Teppich zu kehren. Mich erinnert das in seiner selbstgerechten Spießigkeit und Gewissensabtötung an das Verhalten, das unsere Eltern / Großeltern in den Nachkriegsjahren vielerorts an den Tag legten, wenn es um die Erinnerung "an jene dunklen Jahre" ging. Dabei kann man für diese Generation unvergleichlich viel mehr Verständnis aufbringen, als für die heutigen Menschen, denn sie waren in der ganz überwiegenden Mehrheit in keiner Weise an den verbrecherischen Taten beteiligt, wußten auch fast durchweg nichts konkretes von Art und Ausmaß des Entsetzens, das ihre jüdischen Nachbarn nach deren "Evakuierung nach Osten" erwartete und konnten unter den Bedingungen einer gnadenlos brutalen und mörderischen Diktatur, noch dazu im "Vernichtungskrieg" / Bombenkrieg stehend, realistischerweise nichts Effektives unternehmen, den Wahn zu beenden, so weit er ihnen denn überhaupt bewußt war.
Wir Heutigen hingegen sind an diesen Massenmordtaten beteiligt: jedes Jahr knapp 1% aller gebärfähigen Frauen, dazu die an den Entscheidungen oftmals durchaus mitbeteiligten Männer. Wir alle wissen um diese Verbrechen in allen Einzelheiten Bescheid, jeder kann sich darüber informieren, so umfassend, wie er das möchte. Und wir leben in einer Gesellschaft, in der eine Haltung gegen diese Praxis zwar "verpönt", aber nicht mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist. Daß wir es dennoch geschehen lassen, macht diese Taten zu unseren Taten. Und diese Taten werden zu unserem Gericht.
Zum Schluß noch Eines: nein, Andreas, die Diskussion hier hat sich nicht an der Frage der "Machtausübung" entzündet und ist, außer v.a. von Xenia, auch nicht entlang dieser Frage geführt worden. Ich möchte versuchen, dir zu verdeutlichen, was eine solche "Verlagerung" der Fragestellung eigentlich für Konsequenzen hat, und zwar anhand einer historischen Analogie, bei der du wahrscheinlich meiner Argumentation folgen würdest.
Die Verlagerung auf die Frage der "Machtausübung" würde nämlich bedeuten, daß man die Ermordung der europäischen Juden deswegen kritisieren müßte, weil die Entscheidung nicht demokratisch zustande kam, sondern von der Naziführung diktatorisch angeordnet und heimlich durchgeführt wurde. Das wäre jedoch evidenter Unsinn und Beleg für eine grauenhafte Verrohung der ethischen Urteilskraft. Denn das Verbrechen bestand darin, daß es überhaupt stattgefunden hat! Erst abgeleitet interessieren die besonders verbecherischen Umstände, unter denen es in Szene gesetzt wurde.
Gleiches gilt in meinen Augen ganz analog in der Frage der massenhaften Abtreibungen in unserem Land.
Wie erblindet muß unser Gewissen eigentlich sein, daß dies nicht von allein ins Auge springt?
Meint der Nick
Fehlerkorrektur!
Nick, Monday, 16.06.2003, 01:58 (vor 8270 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Gegen Abtreibung! von Nick am 15. Juni 2003 22:42:07:
Im 9. Absatz meines Posts "Gegen Abtreibung" befindet sich ein sinnentstellender Fehler.
Es muß natürlich heißen:
"(...) Folgerichtig meinen die meisten Leute auch fälschlich, es gäbe ein "Recht auf Abtreibung". Das ist falsch, dieses "Recht" gibt es nicht[/b]! Aber es gibt diese Praxis..."
Der 9. Absatz als ganzer:
Für das Leben unserer eigenen ungeborenen Kinder gilt jedoch eine solche absurde Regelung, auch wenn sich das keiner so recht "einprägen" mag. Man will ja sein Gewissen nicht unnötig "belasten"! Entsprechend steigt die Zahl der Abteibungen kontinuierlich an - im Jahre 2002 waren es in Deutschland über 135.000(!) - und der formell weiterhin aufrecht gehaltene Anspruch, das Leben staatlich zu schützen, ist de facto völlig zusammengebrochen. Das ist also blanker Hohn und eine kollektive Heuchelei sondergleichen. Folgerichtig meinen die meisten Leute auch fälschlich, es gäbe ein "Recht auf Abtreibung". Das ist falsch, dieses "Recht" gibt es nicht! Aber es gibt diese Praxis. Das ist ein ununterbrochener Skandal. In meinen Augen: ein gigantisches Großverbrechen, an dem die ganze Gesellschaft sehenden Auges und klaren Bewußtseins beteiligt ist.
Für das Recht auf Abtreibung!
Xenia, Monday, 16.06.2003, 14:08 (vor 8269 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Gegen Abtreibung! von Nick am 15. Juni 2003 22:42:07:
Also gut, mein allerletzter Versuch...
du schlägst hier vor, eine Debatte zu beenden, und zwar nicht indem du argumentiest, >sondern indem du
polemisierst. Es hat hier bisher jedoch keiner nach einem Zensor gerufen, und es ist auch >nicht akzeptabel, wenn es
einer tut. Was in einem Forum diskutiert wird hängt von den Leuten ab, die diskutieren, und >von ihren Interessen
und Themenschwerpunkten.
So ist es.
Ich habe mich bisher 3 mal zu Wort gemeldet und möchte nun meinen Standpunkt einmal >zusammenfassend
darstellen. Zunächst: daß sich die Debatte im Kreis dreht, liegt vor allem daran, daß zwei >unterschiedliche Fragen
aneinander vorbei diskutiert werden - und ich meine, absichtsvoll:
Sehe ich zwar nicht so, aber bitte.
1.) Die Frage nach dem Wert des Lebens eines Embryos; besser: seinem Recht auf Leben.
Hat er unbedingtes Recht auf Leben, ja oder nein? Wie ist die Tötung eines Embryos zu >bewerten, kann sie
überhaupt grundsätzlich akzeptabel sein, oder ist das Recht auf Leben so überragend, daß >dies nicht akzeptiert
werden darf.
Aha, der Embryo wird mal wieder zuerst genannt.
2.) Die Frage nach dem Selbstbestimmungsrecht der Frau / des Mannes / beider.
Wie weit darf dies bei Vorliegen einer Schwangerschaft gehen: darf sie - und falls ja: darf >sie allein - über das
Leben des Emryos entscheiden? Liegt das Leben des Kindes in ihrer Disposition, nur weil es >in ihrem Körper,
ihrer Gebärmutter heranwächst? Oder hat das Kind nicht gerade wegen dieser Abhängigkeit >sogar ein besonderes
natürliches Anrecht auf ihren Schutz, so wie es für alle Schutzbefohlenen sonst auch >regelmäßig gilt? In wieweit ist
der Vater des Kindes in solche Entscheidungen mit einzubeziehen? Etc. pp.
Ich finde die Formulierung deiner Fragen bereits so offensichtlich tendenziös, dass ich mich frage, ob du tatsächlich noch diskutieren willst, denn für dich st die Entscheidung doch bereits gefallen.
Dies sind zwei unterschiedliche, wenn auch hierarchisch verbundene Fragenbereiche!
Wieso zwangsweise hierarchisch?
Sie >werden hier jedoch
nicht klar getrennt, sondern dauernd vermischt.
Weil sie nicht klar zu trennen sind, weil das eine mit dem anderen eng zusammenhängt, weil man eben nun mal nicht beides haben kann.
Xenia ist der Beantwortung der ersten Frage >bislang stets durch
Springen in die zweite ausgewichen.
Ich bin nicht ausgewichen, ich habe nur immer wieder klarzumachen versucht, dass die Beantwortung der ersten Frage keine Lösung bringt, solange man sich nicht auch ernsthaft mit der ersten auseinandersetzt. Eines ist doch klar, egal, wie ich die erste Frage beantworte, die zweite wird dadurch implizit mitbeantwortet.
Du schlägst nun gar vor, es generell dabei zu belassen >und sich um die erste
Frage überhaupt nicht mehr zu kümmern.
Man könnte ja auch argumentieren, dass diese Debatte, gesellschaftlich gesehen, langsam ausgetreten ist.
Ich hingegen bin der Auffassung, daß ohne Klarheit in der ersten Frage, die zweite >überhaupt nicht gestellt werden
kann und keinen Sinn hat.
Sehr wohl. Wenn ich erst die zweite Frage beantworte, kann ich mir die erste gleich sparen, weil auch so herum eine implizite Antwort möglich ist. Deine Trennung der beiden bereiche halte ich für eine Illusion, das funktioniert vielleicht theoretisch, praktisch aber nicht. Und damit hilft das auch nicht weiter.
Das ist evident. Denn wenn man, wie ich und viele andere hier, >den Standpunkt vertritt,
daß das Recht auf Leben in der Werte-Hierarchie an alleroberster Stelle stehen muß, dann >kann man nur noch
darüber diskutieren, welche besonderen objektiven Umstände eine Abtreibung erlauben >können. Nicht hingegen,
ob und wie dieses Leben von einer subjektiven Entscheidung, von wem auch immer, >abhängen und zur Disposition
stehen könnte.
So ist es. Mithin wäre für euch die zweite Frage schon fast überflüssig, und das sehe ich schlichtweg nicht ein, die zweite Frage hat mit genau derselben Ernsthfatigkeit beantwortet zu werden, wie die erste, Warum soll denn die Frau an zweiter Stelle stehen, warum diese Hierarchie? Mir treibt es die Tränen in die Augen, wenn ich sehe, wie sich eine Menge Menschen mit einem Embryo solidarisieren, was ja nun wirklich nicht schwer fällt, um sich, wie ich das sehe, die Frau regelrecht als Mörderin abzustempeln, ohne sie anzuhören. Die Notlagen von Frauen sind euch doch schnurzegal.
Wer hingegen für das "Recht auf Abtreibung" eintritt, muß zuvor zwingend - implizit oder >explizit - der These
zugestimt haben, das Recht des Embryos auf Leben sei dem Recht auf Selbstbestimmung, >sei es nun der Frau,
des Mannes oder beider "potentiell" untergeordnet - und damit: prizipiell! Denn ein "Recht", >das unter Verweis auf
ein anderes genommen werden kann, wird dadurch - de facto und de jure - zu einem jenem >anderen Recht
untergeordneten.
Tja, halte ich für falsch. Denn das recht auf Leben des Embryos kommt in meiner Konstellation wenigstens insofern vor, als dass die Frau über die Konsequenzen ihrer Abtreibung aufgeklärt wird, dass sie die Verantwortung für den Tod des Embryo übernimmt, sowie das Risiko, später einmal dadurch schwer belastet zu sein. Der Bedeutung des rechtes auf Leben wird dadurch sehr viel mehr Rechnung getragen, als in eurer Konstellation dem Recht der Frau auf Selbstbestimmung.
Es ist also logisch und rechtens nicht möglich, diese Frage Nr.2 mit Ja zu beantworten, wenn >man sich um die klare
Beantwortung der Frage Nr.1 herumdrückt bzw. ihr ausweicht. Die gegenwärtige >Rechtspraxis ist jedoch genau
ein solches Monstrum. Abtreibung ist und bleibt nämlich eine "rechtswidrige Tötung"! >Damit ist formal(!) dem
Rechtsgrundsatz des überragenden Wertes des Lebens und seines unbedingten >Schutzbedürfnisses "Rechnung"
getragen, die Tötung wird "nur" nicht bestraft, falls eine bestimmte formale Prozedur >eingehalten wird. Das ist etwa
so, als sagte man: Banküberfälle sind rechtswidrig, wenn du jedoch nachweisen kannst, daß >du dich vorher hast
beraten lassen, dann kann man dir das Geld hinterher nicht mehr abnehmen. Jeder kann sich >leicht ausmalen, wie
stark die Zahl der Banküberfälle in die Höhe schnellte, würde eine solche Regelung >eingeführt.
Ich halte überhaupt nichts von diesen Vergleichen, denn sie hinken irgendwie immer. Schließlich ist en Bankraub keine Abtreibung, nicht mal eine Analogie dazu.
Für das Leben unserer eigenen ungeborenen Kinder gilt jedoch eine solche absurde >Regelung, auch wenn sich das
keiner so recht "einprägen" mag. Man will ja sein Gewissen nicht unnötig "belasten"! >Entsprechend steigt die Zahl
der Abteibungen kontinuierlich an - im Jahre 2002 waren es in Deutschland über 135.000(!)
Du willst über Zahlen reden? Fein. In unserem Land gibt es 80 Mio. Bürger, davon ist ca. die Hälfte weiblich, also 40 Mio. und wenn wir annehmen, dass die Hälfte davon im gebärfähigen Alter ist, dann sind das 20 Mio. von 20 Mio. Frauen haben 135.000 abgetrieben. Irgendwie relativiert sich das. Und ich möchte einmal wissen, wie viele Frauen sich in diesem Zeitraum gegen eine Abtreibung entschieden haben....
-> und der formell
weiterhin aufrecht gehaltene Anspruch, das Leben staatlich zu schützen, ist de facto völlig >zusammengebrochen.
Ich sehe es eher so, dass der Gesetzgeber der komplizierten Situation, mithin der komplexen Realität, Rechnung getragen hat.
Das ist also blanker Hohn und eine kollektive Heuchelei sondergleichen. Folgerichtig >meinen die meisten Leute
auch fälschlich, es gäbe ein "Recht auf Abtreibung". Das ist falsch, dieses "Recht" gibt es nicht!
Sollte es aber meiner Meinung nach geben.
Aber es gibt diese
Praxis. Das ist ein ununterbrochener Skandal. In meinen Augen: ein gigantisches >Großverbrechen, an dem die
ganze Gesellschaft sehenden Auges und klaren Bewußtseins beteiligt ist.
Ich glaube eher, dass du sehr naiv an das alles herangehst.
Und genau deswegen tauchen auch regelmäßig und prompt die Rufe auf, solche >"unangenehmen" Debatten
möglichst schnell zu "beenden" und unter den Teppich zu kehren. Mich erinnert das in seiner >selbstgerechten
Spießigkeit und Gewissensabtötung an das Verhalten, das unsere Eltern / Großeltern in den >Nachkriegsjahren
vielerorts an den Tag legten, wenn es um die Erinnerung "an jene dunklen Jahre" ging. >Dabei kann man für diese
Generation unvergleichlich viel mehr Verständnis aufbringen,
Das war klar, natürlich, selbstverständlich.
als für die heutigen >Menschen, denn sie waren in der
ganz überwiegenden Mehrheit in keiner Weise an den verbrecherischen Taten beteiligt,
Das kommt natürlich darauf an, wie du das definierst....
wußten auch fast durchweg
nichts konkretes von Art und Ausmaß des Entsetzens, das ihre jüdischen Nachbarn nach >deren "Evakuierung nach
Osten" erwartete
Ach so, jetzt sind die wieder die Unschuldlämmer. Ich muss schon sagen, es ist ein starkes Stück, diese Ungerechtigkeit zu Lasten von Abtreiberinnen dermaßen zurelativieren!
und konnten unter den Bedingungen einer gnadenlos brutalen und >mörderischen Diktatur, noch
dazu im "Vernichtungskrieg" / Bombenkrieg stehend, realistischerweise nichts Effektives >unternehmen, den Wahn
zu beenden, so weit er ihnen denn überhaupt bewußt war.
Ich bin mir absolut sicher, dass sie sich dem Wahn bewusst waren, und ich bin mir auch sicher, dass etwas dagegen hätte unternommen werden können.
Wir Heutigen hingegen sind an diesen Massenmordtaten beteiligt: jedes Jahr knapp 1% aller >gebärfähigen Frauen,
dazu die an den Entscheidungen oftmals durchaus mitbeteiligten Männer.
1%? Und das nennst du Massenmorde?!?
Wir alle wissen >um diese Verbrechen in
allen Einzelheiten Bescheid, jeder kann sich darüber informieren, so umfassend, wie er das >möchte. Und wir leben
in einer Gesellschaft, in der eine Haltung gegen diese Praxis zwar "verpönt", aber nicht mit >Gefahr für Leib und
Leben verbunden ist. Daß wir es dennoch geschehen lassen, macht diese Taten zu unseren >Taten. Und diese
Taten werden zu unserem Gericht.
Wo?
Zum Schluß noch Eines: nein, Andreas, die Diskussion hier hat sich nicht an der Frage der >"Machtausübung"
entzündet und ist, außer v.a. von Xenia, auch nicht entlang dieser Frage geführt worden.
Sehr lustig, in Anbetracht der Tatsache, dass ich mich hier am häufigsten dazu geäußert habe, mithin diese Diskussion dominierte, ist die Frage sehr wohl an der Machtausübung entlang geführt worden. Und das war auch richtig so.
Ich >möchte versuchen, dir
zu verdeutlichen, was eine solche "Verlagerung" der Fragestellung eigentlich für >Konsequenzen hat, und zwar
anhand einer historischen Analogie, bei der du wahrscheinlich meiner Argumentation folgen >würdest.
Die Verlagerung auf die Frage der "Machtausübung" würde nämlich bedeuten, daß man die >Ermordung der
europäischen Juden deswegen kritisieren müßte, weil die Entscheidung nicht demokratisch >zustande kam, sondern
von der Naziführung diktatorisch angeordnet und heimlich durchgeführt wurde.
Ganz ehrlich, dein Vergleich ist daneben. Muss man eigentlich immer wieder den Holocaust heranziehen, um zu beweisen, wie furchtbar etwas ist? Was du hier machst, ist ein schamloses instrumentalisieren und ein himmelschreiender Verlust von Maßstäben. Es fehlt nur noch dass du abtreibende Frau direkt mit Hitler gleichsetzt....
Das wäre >jedoch evidenter Unsinn
und Beleg für eine grauenhafte Verrohung der ethischen Urteilskraft. Denn das Verbrechen >bestand darin, daß es
überhaupt stattgefunden hat!
Beim Holocaust ja, bei der Abtreibung nein.
Erst abgeleitet interessieren die besonders verbecherischen >Umstände, unter denen
es in Szene gesetzt wurde.
Gleiches gilt in meinen Augen ganz analog in der Frage der massenhaften Abtreibungen in >unserem Land.
Massenhaft bei 1 %?
Wie erblindet muß unser Gewissen eigentlich sein, daß dies nicht von allein ins Auge >springt?
Vielleicht bist ja du hier der Blinde, wer weiß das schon. Mich überzeugt das alles jedenfalls nicht und immer weniger. Zu Anfang, bei deiner Aufteilung in die zwei Fragen, dachte ich noch, du wolltest sachlich diskutieren, aber deine Vergleiche und Analogien zeigen, dass dem nicht so ist, denn instrumentalisierst schamlos Gefühle und Emotionen für deine Zwecke, Sorry, Das ist keine objektive Darstellung einer Diskussion oder Debatte oder gar eines Sachverhaltes.
Sagt Xenia
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
gaehn, Monday, 16.06.2003, 14:23 (vor 8269 Tagen) @ Xenia
Als Antwort auf: Für das Recht auf Abtreibung! von Xenia am 16. Juni 2003 11:08:50:
Also gut, mein allerletzter Versuch...
du schlägst hier vor, eine Debatte zu beenden, und zwar nicht indem du argumentiest, >sondern indem du
polemisierst. Es hat hier bisher jedoch keiner nach einem Zensor gerufen, und es ist auch >nicht akzeptabel, wenn es
einer tut. Was in einem Forum diskutiert wird hängt von den Leuten ab, die diskutieren, und >von ihren Interessen
und Themenschwerpunkten.
So ist es.
Ich habe mich bisher 3 mal zu Wort gemeldet und möchte nun meinen Standpunkt einmal >zusammenfassend
darstellen. Zunächst: daß sich die Debatte im Kreis dreht, liegt vor allem daran, daß zwei >unterschiedliche Fragen
aneinander vorbei diskutiert werden - und ich meine, absichtsvoll:
Sehe ich zwar nicht so, aber bitte.
1.) Die Frage nach dem Wert des Lebens eines Embryos; besser: seinem Recht auf Leben.
Hat er unbedingtes Recht auf Leben, ja oder nein? Wie ist die Tötung eines Embryos zu >bewerten, kann sie
überhaupt grundsätzlich akzeptabel sein, oder ist das Recht auf Leben so überragend, daß >dies nicht akzeptiert
werden darf.
Aha, der Embryo wird mal wieder zuerst genannt.
2.) Die Frage nach dem Selbstbestimmungsrecht der Frau / des Mannes / beider.
Wie weit darf dies bei Vorliegen einer Schwangerschaft gehen: darf sie - und falls ja: darf >sie allein - über das
Leben des Emryos entscheiden? Liegt das Leben des Kindes in ihrer Disposition, nur weil es >in ihrem Körper,
ihrer Gebärmutter heranwächst? Oder hat das Kind nicht gerade wegen dieser Abhängigkeit >sogar ein besonderes
natürliches Anrecht auf ihren Schutz, so wie es für alle Schutzbefohlenen sonst auch >regelmäßig gilt? In wieweit ist
der Vater des Kindes in solche Entscheidungen mit einzubeziehen? Etc. pp.
Ich finde die Formulierung deiner Fragen bereits so offensichtlich tendenziös, dass ich mich frage, ob du tatsächlich noch diskutieren willst, denn für dich st die Entscheidung doch bereits gefallen.
Dies sind zwei unterschiedliche, wenn auch hierarchisch verbundene Fragenbereiche!
Wieso zwangsweise hierarchisch?
Sie >werden hier jedoch
nicht klar getrennt, sondern dauernd vermischt.
Weil sie nicht klar zu trennen sind, weil das eine mit dem anderen eng zusammenhängt, weil man eben nun mal nicht beides haben kann.
Xenia ist der Beantwortung der ersten Frage >bislang stets durch
Springen in die zweite ausgewichen.
Ich bin nicht ausgewichen, ich habe nur immer wieder klarzumachen versucht, dass die Beantwortung der ersten Frage keine Lösung bringt, solange man sich nicht auch ernsthaft mit der ersten auseinandersetzt. Eines ist doch klar, egal, wie ich die erste Frage beantworte, die zweite wird dadurch implizit mitbeantwortet.
Du schlägst nun gar vor, es generell dabei zu belassen >und sich um die erste
Frage überhaupt nicht mehr zu kümmern.
Man könnte ja auch argumentieren, dass diese Debatte, gesellschaftlich gesehen, langsam ausgetreten ist.
Ich hingegen bin der Auffassung, daß ohne Klarheit in der ersten Frage, die zweite >überhaupt nicht gestellt werden
kann und keinen Sinn hat.
Sehr wohl. Wenn ich erst die zweite Frage beantworte, kann ich mir die erste gleich sparen, weil auch so herum eine implizite Antwort möglich ist. Deine Trennung der beiden bereiche halte ich für eine Illusion, das funktioniert vielleicht theoretisch, praktisch aber nicht. Und damit hilft das auch nicht weiter.
Das ist evident. Denn wenn man, wie ich und viele andere hier, >den Standpunkt vertritt,
daß das Recht auf Leben in der Werte-Hierarchie an alleroberster Stelle stehen muß, dann >kann man nur noch
darüber diskutieren, welche besonderen objektiven Umstände eine Abtreibung erlauben >können. Nicht hingegen,
ob und wie dieses Leben von einer subjektiven Entscheidung, von wem auch immer, >abhängen und zur Disposition
stehen könnte.
So ist es. Mithin wäre für euch die zweite Frage schon fast überflüssig, und das sehe ich schlichtweg nicht ein, die zweite Frage hat mit genau derselben Ernsthfatigkeit beantwortet zu werden, wie die erste, Warum soll denn die Frau an zweiter Stelle stehen, warum diese Hierarchie? Mir treibt es die Tränen in die Augen, wenn ich sehe, wie sich eine Menge Menschen mit einem Embryo solidarisieren, was ja nun wirklich nicht schwer fällt, um sich, wie ich das sehe, die Frau regelrecht als Mörderin abzustempeln, ohne sie anzuhören. Die Notlagen von Frauen sind euch doch schnurzegal.
Wer hingegen für das "Recht auf Abtreibung" eintritt, muß zuvor zwingend - implizit oder >explizit - der These
zugestimt haben, das Recht des Embryos auf Leben sei dem Recht auf Selbstbestimmung, >sei es nun der Frau,
des Mannes oder beider "potentiell" untergeordnet - und damit: prizipiell! Denn ein "Recht", >das unter Verweis auf
ein anderes genommen werden kann, wird dadurch - de facto und de jure - zu einem jenem >anderen Recht
untergeordneten.
Tja, halte ich für falsch. Denn das recht auf Leben des Embryos kommt in meiner Konstellation wenigstens insofern vor, als dass die Frau über die Konsequenzen ihrer Abtreibung aufgeklärt wird, dass sie die Verantwortung für den Tod des Embryo übernimmt, sowie das Risiko, später einmal dadurch schwer belastet zu sein. Der Bedeutung des rechtes auf Leben wird dadurch sehr viel mehr Rechnung getragen, als in eurer Konstellation dem Recht der Frau auf Selbstbestimmung.
Es ist also logisch und rechtens nicht möglich, diese Frage Nr.2 mit Ja zu beantworten, wenn >man sich um die klare
Beantwortung der Frage Nr.1 herumdrückt bzw. ihr ausweicht. Die gegenwärtige >Rechtspraxis ist jedoch genau
ein solches Monstrum. Abtreibung ist und bleibt nämlich eine "rechtswidrige Tötung"! >Damit ist formal(!) dem
Rechtsgrundsatz des überragenden Wertes des Lebens und seines unbedingten >Schutzbedürfnisses "Rechnung"
getragen, die Tötung wird "nur" nicht bestraft, falls eine bestimmte formale Prozedur >eingehalten wird. Das ist etwa
so, als sagte man: Banküberfälle sind rechtswidrig, wenn du jedoch nachweisen kannst, daß >du dich vorher hast
beraten lassen, dann kann man dir das Geld hinterher nicht mehr abnehmen. Jeder kann sich >leicht ausmalen, wie
stark die Zahl der Banküberfälle in die Höhe schnellte, würde eine solche Regelung >eingeführt.
Ich halte überhaupt nichts von diesen Vergleichen, denn sie hinken irgendwie immer. Schließlich ist en Bankraub keine Abtreibung, nicht mal eine Analogie dazu.
Für das Leben unserer eigenen ungeborenen Kinder gilt jedoch eine solche absurde >Regelung, auch wenn sich das
keiner so recht "einprägen" mag. Man will ja sein Gewissen nicht unnötig "belasten"! >Entsprechend steigt die Zahl
der Abteibungen kontinuierlich an - im Jahre 2002 waren es in Deutschland über 135.000(!)
Du willst über Zahlen reden? Fein. In unserem Land gibt es 80 Mio. Bürger, davon ist ca. die Hälfte weiblich, also 40 Mio. und wenn wir annehmen, dass die Hälfte davon im gebärfähigen Alter ist, dann sind das 20 Mio. von 20 Mio. Frauen haben 135.000 abgetrieben. Irgendwie relativiert sich das. Und ich möchte einmal wissen, wie viele Frauen sich in diesem Zeitraum gegen eine Abtreibung entschieden haben....
-> und der formell
weiterhin aufrecht gehaltene Anspruch, das Leben staatlich zu schützen, ist de facto völlig >zusammengebrochen.
Ich sehe es eher so, dass der Gesetzgeber der komplizierten Situation, mithin der komplexen Realität, Rechnung getragen hat.
Das ist also blanker Hohn und eine kollektive Heuchelei sondergleichen. Folgerichtig >meinen die meisten Leute
auch fälschlich, es gäbe ein "Recht auf Abtreibung". Das ist falsch, dieses "Recht" gibt es nicht!
Sollte es aber meiner Meinung nach geben.
Aber es gibt diese
Praxis. Das ist ein ununterbrochener Skandal. In meinen Augen: ein gigantisches >Großverbrechen, an dem die
ganze Gesellschaft sehenden Auges und klaren Bewußtseins beteiligt ist.
Ich glaube eher, dass du sehr naiv an das alles herangehst.
Und genau deswegen tauchen auch regelmäßig und prompt die Rufe auf, solche >"unangenehmen" Debatten
möglichst schnell zu "beenden" und unter den Teppich zu kehren. Mich erinnert das in seiner >selbstgerechten
Spießigkeit und Gewissensabtötung an das Verhalten, das unsere Eltern / Großeltern in den >Nachkriegsjahren
vielerorts an den Tag legten, wenn es um die Erinnerung "an jene dunklen Jahre" ging. >Dabei kann man für diese
Generation unvergleichlich viel mehr Verständnis aufbringen,
Das war klar, natürlich, selbstverständlich.
als für die heutigen >Menschen, denn sie waren in der
ganz überwiegenden Mehrheit in keiner Weise an den verbrecherischen Taten beteiligt,
Das kommt natürlich darauf an, wie du das definierst....
wußten auch fast durchweg
nichts konkretes von Art und Ausmaß des Entsetzens, das ihre jüdischen Nachbarn nach >deren "Evakuierung nach
Osten" erwartete
Ach so, jetzt sind die wieder die Unschuldlämmer. Ich muss schon sagen, es ist ein starkes Stück, diese Ungerechtigkeit zu Lasten von Abtreiberinnen dermaßen zurelativieren!
und konnten unter den Bedingungen einer gnadenlos brutalen und >mörderischen Diktatur, noch
dazu im "Vernichtungskrieg" / Bombenkrieg stehend, realistischerweise nichts Effektives >unternehmen, den Wahn
zu beenden, so weit er ihnen denn überhaupt bewußt war.
Ich bin mir absolut sicher, dass sie sich dem Wahn bewusst waren, und ich bin mir auch sicher, dass etwas dagegen hätte unternommen werden können.
Wir Heutigen hingegen sind an diesen Massenmordtaten beteiligt: jedes Jahr knapp 1% aller >gebärfähigen Frauen,
dazu die an den Entscheidungen oftmals durchaus mitbeteiligten Männer.
1%? Und das nennst du Massenmorde?!?
öhm es handelt sich dabei aber um hunderttaunsende abtreibungen jedes jahr. mag man sich darüber streiten ob das massen sind für mich sind es massen. von daher spielt es eine rolle wie man das ganze darstellt und 1 % sind wenn man die zahl selbst nimmt sehr viel.
Wir alle wissen >um diese Verbrechen in
allen Einzelheiten Bescheid, jeder kann sich darüber informieren, so umfassend, wie er das >möchte. Und wir leben
in einer Gesellschaft, in der eine Haltung gegen diese Praxis zwar "verpönt", aber nicht mit >Gefahr für Leib und
Leben verbunden ist. Daß wir es dennoch geschehen lassen, macht diese Taten zu unseren >Taten. Und diese
Taten werden zu unserem Gericht.
Wo?
Zum Schluß noch Eines: nein, Andreas, die Diskussion hier hat sich nicht an der Frage der >"Machtausübung"
entzündet und ist, außer v.a. von Xenia, auch nicht entlang dieser Frage geführt worden.
Sehr lustig, in Anbetracht der Tatsache, dass ich mich hier am häufigsten dazu geäußert habe, mithin diese Diskussion dominierte, ist die Frage sehr wohl an der Machtausübung entlang geführt worden. Und das war auch richtig so.
Ich >möchte versuchen, dir
zu verdeutlichen, was eine solche "Verlagerung" der Fragestellung eigentlich für >Konsequenzen hat, und zwar
anhand einer historischen Analogie, bei der du wahrscheinlich meiner Argumentation folgen >würdest.
Die Verlagerung auf die Frage der "Machtausübung" würde nämlich bedeuten, daß man die >Ermordung der
europäischen Juden deswegen kritisieren müßte, weil die Entscheidung nicht demokratisch >zustande kam, sondern
von der Naziführung diktatorisch angeordnet und heimlich durchgeführt wurde.
Ganz ehrlich, dein Vergleich ist daneben. Muss man eigentlich immer wieder den Holocaust heranziehen, um zu beweisen, wie furchtbar etwas ist? Was du hier machst, ist ein schamloses instrumentalisieren und ein himmelschreiender Verlust von Maßstäben. Es fehlt nur noch dass du abtreibende Frau direkt mit Hitler gleichsetzt....
Das wäre >jedoch evidenter Unsinn
und Beleg für eine grauenhafte Verrohung der ethischen Urteilskraft. Denn das Verbrechen >bestand darin, daß es
überhaupt stattgefunden hat!
Beim Holocaust ja, bei der Abtreibung nein.
Erst abgeleitet interessieren die besonders verbecherischen >Umstände, unter denen
es in Szene gesetzt wurde.
Gleiches gilt in meinen Augen ganz analog in der Frage der massenhaften Abtreibungen in >unserem Land.
Massenhaft bei 1 %?
siehe oben.
Wie erblindet muß unser Gewissen eigentlich sein, daß dies nicht von allein ins Auge >springt?
Vielleicht bist ja du hier der Blinde, wer weiß das schon. Mich überzeugt das alles jedenfalls nicht und immer weniger. Zu Anfang, bei deiner Aufteilung in die zwei Fragen, dachte ich noch, du wolltest sachlich diskutieren, aber deine Vergleiche und Analogien zeigen, dass dem nicht so ist, denn instrumentalisierst schamlos Gefühle und Emotionen für deine Zwecke, Sorry, Das ist keine objektive Darstellung einer Diskussion oder Debatte oder gar eines Sachverhaltes.
Sagt Xenia
man sollte schlicht und einfach das rentensystem abschaffen. damit die menschen wieder wissen, das entweder sie selbst oder die nächste generation sie ernährt.
weiterhin sollten abtreibungen von den betroffenen selbst finanziert werden solange es sich nicht dabei nicht um vergewaltigungsopfer handelt.
dann kanns mir nämlich auch egal sein, ich möchte jedenfalls keine steuern zahlen dafür das frauen die freiheit ihres körpers praktizieren. ich möchte auch keine alternden emanzen ernähren, die keine steuerzahler produziert haben bzw. gleich welche getötet haben.
im übrigen, solltest du wissen das kein mensch sachlich diskutieren kann (wirklich keiner). selbst die mathematik fundiert auf axiomen, an die man glauben kann oder nicht (selbst dem was du siehst musst du glauben).
von daher glauben wir eigentlich, das alles auf glauben fusst muahaaha.
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Karin, Monday, 16.06.2003, 22:26 (vor 8269 Tagen) @ gaehn
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von gaehn am 16. Juni 2003 11:23:03:
man sollte schlicht und einfach das rentensystem abschaffen. damit die
menschen wieder wissen, das entweder sie selbst oder die nächste
generation sie ernährt.
*vollzustimm*
dann hat jede(r) naemlich die freie Entscheidung.... ich für meinen Teil könnte mir meine Rente leicht selbst finanzieren, wenn ich (meinetwegen auch nur)den Arbeitnehmeranteil an der RV selbst anlegen dürfte ....
weiterhin sollten abtreibungen von den betroffenen selbst finanziert
werden solange es sich nicht dabei nicht um vergewaltigungsopfer handelt.
Auch gut, dann zahlt die Krankenkasse aber auch keinen Alkohol- oder Drogen Entzug mehr, Zähne werden auch nur schlecht, wenn man zu viel Zucker isst, Die Raucherbein-Amputaionen sind auch Privatvergnügen und die Knöchelbrüche beim Fussballspielen dürfen natürlich auch nicht der Allgemeinheit angelastet werden
ich möchte auch keine alternden emanzen ernähren, die keine steuerzahler
produziert haben bzw. gleich welche getötet haben.
Siehe oben.... wenn ich dürfte, würde ich meinen Lebensabend herzlich gerne selbst finanzieren...
Im übrigen..... gilt Deine Bemerkung auch für Frauen, die liebend gerne Kinder haben möcheten, aber keine bekommen können... oder die vielleicht schlicht und ergreifen vielleicht inder haebn möchten, aber irgendwie nie den richtigen Partner dafür gefunden haben ? MUSS frau jetzt (ob ledig oder nicht) jetzt 2 Kinder in die Welt setzten um Deinen Ansprüchen zu genügen ?
Nette These
))
im übrigen, solltest du wissen das kein mensch sachlich diskutieren kann
(wirklich keiner). selbst die mathematik fundiert auf axiomen, an die man
glauben kann oder nicht (selbst dem was du siehst musst du glauben).
von daher glauben wir eigentlich, das alles auf glauben fusst muahaaha.
Und DU scheinst das Paradebeispiel für "einseitige Annahmen ohne Zuendedenken" zu sein
*gggg*
Karin
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
gaehn, Tuesday, 17.06.2003, 11:29 (vor 8268 Tagen) @ Karin
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Karin am 16. Juni 2003 19:26:00:
man sollte schlicht und einfach das rentensystem abschaffen. damit die
menschen wieder wissen, das entweder sie selbst oder die nächste
generation sie ernährt.
*vollzustimm*
dann hat jede(r) naemlich die freie Entscheidung.... ich für meinen Teil könnte mir meine Rente leicht selbst finanzieren, wenn ich (meinetwegen auch nur)den Arbeitnehmeranteil an der RV selbst anlegen dürfte ....
weiterhin sollten abtreibungen von den betroffenen selbst finanziert
werden solange es sich nicht dabei nicht um vergewaltigungsopfer handelt.
Auch gut, dann zahlt die Krankenkasse aber auch keinen Alkohol- oder Drogen Entzug mehr, Zähne werden auch nur schlecht, wenn man zu viel Zucker isst, Die Raucherbein-Amputaionen sind auch Privatvergnügen und die Knöchelbrüche beim Fussballspielen dürfen natürlich auch nicht der Allgemeinheit angelastet werden
was drogen und alkohol angeht stimme ich dir zu, ebenso was fettleibigkeit angeht. was knöchelbrüche beim fussballspielen angeht so sehe ich die sache etwas differenzierter, fussball dient dazu die gesundheit zu erhalten. rauchen, alkohol, und viel essen dienen nicht dazu und es ist weithin bekannt das diese dinge negative auswirkungen haben.
ich denke wenn man keine knöchelbrüche beim fussball bezahlt, dann sollte man abtreibungen von vergewaltigungsopfern auch nicht bezahlen.
ich möchte auch keine alternden emanzen ernähren, die keine steuerzahler
produziert haben bzw. gleich welche getötet haben.
Siehe oben.... wenn ich dürfte, würde ich meinen Lebensabend herzlich gerne selbst finanzieren...
Im übrigen..... gilt Deine Bemerkung auch für Frauen, die liebend gerne Kinder haben möcheten, aber keine bekommen können... oder die vielleicht
ja gilt sie. männer z.b. können gar keine kinder bekommen, ich jammere deswegen auch nicht rum.
schlicht und ergreifen vielleicht inder haebn möchten, aber irgendwie nie den richtigen Partner dafür gefunden haben ? MUSS frau jetzt (ob ledig oder nicht) jetzt 2 Kinder in die Welt setzten um Deinen Ansprüchen zu genügen ?
frau soll soviele kinder bekommen wie sie für richtig hält. das ist mir einerlei, wenn es nicht genug sind um sie zu ernähren soll sie verhungern.
Nette These
))
im übrigen, solltest du wissen das kein mensch sachlich diskutieren kann
(wirklich keiner). selbst die mathematik fundiert auf axiomen, an die man
glauben kann oder nicht (selbst dem was du siehst musst du glauben).
von daher glauben wir eigentlich, das alles auf glauben fusst muahaaha.
Und DU scheinst das Paradebeispiel für "einseitige Annahmen ohne Zuendedenken" zu sein
mhm und dir scheint nicht klar zu sein, das man dinge nicht zuende denken kann. denn es gibt kein ende. oder steht die welt vielleicht ausserhalb von zeit?
*gggg*
Karin
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Karin, Tuesday, 17.06.2003, 13:22 (vor 8268 Tagen) @ gaehn
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von gaehn am 17. Juni 2003 08:29:58:
frau soll soviele kinder bekommen wie sie für richtig hält. das ist mir
einerlei, wenn es nicht genug sind um sie zu ernähren soll sie verhungern.
hach.....
und da Männer (wie Du vorher so schön erwähnt hattest) ja gar keine Kinder bekommen können, darf Mann im Alter verhungern....
Was DAS Dein Vorschlag ?
Oder DARF nur ein Mann für sich selbst vorsorgen, eine Frau hat fürs Alter gefälligst Kinder zu bekommen? Wo kämen wir denn da hin, wenn auch die Frau für sich selber vorsorgen dürfte ?
Oder bist Du sauer, weil ich eben diese WAHLmöglichkeit habe und Du nicht ?
Kleiner Fall von umgekehrtem Penisneid ?
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
gaehn, Tuesday, 17.06.2003, 14:01 (vor 8268 Tagen) @ Karin
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Karin am 17. Juni 2003 10:22:10:
frau soll soviele kinder bekommen wie sie für richtig hält. das ist mir
einerlei, wenn es nicht genug sind um sie zu ernähren soll sie verhungern.
hach.....
und da Männer (wie Du vorher so schön erwähnt hattest) ja gar keine Kinder bekommen können, darf Mann im Alter verhungern....
wenn er es schafft genug zusammenzutragen nicht. wenn er mit jemanden kinder zeugt, sollen die ihn halt ernähren.
Was DAS Dein Vorschlag ?
Oder DARF nur ein Mann für sich selbst vorsorgen, eine Frau hat fürs Alter gefälligst Kinder zu bekommen? Wo kämen wir denn da hin, wenn auch die Frau für sich selber vorsorgen dürfte ?
ob die frau kinder bekommt oder lieber für sich sorgt ist ihre sache. genauso wie die des mannes.
Oder bist Du sauer, weil ich eben diese WAHLmöglichkeit habe und Du nicht ?
ohne mann hast du keine wahlmöglichkeit, denn das einzige was es dir erlauben würde allein kinder grosszuziehen ist der staat aber ich spreche ja eben davon diesen auszuschalten.
Kleiner Fall von umgekehrtem Penisneid ?
in der tat gebären halte ich für eine interressante fähigkeit. aber du kannst kein sperma produzieren. wobei ich weder das gebären noch das spermaproduzieren für eine echte leistung halte. im grunde muss ich dazu rumliegen, sachen in mich reinstopfen und leben. was anderes musst du zum gebären auch nicht tun.
du bist nicht in der lage zu schaffen ebensowenig wie ich von daher, bin ich auch nicht neidisch.
wollen wir ein wenig gegeneinander quake spielen?
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Karin, Tuesday, 17.06.2003, 17:43 (vor 8268 Tagen) @ gaehn
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von gaehn am 17. Juni 2003 11:01:37:
ob die frau kinder bekommt oder lieber für sich sorgt ist ihre sache.
so....
wollte jetzt nur nochmal diesen einen Satz rausstellen....
Ging die ganze Diuskussion nicht genau daum ?
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
gaehn, Tuesday, 17.06.2003, 20:52 (vor 8268 Tagen) @ Karin
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Karin am 17. Juni 2003 14:43:51:
ob die frau kinder bekommt oder lieber für sich sorgt ist ihre sache.
so....
wollte jetzt nur nochmal diesen einen Satz rausstellen....
Ging die ganze Diuskussion nicht genau daum ?
du reisst es aus dem kontext. es ist mir genau dann egal, was die frau macht wenn es nicht meine steuern sind die dazu benutzt werden ihren willen zu finanzieren.
aber genau das wird getan und das kotzt mich an. ich möchte keine arbeitsleistung für etwas erbringen, was ich für falsch halte.
ich sehe nicht ein, krankenkassen zu finanzieren die abtreibungen bezahlen. ich möchte in kein rentensystem einzahlen welche abtreibungen erlaubt.
wenn wir hier anarchie haben, genau dann wird es mir egal sein. vorher nicht.
wenn heute jemand im supermarkt klaut regt mich das auch auf, weil ich es am ende bezahlen muss. es wird nämlich auf meine preise aufgeschlagen und ich sehe nicht ein warum ich mehr bezahlen sollte.
kapiert?
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Xenia, Tuesday, 17.06.2003, 01:18 (vor 8269 Tagen) @ gaehn
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von gaehn am 16. Juni 2003 11:23:03:
Hi, gaehn, wie schön, dich mal wieder zu treffen J
> > Ich bin mir absolut sicher, dass sie sich dem Wahn bewusst waren, und ich bin mir auch sicher, dass etwas
dagegen hätte unternommen werden können.
> > > Wir Heutigen hingegen sind an diesen Massenmordtaten beteiligt: jedes Jahr knapp 1% aller >gebärfähigen
Frauen,
> > > dazu die an den Entscheidungen oftmals durchaus mitbeteiligten Männer.
> > 1%? Und das nennst du Massenmorde?!?
> öhm es handelt sich dabei aber um hunderttaunsende abtreibungen jedes jahr. mag man >sich darüber streiten ob
> das massen sind für mich sind es massen. von daher spielt es eine rolle wie man das >ganze darstellt und 1 % sind
> wenn man die zahl selbst nimmt sehr viel.
In Relation ist es nicht mehr sehr viel und wie ich schon schrieb: wie viele Frauen haben sich eigentlich im gleichen Zeitraum gegen eine Abtreibung entschieden?
man sollte schlicht und einfach das rentensystem abschaffen. damit die menschen wieder >wissen, das entweder sie
> selbst oder die nächste generation sie ernährt.
> weiterhin sollten abtreibungen von den betroffenen selbst finanziert werden solange es >sich nicht dabei nicht um
> vergewaltigungsopfer handelt.
dann kanns mir nämlich auch egal sein, ich möchte jedenfalls keine steuern zahlen dafür >das frauen die freiheit ihres
> körpers praktizieren. ich möchte auch keine alternden emanzen ernähren, die keine >steuerzahler produziert haben
> bzw. gleich welche getötet haben.
In dem Fall bin auch dafür, dass jeder kinderlose Mann, sowie jeder zahlungsunwilige Vater seine Rentenansprüche verliert.
im übrigen, solltest du wissen das kein mensch sachlich diskutieren kann (wirklich >keiner). selbst die mathematik
> fundiert auf axiomen, an die man glauben kann oder nicht (selbst dem was du siehst >musst du glauben).
> von daher glauben wir eigentlich, das alles auf glauben fusst muahaaha.
Wunderbar J Mit den Thesen solltest du dich allerdings niemals in Tommys Foprum sehen lassen, hihi....es gibt keine 1....
Best wishes, Xenia
PS: 23
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
gaehn, Tuesday, 17.06.2003, 11:22 (vor 8268 Tagen) @ Xenia
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Xenia am 16. Juni 2003 22:18:37:
Hi, gaehn, wie schön, dich mal wieder zu treffen J
Ich bin mir absolut sicher, dass sie sich dem Wahn bewusst waren, und ich bin mir auch sicher, dass etwas
dagegen hätte unternommen werden können.
Wir Heutigen hingegen sind an diesen Massenmordtaten beteiligt: jedes Jahr knapp 1% aller >gebärfähigen
Frauen,
dazu die an den Entscheidungen oftmals durchaus mitbeteiligten Männer.
1%? Und das nennst du Massenmorde?!?
öhm es handelt sich dabei aber um hunderttaunsende abtreibungen jedes jahr. mag man >sich darüber streiten ob
das massen sind für mich sind es massen. von daher spielt es eine rolle wie man das >ganze darstellt und 1 % sind
wenn man die zahl selbst nimmt sehr viel.
In Relation ist es nicht mehr sehr viel und wie ich schon schrieb: wie viele Frauen haben sich eigentlich im gleichen Zeitraum gegen eine Abtreibung entschieden?
nun wenn 1 % der männer beschliesst, jedes jahr einen menschen zu töten. ist das dann viel oder wenig?
dagegen haben sich dann 99 % entschieden, dennoch wären das im jahr etwa 400.000 tote :O). das halte ich für viel, aber das ist nur mein glaube.
man sollte schlicht und einfach das rentensystem abschaffen. damit die menschen wieder >wissen, das entweder sie
selbst oder die nächste generation sie ernährt.
weiterhin sollten abtreibungen von den betroffenen selbst finanziert werden solange es >sich nicht dabei nicht um
vergewaltigungsopfer handelt.
dann kanns mir nämlich auch egal sein, ich möchte jedenfalls keine steuern zahlen dafür >das frauen die freiheit ihres
körpers praktizieren. ich möchte auch keine alternden emanzen ernähren, die keine >steuerzahler produziert haben
bzw. gleich welche getötet haben.
In dem Fall bin auch dafür, dass jeder kinderlose Mann, sowie jeder zahlungsunwilige Vater seine Rentenansprüche verliert.
im übrigen, solltest du wissen das kein mensch sachlich diskutieren kann (wirklich >keiner). selbst die mathematik
fundiert auf axiomen, an die man glauben kann oder nicht (selbst dem was du siehst >musst du glauben).
von daher glauben wir eigentlich, das alles auf glauben fusst muahaaha.
Wunderbar J Mit den Thesen solltest du dich allerdings niemals in Tommys Foprum sehen lassen, hihi....es gibt keine 1....
nun du argumentiertest ebenfalls mit "objektivität" unterlass es in zukunft. im übrigen ist das emma forum diesbezüglich keinen deut besser, die menschen werfen einander immer wieder vor nicht "objektiv" zu sein.
hehe und ich sage das nur um mich besser zu fühlen.
Best wishes, Xenia
PS: 23
wie wäre es damit:
1. wählen sie eine anfangszahl welch ganz und positiv ist, nennen sie sie A
2. ist A gerade so wenden Sie an A = A / 2
3. ist A ungerade so A = 3 * A + 1
4. ist A gleich 2 so ist der algorithmus beendet, ansonsten weiter mit 2.
zeigen sie das der algorithmus immer auf 2 zurückführt (für alle ganzen positiven zahlen)
beispiel:
23 = A
3 * 23 + 1 = 70
70 / 2 = 35
35 * 3 + 1 = 106
106 / 2 = 53
53 * 3 + 1 = 160
160 / 2 = 80
80 / 2 = 40
40 / 2 = 20
20 / 2 = 10
10 / 2 = 5
5 * 3 + 1 = 16
16 / 2 = 8
8 / 2 = 4
4 / 2 = 2
fertig. also?
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Jörg , Monday, 16.06.2003, 15:02 (vor 8269 Tagen) @ Xenia
Als Antwort auf: Für das Recht auf Abtreibung! von Xenia am 16. Juni 2003 11:08:50:
Hallo Xenia!
Ich >möchte versuchen, dir
zu verdeutlichen, was eine solche "Verlagerung" der Fragestellung eigentlich für >Konsequenzen hat, und zwar
anhand einer historischen Analogie, bei der du wahrscheinlich meiner Argumentation folgen >würdest.
Die Verlagerung auf die Frage der "Machtausübung" würde nämlich bedeuten, daß man die >Ermordung der
europäischen Juden deswegen kritisieren müßte, weil die Entscheidung nicht demokratisch >zustande kam, sondern
von der Naziführung diktatorisch angeordnet und heimlich durchgeführt wurde.
Ganz ehrlich, dein Vergleich ist daneben. Muss man eigentlich immer wieder den Holocaust heranziehen, um zu beweisen, wie furchtbar etwas ist? Was du hier machst, ist ein schamloses instrumentalisieren und ein himmelschreiender Verlust von Maßstäben. Es fehlt nur noch dass du abtreibende Frau direkt mit Hitler gleichsetzt....
In der Tat. Auch wenn ich Dir in manchen Dingen nicht zustimmen kann
(was jedoch häufig mehr oder weniger auf eine Stilfrage hinausläuft) kann
ich diesen letzten Absatz nur unterstreichen. Ich finde diese ewigen
Rückgriffe auf die Nazizeit/den Holocaust im Zusammenhang mit dem
Geschlechterthema offengestanden ebenfalls so dermaßen überzogen (um nicht
zu sagen: bescheuert
), daß ich sie am liebsten per Forenregel zum
Tabuthema erklären würde. Andererseits habe ich - trotz gegenteiliger
Erfahrung ;-( - immer noch die Hoffnung nicht aufgegeben, daß die
jeweiligen Schreiber irgendwann mal selbst erkennen, wie sehr sie sich
in dieser Beziehung verrannt haben. Das Motto "viel hilft viel" führt
vielleicht dazu, ein paar Radikalinskis zu "überzeugen", die breite Masse
wendet sich jedoch ob solcher kraß verschobener Maßstäbe im günstigsten
Falle mit Kopfschütteln, im wahrscheinlicheren Falle jedoch mit kaltem
Grausen ab.
Jörg
Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen.....
Pedro, Monday, 16.06.2003, 20:57 (vor 8269 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Jörg am 16. Juni 2003 12:02:26:
Wenn die dahinterstehende Denkweise nicht so grauenhaft wäre, könnte man sich über manche Postings hier wirklich amüsieren, weil sie sich selbst entlarven. Da schreibt doch ausgerechnet der Forenmaster
die breite Masse wendet sich jedoch ob solcher kraß verschobener Maßstäbe.....ab.<
Völlig richtig, Jörg, es geht in der Tat um krass verschobene Maßstäbe. Das beginnt allerdings nicht mit - vergleichsweise belanglosen - Analogien zur Nazizeit, sondern mit der Einstellung zur Tötung von Kindern.
Mit der Relativierung menschlichen Lebens fängt es an.
"Lebensunwertes Leben" - was hatte sich die Welt seinerzeit ereifert! Dank Pränatal-Diagnostik ist partielle Selektion heute doch längst Standard bei den "Kultur"-Völkern.....
"Sozialverträgliches Frühableben" - wird das seinerzeit noch ironisch gemeinte "Unwort des Jahres 1998" - bald zur bitterbösen Realität? Nicht zufällig erleben wir den Beginn der Diskussion um die Kostenübernahme lebensverlängernder Behandlungen bei alten Menschen.....
Nein, Jörg, soo "daneben" ist der Vergleich mit faschistischen Ideologien nun wirklich nicht. Das kann man zwar leugnen, aber nicht wegdiskutieren.
Da spricht die glückliche Mutter: "Wir bekommen ein Baby!" *big smile* Nur hat sich ihr Freund seine Zukunft so nicht vorgestellt (ja, nehmen wir ruhig einmal dieses unangenehme Beispiel!) - wie schnell wird dann für die gleiche Mutter aus dem rosigen Baby ein Fötus, ein Zellhaufen.....
Und außerdem: wer wollte bestreiten, daß es in den meisten Fällen heute nur noch auf die Umstände ankommt - auf finanzielle oder sonstige "Interessen", ob eine Zeugung zum "Baby" oder zur Mülltonne führt?
Die gleichen braven deutschen Mütter (und Väter) demonstrieren im vollen Bewußtsein ihrer hochentwickelten Moralität gegen den Krieg in Irak - völlig ungerührt von ihren Wertungswidersprüchen.
Muß nicht endlich Schluß sein mit dieser ganzen Verlogenheit? Wer hebt den Finger und stellt zur Diskussion, ob menschliches Leben vielleicht gar nicht so schützenswert ist? Wäre das dann nicht einfach folgerichtig?
Aber diesen Schluß will keiner ziehen - wohl deshalb, weil jeder ahnt, was er für Konsequenzen hätte.....
Ich erwarte keine Antwort, Jörg, ich erwarte Nachdenken. Und verantwortungsbewußten Umgang mit Forumsteilnehmern.
Pedro
unterschreib (n/t)
Odin, Tuesday, 17.06.2003, 01:23 (vor 8269 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen..... von Pedro am 16. Juni 2003 17:57:18:
Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen.....
Manfred, Tuesday, 17.06.2003, 02:37 (vor 8268 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen..... von Pedro am 16. Juni 2003 17:57:18:
Ebenfalls volle Zustimmung!
Charakterfragen sind tiefgründig, sie sind es heute, sie waren es vor 60 Jahren. Wie bei Statistiken ist es bei Vergleichen: ob Sinn darin steckt, liegt nicht nur am Urheber derselben, sondern auch bei den Adressaten.
Mit "Pfui Spinne, abgelehnt" kommt man jedenfalls nicht weiter.
Gruß,
Manfred
Re: Sozialverträgliches Frühableben...
ChrisTine, Tuesday, 17.06.2003, 02:38 (vor 8268 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen..... von Pedro am 16. Juni 2003 17:57:18:
Hi Pedro und alle anderen,
Muß nicht endlich Schluß sein mit dieser ganzen Verlogenheit? Wer hebt den Finger und stellt zur Diskussion, ob menschliches Leben vielleicht gar nicht so schützenswert ist? Wäre das dann nicht einfach folgerichtig?
Vielleicht werden wir noch erleben, wie dereinst unsere Enkel per Gesetz beschließen, daß man, nehmen wir das Alter 75, welches zur Diskussion stand, ab diesem Zeitpunkt für sich selbst sorgen muss, Krankenkassenkosten nicht mehr übernommen werden, einfach um 'normal' zu sterben, grad so wie es früher war, als es eine medizinische Rundumversorgung nicht gab. Wer will es ihnen verdenken, wo wir heute schon am überaltern sind und keiner weiß, woher die Gelder kommen sollen.
Tja, wer dann am lautesten schreit, kann man sich heute schon vorstellen, aber das überlasse ich der Fantasie des einzelnen.
Aber diesen Schluß will keiner ziehen - wohl deshalb, weil jeder ahnt, was er für Konsequenzen hätte.....
Genauso ist es. Wieviele Kinder haben ihren Eltern und Großeltern Vorwürfe gemacht, tatenlos zugesehen zu haben und jetzt...? Wieder wegschauen und bloß nichts falsches sagen?
Ich erwarte keine Antwort, Jörg, ich erwarte Nachdenken. Und verantwortungsbewußten Umgang mit Forumsteilnehmern.
Dem kann ich mich nur anschließen.
Gruß - Christine
Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen.....
Jörg , Tuesday, 17.06.2003, 16:17 (vor 8268 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen..... von Pedro am 16. Juni 2003 17:57:18:
Wenn die dahinterstehende Denkweise nicht so grauenhaft wäre, könnte man sich über manche Postings hier wirklich amüsieren, weil sie sich selbst entlarven. Da schreibt doch ausgerechnet der Forenmaster
die breite Masse wendet sich jedoch ob solcher kraß verschobener Maßstäbe.....ab.<
Völlig richtig, Jörg, es geht in der Tat um krass verschobene Maßstäbe. Das beginnt allerdings nicht mit - vergleichsweise belanglosen - Analogien zur Nazizeit, sondern mit der Einstellung zur Tötung von Kindern.
In diesem Zusammenhang Analogien zum Holocaust anzustellen, finde ich
alles andere als "vergleichsweise belanglos".
Es geht im Übrigen auch nicht um Kinder, sondern genauer gesagt um
Embryos. Das ist ein nicht ganz unwesentlicher Unterschied.
(Womit ich jedoch nicht ausdrücken möchte, daß das Leben von Embryos
wertlos ist, aber man sollte hier schon differenzieren.)
Mit der Relativierung menschlichen Lebens fängt es an.
"Lebensunwertes Leben" - was hatte sich die Welt seinerzeit ereifert! Dank Pränatal-Diagnostik ist partielle Selektion heute doch längst Standard bei den "Kultur"-Völkern.....
"Sozialverträgliches Frühableben" - wird das seinerzeit noch ironisch gemeinte "Unwort des Jahres 1998" - bald zur bitterbösen Realität? Nicht zufällig erleben wir den Beginn der Diskussion um die Kostenübernahme lebensverlängernder Behandlungen bei alten Menschen.....
Nein, Jörg, soo "daneben" ist der Vergleich mit faschistischen Ideologien nun wirklich nicht. Das kann man zwar leugnen, aber nicht wegdiskutieren.
Da spricht die glückliche Mutter: "Wir bekommen ein Baby!" *big smile* Nur hat sich ihr Freund seine Zukunft so nicht vorgestellt (ja, nehmen wir ruhig einmal dieses unangenehme Beispiel!) - wie schnell wird dann für die gleiche Mutter aus dem rosigen Baby ein Fötus, ein Zellhaufen.....
Warum sollte ich Müttern per se schlechte Denk- und Verhaltensweisen
unterstellen? Ich glaube nicht, daß die Mehrzahl der Mütter so eingestellt
ist.
Und außerdem: wer wollte bestreiten, daß es in den meisten Fällen heute nur noch auf die Umstände ankommt - auf finanzielle oder sonstige "Interessen", ob eine Zeugung zum "Baby" oder zur Mülltonne führt?
ICH bestreite das. Ich halte das für ein Horrorszenario, das in dieser
Ausprägung einfach nicht existiert.
Die gleichen braven deutschen Mütter (und Väter) demonstrieren im vollen Bewußtsein ihrer hochentwickelten Moralität gegen den Krieg in Irak - völlig ungerührt von ihren Wertungswidersprüchen.
Muß nicht endlich Schluß sein mit dieser ganzen Verlogenheit? Wer hebt den Finger und stellt zur Diskussion, ob menschliches Leben vielleicht gar nicht so schützenswert ist? Wäre das dann nicht einfach folgerichtig?
Aber diesen Schluß will keiner ziehen - wohl deshalb, weil jeder ahnt, was er für Konsequenzen hätte.....
Ich erwarte keine Antwort, Jörg, ich erwarte Nachdenken. Und verantwortungsbewußten Umgang mit Forumsteilnehmern.
Tut mir leid, aber ich finde es nach wie vor hanebüchen, bei allen
möglichen Gelegenheiten eine Parallele zur Nazizeit zu ziehen (ist jetzt
nicht nur auf dich bezogen). Da können von mir aus noch so viele Leute
ankommen, Dir auf die Schultern klopfen und "gut gemacht" sagen. Das wird
dem Thema doch überhaupt nicht gerecht. Ich habe offengestanden auch nicht
wirklich Lust dazu, dies im Einzelnen zu begründen. Ich kann nur für mich
sagen, daß ich das, was ich über die zahlreichen Greueltaten aus der
Nazizeit gelesen, gesehen und gehört habe weitaus (!) schlimmer finde als
beispielsweise die Abtreibung eines Embryos, der durch eine Vergewaltigung
entstanden ist. Die einzige Gemeinsamkeit, die ich bei der Analogie
Nazizeit/Abtreibung feststellen kann, ist die, daß es in beiden Fällen auf
Tötungen hinausläuft. Aber sowohl das zahlenmäßige Ausmaß der Tötungen als
auch die Motive sowie die besonderen Umstände sind doch diametral
verschieden. Ich kann mich nur wundern und finde es offengestanden auch
einigermaßen enttäuschend, daß sich bei solchen Analogien unter den
Forenteilnehmern nicht mehr Widerspruch regt.
Jörg
Re: Na gut, Jörg, noch'n Gedicht.....
Pedro, Tuesday, 17.06.2003, 19:24 (vor 8268 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Dazu klare Worte, Jörg, aber nicht als Angriff zu verstehen..... von Jörg am 17. Juni 2003 13:17:33:
Hallo Jörg,
ich hatte ja keine Antwort erwartet, sondern Nachdenken. Nun gut - Du hast dich fürs Antworten entschieden (verzeih' mir das Wortspiel).
Ich erspare mir und allen Lesern, diese Antwort Satz für Satz auf ihre Stichhaltigkeit zu untersuchen - soweit es sich nämlich um Meinung handelt, wäre das ebenso nutzlos wie irrelevant.
Aufgefallen ist mir allerdings, daß Du zur entscheidenden Passage meines Postings nicht wirklich Stellung nimmst:
Mit der Relativierung menschlichen Lebens fängt es an.<<
Es geht im Übrigen auch nicht um Kinder, sondern genauer gesagt um Embryos. Das ist ein nicht ganz unwesentlicher Unterschied. (Womit ich jedoch nicht ausdrücken möchte, daß das Leben von Embryos wertlos ist, aber man sollte hier schon differenzieren.)<
Wenn Du wirklich der Auffassung bist, daß das Leben von Embryos nicht wertlos ist, dann ist die Differenzierung unnötig - warum machst Du sie also? Vielleicht um eine "Stufung" vorzunehmen? Dann allerdings sind wir sowohl bei der Relativierung menschlichen Lebens als auch bei der von Dir beanstandeten Analogie. Denn da geht es um Grundsätzliches - nicht darum, wie inhumanes Denken und Handeln im Einzelnen ausgeformt ist.
Außerdem wollen wir vielleicht einmal festhalten, daß es sich bei Abtreibungen regelmäßig nicht mehr um Embryos handelt, sondern um Föten. Für den Grundsatz macht das zwar keinen Unterschied, aber da Du ja differenzieren willst - bitte.
http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/geburt/embryonalentwicklung.html
Ich empfehle jedem, sich zunächst einmal auf dieser Website zu informieren, worüber wir reden. Keine Angst, Jörg - keine Bilder von zerstückelten "Noch-nicht-Kindern", keine tendenziöse Darstellung. Nur in Bild und Text informativ und anschaulich. Mit diesem Wissen wird natürlich bewußt, warum Abtreibungsbefürworter die angesprochene "Stufung" so gerne vornehmen, aber ich will hier keiner Einzelperson etwas unterstellen.
Warum sollte ich Müttern per se schlechte Denk- und Verhaltensweisen unterstellen? Ich glaube nicht, daß die Mehrzahl der Mütter so eingestellt ist.<
Interessant, daß Du das Attribut "schlecht" verwendest - ich darf also annehmen, daß wir uns über die Wertung einig wären, sofern die zugrundeliegende Annahme realistisch ist? Dann allerdings würde schon genügen, wenn nicht "die Mehrzahl der Mütter so eingestellt ist", auch eine zahlenmäßig qualifizierte Minderheit müßte bereits Anlaß zum Überdenken der Einstellung zu Abtreibung geben.
Und außerdem: wer wollte bestreiten, daß es in den meisten Fällen heute nur noch auf die Umstände ankommt - auf finanzielle oder sonstige "Interessen", ob eine Zeugung zum "Baby" oder zur Mülltonne führt?<<
ICH bestreite das. Ich halte das für ein Horrorszenario, das in dieser Ausprägung einfach nicht existiert.<
Sorry Jörg - das ist Vogel-Strauß-Politik. Die Abtreibungszahlen sind schließlich bekannt. Zwischen 1998 und 2001 gab es durchschnittlich über 173 Abtreibungen je 1000 Geburten (Quelle: Stat. Bundesamt, das darauf hinweist, daß die Erfassung keineswegs vollständig ist), Schätzungen liegen deutlich höher. Und damit hast Du ein Problem: wenn wir davon ausgehen müssen, daß praktisch jede fünfte Schwangerschaft durch Abtreibung beendet wird, solltest Du hierfür eine plausible Erklärung haben. Das können doch nicht alles "Notfälle" sein? Aufklärung und Verhütungsmöglichkeiten gibt es wie nie zuvor - Du wirst den Frauen kaum unterstellen dürfen, daß sie dümmer geworden sind. Aber vielleicht "schlauer"?
Laß' mich abschließend zu Deiner Kritik an der historischen Analogie sagen: ich habe sie nicht in die Debatte eingebracht und muß sie deshalb nicht verteidigen. Persönlich kann ich sogar ohne weiteres auf sie verzichten - der Befund ist ohnehin klar.
Allerdings ist diese Analogie nicht so weit hergeholt, daß Du Dich darüber echauffieren dürftest (da hättest Du an anderer Stelle schon weit mehr Anlaß gehabt). Ob das Wort "Babycaust" als polemisch zu werten ist, scheint mir eher eine Geschmacksfrage - ein guter Eye-catcher für die Problematik ist es allemal. Und letztlich ist es ja nur Meinung, deren Vielfalt bekanntlich der geistigen Inzucht vorbeugt.
Sensibilität ist für einen Forenmaster ganz sicher eine unverzichtbare Eigenschaft. Hypersensibilität dagegen wirkt nur nervös. Also - im Sinne unserer Sache - keep cool!
Pedro
Re: Na gut, Jörg, noch'n Gedicht.....
Jörg, Thursday, 19.06.2003, 15:39 (vor 8266 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Na gut, Jörg, noch'n Gedicht..... von Pedro am 17. Juni 2003 16:24:10:
Hallo Pedro!
ich hatte ja keine Antwort erwartet, sondern Nachdenken. Nun gut - Du hast dich fürs Antworten entschieden (verzeih' mir das Wortspiel).
Eine Antwort wirst Du schon ertragen müssen. 
Dafür ist ein Forum ja schließlich da: um zu diskutieren, um Informationen zu sammeln und weiterzugeben und auch um eine Meinung zu bilden.
Ich erspare mir und allen Lesern, diese Antwort Satz für Satz auf ihre Stichhaltigkeit zu untersuchen - soweit es sich nämlich um Meinung handelt, wäre das ebenso nutzlos wie irrelevant.
Aufgefallen ist mir allerdings, daß Du zur entscheidenden Passage meines Postings nicht wirklich Stellung nimmst:
Mit der Relativierung menschlichen Lebens fängt es an.<<
Es geht im Übrigen auch nicht um Kinder, sondern genauer gesagt um Embryos. Das ist ein nicht ganz unwesentlicher Unterschied. (Womit ich jedoch nicht ausdrücken möchte, daß das Leben von Embryos wertlos ist, aber man sollte hier schon differenzieren.)<
Wenn Du wirklich der Auffassung bist, daß das Leben von Embryos nicht wertlos ist, dann ist die Differenzierung unnötig - warum machst Du sie also? Vielleicht um eine "Stufung" vorzunehmen? Dann allerdings sind wir sowohl bei der Relativierung menschlichen Lebens als auch bei der von Dir beanstandeten Analogie. Denn da geht es um Grundsätzliches - nicht darum, wie inhumanes Denken und Handeln im Einzelnen ausgeformt ist.
Ja, wenn Du so willst handelt es sich tatsächlich um eine Art Stufung. Allerdings meine ich dennoch, daß die von mir beanstandete Analogie in diesem Zusammenhang verfehlt ist.
Außerdem wollen wir vielleicht einmal festhalten, daß es sich bei Abtreibungen regelmäßig nicht mehr um Embryos handelt, sondern um Föten. Für den Grundsatz macht das zwar keinen Unterschied, aber da Du ja differenzieren willst - bitte.
http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/geburt/embryonalentwicklung.html
Okay, meinen bisherigen Informationen zufolge sind Embryos und Föten dasselbe.
Nach der von Dir angegebenen Seite ist es nicht dasselbe. Kann gut sein, will ich nicht abstreiten.
Worum es mir ging, ist jedoch eigentlich etwas anderes:
Die Bezeichnung "Kind" suggeriert nach meinem Sprachverständnis, daß es sich um ein voll ausgebildetes und autonomes Wesen handelt. Und letzteres ist ja bei einem Fötus nicht der Fall.
Ich empfehle jedem, sich zunächst einmal auf dieser Website zu informieren, worüber wir reden. Keine Angst, Jörg - keine Bilder von zerstückelten "Noch-nicht-Kindern", keine tendenziöse Darstellung. Nur in Bild und Text informativ und anschaulich. Mit diesem Wissen wird natürlich bewußt, warum Abtreibungsbefürworter die angesprochene "Stufung" so gerne vornehmen, aber ich will hier keiner Einzelperson etwas unterstellen.
Ich bin zum jetzigen Zeitpunkt weder genereller Abtreibungsbefürworter noch genereller Abtreibungsgegner.
Warum sollte ich Müttern per se schlechte Denk- und Verhaltensweisen unterstellen? Ich glaube nicht, daß die Mehrzahl der Mütter so eingestellt ist.<
Interessant, daß Du das Attribut "schlecht" verwendest - ich darf also annehmen, daß wir uns über die Wertung einig wären, sofern die zugrundeliegende Annahme realistisch ist? Dann allerdings würde schon genügen, wenn nicht "die Mehrzahl der Mütter so eingestellt ist", auch eine zahlenmäßig qualifizierte Minderheit müßte bereits Anlaß zum Überdenken der Einstellung zu Abtreibung geben.
Von der Tendenz her sehe ich eine Abtreibung als etwas Negatives an. Allerdings habe ich Zweifel daran, daß dies auch in absoluter Form richtig ist.
Und außerdem: wer wollte bestreiten, daß es in den meisten Fällen heute nur noch auf die Umstände ankommt - auf finanzielle oder sonstige "Interessen", ob eine Zeugung zum "Baby" oder zur Mülltonne führt?<<
ICH bestreite das. Ich halte das für ein Horrorszenario, das in dieser Ausprägung einfach nicht existiert.<
Sorry Jörg - das ist Vogel-Strauß-Politik. Die Abtreibungszahlen sind schließlich bekannt. Zwischen 1998 und 2001 gab es durchschnittlich über 173 Abtreibungen je 1000 Geburten (Quelle: Stat. Bundesamt, das darauf hinweist, daß die Erfassung keineswegs vollständig ist), Schätzungen liegen deutlich höher. Und damit hast Du ein Problem: wenn wir davon ausgehen müssen, daß praktisch jede fünfte Schwangerschaft durch Abtreibung beendet wird, solltest Du hierfür eine plausible Erklärung haben. Das können doch nicht alles "Notfälle" sein? Aufklärung und Verhütungsmöglichkeiten gibt es wie nie zuvor - Du wirst den Frauen kaum unterstellen dürfen, daß sie dümmer geworden sind. Aber vielleicht "schlauer"?
Wenn die Zahlen stimmen (ich habe sie nicht nachgeprüft, aber unterstelle jetzt einfach mal, daß sie richtig sind) sind knapp ein Fünftel schon eine relativ hohe Zahl. Das kann in der Tat auf einen leichtfertigen Umgang mit der Abtreibungsthematik hinweisen.
Laß' mich abschließend zu Deiner Kritik an der historischen Analogie sagen: ich habe sie nicht in die Debatte eingebracht und muß sie deshalb nicht verteidigen. Persönlich kann ich sogar ohne weiteres auf sie verzichten - der Befund ist ohnehin klar.
Sorry, Du hast recht, diese Analogie wurde von Nick eingebracht. Ich hatte es falsch im Gedächtnis gehabt.
Allerdings ist diese Analogie nicht so weit hergeholt, daß Du Dich darüber echauffieren dürftest (da hättest Du an anderer Stelle schon weit mehr Anlaß gehabt). Ob das Wort "Babycaust" als polemisch zu werten ist, scheint mir eher eine Geschmacksfrage - ein guter Eye-catcher für die Problematik ist es allemal. Und letztlich ist es ja nur Meinung, deren Vielfalt bekanntlich der geistigen Inzucht vorbeugt.
Sensibilität ist für einen Forenmaster ganz sicher eine unverzichtbare Eigenschaft. Hypersensibilität dagegen wirkt nur nervös. Also - im Sinne unserer Sache - keep cool!
Nein Pedro, das sehe ich anders. Mißbrauch fängt auch schon damit an, daß man andere Themen für seine Zwecke instrumentalisiert.
Der Holocaust hat IMO in diesem Forum nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen, da er in einem völlig anderen Kontext steht und ein völlig anderes Maß an Brutalität aufweist als die hier behandelten Themen.
Gruß, Jörg
Re: Na gut, Jörg, noch'n Gedicht.....
Pedro, Friday, 20.06.2003, 01:35 (vor 8266 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Na gut, Jörg, noch'n Gedicht..... von Jörg am 19. Juni 2003 12:39:41:
Hallo Jörg,
danke für Deine Antwort, die ihrerseits noch einige Anmerkungen verdient.
Sensibilität ist für einen Forenmaster ganz sicher eine unverzichtbare Eigenschaft. Hypersensibilität dagegen wirkt nur nervös. Also - im Sinne unserer Sache - keep cool!<<
Nein Pedro, das sehe ich anders. Mißbrauch fängt auch schon damit an, daß man andere Themen für seine Zwecke instrumentalisiert.
Der Holocaust hat IMO in diesem Forum nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen, da er in einem völlig anderen Kontext steht und ein völlig anderes Maß an Brutalität aufweist als die hier behandelten Themen.<
Der Holocaust als solcher ist ja gar nicht ins Forum eingeführt werden, sondern nur in Form einer bildkräftigen Analogie. Und niemand hat die realen historischen Gegebenheiten bestritten - warum also diese Empfindlichkeit? Aber vielleicht kommen wir am Ende nochmals drauf - da sehe ich eine bemerkenswerte Parallele zu Deiner Meinung bezüglich der Instrumentalisierung von Themen.
Zuvor aber möchte ich Dir anhand der Rechtsprechung noch den einen oder anderen Denkanstoß geben.
BGH, Urteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 276/99 - OLG Nürnberg, LG Nürnberg-Fürth
Auszüge:
".....Unter Beachtung dieser Grundsätze ist dem von den Beklagten verteilten Flugblatt - entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts - eine Gleichsetzung der angeprangerten Vorgänge auf dem Klinikgelände mit dem Holocaust des Nationalsozialismus nicht zu entnehmen. Durch die den Leser aufschreckende Wirkung des Begriffes Holocaust und dessen Gegenüberstellung mit einem daran angelehnten Wortgebilde "Babycaust" sowie die anderen plakativen, drastisch überzogenen Formulierungen des Flugblattes versuchen dessen Verfasser in erster Linie in provokativer Weise Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erzielen. Da es sich bei der Abtreibung um ein Thema handelt, das in der Öffentlichkeit in Vergangenheit und Gegenwart wie kaum ein anderes - teilweise sehr emotional - diskutiert worden ist, wird dem interessierten Leser sofort deutlich, daß es sich bei dem Flugblatt um einen Protest von Abtreibungsgegnern gegen die auf dem Klinikgelände von Dr. F. vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüche handelt. Zugleich wird einem unvoreingenommenen und verständigen Leser die Meinung der Verfasser vermittelt, die aufgrund der bestehenden Gesetzeslage herrschende Abtreibungspraxis stelle eine verwerfliche Massentötung (werdenden) menschlichen Lebens dar. Eine Gleichsetzung mit dem Holocaust in seinem geschichtlichen Sinne ist dem Kontext des Flugblattes dagegen nicht zu entnehmen. Das Berufungsgericht hat insoweit die gebotene Gesamtbetrachtung verkürzt und es insbesondere versäumt, in die Deutung der beanstandeten Äußerung auch die andere Seite des Flugblattes und die dort abgedruckten Texte mit einzubeziehen. Diese erläutern argumentativ den Standpunkt der Verfasser, wonach ein Staat, der das Töten des ungeborenen Lebens zulasse, den Boden der Menschenrechte verlasse und seine Demokratie in Frage stelle, weil er eine bestimmte Menschengruppe, nämlich ungeborene Kinder, vom strafrechtlichen Schutz ausschließe.....
.....Nach alledem mag zwar die Gegenüberstellung eines vermeintlichen "Babycaust" mit dem Holocaust unangebracht sein, zumal auch durch die derzeitige Rechtslage das ungeborene Leben - allerdings unter Berücksichtigung der Rechtsgüter der schwangeren Frau - bestmöglich geschützt werden soll. Als Meinungsäußerung im Rahmen eines Beitrags zur politischen Willensbildung in einer die Öffentlichkeit so sehr bewegenden, fundamentalen Frage, bei der es um den Schutz des Lebensrechts Ungeborener geht, muß sie jedoch auch in der vorliegenden Form nach Art. 5 Abs. 1 GG in einer freiheitlichen Demokratie hingenommen werden....."
Quelle: http://www.rws-verlag.de/bgh-free/volltex2/vo70324.htm
Mein Kommentar hierzu:
Es ist ausgesprochen begrüßenswert, daß eines der höchsten Gerichte dieses Landes dem Wert der Meinungsfreiheit einen so hohen Stellenwert einräumt. Es wäre für dieses Gericht eine leichte Übung gewesen, das genaue Gegenteil zu begründen. Ja, man darf vielleicht sogar sagen, daß es insbesondere in unserem Lande mit seiner erheblichen historischen Bürde wesentlich bequemer gewesen wäre, zu einem gegenteiligen Urteil zu kommen. Es läßt ein wenig hoffen, daß - leider meist nur auf höchster Ebene - die Justiz noch Verantwortungsbewußtsein im Umgang mit grundlegenden Werten und Rechten erkennen läßt. Für den Bürger ist dieses Urteil ein Gewinn.
Da ich mich aber stets um Objektivität bemühe, will ich Dir und den anderen Lesern auf keinen Fall noch eine andere Meinung vorenthalten, die ja immerhin von einer Institution geäußert wurde, die unter mit dem Namen "Lobby für Menschenrechte" auftritt.
Auszug:
"Durch die nun offiziell abgesegnete und erlaubte Wortspielerei - "Damals: Holocaust, heute: Babycaust" - wurde aber
- unser eigenes Rechtssystem und unsere Rechtspraxis in Frage gestellt,
- der Holocaust öffentlich verharmlost, wenn nicht lächerlich gemacht,
- vorbezeichneten Gruppen, nämlich Frauen, die abtreiben müssen und Ärzt/innen, die eine Abtreibung vornehmen, verächtlich gemacht und durch eine Gleichstellung mit Nazis verleumdet.
So kann man das durchaus sehen. Und das sollte das BGH-Urteil für Politik und Gesellschaft auf Besorgnis-Stufe 1 bringen.
Die Lobby für Menschenrechte protestiert ausdrücklich gegen:
Eine Instrumentalisierung des real stattgefundenen Holocaust durch "Spielereien" mit dem Begriff. Das ist verachtenswert. Das darf man nicht tun; einen unterschwelligen Vergleich von Nazis, die nichts weiter als Mörder und Schwerverbrecher waren, mit Frauen, die in Not sind. Das ist widerlich. Das darf man nicht tun.
"Babycaust" ist das Unwort des Jahres 2000!
Juni 2000
Lobby für Menschenrechte e.V.
Gemeinnütziger und mildtätiger Verein (Amtsgericht Bad Urach Nr. 654)
Quelle: http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/babycaust.html
Mein Kommentar hierzu:
Es muß verwundern, wenn ein Verein, der sich ausweislich seines Namens für die Einhaltung der Menschenreche einsetzt, negativ zur Infragestellung unseres Rechtssystems und unserer Rechtspraxis Stellung nimmt. Ist es doch eine Tatsache, daß nicht ein Staat, sondern nur Menschen ein Interesse an der Einhaltung von Menschenrechten haben. Staaten haben von jeher versucht, diese Rechte zu beschneiden. Nur ständiges kritisches Hinterfragen kann einen gewissen Schutz bieten.
Nur noch merkwürdig mutet es an, wenn dieser Verein postuliert, der Holocaust werde hierdurch "öffentlich verharmlost". Das Gegenteil ist doch der Fall - gerade der Bezug auf die Tötung ungeborenen Lebens läßt den Schrecken nicht vergessen. Nur wer der Meinung ist, er dürfe bei menschlichem Leben Unterschiede machen, kann etwas anderes behaupten. Wer aber dieser Meinung ist, hat die dem Holocaust zugrundeliegende Problematik überhaupt nicht verstanden. Wer die Tötung von Kindern als Abtreibung verharmlost, steht dem gedanklichen Ansatz des Holocaust bereits näher, als er womöglich selbst wahrhaben will.
Die Bezeichnung "Kind" suggeriert nach meinem Sprachverständnis, daß es sich um ein voll ausgebildetes und autonomes Wesen handelt. Und letzteres ist ja bei einem Fötus nicht der Fall.<
Lieber Jörg, so leicht entkommst du mir nicht...*g*...und ich glaube, du ahnst das auch.
Ich persönlich bin noch keinen WERDENDEN Eltern begegnet, die nicht von ihrem "Kind" gesprochen hätten - Du etwa? Das mit dem Sprachverständnis war also wohl nix - sorry, wenn ich das so schonungslos sage, aber es macht keinen Sinn, um den heißen Brei herumzureden.
Und was - bitte - bezweckst Du mit der Formulierung "voll ausgebildetes und autonomes Wesen"? Kleinkind, Säugling, Kaiserschnitt-Baby, Frühchen (Fötus!) - mit Deiner Definition mußt Du ins Schleudern geraten.....
Du könntest mich jetzt fragen: "Was hat das alles mit Gleichberechtigung zu tun?" - Nun, ich meine schon, daß man nicht über Gleichberechtigung reden kann, ohne sich zuvor einigen grundlegenden ethischen Fragen gestellt zu haben - insbesondere, wenn diese das Verhältnis, Verhalten und Verständnis der Geschlechter so eng berühren.
Gruß, Pedro
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Ferdi, Monday, 16.06.2003, 15:10 (vor 8269 Tagen) @ Xenia
Als Antwort auf: Für das Recht auf Abtreibung! von Xenia am 16. Juni 2003 11:08:50:
Hallo zusammen!
Hier geht es offensichtlich darum, welchen Stellenwert das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper gegenüber dem Recht auf Erhaltung und Schutz menschlichen Lebens hat. Dazu fällt mir ein Vergleich ein, der vielleicht nicht so sehr hinkt wie die bisher gebrachten.
Nehmen wir mal an, eine Frau leidet unter Krebs und ist dem sicheren Tode geweiht, wenn sie nicht eine Knochenmarktransplantation bekommt. Diese Transplantation würde ihr Leben retten. Es steht ein (in diesem Falle männlicher) Spender zur Verfügung, bei dem alle medizinischen Parameter exakt mit denen der Frau übereinstimmen. Nun sagt der Spender aber: "Nein, ich will nicht spenden, ich bestimme selbst was mit meinem Körper geschieht".
Was nun?
Gruss,
Ferdi
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Maria, Monday, 16.06.2003, 17:08 (vor 8269 Tagen) @ Ferdi
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Ferdi am 16. Juni 2003 12:10:13:
Ich bin zwar nicht Xenia - aber darauf würde ich gerne antworten.
Ich würde sagen: Schade, dass er nicht das Knochenmark spenden will. Aber es ist sein gutes Recht. Ich würde versuchen, ihn zu überzeugen/ überreden, aber letztendlich liegt die Entscheidung voll und ganz bei ihm. Allein. Denn nur er hat das Recht, über seinen Körper zu entscheiden.
Ich bin Besitzerin eines Organspenderausweises, denn ich fände es extrem okay, wenn mein Tod noch jemandem nutzen könnte. Und ich würde wohl auch ohne zu zögern mein Knochenmark spenden. Aber wenn jemand das für sich ablehnt, muss ich diese Entscheidung doch akzeptieren. Ich stelle nur immer die Frage: "Würdest du ein Spenderorgan annehmen, wenn du es bräuchtest? Und wenn ja, warum bist du dann nicht bereit, dir selbst auch einen Spenderausweis zuzulegen?" Aber, wie schon gesagt, sowas muss jeder selbst entscheiden. Und die Entscheidung müssen andere akzeptieren.
Um nochmal zur Abtreibungsfrage zurückzukehren:
Abtreibung zu verbieten bringt nichts. Egal wie man dazu steht. Sogar mein Vater, Arzt, katholisch und Abtreibungsgegner, findet dieses "Abtreibung ist Mord"-Analogie unsäglich. Und er hat mir auch erzählt, dass er in seiner praktischen Ausbildung von einer "Engelmacherin" gehört hat. Die wurde nie angezeigt, auch nicht von Ärzten, denn sie machte die illegalen Abtreibungen wenigstens ordentlich und hygienisch, so dass die Frauen keine Infektionen bekamen oder gar starben. Wenn es sie nicht mehr gegeben hätten, wären die Frauen zu irgendwelchen Stümpern gegangen, mit höheren Risiken. Denn sie haben nicht aus Spaß an der Freude abgetrieben. In den 50er und 60er Jahren gab es noch keine so effektiven Verhütungsmittel wie heute, und eine ledige Frau mit Kind... Abtreibung hat es immer gegeben und wird es immer geben. Die Zahl kann man nicht durch schöne Diskussionen oder Moralkeulen senken. Es ist viel wichtiger, jungen Leuten immer wieder und immer wieder und immer wieder Verhütung zu predigen, bis es auch die dümmsten kapiert haben (und wohlgemerkt auch Männern!) und außerdem gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen, in denen Kinder kein Armutsrisiko oder kein Hemmnis zur Berufstätigkeit darstellen.
Ich studiere noch und kenne 2 Studentinnen mit Kind. Aber bei diesen beiden stimmt der Hintergrund. Sie können weiterstudieren, weil sie eine Familie im Hintergrund haben, die ihnen sowohl finanziell als auch praktisch hilft. Bei der einen hat sich der Kindsvater verpisst, nachdem er sie vor die Wahl gestellt hat, er oder das Kind. Die andere ist noch mit ihrem Freund zusammen. Ich weiß aber nicht, wie es bei Mädchen aussieht, die KEINEN Rückhalt mehr haben. Ich kann verstehen, wenn manchen Frauen nicht den Mut aufbringen, ihr Kind zu bekommen. Würde ich jetzt schwanger werden, ich würde es wohl bekommen. Aber ich bin inzwischen alt und reif genug und hätte - selbst wenn mich mein Freund verlassen würde - genug Rückhalt. Aber ich würde es mir NIE anmaßen Frauen zu verurteilen, denen es nicht so gut geht wie mir.
Maria
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Jolanda, Monday, 16.06.2003, 17:21 (vor 8269 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 16. Juni 2003 14:08:11:
Liebe Maria
Herzlichen Dank für diesen wirklich sachlichen und konstruktiven Beitrag 
Ich würde alles, was du hier geschrieben hast sofort unterschreiben. Du setzt bei den richtigen Punkten an.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Arne Hoffmann, Monday, 16.06.2003, 18:26 (vor 8269 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 16. Juni 2003 14:08:11:
Abtreibung zu verbieten bringt nichts. Egal wie man dazu steht. Sogar mein Vater, Arzt, katholisch und Abtreibungsgegner, findet dieses "Abtreibung ist Mord"-Analogie unsäglich. Und er hat mir auch erzählt, dass er in seiner praktischen Ausbildung von einer "Engelmacherin" gehört hat. Die wurde nie angezeigt, auch nicht von Ärzten, denn sie machte die illegalen Abtreibungen wenigstens ordentlich und hygienisch, so dass die Frauen keine Infektionen bekamen oder gar starben. Wenn es sie nicht mehr gegeben hätten, wären die Frauen zu irgendwelchen Stümpern gegangen, mit höheren Risiken. Denn sie haben nicht aus Spaß an der Freude abgetrieben. In den 50er und 60er Jahren gab es noch keine so effektiven Verhütungsmittel wie heute, und eine ledige Frau mit Kind ... Abtreibung hat es immer gegeben und wird es immer geben. Die Zahl kann man nicht durch schöne Diskussionen oder Moralkeulen senken. Es ist viel wichtiger, jungen Leuten immer wieder und immer wieder und immer wieder Verhütung zu predigen, bis es auch die dümmsten kapiert haben (und wohlgemerkt auch Männern!) und außerdem gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen, in denen Kinder kein Armutsrisiko oder kein Hemmnis zur Berufstätigkeit darstellen.
Hi Maria, 
Ich habe mich auch gefragt, ob ich das nicht auch in die Runde werfen sollte: dass Frauen auch zuhauf abgetrieben haben, als Abtreibung noch verboten war, nur dann eben durch "Engelmacherinnen" oder (versuchsweise)mit Kleiderhaken und so, eben mit wesentlich größerem gesundheitlichen Risiko für sich selbst. Möglicherweise wäre das aber nur als weiterer Beleg für die Bösartigkeit von Frauen ausgelegt worden, die sich nicht mal durch Gesetze vom Massenmord abhalten lassen.
Soweit ich informiert bin, waren die Abtreibungszahlen zum Zeitpunkt des Verbots auch sehr hoch. Dem könnte man allerdings entgegenhalten, dass es heute einen ausgebauten Sozialstaat gibt, der junge Mütter vor dem Verhungern schützt. Und was mache ich mit den Frauen, die nicht aus Angst vor Armut abtreiben, sondern weil sie glauben, dass ein Kind ihre Lebensplanung oder ihre "Karriere" behindern würde?
Die Politikerin Jutta Ditfurth, eine der Mitbegründer der Grünen, wurde meiner Quelle zufolge vor zehn Jahren in der Zeitschrift "Cosmopolitan" (8/1988 S.43) interviewt. Auf die Frage "Sie haben zwei Abtreibungen hinter sich. Halten Sie nichts von Verhütung?" erwiderte sie "Na, hören Sie mal! Ich weiß zu viel über die Gefahren der Pille. Und selbst die ist ja nicht hundertprozentig sicher. Also, ich bin sechsunddreißig, da finde ich zwei Abtreibungen auf ein lustvolles, knapp zwanzigjähriges Geschlechtsleben relativ wenig." Ein anderes Ditfurth-Zitat lautet: "Im Vergleich zu meiner Abtreibung in Frankfurt war die in Holland himmlisch." Ditfurth ist als Tochter von Hoimar von Ditfurth sicher niemand, die ihre diversen Abtreibungen aus finanzieller Not unternehmen musste. Wenn die Abtreibungsgegner hier im Forum den Stellenwert des geborenen und des ungeborenen Lebens miteinander gleichsetzen, dann kann ich verstehen, dass ihnen der Kragen platzt und sie kühne historische Vergleiche anstellen, sobald sie solche Sätze hören. Eine andere Website teilt mir mit, dass in den letzten 20 Jahren zwei Millionen "Kinder" abgetrieben worden seien ...
Für mich ist halt die Frage, inwiefern man geborenes und ungeborenes Leben gleichsetzen kann. Damit habe ich mich aber noch nicht näher beschäftigt.
Arne
P.S.: ...
Andreas (der andere), Monday, 16.06.2003, 21:07 (vor 8269 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Arne Hoffmann am 16. Juni 2003 15:26:24:
Nimen hao!
Daß die Abtreibungszahlen hoch sind und leider steigen, dokumentieren einige Organisationen und Stellen, u.a. auch die "Babycaust"-Aktion, auf deren Argumentation und Holocaust-Analogien sich z.B. Nick zu beziehen scheint. Es ist aber die Frage, ob dieser unangebrachte Vergleich nicht eher der Sache schadet, da übertriebene Argumente vielleicht in der gegenteiligen Entscheidung bestärken, anstatt ethische Zweifel und Dialoge zu fördern ...
Diesen Kommentar von Frau Ditfurth habe ich übrigens vor einiger Zeit auch gehört. So etwas provoziert, und verbittert natürlich ungemein. (Ich halte die Dame aber auch in anderen Belangen für eine ziemlich intrigante Schlammschleuder.) Daß es einen "Abtreibungstourismus" (zumindest in den Städten nahe der holländischen Grenze) gibt, und daß die Abtreibung leider zu oft als Verhütungsmethode praktiziert wird, kann meine Freundin sowohl aus ihrer medizinischen Praxis als auch aus dem privaten Umfeld bestätigen. Negativ-Beispiele und traurige Begleiterscheinungen, die anzugehen sicher notwendig wäre - aber nicht um den Preis des totalen gesetzlichen Verbots! Ein absolutes Gesetz, daß keinen Raum für differenzierte Lebensumstände läßt, wird zum Dogma, und das bedeutete in diesem Fall ein Leugnen, daß es auch eine Menge echter Notlagen gibt. Und wie Maria schon richtig bemerkte, würde eine solche Maßnahme die Zahlen der Abtreibungen nicht wesentlich senken, die Komplikationen durch die illegale und unsachgemäße Durchführung aber für die Frauen in echten Notlagen auf schlimme Weise erhöhen. So etwas kann wohl nicht im Interesse eines echten Lebensschützers sein?!
Die Möglichkeit zur Abtreibung muß daher wohl bestehen bleiben, aber vielleicht kann sich auf anderem Gebiet ja etwas verändern: Schön wäre doch, wenn z.B. Statements wie das von Frau Ditfurth im öffentlichen Bewußtsein ein anderes Gewicht bekämen; daß die Abtreibung nicht mehr glorifiziert und u. U. sogar zu einer "Befreiungstat" stilisiert werden könnte, weil die Leute sich bewußt wären, daß es über sie nur eins aussagt - nämlich daß sie zu dämlich ist, effektiv zu verhüten, und dies euphemistisch zu verschleiern sucht. Es gibt doch neben der Pille auch andere, unschädliche Methoden, z.B. einige sehr gute Hormontests; und wenn ich damals in der Ausbildung nicht total gepennt habe, dauert der Zeitraum der Empfängnisfähigkeit alles in allem auch gerade mal 48 Stunden. Sind zwei Tage Enthaltsamkeit eigentlich unzumutbar, zumal, wenn man die Entscheidung trifft, bewußt nicht zu verhüten?
Vielleicht reicht es ja, das Bewußtsein der Leute in dieser Richtung nur ein klein wenig zu verändern, um einerseits die "schwarzen Schafe" leichter zu erkennen, und andererseits das Thema "Abtreibung" aus dieser sinnlosen Diskussion mit ihrem Absolutheitsanspruch zu befreien und ihm zu einer realistischeren, da differenzierteren Sichtweise zu verhelfen.
Liebe Grüße an alle, Andreas
Re: P.S.: ...
carlos , Tuesday, 17.06.2003, 14:59 (vor 8268 Tagen) @ Andreas (der andere)
Als Antwort auf: P.S.: ... von Andreas (der andere) am 16. Juni 2003 18:07:35:
ºÜÓÐÒâ˼... ºÃÏñÔÙÕß¶ùÒ²×ßÈË»á˵ºº...
carlos
Re: P.S.: ... also auf Pinyin...
carlos , Tuesday, 17.06.2003, 15:01 (vor 8268 Tagen) @ carlos
Als Antwort auf: Re: P.S.: ... von carlos am 17. Juni 2003 11:59:22:
hen youyisi... haoxiang zai zher ye you ren hui shuo hanyü...
Servus,
carlos
Re: P.S.: ... also auf Pinyin... @ Carlos
Andreas (der andere), Tuesday, 17.06.2003, 18:48 (vor 8268 Tagen) @ carlos
Als Antwort auf: Re: P.S.: ... also auf Pinyin... von carlos am 17. Juni 2003 12:01:08:
hen youyisi... haoxiang zai zher ye you ren hui shuo hanyü...
Servus,
carlos
Shì mà?
Dànshì wo ye feicháng gaoxing zài zher bú shì dì yi ge rén xihuan shuo Hànyü. Youshíhou keyi hen youyìde yòng zhongwén tán tán ... ... Wo xiang xiànzài zài zhèr women yingai shuo Déyü, hao bù hao?
Und bevor uns Jörg hier noch radikal bannt, weil er vermutet, daß wir hinter deren Rücken über andere Forumsteilnehmer lästern, laß uns lieber beim Deutschen bleiben.
Fleundliche Glüße, Andleas
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Maria, Tuesday, 17.06.2003, 17:05 (vor 8268 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Arne Hoffmann am 16. Juni 2003 15:26:24:
Hey,
Legalisierung von Abtreibung steigert nicht bzw. Verbot senkt nicht unbedingt die Zahlen.
Schau die die USA an: legal, auch noch ziemlich spät in der Schwangerschaft, und enorm hohe Abtreibungszahlen.
Auf der anderen Seite die Niederlande: eines der liberalsten Abtreibungsysteme auf der Welt und trotzden relativ niedrige Zahlen. Wenn ich mich richtig erinnere sogar die niedrigsten in Europa.
Und dann Polen: da war Abtreibung früher legal und jetzt ist sie größtenteils illegal, aber dafür laufen Abbrüche unter der Hand und sehr wahrscheinlich in sehr großer Zahl.
Das wichtige ist Aufklärung über Verhütung und kinderfreundliche Gesellschaft, in der man Kinder bekommen kann und trotzdem berufstätig sein kann. Auch wenn gerne über die karrieregeilen Schlampen geschimpft wird: Berufstätigkeit ist nicht gleich Karrieregeilheit. Ich will auch berufstätig sein, nie von einem Mann finanziell abhängig sein und möchte trotzdem Kinder haben. Aber für einen guten Job braucht man eine Ausbildung oder ein Studium. Und außerdem gute Möglichkeiten, sein Kind qualifiziert betreut zu haben während man arbeitet. Und das sehen gerade junge schwangere Frauen hier in Deutschland nicht. Ich bin überzeugt, dass viele ihre ungewollten Kinder unter günstigeren Umständen bekommen würden.
Über Jutta Ditfurth möchte ich mich gar nicht groß äußern, für mich ist ihre Einstellung daneben.
Aber was den gut ausgebauten Sozialstaat angeht: so toll ist es um den auch nicht bestellt. Wenn ein ungewolltes Kind für mich Sozialamt bedeuten würde würde ich mir vielleicht auch überlegen, ob ich es wirklich haben möchte. Das ist eben der Punkt: ich hätte finanziellen, moralischen und praktischen Rückhalt durch meine Familie. Das ist was anderes als Sozialhilfe. Insofern habe ich vielleicht leicht reden.
Übrigens ist das alles in Frankreich wesentlich besser. Ich habe da mal ein Jahr studiert und habe jede Menge junge Frauen mit Kindern gesehen. Aber die haben auch eine gute Betreuung. Da können die jungen Mütter trotz Kind arbeiten/ eine Ausbildung machen/ studieren. Und Frankreich hat eine deutlich höhere Geburtenrate als Deutschland. DAS ist für mich ein sehr wichtiger Punkt.
Zu deinem letzten Punkt:
Meine Meinung ist, dass man ungeborenes und allein (=außerhalb der Gebärmutter) nicht lebensfähiges Leben mit geborenem nicht gleichsetzen kann. Schon gar nicht zu Beginn der Schwangerschaft, was ja unsere Fristenlösung betrifft. Das heißt jetzt nicht, dass ich abtreiben würde. Sehr wahrscheinlich nicht. Mich nervt nur immer der unsinnige Vergleich mit der Oma, der man eine Giftspritze verpasst, um ihr Zimmer zu bekommen...
Aber für mich persönlich kann letztlich nur die Schwangere die Entscheidung treffen, und sonst niemand. Ich hoffe nur immer, dass sie sich das auch wirklich gut und gründlich überlegt haben.
Maria
Die Politikerin Jutta Ditfurth, eine der Mitbegründer der Grünen, wurde meiner Quelle zufolge vor zehn Jahren in der Zeitschrift "Cosmopolitan" (8/1988 S.43) interviewt. Auf die Frage "Sie haben zwei Abtreibungen hinter sich. Halten Sie nichts von Verhütung?" erwiderte sie "Na, hören Sie mal! Ich weiß zu viel über die Gefahren der Pille. Und selbst die ist ja nicht hundertprozentig sicher. Also, ich bin sechsunddreißig, da finde ich zwei Abtreibungen auf ein lustvolles, knapp zwanzigjähriges Geschlechtsleben relativ wenig." Ein anderes Ditfurth-Zitat lautet: "Im Vergleich zu meiner Abtreibung in Frankfurt war die in Holland himmlisch." Ditfurth ist als Tochter von Hoimar von Ditfurth sicher niemand, die ihre diversen Abtreibungen aus finanzieller Not unternehmen musste. Wenn die Abtreibungsgegner hier im Forum den Stellenwert des geborenen und des ungeborenen Lebens miteinander gleichsetzen, dann kann ich verstehen, dass ihnen der Kragen platzt und sie kühne historische Vergleiche anstellen, sobald sie solche Sätze hören. Eine andere Website teilt mir mit, dass in den letzten 20 Jahren zwei Millionen "Kinder" abgetrieben worden seien ...
Für mich ist halt die Frage, inwiefern man geborenes und ungeborenes Leben gleichsetzen kann. Damit habe ich mich aber noch nicht näher beschäftigt.
Arne
Re: Hallo Jörg! - Schau doch bitte mal kurz bei Maria rein.....
Pedro, Tuesday, 17.06.2003, 19:34 (vor 8268 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 17. Juni 2003 14:05:59:
Geht's hier um (finanzielle) Interessen oder hab' ich das Lesen verlernt?
Ich bin überzeugt, dass viele ihre ungewollten Kinder unter günstigeren Umständen bekommen würden.<
Über Jutta Ditfurth möchte ich mich gar nicht groß äußern, für mich ist ihre Einstellung daneben.<
Aber was den gut ausgebauten Sozialstaat angeht: so toll ist es um den auch nicht bestellt. Wenn ein ungewolltes Kind für mich Sozialamt bedeuten würde würde ich mir vielleicht auch überlegen, ob ich es wirklich haben möchte.<
Best wishes! (um im Jargon zu bleiben)
Pedro
Re: Hallo Jörg! - Schau doch bitte mal kurz bei Maria rein.....
Jörg, Tuesday, 17.06.2003, 19:52 (vor 8268 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Hallo Jörg! - Schau doch bitte mal kurz bei Maria rein..... von Pedro am 17. Juni 2003 16:34:33:
Hallo Pedro!
Geht's hier um (finanzielle) Interessen oder hab' ich das Lesen verlernt?
Ja, bei Maria geht es offenbar um finanzielle Interessen, wobei jedoch
nicht gesagt ist, inwieweit ihre Denkweise repräsentativ ist.
Aber möglicherweise bin ich in dieser Angelegenheit auch zu sehr Optimist
- kann durchaus sein.
Best wishes! (um im Jargon zu bleiben)
Pedro
*LOL*
Gruß, Jörg
Hallo?!?
Maria, Wednesday, 18.06.2003, 16:59 (vor 8267 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Hallo Jörg! - Schau doch bitte mal kurz bei Maria rein..... von Jörg am 17. Juni 2003 16:52:02:
Schön, wenn mein ganzes Posting auf "finanzielle Interessen" reduziert wird. Aber es ist nun mal so, dass genau DAS für viele ein wichtiges Thema ist: wie würde ich das Kind anständig groß bekommen? Auch wenn es euch nicht gefällt: für viele, die sich für oder gegen Abtreibung entscheiden müssen, IST das nun mal wichtig. Ich finde es fatal, davor die Augen zu verschließen.
Maria
Re: Hallo?!?
Jolanda, Wednesday, 18.06.2003, 17:13 (vor 8267 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Hallo?!? von Maria am 18. Juni 2003 13:59:07:
Liebe Maria
Ich kann dein Argument sehr gut nachvollziehen und es ist auch nicht fair, wenn man nun so reagiert, da gebe ich dir Recht.
Hier kommen viele Emotionen hoch und die Tendenz gleich alles zu verteufeln und nur niedere Motive zu sehen ist durchaus gegeben.
Ich bin absolut davon überzeugt, dass auch Männer für eine Abreibung sind, weil sie sich finanziell ausser Stande sehen ein Kind zu unterhalten.
Hier wird schon auch so krass argumentiert, weil man bei Abreibung der Frau den schwarzen Peter zuschieben kann, das sehe ich schon auch so.
Ein bisschen differenziertere Argumentation wäre durchaus angebracht, zumal du mir ganz und gar nicht den Eindruck machst, dass du so eine Entscheidung leichten Herzens tätigen würdest, das wäre wohl ganz schön schwer, ein richtiger Kampf in deinem Inneren.
Bei allen Bedenken, die ich auch habe und obwohl ich die Abtreibung als Unrecht empfinde, ist es nicht in Ordnung, wenn gerade auch die Männer sich hier herausnehmen nur niedere, egoistische und schlampenhafte Motive zu sehen.
Ich kenne einige Männer, die ganz klar gesagt haben, ich will kein Kind, entweder du treibst es ab oder du ziehst es alleine gross. Das sind auch alles Täter oder Schuldige oder wie auch immer ihr das hier nennen wollt.
Ich fand diese Bemerkung gegenüber dir auch nicht in Ordnung.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Jetzt hast Du mich unangenehm überrascht.....
Pedro, Wednesday, 18.06.2003, 20:03 (vor 8267 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Hallo?!? von Jolanda am 18. Juni 2003 14:13:41:
Hallo Jolanda,
Hier kommen viele Emotionen hoch und die Tendenz gleich alles zu verteufeln und nur niedere Motive zu sehen ist durchaus gegeben.<
Weder "alles" noch "nur" - auch nicht in der Tendenz.
Ich bin absolut davon überzeugt, dass auch Männer für eine Abreibung sind, weil sie sich finanziell ausser Stande sehen ein Kind zu unterhalten.
Hier wird schon auch so krass argumentiert, weil man bei Abreibung der Frau den schwarzen Peter zuschieben kann, das sehe ich schon auch so.
Ein bisschen differenziertere Argumentation wäre durchaus angebracht.....<
Ich verstehe sehr wohl zu differenzieren. Meine Argumentation richtet sich gegen jeden, der sich für Abtreibung aus welchen "Interessen" auch immer ausspricht. "Notfälle" habe ich stets ausgenommen. Finanzielle Interessen können allerdings garantiert nicht dazugehören, sonst läuft es auf die Parole "Geld oder Leben" hinaus.
Wer das leugnen will, darf das natürlich tun - muß sich dann jedoch konsequenterweise gefallen lassen, als egoistisch, verantwortungs- und skrupellos bezeichnet zu werden.
Und insofern finde ich Deine Anmerkungen auch nicht in Ordnung.
Gruß
Pedro
Re: Jetzt hast Du mich unangenehm überrascht.....
Jolanda, Wednesday, 18.06.2003, 20:48 (vor 8267 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Jetzt hast Du mich unangenehm überrascht..... von Pedro am 18. Juni 2003 17:03:16:
Hallo Pedro
Du darfst meine Anmerkung auch nicht in Ordnung finden, das ist kein Problem für mich.
Ich persönlich würde auch nicht wegen finanzieller Not abtreiben, vorher würde ich mich zu Tode schuften. Dein Engagement für das ungeborene Leben ist ja durchaus gut, ich meine, ich bin echt froh, dass es auch noch Menschen gibt, die sich dafür einsetzen.
Nur geht es mir insofern zu weit, als dass ich es nicht in Ordnung finde, wenn man nun auf Maria los geht, nur weil sie ehrlich gesagt hat, dass sie sich das unter den Umständen evtl. auch überlegen würde.
Es geht nicht darum, dass es richtig ist, wenn man es tut, in meinen Augen ist Abtreibung immer falsch, immer Unrecht. Nur muss dann jeder für das Unrecht, das er getan hat selber einstehen. Jeder wird dafür einmal einstehen müssen, ob er nun einsieht, dass es Unrecht war oder nicht und dass er hier eigentlich versagt hat dem Leben gegenüber. Wenn das Unrecht erkannt wird, kann daraus auch Vergebung erfolgen, daran glaube ich , aber nur, wenn man Reue zeigt und sich seiner Tat, die eben Unrecht war bewusst ist.
Es geht mir doch nicht darum, dass ich die Tat entschuldigen will, die bleibt in meinen Augen immer Unrecht, es geht mir doch nur darum, dass ich sagen möchte, dass der Mensch nun mal nicht die Güte in Person ist, die wenigsten oder siehst du das anders?
Du darfst mir hier ruhig widersprechen, das ist durchaus ok, nur so unter uns lieber Pedro. Gleich im Titel des Beitrages deine Entäuschung über meine Meinung kund zu tun, ich frage dich nun, so sehr bist du entäuscht, dass du das gleich als Betreff wählen musstest?
Wohl schon, nun ja, damit musst du leben, ich muss auch mit vielen Entäuschungen leben, mit Aussagen von euch, die ich nicht immer verstehe. Da geht es uns allen gleich.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Vorab gleich ein "Sorry!"
Pedro, Wednesday, 18.06.2003, 21:32 (vor 8267 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Jetzt hast Du mich unangenehm überrascht..... von Jolanda am 18. Juni 2003 17:48:28:
Hallo Jolanda,
daß das mit der Titelzeile bei Dir nicht so gut ankommt - hatte das unmittelbar vor dem Lesen dieses Postings gerade wieder gemacht - liegt nicht in meiner Absicht. Ich bin einer der wenigen Poster, die - aus Gründen der Übersichtlichkeit - öfter mal wechseln und versteh' das auch als vorbereitende "Inhaltsangabe". Sorry - no offense. Ich glaub' übrigens auch nicht, daß so etwas eine Meinung entwerten könnte - das können nur schlechte Argumente. Idealiter jedenfalls.
Es geht mir doch nicht darum, dass ich die Tat entschuldigen will, die bleibt in meinen Augen immer Unrecht, es geht mir doch nur darum, dass ich sagen möchte, dass der Mensch nun mal nicht die Güte in Person ist, die wenigsten oder siehst du das anders?<
Kein Widerspruch - stimmt doch. Aber gerade darum! Der Mensch ist bis heute ein ziemlich wildes Tier geblieben, ohne diese Ansätze von Kultur wärs hienieden noch unerträglicher. Jedenfalls seit wir mit der Möglichkeit, gut und böse unterscheiden zu können (müssen?), ausgestattet sind.....
Zum Ausgleich meines ungewollten faux-pas einen ganz lieben Gruß!
Pedro
Re: Hallo?!?
Jörg, Wednesday, 18.06.2003, 20:16 (vor 8267 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Hallo?!? von Jolanda am 18. Juni 2003 14:13:41:
Hallo Jolanda!
Ich kann dein Argument sehr gut nachvollziehen und es ist auch nicht fair, wenn man nun so reagiert, da gebe ich dir Recht.
Das hat nichts mit Fairness oder Unfairness zu tun, sondern das ist eine
reine Frage der Logik.
Hier kommen viele Emotionen hoch und die Tendenz gleich alles zu verteufeln und nur niedere Motive zu sehen ist durchaus gegeben.
Bei manchen trifft das sicherlich zu. Aber nicht bei allen.
Ich bin absolut davon überzeugt, dass auch Männer für eine Abreibung sind, weil sie sich finanziell ausser Stande sehen ein Kind zu unterhalten.
Das bezweifelt ja auch niemand.
Hier wird schon auch so krass argumentiert, weil man bei Abreibung der Frau den schwarzen Peter zuschieben kann, das sehe ich schon auch so.
Was meinen Teil anbelangt will ich mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt
eigentlich gar nicht so sehr festlegen, wie ich nun zur Abtreibung stehe -
denn es handelt sich zweifelsohne um ein mehrschichtiges Thema.
Ein bisschen differenziertere Argumentation wäre durchaus angebracht, zumal du mir ganz und gar nicht den Eindruck machst, dass du so eine Entscheidung leichten Herzens tätigen würdest, das wäre wohl ganz schön schwer, ein richtiger Kampf in deinem Inneren.
Daß eine Abtreibung für viele Frauen keine so leichte Entscheidung ist,
das glaube ich auch.
Andererseits sollte man jedoch die Augen nicht davor verschließen, daß
eine Abtreibung immer eine Tötung darstellt.
Bei allen Bedenken, die ich auch habe und obwohl ich die Abtreibung als Unrecht empfinde, ist es nicht in Ordnung, wenn gerade auch die Männer sich hier herausnehmen nur niedere, egoistische und schlampenhafte Motive zu sehen.
Finanzielle Gründe sind nicht zwangsläufig "nieder, egoistisch und
schlampenhaft". Bitte bedenke, daß dies Deine Bewertung der Diskussion
ist. So wie ich das sehe, wurde zunächst einmal ledgiglich die Fakten-
lage festgestellt.
Ich kenne einige Männer, die ganz klar gesagt haben, ich will kein Kind, entweder du treibst es ab oder du ziehst es alleine gross. Das sind auch alles Täter oder Schuldige oder wie auch immer ihr das hier nennen wollt.
Natürlich.
Ich fand diese Bemerkung gegenüber dir auch nicht in Ordnung.
Sorry Jolanda, hier ging es um Fakten, nicht darum, jemanden schlecht-
zureden.
Gruß, Jörg
Re: Hallo?!?
Jolanda, Wednesday, 18.06.2003, 21:05 (vor 8267 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Hallo?!? von Jörg am 18. Juni 2003 17:16:30:
Hallo Jörg
Nun ja, du hast insofern Recht als dass ich ja auch eine ganz subjektive Auffassungsgabe habe und ich immer Gefahr laufe, mehr in gewisse Aussagen hineinzulesen als ich sollte.
Mag sein, dass ich diese sogenannten Fakten, wie du sie nennst, viel zu persönlich gesehen habe, ich meine nun, nicht auf mich bezogen, sondern allgemein.
Die Gefahr besteht durchaus bei mir, dessen bin ich mir bewusst, aber ich habe das einfach so empfunden und du kennst mich ja, ich kann dann nicht auf meinen Mund sitzen 
Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda
Re: Du bestätigst doch nur, was ich sage und das ist in der Tat fatal..... (n/t)
Pedro, Wednesday, 18.06.2003, 19:39 (vor 8267 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Hallo?!? von Maria am 18. Juni 2003 13:59:07:
Re: Du bestätigst doch nur, was ich sage und das ist in der Tat fatal..... (n/t)
Jolanda, Wednesday, 18.06.2003, 20:10 (vor 8267 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Du bestätigst doch nur, was ich sage und das ist in der Tat fatal..... (n/t) von Pedro am 18. Juni 2003 16:39:58:
Lieber Pedro
Nein, sie bestätigt dir gar nichts und du bist sehr von dir überzeugt, wenn du denkst, du kannst anhand von dieser Aussage Maria in eine Schublade stecken.
Weisst du, es ist schon klar, dass hier bei uns keiner verhungern muss, nur ein Kind alleine durchzubringen, wenn du keine Unterstützung hast, das ist ganz schön schwer.
Ich habe zwei Freundinnen, die sich für das Kind entschieden haben, obwohl die Herren Erzeuger sich verdünnisiert haben, was übrigens noch viel zu oft vorkommt.
Sie haben Vollzeit gearbeitet und das Kind "fremdversogen" lassen und dafür einen grossen Teil ihres Verdienstes investiert.
Sie mussten auch Nacht für Nacht aufstehen und alle drei bis vier Stunden ihr Kind füttern und es gab so manche schlaflose Nacht, trotzdem morgens um halb sechs hiess es wieder aus den Federn und Kind wegbringen und dann zur Arbeit.
Die eine hatte zwei Zusammenbrüche, weil sie kaum mehr zum schlafen kam.
Ich habe jegliches Verständnis dafür, wenn man Abtreibung ablehnt, ich lehne sie auch ab. Aber ich habe kein Verständnis dafür, wenn man Frauen angreift, die einfach ehrlich sagen, was sie denken und dazu stehen, dass sie unter solchen Umständen evtl. auch abtreiben würden.
So von oben herab zu sagen, aha klar, es geht den Frauen natürlich wieder mal nur um die Kohle. Das sagt ja alles über diese Person aus.
Ich finde, du machst es dir hier ein bisschen einfach und urteilst sehr vorschnell, so aus einer sicheren Position heraus, dass du diese Entscheidung in dem Ausmasse ja nie treffen musst. Denn auch wenn du als Mann dein Kind nicht haben willst, die böse, die es im Endeffekt abtreibt, das wird ja dann die Frau sein.
Verzeih mir, wenn ich dir hier sage, dass ich dieses Vorgehen nicht für sachlich und fair erachte.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Wer nicht verstehen will, versteht nicht!
Pedro, Wednesday, 18.06.2003, 21:13 (vor 8267 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Du bestätigst doch nur, was ich sage und das ist in der Tat fatal..... (n/t) von Jolanda am 18. Juni 2003 17:10:00:
Hallo Jolanda,
ich bitte Dich freundlich - aber auch unmißverständlich! - künftig solche unsachlichen Aussagen zu unterlassen wie
Nein, sie bestätigt dir gar nichts und du bist sehr von dir überzeugt, wenn du denkst, du kannst anhand von dieser Aussage Maria in eine Schublade stecken.<
Du mahnst Fairness an? Dann sei es doch bitte erst mal selbst und schau Dir mein erstes Posting zu Maria nochmals an: das hatte mit ihr als Person doch rein gar nichts zu tun - ich wollte (wie aus der Überschrift zweifelsfrei hervorgeht) Jörg nur ein Beispiel gewissermaßen "vor der Haustür" zeigen. Mit ihm hatte ich nämlich zuvor über diese Frage diskutiert. Mehr war nicht.
Und natürlich hat sie mir mit ihrer Antwort bestätigt, daß sie u. U. Geld und Leben gegeneinander abwägt. Da kannst du so viele Nebelkerzen werfen wie du willst.
Daß ich sehr von mir überzeugt sei, ist nur eine Unterstellung - das wollen wir doch mal festhalten. Ich sehe nicht, was sie zur Sache beiträgt - noch nicht mal dann, wenn Du richtig liegen würdest. Wozu dann aber diese Formulierung, hmm?
So von oben herab zu sagen, aha klar, es geht den Frauen natürlich wieder mal nur um die Kohle. Das sagt ja alles über diese Person aus.<
Wo - bitte - habe ich etwas gesagt, das eine solche Aussage rechtfertigt?
Ich finde, du machst es dir hier ein bisschen einfach.....<
Das mag Deine Meinung sein - nur wird sie durch meine Postings nicht gestützt.
Verzeih mir, wenn ich dir hier sage, dass ich dieses Vorgehen nicht für sachlich und fair erachte.<
Ich verzeihe nicht, denn - wie gezeigt - nur Du hast Dich unfair gezeigt. Aber ich weiß ja, daß die Geschlechter sich unterschiedlich ausdrücken. Deshalb, na gut.....*g*
Grüße!
Pedro
Re: Wer nicht verstehen will, versteht nicht!
Jolanda, Wednesday, 18.06.2003, 21:46 (vor 8267 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Wer nicht verstehen will, versteht nicht! von Pedro am 18. Juni 2003 18:13:51:
Hallo Pedro,
Aber ich weiß ja, daß die Geschlechter sich unterschiedlich ausdrücken. Deshalb, na gut.....*g*
---Ok, wenn ich übers Ziel hinaus geschossen bin, dann entschuldige ich mich hiermit, ich wollte dich nicht kränken.
Ja, manchmal habe ich schon das Gefühl, dass die Geschlechter sich unterschiedlich ausdrücken und dass wir Frauen euch Männer wohl oftmals nicht so richtig verstehen, in dem Sinne, dass was für uns überheblich und unfair klingt, für euch nichts anderes ist als die Auflistung von Fakten.
Es wäre einfacher, wenn wir uns sehen und hören könnten, dann würde es diese Missverständnisse wohl nicht geben 
Ich werde besser darauf achten, nicht persönlich zu werden und mich selber auch so zu verhalten, wie ich es von den anderen erwarte.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Hallo?!?
Jörg, Wednesday, 18.06.2003, 20:02 (vor 8267 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Hallo?!? von Maria am 18. Juni 2003 13:59:07:
Hallo Maria,
wenn ich Dich nochmal zitieren darf:
"Wenn ein ungewolltes Kind für mich Sozialamt bedeuten würde würde ich mir vielleicht auch überlegen, ob ich es wirklich haben möchte."
Im Klartext bedeutet das für mich, daß Du, bevor Du deutliche finanzielle
Einschnitte zu tragen hättest, in Erwägung ziehst aus eben diesen Gründen
ein Embryo abzutreiben (= töten zu lassen).
Man kann es drehen und wenden wie man will: Damit stellst Du - bei
isolierter Betrachtung - finanzielle Aspekte über das Lebensrecht des
Embryos.
Gruß, Jörg
Re: Hallo?!?
Jolanda, Wednesday, 18.06.2003, 20:36 (vor 8267 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Hallo?!? von Jörg am 18. Juni 2003 17:02:22:
Hallo Jörg
Weisst du, was mich daran so stört?
Dass ihr nun alle so tut, als wären wir Menschen die gütigsten und besten Menschen, als würde sich keiner Gedanken machen darüber, wie das gehen soll, wenn keine Kohle vorhanden ist, keine Ausbildung abgeschlossen, kein Geld da für das Kind, damit es auch nur einigermassen mit allen anderen mithalten kann.
Klar Jörg, klar ist ein Menschenleben im Endeffekt viel mehr Wert als alles Geld der Welt, klar wäre es wunderschön, wenn wir Menschen frei von Aengsten wären, vor allem von Aengsten, wo es sich nur um den schnöden Mammon dreht.
Das sind wir Menschen aber nicht und zwar weder die Frauen noch die Männer.
Auch wenn hier anscheinend alles Männer schreiben, die sich einen Deut um die Kohle scheren und denen der Schutz des Lebens über alles geht, so gibt es doch noch genauso viele, denen das sehr wohl wichtig ist.
Wollen wir hier nun heucheln, wollen wir hier nun so tun, als wäre die Welt rosarot und die Menschen gütig und edel?!
Hut ab vor Maria, dass sie uns allen eingesteht, dass sie nicht sicher ist, ob sie nicht auch so handeln würde, wenn sie wüsste, sie steht alleine da mit dem Kind, müsste es ohne Hilfe aufziehen und die Kohle müsste sie vom Sozialamt beantragen, damit sie und ihr Kind einigermassen über die Runden kommen.
Ist sie deswegen ein schlechter Mensch, nein, sie ist einfach ehrlich, sie versucht sich in die Situation von anderen Frauen zu versetzen, die nicht so priviligiert sind wie sie, denn sie hat ja gesagt, sie würde nicht abtreiben, weil sie auch genug Unterstützung hätte, auch ohne Kindsvater.
Diese Gutmenschendenken, nun ja, es kommt mir schon ein bisschen hoch. Seid ihr wirklich alle so reinen Herzens und reinen Geistes wie ihr hier verkündet. Seid mir nicht böse, aber ich denke einfach, es ist sehr leicht über andere zu urteilen, die in Situationen stecken, die man selber nie durchleben musste.
Ich finde es ermutigend, dass sich so viele von euch für die Kinder aussprechen, ich freue mich darüber, hätte das nie erwartet, nachdem ich im realen Leben gerade von Männern ganz andere Aussagen gewohnt bin.
Nur wir alle haben kein Anrecht auf Seligsprechung und wir alle sind Sünder und wir alle werden dafür einmal einstehen müssen, davon bin ich überzeugt, aber trotzdem müssen wir nicht über andere richten, denn das steht keinem von uns zu.
Liebe Grüsse
schickt dir
Jolanda
Re: Hallo?!?
Odin, Monday, 23.06.2003, 18:21 (vor 8262 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Hallo?!? von Jolanda am 18. Juni 2003 17:36:16:
Dass ihr nun alle so tut, als wären wir Menschen die gütigsten und besten Menschen, als würde sich keiner Gedanken machen darüber, wie das gehen soll, wenn keine Kohle vorhanden ist, keine Ausbildung abgeschlossen, kein Geld da für das Kind, damit es auch nur einigermassen mit allen anderen mithalten kann.
Ich verstehe nicht, warum hier nur die Alternativen "Abtreibung" und "Sozialamt" gehandelt werden. Wenn TATSÄCHLICH die finanzielle Not so groß ist und TATSÄCHLICH keine Lösung dieser Probleme in Sicht ist (oder die Ausbildung Vorrang hat, oder gerade eine persönliche Krise oder Unreife oder oder oder eine Mutterschaft schwierig machen), dann gibt es doch die hervorragende Lösung das Kind zur Adoption freizugeben:
1) Du machst andere Eltern SEHR glücklich
2) Dein Kind darf leben!
3) Du bist neuerdings danach überhaupt nicht rechtlos, sondern darfs Dein Kind auch weiterhin sehen, wenn Du willst
Re: Hallo?!?
Jolanda, Monday, 23.06.2003, 18:38 (vor 8262 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Hallo?!? von Odin am 23. Juni 2003 15:21:46:
Hallo Odin
Auch zu dieser Alternative braucht es Menschen, die dich dazu ermutigen, dir dazu anraten, etc. Vielleicht sollte sich die ganze Gesellschaft ein bisschen an der Nase nehmen.
Mithelfen, dass Kinder geboren werden und nicht abgetrieben. Da sein, wenn jemand in diese Sitution kommt, dann versuchen Mut zu machen und solche Vorschläge wie deinen zu unterbreiten und auch mitzuhelfen bei der Umsetzung.
Vielleicht alle wieder ein bisschen mehr Interesse zeigen, gerade für so wichtige Anliegen. Wer weiss, vielleicht wäre das auch ein erster Schritt.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Bruno, Wednesday, 18.06.2003, 14:46 (vor 8267 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 17. Juni 2003 14:05:59:
Hallo Maria,
Über Jutta Ditfurth möchte ich mich gar nicht groß äußern, für mich ist ihre Einstellung daneben.
...die Grünen als bewusst männerfeindliche Partei sind für mich ohnehin indiskutabel. Das gilt dementsprechend auch für deren Politikerinnen bzw. die Politiker.
Aber was den gut ausgebauten Sozialstaat angeht: so toll ist es um den auch nicht bestellt. Wenn ein ungewolltes Kind für mich Sozialamt bedeuten würde würde ich mir vielleicht auch überlegen, ob ich es wirklich haben möchte. Das ist eben der Punkt: ich hätte finanziellen, moralischen und praktischen Rückhalt durch meine Familie. Das ist was anderes als Sozialhilfe. Insofern habe ich vielleicht leicht reden.
...Ich habe schon ausführlich hier dargelegt, dass ich Abtreibung nur aus Gründen der Bequemlichkeit ("war eben nur ein Unfall") unverantwortlich finde ohne jedoch Frauen wegen Ihrer Entscheidung zu verurteilen. Ich will das auch nicht wieder aufwärmen oder dich gar bekehren. Jeder Mensch darf und soll dazu seine eigene Meinung haben. Hier wird aber im Gegensatz zu den öffentlichen Medien wie Fernsehen, Zeitung und Radio den Männern nicht das Recht abgesprochen, Ihre Meinung zu diesem Thema zu äußern, und deshalb tue ich es auch gerne.
Deine Meinung zur mangelnden Unterstützung von alleinstehenden schwangeren Frauen kann ich jedoch vollständig teilen. Auch ich sehe es als ein Skandal an, dass man "ungewollt" schwangeren Frauen in diesem Land, das immerhin eines der reichsten der Welt ist und das angeblich auch sozial sein soll, keine bessere Hilfe zukommen lässt als die Abtreibung ihres Kindes als nicht strafbar zu betrachten. Hier wären z.B. die jährlichen 200 Millionen Euro Ausgaben für Frauenintegration in Männerberufe, nur weil einige wenige Politik-Frauen die freie Berufswahl der Mehrheit der Frauen nicht tolerieren können, weitaus besser angebracht.
Gruß
Bruno
PS: Danke für deine wohltuend sachlichen und fairen Beiträge zu diesem Thema, die sich angenehm von anderen rein polemisierenden oder beleidigenden Diskussionbeiträgen unterscheiden.
Re: Kann man das so stehen lassen?
Pedro, Wednesday, 18.06.2003, 17:10 (vor 8267 Tagen) @ Bruno
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Bruno am 18. Juni 2003 11:46:21:
Hallo Bruno,
eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema ja nicht mehr äußern; aber wie sich gezeigt hat, ist es offenbar immer wieder notwendig Fakten beizuschleppen, um zu zeigen, was hier eigentlich vorgeht.
Ich frage mich schon lange, wer eigentlich von wem gelernt hat: die Feministen von den Unternehmern oder die Unternehmer von den Feministen. Beide verfahren jedenfalls nach dem gleichen Muster:
"Lerne klagen ohne zu leiden!"
Ich komme gleich noch ausführlicher drauf. Zunächst aber möchte ich mal eine Aussage von Dir hinterfragen:
...Ich habe schon ausführlich hier dargelegt, dass ich Abtreibung nur aus Gründen der Bequemlichkeit ("war eben nur ein Unfall") unverantwortlich finde ohne jedoch Frauen wegen Ihrer Entscheidung zu verurteilen.<
Du hältst also etwas für (doch wohl moralisch) "unverantwortlich", willst hieran jedoch keine Sanktion knüpfen - noch nicht mal die einer moralischen Verurteilung. Vielleicht liegt es ja nur an mir, daß ich das nicht verstehe. Wäre nett, wenn Du mir diese Haltung mal erläutern könntest.
Bei Deiner nachfolgenden Aussage bleibt mir glatt die Spucke weg. Worin - bitte - besteht denn da der Skandal? Sollte man denn das Absehen von der Tötung des eigenen Nachwuchses auch noch prämieren?
Auch ich sehe es als ein Skandal an, dass man "ungewollt" schwangeren Frauen in diesem Land, das immerhin eines der reichsten der Welt ist und das angeblich auch sozial sein soll, keine bessere Hilfe zukommen lässt als die Abtreibung ihres Kindes als nicht strafbar zu betrachten.<
Mal ganz davon abgesehen, daß die Krankenversicherung - die Allgemeinheit also! - in den meisten Fällen für die Kosten dieser "Unverantwortlichkeit" aufkommt und in den begründeten Fällen ausnahmslos.
Und noch eine Bemerkung am Rande: Wer immer nach dem Staat ruft, darf sich nicht beschweren, wenn er ihn allumfassend bekommt.
Nun zum Klagelied:
Deine Meinung zur mangelnden Unterstützung von alleinstehenden schwangeren Frauen kann ich jedoch vollständig teilen.<
Hierzu empfehle ich Dir zunächst die Einholung weiterer Informationen. Als Einstieg kann vielleicht eine Broschüre dienen, die übers Netz abrufbar ist.
www.uni-karlsruhe.de/zib/doc/Kind_Un.pdf
Diese Broschüre informiert vordergründig zwar nur über das "Studieren mit Kind", bietet dabei allerdings auch einen exzellenten Überblick über alle möglichen Leistungsansprüche.
Auch zu der häufig in Foren zu lesenden Abneigung gegen die Inanspruchnahme von Sozialhilfe, Wohngeld etc. muß noch ein Wort gesagt werden. Ich will überhaupt nicht bestreiten, daß das schon durch die Art des Verfahrens eine unangenehme Form des Gelderwerbs ist, aber wir sollten vielleicht nicht vergessen, daß den dabei erbrachten Zahlungen keinerlei Leistung gegenübersteht. Ist es nicht eher die im Bewußtsein der Bevölkerung damit verbundene soziale Stigmatisierung - durch unsere "Oberen" stets geschürt - welches die Sache so "unerträglich" macht? Die Kaufkraft ist nämlich nicht gar so niedrig. Daß man damit in der Spaßgesellschaft natürlich nicht mithalten kann, ist aber schließlich auch nicht Sinn der Sache.
Gruß
Pedro
Re: Widerspruch
Renate, Wednesday, 18.06.2003, 18:45 (vor 8267 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Kann man das so stehen lassen? von Pedro am 18. Juni 2003 14:10:44:
Hallo Pedro
"Auch zu der häufig in Foren zu lesenden Abneigung gegen die Inanspruchnahme von Sozialhilfe, Wohngeld etc. muß noch ein Wort gesagt werden. Ich will überhaupt nicht bestreiten, daß das schon durch die Art des Verfahrens eine unangenehme Form des Gelderwerbs ist, aber wir sollten vielleicht nicht vergessen, daß den dabei erbrachten Zahlungen keinerlei Leistung gegenübersteht".
Keinerlei Leistung? Einen Säugling und ein Kleinkind alleinstehend zu versorgen ist keinerlei Leistung?
"Ist es nicht eher die im Bewußtsein der Bevölkerung damit verbundene soziale Stigmatisierung - durch unsere "Oberen" stets geschürt - welches die Sache so "unerträglich" macht?"
Ach wirklich? Liest Du nicht die postings der armen, armen Väter, die bis zum Selbstbehalt für diese faulen Sozialhilfeempfängerinnen Betreuungssunterhalt für die ersten drei Lebensjahre des Kindes zahlen müssen?
Du bist doch auch ein Fan des RoteMännerInfos, lies mal dort über diese faulen Schlampen nach. Ich habe von Dir bisher noch keinen Widerspruch gelesen.
Grüssle
Renate
Re: Nicht so schnell, Renate.....
Pedro, Wednesday, 18.06.2003, 20:44 (vor 8267 Tagen) @ Renate
Als Antwort auf: Re: Widerspruch von Renate am 18. Juni 2003 15:45:26:
Hallo Renate,
das nächste Mal vielleicht nicht so schnell aus der Hüfte ballern. *smile*
"Auch zu der häufig in Foren zu lesenden Abneigung gegen die Inanspruchnahme von Sozialhilfe, Wohngeld etc. muß noch ein Wort gesagt werden. Ich will überhaupt nicht bestreiten, daß das schon durch die Art des Verfahrens eine unangenehme Form des Gelderwerbs ist, aber wir sollten vielleicht nicht vergessen, daß den dabei erbrachten Zahlungen keinerlei Leistung gegenübersteht".<<
Keinerlei Leistung? Einen Säugling und ein Kleinkind alleinstehend zu versorgen ist keinerlei Leistung?<
Selbstverständlich ist es das.
Dieser Absatz nahm aber allgemein zur psychologisch-sozialen Problematik staatlicher Hilfen Stellung. Ich dachte, das sei aus Formulierung und Kontext deutlich geworden. Mein Fehler, wenn ich mich so mißverständlich ausgedrückt haben sollte.
"Ist es nicht eher die im Bewußtsein der Bevölkerung damit verbundene soziale Stigmatisierung - durch unsere "Oberen" stets geschürt - welches die Sache so "unerträglich" macht?"<<
Ach wirklich? Liest Du nicht die postings der armen, armen Väter, die bis zum Selbstbehalt für diese faulen Sozialhilfeempfängerinnen Betreuungssunterhalt für die ersten drei Lebensjahre des Kindes zahlen müssen?<
Wenn Du mir jetzt noch sagst, worüber Du eigentlich mit mir diskutieren willst, bin ich gerne bereit, darauf einzugehen. So aber kann ich nur sagen: nein, mir sind solche Postings nicht bewußt.
Du bist doch auch ein Fan des RoteMännerInfos, lies mal dort über diese faulen Schlampen nach. Ich habe von Dir bisher noch keinen Widerspruch gelesen.<
Was hat das "RoteMännerInfo" - das ich von Postings bei "Max und Moni" her kenne - mit mir zu tun? Probier's doch mal mit Sachlichkeit - sonst müßte ich Dir attestieren, daß wir schließlich noch keine Schweine zusammen gehütet haben und Du deshalb gar nicht wissen kannst, von wem oder ob überhaupt ich ein "Fan" bin.....
Pedro
Re: Nicht so schnell, Renate.....
Renate, Thursday, 19.06.2003, 02:10 (vor 8267 Tagen) @ Pedro
Als Antwort auf: Re: Nicht so schnell, Renate..... von Pedro am 18. Juni 2003 17:44:11:
Hallo Pedro,
das nächste Mal vielleicht nicht so schnell aus der Hüfte ballern. *smile*
ist eben ein sehr emotionales Thema, da kann das schnell passieren.
Keinerlei Leistung? Einen Säugling und ein Kleinkind alleinstehend zu versorgen ist keinerlei Leistung?<
Selbstverständlich ist es das.
o.k., Mißverständnis
Dieser Absatz nahm aber allgemein zur psychologisch-sozialen Problematik staatlicher Hilfen Stellung.
Ja, aber wie sieht die denn in der Praxis aus, für die alleinstehenden Frauen, die sich für die Schwangerschaft und für das Kind entschieden haben und für die eine Abtreibung nicht infrage kam (immerhin sind fast 38 % der alleinerziehenden Mütter vor der Geburt und 50 % der Mütter ein halbes Jahr nach der Geburt alleinstehend).
Eigenes Beispiel: 8 Wochen nach der Geburt hören die Gehaltszahlungen auf. Der Vater müßte Betreuungsunterhalt für die Mutter zahlen, wenn er denn kann. Sein Selbstbehalt liegt (wenn er denn arbeitet) bei 1000 Euro. Kindesunterhalt geht vor, falls ein Rest vorhanden ist, ist das dann der Betreuungsunterhalt.
Die Mutter erhält:
- Kindergeld und Kindesunterhalt (was für einen Säugling und ein kleines Kind insgesamt nicht ausreicht)
- Betreuungsunterhalt? Meistens 0, aber laß es mal 300 Euro sein
- Erziehungsgeld: 300 Euro
Du hast eine Miete von 600 Euro warm (Großstadt), wie soll es weitergehen?
Wo bleibt das Kind, wenn die Mutter wieder arbeitet und keine Verwandten wie z. B. eine Oma da ist?
Also Sozialamt: Hast Du mehr wie 1.000 Euro gespart, mußt Du das Geld erst einmal verbrauchen, bis nichts mehr da ist. Deine Kontoauszüge des letzten Jahres mußt Du vorzeigen und daß Du wirklich nichts mehr hast auch belegen, denn das wird mit der Bank und dem Finanzamt abgeglichen. Nach einem halben Jahr - und wenn Du viel gespart hast etwas später - bekommst Du dann Sozialhilfe, weil alles aufgebraucht ist. Der Sozialhilfesatz reicht dann zum überleben und überbrücken und Du wartest auf einen Hort- oder Kindergartenplatz, der Dir zwar eher zusteht wie einer verheirateten Mutter, aber wo keine Plätze sind, da hast Du eben Pech gehabt.
Deinem Arbeitgeber kannst Du keine klare Auskunft darüber geben, zu welchem Zeitpunkt Du Deine Arbeit wieder aufnehmen kannst, weißt ja nicht wo dein Kind bleiben soll. Der besetzt Deine Stelle anderweitig, absolut verständlich. Dann ist das Kind drei Jahre alt, Du hast einen Kindergartenplatz und Dein Arbeitgeber kündigt Dir zum nächst möglichen Termin.
Einzelschicksal? Nein, das sind die realen Aussichten und diese werden Dir sehr realistisch bei den Beratungsstellen und im Bekannten- und Verwandtenkreis aus Erfahrung geschildert. Du bist schwanger und in Panik, auf den Vater kannst Du nicht setzen, die Zeit drängt zu einer Entscheidung zu kommen. Glaubst Du, das ist einfach? Meinst Du, daß Du Dich in diese Situation hineinversetzen kannst?
Dann in irgendwelchen Männerinfos zu lesen, daß Sozialhilfeempfängerinnen Parasiten sind (sie könnten ja arbeiten, anstatt Vater Staat und dem armen Vater, der jetzt schon wieder 6 % mehr Kindesunterhalt zahlen muß, das Geld aus der Tasche zu ziehen) dann ballere ich schon mal schnell aus der Hüfte.
Grüssle
Renate
Re: Nicht so schnell, Renate.....
Pedro, Thursday, 19.06.2003, 20:13 (vor 8266 Tagen) @ Renate
Als Antwort auf: Re: Nicht so schnell, Renate..... von Renate am 18. Juni 2003 23:10:58:
Hallo Renate!
Schön, daß Deine Antwort wieder den Weg zu einer produktiveren Form der Auseinandersetzung zuläßt.
das nächste Mal vielleicht nicht so schnell aus der Hüfte ballern. *smile*<<
ist eben ein sehr emotionales Thema, da kann das schnell passieren.<
Ich weiß das und versuche deshalb auch damit umgehen.
Ja, aber wie sieht die denn in der Praxis aus, für die alleinstehenden Frauen, die sich für die Schwangerschaft und für das Kind entschieden haben und für die eine Abtreibung nicht infrage kam (immerhin sind fast 38 % der alleinerziehenden Mütter vor der Geburt und 50 % der Mütter ein halbes Jahr nach der Geburt alleinstehend).<
Diese Zahlen erscheinen mir ausgesprochen hoch, weshalb ich etwas skeptisch bin. Ich habe also mal versucht, die von dir angegebenen Zahlen nachzuvollziehen, aber kein entsprechendes oder zur Berechnung taugliches Material gefunden. Vielleicht kannst Du mir die Quelle nennen?
Was ich hingegen gefunden habe, ist eine Statistik über "Einkommen, Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte nach Haushaltstyp".
Die Zahlen stammen zwar von 1998 (neuere scheinen noch nicht vorzuliegen), dürften aber jedenfalls einen Anhaltspunkt liefern. Die Aussageschwäche von Durchschnittswerten ist mir dabei bewußt. Für Gesamtdeutschland würden demnach folgende Werte gelten (je Haushalt und Monat, alle Zahlen in Euro):
Allein Erziehende (mit ledigen Kindern unter 18 Jahren)
Ausgabefähige Einkommen und Einnahmen : 1755,--
Privater Verbrauch: 1542,--
davon
Wohnkosten (Miete, Energie, Instandhaltung): 516,--
Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren: 257,--
Verkehr: 150,--
Sparquote: 7,3 %
Quelle: http://www.destatis.de/basis/d/evs/budtab16.htm
Eigenes Beispiel: 8 Wochen nach der Geburt hören die Gehaltszahlungen auf. Der Vater müßte Betreuungsunterhalt für die Mutter zahlen, wenn er denn kann. Sein Selbstbehalt liegt (wenn er denn arbeitet) bei 1000 Euro. Kindesunterhalt geht vor, falls ein Rest vorhanden ist, ist das dann der Betreuungsunterhalt.<
Das ist so nicht richtig - laß' uns das deshalb nochmals klarstellen. Die von dir genannten 1.000,-- Euro Betreuungsunterhalt gelten dann, wenn der Unterhaltsverpflichtete Arbeit hat. Für Erwerbslose gelten nur 890,-- Euro. Beides trifft aber wiederum nur zu, wenn KEIN Kind vorhanden ist, also die Unterhaltsberechtigte NICHT Mutter ist.
Sobald jedoch ein Kind vorhanden ist, gelten als "notwendiger Selbstbehalt" nur noch 840,-- Euro für den erwerbstätigen bzw. 730,-- Euro für den arbeitslosen Vater. Dieser Betrag ist damit geringer als der "angemessene Selbstbehalt".
Die Mutter erhält:
- Kindergeld und Kindesunterhalt (was für einen Säugling und ein kleines Kind insgesamt nicht ausreicht)<
Du hast jetzt leider nicht gesagt, "wie klein" das 2. Kind ist. Aber mindestens wären also 398,-- Euro Kindesunterhalt zu zahlen. Diesen würde die Mutter in jedem Fall durch das Jugendamt erhalten, auch wenn der Vater nicht zahlen kann.
Das Kindergeld beträgt für die ersten drei Kinder je 154,-- Euro, in Deinem Fall also zusammen 308,-- Euro.
Insgesamt stehen damit für beide Kinder mindestens 706,-- Euro netto zur Verfügung.
- Betreuungsunterhalt? Meistens 0, aber laß es mal 300 Euro sein<
Nehmen wir lieber den schlimmsten Fall an, daß gar kein Betreuungsunterhalt gezahlt würde. Dann können wir nämlich ohne Rechnerei einfach den vollen Sozialhilfesatz ansetzen.
- Erziehungsgeld: 300 Euro<
Die Regelleistung beträgt 307,-- Euro für 24 Monate.
Du hast eine Miete von 600 Euro warm (Großstadt), wie soll es weitergehen?<
Wir sollten vielleicht das Wohngeld bzw. den Mietzuschuß nicht vergessen. Ohne nähere Kenntnis des Ortes könnten wir jetzt aber nur den Mindestbetrag einsetzen. Anders bei der Sozialhilfe - dort werden die Kosten (zunächst jedenfalls) voll übernommen. Das ändert sich allenfalls, wenn die Wohnung unangemessen groß, luxuriös, teuer etc. wäre. Bei 75 qm Wohnfläche und Standardausstattung sollte es aber kein Problem geben.
Wo bleibt das Kind, wenn die Mutter wieder arbeitet und keine Verwandten wie z. B. eine Oma da ist?
Also Sozialamt: Hast Du mehr wie 1.000 Euro gespart, mußt Du das Geld erst einmal verbrauchen, bis nichts mehr da ist. Deine Kontoauszüge des letzten Jahres mußt Du vorzeigen und daß Du wirklich nichts mehr hast auch belegen, denn das wird mit der Bank und dem Finanzamt abgeglichen. Nach einem halben Jahr - und wenn Du viel gespart hast etwas später - bekommst Du dann Sozialhilfe, weil alles aufgebraucht ist.<
Deine Angabe von 1.000,-- Euro ist nicht korrekt. Zutreffend wären 1279,-- Euro für Dich und 256,-- Euro für jedes Kind. Ein Barvermögen in Höhe von 1.791,-- Euro dürftest Du also in jedem Fall halten (soweit Du kein anderes Vermögen hättest, wovon wir ja ausgehen müssen).
Der Sozialhilfesatz reicht dann zum überleben und überbrücken und Du wartest auf einen Hort- oder Kindergartenplatz, der Dir zwar eher zusteht wie einer verheirateten Mutter, aber wo keine Plätze sind, da hast Du eben Pech gehabt.<
Der Sozialhilfe-Regelsatz würde - landesabhängig - mindestens 279,-- Euro für Dich betragen, weitere 153,-- Euro je Kind nach Auslaufen des Erziehungsgeldes. In diesem Regelsatz nicht enthalten sind eine ganze Menge Extras, für die es zusätzlich Geld gibt.
Deinem Arbeitgeber kannst Du keine klare Auskunft darüber geben, zu welchem Zeitpunkt Du Deine Arbeit wieder aufnehmen kannst, weißt ja nicht wo dein Kind bleiben soll. Der besetzt Deine Stelle anderweitig, absolut verständlich. Dann ist das Kind drei Jahre alt, Du hast einen Kindergartenplatz und Dein Arbeitgeber kündigt Dir zum nächst möglichen Termin.<
Das kann natürlich passieren. Aber weder würdest Du oder Deine Kinder verhungern, noch müßtet Ihr um Eure Wohnung fürchten. Selbst für Sport und Freizeit gibt es zusätzliche Beihilfen. Luxus pur ist das alles nicht, aber eigentlich doch recht anständig.
Einzelschicksal? Nein, das sind die realen Aussichten und diese werden Dir sehr realistisch bei den Beratungsstellen und im Bekannten- und Verwandtenkreis aus Erfahrung geschildert. Du bist schwanger und in Panik,.....<
Ob man da panisch werden muß, hängt doch wohl stark vom persönlichen Anspruchsniveau ab - da Du ja primär auf den finanziellen Aspekt abgehoben hast.
.....auf den Vater kannst Du nicht setzen, die Zeit drängt zu einer Entscheidung zu kommen. Glaubst Du, das ist einfach? Meinst Du, daß Du Dich in diese Situation hineinversetzen kannst?<
Nein - ich sage nicht, daß das einfach ist. Eine solche Behauptung könnte man nicht gut vertreten. Ich sage auch nicht, daß ich mich in die Situation hineinversetzen könnte, sonst würde ich vermutlich mit dem Argument konfrontiert, daß ich ein Mann bin - und da hätte ich nichts entgegenzusetzen.
Dann in irgendwelchen Männerinfos zu lesen, daß Sozialhilfeempfängerinnen Parasiten sind (sie könnten ja arbeiten, anstatt Vater Staat und dem armen Vater, der jetzt schon wieder 6 % mehr Kindesunterhalt zahlen muß, das Geld aus der Tasche zu ziehen) dann ballere ich schon mal schnell aus der Hüfte.<
Tja - erstens soll das in manchen Fällen ja immerhin vorkommen und zweitens sehe ich nicht, woher der Vater nun seinerseits die 6 % plötzlich herholen sollte. Am Arbeitsmarkt sind solche Steigerungen jedenfalls nicht zu realisieren. Eigentlich klar, daß sich da was entlädt.....
Also nächstens dran denken: nicht gleich die emotionale Keule auspacken, sondern auch die andere Seite sehen. Und sich um saubere Zahlen und Fakten bemühen.
Gruß
Pedro
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Jolanda, Wednesday, 18.06.2003, 16:44 (vor 8267 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 17. Juni 2003 14:05:59:
Liebe Maria
Deine sachliche Argumentation enhaben mich in meinen Gedanken sehr angeregt.
Ich muss dir ehrlich eingestehen, dass ich hier hin und her gerissen bin. Wobei das so nun auch wieder nicht stimmt.
Ich sehe das so, wir Menschen haben nicht das Recht ein Leben zu beenden, auch wenn es noch im frühen Stadium ist oder erst auf dem Weg sich zu einem Lebewesen zu entwickeln, in meinen Augen hat dieses Wesen bereits eine Seele und das Recht zu leben. Egal wie schwer die Situation sein wird, in die es hineingeboren wird. Das Recht auf Leben ist unabdingbar.
Wir sind nicht auf der Welt nur um einfach glücklich zu sein und unser Leben so zu gestalten, wie es am leichtesten ist. Ich verurteile hier aber die Tat, niemals den Menschen, der die Tat ausführt.
Wenn eine Frau anerkennt das Abtreibung Unrecht ist und sich dessen bewusst ist, dass es Unrecht ist, es aber trotzdem tut, weil sie sich nicht in der Lage fühlt, dieses Kind alleine gross zu ziehen, dann wird sie sich diese Entscheidung bestimmt nicht leicht machen. Und es steht dann in meinen Augen auch keinem zu, sie deswegen zu verurteilen.
Was für mich aber unabdingbar ist bei diesem Thema, das ist die Erkenntnis, das Wissen, die Einsicht, dass es sich bei Abtreibung um Unrecht handelt. Das Wissen im Herzen zu tragen, dass es nicht richtig ist, dass ich mich aber ausser Stande fühle es zu umgehen.
Denn wenn dieses Wissen in den Menschen besteht, dann werden sie auch nicht leichtsinnig mit diesem Thema umgehen. Wer Unrecht erkennt, der kann auch Reue dafür empfinden.
Es geht mir nicht darum Frauen zu verurteilen, die abtreiben, das steht mir einfach nicht zu, aber ich wünschte mir, dass die Menschen wieder mehr Achtung vor dem Geschenk des Lebens bekommen würden.
Ich glaube daran, dass sich jedes Kind seine Eltern aussucht und auch dann ja sagen würde zum Leben, wenn dieses schwer werden und Ueberlebenskampf bedeuten würde.
Ich habe Angst davor, dass wir mit diesem höchsten Gut zu fahrlässig umgehen. Klar kann ein Verbot hier nichts ändern und die Verurteilung von Frauen, die in Notlagen abtreiben auch nicht. Ich bin aber wie du der Meinung, dass man hier die Umstände verbessern sollte, so dass es auf keinen Fall die fehlenden Geldmittel oder die fehlende Betreuung sein darf, die eine Frau dazu veranlassen abzutreiben.
Geben wir den Kindern in unserer Gesellschaft endlich wieder den Stellenwert, den sie verdient haben, damit hätten wir schon einen grossen Schritt in die richtige Richtung getan.
Geben wir der Familie wieder eine Chance, denn dass was du sagst, das ist schon so, wenn man im Hintergrund eine Familie hat, die einem auffängt und unterstützt, dann muss man auch nicht abtreiben, wer alleine ist und überfordert, der wird viel eher zu diesem Schritt tendieren.
Es grüsst dich
Jolanda
absolute Zustimmung (nT)
Xenia, Monday, 16.06.2003, 23:09 (vor 8269 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 16. Juni 2003 14:08:11:
...
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
carlos, Tuesday, 17.06.2003, 14:57 (vor 8268 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 16. Juni 2003 14:08:11:
Servus, Maria!
Du solltest zweierlei bedenken:
1. Auch Mord an geborenen oder erwachsenen Artgenossen ist schon seit jeher verboten. Und obwohl er per Gesetz verboten ist, wird es ihn wohl so lange noch geben, so lange es Menschen gibt, weil kein Gesetz per se zum Probleme lösen da ist, sondern um Rechts- und Richtlinienbewußtsein zu schaffen und in den Köpfen der Leute zu verankern. Es hätte also wenig Sinn, das gesetzliche Verbot des Mordes abzuschaffen, bloß deswegen, weil es ihn immer wieder geben wird.
2. Frauen kriegen die Kinder; das ist unbestritten biologische Schwerstarbeit und auch nicht zu ändern. Warum, so frage ich mich nicht erst seit gestern, legen sich Frauen eigentlich mitunter JAHRELANG mit irgendwelchen Typen ins Bett, von denen sie nicht genau wissen, wie sie im Fallesfalle zu eigenen Kindern stehen? Ich meine, wäre ich eine Frau, dann wäre das meine erste Frage an den Typen, BEVOR ich mit ihm in die Kiste steige: Was machen wir BEIDE, wenn ich ungewollt oder ungeplant schwanger werde?
Servus,
carlos
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Maria, Tuesday, 17.06.2003, 16:43 (vor 8268 Tagen) @ carlos
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von carlos am 17. Juni 2003 11:57:55:
Hey,
Also, ich habe extra nichts zu den Themen Selbstbestimmung vs Embryo=Mensch geschrieben, denn das bringt ja wohl überhaut nichts. Die eine Seite ist der Ansicht, ein Embryo sei ab der Zeugung ein Mensch, gleichzustellen mit geborenem Leben und somit unantastbar, und die andere Seite zweifelt dies an und setzt das Selbstbestimmungsrecht höher. Und ganz offen: Die Diskussion führt zu nichts und wird auch nie zu was führen. Die Standpunkte sind unvereinbar, und gerade beim Thema Abtreibung sowas von verhärtet...
Übrigens finde ich es komisch, dass hier gerade die Männer so sehr für das ungeborene Leben einsetzen. Bei Diskussionen, die ich schon im rL hatte, sahen im Durchschnitt gerade die Männer Abtreibung wesentlich lockerer: "Naja, wenn man das Kind nicht will, kann man ja abtreiben", während - tendenziell! - die Frauen sich größere Gedanken machten. Auch wenn ich jetzt hier dafür gesteinigt werde - ich habe den Eindruck, dass es vielen in der Diskussion eher um Geschlechterrollen geht als wirklich um Abtreibung. Deswegen habe ich mich auch rausgehalten, denn wie bereits gesagt, die Abtreibungsdiskussionen sind generell unfruchtbar.
Was deinen zweiten Punkt angeht: Stellst du denn einer Frau, mit der du schläfst, diese Frage? Denn zum Kindermachen und zum Kinderverhüten gehören IMMER ZWEI. Mein Freund und ich benutzen Pille und meistens noch Kondom. Und somit stelle ich mir NICHT die Frage, was ich im Falle einer Schwangerschaft täte, denn dieser Fall ist ziemlich unwahrscheinlich. Und überhaupt finde ich solche Moralkeulen überflüssig. Natürlich wäre es viel besser, Kinder zu verhüten als welche zu zeugen, die man dann nicht will. Aber immer das nachträgliche "hätte - wäre": bringt nichts!
Maria
Re: Äh... hm?
carlos, Tuesday, 17.06.2003, 16:59 (vor 8268 Tagen) @ Maria
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Maria am 17. Juni 2003 13:43:45:
Servus!
Das war zwar keine Antwort auf meine Antwort an Dich, aber sei´s drum.
Zu deiner Frage: Doch, ich frage jede Frau, was sie mit meinem ungeborenen Kind machen würde. Nach der Geburt dürfte sie es mir gern allein überlassen, wenn sie kein weitergehendes Interesse haben sollte. Ich bin allein erziehender Single-Vater zweier halberwachsener Töchter.
Servus,
carlos
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Jolanda, Tuesday, 17.06.2003, 17:10 (vor 8268 Tagen) @ carlos
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von carlos am 17. Juni 2003 11:57:55:
Lieber Carlos,
2. Frauen kriegen die Kinder; das ist unbestritten biologische Schwerstarbeit und auch nicht zu ändern. Warum, so frage ich mich nicht erst seit gestern, legen sich Frauen eigentlich mitunter JAHRELANG mit irgendwelchen Typen ins Bett, von denen sie nicht genau wissen, wie sie im Fallesfalle zu eigenen Kindern stehen? Ich meine, wäre ich eine Frau, dann wäre das meine erste Frage an den Typen, BEVOR ich mit ihm in die Kiste steige: Was machen wir BEIDE, wenn ich ungewollt oder ungeplant schwanger werde?
---Hier muss ich dir zustimmen, ja hier fängt die Selbstbestimmung an und auch die Verantwortung für eine evtl. Schwangerschaft.
Eigentlich sollte eine Frau mit keinem Mann ins Bett gehen, mit dem sie sich nicht vorstellen kann Kinder zu haben, hier müsste man ansetzen.
Aber in unserer Spassgesellschaft macht man sich natürlich vorher keine Gedanken darüber, was so ein kurzes Abenteuer für Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
Es grüsst dich
Jolanda
Genau - das ist vermutlich der eigentliche Punkt ... (n/t)
Andreas (der andere), Tuesday, 17.06.2003, 20:33 (vor 8268 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Jolanda am 17. Juni 2003 14:10:26:
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Manfred, Wednesday, 18.06.2003, 01:22 (vor 8268 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Für das Recht auf Abtreibung! von Jolanda am 17. Juni 2003 14:10:26:
Eigentlich sollte eine Frau mit keinem Mann ins Bett gehen, mit dem sie sich nicht vorstellen kann Kinder zu haben, hier müsste man ansetzen.
Genau, so kann man es kurz und bündig auf einen Nenner bringen. Das schöne an dieser Aussage (ausser ihrer Kürze) ist zudem, daß sie im Grunde geschlechterübergreifend gilt und daher als Basis für die weitere Diskussion tauglich ist.
Schöne Grüße,
Manfred
Re: Für das Recht auf Abtreibung!
Maesi, Monday, 23.06.2003, 23:14 (vor 8262 Tagen) @ Xenia
Als Antwort auf: Für das Recht auf Abtreibung! von Xenia am 16. Juni 2003 11:08:50:
Hallo Xenia
Für das Leben unserer eigenen ungeborenen Kinder gilt jedoch eine solche absurde >Regelung, auch wenn sich das
keiner so recht "einprägen" mag. Man will ja sein Gewissen nicht unnötig "belasten"! >Entsprechend steigt die Zahl
der Abteibungen kontinuierlich an - im Jahre 2002 waren es in Deutschland über 135.000(!)
Du willst über Zahlen reden? Fein. In unserem Land gibt es 80 Mio. Bürger, davon ist ca. die Hälfte weiblich, also 40 Mio. und wenn wir annehmen, dass die Hälfte davon im gebärfähigen Alter ist, dann sind das 20 Mio. von 20 Mio. Frauen haben 135.000 abgetrieben.
Die 135'000 Abtreibungen beziehen sich auf ein Jahr, naemlich 2002.
Wir Heutigen hingegen sind an diesen Massenmordtaten beteiligt: jedes Jahr knapp 1% aller >gebärfähigen Frauen,
dazu die an den Entscheidungen oftmals durchaus mitbeteiligten Männer.
1%? Und das nennst du Massenmorde?!?
Es handelt sich um 1% aller gebaerfaehigen Frauen jedes Jahr, sofern Nicks Angaben stimmen. Wenn man von einer durchschnittlichen fruchtbaren Phase von 20 Jahren (vorsichtige Schaetzung) bei jeder Frau ausgeht, bedeutet das, dass statistisch gesehen jede fuenfte Frau einmal in ihrem Leben abtreibt.
Allein in der kleinen Schweiz (weniger als ein Zehntel der Einwohner der BRD) werden pro Jahr gegen 11'000 Schwangerschaftsabbrueche verzeichnet; ob man das Massenmord nennen will, haengt wohl von der persoenlichen ethischen Einstellung zu Abtreibungen ab, als Massentoetung (im biologischen Sinne) kann man es jedoch sehr wohl bezeichnen.
Gruss
Maesi