Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden?

Uwe, Wednesday, 11.06.2003, 14:10 (vor 8274 Tagen)

Sehr geehrter Herr Kissels,

Vielen Dank für Ihre Mail und Ihr Interesse an der Arbeit unseres
Ministeriums. Natürlich ist das Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend - der von Ihnen zitierte Name sagt es bereits - auch für
Männer zuständig: Für Jungen, Familienväter und Senioren.
Doch auch in seiner Funktion als Frauenministerium kümmert es sich um die
Gleichstellung von Frauen UND Männern. Die Bundesregierung hat deshalb bei
Amtsantritt 1998 aus der Abteilung "Frauenpolitik" eine Abteilung
"Gleichstellung" gemacht.
Diese Abteilung hat u.a. die Aufgabe, die politische Strategie des
"Gender-Mainstreaming" innerhalb der Bundesregierung umzusetzen. Dabei geht
es darum, das Vorantreiben der Chancengleichheit nicht auf die Durchführung
von Sondermaßnahmen für Frauen zu beschränken, sondern zur Verwirklichung
der Gleichstellung ausdrücklich beide Geschlechter einzubeziehen. Das heißt,
dass die Auswirkungen auf die Situation sowohl von Frauen als auch von
Männern bereits in der Konzeptionsphase aller politischen Konzepte und
Maßnahmen geprüft und berücksichtigt werden. Soweit die
geschlechtsspezifischen Analysen zeigen, dass ein Geschlecht - Männer oder
Frauen - benachteiligt wird, müssen gegensteuernde Maßnahmen ergriffen
werden.
Der Name des Frauenministeriums wurde deshalb beibehalten, weil es in vielen
Bereichen die Frauen sind, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind.
Es sind fast ausschließlich Frauen, die von der mangelhaften Vereinbarkeit
von Familie und Beruf betroffen sind. Viele Frauen haben unterbrochene
Erwerbsbiographien. Das hat zur Folge, dass Frauen sehr viel seltener in
Führungspositionen gelangen als Männer (knapp ein Drittel aller
Führungskräfte in der Industrie, im Dienstleistungsbereich oder in der
öffentlichen Verwaltung sind weiblich, mehr als zwei Drittel männlich) und
im Durchschnitt nur etwa 70% dessen verdienen, was Männer verdienen. In
Folge erwerben Frauen geringere Ansprüche an die Systeme der sozialen
Sicherung und erhalten eine im Durchschnitt deutlich geringere Rente als die
Männer.
Obwohl also aus diesen Gründen die Frauen im Namen unseres Ministeriums
gesondert erscheinen, hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort versichert zu
haben, dass Männer keineswegs aus dem BMFSFJ ausgeschlossen sind.

Mit freundlichen Grüßen

Antje Wunderlich

(Referat für Grundsatzangelegenheiten der Gleichstellung)

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: uwki0000@stud.uni-sb.de [mailto:uwki0000@stud.uni-sb.de]
Gesendet am: Dienstag, 10. Juni 2003 11:03
An: poststelle@bmfsfj.de
Betreff: WWW-Email Benachrichtigung an die BMFSFJ Redaktion

Email abgeschickt an die BMFSFJ Redaktion
10. Juni 2003, 10:59 Uhr

Absender der Email:
Uwe Kissels
Sulzbachstraße 1
66111 Saarbrücken
uwki0000@stud.uni-sb.de

Nachrichteninhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
folgende Frage habe ich noch an Sie: Dem Namen nach ist das Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig. Inwieweit werden Männer
von Ihrem Ministerium erfaßt oder werden diese ausgeschlossen.

In der Hoffnung auf Beantwortung meiner Frage verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Uwe Kissels

Zickenthron

das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel!

Andreas, Wednesday, 11.06.2003, 14:48 (vor 8274 Tagen) @ Uwe

Als Antwort auf: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden? von Uwe am 11. Juni 2003 11:10:54:

Arne hat hier vor kurzem auf die Rede eines CDU-Abgeordneten zur Gleichstellungspolitik hingewiesen. Aus dieser Rede kannst Du auch ersehen, was das Frauenministerium unter Gleichstellung wirklich versteht: In den Arbeitsgruppen des Frauenministeriums gibt es keinen einzigen Mann in leitender Position. Das ist ein Beispiel fuer Diskriminierung.

schoenen Gruss
Andreas

Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel!

Uwe, Wednesday, 11.06.2003, 15:02 (vor 8274 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel! von Andreas am 11. Juni 2003 11:48:00:

Hallo Andreas,
danke für den Hinweis. Werde ich in meine Antwort einbauen und das Ministerium darauf ansprechen.

Gruß

Uwe

Arne hat hier vor kurzem auf die Rede eines CDU-Abgeordneten zur Gleichstellungspolitik hingewiesen. Aus dieser Rede kannst Du auch ersehen, was das Frauenministerium unter Gleichstellung wirklich versteht: In den Arbeitsgruppen des Frauenministeriums gibt es keinen einzigen Mann in leitender Position. Das ist ein Beispiel fuer Diskriminierung.
schoenen Gruss
Andreas

Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden?

Bruno, Wednesday, 11.06.2003, 15:13 (vor 8274 Tagen) @ Uwe

Als Antwort auf: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden? von Uwe am 11. Juni 2003 11:10:54:

Hallo Uwe,

vielen Dank für diese Veröffentlichung. Bei meinen Studien wird mir immer klarer: Die Chancengleichheitspolitik in Deutschland ist das wohl verlogenste und verheuchelste Politprojekt in Deutschland seit dem Dritten Reich.

In Deutschland wird laut Beschäftigungspolitischem Aktionsplan 2002 eine "Doppelstrategie" von Chancengelichheit nach Gender-Mainstreaming und Frauenförderung betrieben. Dies ist offenbar schon so intus, dass das Paradox, das darin steckt gar nicht mehr auffällt. Es kann keine Chancengleichheit für Frauen geben. Es kann nur eine Chancengleichheit für Frauen und Männer geben.

Du kannst ja mal anfragen, warum bei der angeblichen Bestreben nach Chancengleichheit es

- keinen Männergesundheitsbericht aber einen Frauengesundheitsbericht gibt, trotz höherer Lebenswerartung der Frauen

- keinen Männersuchtbericht gibt, aber einen Frauensuchtbericht trotz höherer suchtgefährdeter Männer

- warum eine Hautkrebsvorsorge Frauen ab 30 und Männer erst ab 45 bezahlt bekommen, obwohl in dieser Altergruppe es etwa 50% mehr Hautkrebserkrankungen bei Männern gibt als bei Frauen

- warum auf dem Arbeitsmarkt reine Frauenintegration in Männerberufe betrieben wird (200 Millionen Euro pro Jahr) jedoch keine Männerintegration in Frauenberufe, trotz höherer Arbeitslosenquote der Männer

- die Probleme der Mädchen bezüglich Computerumgang bildungspolitisch aufgegriffen werden, die laut PISA-Studie weit aus erheblicheren Probleme der Jungs bei der Lesenkompetenz aber unter den Tisch gekehrt werden

usw.

Außerdem. Da kann Frau "Chancengleichheit" argumentieren wie sie will. Die Bezeichnung "Frauen" im Ministeriumsnamen ist ein klarer Verstoß gegen den Gender-Mainstrem-Ansatz, der verpflichtend für alle Behördenbereiche eingeführt wurde. Eine Bezeichung "Chancengleichheit" würde den Aspekt, dass Frauen dort gefördert wo sie benachteiligt sind, nicht behindern.

Gruß

Bruno

Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel!

MeckMax, Wednesday, 11.06.2003, 18:22 (vor 8274 Tagen) @ Uwe

Als Antwort auf: Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel! von Uwe am 11. Juni 2003 12:02:23:

Hallo

Ich hab diesem Ministerium mal die Anfrage gesendet, warum im Logo und auf der Webseite die Bezeichnung "Männer" nicht vorkommt, während Frauen ja explizit genannt werden. Dazu hatte ich noch eine Anfrage wegen der aktuellen Unterhaltsregelung gesetzt.
Die erste Frage wurde mir knapp mit dem Bezug auf diesen Gender Aspekt beantwortet. Darin würden schließlich auch die Männer berücksichtigt.
Auf den Unterhaltsaspekt ist dann aber detaillierter eingegangen worden. Vor kurzem hab ich noch einmal die Ungleichbehandlung im Zusammenhang mit der Kindergeldanrechnung dort angesprochen. Auf die Antwort warte ich heute noch. Vielleicht muss ich ja auch wieder der Bundespressestelle schreiben, bevor sich jemand rührt. Die sind im Anfang recht schreibsam, wenn es darum geht, Argumente zu wiederlegen oder eben zu begründen. Fragt man tiefer nach, hüllen die sich in Schweigen, indem jegliche Beantwortung ausbleibt.
Wahrscheinlich befürchten die (wohl zu recht), das dererleih Antworten ungefragt in Foren auftauchen und so zu Mißstimmungen im Staate führen können.
Wie auch immer, weiterschreiben ist die Devise. Irgendwann muss doch mal was in den Köpfen dort ankommen....

Gruß back

MeckMax

Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden?

terVara, Wednesday, 11.06.2003, 18:44 (vor 8274 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden? von Bruno am 11. Juni 2003 12:13:40:

Moin Bruno,

- warum eine Hautkrebsvorsorge Frauen ab 30 und Männer erst ab 45 bezahlt bekommen, obwohl in dieser Altergruppe es etwa 50% mehr Hautkrebserkrankungen bei Männern gibt als bei Frauen

schlechtes Beispiel, ausgerechnet den Hautkrebs heranzuziehen. Da gibt es sehr wohl Vorsorgeuntersuchungen für Männer unabhängig vom Alter. Solange ich noch gesetzlich versichert war, habe ich die jedes Jahr seit meinem 20 Geburtstag bezahlt bekommen... Privat ist es eh wurscht... Da kriege ich alles erstattet...

Ich würde in Richtung allgemeine Krebsvorsorge und Benachteiligung argumentieren und nicht mit Sonderfällen...

Gruß

terVara


Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel!

Andreas, Wednesday, 11.06.2003, 20:31 (vor 8274 Tagen) @ MeckMax

Als Antwort auf: Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel! von MeckMax am 11. Juni 2003 15:22:53:

Die sind im Anfang recht schreibsam, wenn es darum geht, Argumente zu wiederlegen oder eben zu begründen. Fragt man tiefer nach, hüllen die sich in Schweigen, indem jegliche Beantwortung ausbleibt.

Genau das ist mir auch schon aufgefallen. Sobald man da etwas nachbohrt, ist Funkstille. Schlimmer ist es noch bei www.bundesregierung.de. Wenn man denen über das Kontaktformular eine Anfrage schreibt, bekommt man schon aus Prinzip keine Antwort.

Wahrscheinlich befürchten die (wohl zu recht), das dererleih Antworten ungefragt in Foren auftauchen und so zu Mißstimmungen im Staate führen können.

Ja. Ich würde aus der bisherigen Arbeit vor allem eine Schlußfolgerung ziehen: in der Politik geht es nicht darum, gewisse Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Menschen - Männern UND Frauen - ein humanes Leben ermöglichen, sondern es geht schlicht und ergreifend um Ideologie und damit um Machterhalt und Privilegien. Wenn jemand bei den Behörden Fragen stellt, vielleicht sogar unangenehme Fragen, die auf Mißstände explizit hindeuten, dann kann das dem Staat natürlich nicht recht sein. Da die Politiker und Behörden kritische Zeitgenossen nicht einfach aus dem Weg räumen können, schweigen sie lieber. Die feministischen Politclowns im Frauenministerium kommen mir in ihrer Weltfremdheit und Betonkopf- bzw. Scheuklappenmentalität schon langsam vor wie die abgewrackten Pappgesichter um Erich Honecker und Co in ihren letzten Zügen. Naja, irgendwann kommt die Wahrheit ans Licht. Honecker ist am Ende in der Schachtel gelandet und dort ist für die mittlerweile schon verfaulte Leiche des Feminismus sicherlich auch noch ein Plätzchen frei.

schönen Gruß
Andreas

Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden?

Bruno, Thursday, 12.06.2003, 15:12 (vor 8273 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden? von terVara am 11. Juni 2003 15:44:38:

Hallo terVara,

schlechtes Beispiel, ausgerechnet den Hautkrebs heranzuziehen.

...sieh dir mal meine Petition unter www.manndat.de an. Dort habe ich mich ausführlich mit dem Thema Krebsvorsorge beschäftigt. Die Hautkrebsvorsorge ist mit Abstand das beste Beispiel, da man hier am deutlichsten die Benachtei-ligung erkennt. Unter Hautkrebs kann sich was vorstellen und Hauptkrebs ist geschlechtsunspezifisch. Das genze Thema Krbsvorsorge ist zu kompliziert und die darin vorhandenen Benachteiligungen in würziger Kürze zu beschrei-ben.

Da gibt es sehr wohl Vorsorgeuntersuchungen für Männer unabhängig vom Alter.

...Wenn dem so ist, empfehle ich jedem Leser hier, sich untersuchen zu lassen und wenn er doch die Rechung selber bezahlen muss, weil dies laut SGB und in den Krebsfrüherkennungsrichtlinien so geregelt ist, soll er die Rechnung einfach an dich schicken. Ich denke du hast nichts dagegen. Das dürfte nach deinen Ausführungen ja nicht vorkommen.

Ich würde in Richtung allgemeine Krebsvorsorge und Benachteiligung argu-mentieren und nicht mit Sonderfällen.

...davon würde ich abraten, wenn das Argument kurz und prägnant sein soll, denn die ganze Krebsvorsorgeproblematik ist einfach zu umfangreich.

Gruß

Bruno

Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden?

Odin, Friday, 13.06.2003, 20:32 (vor 8272 Tagen) @ Uwe

Als Antwort auf: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden? von Uwe am 11. Juni 2003 11:10:54:

Vielen Dank für Ihre Mail und Ihr Interesse an der Arbeit unseres
Ministeriums. Natürlich ist das Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend - der von Ihnen zitierte Name sagt es bereits - auch für
Männer zuständig: Für Jungen, Familienväter und Senioren.

Ich bin ein 45jähriger Single, weder Familie, noch jung, noch Senior. Dieses Ministerium ist also nicht nicht mal INDIREKT für mich zuständig - geschweige denn, wie bei den Frauen, in erster Linie schon mal direkt und dann noch indirekt für junge und Senioren und Hausfrauen/Mütter.

Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden?

Odin, Friday, 13.06.2003, 20:36 (vor 8272 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Re: Hat hier jemand Beispiele dafür, daß Männer benachteiligt werden? von terVara am 11. Juni 2003 15:44:38:

Moin Bruno,
>- warum eine Hautkrebsvorsorge Frauen ab 30 und Männer erst ab 45 bezahlt bekommen, obwohl in dieser Altergruppe es etwa 50% mehr Hautkrebserkrankungen bei Männern gibt als bei Frauen
schlechtes Beispiel, ausgerechnet den Hautkrebs heranzuziehen. Da gibt es sehr wohl Vorsorgeuntersuchungen für Männer unabhängig vom Alter. Solange ich noch gesetzlich versichert war, habe ich die jedes Jahr seit meinem 20 Geburtstag bezahlt bekommen... Privat ist es eh wurscht... Da kriege ich alles erstattet...
Ich würde in Richtung allgemeine Krebsvorsorge und Benachteiligung argumentieren und nicht mit Sonderfällen...

Ich gebe Dir recht, weil ich schon mit 16 zum ersten Mal bei der Krebsvorsorge war, auch nie Schwierigkeiten beim Hautarzt oder Proktologen hatte. Allerdings ist dies Ermessenssache der Kasse. Sie MÜSSEN nicht zahlen und Billigkassen werden dich wohl auflaufen lassen.

Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel!

Garfield, Monday, 16.06.2003, 22:11 (vor 8269 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel! von Andreas am 11. Juni 2003 17:31:07:

Hallo Andreas!

"Wenn jemand bei den Behörden Fragen stellt, vielleicht sogar unangenehme Fragen, die auf Mißstände explizit hindeuten, dann kann das dem Staat natürlich nicht recht sein. Da die Politiker und Behörden kritische Zeitgenossen nicht einfach aus dem Weg räumen können, schweigen sie lieber."

Damit haben wir es in Deutschland noch relativ gut. In den USA ist man mittlerweile schon wieder soweit, daß dort Leute, die beispielsweise an Demonstrationen teilnehmen oder Beschwerden an hohe Behörden schicken, registriert werden und mit Konsequenzen zu rechnen haben. Im "stern" stand neulich ein interessanter Artikel dazu. Da wurde beispielsweise eine Friedensaktivistin erwähnt, die beim Versuch, zu einer Friedens-Demo zu fliegen, am Flughafen aufgehalten wurde. Es gibt in den USA nämlich eine Liste von Personen, die an Flughäfen grundsätzlich unter fadenscheinigen Vorwänden aufgehalten werden, um zu verhindern, daß sie bestimmte Veranstaltungen besuchen können. Die Existenz dieser Liste war ursprünglich natürlich geheim und ist nur durch ein Versehen bekannt geworden.

Noch schlimmer sind in den USA Leute dran, die per Greencard oder auf ähnliche Weise ins Land gekommen sind. Da wurde ein Fall geschildert, in dem ein Mann ohne wirklichen Grund einfach so zu Hause verhaftet und abgeführt wurde. Er hatte vorher einen kritischen Brief an irgendeine Regierungsstelle geschickt. Zwar hat ihm niemand gesagt, daß die Verhaftung damit zu tun hätte, aber es kann nur daran gelegen haben. Angeblich war seine Greencard abgelaufen, und dann hat man ihn ohne weitere Begründung einfach so ohne einen Cent in der Tasche ausgewiesen. Seine Frau lebt immer noch in den USA und hofft, daß er wieder zurück kommen kann.

Ein Wissenschaftler, der aus dem Irak in die USA geflüchtet ist, bekam plötzlich Besuch vom FBI und wurde gefragt, ob er anti-amerikanisch eingestellt wäre. Er hatte ebenfalls den Fehler gemacht, sich in der Friedensbewegung zu engagieren.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis es hier auch so zugeht. Dann kriegen womöglich einige von uns auch bald Besuch vom Verfassungsschutz... Registriert wird hier in Deutschland nämlich genauso fleißig wie in den USA und fast so gründlich wie in der DDR.

Freundliche Grüße
von Garfield


Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel!

pit b., Monday, 16.06.2003, 23:20 (vor 8269 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: das Frauenministerium selbst ist das beste Beispiel! von Garfield am 16. Juni 2003 19:11:27:

Hallo Andreas!
"Wenn jemand bei den Behörden Fragen stellt, vielleicht sogar unangenehme Fragen, die auf Mißstände explizit hindeuten, dann kann das dem Staat natürlich nicht recht sein. Da die Politiker und Behörden kritische Zeitgenossen nicht einfach aus dem Weg räumen können, schweigen sie lieber."
Damit haben wir es in Deutschland noch relativ gut. In den USA ist man mittlerweile schon wieder soweit, daß dort Leute, die beispielsweise an Demonstrationen teilnehmen oder Beschwerden an hohe Behörden schicken, registriert werden und mit Konsequenzen zu rechnen haben. Im "stern" stand neulich ein interessanter Artikel dazu. Da wurde beispielsweise eine Friedensaktivistin erwähnt, die beim Versuch, zu einer Friedens-Demo zu fliegen, am Flughafen aufgehalten wurde. Es gibt in den USA nämlich eine Liste von Personen, die an Flughäfen grundsätzlich unter fadenscheinigen Vorwänden aufgehalten werden, um zu verhindern, daß sie bestimmte Veranstaltungen besuchen können. Die Existenz dieser Liste war ursprünglich natürlich geheim und ist nur durch ein Versehen bekannt geworden.
Noch schlimmer sind in den USA Leute dran, die per Greencard oder auf ähnliche Weise ins Land gekommen sind. Da wurde ein Fall geschildert, in dem ein Mann ohne wirklichen Grund einfach so zu Hause verhaftet und abgeführt wurde. Er hatte vorher einen kritischen Brief an irgendeine Regierungsstelle geschickt. Zwar hat ihm niemand gesagt, daß die Verhaftung damit zu tun hätte, aber es kann nur daran gelegen haben. Angeblich war seine Greencard abgelaufen, und dann hat man ihn ohne weitere Begründung einfach so ohne einen Cent in der Tasche ausgewiesen. Seine Frau lebt immer noch in den USA und hofft, daß er wieder zurück kommen kann.
Ein Wissenschaftler, der aus dem Irak in die USA geflüchtet ist, bekam plötzlich Besuch vom FBI und wurde gefragt, ob er anti-amerikanisch eingestellt wäre. Er hatte ebenfalls den Fehler gemacht, sich in der Friedensbewegung zu engagieren.
Mal sehen, wie lange es dauert, bis es hier auch so zugeht. Dann kriegen womöglich einige von uns auch bald Besuch vom Verfassungsschutz... Registriert wird hier in Deutschland nämlich genauso fleißig wie in den USA und fast so gründlich wie in der DDR.
Freundliche Grüße
von Garfield

--- Also ich Fake immer Namen und Adressen wenn ich "böse Briefe" an irgendwelche Amter schicke.

powered by my little forum