Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info Nr. 51

Odin, Wednesday, 11.06.2003, 13:14 (vor 8274 Tagen)

RoteMänner!
Herrschaften beiderlei Geschlechts! Liebe Zwitter!

Ist leider nicht von uns, diese Anrede, sondern von "Mister Palim-Palim"
Dieter Hallervorden, nachzulesen bei [www.wuehlmaeuse.de] .

Die Überschrift des Jahres, ach was: der Dekade, lautet jedoch: "Männer
betroffener" So zu lesen in der "taz" vom 28. Mai! Darunter nur eine kurze
Agenturmeldung. Vielleicht haben auch die Damen Oestreich und Dribbusch diese
Mitteilung registriert, ja vielleicht haben sie sogar Rückschlüsse daraus gezogen.
Es heißt nämlich: "Frauen sind von konjunkturbedingten Stellenstreichungen
weniger stark betroffen als Männer. Im letzten Jahr verloren 1,7 Prozent aller
Männer, aber nur 0,7 Prozent der Frauen ihren Job. Grund sei die schlechte
Lage im produzierenden Gewerbe und in der Baubranche."
[link=http://www.taz.de/pt/2003/05/28/a0021.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/28/a0021.nf/text[/link]
Wahrscheinlich wird derzeit bei den beiden genannten Koryphäen angestrengt
darüber nachgedacht, wie dies mit der allgegenwärtigen Unterdrückung "der
Frau" in Einklang gebracht werden kann. Unsere Empfehlung für den feministischen
Neusprech: "Männer verweigern immer häufiger Erwerbsarbeit - erste Ehefrauen
vom Hunger bedroht"

"In gut aussehenden Kerlen stecken besonders gut funktionierende Samen." Das
hat jetzt eine Untersuchung der Universität Valencia ergeben.
[link=http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/103/12091/" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/103/12091/[/link]
Nach unseren apokalyptischen Erfahrungen mit weiblichen Formen im
andalusischen Córdoba - siehe RoteMännerInfo 49! - fragen wir uns wirklich, ob
spanische Wissenschaftler nichts wichtigeres zu untersuchen haben.

Auf einen ganz allerliebsten Beitrag zum Thema Vatertag wurden wir von
unserem Leser Achim aus Hamburg aufmerksam gemacht. Im Hamburger Abendblatt schieb
die 80-jährige Ilse von Bredow unter anderem: "Gönnen wir diesen netten
Vätern am Himmelfahrtstag ihre grellen Hemden, die merkwürdigen Strohhüte und den
Schluck aus der Pulle. Am Wochenende steht dann sowieso wieder strammer
Dienst im Familienbetrieb auf dem Programm, damit die gestresste, in ihrem Job
als Office Managerin sehr gefragte, chronisch überlastete Lebenspartnerin bei
einem Workshop mit dem Motto: ,Nichts tun, alles erreichen' Trost und Rat
finden kann." Komplett unter
[link=http://www.abendblatt.de/daten/2003/05/28/171464.html" target="_top]http://www.abendblatt.de/daten/2003/05/28/171464.html[/link]

Gut gefallen hat uns ein taz-Beitrag darüber, wieso es hier und da auch
hübsche Frauen auf dem Kirchentag gibt. Angefangen hat alles so: "Zum Glück war
Timo da. Wir beschlossen, den angebrochenen Tag mit dem Betrachten von
Kirchentagsbesuchern zu verbringen. Genauer gesagt: mit dem Betrachten von
Kirchentagsbesucherinnen. Timo behauptete nämlich, alle Kirchentagsbesucherinnen,
überhaupt alle Frauen, die mit Gott und Kirche zu tun hätten, sähen unglaublich
hässlich aus, gekleidet in lila Wickelröcke, würden überhaupt nur über ihren
Glauben sprechen wollen und seien auch sonst nicht ganz dicht. Ich widersprach
ihm heftig." Mehr unter [link=http://www.taz.de/pt/2003/05/31/a0224.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/31/a0224.nf/text[/link]

In unmittelbarer Nähe dieser schönen Betrachtungen gab es dann aber auch
wieder einen Bericht, dessen Anliegen uns sowas von völlig am Arsch vorbei ging:
"Noch immer haben Frauen in den Kirchen nicht viel zu melden - und noch
immer melden sie sich nicht nachdrücklich genug zu Wort, um der Genderfrage
Gewicht zu verleihen." [link=http://www.taz.de/pt/2003/05/31/a0213.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/31/a0213.nf/text[/link]
Immerhin finden wir hier doch wieder einen jener schönen Fälle von
Kasuistik: Haben Frauen keine Funktionen, belegt dies ihre Unterdrückung; leitet aber
eine von ihnen das ganze Unternehmen (so wie jetzt die Synode der
evangelischen Kirche), so ist das nur reine Kosmetik: "Denn was heißt es schon, wichtige
Ämter zu besetzen - schließlich trägt die Form der Amtsausübung durch Frauen
nur allzu oft dazu bei, dass es mit der Gleichberechtigung in den Kirchen
nicht vorangeht."

Weniger spaßig war dies: "Für das Quälen und Töten ihres Babys muss eine
24-Jährige für sechs Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Verden
sah es als erwiesen an, dass die Mutter den Säugling erstickte. Das Gericht
ging mit dem Strafmaß weit über den Antrag der Anklage hinaus," berichtete
dpa am 22. Mai. [link=http://www.taz.de/pt/2003/05/23/a0067.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/23/a0067.nf/text[/link] Da fragt man
sich, was eigentlich passieren muss, damit gegen eine Frau die Höchststrafe
verhängt wird - und was erst, damit auch dieser Staatsanwalt sie fordert! Ein
"schöner" Beleg für Crevelds Buch vom "privilegierten Geschlecht"!

"maennerrat.de" schickte uns vor ein paar Tagen - und das passt jetzt
wirklich trefflich! - diese putzige Ankündigung eines Vortrags an der Katholischen
Hochschule Berlin am 26. Juni: "Frauen bilden national wie international
eine Minderheit unter den inhaftierten Menschen. So machten Frauen am 31.10.2000
nur 4,8 % der Gesamtpopulation der deutschen Haftanstalten aus. Entsprechend
wird der Frauenvollzug in Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit kaum
wahrgenommen. In kriminalpolitischen Überlegungen werden straffällige Frauen
systematisch vernachlässigt."
Endlich sagt es mal jemand! Frauen werden bei der Besetzung unserer Knäste
systematisch übergangen. Frauenspezifische Delikte wie Kindesentzug,
Kindermord etc. werden wie Bagatelldelikte und geringfügigere Straftaten geahndet.
Wann kommt die überfällige Frauen-Quote für unsere Haftanstalten? Die
Vernachlässigung strafffälliger und rechtsbrüchiger Frauen ist nicht länger hinnehmbar!
Sperrt sie endlich ein!

Sind Sozialisten Kinderschänder? Die Frage ist in dieser Form zwar
hinterfotzig, aber nicht völlig abwegig, wenn man diesen Bericht der "Süddeutschen"
über einen beispiellosen Skandal aus Portugal liest:
[link=http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel7370/" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel7370/[/link] Auch die "taz" berichtete einige Tage später
über unglaubliche pädophile Eskapaden portugisischer Polit- und
Medienprominenz: [link=http://www.taz.de/pt/2003/06/05/a0069.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/06/05/a0069.nf/text[/link] Man fragt sich: Sind das
möglicherweise dieselben, die immer so beflissen sind, wenn es darum geht,
Missbrauch und häusliche Gewalt zu bekämpfen? Dass wirklicher Missbrauch in der
Grauzone des tausendfachen Missbrauchs mit dem Missbrauch besonders gut
gedeiht, vermuteten wir bereits in unserer letzten Ausgabe.

Und hier wieder als kleiner Beipackzettel ein Überblick über unsere heutigen
Verhandlungen und ihre Mitwirkenden:

1. Freudig erregt empfingen wir die Post zu unserem 50. RoteMännerInfo.
Selbstverständlich wollen wir diese und unsere Antworten euch, unseren treuen
Lesern, nicht vorenthalten.

2. Dass Frauen im Durchschnitt weniger arbeiten, wissen wir längst. Auch
dass daran, wie an eigentlich Allem, die Männer Schuld sind. Ein neues Beispiel
dafür, wie aus einem Privileg flugs eine Diskriminierung wird, entnahmen wir
- richtig! - der "taz".

3. Die feministische Theologie widmete sich an der Uni Marburg mit Verve der
Frage, ob Gott ein Mann ist. Als Nächstes steht wahrscheinlich die Frage
nach dem Sorgerecht für das Jesuskind auf der Tagesordnung.

4. Eugen Prinz hat das moderne Geschlechterverhältnis im "Handbuch für
Männer" einer drastisch-respektlosen philosophischen Betrachtung unterzogen. Ein
Thema, dem das RoteMännerInfo sich bisher nicht widmete, ist das der
Verführung. Ein sehr schöner Gastbeitrag als Leseanregung für die, denen unsere
irgendwann unweigerlich bevorstehende Sommerpause zu lang werden könnte!

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FÜNFZIG ROTEMÄNNERINFOS - EINE NACHBETRACHTUNG

Zum 50. RoteMännerInfo erreichte uns eine Reihe von Depeschen, die wir jetzt
hier mal feierlich öffnen wollen. Helmi schrieb uns zum Beispiel: "Was ich
besonders bewundere ist der souveräne, satirisch-humorvolle Schreibstil aller
Artikel der Infos! Oftmals denk ich: ,Mensch Helmi, diese Formulierung hätte
Dir einfallen sollen!' *gg*" Danke, Helmi, sehr freundlich!

Andrea lobte uns telefonisch : Nach unserer urlaubsbedingt längeren Pause
vor dem RoteMännerInfo 49 sei sie regelrecht auf Entzug gewesen, und habe die
Ausgabe ausgedruckt bereits an der Bushaltestelle quasi mit der Nase
aufgesogen.

Max schrieb: "...herzlichen Glückwunsch zur fünfzigsten Ausgabe der RM-Infos
und herzlichen Dank dafür. Sie sind immer ein höchst unterhaltsamer Quell an
teils skurrilen Informationen aus der noch viel skurrileren Welt der absolut
bescheuerten Hühner gewesen, ein Fachblatt gegen das feministische Gegackere
sozusagen. Weiter so! So, wie ich das verstanden habe, bist du SPD-Mitglied.
Dazu hätt´ ich gern amal a Problem: Sind eigentlich die Roten Männer
innerhalb der SPD ein abgeschotteter Zirkel oder gibt´s von außerhalb dieses
Zirkels - aber innerhalb der Partei - ernsthaftes Interesse an eurer
Feminismuskritik? Werdet ihr eher belächelt oder seid ihr gar innerparteilichen
Anfeindungen ausgesetzt? Erzähl´uns doch mal, was Dich persönlich in dieser
femiverseuchten Partei hält, bitte. Ich kann´s nämlich nicht nachvollziehen...."

Ein weites Feld, das sich mit dieser Frage öffnet. Im Intro unserer schönen
neuen Homepage haben wir dazu ein paar Worte fallengelassen. Schlagt nach
unter [www.rotemaenner.de.tt] ! Gut, man könnte mehr dazu sagen. Dass Politik
nicht nur aus der Geschlechterfrage besteht, zum Beispiel. Dass die Anderen
selbst in dieser Hinsicht kaum besser sind als die SPD, jedenfalls substanziell
kaum etwas anders machen. Aber bevor ein falscher Zungenschlag aufkommt:
Kreuzigen lassen wir uns längst nicht mehr für Rot oder Grün!

Christine schreibt: "Es ist immer wieder ein Genuß, Eure RoteMännerInfo zu
lesen. Im Gegensatz zu Euch gehe ich davon aus, auch die 100ste Ausgabe zu
verschlingen *sfg*. Laßt Euch nicht unterkriegen, bewahrt Euch Euren Humor,
denn... anders kann man es manchmal nicht mehr ertragen." So ist es, liebe
Christine, und das mit die Hundert... Schaun mer mal!

Auch unser lieber Freund Eugen, seines Zeichens Autor des grandiosen
Handbuchs für Männer in Zeiten von Aids und Feminismus, mit dem er weiter unten mal
ausgiebig zu Wort kommt, meinte: "Wie ich die Zeitgeistin einschätze, wird
dir der Quell der Inspiration so schnell nicht versiegen. Dieser aus dem RMI 50
hat mir besonders gut gefallen: ,Da werden die friedliebenden
,Frauen-Lesben' bestimmt nachher in sich gegangen sein. Obwohl sie jede Form der
Penetration strikt ablehnen...' Da bin ich fast neidisch, dass er nicht von mir stammt,
aber nur fast ;-)"

Sodann gratulierte uns Jolanda: "Lasst euch bloss nicht unterkriegen. Es ist
immer wieder ein Genuss eure RoteMännerinfos zu lesen, für mich sind sie ein
,Juwel' inmitten der wachsenden Männerbewegung."

Unterkriegen? Wir? Wir wissen nicht mal, wie man das schreibt!

Besondere Freude machte uns auch diese Mail: "...bin ich durch irgendein
Versehen aus Deinem Verteiler geschmissen worden? Deine RoteMännerInfo fehlt
mir! Deine Ironie ist unübertroffen." Kann denn eine Liebeserklärung
überzeugender und prägnanter sein? Danke, lieber Josef! Und sorry wegen unserer
technischen Probleme in den letzten Wochen - auch an noch ein paar andere, die wir
vorübergehend "auf turkey" gebracht haben!

Wieder hat uns Einer im WWW gefunden und war begeistert. Jörg aus Neuss
schreibt uns: "Es war wohltuend, dass endlich jemand das ausspricht, was sonst
mit dem zähen Honig der ,Political Correctness' zugekleistert wird. (...) Man
ist fast am verzweifeln, mit welcher Konsequenz die feministischen Truppen
immer wieder die Litanei von der Opferrolle und der Benachteiligung der Frau
abspulen - mit dem Ziel, sich die Protektion des Staates zu sichern (mit
Erfolg). Dies alles so direkt auf den Punkt gebracht zu finden und dabei auch noch
lachen zu können ist einzigartig." Leider immer noch einzigartig, lieber Jörg,
leider immer noch! Und mit welchem Mitteln zu allen Zeiten gegen die
Subversion des Lachens angegangen wird, wissen die Belesenen unter euch spätestens
seit dem "Namen der Rose".

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"SCHRÖDER DENKT NUR AN DIE MÄNNER"

"Ohne Frauen keine Reform", finden Senta Berger, Katja Ebstein, Alice
Schwarzer und ein paar evangelische Bischöfinnen in einem vom DGB initiierten
Aufruf, der die Agenda 2010 kritisiert:
[link=http://www.taz.de/pt/2003/05/31/a0141.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/31/a0141.nf/text[/link] Und selbstverständlich ließ es sich die inzwischen wieder zu alter
Form auflaufende "Genderredakteurin" der "taz" Heide Oestreich nicht nehmen,
darüber in bekannter Sachlichkeit zu berichten.

"Mehr Frauen mit mehr Einkommen bedeutet mehr Nachfrage auf dem inländischen
Markt. Und das genau brauche Deutschland, dessen Frauen im europäischen
Vergleich relativ wenig lohnarbeiten. Von allen erwerbsfähigen Frauen seien laut
OECD nur knapp 60 Prozent berufstätig, zwei Fünftel von diesen wiederum nur
in Teilzeit. Viel Geld kommt da nicht zusammen."

Welch Wunder. Nun weisen bekanntlich ja wirklich gerade deutsche Ehefrauen
die besondere Tendenz zur erwerbsmäßigen Enthaltsamkeit auf. Das mag auch
früher, vor 50 Jahren vielleicht, mal eine männliche Machtposition begründet
haben. Heute, ihr Frauen, sähen es viele Männer definitiv sehr gerne, wenn sich
gerade die von ihnen Geehelichten dem Gedanken ans Geldverdienen mit etwas
mehr Enthusiasmus nähern wollten, seid's versichert! Weil auch der Blödeste
irgendwann merkt, dass es kein Privileg ist, für jemand anderes mit zu arbeiten.
Aber Respekt, dass es euch seit ein paar Jahrtausenden ziemlich erfolgreich
gelungen ist, uns gerade DAS einzureden!

Und ganz ehrlich: Schöner hat schon lange niemand mehr auf den Punkt
gebracht, dass Frauen (immer im Durchschnitt, versteht sich!) zwar nicht viel
arbeiten, aber einen zu ihrer Erwerbsbereitschaft umgekehrt proportionalen
Nachfragefaktor darstellen. Denn: "Noch heute dominiert das traditionelle Leitbild
des männlichen Familienernährers mit einer Ehefrau, die sich um Haushalt und
Kinder kümmert und allenfalls ein paar Euro dazuverdient."

In der Tat, aber es dominiert überwiegend unter den Frauen selbst, die das
Privileg, nicht arbeiten zu müssen, in aller Regel etwas verhohlen genießen.
Was hindert sie eigentlich daran, sich Fulltime-Jobs zu suchen? Frauen, die
nicht in Beziehungen leben, tun dies schließlich auch. Wie gelingt DENEN das
eigentlich, wo in Deutschland für Frauen angeblich alles so mistig ist?

"Frauen von 325-Euro-Jobs in 400-Euro-Minijobs aufsteigen zu lassen,
,zementiert die Abhängigkeit vom Mann, programmiert Altersarmut vor und verfestigt
Schwarzarbeit', so das Bündnis in seinem Aufruf."

Da gibt's normalerweise nur eins: Mehr arbeiten! Aber das wollen diese
Frauen auf einem silbernen Tablett kredenzt bekommen. Wahlweise ist mal der Mangel
bei der Kinderbetreuung das Problem, das andere Mal "die starren
Arbeitszeiten". Das größte Problem scheint für manche zu sein, dass man - pardon: frau!
- um ein Einkommen zu erzielen ÜBERHAUPT arbeiten muss. Und immer wieder
fragen wir uns, warum kaum irgendwo eine Truppe Hausfrauen mal auf die Idee
kommt, untereinander die Kinderbetreuung zu organisieren, damit der andere Teil
von ihnen arbeiten gehen kann. Wären Männer in irgendeinem Bereich derartig
lahmarschig, ihre Frauen hätten ihnen längst das Taschengeld gekürzt.

"Letztendlich geht es den Frauen um den Abschied vom Zuverdienerinnenmodell
in deutschen Familien. Beide Partner sollen mit leicht reduzierter
Arbeitszeit und staatlicher Kinderbetreuung erwerbstätig sein. Für eine Zukunft, in der
die Deutschen weniger werden, ist das kein blödes Konzept."

Doch, beste Heide, ein ziemlich blödes Konzept, solange wir es hier nicht
mit dem klassischen Lehrerehepaar zu tun haben. Wie soll denn ein Polizist,
Bergarbeiter, oder auch ein Beamter seiner Göttergattin etwas von seiner Arbeit
abgeben, wenn die in Vorfreude auf ein auskömmliches Dasein als Ehegespons
ihr Studium oder ihre Ausbildung abgebrochen hat und jetzt - etwa als
Verkäuferin - natürlich fast nur noch 400-Euro-Jobs angeboten bekommt? Auch
gesellschaftlich wird das angesichts der spezifisch weiblichen Studien- und
Ausbildungsplatzwahl nicht funktionieren, solange Frauen nicht auf dem Bau, bei der
Müllabfuhr, der Feuerwehr, der Stadtreinigung und so weiter arbeiten, von
Informatik und Computern tendenziell ebensowenig Ahnung haben wie vom Prüfen des
Öldrucks am Auto. Jaja, wir haben alle irgendwann mal gedacht, die
35-Stunden-Woche würde mehr Arbeit schaffen. Das Ergebnis ist bisher ziemlich ernüchternd,
aber WIR nehmen es wenigstens zur Kenntnis.

Womit wir übrigens nicht sagen wollen, dass weniger zu arbeiten für Männer
nicht akzeptabel ist. Das Perfide ist jedoch, dass die Vollzeitjobs der Männer
schon quasi als Voraussetzung der Unterdrückung gebrandmarkt werden. Motto:
"Weil ihr Männer die ganze Arbeit an euch reißt, kriegen WIR erstens keine
und können zweitens das Haus nicht verlassen, weil sonst die Wachtelbrüstchen
verbrutzeln." Geht aber Einer in die Teilzeit, reicht die Kohle nicht mehr:
"MUSS ICH DAS GELDVERDIENEN ALSO JETZT AUCH NOCH ÜBERNEHMEN ?" Und dann
dieses Flackern in den Augen, wenn die Oma mal krank ist und die Kinder mittags
nicht versorgen kann: "Da werd' ich wohl doch meinen Job drangeben müssen..."
Tragisch, sowas. In dieser Gesellschaft ist einer Frau wirklich JEDER Weg zur
beruflichen Erfüllung verbaut. Seht's endlich ein!

P.S. Zu diesem Thema kann man auch mit Harald Schmidt sprechen: "Die
Scheidung hat viele soziale Vorteile. Seien wir mal ehrlich, ohne Scheidung hätten
viele Frauen doch gar kein Einkommen." Das gilt auch für eine deutsche Ehe,
lieber Harald!

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Aus der Reihe "Fragen, die uns rasend interessieren":

JAHWES KÖRPER UND DIE GENDERFRAGE

Die "Oberhessische Presse" aus dem beschaulichen Marburg ging am 16. Mai
einer grundstürzenden Frage nach:
"Ist Gott ein Mann? Das ist eine der Fragen, mit denen sich feministische
Theologinnen ab heute bei einer Tagung zu Körperkonzepten in der Bibel
beschäftigen. ,Bei Gottes Beschreibung im Alten Testament wird die
Geschlechtlichkeit völlig ausgespart', sagt die Marburger Theologin Dr. Gerlinde Baumann, die
während der Tagung in der Alten Universität in Marburg am Samstag einen
Vortrag zum Thema ,Jahwes Körper und die Gender-Frage' hält."

Welch irdisches Denken, welch' Blasphemie! Haben denn selbst Theologinnen
nichts als diese ewige Bumserei im Kopf? Wenn Gott überhaupt ein Geschlecht
hätte, dann müsste er wohl - konsequent zu Ende gedacht - mit großer Sicherheit
auch ein Geburtsdatum und eine darauf basierende Sozialversicherungsnummer
haben! Weil ein Geschlecht singulär ziemlich blödsinnig ist, müsste es neben
einem womöglich männlichen Gott dann also unweigerlich eine Göttin geben. Die
Ruhe wäre dahin. Indessen spricht der Mist, der auf der Erde von Anbeginn an
vor sich geht, durchaus dafür, dass Gott in ständige Querelen verstrickt und
dadurch hochgradig abgelenkt ist von seiner eigentlichen Aufgabe als
Ordnungshüter. (Wozu sonst hat er die Zehn Gebote erlassen?) Also doch etwas Zweites,
Weibliches? Lagen am Ende die alten Griechen mit ihrer Mythologie und dem
lustigen Treiben auf dem Olymp richtig, wo jeder mal mit jedem durfte?

"Ein Bart Gottes sei eine nicht durch Bibelstellen belegte Fiktion." lehrt
die Theologiedozentin laut "Oberhessischer Presse". Hätten die RotenMänner an
jener Vorlesung teilgenommen, sie hätten sicher zu bedenken gegeben, dass in
alttestamentarischen Zeiten der kosmetische Ritus weiblicher Enthaarung - der
inzwischen zu unserer großen Erleichterung allgemein Usus ist - noch
keineswegs Verbreitung gefunden haben dürfte. Könnte Gott mithin nicht eine alte
Schrulle mit Damenbart sein? Kaum. Denn nur wenn er sich im Laufe des biblischen
Treibens tatsächlich fortgepflanzt hätte, wir es also mit einer
Götterfamilie zu tun hätten, müssten wir wirklich darüber nachdenken, wer denn eigentlich
im Himmel die Hosen anhat. Da er sich aber zur Zeugung seines "Sohnes" einer
Irdischen bediente (so wie wir), an die er aber (im Gegensatz zu uns!)
selbst nicht wirklich Hand anlegte, sondern das ziemliche Wunder einer
unbefleckten Empfängnis ins Werk setzte, bleibt er weiterhin irgendwie amöbenhaft -
sofern die Behauptung nicht bloß vorgeschoben war, um eventuellen
Unterhaltsforderungen zuvor zu kommen! Sofern er das aber konnte, wie wir in festem
Vertrauen auf die Bibel mal annehmen wollen, war er IM ZWEIFELSFALL wohl doch eher
männlich.

Die theologische Fakultät der Universität zu Marburg scheint sich übrigens
in den letzten Jahren zu einem Zentrum der Kleinkunst entwickelt zu haben.
"Unter der Überschrift ,Black Power - Altes Testament und Alter Sudan' geht Dr.
Anna Kiesow der Frage nach, ob es im Alten Testament Rassismus gab. Die
vorläufige Antwort: Überhaupt nur wenige Menschen wurden in den alttestamentlichen
Texten überhaupt als Farbige geschildert. In der Darstellung der
,schwarzen' Nubier werden diese meist als ,schön' bezeichnet." Gut zu wissen, findet
ihr nicht auch?

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VERFÜHRUNG

(eine essayistische Annäherung von Eugen Prinz aus dem 'Handbuch für Männer
in Zeiten von Aids und Feminismus', Maus-Verlag 2001)

Wie haben wir uns entfernt von den Tagen eines Casanova, der vielleicht noch
mit spinnengleicher Schläue sein Opfer einwickelte, nur damit er es nachher
wieder auswickeln konnte. Es kann keine Rede davon sein, dass die 'moderne
Frau von heute' im Streben nach Gleichberechtigung und Emanzipation bereit
wäre, nun auch die Lasten des Verführungsgeschäftes zu tragen. Noch immer sollen
die Männer verführen, aber in unseren Tagen macht das so viel Sinn wie eine
genehmigte Demonstration. Zugleich wurde der Begriff 'Verführung' zu Lasten
von Männern kriminalisiert und kommt heute überwiegend als 'Verführung
Minderjähriger' in den Handel, wenn er nicht gleich durch den 'Missbrauch' ersetzt
wird.

Im öffentlichen Raum präsentieren sich Frauen sexistisch wie nie zuvor,
werben badewannenvoll für Cybersex, suggerieren sexuelle Verfügbarkeit, für Geld
natürlich, aber was geboten wird, ist so armselig und dünnblütig wie die
Verführungskünste selbst: Telefonsex!

Die private Frau signalisiert allenfalls Bereitschaft... sich verführen zu
lassen. Natürlich will sie rumgehoben, bedient und verwöhnt werden. Mit
Verführung hat das absolut nichts zu tun. Indem du sie verführst, sollst du ihre
Motive verschleiern. Es soll ja nicht so aussehen als ob sie vögeln wollte!
Wenn Frauen sich verführerisch herrichten, dann bedienen sie heute überwiegend
ein narzisstisches Motiv. Bei vielen Frauen ist dies zu hochneurotischen
Zwangshandlungen mutiert, mit inflationärem Gebrauch von Kosmetik, Parfüms,
Reizwäsche, denn selbstverständlich steht keine entsprechende sexuelle Bereitschaft
dahinter. (92% der Frauen tragen Reizwäsche ohne deswegen Sex zu wollen -
nach einer Umfrage der Zeitschrift PETRA). Es ist unmittelbar einleuchtend, wie
es um ein Selbstbewusstsein bestellt sein muss, das solche stützenden
Korsette braucht. Männer müssen heute einen eklatanten Widerspruch bewältigen: Die
Frau, die sich verführerisch herrichtet, will nicht verführen, schon gar
nicht vögeln. Der Mann dient ihr gerade noch als Spiegel - weitergehende
Reaktionen sind ihm nicht zugestanden, denn dann würde er ja 'ihre Signale völlig
falsch interpretieren'.

Im Film kann man heute schon mal Frauen sehen, die von einem Manne
verlangen: "Ich will, dass du mich jetzt fickst." Wir können sicher sein - die
Schauspielerin musste für diesen Satz hart trainieren. Und höchstwahrscheinlich
wurde er ihr von einem männlichen Autor diktiert. Der Film zeigt schließlich
genau das, was im Alltag nicht vorkommt. Da nämlich dominiert die Frau, die ein
Gesicht macht wie ein Rorschach-Test (1) , damit dir(!) genug Spielraum bleibt
zu spekulieren - will sie oder will sie nicht? - und damit ihr(!) genug
Spielraum bleibt sich aufs Unverbindliche zurückziehen.

Für Männer ist es eine irritierende Erfahrung, sich als Objekt weiblicher
Verführungsbemühungen zu erleben. Irritierend nicht etwa, weil Männer so
verklemmt wären, sondern weil dies so selten geschieht, so ungewöhnlich ist, dass
es zurecht bei vielen Männern skeptische Spekulationen auslöst. So ist die Mär
von schwachen Männern entstanden, die es nicht vertragen, von starken Frauen
gefordert zu werden.

Findet man einen Mann, der ein guter Verführer ist, dann ist er sicher ein
Profi, der vor dem Kaufhaus Bratpfannen verkauft. Der Casanova, genauer der
Don Juan, gaukelt den Weibern Verfügbarkeit vor. Sein schönes Auto, sein Geld,
sein Gelaber - sie können sich nichts anderes vorstellen, als dass dies'
Feuerwerk ihnen zu dienen abbrennt, dabei dient der Don Juan doch nur sich
selbst, oder vielmehr seinem Schwanze. Männer müssen nicht mit sexueller Anmutung
werben. Schlafzimmerblick, rauchige Stimme, wirres Haar, schräge Blicke - das
Repertoire der Frauen. Der Mann entfernt die Fahrradklammern von den
Hosenbeinen und klimpert mit einem Mercedesschlüssel.

Hermes Phetberg, genialer österreichischer Talkshow-Moderator, der sich
gerne als Versager stilisiert, auch ein begnadeter Verführer. Was, so ein fetter
Kerl? werdet ihr fragen. Nun, es braucht keine Verführungskunst, eine
Glitzerpackung zu verkaufen. Wer aber mit einem Zinken im Gesicht ausgestattet wie
der Italiener Casanova, oder mit einer Leibesfülle wie Hermi, der muss etwas
mehr bieten. Der größten Verführer einer, auch ein Österreicher, Wolfgang
Amadeus geheißen, auch er ein Meister der Inszenierung, des präzisen Timings,
wenn auch in einer anderen Disziplin. Noch heute erliegen Millionen seiner
Verführungskunst, seinen Werken, die unschuldig wie ein Kinderliedchen daher
kommen und unversehens zu großer Raffinesse mutieren. Und wie sah er aus:
Kleinwüchsig, ein atavistisches Ohr, eine Knubbelnase, fliehende Stirn! Amadeus haben
sie ihn genannt - der Götter Liebling. Die Liebe der Götter - die gibt es
umsonst. Für die Liebe der Menschen musste er sich abquälen!

Ähnlich schön fanden wir höchstens noch Wiglaf Drostes Überlegungen zum
Begriff der "Erstbesteigung", der sich dieser Tage einer wachsenden Beliebtheit
erfreut. "Gib dir den Rest auf dem Everest" unter
[link=http://www.taz.de/pt/2003/05/23/a0179.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/23/a0179.nf/text[/link]

Das muss es sein für diesmal. Wir hoffen viele von euch auf der Väterdemo am
14. Juni in Berlin anzutreffen! Näheres dazu auf der Homepage des
Väteraufbruchs [www.vafk.de]. Ihr wisst ja: Berlin ist eine Reise wert. Denn dort
trefft ihr

Eueren RedManAlex
(10.06.03)

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dafür, dass diese nicht durch einen Vulgärfeminismus diskreditiert und
beeinträchtigt wird, wie er in allen relevanten linken Parteien inzwischen
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Feedback zu bzw. auf die RoteMännerInfos sind willkommen. Die
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