@Xenia: Abtreibung
Xenia, um das Problem vielleicht etwas zu verdeutlichen, stelle Dir möglichst plastisch folgende Situation vor:
Du hast zusammen mit Deinem Partner ein Kind. Plötzlich beansprucht Dein Partner für sich allein das Recht, Euer gemeinsames Kind zu töten. Du hast keinerlei rechtliche Handhabe, um ihn daran zu hindern. Wie fühlst Du Dich?
Du wirst nun vermutlich wieder einwenden, dass man das nicht vergleichen könne, weil der Zustand vor der Geburt ein völlig anderer sei als der danach. Diese Sichtweise widerspricht allerdings dem emotionalen Erleben und auch der Biologie. (Bei "werdenden Vätern" verschiedener Säugetierarten konnten hormonelle Veränderungen nachgewiesen werden (Testosteron, Cortisol, Östradiol), die offenbar dazu dienen, das Tier auf die bevorstehende Brutpflege vorzubereiten. Es gibt sogar eine Studie, die darauf hindeutet, dass sich bei Männern mit Kinderwunsch das zeitliche Muster des Testosteronspiegels dem Zyklus ihrer jeweiligen Partnerin angleicht.)
Daneben haben Frauen auch hinsichtlich der [link=http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/verhuetung/tabelle.html#Medicine-Worldwide%3A+Uebersicht+zu+den+einzelnen+Verhuetungsmethoden+und+ihrer+Sicherheit',400,250,'no')]Verhütung[/link] heute die eindeutig besseren Karten.
Es ist wirklich eine schwierige Frage, und eine einfache Lösung weiß ich auch nicht.
Sam
Re: @Xenia: Abtreibung
Als Antwort auf: @Xenia: Abtreibung von Sam am 09. Juni 2003 18:25:
Xenia, um das Problem vielleicht etwas zu verdeutlichen, stelle Dir möglichst plastisch folgende Situation vor:
Du hast zusammen mit Deinem Partner ein Kind. Plötzlich beansprucht Dein Partner für sich allein das Recht, Euer gemeinsames Kind zu töten. Du hast keinerlei rechtliche Handhabe, um ihn daran zu hindern. Wie fühlst Du Dich?
Du wirst nun vermutlich wieder einwenden, dass man das nicht vergleichen könne, weil der Zustand vor der Geburt ein völlig anderer sei als der danach.
Ganz abgesehen davon, dass diese Art von Kindstötung mit Abtreibung nicht zu vergleichen ist.
Diese Sichtweise widerspricht allerdings dem emotionalen Erleben und auch der Biologie. (Bei "werdenden Vätern" verschiedener Säugetierarten konnten hormonelle Veränderungen nachgewiesen werden (Testosteron, Cortisol, Östradiol), die offenbar dazu dienen, das Tier auf die bevorstehende Brutpflege vorzubereiten. Es gibt sogar eine Studie, die darauf hindeutet, dass sich bei Männern mit Kinderwunsch das zeitliche Muster des Testosteronspiegels dem Zyklus ihrer jeweiligen Partnerin angleicht.)
Daneben haben Frauen auch hinsichtlich der [link=http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/verhuetung/tabelle.html#Medicine-Worldwide%3A+Uebersicht+zu+den+einzelnen+Verhuetungsmethoden+und+ihrer+Sicherheit',400,250,'no')]Verhütung[/link] heute die eindeutig besseren Karten.
Es ist wirklich eine schwierige Frage, und eine einfache Lösung weiß ich auch nicht.
Ich bestreite nicht, dass der Mann auch Gefühle für das ungeborene Kind hat. Aber ich spreche ihm das Recht ab, darüber zu entscheiden, wie sich die schwangere Frau verhalten soll. Punktum, es ist alleine ihre Sache. Ich bezweifle nicht, dass es Frauen gibt, die Abtreibung als Alternative zur Verhütung ansehen (obwohl ich vermuten würde, dass die das einmal und nie wieder so sehen), aber die sind meiner Ansicht nach in der Minderheit.
Best wishes, Xenia
wieso das?
Als Antwort auf: Re: @Xenia: Abtreibung von Xenia am 09. Juni 2003 20:21:
Ich bestreite nicht, dass der Mann auch Gefühle für das ungeborene Kind hat. Aber ich spreche ihm das Recht ab, darüber zu entscheiden, wie sich die schwangere Frau verhalten soll. Punktum, es ist alleine ihre Sache.
Wieso das? Das neue Leben entsteht aus der Verbindung von Samen und Eizelle, der Vater ist mithin zu 50 % an ihm beteiligt. Dass es die Mutter ist, die das Kind dann austrägt, rechtfertigt m.E. nicht die alleinige Zuerkennung der Entscheidungsgewalt über das, was mit dem Ungeborenen geschehen soll. Schwangerschaft bedeutet, dass die Mutter ein Kind, an dem sie zur Hälfte mitgewirkt hat, neun Monate lang "geborgt" bekommt. Von daher kann ich deinem Standpunkt, "es" sei alleine ihre Sache, nicht zustimmen.
Warum bist du so verbohrt, so unnachgiebig?
Re: @Xenia: Abtreibung
Als Antwort auf: Re: @Xenia: Abtreibung von Xenia am 09. Juni 2003 20:21:
Ich bestreite nicht, dass der Mann auch Gefühle für das ungeborene Kind hat. Aber ich spreche ihm das Recht ab, darüber zu entscheiden, wie sich die schwangere Frau verhalten soll. Punktum, es ist alleine ihre Sache.
Nein, ganz und gar nicht kann es "alleine ihre sache" sein.
Es sollte selbstverständlich ein konsens angstrebt werden, der mann muss selbstverständlich "angehört" werden. Wenn absolut keine einigung möglich ist (auch keine auf evtl. freigabe zur adoption) dann (in diesem notfall) gebe ich dir recht, dass die mutter die letzte entscheidung haben soll.
Re: wieso das?
Als Antwort auf: wieso das? von Frank am 10. Juni 2003 12:55:
Ich bestreite nicht, dass der Mann auch Gefühle für das ungeborene Kind hat. Aber ich spreche ihm das Recht ab, darüber zu entscheiden, wie sich die schwangere Frau verhalten soll. Punktum, es ist alleine ihre Sache.
Wieso das? Das neue Leben entsteht aus der Verbindung von Samen und Eizelle, der Vater ist mithin zu 50 % an ihm beteiligt. Dass es die Mutter ist, die das Kind dann austrägt, rechtfertigt m.E. nicht die alleinige Zuerkennung der Entscheidungsgewalt über das, was mit dem Ungeborenen geschehen soll. Schwangerschaft bedeutet, dass die Mutter ein Kind, an dem sie zur Hälfte mitgewirkt hat, neun Monate lang "geborgt" bekommt. Von daher kann ich deinem Standpunkt, "es" sei alleine ihre Sache, nicht zustimmen.
Um an den Embryo heranzkommen, musst du an den Körper der Frau ran. Und was mit ihr pasiert, dass kann nur sie netscheiden. ich begreife nicht, was daran so schwer zu verstehen ist, du willst doch auch nicht, das jemand über deine Organe verfügt, ohne das du etwas dazu sagen könntest.
Klar entsteht das Kind aus Mutter und Vater, aber es steckt nunmal in der Mutter.
Warum bist du so verbohrt, so unnachgiebig?
Weil ich es niemals erleben möchte, dass jemand über meinen Kopf hinweg über meinen Körper entscheidet. Und ich möchte auch nicht, dass das anderen Frauen passiert
Best wishes, Xenia
Re: @Xenia: Abtreibung
Als Antwort auf: Re: @Xenia: Abtreibung von Mic am 10. Juni 2003 14:18:
Ich bestreite nicht, dass der Mann auch Gefühle für das ungeborene Kind hat. Aber ich spreche ihm das Recht ab, darüber zu entscheiden, wie sich die schwangere Frau verhalten soll. Punktum, es ist alleine ihre Sache.
Nein, ganz und gar nicht kann es "alleine ihre sache" sein.
Es sollte selbstverständlich ein konsens angstrebt werden, der mann muss selbstverständlich "angehört" werden. Wenn absolut keine einigung möglich ist (auch keine auf evtl. freigabe zur adoption) dann (in diesem notfall) gebe ich dir recht, dass die mutter die letzte entscheidung haben soll.
Okay, da kann ich halbwegs zustimmen, aber die letzte Entscheidung liegt bei der Frau. Und wenn sie nicht will, dann sollte sie auch nicht gezwungen werden.
Best wishes, Xenia