Hilfsorganisationen: Menschenrechtsverletzungen an Männern/Jungen ignoriert
Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, daß Hilfsorganisationen immer mehr Projekte in Gang setzen, die sich ausschließlich mit Mädchen und Frauen beschäftigen, Männer und Jungen werden hingegen vernachlässigt. Das ist bei Amnesty International der Fall, aber auch in sehr starkem Maße bei der Unicef Deutschland. Dort gibt es Broschüren zum Runterladen über Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen, aber keine vergleichbaren Informationsmaterialien über Menschenrechtsverletzungen an Jungen oder Männern. Auch wenn man sich die verschiedenen Projekte anschaut, eine Vielzahl davon richtet sich an Mädchen oder Frauen, es gibt aber keine Projekte, die sich ausschließlich mit Jungen beschäftigen. (www.unicef.de)
Ich befinde mich gerade in einer Auseinandersetzung mit Unicef deswegen und habe folgenden Brief aufgesetzt (Rohfassung und Auszug):
Ich bin es leid, auf Seite 1 jeder Zeitung in fetten Großbuchstaben lesen zu müssen, daß Frauen in Afghanistan Schleier tragen müssen, während die Verschleppung und Zwangsrekrutierung tausender junger Männer aus ihren Dörfern nirgends erwähnt wird. Ich bin es leid, auf Seite 1 jeder
Zeitung in fetten Großbuchstaben lesen zu müssen, daß Frauen in Afghanistan nicht studieren dürfen, während die Meldung über
Massaker an jungen Männern auf Seite 13 unter "Weitere Meldungen" am unteren Rand vermerkt wird. Ich bin es leid, auf Seite 1 jeder Zeitung in fetten Großbuchstaben lesen zu müssen, daß Mädchen in Afghanistan nicht
zur Schule gehen dürfen, während über die Jungen, die an den Schulen von religiösen Fanatikern indoktriniert und zu Kanonenfutter abgerichtet werden und die in ihrem Leben nichts anderes als Haß kennenlernen, kein Wort in den Medien verloren wird.
Von geschlechtsspezifischen Menschenrechtsverletzungen sind Jungen UND Mädchen gleichermaßen betroffen. Jungen UND Mädchen sind Opfer.
Dort, wo Mädchen verletzt, entwürdigt und in ihren Rechten beschränkt werden, dort werden auch Jungen in ihren Rechten beschränkt, verletzt und entwürdigt.
Ich halte Ihre Vorgehensweise für sehr fragwürdig. Sie erwähnen explizit das Leid von Mädchen und Frauen, viele Ihrer Projekte haben Frauen und Mädchen als ausschließliche Zielgruppe, aber das Leid von Jungen und Männern verschweigen Sie bewußt. Mich erinnert das sehr stark an das
Grundsatzprogramm der Grünen. Dort steht einiges über "Kinder- und Mädchenarbeit". Nicht "Jungen- und Mädchenarbeit", sondern "Kinder- und Mädchenarbeit"! Man verzichtet bewußt darauf, das Wort "Jungen" mit dem Begriff "Menschenrechtsverletzung" in Verbindung zu bringen.
Warum spricht man nicht von Jungen- und Mädchenarbeit? Weil es offensichtlich nicht in unser feministisch geprägtes Weltbild paßt, welches nur Mädchen/Frauen als Opfer und nur Jungen/Männer als Täter akzeptiert. So wird man auf einem Auge blind. Man weiß, daß
auch Jungen leiden müssen, aber es darf nicht ausgesprochen werden. Genau wie in diesem Lande Gewaltschutzgesetze unter dem Motto "Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt" von den Parteien gefordert werden, obwohl man genau weiß, daß es mittlerweile sogar hunderte von nationalen und internationalen Studien gibt, wonach Männer ebenso oft Opfer von häuslicher Gewalt werden wie dies auch bei Frauen der Fall ist. Aber es ist ein Tabu. So verschwinden die Studien in den Schubladen der Ministerien. Und Abgeordnete, die soetwas in parlamentarischen
Sitzungen ansprechen, werden von den Frauen ausgebuht und ausgelacht.
Sie könnten durchaus ein Broschüre über Menschenrechtsverletzungen an Jungen und Männern schreiben, wenn Sie es wollten. Es gibt genügend Gründe, die dafür sprechen und es gibt mehr als genügend
traurige Fälle, die eine solche Broschüre rechtfertigen. Aber Sie tun es nicht.
Nicht, weil Ihnen die Mittel dazu fehlen würden, sondern weil Sie es nicht wollen. Auf Konferenzen fordert man nicht den Schutz von Kindern, Männern und Frauen in Kriegsgebieten, sondern den
Schutz von Frauen und Mädchen. Die Männer und die Jungen sind nicht mehr schutzbedürftig oder relevant. So werden heimlich und unter vorgehaltener Hand aus Menschenrechten Frauen- und Mädchenrechte. Sie tun im Grunde genommen genau das selbst, was sie in Ihrem Informationsblatt über Menschenrechtsverletzungen an Mädchen in großen Buchstaben anklagen: Sie betreiben eine geschlechterbezogene Apartheidspolitik.
Es ist so, wie es in der Vergangenheit schon hin und wieder an verschiedenen Stellen bemerkt wurde: Jungen und Männer haben keine Lobby. Mittlerweile habe ich den Eindruck, daß es wirklich Zeit wird für eine weltweite Männerrechtsbewegung.
und alles was mir im Hirn umhersprudelt will dann sofort in einen Satz...