Leserbrief zum Girls Day - und was zurückkam
Hallo zusammen, guten Morgen!
Ich schrieb zum Girls Day einen Leserbrief an meine hiesige Tageszeitung, den Bonner General-Anzeiger. Dieser Leserbrief wurde veröffentlicht. Hier der Wortlaut meines Beitrages:
Sehr geehrte Redaktion!
Heute las ich mehrere Berichte über den "Girls-Day". Ich finde es grundsätzlich in Ordnung, dass man Mädchen Gelegenheit gibt, in Berufe hineinzuschnuppern, die traditionell vorwiegend von Männern ausgeübt werden. Es ist auch richtig, dass man versucht, den Mädchen die Scheu vor naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu nehmen. Was ich aber absolut nicht in Ordnung finde ist die Tatsache, dass nur Mädchen hierfür vom Unterricht freigestellt werden.
Es wird landauf landab beklagt, dass in Berufen mit sozialer Kompetenz wie z. B. dem Beruf des Erziehers (Kindergärten, Kindertagesstätten) oder dem des Pflegers, nur um mal einige zu nennen, männliche Arbeitskräfte fehlen. Viele Kinder wachsen heute nicht mehr in kompletten Familien auf, sondern werden ausschliesslich von ihren Müttern erzogen. Besonders den heranwachsenden Jungen fehlt dabei die männliche Bezugsperson, die die Mutter niemals ersetzen kann. Hier könnten Kindergärten und Kindertagesstätten eine Lücke füllen, wenn es dort mehr männliche Erzieher gäbe.
Warum also gibt man an einem solchen Aktionstag nicht auch den Jungen Gelegenheit, in solche typischerweise von Frauen ausgeübten Berufe hineinzuschauen? Sicher könnte das bei dem einen oder anderen Jungen Interesse an einem solchen Beruf wecken. Auch weil diese Ungleichbehandlung ein Verstoss gegen den Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes ist, sollte man dringend ins Auge fassen, beim nächsten "Girls-Day" auch den Jungen dieselbe Gelegenheit zu geben wie den Mädchen.
Mit freundlichen Grüssen,
Einige Tage später bekam ich von der Redaktion die e-Mail-Adresse einer jungen Frau, die mit mir in Dialog darüber treten wollte. Ich habe diesen Dialog aufgenommen. Hier ein bezeichnender Auszug aus ihrer Antwort:
Ich bin nämlich ganz deiner Meinung, was den Girlsday betrifft, nur wollte ich das nicht so gern öffentlich diskutieren, denn ich bin auf einer Mädchen Schule (**********schule) und da kommt es eher schlecht, wenn man meine Meinung allzu stark vertritt und das will ichmir nicht leisten.
Den Namen der Schule habe ich vorsichtigerweise anonymisiert.
Dieser Satz zeigt in meinen Augen, wie stark bereits der Aufbau eines Tabus fortgeschritten ist, dass selbst an einer reinen Mädchenschule bereits mit Rede- und Denkverboten gearbeitet wird. Hier ist die Indoktrination bereits so weit fortgeschritten, dass junge Frauen sich nicht mehr trauen, ihre vom feministischen Mainstream abweichende Ansicht zur Diskussion zu stellen und sich deswegen nicht trauen, in einem Leserbrief auf meine öffentlich dargestellte Meinung zu reagieren. Ich finde das äusserst bedenklich, da müssten eigentlich überall die roten Warnlampen angehen.
Ich werde den Kontakt zu dieser jungen Frau nutzen, um gegen diese bedenkliche Tendenz vorzugehen und Aufklärungsarbeit zu leisten.
Freundliche Grüsse,
Ferdi
Hervorragender Brief, Ferdi! Super! (n/t)
Als Antwort auf: Leserbrief zum Girls Day - und was zurückkam von Ferdi am 01. Juni 2003 09:07:12:
Schade wirklich
Als Antwort auf: Leserbrief zum Girls Day - und was zurückkam von Ferdi am 01. Juni 2003 09:07:12:
Ich bin nämlich ganz deiner Meinung, was den Girlsday betrifft, nur wollte ich das nicht so gern öffentlich diskutieren, denn ich bin auf einer Mädchen Schule (**********schule) und da kommt es eher schlecht, wenn man meine Meinung allzu stark vertritt und das will ich mir nicht leisten.<<<
Hallo Ferdi
Wirklich bedenklich, wenn sowas von einem Mädel rüber kommt. Das hat nix mehr mit Demokratie und freier Meinungsäußerung zu tun. Das ist der Anfang diktatorischen Denkens und Handelns. Dem Mädchen muss man den Rücken stärken und die Schule mit Anfragen bombadieren. Die müssen von dem hohen Ross geschmissen werden. Wohin soll das führen, wenn bereits an Schulen ein Denk- und Redeverbot einseitig erteilt wird?
Du solltest den Namen der Schule ruhig veröffentlichen. Denn sowas muss an den Pranger, sonst ändert sich nix. Nein es verschlimmert sich, weil bereits den jungen Menschen solche Doktrin beigebracht wird. Das kann nur schief gehen, wenn da geschwiegen wird. Der Schutz der Person an sich hat natürlich Priorität, keine Frage. Aber diese Denke und die Handlungsweise ist änderungsbedürftig, oder?
MeckMax
Re: Schade wirklich
Als Antwort auf: Schade wirklich von MeckMax am 01. Juni 2003 10:44:41:
Hallo MeckMax!
Dem Mädchen muss man den Rücken stärken und die Schule mit Anfragen bombadieren. Die müssen von dem hohen Ross geschmissen werden. Wohin soll das führen, wenn bereits an Schulen ein Denk- und Redeverbot einseitig erteilt wird?
Ich werde dem Mädel den Rücken stärken, da kannst Du Dich drauf verlassen.
Du solltest den Namen der Schule ruhig veröffentlichen. Denn sowas muss an den Pranger, sonst ändert sich nix.
Angebracht wäre das wirklich. Aber ich möchte vorher mehr über die Hintergründe erfahren. Ich möchte mehr erfahren, warum sich dieses Mädel nicht traut, in einem Leserbrief öffentlich zu antworten. Dazu bin ich ja jetzt mit ihr in Korrespondenz getreten. Ich will aber vermeiden, dass das Mädchen Schwierigkeiten an der Schule bekommt. Aber zu gegebener Zeit, wenn ich das auch korrekt alles belegen kann, werde ich auch den Namen der Schule nennen - vorausgesetzt die junge Frau hat nichts dagegen.
Hier wird zweierlei deutlich: 1) Es gibt bereits ein "Denkverbot" an deutschen Schulen. 2) Es gibt offenbar Frauen, die sich damit nicht einfach abfinden wollen. Geht man nach der oft zu hörenden Faustregel "Hinter einer Äusserung (Leserbrief oder wie auch immer) stehen hunderte andere, die sich nicht äussern aber die gleiche Einstellung haben", so kann man davon ausgehen, dass die Zahl der Frauen, die mit der ganzen Entwicklung nicht einverstanden sind, nicht gerade klein ist. Deswegen sollte man bei der Kritik an den bestehenden Verhältnissen auch nicht sagen: "Die Frauen.....usw.").
Schöne Sonntagsgrüsse,
Ferdi