Rote Männer Info 50
RoteMänner!
Subscriber & Unsubscriber!
Menschen und Männer!
"Hallo, sorry aber die Art und Weise wie bei euch über Sachverhalten
zwischen Frauen und Männern geschrieben wird, ist menschen und
männerverachtend. Bitte seht davon ab weiter Mail an uns zu schicken,"
schrieb uns Christoph. Sorry, du, Christoph mit "ph", das trifft uns jetzt
schon. Wieso ist das unseren anderen männlichen Empfängern noch gar nicht
aufgefallen, was meinste, du? Aber danke für die ziemlich unsubstantiierte
Kritik, wie mein alter Doktorvater da gesagt hätte. Also,
"menschenverachtend" als dummdeutsche Standardvokabel aus den Achtzigern
(die selbst für den Zwang, den Spinat aufzuessen, herhalten musste) kennen
wir noch. Aber wieso eigentlich "männerverachtend"? Und sind demnach Männer
keine Menschen? Was für ein unglaublich blöder Sack! Dabei stand der nicht
mal in unserem Verteiler. Von seiner Orthografie und Grammatik ganz zu
schweigen.
"Linke und rechte Eiferer in den USA zensieren Schulbücher, Prüfungsfragen
und sogar Märchen: Aschenputtel ist sexistisch, Dinosaurier sind
unchristlich. (...)Es ist schon unglaublich, welchen Gefahren Kinder in den
USA heutzutage ausgesetzt sind, wenn sie ein Buch aufschlagen oder den
Fernsehapparat anschalten. Nein, es geht nicht um die brutalen ,X-Men'-Filme
oder die vulgäre ,Jackass'-Fernsehserie, es geht nicht um Sex und Gewalt.
Problematisch sind vielmehr Märchen oder die Erlebnisse von Harry Potter.
Aschenputtel zum Beispiel. Typisch sexistisch, wie das Mädel dienend und
unterdrückt dargestellt wird, nur um dann großherzig von einem Mann zu sich
emporgezogen zu werden. Und niemand macht sich die Mühe, die
sozio-ökonomischen Ursachen ihrer Lage oder der von Dornröschen,
Schneewittchen oder gar Hänsel und Gretel zu hinterfragen." Mehr dazu in dem
sehr lesenswerten Beitrag "Verfolgt von der Sprachpolizei" unter
[link=http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/berufstudium/artikel/179/11168/" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/berufstudium/artikel/179/11168/[/link]
Ihr werdet euch an Sibille Thönnies' Aufsatz "Soldaten sind Kinder" - und
unsere verhaltene Kritik daran im RoteMännerInfo 47 - erinnern. Wir
bemängelten, dass in Thönnies' Logik offenbar nur junge Männer gute Männer
sein können mit der letzten Konsequenz, dass mit der Zeit nur ein toter Mann
ein guter Mann sein kann. Es scheint so, als hätte "EMMA" genau diese Logik
aufgegriffen. Das Inhaltsverzeichnis der neuesten Ausgabe weist folgendes
Thema aus, das es leider nicht online gibt: "Auch Soldaten sind Menschen
Diese alten Männer opfern Frauen, Kinder - und die jungen Männer."
[link=http://www.emma.de/content/c1050055846630.html" target="_top]http://www.emma.de/content/c1050055846630.html[/link]
Ebendort hat man mit patriotischer Freude den Oscar für den deutschen Film
"Nirgendwo in Afrika" registriert. Bei EMMA wird daraus ein Oscar für Regie
- weil der dann an Caroline Link, mithin an eine Frau, gegangen wäre. Okay,
man wird sich auch mal freuen dürfen! Aber der Regie-Oscar ging trotzdem an
Roman Polanski. Wenn Ihr's nicht glaubt, Mädels, schaut einfach nach unter
[link=http://www.oscar.com/oscarnight/winners.html" target="_top]http://www.oscar.com/oscarnight/winners.html[/link]
Herr Effenberg war mit seiner formidablen Frau Strunz jüngst bei Beckmann
zum Talk. Die Berliner Zeitung berichtete unter der Überschrift "Blinde
Kuh". "Zwei Momente der Wahrheit gab es in diesem Trauerspiel... Einmal
fragte Beckmann die Claudia ,Welche Poesie in dem Buch hat sie am meisten
berührt?', worauf sie verständnislos ,Wie, welche Poesie?' stotterte. Noch
schöner war die Erkundigung nach der Reaktion der Strunz-Kinder auf das
Plakat, auf dem sich ihre Mutter mit verbundenen Augen, aber geöffneten
Lippen den unteren Körperregionen des Herrn Effenberg nähert. ,Mama, was
machst du da? Spielst du blinde Kuh?', schlug der beflissene Talker vor. So
subtil wurde schon lange keine Frau mehr beleidigt."
[link=http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/medien/244252.html" target="_top]http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/medien/244252.html[/link]
Unter dem Titel "Unbarmherzige Schwestern" berichtet der "Spiegel" in einem
erschreckenden Beitrag über die Zustände in von katholischen Orden geführten
Kinderheimen in den ersten drei Jahrzehnten unserer Republik, in denen
systematische Kindesmisshandlungen an der Tagesordnung waren:
[link=http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,249136,00.html" target="_top]http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,249136,00.html[/link]
Mädchengewalt hat im vergangenen Jahr zugenommen. Alte Rollenbilder sind
passé, erklärt die Jugendbeauftragte der Berliner Kripo, Christine Burck.
Ein interessantes Interview in
[link=http://www.taz.de/pt/2003/02/18/a0226.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/02/18/a0226.nf/text[/link]
Über die Vergewaltigung von Männern im Balkankrieg fanden wir dieses
lesenswertes Gespräch in der "taz":
[link=http://www.taz.de/pt/2003/05/26/a0138.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/26/a0138.nf/text[/link]
Der Schauspieler Klausjürgen Wussow soll seinen Unterhalt geschlunzt haben
und kasteit sich darob selbst vor Gericht mit den Worten "Ich war ein
Vollidiot".
[link=http://www.stern.de/lifestyle/leute/index.html?id=508070&gmx=8b97dc0daf8f5&nv=gmxlog" target="_top]http://www.stern.de/lifestyle/leute/index.html?id=508070&gmx=8b97dc0daf8f5&nv=gmxlog[/link]
Interessant ist, was in diesem Beitrag als Skandal verkauft wird, vor allem
aber: WAS NICHT! "Der (...) Schauspieler hatte im Prozess eingeräumt, im
Vermögensverzeichnis fälschlich nur unregelmäßiges Einkommen angegeben zu
haben. Dabei habe er laut Anklage einmalig rund 14.000 Mark aus
Fernsehrechten bekommen und sei damals in der Lage gewesen, 10.500 Mark
Unterhalt zu zahlen. (...) Außerdem habe ihn Yvonne Wussow, von der er seit
Februar diesen Jahres geschieden ist, mittellos zurückgelassen. ,Meine
Ex-Frau hatte alle Vollmachten und die hat mich ganz schön abgeräumt', sagte
der Schauspieler." Erst jetzt wissen wir, warum er wirklich ein Vollidiot
war.
Unser heutiger Wühltisch bietet die folgenden Sonderangebote:
1. Das RoteMännerInfo wird 50. Grund genug, eine Kravatte anzuziehen und ein
paar feierliche Worte zu sagen. Ein kleiner Applaus wäre nett! Danach gibt's
Bier und Kekse.
2. Von wegen! Danach gibt's eine saftige Erhöhung der Unterhaltsschuld laut
Düsseldorfer Tabelle. Satte sechs Prozent mehr sollen's sein. Dabei weist
die Bundesregierung darauf hin, dass die Lebenshaltungskosten NICHT
gestiegen sind.
3. Wenn wir die "taz" nicht hätten! Wir schätzen sie, weil hier wie nirgends
sonst tapfere Feministinnen die fortwährende Unterdrückung ihres Geschlechts
ungefiltert und ohne störende Anflüge von Verstand beklagen dürfen. Wie
jüngst wieder Frau Dribbusch, die denkt, dass Frauen bei der
Arbeitslosenunterstützung benachteiligt würden.
4. Und noch ein - leicht satirisch überarbeiteter - Gästebeitrag über die
Frauenbewegung in der Provinz: "Soldaten sind Vergewaltiger" behaupten
Kasseler "Frauen/Lesben" auf einem Plakat. Klempner und Milchmänner
wahrscheinlich auch, oder? Wir klären exklusiv, warum der Staatsanwalt Milde
walten ließ.
5. Der Bundesinnenminister liest aus der dramatisch gestiegenen Zahl der
Sexualdelikte eine "gesteigerte Anzeigebereitschaft." Wenn der Missbrauch
mit dem Missbrauch genauso geahndet würde, würde die Kriminalstatistik
wahrscheinlich explodieren!
***********************************************************
FÜNFZIG ROTEMÄNNERINFOS !
Jawohl, liebe Freunde, dies ist die 50. Ausgabe des RoteMännerInfos. Grund
genug für ein wenig salbungsvolles Geschwafel. Etwa anderthalb Jahre haben
wir nach der offiziellen Zählweise gebraucht, die die ersten Gehversuche
nicht mitrechnet. Lange vorher schon gab es das RoteMännerManifest, dem auch
heute noch wenig hinzuzufügen ist - weil leider auch die unsäglichen
Missstände fortbestehen, dass Männer und Frauen sich vor allem in
familienrechtlichen Belangen seit langem nicht mehr auf einer Augenhöhe
begegnen. Dies aber wird immer häufiger zum Thema, weil die
Scheidungskrüppel und Trennungsväter, die finanziell ausgenommen und in
Bezug auf ihre Kinder entrechtet werden, nicht mehr ohne weiteres still
halten. Sie stellen fest, dass sie Hunderttausende von Schicksalsgenossen
haben, dass sie keine vereinzelten Versager sind, sondern Opfer eines
Systems, das man in Anlehnung an Orwells "Animal Farm" ruhig auch mal ein
Schweinesystem nennen kann: Alle sind gleich, aber einige sind gleicher. Bei
Orwell waren das die Schweine, die nach einer kurzen Phase der Emanzipation
aller Tiere auf dem Hof das Kommando übernahmen. In der Rechtsrealität
unserer Quotenrepublik ist es - gottlob nicht überall, aber an mehr Orten
als selbst wir gelegentlich meinen - ein kruder Feminismus.
Nicht nur weil dieser Feminismus in seinen Selbststilisierungen auch vielen
Frauen eher unangenehm ist, beeilen wir uns gerne hinzuzufügen: Es ging
dabei nie um DIE Frauen! Der Feminismus in seiner Form als machtfixiertes
System wird zwar überwiegend von Frauen promotet. Indessen leben inzwischen
ganze Berufsstände ganz trefflich von ihm, darunter auch etliche Männer, wie
eine besonders widerliche Sorte von Anwälten, mit denen auch wir es
gelegentlich schon zu tun bekamen. Die Langgedienten unter euch erinnern
sich vielleicht noch, wie dem Oberlandesgericht Köln ein Schriftsatz
zugeleitet wurde, in dem uns tatsächlich vorgeworfen wurde, wir setzten uns
für die Einführung der Prügelstrafe für Richter und Rechtsanwälte ein. Wir
berichteten im RoteMännerInfo 13. Lacht nur! Es ist auch zum Lachen. Bloß
dass das vermutlich vom VAMV finanzierte männliche Spatzenhirn, das diese
Realsatire weiland ausrichtete, es bitter ernst meinte. Und dafür hätte er
wirklich eins in die Fresse verdient! Wegen intellektueller Verwahrlosung.
Allerdings wird an solchen Reaktionen deutlich, dass die zunehmenden Formen
feminismuskritischer Selbstverständigung und an spezifisch männlichen
Problemlagen orientiere Formen der Selbsthilfe mit größtem Argwohn beäugt
werden. So unbedeutend diese "Männerbewegung" noch immer ist, die
systematische Kujonierung von Männern in und nach Familienkrisen treibt ihr
in den Zeiten des Internets fast schon zwangsläufig immer mehr Anhänger zu.
Damit löst der informationstechnische Fortschritt tatsächlich etwas aus, das
früher schwerlich denkbar gewesen wäre: Männer (!) klagen ihr Recht auf
Familienfrieden ein. Ein Vorgang der nicht nur ihrer jahrtausendealten
Rollenzuweisung als quasi außerhalb der Familie stehende Ernährer, einst
Jäger und Sammler, gegenüber den Verwertern (Frauen und Kinder), diametral
entgegensteht. Nein, gerade für Männer wären diese Debatten in einer
ungeschützten Öffentlichkeit - wegen der Blamage! - niemals möglich gewesen.
Man erinnere sich nur an den selbst medienöffentlichen Spott, den sich
entrechtete Väter bei einem ihrer ersten Hungerstreiks vor dem
Familiengericht in Berlin gefallen lassen mussten. (Matussek berichtete im
Oktober 1997 darüber im "Spiegel".) Erst das Internet, das in einer
erdrückenden Öffentlichkeit schon wieder Anonymität möglich macht, wo sie
gewünscht wird, ließ es zu, dass Männer derartig "aus der Rolle fallen"
konnten, dass sie dort sogar ihre Verletzungen aufarbeiteten, die sie vorher
als solche überhaupt bestritten hätten.
Auch das RoteMännerInfo ist nur durch das Internet denkbar. Wer sonst, außer
uns selbst, hätte diese ungehobelte Mischung aus Sarkasmus, Satire und
Gesellschaftskritik denn veröffentlichen wollen? Und zu welchem Preis? Auch
das Internet steht in der Dialektik des Fortschritts. Aber wir haben ihm
sehr zu danken. Auch wenn wir trotz einer Heidenarbeit keinen Pfennig
verdient haben. Und wer weiß heute schon, ob es nicht vielleicht in zwei
oder drei Jahren auch eine Hundertste Ausgabe geben wird? Obwohl uns das ein
bisschen unwahrscheinlich erscheint.
***********************************************************
DER STAAT ALS WEGELAGERER:
UNTERHALTSPFLICHTIGE VÄTER SOLLEN DIE KOMMUNEN SANIEREN
Den für ihre Kinder Unterhaltspflichtigen greift Ersatzvater Staat wieder
einmal deutlich tiefer in die Tasche:
http://www.taz.de/pt/2003/05/23/a0057.nf/text Die "taz" behauptet, wegen der
angeblich gestiegenen Lebenshaltungskosten - die im Zusammenhang mit der
Teuro-Diskussion bisher immer bestritten wurden - wurden die Unterhaltssätze
für Kinder zum Juli um fast 6 Prozent heraufgesetzt. Die Selbstbehalte für
die Unterhaltspflichtigen bleiben irrwitziger Weise dieselben - trotz der
gestiegenen Lebenshaltungskosten! Ein arbeitsloser Scheidungsvater behält
also auch weiterhin nur 730 Euro, von denen er Miete, Lebenshaltung und
natürlich jede Menge Bewerbungsschreiben samt Unterlagen finanzieren soll.
Ein Beschäftigter darf immerhin 840 Euro behalten. "Kasuistik" nennt man
das, wenn man Argumente wie die Teuerung mal bestreitet, mal benutzt, gerade
so wie es einem am besten in den Kram passt. Das Bundesministerium der
Justiz entblödet sich dann auch nicht, den Unterhaltssatz für Studenten wie
bisher zu belassen: "Dies beruht darauf, dass die BaföG-Sätze ebenfalls
nicht angehoben worden sind. Dies wiederum hat seinen Grund darin, dass die
Lebenshaltungskosten seit der letzten Anpassung lediglich um ca. 2 Prozent
mit fallender Tendenz gestiegen sind." Mit welcher Begründung dann eine
derartige Anhebung der Regelsätze? So dämlich kann doch kein Beamter sein!
Da müssen PolitikerInnen dahinter stecken... Die zuständige
Justizministerin, die sonst gerne mit Pressemitteilungen um sich wirft,
fühlt sich nicht bemüßigt, den Unterhaltspflichtigen irgendwas zu erklären.
Wozu auch?
Der Grund für diese enorme Melkaktion dürfte nicht zuletzt in den klammen
Kassen der Kommunen liegen, aus deren Budgets den Alleinerziehenden die
Sozialhilfe gezahlt wird. Was sich davon auf die Zahlväter abwälzen lässt,
brauchen die Kämmerer nicht aufzubringen. Die sind dann dankbar und nicht
mehr gar so stinkig auf den Bund, der jahrelang alles Mögliche auf die
Gemeinden abwälzte und ihnen gleichzeitig die Einnahmequellen zerschlug.
***********************************************************
"WENN FRAUEN FÜR IHRE PARTNER BÜSSEN..."
oder: Wieso es ein Skandal sein soll, dass auch Frauen dem Solidarprinzip
unterliegen
"Rot-Grün: Frauen sollen für ihre Partner büßen," titelte die "taz" am 14.
Mai: [link=http://www.taz.de/pt/2003/05/14/a0090.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/14/a0090.nf/text[/link] . Wären wir naiv,
würden wir entsetzt fragen: warum denn Frauen? Gibt es hier etwa ein Gesetz
im Jahre 2003, in dem es sich die Bundesregierung leistet, Frauen zu
benachteiligen? Gemach, ihr Lieben! Mitnichten! Aber weil - übrigens auch
bisher schon - Arbeitslosen- und Sozialhilfe im Gegensatz zum
Arbeitslosengeld nur bei einer nachgewiesenen Bedüftigkeit gezahlt werden,
passiert es ehedem doppelt verdienenden Ehegatten, dass sie im Falle der
plötzlichen Erwerbslosigkeit des Partners füreinander einstehen und den
Anderen mitversorgen müssen. So wie man's irgendwann in einem unbesonnenen
Moment mal (ehe)vertraglich vereinbart oder sogar vor einem Altar geschworen
hat.
Wenn also ein leidlich verdienender Gatte mit im Spiel ist, bekommt man
spätestens nach der geplanten Zusammenlegung von Arbeitslosen- und
Sozialhilfe in der Regel nach zwölf Monaten Arbeitslosengeld keine
Sozialleistung mehr - was dem Sozialhilfeprinzip der existenziellen
Bedürftigkeit entspricht: Hilfe auf Kosten der Allgemeinheit erhalten die,
die sie benötigen; wer sie nicht benötigt, kriegt auch keine Sozialhilfe.
Basta! Hier aber wittert Barbara Dribbusch fieses Machotum. Was Frauen
deswegen häufiger trifft, weil ihr Arbeitsverhalten allgemein etwas, ähem,
reduziert ist, wird von ihr dargestellt als Maßnahme, die sich gegen Frauen
als solche richtet. Das ist zwar für eine Feministin nicht ungewöhnlich,
aber deswegen nicht weniger dumm.
"Auch wenn der Ehemann ein eher geringes Vollzeiteinkommen nach Hause
bringt, hat seine erwerbslose Frau, wenn erst mal der Bezug des
Arbeitslosengeldes abgelaufen ist, keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld
II oder Jobförderung." - Nun haben wir gerade erst in unserem RoteMännerInfo
49 die Entwicklung der Arbeitslosenstatistik zu Lasten der Männer
registriert. Zahlen, die die Arbeits- und Sozialexpertin der "taz" auch
kennen sollte, und nach denen sie wissen sollte, dass es keineswegs immer
nur die Frauen trifft. Die sie aber nicht davon abhalten, weiterhin
ihresgleichen als die armen gebeutelten Opfer eines derangierten
Arbeitsmarktes zu verkaufen. Wir wollen hier gar nicht wieder mit der
Arbeitsmoral vieler Frauen anfangen (und verweisen dazu nur auf das
RoteMännerInfo 48. siehe [www.rotemaenner.de.tt] !)
Richtig ist natürlich: Arbeitslosigkeit ist in der Regel kein wirklich
schönes Schicksal. Wer es erlebt hat, weiß das. Dabei geht es keineswegs nur
um die finanzielle Komponente. Aber weder Arbeitslosengeld noch
Arbeitslosenhilfe sind ursprünglich dazu da gewesen, dieses Schicksal
"schöner" zu machen, sondern immer nur, um darüber hinweg zu helfen. In
Dribbuschs Logik ist es aber eine wahre Schande, dass dies auch für Frauen
gelten soll!
"Hunderttausende von Frauen könnten aus dem Leistungsbezug fallen. Der
Grund: Das Einkommen der Lebenspartner soll künftig stärker angerechnet
werden." Entsprechend der Überschrift sind diese Lebenspartner immer nur die
Männer - was übrigens vor allem in den neuen Ländern an der Realität des
Arbeits(losen)markts völlig vorbei geht! Bei Frau Dribbusch wird nicht nur
die Sozialschmarotzer-Mentalität des unterhaltsberechtigten Weibchens nach
Kräften gepflegt, sondern auch die krude Auffassung, dass die Allgemeinheit
(vulgo: der Staat) sie nicht nur unbefristet, sondern auch ungeachtet der
Leistungsfähigkeit zu alimentieren habe. In dieser Logik ist der Sozialstaat
nicht zur Absicherung besonderer krisenhafter Lebenslagen da, sondern er
soll das erworbene Vermögen schützen, nicht zuletzt das häufig zum
"Häuschen" verniedlichte Immobilienvermögen.
Dass das Einkommen und Vermögen des Partners in einer Ehe angerechnet wird,
so wie es nach einer Scheidung auch der arbeitsunwilligen Gattin zugute
kommt, bevor die Sozialhilfe rettend eingreift, versteht sich von selbst.
Eigentlich! Die Logik ist nämlich genau dieselbe wie beim
Ehegattenunterhalt. Was während des Fortbestehens der Ehe ja nicht zuletzt
auch angesichts der steuerlichen Privilegierung seinen tieferen Sinn hat!
Mit anderen Worten: Wie kann denn eine Frau, deren Ehemann ihr Unterhalt
über die Ehe hinaus schuldet, ernsthaft davon ausgehen, dass sie ungeachtet
dieses Unterhalts Anspruch auf Sozialleistungen hat? Frau Dribbusch kann
das.
Komisch ist auch, dass in der Regel die Männer auch nach dem Verlust des
ehelichen Steuerprivilegs qua Scheidung bis zum Abwinken - oder Ableben -
zahlen müssen. Dabei bleibt ihnen, auch wenn sie arbeiten, meistens nicht
mehr als der das Existenzminimum schützende Selbstbehalt von derzeit 840
Euro. Aber für unsere "taz"-Barbarella ist es offenkundig ein himmelweiter
Unterschied, ob nun ein Mann oder eine Frau vom rechnerischen
Existenzminimum leben muss. Im Fall von Frauen, so findet sie offenbar,
könnte der Sozialstaat doch ruhig mal ein wenig großzügiger sein. Man muss
sich diese Überschrift ja mal auf der Zunge zergehen lassen: "Frauen müssen
für ihre Partner büßen." Jetzt haben diese armen "Partner" also nur noch die
Wahl zwischen zwei Beschuldigungen: Sind sie selbst arbeitslos, versagen sie
bei der Versorgung ihrer Familie; verdienen sie aber Geld, bekommt Madame
wegen ihnen keine Arbeitslosenhilfe mehr. Eigentlich funktioniert ein
Sozialstaat nur so: Wer genug hat (auch wenn das nicht viel ist), kann keine
Sozialhilfe beanspruchen. Aber nicht mit Frau Dribbusch!
Doch Rettung ist in Sicht: "Um zu verhindern, dass Ehefrauen abgehängt
werden, müsse man daher bei der Anrechnung für langjährig erwerbstätige
Frauen höhere Freibeträge festlegen, schlägt der sozialpolitische Sprecher
der Grünen im Bundestag, Markus Kurth, vor." Darauf sind wir jetzt aber
wirklich gespannt, ob diese Anrechnung dann tatsächlich nur für Frauen
Gültigkeit haben soll. Nicht dass wir uns das im Quotenwunderland nicht
vorstellen können!
So lesen wir wenige Tage später: "'Es kann doch nicht sein, dass Frauen, die
20 Jahre lang eingezahlt haben, überhaupt keine Leistungen beziehen können,
wenn sie arbeitslos werden', meint die frauenpolitische Sprecherin der
Grünen im Bundestag, Irmingard Schewe-Gerigk."
http://www.taz.de/pt/2003/05/24/a0048.nf/text Ein Jahr lang
Arbeitslosenhilfe bedeutet für diese grüne Dummschwadroneuse als "überhaupt
keine Leistungen". Gibt es für solche politischen Knallchargen eigentlich
noch Grenzen ihrer Rabulistik?
Frau Dribbusch lässt sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen, mal
wieder den weiblichen Opferstatus zu polieren und die ubiquitäre Missachtung
der Frauen zu brandmarken: [link=http://www.taz.de/pt/2003/05/14/a0155.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/05/14/a0155.nf/text[/link]
Benachteiligung von Frauen klinge (!) nach Frustfeminismus (sic!) und sei
"unsexy". Aber, liebe Frau Dribbusch, genau das stimmt doch auch.
***********************************************************
DER STAATSANWALT UND DIE ANARCHO-LESBEN
Eine niedliche nordhessische Provinzposse
Kassel: "Soldaten sind Vergewaltiger" informierte ein handgefertigtes Plakat
der "Frauen-Lesben-Bewegung" am Unterneustädter Kirchplatz in Kassel. Was
für eine fantasievolle Behauptung! Und so neu! Wieso nur fühlte man sich an
Tucholsky´s "Soldaten sind Mörder" erinnert? Wahrscheinlich wissen unsere
"Frauen-Lesben" nicht mal, wer dieser Tucholsky war. Vermutlich auch so ein
Macho-Vergewaltiger!
Gleichwohl war das Plakat eine Beleidigung. So muss es jedenfalls die
Soldatengattin Ulrike Schröder verstanden haben, als sie es im Vorbeifahren
in Kassel entdeckte und Anzeige erstattete. Wie jetzt aber die lokale Presse
von der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (man ahnt gar nicht, was man
täglich alles entbehrt!) am 12.05.2003 mitteilte, wurden die Ermittlungen
zwischenzeitlich eingestellt. Die juristisch beeindruckende Begründung:
Ulrike Schröder sei "nicht antragsberechtigt" weil sie ja keine Soldatin
sei! Anzeige hätte nur ihr Ehemann erstatten können, der sich derzeit im
Auslandseinsatz in Kabul aufhält und davon erst durch seine Frau erfuhr.
Überhaupt sei der Begriff "Soldaten" zu allgemein gehalten. Für die
Staatsanwaltschaft müsste es dann schon heißen "Soldaten der Bundeswehr".
Dass es darum nebenbei viel weniger ging als um die Verleumdung von Männern,
interessierte sowieso niemanden. Aber wir wollen auch nicht päpstlicher sein
als der Papst, oder? Wahrscheinlich ahnte der genervte Staatsanwalt, dass
seine 19jährige Tochter, ein Früchtchen mit Punkfrisur und festgepiercten
Metallansammlungen im Gesicht, mit dahinter steckte, weshalb ihm schon der
Kopf auf den Schreibtisch gesunken sein mag... Auch wir können da nur
spekulieren.
HNA-Redakteurin Ulrike Scherb fand übrigens, dass es sich bei dem Plakat um
pauschalisierte "Plattheiten" handelte: "...Kriegsgegner haben gute Gründe
für ihre Haltung. Sie sollten es eigentlich nicht nötig haben, diese
mithilfe von Plattheiten zu verbreiten. Und sie sollten sich nicht in der
Anonymität verstecken. Denn niemand will doch sagen, daß Kriegsgegner
Feiglinge sind." Und das wiederum, so fanden wir, war pädagogisch richtig
klasse. Da werden die friedliebenden "Frauen-Lesben" bestimmt nachher in
sich gegangen sein. Obwohl sie jede Form der Penetration strikt ablehnen, ja
"faschistoid" finden, aber das wäre jetzt schon wieder ein völlig anderes
Thema!
***********************************************************
VERSTÄRKTE ANZEIGEBEREITSCHAFT FÜHRT ZU NEUEM WACHSTUM - IN DER
KRIMINALITÄTSSTATISTIK
Manchmal steckt in einem kleinen Satz eine Unmenge an Information: "Den
Anstieg der Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen um 9,2
Prozent brachte Schily unter anderem ,mit einer verstärkten Bereitschaft zur
Anzeige' dank der neuen Gesetzgebung gegen häusliche Gewalt in Verbindung."
http://www.taz.de/pt/2003/05/22/a0044.nf/text
Ob dieser "verstärkten Bereitschaft zur Anzeige" tatsächlich eine bislang
verborgen gebliebene Zahl von Delikten zugrunde liegt oder aber die
Aussicht, auf billige Art lästige Mitbewohner loszuwerden - Otto S. sagt uns
das nicht. Der Bundesinnenminister ist in der Tat der Abgefeimteste von uns
allen! Wir wagen zu behaupten: Würden in Ottos Schilys Kriminalstatistik
endlich auch die Versuche zweckorientierter Falschbeschuldigungen gegen
Männer und Väter eingehen, der Anstieg der bundesdeutschen Verbrechensraten
wäre noch erstaunlicher. Wer sich in der einschlägigen Szene von
Trennungsvätern umhört, gewinnt allmählich den Eindruck, der Missbrauch mit
dem Missbrauch sei in den letzten Jahren von der (deswegen noch nicht
seltenen!) Ausnahme zur Regel geworden. Es hat sich wohl inzwischen auch im
Milieu der Unterhaltsbezieherinnen herumgesprochen, dass man sich mit einem
kleinen Missbrauchsvorwurf nicht nur die Kinder und damit den Unterhalt
sichern kann, sondern auch überhaupt keine Sanktionen befürchten muss - auch
für den Fall, dass die Beschuldigung binnen Kurzem widerlegt wird.
Darüber werden sich wahrscheinlich die tatsächlichen Kinderschänder am
meisten freuen, die im kriminologischen Halbdunkel hinter Zehntausenden
falscher Beschuldigungen bestens ihr Unwesen treiben können. So fördern die
rotgrünen Sachwalter eines wieder mal demonstrativ verschärften
Sexualstrafrechts und des sogenannten Gewaltschutzgesetzes möglicherweise
mit ihren unterschwelligen Ermutigungen zu unbelegten Anklagen
Kinderschändung und Vergewaltigung dort, wo sie TATSÄCHLICH stattfinden.
Entsprechend der alten Alkoholikerlogik "Viel hilft viel". Und getrunken wir
in deutschen Parlamenten, jenen Backstuben des Rechtsstaates, ja bekanntlich
nicht wenig! Und was lehrt uns das? Manche Unterlassung könnte eine ganze
Lawine ausbleibender Folgen bewirken. Und ohne die, die es so gut mit uns
meinen, ginge es uns manchmal um so vieles besser.
Welch' noble Philosophie, mit der wir am Ende dieser Jubiläumsausgabe
ankommen! Wir hätten auch sagen können: Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Doch die Gefahr wäre zu groß gewesen, dass wir die ehemalige Managerin des
Autors dieser Worte dann an unserer Seite gefunden hätten. Wenn auch sicher
nur kurz! Das war nämlich Claudia Roth. Und sowas kann man sich doch
ersparen.
Schöne Sonnentage wünscht euch
Euer RedManAlex
(27.05.03)
________________________________________________
Wenn du das RoteMännerInfo nicht mehr beziehen willst, reicht eine kurze
Mitteilung an RoteMaenner@gmx.net. Wenn du es über Dritte kennengelernt hast
und direkt beziehen möchtest, ebenfalls. Die Mitteilung sollte so
unzweideutig sein wie die Positionen der RotenMänner und ihrer
Unterstützer/innen! Wir sind politisch links und liberal, wir stehen für
eine soziale und ökologische Politik und kämpfen dafür, dass diese nicht
durch einen Vulgärfeminismus diskreditiert und beeinträchtigt wird, wie er
in allen relevanten linken Parteien inzwischen starke Positionen erobert
hat. Beiträge, Anregungen, Hinweise und Feedback zu bzw. auf die
RoteMännerInfos sind willkommen. Die Weitergabe dieses Infos an
Interessierte ist erlaubt und erwünscht unter Angabe der Quelle. Unsere
Infos sowie das RoteMännerManifest findet ihr auch unter
www.rotemaenner.de.tt .