Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Männer und ihre Kinder

Sad, Tuesday, 20.05.2003, 20:47 (vor 8296 Tagen)

Ich schreibe diesen Brief, weil ich Angst habe, und weil diese Angst mich überwältigt, an mir frißt und mich immer weiter zerstört. Es widerstrebt mir eigentlich, mein Innerstes so in die Öffentlichkeit zu tragen, auch wenn das Internet als ein "anonymes" Medium gilt. Aber ich habe hier niemanden, der es begreifen würde (auch wenn man mir zuhört). Ich möchte mich hier nicht über die unzähligen kleinen Spitzen auslassen, die täglich nach mir zu schleudern man aufgrund meines Geschlechts wohl als gerechtfertigt empfindet - dazu sind es zu viele. Auch will ich nicht abstreiten, daß Frauen ebenfalls mit solchen Spitzen zu kämpfen haben, wenngleich ich nicht glaube, daß allein der Umstand, Frau zu sein, so oft als Grundlage für abschätzige Bemerkungen genommen wird. Ich will mich nur auf das konzentrieren, was mich am meisten mitnimmt, und wofür ich keine Lösung finde: Kinder. Der Traum von einer Familie. Liebe.

Ich kann nicht den Anspruch erheben, objektiv zu sein. Ich beschreibe nur, was ich sehe und was mich gefühlsmäßig berührt. Ich halte mich in dieser Beziehung trotzdem für recht wach, weil mir viele Sachen auffallen, über die andere leicht hinweggehen. Ich bin mir bewußt, daß es eine Debatte um die Rechte der Väter gibt. Ich habe die Bücher von Matthias Matussek und Karin Jäckel gelesen. Sie geben Anlaß zur Hoffnung, und es wäre zu wünschen, daß sie mit ihren Schriften viele Menschen erreichten. Andererseits sind die Ursachen sicher zahlreicher, als es den Anschein hat. Eine große Rolle spielt sicher auch, wie wir in der Gesellschaft von Vätern und Müttern selbst denken.

Ich hatte gestern zufällig einmal in ein altes Schulbuch geschaut. Es ist interessant, wie sich die Sicht wandelt, dann als ich es früher gelesen habe, viel mir nichts Ungewöhnliches daran auf. In diesem Buch wurde die Meinung vertreten, daß es qualitativ für das Kind keinen Unterschied mache, ob die Mutter alleinerziehend sei oder mit dem Vater zusammen lebe. Lediglich für die Mutter könne es schwerer allein sein. Wollte man diese Aussage in eine Formel bringen, so ließe sich "Vater" aus der Bedeutung für das Kind damit heraus kürzen. So etwas lernt man hier von klein auf - als Kind, als Jugendlicher, später. Ist der Vater damit noch nicht abgeschafft, tun verschiedene andere Mechanismen ein übriges, seine Bedeutung in jener Gleichung weiter zu minimieren. Jedes kleine Mädchen weiß, daß es später einmal Kinder will, wie viele und wann. Das ist ja vielleicht nicht verkehrt, nur richten sich die Familienpläne nicht nach dem Partner, sondern der Partner hat sich nach den Familienplänen zu richten. Aber letztendlich ist ein Partner auch überhaupt nicht notwendig: die Reproduktionsmedizin erlaubt es jeder Frau, das ganz alleine zu entscheiden. Sie wünscht sich ein Kind und sie erhält die Mittel dazu. Sie muß nicht fragen, sondern kann das alles alleine entscheiden. Es gibt keine Gesetze, die es Frauen verbieten oder sie zwingen, ein Kind zu bekommen. Von dieser Sache sind Männer auch juristisch in jeder Hinsicht ausgenommen - es ist, als spielten sie keine Rolle. Also behandelt man sie auch so.

Kinder sind schon längst nicht mehr Resultat einer Beziehung zweier Liebenden. Vielmehr haben sie den Wert eines "Luxusartikels", eines Geschenkes, daß man sich macht. Ich weiß, daß diese Aussage überspitzt klingt. Ich möchte damit nur auf einen Sachverhalt in unserem Denken hinweisen: Der Vater spielt keine Rolle. Frauen können Kinder bekommen, ob sie nun einen Partner wollen oder nicht. Es wird als ihr Recht verstanden, wofür - im Falle einer künstlichen Befruchtung - sogar unter Umständen die Krankenkasse (Allgemeinheit) aufkommt. Keinesfalls ist ihre Entscheidung für ein Kind abhängig von der des Mannes, denn sie kann sie alleine treffen. - Andererseits (und das stützt vielleicht meine Bezeichnung des Kindes als "Luxusartikel") zwingt auch niemand die Frauen, die Kinder, die sie nicht wollen, zu bekommen oder für sie zu sorgen. Das reicht von der "Pille danach" über den "Abtreibungstourismus" in den Städten nahe der holländischen Grenze bis hin zu den in Berlin mit dem Slogan: "Wir nehmen Dein Kind, wenn es keiner will. Keine Namen. Keine Fragen." beworbenen Babyklappen sowie der fortwährenden Möglichkeit, das Kind im Falle der Überforderung zur Adoption freizugeben.

Um mich dem Vorwurf zu entziehen, ich würde nur theoretisieren, möchte ich hier sagen, daß diese Überlegungen aufgrund der realen Situation entstanden sind. In meinem näheren Bekanntenkreis gibt es neun(!) Frauen, die sich ohne den Willen des Mannes schwängern ließen, sei es mit bewußter Täuschung oder einfachem mit Verschweigen. (Auf diese neun kommt eine, bei der das Kind in der Beziehung kam. Eine andere "probt" noch ;-). Drei taten es, um den Mann an sich zu binden; bei den anderen wurde der Vater in die Wüste geschickt, noch bevor das Kind geboren war - natürlich nicht ohne ihn als Zahlvater anzugeben. (Eine Ausnahme: hier hielt die Beziehung noch zwei Jahre, in denen die Frau allerdings einen anderen Nebenher hatte, was der Vater aber tolerierte, da es der einzige Weg war, bei seinem Sohn zu sein. Nach dieser Zeit hat er ihn 19 Jahre nicht mehr sehen dürfen; sie untersagte den Umgang, zog fort, ohne die Adresse zu hinterlassen und ließ das Kind vernachlässigen; Schläge. Sein einziger Trost war, wenn er seinen Sohn nach der Schule abfangen konnte, um ihn ein paar Minuten zu sehen. Das klappte manchmal Wochen nicht.) Die Begründung, das Kind aus ethischen Gründen nicht abzutreiben, war nicht ganz überzeugend, denn fünf von ihnen hatten bereits mehr als eine Abtreibung hinter sich. Auch die Tatsache, daß man mir so etwas völlig offen erzählt, spricht nicht gerade für Einfühlungsvermögen. Dabei sind das alles ganz normale Frauen; liebevolle Mütter ...

Nur daß sie selbstständig über das Leben des Vaters entschieden haben. Als spielte das alles keine Rolle! Das ist nicht nur so in meinem Bekanntenkreis. Es ist überall so. Jeder gratuliert, freut sich, denn ein Kind ist ja ein Grund zur Freude, und die Umstände seiner Zeugung sind wohl nicht so wichtig wie das Resultat. Für das Leid der Väter gibt es keinen Platz; keine Methode, damit umzugehen. Also wird es ausgeblendet. Das ist ein Grund, der mich in die Depression treibt und diesen Beitrag hier posten läßt. In meinem Bekanntenkreis erreiche ich niemanden damit, denn niemand kann das erkennen! Im Gegenteil beschimpft man mich, wenn ich diesen Punkt zur Sprache bringe: Dann sieht man mich auf der Seite des dämonisierten Vaters, der nachträglich zu einem schlechten Menschen gemacht wurde, um die eigenen Handlungen rechtfertigen zu können. Aber ich kenne auch die Väter: Oft sind es sensible Männer, die an diesem ganzen verfluchten Mist kaputt gehen. Eine Freundin sagte mir einmal, sie würde töten, wollte man sie von ihrer Tochter zu trennen. Zwei(!) der entsorgten Väter in meinem Kreis haben das getan - aber sie mordeten nur sich selbst. Deswegen fand ihr Tod keinen Eingang in die Neuigkeiten der Presse dieser Tage - dazu hätte wohl es der Gewalt gegen die Frauen bedurft!

So etwas macht mir Angst. Selbst wenn die Relationen in meinem Bekanntenkreis nicht repräsentativ sein sollten - diese Sachen gibt es, und sie sind nicht selten. Es macht mir Angst, daß man die Unverantwortlichkeit indirekt fördert, indem man die zur Verfügung gestellten Mittel von der Pflicht, darüber nachzudenken befreit. Es macht mir Angst, daß in unserem Bewußtsein Mutter und Kind eine unauflösliche und heilige Einheit darstellen, während die Väter im Falle eines Verzweiflungssuizids als labile Persönlichkeiten bezeichnet werden. Es macht mir Angst, auf die Scheidungsstatistiken zu sehen, und die Fälle der Nichtverheirateten hinzuzuzählen. Es macht mir Angst, zu sehen, daß unmoralisches Verhalten gefördert wird. Kinder zu bekommen sollten das Wunderbarste der Welt sein. Es sollte zwei Liebende enger zusammenschweißen. Statt dessen wird es häufig zu einem weiteren Argument dieses unsäglichen "Geschlechterkampfes". Es macht mich krank, noch bevor ich mich über die Ankündigung eines Kindes freuen und gratulieren könnte, ich mich frage, wie dieses kleine Leben zustande gekommen ist und ob es wieder ein Tausch gegen das Leben des Vaters war. Ich hasse mich, weil meine Erfahrungen die Freude, die wohl angebracht wäre, in eine Angst pervertiert haben: Welche Geschichte war es wohl diesmal! Es macht mich letzendlich unsagbar krank, weil ich gerne Kinder hätte, aber weiß, daß manchmal schon ein falsches Wort - als Vorwand genommen - ausreicht, alles zu beenden; weil ich weiß, daß viele Männer keineswegs Ungeheuer sind, als die man sie später darstellt.

Für diese Dinge existiert irgendwie kaum ein Bewußtsein. Fragt sich jemand, warum auf Frauenseiten in einem Artikel unter der Rubrik Familie häufig Bilder zu sehen sind, die nur die Mutter mit dem Kind zeigen? Wieso kann man Väter so einfach aus dem Bewußtsein streichen, als spielten sie keine Rolle. Wieso immer diese Aufteilung: Frauen als Schöpfer des Lebens, als würden Männer nicht genauso beteiligt sein? Daß Frauen die Kinder austragen sagt überhaupt nichts über ihre anderen Fähigkeiten im Umgang oder ihre Gefühle bzw. einen vermeintlichen Mangel an eben jenen bei den Männern aus. Statt dessen erzeugt man ein Frauenbild, das den Körper, das symbolische Gefäß als positiv und ausreichend darstellt, während man den Anteil des Mannes unter den Tisch fallen läßt. Wieso also diese Heiligsprechung der Frauen? Aufgrund ihres Körpers "bessere Menschen"?

Ich weiß nicht, ob es zulässig ist, z.B. von öffentlichen Diskussionsforen, statistischen Erhebungen und psychologischen Untersuchungen auf den tatsächlichen Sachverhalt schließen zu dürfen. Soweit ich das durch meine Beschäftigung mit dem Thema beurteilen kann, werden aber viele Diskurse rein unter Frauen geführt. Die physiologische Seite ist nicht das Thema. Anscheinend denkt man aber auch, daß die Biologie der Geschlechtsgenossinnen ebenso die Gefühle und Gedanken prägt.

Wenn ich mit Frauen über dieses Thema diskutiere, kommt ausnahmslos immer das Argument, als Mann könne man über die Frage des Kinderkriegens nicht mitreden, da man ja rein physiologisch nicht in der Lage sei, die Sache nachzuvollziehen. Glauben denn Frauen tatsächlich an diese Idee? Glauben sie allen Ernstes, daß es der Körper ist, der über die Gedanken und Gefühle entscheidet? Wieso fühlen sie sich von wildfremden Frauen in einem Internet-Forum, die vielleicht noch nicht einmal eigene Kinder haben, mehr verstanden als von ihrem Ehemann, dem Vater des Kindes? Kann sich denn eine Frau, die noch keine Kinder hat, alleine wegen ihres Geschlechts besser in diese Situation hineinversetzen als der Mann? Warum - weil "Abstraktion" nur möglich ist, wenn der Körper das "Potential" hat? Dann wären wir wirklich alle Gefangene unserer Physis, unfähig, uns irgend etwas vorzustellen, was wir nicht erlebt hätten oder zumindest erleben könnten.

Denn hier geht es um Gedanken, Empfindungen und Gefühle, mit denen Ansprüche verbunden sind. Ich möchte zurückfragen: Kann eine Frau dann gefühlsmäßig noch erfassen, wie es für den Mann aussieht? Wie es ist, von den Institutionen ausgeschlossen zu werden, obwohl es auch mein Kind ist; wie es ist, diese unglaubliche Sehnsucht nach den eigenen Kindern zu haben; danach, ihnen nahezusein, sie schlafen oder erwachen zu sehen, atmen zu hören; sie in den Arm nehmen zu können, sie in den Schlaf zu wiegen; ihnen etwas vorzusingen; jede Minute, in der sie die Welt kennenlernen, mitzuerleben? Wie können sie verstehen, wie unglaublich weh es tut, dies alles nicht miterleben zu können, nicht einfach zum Babybett hinüberzugehen, weil man arbeiten muß? Wie es ist, die erste und vielleicht auch die spätere Zeit die eigenen Kinder fast nur aus den Erzählungen zu kennen, während die Kinder selbst schon schlafen, wenn man nach Hause kommt? Können sie diese Sehnsucht verstehen, die einen halb wahnsinnig werden läßt, weil sie nicht befriedigt werden kann? Wie können sie sich anmaßen, Gefühlen eine Wertigkeit beizumessen, Mutterliebe zu etwas Heiligem zu machen und die körperliche Abhängigkeit des Säuglings von der Mutter als den "natürlichen" Beweis dessen anzusehen, während man die Liebe und Gefühle des Vaters, seinen Zwang, seine Sehnsucht jede Sekunde des Arbeitstages aufs Neue bekämpfen zu müssen, so gut wie nie einer Beachtung würdigt? Können sie verstehen, wie weh so etwas tun kann?

Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht, daß es zwischen Männern und Frauen einen Unterschied gibt, was das Potential geistiger und emotionaler Kapazitäten angeht. Meiner bisherigen Erfahrung nach glaube ich einfach nur, daß sich Frauen nicht so viele Gedanken um die gefühlsmäßige Situation ihrer Männer machen. Die Internet-Foren sind in dieser Beziehung sehr informativ, denn sie verdeutlichen, was ich an diesen, nur auf Mitglieder des eigenen Geschlechts beschränkten Diskursen gerne zu kritisieren versuchte: Frauen, die sich untereinander fragen und erklären, was und wie ihre Männer fühlen. Schlimmer noch vielleicht sogar die Experten-Seiten, auf denen in aller Ausführlichkeit auf die Situation der Frauen während und nach der Schwangerschaft eingegangen wird, während die Situation der Väter in ihrer Behandlung kaum jemals länger ausfällt als zum Beispiel die Erwähnung des Umstandes, daß es während der Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen in den Beinen kommen kann.

Väter tauchen meist nur dann auf, wenn es in ihrer "Bedienung" für die Frau zu einem Problem kommen könnte. Die "Experten" scheinen sich über die Situation der Männer jedenfalls einig zu sein: Primär schwanzgesteuert wird jedes Kind für ihn zum Problem, da es seiner Triebbefriedigung an seiner Frau im Wege steht. Daher entwickelt er eine Eifersucht auf das Kind, daß er als Nebenbuhler betrachtet. - Ich bin mir dabei nicht sicher, ob diese Ergebnisse aufgrund einer repräsentativen Meinungsumfrage gewonnen wurden oder einem theoretisierenden Psychologenhirn entsprungen sind. Ich kann mich mit jenem Männerbild jedenfalls nur schlecht identifizieren - es ist so reduktionistisch. Andere als sexuelle Bedürfnisse scheint man sich bei uns schlecht vorstellen zu können. Nicht ein Mal habe ich von einer Eifersucht des Mannes auf die MUTTER gelesen; niemals wird in Betracht gezogen, daß auch der Vater die Berührung, die Gegenwart und das Umsorgen seines Kindes dem Streß der Arbeitswelt vorziehen würde. Auch vermisse ich die Erwägung, daß das Kind vielleicht die Liebe (wortwörtlich) verstärkt. Würde ich froh die alleinige Verantwortung für die finanzielle Sicherheit meiner Familie (inklusive der damit verbundenen Magengeschwüre) übernehmen, während ich im Herzen lieber jeden Moment daheim wäre, um auch nichts zu verpassen? Nein, nicht fröhlich. Aber es könnte die Sache wert sein, würde ich von meiner Frau die Worte hören, die mich erkennen ließen, daß sie wüßte, wie schwer mir das alles fällt, wie groß meine Sehnsucht ist.

So etwas habe ich jedoch noch nie eine Frau sagen hören. Einfühlsamkeit dieser Art wurde bisher immer nur unter Männern ausgetauscht, was nicht bedeutet, daß Frauen es nicht verstehen könnten. Vielleicht haben sie nur nicht gelernt, sich so in ihre Männer hineinzuversetzen? Vielleicht gibt es auch solche Beziehungen, und sie sind mir nur nicht bekannt. Das Gesagte ist selbstverständlich nur persönliche Meinung. Ich glaube fest, daß es andere gibt, denen es ebenso geht. Ich kenne selbstverständlich auch genügend Beispiele von Männern, für die das Entgegengesetzte gilt und die ihre Arbeit der Versorgung ihrer Kinder vorziehen. Ich meine nicht, daß wir mehr Erhebungen zu diesem Thema brauchen. Im Gegenteil glaube ich, daß derlei Statistiken und Umfragen keinerlei Nutzen erfüllen, sondern im Gegenteil das Individuelle mittels seiner vermeintlichen Wissenschaftlichkeit der Methode nivellieren. Wir brauchen sicher keine Experten des Gefühls; wir brauchen die Fragen der Partner, fernab jeder Statistik.

Ich habe das alles so unendlich satt ...

Re: Männer und ihre Kinder

Jolanda, Wednesday, 21.05.2003, 03:26 (vor 8296 Tagen) @ Sad

Als Antwort auf: Männer und ihre Kinder von Sad am 20. Mai 2003 17:47:54:

Hallo Du

Puh....mir fehlen die Worte! Ich brauche hier noch ein bisschen Zeit um darauf zu antworten, dein Posting hat mich ganz schön berührt und macht mich betroffen.

Nicht, dass ich all dass, was du hier geschrieben hast nicht schon selbst gewusst hätte, aber noch nie habe ich das so von einem Mann gelesen, ich wünschte mir viel mehr Männer würden das tun, endlich aufschreien, endlich sagen, so geht das nicht mehr weiter, da spielen wir nicht mehr mit!

Auch wir haben ein Recht auf unsere Kinder.

Denn eines will ich dir sagen und ich bin eine Frau.

Du hast als Vater jedes Recht der Welt auf deine Kinder und ich bin davon überzeugt, ich weiss einfach, dass Väter ihre Kinder genauso lieben und wie wichtig Väter sind und es ist total schlimm, was man mit Männern hier anstellt, das meine ich ganz ehrlich, es ist unmenschlich, es ist so verletzend.

Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, ich finde du hast alles gesagt, was es zu sagen gibt, besser als ich es je gekonnt hätte.

Sehr nachdenkliche Grüsse
schickt dir
Jolanda

Re: Männer und ihre Kinder

Bruno, Friday, 23.05.2003, 15:22 (vor 8293 Tagen) @ Sad

Als Antwort auf: Männer und ihre Kinder von Sad am 20. Mai 2003 17:47:54:

Hallo sad,

das ist die Hoffnungslosigkeit und die ohnmächtige Wut, die in einem heute in unserer frauenorientierten Gesellschaft aufkommt. Sogar so Selbstverständlichkeiten, wie das legitime Recht eines Vaters auf eine Kinder, Frauenförderung auf dem Arbeitsmarkt trotz der tatsache, dass Männer die höheren Arbeitslosenquoten haben als Frauen oder dass Frauen schon ab 30 eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung bezahlt bekommen, Männer aber erst ab 45 un dann die Realität, dass in allen Medien Frauen mit einer absoluten Selbstverständlichkeit immer und überall als benachteiligt und Männer als brutale Unterdrücker hingestellt werden.

Das kann einen verzweifeln lassen. Aber es gibt immer wieder kleine Silberstreifen am Horizont, die ein wenig Hoffnung immer wieder aufkommen lassen. So einer ist z.B., dass die Forengemeinde immer größer wird, die sich über diese Benachteiligung von Männern austauscht.

Das ist doch immerhin etwas.

Kopf hoch, wer aufgibt ist verloren. Die Wahrheit wird eines Tages die Oberheit gewinnen. Davon bin ich überzeugt. Die Frage ist nur, ob in 10 Jahren oder in 200 Jahren.

Gruß

Bruno

Re: Männer und ihre Kinder

sad, Friday, 23.05.2003, 21:37 (vor 8293 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Männer und ihre Kinder von Jolanda am 21. Mai 2003 00:26:05:

Hallo zusammen,
hallo Jolanda. Danke für Deinen lieben Kommentar; er hat mir viel gegeben, weißt Du?!

Ich war mir nicht ganz sicher, ob dieser Beitrag hierher paßt, denn er scheint sich vorrangig nicht auf die Problematik des "Geschlechterkampfes" zu beziehen und eher privater Natur zu sein. - Er ist sehr persönlich! Die Gefühle dahinter adäquat in Worte umzusetzen gelingt mir leider nur unzureichend. Ich glaube trotzdem, daß auch so etwas hierher gehört, weil der "Geschlechterkampf" (ich hasse dieses Wort) nicht nur auf juristischer Ebene geführt wird. Den Autoren, die diese faktisch belegbaren Ungerechtigkeiten angehen, zolle meinen größten Respekt (allen voran vielleicht Michail und Arne, durch die ich auf dieses Forum aufmerksam wurde, wenngleich sie nicht die ersten waren). Aber es gibt auch noch andere Ebenen, die sich allerdings nicht in Statistiken darstellen lassen und deswegen vielleicht auch schwieriger anzugehen sind.

Ich würde gerne etwas mehr die Aufmerksamkeit auf diese Bereiche lenken, weil ich glaube, daß die Probleme im Juristischen und Politischen dem Gefühlschaos und den privaten Vorurteilen folgen. Anders ausgedrückt heißt das, daß die von der Macht bereitgestellten Möglichkeiten, jemanden zu übervorteilen, zu mißbrauchen, zu schädigen oder zu demütigen nur in den Augen der- oder desjenigen als Mittel der Konfliktlösung erscheinen, der sowohl unfähig als auch nicht Willens ist, sich in die Situation des anderen (Partners) hineinzuversetzen. Wenn wir an den Zuständen etwas ändern wollen, sollten wir uns vielleicht nicht nur auf das Rein-Rechtliche konzentrieren, sondern auch auf die Beseitigung von Vorurteilen hinsichtlich eines determinierten Geschlechtscharakters. (Dabei will ich mit keiner Silbe gesagt haben, daß die Bemühungen um gleiches Recht in irgendeiner Weise zurückgeschraubt werden sollten.)

Ich habe meinen Brief auch noch an anderen Stellen gepostet. Es gab nicht wirklich viele Reaktionen, was vielleicht an der verschreckenden Länge des Textes lag (tut mir leid ;-). Natürlich kann das auch bedeuten, daß es für viele kein Thema ist, was ich nach einigen der Aussagen in den Antworten jedoch überdenkenswert fände.

"[...] ich habe bislange alle meine partner mal gefragt, was sie wollen würden, wenn ich jetzt schwanger wäre. [...] da war kein einziger dabei, der sich gefreut hätte. [...] ich kenne auch nur männer die in meiner umgebung die sich maximal nur zwangsläufig gefreut haben, weil die frau ihnen eben einfach eines gemacht hat. [...] da lernt man als frau zwangsläufig, dass die wahrscheinlichkeit sehr hoch sein wird, dass man völlig auf sich alleine gestellt sein wird, falls man ein kind bekommt. dadurch wird der partner dann auch unwichtiger, weil man sich nicht drauf verlassen kann und immer im hinterkopf hat, er kümmert sich nicht und haut ab. [...]"

Diese Formulierung - "zwangsläufig gefreut" - brennt mir zugegebenermaßen etwas in den Augen. Was für ein Mechanismus ist das, der Männer sich "zwangsläufig" freuen läßt? Heißt das, gute Miene zu bösem Spiel zu machen, oder können Männer nach so einer Aktion wirklich noch Freude empfinden? Ich weiß nicht, ob ich so eine Fähigkeit dann beneidenswert finden sollte, aber wenn es funktioniert, ist es wohl in jedem Fall einfacher für ihn. Ich kann bestimmte Ereignisse leider nicht wahllos aus meinen Gedächtnis streichen. Die Frage, die sich mir dabei auch stellt, ist, was sich eine Frau bei einer solchen "Aktion" denkt: Daß der Vater sie vielleicht mehr lieben würde, wenn er es muß, da sie ihm juristisch wie gefühlsmäßig die Hände und Füße bindet? Entwickelt sich aus einem Knebel, der Worte des Ärgers und des Zorns verschluckt, schließlich Zuneigung, wenn man die Enttäuschung nur gründlich genug verbietet? Wie kann man so einen Schritt vernünftig verstehen? Esther Vilar hat die ungewollte Schwängerung eines Vaters einmal ein "perfektes Verbrechen" und eine "passive Vergewaltigung" genannt, um darauf hinzuweisen, daß Frauen auf diese Weise legal die Kontrolle über das Leben des Vaters übernehmen können, ohne daß es eine Möglichkeit gäbe, dies zu ahnden, weil es ja immer die Mutter und so das Kind träfe. Wie kann man annehmen, daß aus einer mit einer solchen Tat begonnenen Beziehung also "zwangsläufig" überhaupt Freude würde? So eine Ansicht kann nur durch Verkennung und Gleichgültigkeit entstehen. Wenn nicht freiwillig, dann eben "zwangsläufig". Was er will oder fühlt, spielt also gar keine Rolle. Die Tatsache, daß man stets im "Hinterkopf" seine Unwichtigkeit und Unzuverlässigkeit hat, läßt einen ihn auch von Anfang an so behandeln. Schuldig aus Prinzip. Beweisen kann er es nur, wenn er sich fügt und seine Zwangslage mit gefälliger Heiterkeit meistert. Liebe unter Willen, und Freude macht frei.

"[...] die bindung zu seinem kind, das ist als frau halt so, die ist ein leben lange, falls man es nicht abtreibt oder zur adoption freigibt. deswegen hat diese bindung auch ein deutlich höheres gewicht in allen möglichen überlegungen. und diese körperliche sache finde ich kann man nicht so runterspielen wie du das tust. [...]"
"[...] Ich denke, man fühlt sich mit seinem kind doch stärker verbunden, wenn man es ausgetragen hat als wenn man nur 'zuschauer' war. außerdem hat sie das kind gestillt, ernährt(in den meisten fällen). auch das verbindet! [...]"

Klingt das vernünftig? ... - Zumindest klingt es vertraut. Aber ich möchte ja versuchen, die Vorurteile über geschlechtsbedingte Gefühlspotentiale und Gedanken aufzubrechen. In diesen beiden Zitaten wird wieder der (weibliche) Körper angeführt: Nur über die körperliche Bindung sollen also bestimmte Gefühle möglich sein? Und über diese Körperfunktionen nicht zu verfügen, spricht mir also von vornherein die Möglichkeit von Gefühlen "weiblicher Intensität" ab? Also geht es hier wieder um "Qualitätsunterschiede", und meine und die allgemeine Definition übernehmen die, die sich selbst als "natürlich" empfindsamer, in diesem Sinne also "besser", definieren können. Hinkt dieser Vergleich? Ist die Ernährung des Säuglings "mehr" wert, weil sie "durch den Körper" geschieht, als die zur selben Zeit stattfindende Ernährung der gesamten Familie durch den Mann (der dafür ebenfalls seinen Körper einsetzen muß und gelegentlich auch seinen Geist)? Heißt das, daß er bestimmte Gefühle nicht haben kann? - Ich finde es ohnehin schon beleidigend, daß ich täglich über in jedem Belang manipulativ eingesetzte Frauenkörper beeinflußt werden soll. Muß ich mich nun auch noch durch Mütter mit Säuglingen (das einzige Beispiel, in dem man Brüste vielleicht noch nicht mit kommerziellen Inhalten aufgeladen hat) provoziert fühlen - Stillen als Argument im Geschlechterkampf? - Ich hatte auch Gelegenheiten, Kinder (die von ihren Müttern z.B. wegen Erbdefekten oder simplen Sympathiemangels fortgegeben worden waren) auf dem Arm zu halten, sie zu füttern, sie zu wickeln und ihnen, sie an der Brust haltend, leise Lieder zum Einschlafen vorzusingen. Sind all diese Handlungen und die damit verbundenen Gefühle weniger wert aufgrund des Umstandes, daß ich dabei ein Fläschchen benutzen mußte?

"[...] wer läuft 9 monate mit einem bauch durch die gegend und wird dadurch arbeitslos, wenn er pech hat oder gleich gar nicht eingestellt? der mann bestimmt nicht. der zahlt dann schlimmstenfalls nicht und haut ab, produziert als selbständiger lauter verluste, da ist dann auch nichts zwangszuvollstrecken. dann sitzt man ganz schön in der scheisse als frau. kein geld für kindermädchen, kein job deswegen, was wiederum zu keinem geld für ein kindermädchen führt. ein teufelskreis, der alleine ziehmlich schwierig zu bewältigen ist ohne verwandte oder sonstige unterstützer. da ist der stress dann auch relativ hoch aus der nähe und nicht so rosig verklärt, wie du dir das kinder haben vorstellst. [...] es ist auch durchaus so, dass er vater ein einklagbares unmangsrecht mit seinem kind hat, wenn er sich denn drum kümmern will. [...]"
"[...] sicher ist es traurig, wenn ein vater sein kind sehen will, aber nicht darf, schlimmer ist es aber imo, wenn eine mutter sitzengelassen wird und er sich auch noch um die alimente drückt.[...] umgangsrecht ist einklagbar! [...]"

Auch auf die Gefahr hin, unsensibel zu wirken (ich bin nicht OBJEKTIV), kann ich für diese Situation nur bedingt Mitgefühl entwickeln. Auch zeigen diese Argumente wieder dieselbe Ambivalenz, die im Prinzip Thema dieses Forums ist. Es wird offenbar nicht als so schlimm empfunden, jemanden gegen seinen Willen im schlimmsten Fall für 27 Jahre zum Zahlvater ohne Rechte zu machen, als wenn sich dieser - vielleicht in einem letzten Anflug von Selbstbestimmung - dieser Sache verweigert.

Meine Mutter "beglückte" mich vor kurzem mit einer neuen Statistik, nach der ungefähr jedes fünfte Kind ein Kuckucks-Kind sei (sie hielt das wohl für eine "tolle" Neuigkeit - sie hat wirklich keine Ahnung, was sie mir damit antut). Interessanterweise hindert das die deutsche Justiz nicht daran, den vermeintlichen Vater auch nach Aufdecken der Sachverhalte weiterhin als Zahlvater zu verpflichten. Die einzige Möglichkeit, so einer Maßnahme zu entgehen, ist ein Vaterschaftstest so früh wie möglich. Mich interessiert dabei - wie gesagt - weniger die rechtliche als die gefühlsmäßige Seite, denn eine funktionierende Beziehung baut wohl mehr auf Gefühl als auf Recht? Das Geld würde mich jedenfalls weniger schmerzen als der Treue-Verrat (der ist auch nicht wieder abzugleichen wie Schulden), dessen lebender Beweis dann auch noch mein Kind wäre! - In dieser Angst, so sagt man uns, muß nun also z.B. jeder fünfte Besucher dieses Forums leben. Die Möglichkeit, dies zu umgehen, sei, so früh wie möglich die Aufrichtigkeit der Partnerin anzuzweifeln (mit einem Vaterschaftstest)! ... ... - Vielleicht geben sind diese Statistiken einfach objektiv. Aber sie erfüllen meiner Meinung nach auch einen Zweck (beabsichtigt oder nicht - er ist Diskurs-relevant!), der in der Untergrabung des Vertrauens liegt. Das Ende des Gefühls, das Mißtrauen kommt vor den rechtlich angewandten Schritten, aber es kommt heimlich, unauffällig und verkleidet als objektive, von Gefühlen befreite Information. Da dem nicht so ist, denke ich, daß der Gefühlsseite so große Bedeutung beizumessen sein sollte. Bekommt hier noch jemand eine Gänsehaut? Meinungen?

Natürlich ist es schlimm, wenn sich ein Vater aus dem Staub macht, obwohl er vorher geschworen hätte, dies nicht zu tun. Aber in diesem Fall gibt es Gesetze, die auch über die Grenzen Deutschlands hinaus wirksam sind, und Mechanismen, die selbst dann noch für einen weicheren Fall sorgen, wenn der Flüchtige nachweislich insolvent ist. Im Gegensatz dazu dürfte spätestens seit M. Matusseks "Vaterloser Gesellschaft" oder K. Jäckels "Gebrauchten Männern" klar sein, wie einfach sich das theoretische Umgangsrecht der Väter verhindern läßt (um nicht schon wieder persönliche Erfahrungen zu berichten).

Aber das ist auch bekannt. In einem anderen Beitrag stand z.B. zu diesem Thema: "[...] genau so eine sehr ähnliche situation bekomme ich eben im freundeskreis mit und ich kann dir nur ganz dringend raten, dir 1. KEIN schlechtes gewissen zu machen und 2. eine klare linie nach DEINEM gusto zu fahren. alles andere wäre ein "offenes scheunentor" das du bei bedarf nicht mehr zu kriegst ! das jugendamt muss auf jeden fall beraten!so wie es bis jetzt sich verhalten hat ist es nicht oki. du hast das alleinige sorgerecht ? es wäre für dich besser [...] selbst wenn er fürs kind zahlt(dir steht übrigens auch für einen gewissen zeitraum unterhalt zu !) kann er nicht kommen wann es ihm passt. mach einfach nicht auf.......er muss einsehen,dass er sich nicht so verhalten kann-es bedeutet auch, dass er dich und deine vorstellungen nicht respektiert.so geht das nicht und du brauchst dir das nicht gefallen zu lassen.auch musst du ihm dein baby in dem alter nicht aushändigen-ich sehe da die gefahr des kindesentzugs !vorallem dann wenn seine kultur sich von deiner sehr unterscheidet. kurzum : das jugendamt sollte seine arbeit GANZ machen und dir helfen ! [...]"

Vor allem aber wird ein Punkt vergessen: Ein Kind zu bekommen oder nicht, ist in etwas anderem als einer funktionierenden gleichberechtigten Beziehung ganz allein Entscheidung der Mutter. Männer haben in so einem Fall nichts zu sagen, und sie dafür zu verurteilen, daß sie sich nicht so leicht in das ihnen durch andere zugedachte Schicksal fügen, erinnert mich ein wenig an die Mütter vor meinem Supermarkt, die ihren Kindern eine Ohrfeige geben und danach fragen: "Was heulst Du? Ich geb Dir gleich Grund zum Heulen!"

Man wies mich z.B. noch darauf hin, daß Suizid prinzipiell nicht in den Medien auftaucht, um nicht eventuelle Nachahmer zu animieren. Das sind Argumente der Psychologen. Aber warum hat man diese Befürchtungen nicht, wenn man wieder einmal von einem verzweifelten Vater berichtet, der seine Frau, seine Kinder und dann sich selbst erschossen hat? Die Gefahr, Nachahmungen auszulösen, ist vielleicht geringer als die des Vorbringens einer unbändigen Wut.

Es gab auch andere Reaktionen, wenngleich sie zahlenmäßig kaum ins Gewicht fielen (dafür aber immerhin die Groß und Kleinschreibung beachteten ;-): "[...] Dein Beitrag hat mich sehr berührt. [...] Mit Schuldzuweisungen an DIE Frauen oder DIE Männer ist es nicht getan. Wir sind alle, ob männlich oder weiblich, an diesen Veränderungen der Gesellschaft und der Beziehungsstrukturen beteiligt." Das stimmt. Und ich streite nicht ab, daß es auch das von Männern produzierte Elend gibt. Ich meine nur, daß vor den mißbrauchbaren Institutionen die Insensibilität und das Mißverständnis stehen. Gefühle entstehen über den Geist, das Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen und sind nicht mit Körperempfindungen gleichzusetzen. - Aber damit stoße ich hier wahrscheinlich auf offene Ohren. Diejenigen, die es beträfe, werden das vielleicht nicht einmal lesen. Vielleicht verhindern die gegenwärtigen politischen Zustände hier keine gleichberechtigten Beziehungen. Aber sie nehmen den Zwang, darüber nachzudenken, was auf anderem Weg vielleicht zu ähnlichen Ergebnissen führt ...

Liebe Grüße an alle,

Andreas

P.S.: @ Bruno - Nein, ich gebe nicht auf. Aber es ist etwas anderes, gegen feuerspuckende Drachen zu kämpfen als gegen verdorrende Lieblosigkeit. Ich glaube in der Tat, daß der Geschlechterkampf nur dann mit Erfolg beigelegt werden kann, wenn der Kampf um wirkliche Gleichberechtigung und - verpflichtung gleichzeitig unter der Prämisse einer Stärkung der dem Partner zugewandten Liebe geführt wird. Immer.

Re: Männer und ihre Kinder

Joseph S, Saturday, 31.05.2003, 02:23 (vor 8286 Tagen) @ Sad

Als Antwort auf: Männer und ihre Kinder von Sad am 20. Mai 2003 17:47:54:

Hallo Sad,

ich habe auch das Problem, gerne Kontakt zu Kindern zu haben, aber nur wenig Möglichkeiten,
dies auszuleben, und praktisch keine Möglichkeit eigene zu bekommen und mit ihnen zu leben.
Das ist traurig, aber an den äußeren Gegebenheiten kann ich (oder Du) nichts ändern. Daher
ist das kein Grund zum Selbsthaß oder zu Depressionen. Bei jedem Menschen gibt es Bereiche,
die er leider nicht ausleben kann. Die Frauen (und ebenso die Männer) mußt Du nehmen, wie
sie sind, aber Du mußt Dich nicht ihnen anpassen, und deren Denkweisen annehmen. Kümmer Dich
nicht darum, was über die Beziehungsfähigkeiten von Männern gesagt wird, sondern lebe die
Beziehungen (auch zu Kindern), die Dir möglich sind. Die Menschen sind oft nicht schlecht.
Wenn Du keine Frau kennst, die so vertrauenswürdig ist, daß Du auch bei unserer Gesetzeslage
mit ihr Kinder krigen kannst (Die Gesetzesmacher tun leider viel, um solche Frauen rar zu machen.),
dann mußt Du Dein Leben auch so möglicht gut gestalten; was besseres bleibt Dir sowieso nicht
übrig. Vergiß einfach, was über die Fähigkeiten von Frauen und Männern gesagt wird, oder nimm
es wenigstens nicht ernst. Wenn Du dann nach Deinen Fähigkeiten und Möglichkeiten schaust,
findest Du garantiert, was, was Du nicht verkümmern lassen solltest. Deine Beziehungsfhigkeit,
Dein Einfühlungsvermögen und Deine Liebesfähigkeit gehören nicht zu den nicht änderbaren
Gegebenheiten, und können sich bei guter Pflege (durch Dich!) gut entwickeln.

Nebenbei bemerkt, in meinem ebenfalls unrepräsentativen Bekanntenkreis gibt es eine Frau,
die die alleinige Verantwortung für die finanzielle Sicherheit ihrer Familie trägt, und
deutlich länger als 2 Jahre verheiratet ist. Die Frauen sind, wie wir Männer, auch nicht
alle gleich.

Ich habe Dein Posting nochmal durchgeschaut, bevor ich meine Antwort absende, und diesen
Satz gefunden:

Im Gegenteil glaube ich, daß derlei Statistiken und Umfragen keinerlei Nutzen erfüllen, sondern im Gegenteil das Individuelle mittels seiner vermeintlichen Wissenschaftlichkeit der Methode nivellieren. Wir brauchen sicher keine Experten des Gefühls; wir brauchen die Fragen der Partner, fernab jeder Statistik.

Das beschreibt, so wie ich es verstehe, ungefähr den gleichen Ausweg aus diesem Männerbildproblem,
das Du recht gut geschildert hast.

Machs gut !
Joseph

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