Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Meine Antwort an "Terre des Femmes"

Frank, Tuesday, 20.05.2003, 12:57 (vor 8296 Tagen)

Hallo zusammen!

Die gestern von Arne hierhin verlinkte Stellungnahme der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" zum Focus-Artikel "Das privilegierte Geschlecht" hat mich zu folgender Mail an tdf@frauenrechte.de inspiriert:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mir im Internet Ihre Stellungnahme zum „Focus“-Artikel „Das privilegierte Geschlecht“ durchgelesen. Dabei ist mir vor allem ein Satz haften geblieben: „Rund 80 Verlage lehnten Arne Hoffmanns Publikation ‚Sind Frauen bessere Menschen?‘ ab, und das ist auch gut so.“
Wie gehässig! Anstatt sich mit den Argumenten dieses Buches sowie des „Focus“-Artikels konstruktiv auseinander zu setzen, erfreuen Sie sich an den (vorübergehend) erfolglosen Bemühungen eines missliebigen Autors, sein Buch bei einem Verlag unterzubringen. Billiger geht’s nicht mehr.
Auf ähnlichem Niveau bewegt sich Ihre Begründung, warum es „auch gut so“ sei, weshalb Hoffmann sich bei 80 Verlagen Absagen holte: „Denn die meisten der im Focus-Artikel angeführten angeblichen ‚Belege‘ sind pauschalisiert und werden nicht hinterfragt.“ Wie das? Weil ein im Jahr 2003 erschienener Focus-Artikel nur „pauschalisierte“ Belege anführt, ist ein im Jahr 2001 erschienenes Buch so schlecht, dass es verdient hat, keinen Verlag zu finden?
Dies ist nicht der einzige Schnitzer, der der Verfasserin unterlaufen ist. Sie zitiert genüsslich den Wiener Männergesundheitsbericht, wonach Männer ungesünder leben (weswegen Frauen in den meisten Ländern im Durchschnitt auch ein höheres Lebensalter erreichen). Die Schlussfolgerung „Was spricht also dagegen, die Frauengesundheit besonders zu fördern?“ erinnert mich an die Forderung, Lese- und Schreibkurse für Analphabeten abzuschaffen und sie denjenigen anzubieten, die bereits lesen und schreiben können.
Um zu beweisen, dass es Frauen auch ganz schön dreckig geht, führen Sie insgesamt acht Beispiele auf, von Beschneidung über Armut bis hin zu zwangsweisen Kleiderordnungen. Den „Focus“-Beitrag, der vor allem die unangemessene Bevorzugung der Frauen in den westlichen Industrieländern (speziell in Deutschland) zum Thema hat, kontern Sie mit der Schilderung von Frauenbenachteiligungen vor allem in der Dritten Welt. Den Bezug zu Deutschland herzustellen, kostet Sie erkennbar viel Mühe („Immer noch werden Frauen und Mädchen zwangsverheiratet, auch in Deutschland.“) Wie viele sind es denn? Dutzende? Hunderte? Wie viele davon sind deutschstämmige Frauen?
Die Verstümmelung von Frauen an den Genitalien bezeichnen Sie als „aus dem Patriarchat hervorgegangene Menschenrechtsverletzung“. Immerhin geschickt formuliert. Da selbst feministische Autorinnen und Organisationen nicht abstreiten, dass die Beschneidung von Mädchen in den armen Ländern hauptsächlich von Frauen gewünscht und auch vorgenommen wird (Arne Hoffmann, „Sind Frauen bessere Menschen?“, S. 134 f.), kann man sie den Männern nur schlecht direkt in die Schuhe schieben. „Aus dem Patriarchat hervorgegangen“ spricht aber in bewährtem Maße männliche Schuldgefühle an, ohne die wahren Verantwortlichen (die Frauen) zu belasten.
Ferner schreiben Sie „In den meisten Ländern, darunter Kanada ... und Deutschland, gibt es mehr arme Frauen als Männer.“ Behaupten lässt sich viel. Wo sind die Belege? Wie passt es da zusammen, dass 80 Prozent aller Obdachlosen in Deutschland männlichen Geschlechts sind? Was Ihr Beitrag ebenso verschweigt wie die Entwicklung der absoluten Arbeitslosenzahlen über alle Altersgruppen seit 1991: bei Frauen stieg sie um 38 Prozent an, bei Männern um 75 Prozent (Altersgruppe bis 25 Jahre: Frauen minus 4 Prozent, Männer plus 54 Prozent). Statt dessen liest man Nichtssagendes: „Die Zahl der in Armut lebenden Frauen steigt weltweit an“. Und die der Männer geht zurück?
Die Krönung ist aber die Aussage, Sie seien „sehr empört über den journalistisch unsorgfältig recherchierten Artikel (im Focus, d. Verf.)“. Was nicht stimmt, denn Arne Hoffmann hat im betreffenden Internetforum selber folgendes geschrieben: „Die Zusammenarbeit mit den Redakteuren der Zeitschrift lief außerordentlich gut. Was mich beeindruckt hat, war, dass sie nicht einfach damit zufrieden waren, mein Buch und seinen Inhalt vorzustellen, sondern die von mir angeführten Fakten tatsächlich nachzurecherchieren, um nicht versehentlich Werbung für eine Sache zu machen, die nicht hundertprozentig wasserdicht ist.“
Wenn etwas „unsorgfältig recherchiert“ ist, dann ist es dieser Beitrag auf Ihrer Homepage. Wenn jemand auf „Statistiken und Einzelfallberichte, die nur einseitig beleuchtet werden“, zurück greift, dann die Verfasserin Ihres Textes. Auch wenn es ihr schwer fallen dürfte: sie sollte sich Arne Hoffmanns Buch wirklich einmal durchlesen. Es ist nämlich kein Anti-Frauen-Buch; es räumt jedoch mit verbreiteten Mythen und Irrtümern des Feminismus auf. Dass in diesen Kreisen eine solche Aufklärung notwendig ist, macht Ihre Stellungnahme zum „Focus“-Artikel ungewollt deutlich."

Re: Meine Antwort an "Terre des Femmes"

Odin, Tuesday, 20.05.2003, 16:28 (vor 8296 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Meine Antwort an "Terre des Femmes" von Frank am 20. Mai 2003 09:57:12:

Sehr gut und ausführlich! Spricht mir aus der Seele.

Re: Eine gute Antwort

Peter, Tuesday, 20.05.2003, 17:56 (vor 8296 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Meine Antwort an "Terre des Femmes" von Frank am 20. Mai 2003 09:57:12:

Hallo Frank,

deine Antwort ist gut und ausführlich. Ob "Terre des femmes" sie wohl auf ihren Webseiten bringt - ich glaube kaum, denn dann müssten sie ja argumentieren und könnten sich nicht damit begnügen, sich im Recht zu fühlen.

Gruß,

Peter

Re: Meine Antwort an "Terre des Femmes"

Martin, Tuesday, 20.05.2003, 22:58 (vor 8296 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Meine Antwort an "Terre des Femmes" von Frank am 20. Mai 2003 09:57:12:

Habe auch geantwortet: Diese Antwort habe ich mir schon gestern zurecht gelegt. Ähnlichkeiten mit deiner Antwort sind dennoch nicht zufällig, weil sich die Argumente gegen dieses Pamphlet ja geradezu aufdrängen:

"Liebe Terre-des-hommes-Aktivisten!

Wieso ist es ein "Dilemma für die Meinungsbildung", wenn mal zu einem Thema EINE andere Meinung als die geltende Einheitsmeinung geäußert wird?

Dass Ihr auf dem Zahnfleisch daher kommt, zeigt doch der Umstand, dass Ihr die unverblümte, alltägliche, in allen Lebensbereichen grassierende und zum Selbstläufer gewordene Bevorzugung von Frauen in einer der größten Industrienation der Welt mit der Unterdrückung von Frauen in der dritten Welt rechtfertigt! Wenn Frauen dort benachteiligt und Frauen hier bevorzugt werden, wird im Durchschnitt jede Frau gleich behandelt, oder was? Einige Nutznießerinnen sind doch heute noch froh und dankbar über die Zustände am anderen Ende der Welt, die so willkommene Argumente liefern!

"Wer sich verschiedener Statistiken bedient, sollte sie auch in die richtige Korrelation bringen. Oder glauben van Creveld und Hoffmann etwa an den Klapperstorch? Denn laut Statistik geht der Geburtenrückgang der Kinder mit dem Aussterben der Störche einher."

Sehr witzig! Irrtümer über Korrelation und Kausalität ist Hauptursache praktisch allen Frauenförderwahns! Die Zahl der Frauen in Politik, in Polizei und öffentlichen Führungsämtern korreliert nicht mit der Zahl der Frauen in der Bevölkerung? Klarer Fall von Frauenfeindlichkeit, her mit der Quote! Da muss man sich erst gar keine Gedanken darüber machen, ob vielleicht weniger Frauen als Männer in diese Bereiche drängen (weibliche Parteimitglieder, weibliche Polizeianwärter: In der krassen Minderheit!), obwohl ihnen in diesen Bereichen längst der rote Teppich ausgelegt wird!

Falls Ihr was entgegnen wollt, was ich bezweifle (was auch?), dann benutzt bitte die E-Mail Adresse oben, danke!

Bis dann!"

Re: Meine Antwort an "Terre des Femmes"

Arne Hoffmann, Wednesday, 21.05.2003, 02:51 (vor 8295 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Meine Antwort an "Terre des Femmes" von Frank am 20. Mai 2003 09:57:12:

Hi Frank,

Die gestern von Arne hierhin verlinkte Stellungnahme der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" zum Focus-Artikel "Das privilegierte Geschlecht" hat mich zu folgender Mail an tdf@frauenrechte.de inspiriert:

Finde ich schon mal sehr gut, dass ich nicht der einzige bin, der terre des femmes antwortet. Wobei man sich natürlich fragen kann, ob man damit bei denen irgend etwas erreicht.

Herzlicher Gruß

Arne

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