Meine Antwort an "Terre des Femmes"
Hallo zusammen!
Die gestern von Arne hierhin verlinkte Stellungnahme der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" zum Focus-Artikel "Das privilegierte Geschlecht" hat mich zu folgender Mail an tdf@frauenrechte.de inspiriert:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mir im Internet Ihre Stellungnahme zum Focus-Artikel Das privilegierte Geschlecht durchgelesen. Dabei ist mir vor allem ein Satz haften geblieben: Rund 80 Verlage lehnten Arne Hoffmanns Publikation Sind Frauen bessere Menschen? ab, und das ist auch gut so.
Wie gehässig! Anstatt sich mit den Argumenten dieses Buches sowie des Focus-Artikels konstruktiv auseinander zu setzen, erfreuen Sie sich an den (vorübergehend) erfolglosen Bemühungen eines missliebigen Autors, sein Buch bei einem Verlag unterzubringen. Billiger gehts nicht mehr.
Auf ähnlichem Niveau bewegt sich Ihre Begründung, warum es auch gut so sei, weshalb Hoffmann sich bei 80 Verlagen Absagen holte: Denn die meisten der im Focus-Artikel angeführten angeblichen Belege sind pauschalisiert und werden nicht hinterfragt. Wie das? Weil ein im Jahr 2003 erschienener Focus-Artikel nur pauschalisierte Belege anführt, ist ein im Jahr 2001 erschienenes Buch so schlecht, dass es verdient hat, keinen Verlag zu finden?
Dies ist nicht der einzige Schnitzer, der der Verfasserin unterlaufen ist. Sie zitiert genüsslich den Wiener Männergesundheitsbericht, wonach Männer ungesünder leben (weswegen Frauen in den meisten Ländern im Durchschnitt auch ein höheres Lebensalter erreichen). Die Schlussfolgerung Was spricht also dagegen, die Frauengesundheit besonders zu fördern? erinnert mich an die Forderung, Lese- und Schreibkurse für Analphabeten abzuschaffen und sie denjenigen anzubieten, die bereits lesen und schreiben können.
Um zu beweisen, dass es Frauen auch ganz schön dreckig geht, führen Sie insgesamt acht Beispiele auf, von Beschneidung über Armut bis hin zu zwangsweisen Kleiderordnungen. Den Focus-Beitrag, der vor allem die unangemessene Bevorzugung der Frauen in den westlichen Industrieländern (speziell in Deutschland) zum Thema hat, kontern Sie mit der Schilderung von Frauenbenachteiligungen vor allem in der Dritten Welt. Den Bezug zu Deutschland herzustellen, kostet Sie erkennbar viel Mühe (Immer noch werden Frauen und Mädchen zwangsverheiratet, auch in Deutschland.) Wie viele sind es denn? Dutzende? Hunderte? Wie viele davon sind deutschstämmige Frauen?
Die Verstümmelung von Frauen an den Genitalien bezeichnen Sie als aus dem Patriarchat hervorgegangene Menschenrechtsverletzung. Immerhin geschickt formuliert. Da selbst feministische Autorinnen und Organisationen nicht abstreiten, dass die Beschneidung von Mädchen in den armen Ländern hauptsächlich von Frauen gewünscht und auch vorgenommen wird (Arne Hoffmann, Sind Frauen bessere Menschen?, S. 134 f.), kann man sie den Männern nur schlecht direkt in die Schuhe schieben. Aus dem Patriarchat hervorgegangen spricht aber in bewährtem Maße männliche Schuldgefühle an, ohne die wahren Verantwortlichen (die Frauen) zu belasten.
Ferner schreiben Sie In den meisten Ländern, darunter Kanada ... und Deutschland, gibt es mehr arme Frauen als Männer. Behaupten lässt sich viel. Wo sind die Belege? Wie passt es da zusammen, dass 80 Prozent aller Obdachlosen in Deutschland männlichen Geschlechts sind? Was Ihr Beitrag ebenso verschweigt wie die Entwicklung der absoluten Arbeitslosenzahlen über alle Altersgruppen seit 1991: bei Frauen stieg sie um 38 Prozent an, bei Männern um 75 Prozent (Altersgruppe bis 25 Jahre: Frauen minus 4 Prozent, Männer plus 54 Prozent). Statt dessen liest man Nichtssagendes: Die Zahl der in Armut lebenden Frauen steigt weltweit an. Und die der Männer geht zurück?
Die Krönung ist aber die Aussage, Sie seien sehr empört über den journalistisch unsorgfältig recherchierten Artikel (im Focus, d. Verf.). Was nicht stimmt, denn Arne Hoffmann hat im betreffenden Internetforum selber folgendes geschrieben: Die Zusammenarbeit mit den Redakteuren der Zeitschrift lief außerordentlich gut. Was mich beeindruckt hat, war, dass sie nicht einfach damit zufrieden waren, mein Buch und seinen Inhalt vorzustellen, sondern die von mir angeführten Fakten tatsächlich nachzurecherchieren, um nicht versehentlich Werbung für eine Sache zu machen, die nicht hundertprozentig wasserdicht ist.
Wenn etwas unsorgfältig recherchiert ist, dann ist es dieser Beitrag auf Ihrer Homepage. Wenn jemand auf Statistiken und Einzelfallberichte, die nur einseitig beleuchtet werden, zurück greift, dann die Verfasserin Ihres Textes. Auch wenn es ihr schwer fallen dürfte: sie sollte sich Arne Hoffmanns Buch wirklich einmal durchlesen. Es ist nämlich kein Anti-Frauen-Buch; es räumt jedoch mit verbreiteten Mythen und Irrtümern des Feminismus auf. Dass in diesen Kreisen eine solche Aufklärung notwendig ist, macht Ihre Stellungnahme zum Focus-Artikel ungewollt deutlich."
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- Meine Antwort an "Terre des Femmes" -
Frank,
20.05.2003, 12:57
- Re: Meine Antwort an "Terre des Femmes" - Odin, 20.05.2003, 16:28
- Re: Eine gute Antwort - Peter, 20.05.2003, 17:56
- Re: Meine Antwort an "Terre des Femmes" - Martin, 20.05.2003, 22:58
- Re: Meine Antwort an "Terre des Femmes" - Arne Hoffmann, 21.05.2003, 02:51