Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @ susu, Alex usw.: Die Wahrheit über Sascha Knisch

Ferdi, Tuesday, 13.05.2003, 14:34 (vor 8303 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: @ susu, Alex usw.: Die Wahrheit über Sascha Knisch von Arne Hoffmann am 07. Mai 2003 22:05:40:

Hallo Arne, hallo Ihr alle!

Zunächst mal Arne: Ich habe letzte Woche Dein Lexikon der Tabubrüche in Bonn kaufen können (@susu: Buchhandlung Bouvier, gegenüber dem Uni-Hauptgebäude). In Köln war es nicht zu bekommen, weil überall ausverkauft. Ein wirklich hochinteressantes Buch, wobei die sehr ausführlichen Erklärungen zu den einzelnen Stichworten positiv herausragen. Übliche Lexika sind da nämlich immer äusserst sparsam mit Text.

Aber ich wollte was anderes: "Frauenkleider"! Über diesen sehr besitzergreifenden Begriff stolpere ich immer dann, wenn über Männer, die (wie ich) Röcke tragen, gesprochen wird. Wie blödsinnig der Begriff vor dem Hintergrund einer Gesellschaft ist, in der Frauen alles tragen (ist ja im Zeitalter des GM selbstverständlich, denn welche Frau lässt sich da schon Vorschriften machen?), zeigt ein kurzes Gespräch, das ich letzte Woche hatte.

Ich wurde nett und höflich gefragt, warum ich einen Rock tragen würde. Ich antwortete, dass ich ja schlecht in Unterwäsche herumlaufen könne. Mein Gesprächspartner (ein Mann) wies auf Hosen hin. Darauf sagte ich ihm: "Nein, Hosen sind Frauenkleidung und ich trage keine Frauenkleidung". Danach fiel deutlich vernehmbar eine Kinnlade in den untersten Anschlag und es war Ruhe im Karton. Später noch ein zaghaftes Kompliment und wir gingen unserer Wege.

Was ich damit sagen will: Auch in der Kleidungsfrage besteht eine eklatante Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern. Während den Frauen die scheusslichsten Stilbrüche zugestanden werden, werden bei Männern, die einfach mal nur was anderes als immer die ewigen Genitalienkerker namens Hosen tragen wollen, gleich die Nasen gerümpft. Ich für meinen Teil habe da gründlich aufgeräumt. Für mich persönlich ist das ein wichtiger Emanzipationsschritt, der mir nur Gewinn an Lebensfreude und -qualität eingebracht hat. Mit sexuellen Ausrichtungen hat das nämlich absolut nichts zu tun.

Freundliche Grüsse,
Ferdi


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