Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Andreas, Tuesday, 29.04.2003, 01:34 (vor 8318 Tagen)

Hallo!

Ihr könnt euch mal die ANtwort des SPD-Parteivorstandes auf meine Anfrage durchlesen, warum eigentlich nur Männer Wehrpflicht leisten müssen.
Ich betone an dieser Stelle: meine Frage war, warum nur Männer Wehrpflicht leisten müssen. Und hier die Antwort:

Die neue Einberufungspraxis der allgemeinen Wehrpflicht dient der Anpassung an die Reform der Bundeswehr und die Anforderungen der Armee im Einsatz. Die Regelungen sollen zudem sozial- und arbeitsmarktpolitischen Aspekten Rechnung tragen. Die neue Praxis gilt ab sofort für alle diejenigen, die Ihren Dienst in der Bundeswehr noch nicht versehen und deren Dienstantritt für die Zeit ab dem 1. Juli 2003 geplant ist.

1. Keine Heranziehung von Verheirateten und in gleichgeschlechtlichen, eingetragenen Lebenspartnerschaften lebenden Wehrpflichtigen Diese Maßnahme unterstreicht den grundgesetzlich verankerten Schutz von Ehe und Familie. Zur sozialen Entlastung werden deshalb verheiratete Wehrpflichtige zukünftig nicht mehr zum Grundwehrdienst herangezogen. Mit dem Verzicht auf die Einberufung von Wehrpflichtigen, die in eingetragenen Lebenspartnerschaften leben, wird dem Gedanken der Beseitigung von Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebens- und Verantwortungsgemeinschaften Rechnung getragen. Die Maßnahme, die dauerhaft gilt, betrifft jährlich etwa 800 der insgesamt ca. 120.000 Einberufenen. Bereits zugestellte Einberufungsbescheide werden widerrufen. Der Wehrdienst kann aber freiwillig abgeleistet werden.

2. Absenkung der Heranziehungsgrenze vom 25. auf das 23. Lebensjahr Mit dieser Änderung soll auf die angespannte Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt reagiert werden. Sowohl dem jungen Wehrpflichtigen als auch der Wirtschaft soll hiermit eine höhere Planungssicherheit gegeben werden. Es handelt es sich um eine dauerhafte Regelung. Damit verbunden ist ein ein einmaliger Verzicht auf die Heranziehung von ca. 70.000 Wehrpflichtigen, die bereits jetzt das 23. Lebensjahr vollendet haben und die derzeit einberufbar sind. Bereits zugestellte Einberufungsbescheide werden widerrufen. Wehrpflichtige, die wegen einer Wehrdienstausnahme nicht vor Vollendung des 23. Lebensjahr einberufen werden konnten, werden bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nach Wegfall des Zurückstellungsgrundes herangezogen (z.B. Ausbildung, Unentbehrlichkeit im eigenen/elterlichen Betrieb, etc.). Die Regelung gilt nicht für diejenigen, die vorzeitig aus dem Zivil- und Katastrophenschutz/Entwicklungsdienst ausscheiden.

3. Nicht-Einberufung von T3-gemusterten Wehrpflichtigen Hintergrund dieser Maßnahme ist der vermehrte Bedarf an qualifizierten und gesundheitlich besonders geeigneten Wehrpflichtigen. Betroffen sind rund 20.000 der insgesamt ca. 120.000 Einberufene. Die Regelung gilt unter der Voraussetzung, dass der Bedarf der Streitkräfte durch die Wehrpflichtigen mit Tauglichkeitsgrad 1 und 2 gedeckt werden kann. Bereits zugestellte Eiberufungsbescheide werden widerrufen. Freiwilliger Wehrdienst sowie freiwilliger zusätzlicher Wehrdienst sind möglich.

4. Abiturienten und Fachoberschüler Wehrpflichtige mit Hochschul- oder Fachhochschulreife werden zunächst nicht zum Wehrdienst herangezogen, wenn sie einen Ausbildungsvertrag für eine betriebliche Ausbildung abgeschlossen haben. Die Zurückstellung gilt bis zum Ende der betrieblichen Ausbildung, der dann die Einberufung zum Wehrdienst folgt. Bereits zugestellte Einberufungsbescheide werden widerrufen. Nach der Berufsausbildung ist eine Einberufung bis zum 25. Lebensjahr möglich. Die Regelung gilt nicht für Abiturienten oder Fachoberschüler die ein Studium aufnehmen wollen.

Lesen die überhaupt, was man Ihnen schreibt?

schöne Grüße
Andreas

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Arne Hoffmann, Tuesday, 29.04.2003, 02:00 (vor 8318 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Andreas am 28. April 2003 22:34:05:

Hi Andreas,

man nimmt an, dass Alkoholismus durch ein ganzes Bündel seelischer, sozialer und biologischer Ursachen hervorgerufen wird. Zu den körperlichen Faktoren gehört ein genetischer Defekt des Enzyms Alkoholdehydrogenase, das normalerweise Alkohol abbaut, sowie die in Stress-Situationen verstärkte Ausschüttung des Hormons Hydrocortison bei den Erkrankten, was diese durch Alkoholkonsum ausgleichen möchten. Dazu kommt, dass Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft akzeptiert wird und dass die Lebensumstände vor allem in den Industriestaaten häufig Stress und soziale Isolation bedingen.

Die "Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren" (DHS) schätzt hierzulande etwa acht Millionen Menschen als stark alkoholgefährdet ein. Tatsächlich alkoholabhängig waren 2001 der Drogenbeauftragten der Deutschen Bundesregierung sowie der DHS zufolge 1,5 bis 1,6 Millionen Menschen, die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz Berlin geht gar von 2,5 Millionen aus. Rund 73.000 Bundesbürger kommen jährlich durch Alkohol zu Tode. Die immense Zunahme an Süchtigen in den letzten Jahrzehnten (nach dem Zweiten Weltkrieg waren es 200.000 Erkrankte) weist darauf hin, welche große Rolle die gesellschaftlichen Bedingungen spielen. Insbesondere die Zahl, der Frauen, Jugendlichen und Kinder unter den Betroffenen steigt weiter an.

Je klarer der Öffentlichkeit jedoch wird, dass Alkoholismus nicht lediglich einen untauglichen Versuch der Problembewältigung, sondern ein vielschichtiges Krankheitsbild darstellt, desto weniger werden die Erkrankten gesellschaftlich ausgegrenzt und diskriminiert. Die weichende Tabuisierung führt dazu, dass die Betroffenen ihr Problem weniger lange verbergen müssen, da es ja nicht länger auf ihr persönliches Versagen zurückzuführen ist – also etwa auf Willensschwäche oder Labilität. Die Behandlung kann früher aufgenommen werden und führt so auch zu größeren Heilerfolgen. Zu diesen Erfolgen trägt bei, dass inzwischen im Alkoholismus das Hauptproblem gesehen wird, das zu bekämpfen ist, anstatt ihn nur als Symptom oder Konsequenz tiefer liegender Störungen wahrzunehmen. Allerdings kann Alkoholmissbrauch wiederum hinter anderen Problemen verborgen liegen, etwa hinter psychischen und körperlichen Beschwerden, Partnerproblemen, Gewalt in der Familie, sexuellem Missbrauch und der Vernachlässigung von Kindern.

Im Januar 2003 wies die DHS darauf hin, dass Bund, Länder und Gemeinden jährlich nur zehn Millionen Euro zur Aufklärung über Suchtgefahren aufwendeten, während die Alkohol- und die Tabakindustrie 890 Millionen Euro für Werbung ausgäben. Marion Caspers-Merk, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, kritisierte, dass aufgrund von Lücken im Hilfsystem viele Suchtkranke zu spät behandelt und gefährdete Jugendliche durch die bestehenden Hilfen kaum erreicht würden.

Die bekanntesten Kinofilme, die Alkoholismus zum Inhalt haben, drehten sich lange Zeit häufig um männliche Erkrankte: "Barfly" (mit Mickey Rourke), "Leaving Las Vegas" (mit Nicolas Cage) sowie "Shining" (mit Jack Nicholson). Trinkerinnen wurden vor allem in den letzten Jahren verstärkt dargestellt, so etwa in "When a Man Loves a Woman" (mit Meg Ryan), in "28 Tage" (mit Sandra Bullock), aber auch schon 1966 in "Wer hat Angst vor Virginia Woolfe?" (mit Elizabeth Taylor und Richard Burton).

Herzlicher Gruß

Arne (bewirbt sich demnächst für SPD-Parteivorstand)

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Eugen Prinz, Tuesday, 29.04.2003, 02:49 (vor 8318 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Arne Hoffmann am 28. April 2003 23:00:45:

Hallo Andreas, Hallo Arne,

Andreas Frage ist offenbar schnell zu beantworten: Die lesen nicht, was man ihnen schreibt. Die hören nur: 'Militärdienst' und dann schreiben sie die Seite vom Verteidigungsministerium ab.

Arnes Antwort (Alkoholismus usw) verstehe ich nicht ganz. Satirisch gemeint? Sind die in der SPD alle besoffen? Oder ist das ein Versehen?

Beste Grüße, Eugen

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Arne Hoffmann, Tuesday, 29.04.2003, 11:32 (vor 8317 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Eugen Prinz am 28. April 2003 23:49:41:

Hi Eugen,

Arnes Antwort (Alkoholismus usw) verstehe ich nicht ganz. Satirisch gemeint? Sind die in der SPD alle besoffen? Oder ist das ein Versehen?

Wie gesagt: Ich habe beschlossen, für den SPD-Parteivorstand zu kandidieren. Offenbar gehört zu diesem Amt, dass man auf sinnvolle Anfragen nicht sachbezogen antwortet, sondern Texte abgibt, die man gerade irgendwo rumfliegen hat. Statt "Alkoholismus" hätte ich auch jedes andere Thema nehmen können. (Natürlich war das satirisch gemeint.)

Herzlicher Gruß

Arne

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Andreas, Tuesday, 29.04.2003, 11:54 (vor 8317 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Arne Hoffmann am 29. April 2003 08:32:06:

Hi Arne,

Ich bin auch mal gespannt, wie das weitergeht. Ich habe vor einigen Tagen einen Brief an das Frauenministerium geschrieben, in dem ich Zahlen, Statistiken und Informationsmaterial angefordert habe zu der Frage, weshalb eigentlich Frauen bei gleichwertiger Arbeit in Deutschland angeblich weniger verdienen als Männer. Wahrscheinlich schicken die mir jetzt den Landwirtschaftsbericht aus dem Jahre 2001.

.....Reise nach Absurdistan.... :-)

schöne Grüße
Andreas

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Ferdi, Tuesday, 29.04.2003, 15:22 (vor 8317 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Arne Hoffmann am 29. April 2003 08:32:06:

Hi Arne!

Ich habe beschlossen, für den SPD-Parteivorstand zu kandidieren. Offenbar gehört zu diesem Amt, dass man auf sinnvolle Anfragen nicht sachbezogen antwortet, sondern Texte abgibt, die man gerade irgendwo rumfliegen hat.

So sieht auch die derzeitige Politik dieser Partei aus. Agenden und Programme rausziehen, die sie irgendwo rumfliegen haben, aber nur nicht nachdenken, wo die Ursachen der ganzen Miseren liegen. Es könnte ja rauskommen, dass die Ursachen bei der Partei selbst liegen (...die Partei, die Partei, die hat immer recht).

Arne, Du bist doch zu wertvoll und Dir hoffentlich zu schade, um dich in solch einem Schwachfugzüchterverein verheizen zu lassen.

Liebe Grüsse,
Ferdi

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Arne Hoffmann, Tuesday, 29.04.2003, 15:26 (vor 8317 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Ferdi am 29. April 2003 12:22:40:

Arne, Du bist doch zu wertvoll und Dir hoffentlich zu schade, um dich in solch einem Schwachfugzüchterverein verheizen zu lassen.

Nö, das war Teil der Satire. Ich würde mich in keiner der Parteien sonderlich wohlfühlen. Gestern abend hat in der NDR-Montags-Talkshow Meinhard Miegel eine Befragung zitiert, der zufolge nur noch drei Prozent der Deutschen Vertrauen in die politischen Parteien hätten. Wundert mich nicht, wenn ich solche Klopse sehe, wie sie Andreas gerade erlebt hat.

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Uwe, Tuesday, 29.04.2003, 15:46 (vor 8317 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Ferdi am 29. April 2003 12:22:40:

Mahlzeit Ferdi,
da fällt mir ein altes Lied von Franz-Josef Degenhardt ein: "Der alte Sozialdemokrat".

Zitat:
So spricht der ewige Sozialdemokrat
und spricht und spricht und spricht,
doch ändern, das will er nicht.

Liebe Grüße

Uwe

Hi Arne!
Ich habe beschlossen, für den SPD-Parteivorstand zu kandidieren. Offenbar gehört zu diesem Amt, dass man auf sinnvolle Anfragen nicht sachbezogen antwortet, sondern Texte abgibt, die man gerade irgendwo rumfliegen hat.
So sieht auch die derzeitige Politik dieser Partei aus. Agenden und Programme rausziehen, die sie irgendwo rumfliegen haben, aber nur nicht nachdenken, wo die Ursachen der ganzen Miseren liegen. Es könnte ja rauskommen, dass die Ursachen bei der Partei selbst liegen (...die Partei, die Partei, die hat immer recht).
Arne, Du bist doch zu wertvoll und Dir hoffentlich zu schade, um dich in solch einem Schwachfugzüchterverein verheizen zu lassen.
Liebe Grüsse,
Ferdi

Re: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer

Jörg, Tuesday, 29.04.2003, 04:39 (vor 8318 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Andreas am 28. April 2003 22:34:05:

Lesen die überhaupt, was man Ihnen schreibt?

Sieht nicht danach aus.

Vielleicht solltest Du Arnes Beitrag mal als Antwort schicken. ;-))

Gruß, Jörg

Genau der selbe Text bei Bundeswehr.de

pit b., Tuesday, 29.04.2003, 15:08 (vor 8317 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Der SPD-Parteivorstand zur Wehrpflicht für Männer von Andreas am 28. April 2003 22:34:05:

Das hast du wirklich per mail geschickt bekommen?
Offebsichtlich lesen die nicht nur ihre Briefe nicht sondern schreiben auch die Antwort nicht selbst.

Genau den selben Text haben die nämlich bei Bundeswehr.de veröffentlicht.

Mal nachschauen, ist wirklich haargenau das Gleiche!

Re: Genau der selbe Text bei Bundeswehr.de

Andreas, Tuesday, 29.04.2003, 19:22 (vor 8317 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Genau der selbe Text bei Bundeswehr.de von pit b. am 29. April 2003 12:08:39:

Das hast du wirklich per mail geschickt bekommen?

Jo. War tatsaechlich so!

Offebsichtlich lesen die nicht nur ihre Briefe nicht sondern schreiben auch die Antwort nicht selbst.
Genau den selben Text haben die nämlich bei Bundeswehr.de veröffentlicht.
Mal nachschauen, ist wirklich haargenau das Gleiche!

Klar. Wie Eugen ja schon schrieb: die lesen wahrscheinlich nur "Wehrdienst" und schon ziehen sie irgendwelche Vordrucke aus der Ablage - ohne nachzudenken!

schoenen Gruss
Andreas

Re: Genau der selbe Text bei Bundeswehr.de

Odin, Wednesday, 30.04.2003, 15:33 (vor 8316 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Genau der selbe Text bei Bundeswehr.de von Andreas am 29. April 2003 16:22:57:

Klar. Wie Eugen ja schon schrieb: die lesen wahrscheinlich nur "Wehrdienst" und schon ziehen sie irgendwelche Vordrucke aus der Ablage - ohne nachzudenken!

Da zieht überhaupt niemand was und es muß auch keiner nachdenken. In der Regel machen das wahrscheinlich schon Programme. Sogenannte BOTs gibt es ja auch hier in jedem Forum, auch im Supportforum wird das ja getestet. Stellst Du da eine bestimmte Frage, kriegst Du auch "automatisch" Antwort - im wahrsten Sinne des Wortes

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