Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Noch einmal an Arne

Arne Hoffmann, Friday, 25.04.2003, 13:14 (vor 8321 Tagen) @ Uwe

Als Antwort auf: @Noch einmal an Arne von Uwe am 24. April 2003 21:34:17:

Hi Uwe,

ich gehöre bislang zu den wenigen, die weder Dein Buch, noch das von Matussek gelesen haben. Gut, ich bestreue mein Haupt mit Asche ob dieser Unwissenheit.

Ts! Ich rede ja schon die ganze Zeit auf Jörg ein, er soll nur noch Leute in sein Forum lassen, die mein Buch gelesen haben ... ;-)

Aber jetzt ernsthaft:

Okay.

Ich ging heute also in eine sehr große Buchhandlung in Saarbrücken, um beide Bücher zu kaufen. Ergebnis: Dein Buch ist momentan kurzfristig nicht lieferbar. Ich denke, dies könnte mit dem Medienrummel der letzten Woche zusammenhängen.

Richtig. Ich habe, als ich heute morgen dein Posting gelesen habe, natürlich sofort meinen Verleger angemailt und nachgefragt. Er antwortet mir: "Das liegt dann daran, das die Barsortimente einen zu kleinen Lagerbestand hatten und den erst nachziehen müssen. Normale Sache." Außerdem hätten die beiden großen Grossisten Libri und KNOE exakt heute morgen noch einmal ein paar Paletten an Exemplaren für den Handel nachgeordnet.

Matusseks Buch "Die vaterlose Gesellschaft" wird nicht mehr aufgelegt und ist nicht erhältlich.

Gut, da weiß ich zufällig Bescheid, weil ich mal mit dem Rowohlt-Cheflektor korrespondiert habe. "Die vaterlose Gesellschaft" hat sich offenbar gut verkauft, als sie noch durch die SPIEGEL-Titelstory flankiert wurde. Deshalb wurde ein zweiter Band dazu nachgereicht. Der brach beim Verkauf ziemlich durch. Rowohlt steckt(e) in einer Verlagskrise (das ist kein Betriebsgeheimnis, sondern branchenbekannt), ließ sich meiner Quelle zufolge von dem Unternehmensberatungsinstitut McKinsey aushelfen und versucht jetzt, nur noch Titel herauszubringen, bei denen eine Mindestauflage von ca. 7000 Exemplaren als einigermaßen sicher verkäuflich gelten. So habe ich das zumindest in Erinnerung. Matusseks Buch hat anfangs dazu gehört, jetzt aber offenbar nicht mehr. Inzwischen gibt es ja auch eine größere Zahl ähnlicher Titel zum selben Thema.

- Karin Jäckels Bücher, die ich bereits habe, sind ebenfalls nicht mehr erhältlich.

Welche von ihren Büchern? Zumindest "Der gebrauchte Mann" verkauft sich bei Amazon immer besser. Auch Gruners Taschenbuch ist inzwischen übrigens noch einmal in den Amazon-Charts gestiegen.

Wieso? Ist von seiten der Leserschaft so wenig Interesse da? Von Karin Jäckel habe ich erfahren, daß ihr Verlag die Bücher nicht mehr auflegen wollte, da sinkende Umsatzzahlen. Kann es eventuell auch sein, daß Verlage sich einfach vor allem scheuen, was irgendwie nach Kritik an der bundesdeutschen Weiblichkeit riecht?

Jain. Es spielen sicherlich mehrere Faktoren zusammen, die einen Verlag dazu bewegen, ein Buch zu veröffentlichen oder nicht: die erwartete Käuferzahl gehört ebenso dazu wie ob man mit Problemen wie aufmüpfigen Frauen im Bereich Handel und Sortiment rechnen muss, die dieses Buch einfach nicht bestellen und also auch nicht ausliegen haben. Ein weiterer Faktor ist, ob das Image eines Buches einem Verlag abträglich sein könnte. Wenn es so wenige Pro-Männer-Bücher gibt, liegt das also ebenso daran, dass viele Männer sie nicht kaufen, wie daran, dass ein feministischer Widerstand dagegen existiert.

PS: Ich hoffe, Dein Buch in den nächsten beiden Wochen irgendwie zu bekommen. Ebenfalls hat mir die Verkäuferin die Web-Adi eines Antiquariats-Zusammenschlusses gegeben, wo man eventuell diese Bücher noch bekommen kann (Ich weiß, Amazon tuts auch).

Richtig. Amazon hätte ich dir auch als erstes empfohlen. Allerdings hoffe ich, dass der Handel allmählich aufwacht und mein Buch entsprechend zu ordern beginnt. Das einzige Problem ist, dass du in Saarbrücken jetzt leider ein paar Tage warten musst.

Herzlicher Gruß

Arne


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