Rote Männer Info 47
RoteMänner!
Oh www, ihr Cyberpunks und Webjunkies!
Die RotenMänner gehen erneut online, diesmal toppaktuell: Schaut mal rein
unter [link=http://www.rotemaenner.de.tt" target="_top]http://www.rotemaenner.de.tt[/link] . Wunderbares Webdesign in Anlehnung an
das Kunsthandwerk unserer RotenBrüder, die lange vor den Irakis von den
amerikanischen Exileuropäern "befreit" wurden. Wir können uns gar nicht satt sehen
daran. Wird dieser Internetauftritt irgendwann in die Geschichte eingehen als
der Anfang vom Ende des Matriarchats? Wir wollen in unserer Begeisterung
nicht übertreiben! Aber der excentrik-Bastelwerkstatt und der
fathersfinest-Domain für dieses schöne Cyberhighlight ein herzliches Dankeschön sagen! Und
schließlich darauf hinweisen, dass unser Mailkontakt aus technischen Gründen
umgestellt wurde. Wer uns Tipps, Belobigungen oder Beleidigungen zukommen lassen
möchte - und das umfasst einigermaßen zutreffend die drei Kategorien von
Mails, die wir in der Regel kriegen - schicke diese bitte zukünftig an
rotemaenner@gmx.net. Und selbstredend kann über diese Adresse das RoteMännerInfo direkt
bezogen werden. Für umme!
Die Deutschen sind ein Volk von Pennern und Schnarchern, aber vor allem eins
von Pennerinnen und Schnarcherinnen. Die Nachrichtenagentur AP meldete am
27. März: "Rund siebeneinhalb Stunden Schlaf brauchen die Deutschen im
Durchschnitt - nach eigenen Angaben. Der repräsentativen Umfrage des Allensbacher
Instituts für Demoskopie zufolge hat mehr als jede zweite Frau (52 Prozent) aber
das Bedürfnis nach mindestens acht Stunden und mehr. Von den Männern sind es
nur 39 Prozent, teilte das Institut am Freitag mit." Eine Erklärung hierfür
fällt uns nicht schwer: Männer müssen durchschnittlich häufiger arbeiten und
haben insgesamt weniger Zeit, weil sie ja obendrein auch früher sterben. Oder
sterben sie früher, weil sie einfach zu wenig schlafen?
Ein ungewöhnlicher historischer Exkurs: Als der letzte der Nasridenherrscher
Boabdil Granada verlässt und die Stadt der Reconquista überlässt, wirft er
einen letzten Blick auf die Alhambra und seufzt tief. Der Pass, auf dem er
floh, heißt seither Puerto del Suspiro de Moro, der "Pass des Maurenseufzers".
Die martialische Mutter Boabdils blaffte ihn daraufhin an: "Was flennst du wie
ein Weib um eine Stadt, die du als Mann nicht verteidigt hast?" Soviel und
noch mehr in diesem Info über kriegerische Weiber! Die Historiker sind Boabdil
bis heute dankbar, weil die Alhambra sonst den Kampf um Granada nie überlebt
hätte. Ihr seht, die RoteMännerRedaktion bereitet sich gewissenhaft auf ihre
Klausur in Andalusien vor, wo wir nach Ostern gemeinsam mit anderen Mönchen
zehn Tage lang beten werden.
Ohne lange Vorrede dann das: "Jim Carrey , 41, kanadischer Schauspieler,
soll mehr zahlen. Seine Ex-Frau Melissa findet, dass die im Scheidungsvertrag
vor acht Jahren vereinbarten 10000 Dollar monatlicher Unterhalt für die
gemeinsame Tochter nicht genügten, um der 15-Jährigen einen angemessenen Lebensstil
zu ermöglichen. (...) Sie und ihre Tochter müssten in einem ,bescheidenen'
Haus in Hollywood leben, das weder ein eigenes Schwimmbad, noch Tennisplätze
oder einen Fitnessraum habe. Das Geld reiche nicht, der Tochter wenigstens ein
Musikstudio und einen Gymnastikraum einzurichten, auch nicht fürs Auto zum
16. Geburtstag."
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel44.php
Tragisch, sowas! 5000 Jahre schwerster Unterdrückung kulminieren hier im
Elend eines jungen Mädchens. Dagegen erlauben selbst Fotos erschossener oder
verstümmelter Kinder aus dem Irak nur eine Ahnung des Leidens dieser 16jährigen.
A propos: Wir machen heute quasi ein Irakkriegs-Special mit nur einem
kleinen Exkurs zwischendrin. Denn natürlich lässt sich's auch im Krieg ganz
trefflich "gendern":
1. Frauen an der Front - und ihre Aufregung darüber, ob sie denn auch zum
Schuss kommen. Egal ob sie "noch entschlossener" für den Frieden oder am
Maschinengewehr sind, sie sind immer toll, immer "besser"!
2. Angela Merkels Kriegskurs braucht mehr Nachwuchs: Wie die CDU-Vorsitzende
mal flugs den Kinderlosen die Rente halbieren wollte.
3. Wenn Krieg ist, wird um getötete Frauen und Kinder getrauert. Männer als
geschlechtsnotorische Kombattanten dürfen "zwar nicht mit erstickenden und
giftigen Gasen umghebracht, wohl aber erschlagen, erstochen, verbrannt und in
Stücke gerissen werden", ohne dass ein Hahn danach kräht. Sibylle Tönnies
immerhin hat das beanstandet.
4. Endlich! Der Frauensicherheitsrat ist da. Schon wieder eine
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für langzeitarbeitslose Sozialpädagoginnen.
5. Der Pflichtteil: Männerdemo am 14.Juni. Nur noch 9 ½ Wochen!
"ZIEMLICH AUFREGEND" - FRAUEN IM FRONTEINSATZ
Der Irakkrieg verdrängt in diesen Tagen unsere eigentlichen Lieblingsthemen.
Indessen ist auch diese unerfreuliche Zeit des Krieges nicht völlig leer von
geschlechterbezogenen Herangehensweisen, denn der Krieg bringt sie auf ganz
besondere Weise auch gleich wieder neu hervor. Schon die Arbeitsgemeinschaft
sozialdemokratischer Frauen nutzte die Vorkriegszeit, um mit der Tatsache
aufzutrumpfen, dass NOCH mehr Frauen als Männer gegen den Krieg seien. (Unsere
Ausgabe 44 kommentierte dies.) Darauf angesprochen, was diese wirklich
grunzblöde Aufrechnung solle, meinte ASF-Vorsitzende Karin Junker
hohlbirnig-pausbäckig, dass das doch empirisch belegt sei, und was die Aufregung solle. Von
Aufregung wollen wir derweil gar nichts wissen. Es ist eher mal wieder
aufschlussreich, wie wahlweise das Eine und dann wieder sein Gegenteil gefeiert und
bejubelt wird, wenn es nur von Frauen verrichtet wird. 94 Prozent der Frauen
sind "für den Frieden". Toll! Wenn sich aber Frauen auch militärisch
emanzipieren - sprich: auch das Zuschlagen, Zerstören und Töten lernen und praktizieren
- dann findet kurioserweise auch dies ein gewisses Gefallen, wie wir am
Beispiel eines Berichts der Nachrichtenagentur AFP lernen, die am 25. März über
Frauen beim Fronteinsatz berichtete:
"Valencia Curry hofft, ihre kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis stellen
zu können.,Wir denken alle darüber nach und hoffen, die Waffe zu gebrauchen,
damit wir das hinterher erzählen können,' sagt die 21-jährige Obergefreite
beim Vorschmarsch Richtung Bagdad. Curry war auf der Militärschule die beste
ihrer Klasse und stellte mit ihrer Schnelligkeit beim Auseinander- und
Zusammenbauen von Waffen alle 16 männlichen Kollegen und eine andere Frau in den
Schatten. Ihre hervorragenden Leistungen brachten Curry in die Versorgungseinheit
FSSG, die vor wenigen Tagen mit dem Ersten Expeditionskorps der
Marineinfanterie in Irak einmarschierte."
Das ist also offenkundig jener sogenannte "embedded journalism", bei dem die
US-Armee die Reporter an der Hand nimmt und ihnen auf die sanfte Tour zu
verstehen gibt, was doch "auch mal ein schönes Thema" wäre. Über den Krieg
verliert der so gebriefte Bleistiftanspitzer dann jedenfalls kein falsches Wort
mehr. Und so eine "Human Touch"-Plotte über diese niedlichen Killermaschinen
mit dem süßen Hintern ist doch genau das, was man zuhause lesen will. Und
selbst für das frauenbewegte Dampfgeplauder haben wir damit wieder ein neues
Versatzstück. Frauen sind nicht mehr nur am meisten und am besten gegen den Krieg,
sie sind obendrein auch am besten IM Krieg. Das Auseinandernehmen und wieder
Zusammenschrauben des Gewehrs, das Valencia Curry so grandios beherrscht,
gerät urplötzlich vom Beleg der organisierten Verblödung bei der Truppe (wenn
es Männer machen) zum Ausdruck der allumfassenden Konkurrenzfähigkeit (wenn
eine Frau es auch kann). Motto: Frauen sind besser! Und jetzt - wir lesen
weiter - müssen sie dennoch schon wieder mögliche Nachteile gewärtigen:
"Mehr als den Tod fürchtet Mattison den Neid ihres Mannes John, der als
Leutnant der Marines voraussichtlich nicht nach Irak eingezogen wird und in den
USA auf ihre Rückkehr wartet. ,Ich hoffe nur, dass er nicht enttäuscht ist,
weil ich diejenige bin, die hier an der Front ist,' sorgt sich die Soldatin."
Diesem Aspekt geht, wie wir nur parenthetisch erwähnen wollen, auch Harald
Schmidt im "Focus" vom 7. April nach: "Hier wächst ein neues Potenzial an
Talk-Show-Gästen. Thema: Der Krieg hat meine Ehe ruiniert. Es muss erlaubt sein,
dem Begriff friendly fire eine erotische Komponente abzugewinnen." Sehen wir
genauso und empfehlen dringend diesen Link:
http://focus.msn.de/D/DF/DFU/DFU04/dfu04.htm?kw=200315
Wie wir sehen, gelingt es Frauen spielend, auch in puncto Hirnaufweichung
mit ihren männlichen Kollegen mitzuhalten, was uns auch der weitere Verlauf
jenes Paradebeispiels für kritischen Journalismus bei afp belegt:
"Valencia Curry und ihre Kollegin Renae Ross spüren von
Frauendiskriminierung tatsächlich nichts, wie sie übereinstimmend berichten. Allerdings habe sie
sich erstmal an den Gedanken gewöhnen müssen, als erste Frau in der
Geschichte der USA im Fronteinsatz zu sein, sagt Ross: ,Es ist mein erster
Kampfeinsatz, und es ist ziemlich aufregend.' Vor allem aber sind die Frauen stolz
darauf, für Präsident George W. Bush in den Krieg ziehen zu dürfen."
Diese Worte von AFP, der "agence france presse", können wir nur als eine
besonders subtile Mischung aus Feminismus-Bashing und Antiamerikanismus
verstehen. Vielleicht sind wir zu voreingenommen, zugegeben. Wir halten ja auch
Dabbelju Babybush für den übelsten Ausdruck von Antiamerikanismus gleich nach
einem "Kaffee", den wir mal bei McDonalds getrunken haben. Vielleicht ist das
alles ja auch ein Ausdruck jener früher mal neuen Beliebigkeit, jenes "anything
goes", vor dem vorausschauende Kulturkritiker vor 15 Jahren zu warnen
anfingen. Aber vielleicht haben diese auch nur geahnt, dass mit der deutschen
Einigung etwas auf uns zukam, das in der Tat eine Form von politischem Kulturschock
für die nunmehr geeinte Nation bedeutet: Angela Merkel.
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FRAU MERKEL ZIEHT IN DEN KRIEG -
GEGEN DEN IRAK UND GEGEN DIE KINDERLOSEN
Angesichts der Politik bezüglich des Irakkriegs, den die Unionsvorsitzende
ihren Kadern verordnet, geraten nun ausgerechnet bei den Konservativen einige
Männer ins Verzweifeln. So berichtet die "Süddeutsche" am 29. März über den
"seltsamen Kriegskurs der Chefin": "Bislang herrscht zum Entsetzen aller
Spitzen-Unionisten der berechtigte Eindruck vor, dass Schröder gegen den Krieg ist
und Merkel dafür. (...) Sie sei unhistorisch, naiv, ostdeutsch, tollkühn
gar. ,Sie hat sich mit dem Irak-Thema zu viel zugemutet', lautet eines der
barscheren Urteile. Das kann man verstehen, wenn man über die vergangenen Monate
hinweg versucht hat, herauszufinden, was Merkel will und wollte."
[link=http://www.sueddeutsche.de/sz/printv.php?url=deutschland/politik/64384&datei=index.php&ver=druck" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/sz/printv.php?url=deutschland/politik/64384&datei=index.php&ver=druck[/link]
Die Kategorisierung "ostdeutsch" indessen müssen wir in Solidarität mit den
Brüdern und Schwestern als zutiefst süddeutsch zurückweisen! Lassen sich doch
gerade unsere Ossis in ihrem Bekenntnis zu einem manchmal auch sehr
gesinnungsethischen Pazifismus so leicht nicht übertreffen - was immer man sonst
davon halten mag! Was man von Frau Merkels Politik halten soll, die allem
Anschein nach nicht zu den Frauen gehört, die "noch entschlossener und noch
entschiedener gegen den Krieg" sind (ASF), weiß keiner so recht, nicht in ihrer
Partei, und auch nicht in der "Süddeutschen": "Bis zum 2.Februar, dem Tag der
Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen, gab es keine Irak-Position. Bis dahin
wusste man, dass die Union gegen Saddam Hussein ist und gegen den Kurs des
Kanzlers, nicht aber, was sie vom Krieg hält. Dann wusste man, dass auch die
Union als letztes Mittel den Krieg befürwortet, nicht aber warum. Das weiß man
bis heute nicht so ganz genau."
Ein kleiner thematischer Exkurs, wir bleiben aber noch eine Minute bei
Angela Merkel. Sie fiel jüngst auch damit auf, dass sie am 28. März gegenüber der
FAZ meinte mitteilen zu sollen, dass Kinderlose in Zukunft nur noch die halbe
Rente erhalten sollten. Damit hatte die unglückselige Unionschefin offenbar
schon wieder ein Fass aufgemacht, dessen unangenehme Ausdünstungen sie nicht
mehr kontrollieren konnte - und nebenbei eine nicht unerhebliche Zahl von
Wählern im Land frontal vor den Kopf gestoßen.
[link=http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel5220.php" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel5220.php[/link]
Nicht dass es falsch wäre, das Kinderkriegen auch rentenrechtlich zu
fördern. Aber das passiert ja schon längst. Man kann darüber rätseln, ob in
ausreichendem Umfang. Aber der nun präsentierte Merkelsche Ansatz besagt im Prinzip:
Doppelte Rente als Gebährprämie. Reicht ein Kind, Frau Merkel? Das wäre ja
dann recht günstig. Oder verdoppelt sich die Rente gar mit jedem Kind? Gibt es
einen ermäßigten Abschlag für solche Paare, die einfach keine Kinder bekommen
KÖNNEN oder - wer erinnerte sich nicht an die Sorgen der Frau Dribbusch? -
für solche zeugungsbereiten Volksheldinnen und Volkshelden, mit denen (gerade
als sie endlich Zeit dazu hatten) keiner mehr volksen wollte? Was ist mit der
Beamtenversorgung, was mit denen, die als Selbstständige dem
menschheitsbeglückenden Rentensystem gar nicht angehören? Bleiben diese ungeschröpft,
obselbst kinderlos? Fragen über Fragen, die man da schon mal beantwortet sehen
möchte, bevor den Kinderlosen die Rente abgemerkelt wird. --- Und glaube da
keiner, dies schriebe leichtfertig ein Kinderloser! Selbst Barbara Dribbusch von
der "taz", mit der wir uns sonst gerne anlegen, sieht in Merkels Vorstoß "eine
klare Grenzüberschreitung, denn es ist natürlich ein Unterschied, ob man für
eine stärkere Förderung von Eltern und Kindern votiert oder ob man sich für
massive Kürzungen bei Kinderlosen ausspricht." Und als hätte sie unsere
Auseinandersetzung mit ihrem Lamento über das "zu enge gebährpolitische
Zeitfenster" vor wenigen Monaten gelesen, greift Frau Dribbusch unsere Belustigung über
die bevölkerungspolitische Missionierung auf, wenn sie schreibt: "Was ist
zum Beispiel mit den Singles, den freiwilligen und den unfreiwilligen, was mit
den Homosexuellen? Bekommen Lesben künftig ein Anrecht auf staatlich
finanzierte Samenspenden, damit sie Nachwuchs in die Welt setzen? Oder macht man das
gleich zur Pflicht? Haben Singles ein Anrecht auf kostenlose staatliche
Partnervermittlung, unter drei Vorschlägen muss dann aber einer genommen werden?"
[link=http://www.taz.de/pt/2003/03/31/a0144.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/03/31/a0144.nf/text[/link]
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"SOLDATEN SIND KINDER"
WIE ES SIBYLLE TÖNNIES GELANG, JUNGE MÄNNER GEGEN ALTE AUSZUSPIELEN, DIE
MÜTTER ZU MYSTIFIZIEREN UND DOCH VIEL RICHTIGES ZU SAGEN
"... unter so manchen Kriegsgegnern (herrscht) klammheimliche Freude über
Rückschläge im Krieg und hohe Opferzahlen, weil das die eigene Abneigung gegen
George Bush bestätigt. Schlimmer kann Zynismus sich kaum äußern." scheibt
Dominic Johnson am 2. April in http://www.taz.de/pt/2003/04/02/a0178.nf/text -
und da hat er Recht! Auch wenn dergleichen nicht, wie er im übrigen meint,
einen "richtigen Krieg aus den falschen Gründen" rechtfertigt. Wer bei sich
"klammheimliche Freude" - das Wort hat Tradition! - über Opfer bei der kämpfenden
Truppe, gleich auf welcher Seite, ausmacht, hat allen Anlass zu erschrecken!
Nicht weil man da jedem nachweinen müsste aus übertrieben demonstrativer
Menschlichkeit. Aber die "Rambos" sind in kaum einer Armee in der Mehrheit,
sondern vielmehr die mit mehr oder weniger Zwang zum Kriegsdienst gezogenen fast
noch Minderjährigen.
"Soldaten sind Kinder" - mit dieser lapidaren Feststellung machte Sibylle
Tönnies in der "Frankfurter Allgemeinen" vom 22. März klar, wem hier die
Feindbildprojektionen gelten. Bedauerlich, dass der Beitrag scheinbar nicht im
Internet verfügbar ist! Wir wollen darum an dieser Stelle etwas ausgiebiger
zitieren, weil das ein Punkt ist, auf den wir in weniger unerfreulichen Weltlagen
wegen der Dämonisierung der angeblich kriegslüsternen Männer auch durch den
Feminismus gelegentlich hingewiesen haben - und die doch auch Frau Tönnies
einmal mehr bemüht:
"Auf der Landkarte der Menschenrechte befindet sich ein großer, weißer
Fleck. Er steht für eine Menschengruppe, der die angeblich allen Menschen
zukommenden Rechte aberkannt sind --Menschen denen nicht einmal das Recht auf Leben
zugebilligt wird. (...) Es sind die jungen Männer. Sowie sie der mütterlichen
Versorgung entwachsen sind, dürfen sie - ohne dass die universalen
Menschenrechte auch nur zitterten - von ihren Staaten gewaltsam ergriffen, unter Waffen
gezwungen und dem Töten und Getötetwerden ausgeliefert werden. Sie dürfen in
eine Horrorwelt transportiert werden, in der es kein Recht und kein Unrecht
gibt. Soldaten sind keine Menschen. (...)
Diese Barbarei funktioniert, weil man die jungen Männer noch in der Pubertät
erwischt; weil man sie in einer Zeit erwischt, in der sie seelisch auf einem
Bein stehen. Ein Zwölfjähriger kann besser auf seine Selbsterhaltung achten
als der junge Mann, der sich gerade der Sorge der Mutter entwunden und noch
nichts Neues gefunden hat, woran er sich orientieren könnte. Die durch Befehl
strukturierte Männergesellschaft der Kaserne bietet ihm in dieser Krise einen
Halt. Seine Jugend bringt der Gesellschaft, die ihn freigibt, den Vorteil,
dass er ihr nicht fehlt. Er hat im allgemeinen noch nichts geleistet. Hinter
ihm entsteht keine Lücke. Wenn er tot ist, räumt irgendwo eine Mutter ein paar
Habseligkeiten weg. Ein Foto bleibt vielleicht, nicht mehr.
Nicht nur dass sie nicht fehlen - oft stören die jungen Männer (die man in
meiner Jugend ganz treffend Halbstarke nannte) eine Gesellschaft. Der Krieg
soll sie, wie es bei Plutarch hieß, ,abnutzen und ablenken, damit sie nicht
müßig zuhause herum sitzen und Hetze und Aufruhr treiben'. Zuletzt hörte man von
diesem Motiv im Krieg zwischen Iran und dem Irak. Es war den Mullahs in
Teheran nützlich, die westlich ausgerichteten jungen Männer in die Minenfelder zu
schicken und dadurch gehörig zu dezimieren. Man kann nicht davon ausgehen,
dass die Alten, die die Kriege zubereiten, besondere Schutzinstinkte gegenüber
den Jungen haben, die sie hineinschicken. Im Gegenteil, sie sehen lieber
ihren Niedergang als ihren Aufstieg. Mitleid ist ein Gefühl, das den jungen
nicht leicht von den alten Männern entgegengebracht wird."
Höchste Zeit für unser "ceterum censeo". So wie Frau Tönnies hier eine
Realität beschreibt, müssen wir uns schon fragen, ob es die Ganze ist? Und sowenig
Schutzinstinkte sie den "alten Männern" zubilligt, müssen wir doch fürchten,
dass es die alten Weiber, die Mütter (nach Käthe Kollwitz) sind, die diese
schöne Neigung ausschließlich besitzen. Hier wandelt Frau Tönnies auf den
ödipalen Spuren Freuds, dessen Erkenntnisse sie zwar umdreht, aber damit im
Grunde erhält. Hier bringt plötzlich der Vater den Sohn um, während die Mutter
darüber unendliches Leiden erlebt. Unter dem Vorwand, eine Lanze für die
Soldaten zu brechen, schiebt Tönnies das Ehrenbild der Mutter unmerklich immer
weiter ins Zentrum des Interesses. Leiden also Väter nicht am Verlust ihrer Söhne?
Leiden sie überhaupt jemals?
Hier wird auch die Wehrpflichtarmee Bundeswehr vom Freiwilligenheer der USA
erst mal sorgsam unterschieden - und dann doch auch wieder gleichgesetzt. Bei
uns in D-Land würden sie demnach ergriffen und verheizt; und nachdem es kaum
noch irgendwo in den anderen industrialisierten Ländern die Wehrpflicht
gibt, müsste man diese eigentlich aus dieser Anklage entbinden. Doch erleben wir
in diesen Tagen, dass unsere bundesdeutschen Politiker die "Ergriffenen"
gerade nicht dem Töten und Getötetwerden ausliefern. Nein, mit Frau Merkel ist es
nur eine einsame Frau, die es tief bedauert, dass wir uns dem konsequenten
Gemetzel unserer amerikanischen Freunde im Irak feige entziehen. (Konsequent
insofern ebenfalls mit welch rigiden Mitteln sie nun die Kinderlosigkeit
sanktionieren will!) Man kann Sibylle Tönnies den Vorwurf nicht ersparen, dass sie
ein bisschen dumm herum ontologisiert, anstatt mal die vor ihrer Haustür
vorfindbare Situation mit ihrer romantischen Theorie abzugleichen. Und wer sind
denn die alten Männer, wenn nicht die überlebenden jungen von einst?
Der richtige Gedanke, dass die Soldaten, die jetzt wieder verheizt werden,
in Situationen gebracht werden, die sie im Falle ihres Überlebens niemals
seelisch werden verkraften können, benötigt gar zu schnell auch das Subjekt, die
Schuldigen. Und wer ist das? Na die, die nicht rechtzeitig ihrerseits zu
Opfern wurden. Ist es da zynisch zu vermuten, dass auch für Sibylle Tönnies nur
ein junger Mann ein guter Mann ist mit der zwangsläufigen Folge, dass er mit
der Zeit nur noch als toter Mann gut sein kann? Das hat sie vielleicht so
nicht sagen wollen! Aber leider hat sie es trotzdem getan. Und auf diese Weise
hat sie dafür gesorgt, dass ein eigentlich genialer Beitrag am Ende doch ein
wenig daneben geht. Genial, das ist diese Erkenntnis: "Wenn es heißt, dass
,blinde Waffen' verboten sind, insbesondere Massenvernichtungswaffen, so bedeutet
das, dass gezielte Waffen erlaubt sind. Gezielt auf wen? - Auf junge Männer.
Dabei sind sie in den meisten Fällen zwangsrekrutiert." Diese kleine
Einsicht wünscht man sich in diesen Tagen vor allem zugunsten der armen Schweine,
die in Uniformen des Irak zum Freiwild erklärt worden sind. Hinter ihnen stehen
die Elitegarden, um sie an der Flucht zu hindern, vor ihnen die
angloamerikanischen Techno-Soldiers, die sie genauso platt machen - und die vielleicht
wenig später einem umjubelten Selbstmordattentäter zum Opfer fallen. "Sie
bilden den Club der Untermenschen," stellt Tönnies in bitterstem Sarkasmus fest.
Und ein Gedanke hätte vielleicht mehr Beachtung verdient in diesem trotz
allen Einwänden so lesenswerten Beitrag: "Auch nach der Rechtsprechung des
Bundesverfassungsgerichts haben Deserteure kein Recht auf politisches Asyl. Sie
werden ausgeliefert - und sei es an Milosevic." Wenistens wir wollen uns dabei
ungern der Tatsache verschließen, dass das Bundesverfassungsgericht, das
solcherlei beschließt, heute längst nicht mehr die Kungelrunde alter Männer ist,
die es vielleicht einmal war. Die alten Weiber machen mit bei der Kujonierung
des Kanonenfutters, und heißen sie auch Margaret Thatcher, Indira Gandhi
oder Angela Merkel. Allein in der jüngeren Historie lässt sich die Liste mühelos
noch ein wenig verlängern. Aber schon Alice Schwarzer wußte: "Frauen sind
nicht die besseren Menschen. Sie hatten nur noch nicht soviele Gelegenheiten,
sich die Finger schmutzig zu machen." Nur diese Erkenntnis fehlte Frau
Tönnies, damit wir unsere Kritik hätten mit dem Satz bewenden lassen, dass die
treffliche Moral nirgends sehr weit trägt, aber schon gar nicht in der
Außenpolitik. Hier sind wir kaum weiter als wir es staatstheoretisch zur Zeit von Hobbes
waren. Womöglich noch nicht mal so weit!
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Einen Beitrag von Heide Oestreich aus der "taz" liest man nach der
Auseinandersetzung mit Sibylle Tönnies nur noch konsterniert. Allzu altbacken, bar
jeder Fantasie und intellektuellen Anstrengung, dagegen erfüllt von
feminstischer Pflicht- und Ritualerfüllung liest sich das, wenn schon der Titel wie aus
dem Brevier der Bewegungsbetroffenen geklaut heißt: "Den Sicherheitsbegriff
aus der Frauenperspektive füllen".
Und da geht es dann wieder nach der alten Leier "Frauen und Kinder zuerst",
man kann sich nicht mal mehr drüber aufregen, es langweilt nur noch
entsetzlich und erzeugt Verspannungen an Muskeln, von denen man nicht wußte, dass man
sie überhaupt hat. "Da die Waffenträger meist Männer sind und die
Unbewaffneten meist Frauen, verlangen Letztere wenigstens Schutz vor den bewaffneten
Stressattacken." --- Stressattacken? Wenn wir nicht genau wüßten, dass es immer
auch Frauen, Kinder, alte Männer, geistig Verwirrte und Lokomotivführer
TÖDLICH trifft in diesen elenden Zeiten, wir könnten solche weltabgewandten
Eufemismen in einen ganz falschen Hals kriegen.
"Um der Resolution Nachdruck zu verleihen, hat sich in Bonn am Wochenende
eine NGO gegründet, die sich als Lobby betätigen wird. Mindestens so lang, wie
Deutschland im Weltsicherheitsrat sitzt, will der ,Frauensicherheitsrat' auf
die Umsetzung der Resolution drängen." Mit anderen Worten, es sind wieder ein
paar Stellen für Frauen geschaffen worden, damit die Geld verdienen. Das ist
jetzt also der machtvolle "Frauensicherheitsrat". Eine neue Institution, die
man ins Feld führen wird, um der erstaunten Welt zu beweisen, wie viel man
für das Wohlergehen der Menschen ("Kombattanten" ausgenommen) in Kriegszeiten
tut. Bringen wird das zwar nichts, aber man kann nachher jedem sagen, wie
sehr man sich bemüht hat.
Man kann verstehen, dass das Verteidigungs- und das Außenministerium vor
Begeisterung nicht überschäumte . Aber immerhin: "Verteidigungsstaatssekretär
Walter Kolbow wies in einem Brief eigens darauf hin, dass sein Ministerium sich
dem ,Gedanken des Gender Mainstreaming verpflichtet fühlt'. Er stehe
,weiterhin für einen Gedankenaustausch zur Verfügung'."
[link=http://www.taz.de/pt/2003/03/31/a0111.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/03/31/a0111.nf/text[/link]
Das tun wir auch!
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VÄTERDEMO AM 14. JUNI IN BERLIN
Zum Schluss ein Veranstaltungshinweis. Wer schon immer an einer zentralen
Demo von Männern und Vätern teilnehmen wollte, hat endlich die Chance. Am 14.
Juni wollen nicht nur in Deutschland die Trennungsväter und Scheidungsopfer
auf die Straße gehen. Da es wenig Sinn hat, wenn die ohnehin sehr
übersichtliche "Männerbewegung" nach unterschiedlichen Betroffenheitsfraktionen geordnet
auf die Straße geht, sollten auch wir das unterstützen. Die RotenMänner werden
zwar am 14. Juni in Berlin keinen Büchertisch aufstellen und auch keine
Wandzeitungen pinseln. Aber wir werden dabeisein mit unseren Sonnenbrillen und
dem kleinen Böllerwagen samt Kühltasche! Hier die ersten Informationen sowie
ein Haufen Links dazu:
Newsletter des Väteraufbruch für Kinder
In den kommenden Wochen teilen wir mit, welche Busse (Routen) eingesetzt
werden.
a..
www.vafk.de/aktion/demo/140603/vorlagen/handzettel_demo_a4.pdf
b..
www.vafk.de/aktion/demo/140603/vorlagen/handzettel_demo_a5.pdf
c.. www.vafk.de/aktion/demo/140603/vorlagen/banner_demo.pdf
d.. www.vafk.de/aktion/demo/140603/vorlagen/plakat_demo_a4.pdf
Bitte weist auch in allen Foren und Gästebüchern auf die Demo und auf die
URL hin:
a.. www.demo.vafk.de
Bitte sprecht auch alle HP-Betreiber darauf an, daß sie auf ihren Seiten
einen gut sichtbaren Link anlegen.
Große zentrale bundesweite Väterdemo am 14. Juni 2003 ab 12:00 Uhr in Berlin
-> Gemeinsames Sorgerecht als Regelfall auch bei nichtehelichen
Kindern
-> Umgangsverweigerung ist eine strafbare Handlung
-> Schnelle Entscheidungen zum Wohl der Kinder
-> Hälftige Kinderbetreuungszeit als Chancengleichheit
-> Konsequente Gleichstellung im Familienrecht
Aus allen größeren Regionen sind Busse geplant, Fahrtgemeinschaften werden
vermittelt, in Berlin bestehen Übernachtungsmöglichkeiten. Bitte unbedingt
teilnehmen, frühzeitig anmelden und mithelfen! Weitere Infos:
Hotline 01805 - 120 120
WEB www.demo.vafk.de
Bundesverein "Väteraufbruch für Kinder e.V.", Palmental 3, 99817 Eisenach,
Tel. 01805 - 120 120, Fax 06627 - 91 48 37, eMail info@vafk.de, WEB:
www.vafk.de
Aktions-Spendenkonto: Sozialbank Hannover, BLZ 251 205 10, Kto. 8443 602
Tja, zugegeben, ein unter literarischen Gesichtspunkten etwas trockenes Ende
dieses Infos. Aber ich fand es einfach unheimlich wichtig, dass ihr alle
kommt, um zu zeigen, dass es euch auch wichtig ist, weil wir nur gemeinsam ....
Also jetzt mal ohne Scheiß! Wäre doch schön, wenn wir einen machtvollen Tross
der RotenMänner und ihrer Freunde auf die Beine stellen könnten. Hinterher
gehen wir dann zusammen schick ne Currywurst mit Pommes essen. Man braucht ja
immer was, worauf man sich freuen kann.
Also bereitet euch vor, weitere Infos folgen. Noch 9 ½ Wochen bis zur großen
Männer- und Väterdemo in Berlin!
Euer RedManAlex
(08.04.03)
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Wenn du das RoteMännerInfo nicht mehr beziehen willst, reicht eine
kurze Mitteilung an rotemaenner@gmx.net. Wenn du es über Dritte
kennengelernt hast und direkt beziehen möchtest, ebenfalls. Die
Mitteilung sollte so unzweideutig sein wie die Positionen der
RotenMänner und ihrer Unterstützer/innen! Wir sind politisch links und
liberal, wir stehen für eine soziale und ökologische Politik und kämpfen
dafür, dass diese nicht durch einen Vulgärfeminismus diskreditiert und
beeinträchtigt wird, wie er in allen relevanten linken Parteien inzwischen
starke Positionen erobert hat. Beiträge, Anregungen, Hinweise und
Feedback zu bzw. auf die RoteMännerInfos sind willkommen. Die
Weitergabe dieses Infos an Interessierte ist erlaubt und erwünscht
unter Angabe der Quelle. Lest und unterzeichnet das
RoteMännerManifest, das ihr - wie auch die Infos - unter
http://www.rotemaenner.de.tt findet! Schließlich findet ihr die Infos
regelmäßig auch in Monis Forum
http://www.f27.parsimony.net/forum66387/ sowie in Tommys Forum
http://f27.parsimony.net/forum66375/
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