Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg

Arne Hoffmann, Thursday, 03.04.2003, 21:32 (vor 8343 Tagen)

Wendy McElroy, Leiterin der US-amerikanischen liberalen Feministinnen "independet feminists" hat auf ihrer Website einige Artikel zum Irakkrieg im Angebot.

Beispielsweise stellt sie diesen irritierenden Kommentar einer Kolumnistin auf WorldNetDaily aus: <a href= http://www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=31855 >Hier klicken[/link]
Es geht um die weiblichen Soldaten, die im Irak zu Kriegsgefangenen wurden. Diese Dame schreibt: "Something is terribly wrong when the most powerful country on earth is assigning women service members to units where they are subject to capture, rape, torture and death, while able-bodied men are stationed out of harm's way or, worse still, at home in the comfort of their living rooms. Guys, do you hide under the covers and send you wives downstairs if you suspect a burglar is in your home? We look down our noses in disgust at Saddam Hussein's disregard for human life – and his brutal treatment of women – but we are deliberately sending our young women into combat zones so that they can be sacrificed on the altar of political correctness. Time for a reality check!" Gefoltert und ermordet zu werden ist für manche Damen offenbar immer noch Männersache.

Dem FBI zufolge wird derweil erwartet, dass Al-Qaida zunehmend Frauen bei Terroranschlägen einsetzt: <a href= http://www.nj.com/newsflash/washington/index.ssf?/cgi-free/getstory_ssf.cgi?a0866_BC_Al... >Hier klicken[/link]

In einem eigenen Essay wendet sich McElroy gegen eine Instrumentalisierung des Irakkrieges durch linke Feministinnen: <a href= http://www.ifeminists.net/introduction/editorials/2003/0401.html

Hier klicken[/link]

Generell kann ich McElroys Website - http://www.ifeminists.net - auch für andere Themen nur empfehlen, falls ihr gut englisch könnt und an einer Debatte jenseits der deutschen Landesgrenzen interessiert seid. Ein interessanter aktueller Beitrag dreht sich etwa um die feministische Vernachlässigung der Männergesundheit bei der Weltgesundheitsorganisation WHO: <a href=
http://www.ifeminists.net/introduction/editorials/2003/0401roberts.html

Hier klicken[/link] Zitat: --- What is most disturbing, though, is how feminists have highjacked entire public health initiatives. Take violence, for example. Globally, men are twice as likely as women to die of violent causes. But the recent WHO Report on Violence and Health conveys exactly the opposite impression. The Report repeatedly downplays the effects of violence on men. For example, in the discussion on Child Soldiers (page 235), there is no mention made of the fact that almost all children forced into military combat are male. Conversely, the Report exaggerates the effects of violence on women. For example, the Report claims on page 224, "Single and isolated refugees, as well as women who are heads of households, may be at particular risk of suffering psychological stress." It is irrational to imply, as this sentence does, that single refugee men who are heads of households are not also at risk of suffering from stress. As a result of these women's health initiatives, health services at the local level now often ignore men. For example, in many countries in Africa, the entire primary health care system is geared around maternal and child health clinics. Although important, such services are unlikely to address the pressing needs of men's health. (...) The WHO needs to answer a simple question: Do the lives of half the world's population count for less because they happen to be male? ---

Herzlicher Gruß

Arne

Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg

Manfred, Thursday, 03.04.2003, 22:03 (vor 8343 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg von Arne Hoffmann am 03. April 2003 18:32:40:

Wieder wurde eine gute Chance verpaßt, Frauen auch nur anähernd als gleichwertig empfinden zu dürfen. Die Sachlichen Argument bringt die "Dame" in ihrem Artikel ja selbst vor. Die Tatsache, daß und wie sie es tut, bestätigt mich in dieser Ansicht noch.
Der Soldatin Jessica Lynch (was für ein Name) kann man wohl selber noch am wenigsten vorwerfen, schließlich ist es keine Schuld befreit zu werden und eine Fürsprecherin wie Wendy McElroy zu haben, aber beinahe möchte man fragen, wer eigentlich wovor befreit wurde. Sie aus dem Irak, oder der Irak vor dem Feminismus? Und wie befreien wir uns von den McElroy's ?

Gruß
Manfred

kleines Missverständnis

Arne Hoffmann, Thursday, 03.04.2003, 22:19 (vor 8343 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg von Manfred am 03. April 2003 19:03:10:

Hi Manfred,

Der Soldatin Jessica Lynch (was für ein Name) kann man wohl selber noch am wenigsten vorwerfen, schließlich ist es keine Schuld befreit zu werden und eine Fürsprecherin wie Wendy McElroy zu haben, aber beinahe möchte man fragen, wer eigentlich wovor befreit wurde. Sie aus dem Irak, oder der Irak vor dem Feminismus? Und wie befreien wir uns von den McElroy's ?

Offenbar habe ich unklar formuliert. Wendy McElroy stellt auf ihrer Website nur den Kommentar dieser Kolumnistin aus, um zu zeigen, wie seltsam manche Leute drauf sind. Sie selber würde sich deiner Meinung höchstwahrscheinlich anschließen und ist ja in den USA auch eine prominente Unterstützerin und Partnerin der liberalen Männerbewegung.

Herzlicher Gruß

Arne

Re: kleines Missverständnis

Manfred, Thursday, 03.04.2003, 22:42 (vor 8342 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: kleines Missverständnis von Arne Hoffmann am 03. April 2003 19:19:32:

Ja, der Artikel selber scheint ja von einer Jane Chastain zu stammen. Ich habe wohl nicht aufmerksam genug gelesen, konnte aber tatsächlich kein Anzeichen einer Distanzierung vom Text erkennen. Wie dem auch sei, es soll niemandem Unrecht getan werden.
Danke für die Klärung, Arne!

Gruß,
Manfred

Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg

pit b., Friday, 04.04.2003, 15:32 (vor 8342 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg von Manfred am 03. April 2003 19:03:10:

Ich zweifele daran ob die Rettung von Jessica Lynch überhaupt echt war.

In der Rheinischen Post hab ich gelesen dass sie mittlerweile als Nationalheldin gefeiert wird.
Was ich aber übertrieben finde.
Die Leistung die sie erbracht hat bestand jedeglich darin sich gefangen nehmen und danach von einer Spezialheinheit rettetn zu lassen.

Und das es sich dabei noch um eine junge hübsche Frau handelt, die den Beschützerinstinkt weckt, lässt mich vermuten dass es sich dabei um Propaganda handelt.

Ich glaube auch nicht das das amerikanische Millitär eine 19ige in den Krieg schickt. Das finde sogar ich als Wehrpflichtiger als ein zu zahtes Alter ist um hinterher noch ein normales Leben zu führen.

Die männlichen Soldaten hingegen, die im Krieg gestorben sind, werden nirgends erwähnt, geschweige denn als Nationalhelden gefeiert. Ungefär so wie man den Pistolenkugeln, die die gegnerischen Soldaten zerfetzen, auch keine Namen gibt.
Bei Männern ist es selbstverständlich im Krieg zu sterben.
Aber eine gerettete, junge und hübswchen Frau wird gerne als Heldin gefeiert um den nationalen Stolz zu fördern.

Passend zum Thema : Ein schönes Gedicht

Oberkellner, Friday, 04.04.2003, 16:26 (vor 8342 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg von pit b. am 04. April 2003 12:32:24:

... aus Kims Frauen-Forum


Jessica Lynch, amerikanische Schönheit
============================

Dein Name ist Freiheit,
die nicht vom Himmel fällt,
dir nicht geschenkt wird,
die dem Bösen abgerungen werden muß.

Du bist schön,
bist verletztlich.
doch stärker als jede Tyrannei -
Heldin des Guten.

Du sahst dem Bösen ins Auge,
wärst ihm fast unterlegen.
Doch Dein Kampfesmut siegte.
Ich rühme die Taten Deiner Helfer.

Doch die Heuchler, die jetzt weinen
um des Menschenfressers Macht -
Sie werden ihr Haupt verhüllen mit Lumpen,
so wie es tun die Anbeter des dümmsten Gottes.

LOL

Re: Geschlechterdebatte im Irakkrieg

Peter, Friday, 04.04.2003, 18:59 (vor 8342 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg von pit b. am 04. April 2003 12:32:24:

Ich zweifele daran ob die Rettung von Jessica Lynch überhaupt echt war.

Bastelt du eine Verschwörungsteorie? Das Medienereignis schien mir zu groß, um es zu stellen.

Groß war natürlich das Ereignis nur als Medienereignis, nicht in der Wirklichkeit; und es passte den Militärs in den Kram, um abzulenken, dass man immer noch nicht gewonnen hat.

In der Rheinischen Post hab ich gelesen dass sie mittlerweile als Nationalheldin gefeiert wird.
Was ich aber übertrieben finde.

Finde ich auch.

Die Leistung die sie erbracht hat bestand jedeglich darin sich gefangen nehmen und danach von einer Spezialheinheit rettetn zu lassen.
Und das es sich dabei noch um eine junge hübsche Frau handelt, die den Beschützerinstinkt weckt, lässt mich vermuten dass es sich dabei um Propaganda handelt.

Propaganda ist nicht nur das Erfinden von Geschichten, sondern auch das Aufbauschen von kleinem Killefit und das Verschweigen von Misserfolgen.

Ich glaube auch nicht das das amerikanische Millitär eine 19ige in den Krieg schickt. Das finde sogar ich als Wehrpflichtiger als ein zu zahtes Alter ist um hinterher noch ein normales Leben zu führen.

"The average soldier in Vietnam was nineteen ... nineteen ... nineteen" (Hit aus den Achtzigern)

Unter 25 ist das beste Kampfesalter - stark in den Muskeln und ungebunden in der Welt, da stürmt man schon mal gegen eine MG-Stellung.

Die männlichen Soldaten hingegen, die im Krieg gestorben sind, werden nirgends erwähnt, geschweige denn als Nationalhelden gefeiert. Ungefär so wie man den Pistolenkugeln, die die gegnerischen Soldaten zerfetzen, auch keine Namen gibt.

Tote machen keine gute Propaganda. Was passierte übrigens mit den zehn(?) anderen Soldaten, die zusammen mit Jessica Lynch vom Weg abkamen und überwältigt wurden? Schweigen im Blätterwalde.

Bei Männern ist es selbstverständlich im Krieg zu sterben.
Aber eine gerettete, junge und hübswchen Frau wird gerne als Heldin gefeiert um den nationalen Stolz zu fördern.

Die Propagandamaschine nutzt halt die Vorstellungen im Volk, und die sehen noch die Männer als Beschützer der Frauen - wie das passt zum Waffendienst von Frauen, das gibt keine Schlagzeilen.

Gruß,

Peter
(dem diese Jessica Lynch Geschichte auch übel aufstieß, dies aber nicht Jessica übelnimmt)

Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg

Damian, Friday, 04.04.2003, 23:47 (vor 8341 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Re: Wendy McElroy zur Geschlechterdebatte im Irakkrieg von pit b. am 04. April 2003 12:32:24:

Ich zweifele daran ob die Rettung von Jessica Lynch überhaupt echt war.
In der Rheinischen Post hab ich gelesen dass sie mittlerweile als Nationalheldin gefeiert wird.
Was ich aber übertrieben finde.

Die Leistung die sie erbracht hat bestand jedeglich darin sich gefangen nehmen und danach von einer Spezialheinheit rettetn zu lassen.
Und das es sich dabei noch um eine junge hübsche Frau handelt, die den Beschützerinstinkt weckt, lässt mich vermuten dass es sich dabei um Propaganda handelt.
Ich glaube auch nicht das das amerikanische Millitär eine 19ige in den Krieg schickt. Das finde sogar ich als Wehrpflichtiger als ein zu zahtes Alter ist um hinterher noch ein normales Leben zu führen.
Die männlichen Soldaten hingegen, die im Krieg gestorben sind, werden nirgends erwähnt, geschweige denn als Nationalhelden gefeiert. Ungefär so wie man den Pistolenkugeln, die die gegnerischen Soldaten zerfetzen, auch keine Namen gibt.
Bei Männern ist es selbstverständlich im Krieg zu sterben.
Aber eine gerettete, junge und hübswchen Frau wird gerne als Heldin gefeiert um den nationalen Stolz zu fördern.

Übertrieben ist gut. Was hier in den Medien veranstaltet wird, ist pervers.
Warum es heutzutage für das Heldsein genügt, verletzt (aber nicht getötet) zu werden und weiblicher Natur zu sein, entzieht sich meiner Kenntnis.

Die Frage, die sich stellt: was ist mit den anderen (männlichen) Gefangenen? Sind sie weniger wert? Taugen sie nicht zur Emotionalisierung?
Nur Zufall, dass gerade sie zur Befreiung ausgesucht wurde?
Vieles spricht für eine einzige Inszenierung, aber selbst bei manchen Frauen hat das Getue Kopfschütteln ausgelöst.

Gruss,
Damian

Re: Passend zum Thema : Ein schönes Gedicht

Max, Saturday, 05.04.2003, 21:28 (vor 8341 Tagen) @ Oberkellner

Als Antwort auf: Passend zum Thema : Ein schönes Gedicht von Oberkellner am 04. April 2003 13:26:27:

... aus Kims Frauen-Forum

Jessica Lynch, amerikanische Schönheit
============================
Dein Name ist Freiheit,
die nicht vom Himmel fällt,
dir nicht geschenkt wird,
die dem Bösen abgerungen werden muß.
Du bist schön,
bist verletztlich.
doch stärker als jede Tyrannei -
Heldin des Guten.
Du sahst dem Bösen ins Auge,
wärst ihm fast unterlegen.
Doch Dein Kampfesmut siegte.
Ich rühme die Taten Deiner Helfer.
Doch die Heuchler, die jetzt weinen
um des Menschenfressers Macht -
Sie werden ihr Haupt verhüllen mit Lumpen,
so wie es tun die Anbeter des dümmsten Gottes.

LOL

Oh Gott. Ist das von Eva Marple? Garantiert. Hat sie´s/er´s vom Irak aus ins Netz gestellt? Ja wie - Nein? Soll das heißen, daß sie/er es bedauert, nicht selbst Gelegenheit erhalten zu haben, den eigenen Heldenmut unter Beweis zu stellen? Sei´s drum: Die Dichtung dieses Dichters dichtet nicht ganz dicht.

- Max

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