Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit
Als Antwort auf: Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit von Stefan G. am 29. März 2003 20:08:26:
Hallo Bruno,
hast Du Dich mal bei einem Mediziner kundig gemacht, warum das eigentlich so ist? Ich hab' da mal vor einiger Zeit bei meiner Krankenversicherung nachgefragt und die meinten, daß dies statistische Gründe hat. Sie nannten mir nur das Beispiel Unterleibskrebs, an dem Frauen schon sehr früh erkranken können (deswegen die frühe Vorsorge), Darmkrebs bspw. bei Männern allerdings eher zwischen dem 40 und 50 Lebensjahr auftritt. Ich hatte den Eindruck, daß hier einfach statistisch gewertet wurde, wann bei welchem Geschlecht welche Tumorart verstärkt auftritt und daraus resultierte dann die Finanzierung dieses Vorsorgesystems. Allerdings wurde ich bei weitergehenden Fragen an den medizinischen Dienst der Krankenversicherung verwiesen. Es wäre mal interessant, bei einem Mediziner nachzufragen, wie die Dinge denn nun wirklich stehen.
Gruß
Stefan
Hallo Stefan,
1970, als die gesetzliche Krebsvorsorge eingeführt wurde, war die Erkenntnis tatsächlich so, dass Gebärmutterhalkrebs und Brustkrebs schon in den frühen Jahren bei Frauen relavanter sind als z.B. Prostatakrebs bei den Männern.
Allerdings wurde das Vorsorgeangebot aufgeweitet, hat aber die Mindesteinstiegsaltersgrenzen belassen. Deshalb gilt die gesetzliche Krebsvorsorge beim Hautkrebs für Frauen schon ab 30 Jahren und die für die Männer erst ab 45, da es im Gesetz nach wie vor die Grenze ab 45 für Männer gibt. Und das obwohl männer in jeder Altersgruppe die Männer eine höhere Hautkrebserkrankungsrate zeigen als Frauen. In der Altersgruppe zwischen 30 und 45, also der Gruppe, die durch die Benachteiligung betroffen ist, ist die Krebserkrabkungsrate an Hautkrebs fast 50% höher als die der Frauen!
Trotzdem bekommen die Frauen die Vorsorge bezahlt, Männer nicht!
Übrigens: Bei nahezu allen nicht geschelchtsspezifischen Krebsarten liegt die Krebserkrankungsrate bei Männern in allen Altersgruppen höher als die der Frauen. Erst ab der Altersgruppe, in der die Lebenswerwartung der Männer fällt, ist die Erkrankungsrate der Frauen höher, was natürlich klar ist. Wenn es nur noch Frauen gibt, können auch nur noch Frauen erkranken.
Bei Hodenkrebs existiert zudem noch der spezielle Fall, dass in der Altersgruppe zwischen 20 und 40 eine Erhöhung der Erkrankungsrate vorhanden ist. Trotzdem wird in der Krebsfrüherkennung dem nicht Rechnung getragen und es bleibt bei dem Einstiegsalter von 45 Jahren für Männer.
Gruß
Bruno
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- Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit -
Stefan G.,
27.03.2003, 19:58
- Re: Ich würde das mal an die Medien weiterleiten! n/t -
Joachim,
27.03.2003, 21:18
- Da braucht man eine andere Strategie! - Stefan G., 28.03.2003, 11:08
- Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit -
Bruno,
28.03.2003, 13:59
- Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit - Odin, 29.03.2003, 21:02
- Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit -
Stefan G.,
29.03.2003, 22:08
- Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit - Bruno, 01.04.2003, 15:11
- Re: Ich würde das mal an die Medien weiterleiten! n/t -
Joachim,
27.03.2003, 21:18