Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Andreas, Monday, 31.03.2003, 00:33 (vor 8346 Tagen)

hallo,

gerade habe ich Rundschau auf BR gesehen. Dort hieß es, daß immer weniger Jungen aufs Gymnasium gehen. Grund: das Erziehungswesen werde von Frauen dominiert, den Jungs fehlt es dementsprechend an männlichen Orientierungspersonen. Außerdem: den Jungs mangelt es an Lesekompetenz. Der Deutsche Philologenverband fordert jetzt die Einführung spezieller Förderungsprogramme für Jungs.

schönen Gruß,
Andreas

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Alex, Monday, 31.03.2003, 00:40 (vor 8346 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Andreas am 30. März 2003 21:33:02:

Hallo Andreas,

neiiin, nicht noch mehr Separatismus... ich würde sagen: Männer, werdet Erzieher.

Gruß

Alex

hallo,
gerade habe ich Rundschau auf BR gesehen. Dort hieß es, daß immer weniger Jungen aufs Gymnasium gehen. Grund: das Erziehungswesen werde von Frauen dominiert, den Jungs fehlt es dementsprechend an männlichen Orientierungspersonen. Außerdem: den Jungs mangelt es an Lesekompetenz. Der Deutsche Philologenverband fordert jetzt die Einführung spezieller Förderungsprogramme für Jungs.
schönen Gruß,
Andreas

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Andreas, Monday, 31.03.2003, 00:52 (vor 8346 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 30. März 2003 21:40:28:

Hi Alex,

neiiin, nicht noch mehr Separatismus... ich würde sagen: Männer, werdet Erzieher.
Gruß
Alex

ich weiß nicht, ich habe mal gelesen, daß Alkoholiker in einer Therapie mehr Erfolg haben, wenn sie in einer auschließlich männlichen Gruppe sind. Vielleicht kann man das vergleichen. Es ist doch durchaus denkbar, daß Knaben vor allem auf Defizitgebieten etwas besser vorankommen würden, wenn sie unter sich sind, ergänzt durch ein gutes Lernkonzept. Dann müssen sie sich nicht vor Mädchen beweisen, könnten leichter über ihre Probleme reden und Schwächen eingestehen. Auf einigen Gebieten wäre es sicher ganz gut, wenn man die Koedukation aufheben könnte.

schönen Gruß,
Andreas

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Alex, Monday, 31.03.2003, 01:00 (vor 8346 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Andreas am 30. März 2003 21:52:24:

Nochmal huhu!

Also ich lehne JEDEN Versuch der Separation ab.... dazu zählt für mich aber auch eine Erziehung, nach der "Jungen" dann "Mädchen" irgendetwas beweisen müssen, u.ä. Schwachsinn.

Das reale Leben besteht nicht aus getrennten Gruppen.... und für dieses reale Leben lernen die Kinder. Eine Trennung, würde diese reale Welt zeitweise verzerren und später die Orientierung erschweren.

Gruß

Alex

ich weiß nicht, ich habe mal gelesen, daß Alkoholiker in einer Therapie mehr Erfolg haben, wenn sie in einer auschließlich männlichen Gruppe sind. Vielleicht kann man das vergleichen. Es ist doch durchaus denkbar, daß Knaben vor allem auf Defizitgebieten etwas besser vorankommen würden, wenn sie unter sich sind, ergänzt durch ein gutes Lernkonzept. Dann müssen sie sich nicht vor Mädchen beweisen, könnten leichter über ihre Probleme reden und Schwächen eingestehen. Auf einigen Gebieten wäre es sicher ganz gut, wenn man die Koedukation aufheben könnte.
schönen Gruß,
Andreas

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Manfred, Monday, 31.03.2003, 01:21 (vor 8346 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 30. März 2003 22:00:39:

Also ich lehne JEDEN Versuch der Separation ab...

Ich persönlich lehne zunächst nichts ab, solange ich nicht wirklich davon überzeugt bin, daß es Unsinn ist. Die einzige Alternative zur Jungenförderung wäre wohl eine Abschaffung einseitiger Mädchenförderung. Ist aber die Frage ob man da weiterkommt, da ich mir gut vorstellen kann, daß man bei den Verantwortlichen das Vorhandensein einer solchen Mädchenförderung gar nicht eingesteht. Falls doch, kann ich mir nicht vorstellen, daß frau(auch man) in absehbarer Zeit derartige "Errungenschaften" aufgeben will.

Den Sexismus in seinem Lauf hält weder Masochist noch Weichei auf :-D

Gruß
Manfred

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Alex, Monday, 31.03.2003, 01:35 (vor 8346 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Manfred am 30. März 2003 22:21:58:

Hi Manfred,

ich würde die Sache eher von einer anderen Seite angehen... einer Seite bei der Geschlechter gar keine Rolle spielen... dann hast Du diesen schwachsinnigen Streß nicht...

Guck Dir mal an, wie z.B. in Schweden gelehrt wird. Nämlich mit individuellem Eingehen auf den jeweiligen Themenzugang eines Kindes... und durch aufzeigen von Zugangsmöglichkeiten. DA lernt man echt zu lernen! Ganz zu schweigen davon, dass die Motivation der Kinder dadurch viel größer ist.

Und der ganze Geschlechterschwachsinn ist unnötig.

Gruß

Alex

Ich persönlich lehne zunächst nichts ab, solange ich nicht wirklich davon überzeugt bin, daß es Unsinn ist. Die einzige Alternative zur Jungenförderung wäre wohl eine Abschaffung einseitiger Mädchenförderung. Ist aber die Frage ob man da weiterkommt, da ich mir gut vorstellen kann, daß man bei den Verantwortlichen das Vorhandensein einer solchen Mädchenförderung gar nicht eingesteht. Falls doch, kann ich mir nicht vorstellen, daß frau(auch man) in absehbarer Zeit derartige "Errungenschaften" aufgeben will.
Den Sexismus in seinem Lauf hält weder Masochist noch Weichei auf :-D
Gruß
Manfred

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Manfred, Monday, 31.03.2003, 01:55 (vor 8346 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 30. März 2003 22:35:09:

Ich kenne das schwedische System jetzt nicht explizit, unterstelle aber mal, es ist dem finnischen nicht ganz unähnlich. Darüber ernsthaft nachzudenken würde ich für vielversprechend halten.
War auch beeindruckend für mich in einem TV-Bericht zu sehen, wie dort Lehrer und Schüler GEMEINSAM zu Tisch ihre Mahlzeit einnehmen, während sich bei uns der Lehrkörper ins Lehrerzimmer oder sonstwo zurückzieht, ständig den Standesunterschied achtend.
Ich bin sehr pessimistisch, daß wir da mittel- oder gar kurzfristig mit unserer Beamtenmentalität was hinkriegen. Das heißt natürlich nicht, daß man es nicht versuchen soll. Im Gegenteil, dringender denn je!

Gruß,
Manfred

Re: Zustimmung! n/t

Jolanda, Monday, 31.03.2003, 03:08 (vor 8346 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Manfred am 30. März 2003 22:55:31:

Ich kenne das schwedische System jetzt nicht explizit, unterstelle aber mal, es ist dem finnischen nicht ganz unähnlich. Darüber ernsthaft nachzudenken würde ich für vielversprechend halten.
War auch beeindruckend für mich in einem TV-Bericht zu sehen, wie dort Lehrer und Schüler GEMEINSAM zu Tisch ihre Mahlzeit einnehmen, während sich bei uns der Lehrkörper ins Lehrerzimmer oder sonstwo zurückzieht, ständig den Standesunterschied achtend.
Ich bin sehr pessimistisch, daß wir da mittel- oder gar kurzfristig mit unserer Beamtenmentalität was hinkriegen. Das heißt natürlich nicht, daß man es nicht versuchen soll. Im Gegenteil, dringender denn je!
Gruß,
Manfred

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Maesi, Wednesday, 02.04.2003, 00:29 (vor 8344 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 30. März 2003 22:35:09:

Hallo Alex

ich würde die Sache eher von einer anderen Seite angehen... einer Seite bei der Geschlechter gar keine Rolle spielen... dann hast Du diesen schwachsinnigen Streß nicht...

Zustimmung

Guck Dir mal an, wie z.B. in Schweden gelehrt wird. Nämlich mit individuellem Eingehen auf den jeweiligen Themenzugang eines Kindes... und durch aufzeigen von Zugangsmöglichkeiten. DA lernt man echt zu lernen! Ganz zu schweigen davon, dass die Motivation der Kinder dadurch viel größer ist.

Ich kenne das System in Schweden ebenfalls nicht. Aber der Ansatz scheint durchaus sinnvoll zu sein.

Und der ganze Geschlechterschwachsinn ist unnötig.

Wiederum Zustimmung. Nur geht Deine Kritik am Kern der Sache vorbei. Waehrend frueher die Frauenbewegung eine der wichtigsten Befuerworterinnen der Koedukation war, verwirft sie diese heute je laenger je mehr. Da werden zig spezielle Foerderkurse fuer Maedchen und Frauen angeboten. Im Unternehmen, in dem ich arbeite, wurde beispielsweise vor einigen Jahren ein Kurs ueber Computernetzwerke speziell fuer Frauen angeboten; dass sich die Zahl der Netzwerkexpertinnen daraufhin signifikant erhoeht haette, war allerdings nicht festzustellen. Auch die Volkshochschule macht diesen Unsinn mit und bietet Kurse an, zu denen der Zutritt fuer Maenner verboten ist (das Umgekehrte gibt es selbstverstaendlich nicht). Ich habe sogar schon von einer Frauenuniversitaet gelesen. Und immer werden dieselben Argumente praesentiert: Maedchen und Frauen lernten anders als Maenner, und braeuchten deshalb speziell auf sie zugeschnittene Kurse und Ausbildungen. Die verwendete Argumentationslinie impliziert normalerweise, dass das jetzige System Jungen und Maenner bevorzugt. Es ist (zumindest bei den Jungen) gerade das Gegenteil der Fall; die Ausbildung an der Schule entspricht viel eher den Maedchen als den Jungen, was sich bekanntlich auch in den Schulnoten niederschlaegt. Somit muesste man, logisch betrachtet, eher Foerderkurse fuer Jungen denn fuer Maedchen anbieten.
Hier werden systematisch durch Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Privilegien (eben Spezialausbildungen fuer Frauen) installiert, die eine geschlechterbezogene Schieflage hervorrufen und obendrein nicht selten noch von der oeffentlichen Hand mitfinanziert werden. Die Kritik an dieser subtilen Maennerdiskriminierung ist selbstverstaendlich legitim, ja sogar notwendig. Gefoerdert werden sollen jene, die eine Schwaeche auf bestimmten Gebieten aufweisen; auch Begabte sollen durchaus speziell gefoerdert werden. Ganz so, wie Du das ja offenbar selber vorschlaegst. Bloss: ich lehne es ab, das biologische Geschlecht 'weiblich' generell als Begruendung fuer eine Sonderausbildungen heranzuziehen; das ist simpler Rassismus. Leider betaetigen sich hier zahllose feministische und feministisch angehauchte Organisationen und Individuen in maenner- und jungendiskriminierender Art und Weise und das sogar mit staatlicher Unterstuetzung; es ist flashc, ja sogar gefaehrlich vor den teilweise apartheidartigen, geschlechtergetrennten Auswuechsen mit Maedchen- und Frauenbevorzugungen bzw. Jungen- und Maennerbenachteiligungen einfach die Augen zu verschliessen.
Das hat auch keineswegs etwas mit Neid zu tun, wie oftmals behauptet wird, sondern vielmehr mit Gerechtigkeit. Ausserdem tun sich die speziell gefoerderten (und manchmal sogar verhaetschelten) Frauen keinen Gefallen. Faehige Frauen haben die Sonderfoerderung nicht noetig und lehnen sie sogar haeufig ab. Sie wissen naemlich genau: spaetestens im Job muessen die speziell Gefoerderten ihre Hosen runterlassen, und dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die in einem strikt auf Frauen beschraenkten, sozialen Treibhaus Ausgebildeten sich gewissermassen in freier Wildbahn nicht (mehr) zurechtfinden, ist ungleich hoeher als bei jenen, die von Anfang darin (mit Maennern) grossgeworden sind.
Es ist aber auch eine Frage der Kosten. Wie teuer duerfen die Sonderausbildungen sein? Kinder reicher Leute werden da wohl immer einen gewissen Vorteil haben. Und wer soll wieviel von oeffentlich finanzierten Sonderausbildungen profitieren? Inwieweit sind sie ueberhaupt sinnvoll? Ist es beispielsweise tatsaechlich sinnvoll Minder- oder Mehrbegabte voellig von Normalbegabten zu trennen? Wenn die Paedagogik zum Schluss kommt, dass in bestimmten Teilbereichen die Verabschiedung von der koedukativen Ausbildung sinnvoll ist, dann muesste konsequenterweise auch abgeklaert werden, in welcher Form auch die Jungen in geschlechtergetrennten Faechern besser unterrichtet werden koennen. Genau da sieht es aber momentan zappenduster aus. Es ist auschliesslich die Rede davon, wie Maedchen maedchengerechter unterrichtet werden sollen. Die Beduerfnisse von Jungen werden (einmal mehr) vergessen oder ignoriert.

Gruss

Maesi

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Jolanda, Wednesday, 02.04.2003, 00:55 (vor 8344 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Maesi am 01. April 2003 21:29:12:

Hallo Maesi :-)

Schön wieder mal von dir zu lesen. Ich hätte da noch eine kleine Bitte, könntest du bei so langen Texten, hin und wieder einen Abschnitt machen. Es ist so schwer so lange Texte zu lesen, wenn alles am Stück geschrieben ist ;-)

Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Alex, Wednesday, 02.04.2003, 04:19 (vor 8344 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Maesi am 01. April 2003 21:29:12:

Hallo Maesi!

Und der ganze Geschlechterschwachsinn ist unnötig.
Wiederum Zustimmung. Nur geht Deine Kritik am Kern der Sache vorbei. Waehrend frueher die Frauenbewegung eine der wichtigsten Befuerworterinnen der Koedukation war, verwirft sie diese heute je laenger je mehr.

Man(n) kann Schwachsinn aber nicht mit Gegen-Schwachsinn beantworten. Zumindest ich kann und will das nicht! Wir sind alle Menschen, die auf dieser Erde leben und eine Separation verzerrt das Bild der Kinder zu unserer aller Ungunsten. Das will ich nicht!

Da werden zig spezielle Foerderkurse fuer Maedchen und Frauen angeboten. Im Unternehmen, in dem ich arbeite, wurde beispielsweise vor einigen Jahren ein Kurs ueber Computernetzwerke speziell fuer Frauen angeboten; dass sich die Zahl der Netzwerkexpertinnen daraufhin signifikant erhoeht haette, war allerdings nicht festzustellen. Auch die Volkshochschule macht diesen Unsinn mit und bietet Kurse an, zu denen der Zutritt fuer Maenner verboten ist (das Umgekehrte gibt es selbstverstaendlich nicht). Ich habe sogar schon von einer Frauenuniversitaet gelesen. Und immer werden dieselben Argumente praesentiert: Maedchen und Frauen lernten anders als Maenner, und braeuchten deshalb speziell auf sie zugeschnittene Kurse und Ausbildungen. Die verwendete Argumentationslinie impliziert normalerweise, dass das jetzige System Jungen und Maenner bevorzugt.

Es ist aber ein großer Gegen-Schwachsinn, darauf mit gleichen Mitteln zu antworten. Wenn die Jungen, was ja Pisa gezeigt hat, an den Schulen schlechter lernen, dann würde ich kein Wort über Sonderkurse für Jungen verlieren. Stattdessen würde ich das Lernsystem individuell anpassen. Ich hab mich länger mit dem Lernen beschäftigt (inkl. Superlearning und ähnlichen Dingen) und ich weiß, dass die perfekte Lernmethodik individuell ist, und erst viel später geschlechtsspezifisch.
Das ist es, was mich an vielen stört: Viele sehen vor lauter Geschlechterkampf, das Individuum nicht mehr.... und das differenziert sich eben durch weit mehr, als nur durch das Geschlecht von anderen.

Es ist (zumindest bei den Jungen) gerade das Gegenteil der Fall; die Ausbildung an der Schule entspricht viel eher den Maedchen als den Jungen, was sich bekanntlich auch in den Schulnoten niederschlaegt.

Fakt ist, dass die deutsche Ausbildung im Vergleich zu unseren Nachbarländern einfach schlecht ist. Und ich werte die Problematik des Individuums viel höher, als die des Geschlechts. Im Vergleich mit unseren Nachbarn waren nämlich auch unsere Mädels echt mies.

Somit muesste man, logisch betrachtet, eher Foerderkurse fuer Jungen denn fuer Maedchen anbieten.

Nein! s.o. Dann wird das ein endloses Spiel und unsere Kinder Instrument des Geschlechterkampfs.
Denk endlich kreativer! Wenn das Individuum gefördert wird, ist das Geschlecht vollkommen gleichgültig!

Hier werden systematisch durch Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Privilegien (eben Spezialausbildungen fuer Frauen) installiert, die eine geschlechterbezogene Schieflage hervorrufen und obendrein nicht selten noch von der oeffentlichen Hand mitfinanziert werden. Die Kritik an dieser subtilen Maennerdiskriminierung ist selbstverstaendlich legitim, ja sogar notwendig.

Nochmal: Schwachsinn mit Gegen-Schwachsinn zu beantworten ist falsch! Es kommt dann unter dem Strich immernoch nur Schwachsinn heraus!

Gefoerdert werden sollen jene, die eine Schwaeche auf bestimmten Gebieten aufweisen; auch Begabte sollen durchaus speziell gefoerdert werden. Ganz so, wie Du das ja offenbar selber vorschlaegst. Bloss: ich lehne es ab, das biologische Geschlecht 'weiblich' generell als Begruendung fuer eine Sonderausbildungen heranzuziehen; das ist simpler Rassismus.

Eben deshalb sollten kreativere Antworten gefunden werden. Davon rede ich doch die ganze Zeit.

Leider betaetigen sich hier zahllose feministische und feministisch angehauchte Organisationen und Individuen in maenner- und jungendiskriminierender Art und Weise und das sogar mit staatlicher Unterstuetzung; es ist flashc, ja sogar gefaehrlich vor den teilweise apartheidartigen, geschlechtergetrennten Auswuechsen mit Maedchen- und Frauenbevorzugungen bzw. Jungen- und Maennerbenachteiligungen einfach die Augen zu verschliessen.

Das ändert nichts daran, dass es nur eine Chance gibt das zu ändern, wenn man sich nicht dauernd auf das Geschlecht bezieht... sondern eben auf das Individuum!

Das hat auch keineswegs etwas mit Neid zu tun, wie oftmals behauptet wird, sondern vielmehr mit Gerechtigkeit. Ausserdem tun sich die speziell gefoerderten (und manchmal sogar verhaetschelten) Frauen keinen Gefallen. Faehige Frauen haben die Sonderfoerderung nicht noetig und lehnen sie sogar haeufig ab. Sie wissen naemlich genau: spaetestens im Job muessen die speziell Gefoerderten ihre Hosen runterlassen, und dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die in einem strikt auf Frauen beschraenkten, sozialen Treibhaus Ausgebildeten sich gewissermassen in freier Wildbahn nicht (mehr) zurechtfinden, ist ungleich hoeher als bei jenen, die von Anfang darin (mit Maennern) grossgeworden sind.

Deswegen meine Bemerkung zur Koedukation. Es macht keinen Sinn, sich von der Realität zu entfernen... dann lernt man Dinge, die real nicht nützlich sind.

Es ist aber auch eine Frage der Kosten. Wie teuer duerfen die Sonderausbildungen sein? Kinder reicher Leute werden da wohl immer einen gewissen Vorteil haben. Und wer soll wieviel von oeffentlich finanzierten Sonderausbildungen profitieren? Inwieweit sind sie ueberhaupt sinnvoll? Ist es beispielsweise tatsaechlich sinnvoll Minder- oder Mehrbegabte voellig von Normalbegabten zu trennen?

Kinder der Reichen profitieren seit je her von dem, was ich hier für alle fordere. Nämlich der individuellen Förderung, die bisher aus angeblichen Kostengründen in D für unmöglich gehalten wurde.... nur scheinbar können unsere Nachbarn das, ohne großartig am Hungertuch zu nagen!
Und es ärgert mich, wenn Dinge, die ich vor vielen Jahren schon geäußert hab (seit ich mich mit Lernpsychologie beschäftigt habe.... da war ich 19 heute bin ich 33) bis heute keine Beachtung gefunden haben... obwohl ich sicher bin, dass da Fachleute weit mehr darüber wissen und gewußt haben, als ich es mir mit 19 Jahren autodidaktisch aneigenen konnte. Trotzdem haben wir heute die Pisa-Misere!

Wenn die Paedagogik zum Schluss kommt, dass in bestimmten Teilbereichen die Verabschiedung von der koedukativen Ausbildung sinnvoll ist, dann muesste konsequenterweise auch abgeklaert werden, in welcher Form auch die Jungen in geschlechtergetrennten Faechern besser unterrichtet werden koennen. Genau da sieht es aber momentan zappenduster aus. Es ist auschliesslich die Rede davon, wie Maedchen maedchengerechter unterrichtet werden sollen. Die Beduerfnisse von Jungen werden (einmal mehr) vergessen oder ignoriert.

Begreif es doch endlich.... mit gleichen Mitteln zurückzuschießen hat niemals geholfen... selbst wenn Du erkennst, dass es wirklich so ist!
Wenn wir diese Förderungen so durchsetzen, wie Du es beschreibst, sind unsere Kinder immernoch echt schlecht dran!
Ping Pong spielen, beendet den Krieg nicht! Der Krieg kann aber enden, dadurch, dass in diesem Fall, das Geschlecht unwichtig wird! Es geht um jeden einzelnen Menschen, nicht um XX oder XY!
Ich will keinen (Geschlechter)Krieg! Und wenn ein Aggressor existiert, bin ich nicht bereit, mich mit gleichen, primitiven Mitteln zu verteidigen. Ich tue das auf meine Weise... auf eine Art, die den Krieg einfach sinnlos werden läßt, und jedem Menschen zugute kommt.

Liebe Grüße

Alex

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Jolanda, Wednesday, 02.04.2003, 13:46 (vor 8344 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 02. April 2003 01:19:12:

Hallo Alex

Begreif es doch endlich.... mit gleichen Mitteln zurückzuschießen hat niemals geholfen... selbst wenn Du erkennst, dass es wirklich so ist!
Wenn wir diese Förderungen so durchsetzen, wie Du es beschreibst, sind unsere Kinder immernoch echt schlecht dran!
Ping Pong spielen, beendet den Krieg nicht! Der Krieg kann aber enden, dadurch, dass in diesem Fall, das Geschlecht unwichtig wird! Es geht um jeden einzelnen Menschen, nicht um XX oder XY!
Ich will keinen (Geschlechter)Krieg! Und wenn ein Aggressor existiert, bin ich nicht bereit, mich mit gleichen, primitiven Mitteln zu verteidigen. Ich tue das auf meine Weise... auf eine Art, die den Krieg einfach sinnlos werden läßt, und jedem Menschen zugute kommt.

---Ich sehe das genauso wie du...nur sind wir hier eine kleine Minderheit, die das so sieht. In den Geschlechterdebatten neigen alle dazu genau gleich krass zu argumentieren und jeder begründet sein Schimpfen damit, dass der andere es schliesslich auch tut. Es wird oftmal generell von Frauen oder Männern gesprochen, von Mädchen oder Jungs. Man ist für die einen oder für die anderen, setzt sich für die einen ein oder für die anderen.

Es geht so weit, dass sich die Männer gegenseitig fragen, brauchen wir überhaupt Frauen, ausser zum f*****?
Wenn ich so etwas lese, dann sträuben sich mir die Nackenhaare, was für eine ignorante Frage. Und dann heisste es, nun ja nicht nur zum f*****, man kann auch sonst Spass haben mit einer Frau, aber Freundschaft pflege ich lieber mit Männern, als Single kann ich die Vorteile nutzen, die eine Frau mit sich bringt, aber dennoch meine Freiheit geniessen.

Ich äussere mich gar nicht mehr gross zu solchen Aussagen, denke aber, dass Menschen, die so denken, nicht dazu beitragen werden, dass wir wieder zueinander finden und uns den gebührenden Respekt entgegenbringen.

Das sind doch alles einseitige Lösungen, so nach dem Motto, jeder steht sich selbst am nächsten. Sorry (Maesi), aber hier habe ich echt Mühe, wenn man sich so äusserst.

Kommt mir vor, wie die Frauen, die meinen, wozu brauchen wir denn noch Männer, da werden wir doch lieber lesbisch!

Anstatt sich dafür stark zu machen, dass alle die gleichen Rechte haben, gleich gefördert werden aber auch gleiche Pflichten bekommen, klagt man immer nur an und schimpft über die einen und lässt durchblicken, dass man ja gut ohne das andere Geschlecht klar kommt. Eine wirklich traurige Sache, eine echt traurige Sache!

Zudem geht es bei den meisten Lösungsvorschlägen nicht um die Kinder, es geht viel mehr darum, dass man sein eigenes Geschlecht stärkt und das andere anklagt, um die Kinder geht es den wenigsten, leider!

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Alex, Wednesday, 02.04.2003, 14:35 (vor 8344 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Jolanda am 02. April 2003 10:46:56:

Huhu Jolanda :-)

---Ich sehe das genauso wie du...nur sind wir hier eine kleine Minderheit, die das so sieht. In den Geschlechterdebatten neigen alle dazu genau gleich krass zu argumentieren und jeder begründet sein Schimpfen damit, dass der andere es schliesslich auch tut. Es wird oftmal generell von Frauen oder Männern gesprochen, von Mädchen oder Jungs. Man ist für die einen oder für die anderen, setzt sich für die einen ein oder für die anderen.

*seufz* ich weiß... und das Beste ist: Wir bekommen am meinsten auf die Ohren dafür, weil wir uns einem Gruppenzwang entziehen... aber das ist es mir wert!
Auf diese Art entstehen Kriege und überdauern, das hab ich schon oft geschrieben, und ich bin nicht bereit das hinzunehmen bzw. das für mich nicht anders zu lösen. Ich hoffe wir werden immer mehr....

Kommt mir vor, wie die Frauen, die meinen, wozu brauchen wir denn noch Männer, da werden wir doch lieber lesbisch!
Anstatt sich dafür stark zu machen, dass alle die gleichen Rechte haben, gleich gefördert werden aber auch gleiche Pflichten bekommen, klagt man immer nur an und schimpft über die einen und lässt durchblicken, dass man ja gut ohne das andere Geschlecht klar kommt. Eine wirklich traurige Sache, eine echt traurige Sache!

Von so einer Frau bekomm ich grad mächtig auf die Ohren, im Emma-Forum... sie sieht in mir ihr persönliches Feindbild *schmunzel* kannst Du Dir das vorstellen? Ich schreib da auch nicht anders wie hier. Nur scheint es dort weit extremistischer zuzugehen... hier hab ich jedenfalls noch niemand gefunden, der mich zu seinem persönlichen Feid erklärt hat :-)
In diesem Zusammenhang mal:
Großes Kompliment mal an Jörg! Danke für Deine doch sehr liberale Einstellung!

Dort haben jedenfalls die geringsten Bedenken oder Nachfragen ausgereicht, um mich bei ihr als MANN, und damit als FEIND abzustempeln.... trauig sowas.
Ob sie von Natur aus lesbisch war, oder aus Männerfrust die lesbische Lebensweise bevorzugt, weiß ich allerdings nicht.

Zudem geht es bei den meisten Lösungsvorschlägen nicht um die Kinder, es geht viel mehr darum, dass man sein eigenes Geschlecht stärkt und das andere anklagt, um die Kinder geht es den wenigsten, leider!

Ja, leider. Die Kinder tun mir da echt leid.

Liebe Grüße

Alex

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Jolanda, Wednesday, 02.04.2003, 17:10 (vor 8344 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 02. April 2003 11:35:44:

Hallo Alex :-)

Nun ja mein Lieber...schmunzelt, es braucht schon ein bisschen "Masochismus" um als Mann bei Emma zu schreiben....meine ich nun nicht so ernst...;-)

Ja bei Emma schreiben ein paar recht extreme Menschen, aber die trifft man eben fast überall an. Ich lese ab und an bei Emma, habe aber echt keine Lust dort zu schreiben. Ich meine, dann kann ich auch mit meinem Staubsauger diskutieren...grinst breit.

Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda

PS: Und richtig, wenn man so denkt wie wir, dann bekommt man eben hin und wieder von beiden Seiten eines auf den Deckel....;-) Aber das nehme ich gerne in Kauf, es ist mir wichtig mir selbst treu zu sein und nicht die Erwartungshaltung von anderen zu erfüllen. Es gibt nicht nur schwarz und weiss, es gibt noch viele, viele Grautöne :-)

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Alex, Wednesday, 02.04.2003, 18:55 (vor 8344 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Jolanda am 02. April 2003 14:10:21:

Huhu Jolanda :-)

Hallo Alex :-)
[quote]Nun ja mein Lieber...schmunzelt, es braucht schon ein bisschen "Masochismus" um als Mann bei Emma zu schreiben....meine ich nun nicht so ernst...;-)
[/quote]

*schmunzel* ich weiß was Du meinst... sind aber auch einige nette Leute dort. Und meinen Ohren passiert schon nix... wenn's mir wirklich zu viel wird, bin ich da eben weg.

Ja bei Emma schreiben ein paar recht extreme Menschen, aber die trifft man eben fast überall an. Ich lese ab und an bei Emma, habe aber echt keine Lust dort zu schreiben. Ich meine, dann kann ich auch mit meinem Staubsauger diskutieren...grinst breit.

*hihi* wenn da nicht ein paar Vernünftige wären, würd ich glaub ich auch den Staubsauger vorziehen... vielleicht auch die Microwelle... die sagt wenigstens "Piep"...

PS: Und richtig, wenn man so denkt wie wir, dann bekommt man eben hin und wieder von beiden Seiten eines auf den Deckel....;-) Aber das nehme ich gerne in Kauf, es ist mir wichtig mir selbst treu zu sein und nicht die Erwartungshaltung von anderen zu erfüllen. Es gibt nicht nur schwarz und weiss, es gibt noch viele, viele Grautöne :-)

So ist es... aber ich denke zumindest einige nette Menschen wissen das auch zu schätzen... auch wenn sie's vielleicht selber nicht so können

*knuddelDichmal*

Alex

Zur Forenpolitik

Jörg , Wednesday, 02.04.2003, 17:31 (vor 8344 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 02. April 2003 11:35:44:

Hallo Alex!

Von so einer Frau bekomm ich grad mächtig auf die Ohren, im Emma-Forum... sie sieht in mir ihr persönliches Feindbild *schmunzel* kannst Du Dir das vorstellen? Ich schreib da auch nicht anders wie hier. Nur scheint es dort weit extremistischer zuzugehen... hier hab ich jedenfalls noch niemand gefunden, der mich zu seinem persönlichen Feid erklärt hat :-)
In diesem Zusammenhang mal:
Großes Kompliment mal an Jörg! Danke für Deine doch sehr liberale Einstellung!

Danke für das Kompliment.

Allerdings muß ich einräumen, daß auch ich nur solange liberal sein kann,
wie es die Umstände zulassen.

So gab es in der Vergangenheit relativ häufig hartnäckige Störangriffe auf
das Forum, auf die man letztlich nur restriktiv reagieren kann.

Zusammenfassend ausgedrückt versuche ich, so wenig wie möglich und so
viel wie nötig einzugreifen.

Eine abweichende Meinung, die vernünftig vorgetragen wurde, ist für mich
jedoch niemals ein Grund, dem jeweiligen Schreiber irgendwelche Steine in
den Weg zu legen.

Gruß, Jörg

Re: Zur Forenpolitik

Jolanda, Wednesday, 02.04.2003, 18:15 (vor 8344 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Zur Forenpolitik von Jörg am 02. April 2003 14:31:09:

Lieber Jörg

So gab es in der Vergangenheit relativ häufig hartnäckige Störangriffe auf
das Forum, auf die man letztlich nur restriktiv reagieren kann.
Zusammenfassend ausgedrückt versuche ich, so wenig wie möglich und so
viel wie nötig einzugreifen.

---Ich denke, wir alle können hier mithelfen, indem wir eben aussen vor lassen, was nicht in diesem Forum gepostet wird :-)

Es genügt, wenn andere hier lesen und dann in anderen Foren ihren Kropf leeren, wir sollten uns einfach nicht dazu verleiten lassen, auf solche Sticheleien persönlich zu reagieren und erst recht nicht, sie hierher zu schleppen :-)

Eine abweichende Meinung, die vernünftig vorgetragen wurde, ist für mich
jedoch niemals ein Grund, dem jeweiligen Schreiber irgendwelche Steine in
den Weg zu legen.

---Ich denke, dass das hier von uns allen auch erkannt und geschätzt wird.

Liebe Grüsse
schickt dir
Jolanda

Re: Zur Forenpolitik

Alex, Wednesday, 02.04.2003, 19:13 (vor 8344 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Zur Forenpolitik von Jolanda am 02. April 2003 15:15:44:

Hallo Jörg :-)

Eine abweichende Meinung, die vernünftig vorgetragen wurde, ist für mich

jedoch niemals ein Grund, dem jeweiligen Schreiber irgendwelche Steine in
den Weg zu legen.

---Ich denke, dass das hier von uns allen auch erkannt und geschätzt wird.
Liebe Grüsse
schickt dir
Jolanda[/i]

Ja, genau das schätze ich! Da kann ich Jolanda nur zustimmen. Dass ein Forum nich für wüste Beschimpfungen da sein kann, ist klar. Und ich finde, das Du das sehr gut machst!
Auch mal Kritik an einem Schreiber oder ein "Da gehst Du jetzt aber zu weit".... genau diese Besonnenheit beweist, eigene Gedanken, und eine liberale Grundeinstellung... Du hast selbst schon von dem hohen Gut Freiheit und von der Demokratie geschrieben und ich hab herausgelesen, dass Dir diese Dinge auch sehr viel wert sind.
Deswegen das Kompliment... für Dich sind es eben keine leeren Phrasen, die man bei Bedarf mal eben schnell vergisst... das schätze ich.

Liebe Grüße

Alex

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Maesi, Saturday, 26.04.2003, 23:52 (vor 8320 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Jolanda am 02. April 2003 10:46:56:

Hallo Jolanda

---[...]In den Geschlechterdebatten neigen alle dazu genau gleich krass zu argumentieren und jeder begründet sein Schimpfen damit, dass der andere es schliesslich auch tut.

Du weisst, dass es nicht so ist, weshalb behauptest Du es also? Einige schlagen sich gegenseitig die Koepfe ein, andere nicht. Den meisten Menschen sind die Diskussionen in Gleichberechtigungsforen (aus welcher Sicht auch immer) schlichtweg egal, deshalb diskutieren sie in den Foren gar nicht erst mit (zumindest noch nicht).

Es wird oftmal generell von Frauen oder Männern gesprochen, von Mädchen oder Jungs. Man ist für die einen oder für die anderen, setzt sich für die einen ein oder für die anderen.

Die Einteilung in Schwarz/Weiss ist bequem. Natuerlich sind sich die meisten Menschen bewusst, dass alle moeglichen Grautoene existieren. Trotzdem neigen die weitaus meisten Individuen dazu, eigene Taten und Argumente als tendenziell gut und die der als Gegner erklaerten tendenziell als schlecht zu qualifizieren. Im obersten Abschnitt hast Du ja dasselbe getan mit der Behauptung: 'In den Geschlechterdebatten neigen alle dazu genau gleich krass zu argumentieren und jeder begründet sein Schimpfen damit, dass der andere es schliesslich auch tut.' Dich selber aber siehst Du in der Geschlechterdebatte wahrscheinlich anders, sozusagen als Ausnahme unter den hier Postenden.

Es geht so weit, dass sich die Männer gegenseitig fragen, brauchen wir überhaupt Frauen, ausser zum f*****?
Wenn ich so etwas lese, dann sträuben sich mir die Nackenhaare, was für eine ignorante Frage. Und dann heisste es, nun ja nicht nur zum f*****, man kann auch sonst Spass haben mit einer Frau, aber Freundschaft pflege ich lieber mit Männern, als Single kann ich die Vorteile nutzen, die eine Frau mit sich bringt, aber dennoch meine Freiheit geniessen.

Holgers Frage habe ich in Max-und-Monis-Forum beantwortet und die Anpreisungen der Vorteile des Singlelebens stammen ebenfalls von mir. Ich gebe es zu, da ist eine gehoerige Portion Hedonismus dabei. Wenn jemand bei einer bestimmten Frau nur an Sex interessiert ist, und auch nur das bekommt, was ist daran falcsh? Zuneigung ist haeufig unabhaengig von Sex und oftmals eben auch abhaengig von Sex (bzw. Sex ist abhaengig von Zuneigung).

Die Erfahrung, dass Freundschaften mit Maennern bestaendiger sind, ist meine eigene und auch klar als solche deklariert. Andere haben moeglicherweise andere Erfahrungen gemacht. Ich bin jedoch ueberzeugt, dass ich laengst nicht der einzige (heterosexuelle) Mann bin, der festgestellt hat, dass Beziehungen zu Frauen haeufig (meistens?) eine sexuelle Komponente enthalten und oftmals genau solange befriedigend verlaufen, solange die sexuelle Anziehung besteht. Gegenueber Maennern fehlt (zumindest in meinem Fall) die sexuelle Anziehung fast voellig. Vielleicht sind diese Beziehungen gerade deshalb bestaendiger, weil sie auf dauerhaftere Grundlagen als auf die eher kurzlebige sexuellen Anziehungskraft gebaut sind.

Ich äussere mich gar nicht mehr gross zu solchen Aussagen, denke aber, dass Menschen, die so denken, nicht dazu beitragen werden, dass wir wieder zueinander finden und uns den gebührenden Respekt entgegenbringen.
Das sind doch alles einseitige Lösungen, so nach dem Motto, jeder steht sich selbst am nächsten. Sorry (Maesi), aber hier habe ich echt Mühe, wenn man sich so äusserst.

Du brauchst Dich nicht dafuer zu entschuldigen, dass Du anderer Meinung bist als ich. Dass jeder sich selbst der Naechste ist, ist fuer mich eine Tatsache; man sollte die Menschen nicht besser machen, als sie sind. Die Gruende, weshalb Menschen solidarisch untereinander sind (z.B. in einer Beziehung, im Rahmen einer Versicherung, etc.), habe ich schon andernorts dargelegt. Es steckt letzten Endes immer ein gewisser Eigennutz (man koennte es auch Zwecksolidaritaet nennen) dahinter, auch hinter emotionalen Beziehungen. Ideal ist, wenn beide einen Nutzen daraus ziehen; schlecht ist, wenn der Nutzen nur noch einseitig ist, oder beidseitig der Aufwand den Nutzen uebertrifft. Auf eine groessere Gruppe (z.B. das Volk in einem Staat) bezogen ist das Ganze noch viel komplexer als in einer Zweierbeziehung. Wirklich selbstlos handelnde Menschen sind IMHO sehr selten, aber die meisten Menschen schieben selbstlose Gruende vor, um ihr jeweiliges Tun zu erklaeren und zu rechtfertigen.

Machen wir uns nichts vor. Jeder der beispielsweise gewollt Kinder in die Welt setzt, erhofft sich einen Nutzen daraus. Solange der von den Eltern gewonnene Nutzen den Kindern nicht schadet sondern diesen ebenfalls nuetzt, dann ist alles OK. Erst wenn es zu einem Ungleichgewicht zwischen Kinder- und Elterninteressen kommt, wird es kritisch. BTW: der Nutzen muss durchaus nicht in Lewonzen und Zumseln ausgedrueckt werden koennen, er kann sehr wohl in Form von nicht naeher quantifizierbarer Zuneigung bestehen. Gerade in Beziehungen ist letzteres normalerweise der Fall.
Man merke: echte Solidargemeinschaften sind immer Zweckgemeinschaften, die allen Beteiligten ungefaehr im gleichen Ausmass nuetzen. Wenn der Nutzen ueberwiegend auf einer Seite ist, dann liegt nichts anderes als Ausbeutung vor.

Kommt mir vor, wie die Frauen, die meinen, wozu brauchen wir denn noch Männer, da werden wir doch lieber lesbisch!

Wenn eine Frau zu dieser Erkenntnis kommt, soll sie es ausprobieren; ich habe kein Problem damit. Ich bezweifle jedoch, dass frau durch einen blossen Willensakt zur Lesbe wird.

Anstatt sich dafür stark zu machen, dass alle die gleichen Rechte haben, gleich gefördert werden aber auch gleiche Pflichten bekommen,...

Sorry zurueck. Aber das eine schliesst das andere ja nicht aus. Ich kann doch Monogamie oder auch tiefgehende emotionale Beziehungen fuer mich selber ablehnen und trotzdem gleiche Rechte und Pflichten fuer alle fordern. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

...klagt man immer nur an und schimpft über die einen und lässt durchblicken, dass man ja gut ohne das andere Geschlecht klar kommt.

Unabhaengigkeit ist vielen Menschen heutzutage sehr wichtig. Und das bezieht sich nicht nur auf Unabhaengigkeit von einem Beziehungs- und/oder Sexualpartner sondern auch auf Eltern, auf den Metzger, Baecker, und andere Versorger. Zwar bestehen immer noch Abhaengigkeiten, aber diese sind nicht mehr derart personenbezogen wie frueher.

Wie gut man ohne Vertreter des anderen Geschlechts insgesamt klarkommt, das muss halt jeder selbst herausfinden; es gibt nun mal Einzelgaenger, die keine enge Beziehung wollen.

Eine wirklich traurige Sache, eine echt traurige Sache!

Die weit verbreitete Beliebigkeit von Beziehungen ist Fakt. Jederzeit koennen Beziehungen zur Disposition gestellt werden, das nennt man Scheidung/Trennung. Ich kann Dir deshalb nur das Standardargument anbieten, das so viele Leute offenbar als fuer sich selber richtig anerkannt haben: 'Wenn zwei Menschen nicht mehr zusammenleben wollen, sollen sie nicht nur wegen allfaelliger Kinder zusammenbleiben.'

Gruss

Maesi

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Maesi, Saturday, 26.04.2003, 23:43 (vor 8320 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 02. April 2003 01:19:12:

Hallo Alex

>Und der ganze Geschlechterschwachsinn ist unnötig.

Wiederum Zustimmung. Nur geht Deine Kritik am Kern der Sache vorbei. Waehrend frueher die Frauenbewegung eine der wichtigsten Befuerworterinnen der Koedukation war, verwirft sie diese heute je laenger je mehr. [/i]

Man(n) kann Schwachsinn aber nicht mit Gegen-Schwachsinn beantworten. Zumindest ich kann und will das nicht! Wir sind alle Menschen, die auf dieser Erde leben und eine Separation verzerrt das Bild der Kinder zu unserer aller Ungunsten. Das will ich nicht!

Ich weiss nicht genau, worauf Du Dich mit 'Gegen-Schwachsinn' beziehst. Kritik an 'Schwachsinn' ist jedenfalls keinesfalls zwingend 'Gegen-Schwachsinn'.

[Foerderkurse fuer Frauen]
Es ist aber ein großer Gegen-Schwachsinn, darauf mit gleichen Mitteln zu antworten.

Ich bin ja nicht dafuer, mit gleichen Mitteln zu antworten; zumindest bin ich meistens nicht dafuer.

Das ist es, was mich an vielen stört: Viele sehen vor lauter Geschlechterkampf, das Individuum nicht mehr.... und das differenziert sich eben durch weit mehr, als nur durch das Geschlecht von anderen.

In der Realitaet ist die Zusammenfassung in bestimmte Gruppen nun mal da (z.B. Parteien, Interessenvertretungen, etc.). Sie ist insofern vernuenftig, als damit Kraefte gebuendelt, und Forderungen von einer Gruppe eben mehr Gewicht haben als von Einzelpersonen. So gesehen, ist es logisch, dass sich Tierschuetzer, Arbeiter, politisch Interessierte, usw. in entsprechenden Gruppen, in Vereine, Gewerkschaften, Parteien, etc. zusammenschliessen; als Gruppe werden sie mehr erreichen, denn als Einzelkaempfer. Jedes Individuum kann ja Mitglied in mehreren solchen Gruppen sein und so seine verschieden gelagerten Interessen jeweils einbringen.

Und natuerlich differenziert sich das Individuum durch mehr als nur durch das Geschlecht von den anderen. Aber in diesem Forum geht es halt um Gleichberechtigung der Geschlechter. Somit liegt hier der Schwerpunkt der Diskussionen in der Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts, waehrend Diskussionen ueber Themen die keinen Bezug zur Geschlechterthematik haben, hier OT sind. Wenn Du hier beispielsweise einen Thread ueber Modelleisenbahnen eroeffnetest und keinen Bezug zur Gleichberechtigung herstellen koenntest, wuerde Joerg Dich wahrscheinlich darauf hinweisen, dass Du dieses Thema besser in den dafuer vorgesehenen Foren oder Newsgroups diskutieren solltest.

Somit muesste man, logisch betrachtet, eher Foerderkurse fuer Jungen denn fuer Maedchen anbieten.
Nein! s.o. Dann wird das ein endloses Spiel und unsere Kinder Instrument des Geschlechterkampfs.
Denk endlich kreativer! Wenn das Individuum gefördert wird, ist das Geschlecht vollkommen gleichgültig!

Wie jeder des Deutschen Kundige erkennt, handelt es sich in meinem obigen Satz um einen Konjunktiv. Mir ging es lediglich darum, die Inkonsequenz in der 'Logik' von feministischen Gruppen aufzuzeigen, die immer bessere Ausbildungen von Maedchen fordern und die Jungen gleichzeitig vernachlaessigen. Zu rechtfertigen versuchen sie dies, indem sie, in Verkennung der Realitaet, eine Schlechterstellung und Benachteiligung von Maedchen konstruieren, obwohl es die gar nicht gibt. Wenn Du die blosse Kritik an diesen unsinnigen, realitaetsfremden Behauptungen von Maedchenbenachteiligungen als Instrumentalisierung von Kindern zurueckweist, dann frage ich mich, weshalb Du ueberhaupt in solche Diskussionen einsteigst. Denn immer, wenn jemand irgendwelche Missstaende aufzeigt, 'instrumentalisiert' er damit gleichzeitig jene, die Opfer der kritisierten Missstaende sind; indem Du auf solche Posting antwortest, tust Du das Deine dazu, um diese 'Instrumentalisierung' weiterzutreiben. Was aber ist die Alternative? Gar nicht mehr ueber Missstaende sprechen?

Hier werden systematisch durch Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Privilegien (eben Spezialausbildungen fuer Frauen) installiert, die eine geschlechterbezogene Schieflage hervorrufen und obendrein nicht selten noch von der oeffentlichen Hand mitfinanziert werden. Die Kritik an dieser subtilen Maennerdiskriminierung ist selbstverstaendlich legitim, ja sogar notwendig.
Nochmal: Schwachsinn mit Gegen-Schwachsinn zu beantworten ist falsch! Es kommt dann unter dem Strich immernoch nur Schwachsinn heraus!

Sorry, aber hast Du meinen Text ueberhaupt verstanden? Seit wann ist Kritik an 'Schwachsinn' denn 'Gegen-Schwachsinn'? Wenn Du meine Kritik zurueckweisen willst und kannst, dann tue es; aber nicht mit Totschlagargumenten wie 'Gegen-Schwachsinn'.

Gefoerdert werden sollen jene, die eine Schwaeche auf bestimmten Gebieten aufweisen; auch Begabte sollen durchaus speziell gefoerdert werden. Ganz so, wie Du das ja offenbar selber vorschlaegst. Bloss: ich lehne es ab, das biologische Geschlecht 'weiblich' generell als Begruendung fuer eine Sonderausbildungen heranzuziehen; das ist simpler Rassismus.
Eben deshalb sollten kreativere Antworten gefunden werden. Davon rede ich doch die ganze Zeit.

Im ersten Teil ging es mir um die Kritik an feministischen Auswuechsen im Bereich von Maedchen- und Frauenbevorzugung; diese geschlechtliche Bevorzugung, gefordert v.a. vom Feminismus, ist real, und auch Du empfindest sie offenbar als 'Schwachsinn'. Im obigen Absatz steht nun meine Forderung, dass Foerderung eben nicht vom Geschlecht abhaengen soll sondern von realen Gegebenheiten. Wo also ist das Problem?

Es ist aber auch eine Frage der Kosten. Wie teuer duerfen die Sonderausbildungen sein? Kinder reicher Leute werden da wohl immer einen gewissen Vorteil haben. Und wer soll wieviel von oeffentlich finanzierten Sonderausbildungen profitieren? Inwieweit sind sie ueberhaupt sinnvoll? Ist es beispielsweise tatsaechlich sinnvoll Minder- oder Mehrbegabte voellig von Normalbegabten zu trennen?
Kinder der Reichen profitieren seit je her von dem, was ich hier für alle fordere. Nämlich der individuellen Förderung, die bisher aus angeblichen Kostengründen in D für unmöglich gehalten wurde.... nur scheinbar können unsere Nachbarn das, ohne großartig am Hungertuch zu nagen!

Ob die Laendernachbarn so viel mehr in die Ausbildung stecken, wage ich zu bezweifeln. Zumindest in Frankreich besteht IMHO eine starke Tendenz dazu, die Kinder anstatt in oeffentliche Schulen in Privatschulen zu schicken, die allerdings offenbar erschwinglicher sind als hierzulande. Es ist wahrscheinlich nicht nur, aber auch ein Geldproblem. Ausserdem gab es zwischen verschiedenen deutschen Bundeslaendern laut PISA erhebliche Unterschiede; korrelieren diese Unterschiede auch mit den getaetigten Ausgaben der oeffentlichen Hand in den einzelnen Bundeslaendern? Wenn ja, wie stark?

Wenn die Paedagogik zum Schluss kommt, dass in bestimmten Teilbereichen die Verabschiedung von der koedukativen Ausbildung sinnvoll ist, dann muesste konsequenterweise auch abgeklaert werden, in welcher Form auch die Jungen in geschlechtergetrennten Faechern besser unterrichtet werden koennen. Genau da sieht es aber momentan zappenduster aus. Es ist auschliesslich die Rede davon, wie Maedchen maedchengerechter unterrichtet werden sollen. Die Beduerfnisse von Jungen werden (einmal mehr) vergessen oder ignoriert.
Begreif es doch endlich.... mit gleichen Mitteln zurückzuschießen hat niemals geholfen... selbst wenn Du erkennst, dass es wirklich so ist!

Ich will gar nicht mit gleichen Mitteln zurueckschiessen; wenn Du meine bisherigen Postings etwas besser studiert haettest, wuesstest Du das auch. Aber Du scheinst mir mit grossem Enthusiasmus den Backlash unterstellen zu wollen. Vielleicht geht es Dir auch bloss darum, ein Feindbild aufzubauen, das Du bekaempfen kannst?

Im uebrigen habe ich den obigen Abschnitt begonnen mit: 'Wenn die Paedagogik zum Schluss kommt,...'. Das impliziert natuerlich, dass zuerst eine detaillierte Abklaerung ueber den Sinn der Koedukation gemacht werden muesste. Ich bin da durchaus nicht so doktrinaer; sofern in bestimmten Teilbereichen die Koedukation als nicht sinnvoll erweist, dann sollte man nicht stur daran festhalten. Nur muesste das halt vorher unter Einbezug aller wesentlichen Fakten erst abgeklaert werden. Sich auf Extrempositionen, wie absolute Koedukation oder absolute Geschlechtertrennung zu versteifen, und alles was dazwischen liegt von vornherein aus dogmatischen Gruenden abzulehnen, ist IMHO nicht empfehlenswert.

Wenn wir diese Förderungen so durchsetzen, wie Du es beschreibst, sind unsere Kinder immernoch echt schlecht dran!

Lerne endlich lesen und v.a. Texte verstehen. Die einzige Forderung, die ich gestellt habe, war, dass Menschen nicht nach dem Geschlecht sondern nach Begabung bzw. bei Leistungsschwaeche gefoerdert werden sollten. Den Rest hast Du selber hineininterpretiert.

Ping Pong spielen, beendet den Krieg nicht! Der Krieg kann aber enden, dadurch, dass in diesem Fall, das Geschlecht unwichtig wird! Es geht um jeden einzelnen Menschen, nicht um XX oder XY!

Ich finde, Maenner haben berechtigte Anliegen, genauso wie Frauen, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Tier- und Naturschuetzer, diverse Branchen, Elternverbaende und viele andere Interessengruppen. Es geht nicht um Krieg, wie Du behauptest, sondern um die legitime Wahrung von Interessen und die Aushandlung von Kompromissen zwischen den diversen Interessengruppen. Dazu muessen diese Interessen aber erst erforscht, formuliert und praesentiert werden; erst nachher kann man in Verhandlungen Kompromisse schliessen.

Fraueninteressen werden von feministischen Anspruchsgruppen (zumindest nach deren Eigenverstaendnis) beackert. Weshalb sollten Maennerinteressen nicht von einer Maennerbewegung wahrgenommen werden? Interessenvertretungen koennen natuerlich nie saemtliche Interessen von allen von ihnen Vertretenen wahrnehmen. Voraus gehen deshalb Diskussionen in den Interessenvertretungen selber, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. In der Praxis laeuft alles nach diesem Schema ab, sei es im Parlament, in Tarifverhandlungen oder in mehr oder weniger oeffentlichen Debatten; und es hat den grossen Vorteil, dass es im grossen ganzen funktioniert. Ungesund ist es erst dann, wenn es zu einer Bewegung keine nennenswerte Gegenbewegung mehr als Korrektiv gibt, wenn es also zu einer empfindlichen Stoerung des Gleichgewichts kommt. Genau diesen Fall haben wir in Bezug auf Geschlechterpolitik und Gleichberechtigung; eine Maennerbewegung die ein Korrektiv zur Frauenbewegung darstellen wuerde, existiert bisher hoechstens in Ansaetzen. Aber ich glaube, dass sich diese Schieflage langsam zu einem ausgewogeneren Gleichgewicht hin verschiebt.

Ich will keinen (Geschlechter)Krieg!

Will ich auch nicht.

Und wenn ein Aggressor existiert, bin ich nicht bereit, mich mit gleichen, primitiven Mitteln zu verteidigen.

Kommt auf die Art der eingesetzten primitiven Mittel an...

Ich tue das auf meine Weise... auf eine Art, die den Krieg einfach sinnlos werden läßt, und jedem Menschen zugute kommt.

Ich kenne Deine Art und Weise, Kriege sinnlos werden zu lassen, nicht. Deshalb kann ich dazu auch keinen Kommentar abgeben.

Gruss

Maesi

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

green-eyes, Tuesday, 01.04.2003, 01:24 (vor 8345 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Andreas am 30. März 2003 21:52:24:

hallo Andreas,

ich arbeite in ganz unterschiedlichen gruppen. unter anderem hab ich das glück sowohl in ner reinen männergruppe als auch in ner fast reinen frauengruppe als auch in ner gemischten gruppe zu arbeiten.

dabei ist mir folgendes aufgefallen:

1. in der reinen frauengruppen gibts zwar hie und da mal jenen subtil-fiesen hick-hack. aber wenns ans eingemachte geht, dann halten die frauen zusammen.

2. in der gemischten gruppe spielen "balzrituale" usw. zwar hie und da mal ne rolle, aber im großen und ganzen fühlen sich die leute da wohl und kommen auch auf ihre kosten.

3. in der reinen männergruppe existiert ne unheimliche rangordnung. da wird teilweise getreten und gekämpft, das versteh ich bis heute nicht. und wenns ans eingemachte geht, da gibts da - im gegensatz zur reinen frauengruppe bzw. gemischten gruppe - auch keinen zusammenhalt, sondern jeder macht da einen auf einzelkämpfer - ein phänomen, das ich in dieser ausprägung nur von reinen männergruppen her kenne.

wär ich ne fiese psychotante, dann würd ich mir die reinen männergruppen als manipulationsbereich hernehmen. soviel separatismus und gegenseitiges niedermachen wie in den anderen gruppen hab ich dort in den anderen beiden gruppen nie erlebt.

gruessle ... Greenie

p. s. ich sprech von gruppen, in denen das alter in jeder gruppe zwischen 17 und 30 liegt - mag auch ne rolle spielen.

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

green-eyes, Tuesday, 01.04.2003, 01:12 (vor 8345 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Alex am 30. März 2003 21:40:28:

Hallo Alex,

neiiin, nicht noch mehr Separatismus... ich würde sagen: Männer, werdet Erzieher.

jepp, den "aufruf" kann ich nur voll und ganz unterstützen. ich erleb ja täglich mit, dass das "erziehungswesen" weiblich "dominiert" ist. nicht weil frauen das dominieren wollen, sondern weil es viel zu wenige männer gibt, die in dem bereich arbeiten wollen. es ist halt ein bereich, in dem sich nicht viel kohle verdienen lässt - aber ist kohle denn wirklich alles?

gruessle ... Greenie

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

Manfred, Tuesday, 01.04.2003, 16:17 (vor 8345 Tagen) @ green-eyes

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von green-eyes am 31. März 2003 22:12:29:

Nicht weil frauen das dominieren wollen...

denk ich auch nicht

sondern weil es viel zu wenige männer gibt, die in dem bereich arbeiten wollen. es ist halt ein bereich, in dem sich nicht viel kohle verdienen lässt -

Da jubelst du uns schon wieder das Vorurteil unter, Männer seien nur für gutbezahlte Jobs zu haben. So einfach ist es eben nicht!
Das Männer sich nicht um Kindergartenjobs reissen, glaube ich. Aber der Bereich Grundschulpädagogik ist ja auch weitgehend frauenlastig und ich glaube kaum, daß frau/man sich dort über geringes Einkommen beschweren kann. Beamte im höheren Dienst gehören bekanntlich nicht grade zu den ganz Einkommensschwachen.
Ich sehe den Hauptgrund wieder im Rollenverständnis. Nach wie vor schreibt man die Erziehung der "Kleinen" den Frauen zu, während sich für die Rabauken in der Oberprima dann der "Herr Kollege" eher zuständig fühlt, weil der auch mal "durchgreifen" kann.
Inwieweit Quotenregelungen in der Einstellungspraxis bei Lehrern und Erziehern eine Rolle spielen weiß ich nicht, wäre aber evtl. auch ein Aspekt.

Gruß,
Manfred

Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien

green-eyes, Friday, 04.04.2003, 00:34 (vor 8342 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Manfred am 01. April 2003 13:17:43:

hallo Manfred,

Da jubelst du uns schon wieder das Vorurteil unter, Männer seien nur für gutbezahlte Jobs zu haben. So einfach ist es eben nicht!

ne, ich juble da niemandem was unter. ich seh aus meiner persönlichen erfahrung heraus lediglich, dass so mancher mann nen gewissen anteil seinen selbstwertgefühls über nen einigermaßen gut ezahlten job zieht. ich werte das nicht. ich stell das nur fest.

Das Männer sich nicht um Kindergartenjobs reissen, glaube ich. Aber der Bereich Grundschulpädagogik ist ja auch weitgehend frauenlastig und ich glaube kaum, daß frau/man sich dort über geringes Einkommen beschweren kann. Beamte im höheren Dienst gehören bekanntlich nicht grade zu den ganz Einkommensschwachen.

die beamtenzeiten sind zumindest hier in bayern schon lange vorbei. seit vielen jahren werden neueinstellungen vorwiegend im angestelltenverhältnis gemacht - und das oft auch nur befristet.

Ich sehe den Hauptgrund wieder im Rollenverständnis. Nach wie vor schreibt man die Erziehung der "Kleinen" den Frauen zu, während sich für die Rabauken in der Oberprima dann der "Herr Kollege" eher zuständig fühlt, weil der auch mal "durchgreifen" kann.

seh ich ähnlich

gruessle ... Greenie

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