Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen

Arne Hoffmann, Saturday, 29.03.2003, 11:53 (vor 8348 Tagen)

Die Rhein-Main Presse ("Wiesbadener Tagblatt"/"Wiesbadener Kurier") veröffentlicht heute unter der URL http://www.main-rheiner.de/archiv/objekt.php3?artikel_id=1116016 den folgenden Artikel:

--- "Ihnen ist großes Unrecht geschehen"
Badischer Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs geistig Behinderter freigesprochen

Vom 29.03.2003
Von Norbert Demuth

Karlsruhe. Nach einem fünf Jahre dauernden Rechtsstreit ist ein Pfarrer aus Baden am Freitag vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs dreier geistig behinderter Frauen freigesprochen worden. "Ihnen ist großes Unrecht geschehen", sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Karlsruhe, Udo Scholl, bei der Urteilsverkündung zu dem evangelischen Geistlichen. Der 63-Jährige ist damit juristisch rehabilitiert. Das Landgericht Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis hatte ihn im Dezember 1999 wegen sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof kassierte jedoch das Urteil wegen Rechtsfehlern und verwies den Fall zu neuer Verhandlung an das Karlsruher Landgericht.

Dieses stufte jetzt die in der polizeilichen Vernehmung gemachten Aussagen der vermeintlichen Opfer als "unbrauchbar" ein. Richter Scholl betonte, dass auf die für das Gerichtsverfahren entscheidenden Vernehmungsprotokolle der Kriminalpolizei Mosbach niemals eine Anklage oder ein Urteil hätte gestützt werden dürfen. In zwei Fällen sei die Art der Vernehmungen "menschenunwürdig und ethisch verwerflich" gewesen. In "suggestiver Quälerei" seien dabei die Anschuldigungen gegen den Pfarrer "in die vermeintlichen Opfer hineingefragt" worden. Eine besonders negative Rolle habe dabei neben einer Kriminaloberkommissarin eine Diplompsychologin gespielt. Das Landgericht rügte zudem, dass die Tonbandaufnahmen zweier Vernehmungen "unvollständig" in schriftliche Protokolle übertragen wurden. Dies sei "eine Katastrophe", sagte Scholl. Im Fall der dritten Frau gebe es gar keine Tonbandaufnahme und nur ein schriftliches Protokoll der Vernehmung, von dem nicht klar sei, wie es zu Stande gekommen sei.

Die Frauen waren in den Mosbacher Johannes-Anstalten untergebracht. Der Pfarrer war Vorstandsmitglied des Behindertenheims, bis die Missbrauchsgerüchte im April 1998 öffentlich wurden. Er hatte sich daraufhin selbst angezeigt und die Anschuldigungen stets bestritten. Nach Bekanntwerden der Missbrauchsgerüchte war er von der badischen Landeskirche suspendiert und in den Ruhestand versetzt worden. Er hat sich inzwischen in Freiburg eine neue Existenz aufgebaut. Der Sprecher der Landeskirche, Marc Witzenbacher, äußerte sich "außerordentlich erleichtert" über den eindeutigen Freispruch.

Der Pfarrer kritisierte nach dem Urteil die Kirche. Diese habe ihn nach über 30-jähriger Tätigkeit von einem Tag auf den anderen beurlaubt und ihm "die Ruhestandsurkunde per Post" zugeschickt. ---

Herzlicher Gruß

Arne

Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch

Ferdi, Saturday, 29.03.2003, 13:56 (vor 8348 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen von Arne Hoffmann am 29. März 2003 09:53:53:

Hallo Arne,

dieser Artikel steht heute auch im Bonner General-Anzeiger. Da steht nur noch ausführlicher etwas über die Psychologin:

Besonders schlimm ging demnach eine Psychologin vor, die eine der drei Frauen laut Gericht mit "suggestiver Quälerei" zur Falschaussage aufforderte. Als die Zeugin darauf beharrte, dass es nur zu gymnastischen Übungen gekommen sei, nicht aber zu sexuellen Übergriffen, sagte die Psychologin laut Protokoll: "Doch, er hat was gemacht und du sagst uns jetzt was." An anderer Stelle fiel der Satz: "Wenn du uns erzählst, was der Pfarrer gemacht hat, bekommst du den Nachtisch."

Da sieht man mal, wie ausgebildete Psychologen Menschen beeinflussen können, die keine oder zu geringe Widerstandskraft gegen derartige "Gehirnwaschmaschinen" haben. Welche katastrophalen Folgen diese Methoden bei Kindern haben können, wurde in den Wormser Prozessen um die Manipulationsindustrie "Wildwasser" et al überdeutlich.

Forderung: Solche "Verhöre" dürfen nur noch von besonders ausgebildeten Ermittlungskräften im Team ausgeführt werden, niemals durch eine Einzelperson.

Psychologie, Esoterik und Kaffeesatzleserei scheinen mir sehr artverwandte Tätigkeitsfelder zu sein.

Gruss,
Ferdi

Och Ferdi!

Alex, Saturday, 29.03.2003, 15:38 (vor 8348 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch von Ferdi am 29. März 2003 11:56:27:

Also Psych hat nix mit mit Kaffesatzlesen zu tun, aber sehr viel mit Mathematik. Wahrscheinlich hat betreffende Dame allerdings in ihrem Studium ziemlich gemogelt, und ihre Diplomarbeit irgendwo in Indien gekauft.
Anders kann ich mir nicht erklären, dass ihr so wichtiges Wissen fehlt, oder sie sich zu höchst unwissenschaftlichen Aktionen verleiten ließ.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass sie betreffend ihrer eigenen Analyse beschissen hat, die nämlich vermeiden soll, dass man eigene Charaktereigenschaften und Probleme auf den Klienten projeziert.

Wie auch immer: Für diese Doppelnull kannst Du doch nicht einen ganzen Berufstand verunglimpfen. So geht das auch nicht. Der Niete gehört die Aprobation entzogen, und eigentlich eine lebenslange Rente für den armen Pfarrer, ihr Opfer nämlich, aufgebrummt.

Gruß

Alex

Hallo Arne,
dieser Artikel steht heute auch im Bonner General-Anzeiger. Da steht nur noch ausführlicher etwas über die Psychologin:
Besonders schlimm ging demnach eine Psychologin vor, die eine der drei Frauen laut Gericht mit "suggestiver Quälerei" zur Falschaussage aufforderte. Als die Zeugin darauf beharrte, dass es nur zu gymnastischen Übungen gekommen sei, nicht aber zu sexuellen Übergriffen, sagte die Psychologin laut Protokoll: "Doch, er hat was gemacht und du sagst uns jetzt was." An anderer Stelle fiel der Satz: "Wenn du uns erzählst, was der Pfarrer gemacht hat, bekommst du den Nachtisch."
Da sieht man mal, wie ausgebildete Psychologen Menschen beeinflussen können, die keine oder zu geringe Widerstandskraft gegen derartige "Gehirnwaschmaschinen" haben. Welche katastrophalen Folgen diese Methoden bei Kindern haben können, wurde in den Wormser Prozessen um die Manipulationsindustrie "Wildwasser" et al überdeutlich.
Forderung: Solche "Verhöre" dürfen nur noch von besonders ausgebildeten Ermittlungskräften im Team ausgeführt werden, niemals durch eine Einzelperson.
Psychologie, Esoterik und Kaffeesatzleserei scheinen mir sehr artverwandte Tätigkeitsfelder zu sein.
Gruss,
Ferdi

Re: Och Ferdi!

Jolanda, Saturday, 29.03.2003, 18:27 (vor 8348 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Och Ferdi! von Alex am 29. März 2003 13:38:51:

Hallo mein Freund

Psychologie, Esoterik und Kaffeesatzleserei scheinen mir sehr artverwandte Tätigkeitsfelder zu sein.

---schmunzelt, nun musst du aufpassen mein Freund, hier habe ich sehr viel Ahnung von, stimmt nicht, was du hier in den Raum stellst, es gibt überall Missbrauch, aber deswegen kann man nicht alle in einen Topf schmeissen!

Es gibt sehr gut seriöse und gewissenhafte Psychologen und Esoterik ist ein weiter Begriff, hier kannst du auch nicht so pauschal urteilen und wegen dem Kaffeesatzlesen, da rede mal lieber mit Selma ;-)

Einen Drücker
schickt dir
Jolanda

Re: Och Ferdi!

Frank, Sunday, 30.03.2003, 11:18 (vor 8347 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Och Ferdi! von Alex am 29. März 2003 13:38:51:


hi,

doch kann Er.
es ist die regel, nicht die ausnahme.
Wer sich mit sog. Kinderpsychologen/INNEN befasst, bzw. damit zu tun bekommt,
lernt das fürchten über deren status und Einfluss.
unkritische richter/jugendämter, übernehmen derart hingelogene beurteilungen/gutachten.
es gelingt nur wenigen P. die eigene historie während der sitzungen/Befragungen auszublenden.
Nicht umsonst ist es so, das chronisch kranke , zu Fachleuten in sachen eigener Krankheit werden. Selbst betroffen, wenden diese sich dem thema zu.
warum sollte es bei P. anders sein ?
Habe persönliche einen Arzt erlebt, der folgende titel sein eigen nannte.

Psychater
Neurologe
Psychologe BdP
klinischer Psychologe
Psychotherapeut

Das alle im alleingang praktiziert
praxisöffnung war um 9:00 Uhr, abends um 20:00 hatte ich einen Termin wegen nervenwasser untersuchung (brrrrr).
der stand mir wankend gegenüber, rot unterlaufene Verquollene Augen.
ein LKW-Fahrer geht in den Bau wenn er unter solchen umständen (totale Übermüdung, praktiziert (fährt), und ein Unfall passiert.
O.G. arzt, erteilt Bescheinigungen verfasst beurteilungen, therapiert,
macht neurologische untersuchungen und ggf. weist menschen in die Psyhatrie ein....., die kontrollinstanz besteht darin, das eine negativ betroffene Person genug Kraft/Geld hat, um sich zur wehr zu setzen, wenn etwas nicht stimmt.

gruss Frank

Re: Och Ferdi!

Ferdi, Sunday, 30.03.2003, 12:05 (vor 8347 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Frank am 30. März 2003 08:18:33:

Hallo Frank!

Wer sich mit sog. Kinderpsychologen/INNEN befasst, bzw. damit zu tun bekommt,
[quote]lernt das fürchten über deren status und Einfluss.
unkritische richter/jugendämter, übernehmen derart hingelogene beurteilungen/gutachten.
[/quote]

Genau das ist es, was auch mich so sehr stört. @Jolanda und Alex: Ich wollte auch keineswegs einen ganzen Berufstand verunglimpfen, aber Frank hat auf den Punkt gebracht was auch bei meiner Meinungsäusserung im Hintergrund stand. Psychologie ist für mich nicht das Gleiche wie zum Beispiel Physik, Chemie oder andere Wissenschaften. Alex, ich finde auch nicht, dass Psychologie irgendwas mit Mathematik gemeinsam hat. Ich weiss auch nicht genau, wie "Psychologie" überhaupt exakt definiert wird. Ist sie die Wissenschaft von der menschlichen Seele? Kann man die überhaupt wissenschaftlich erforschen? Was mich erheblich stört ist nicht so sehr dieses Fach selbst, sondern die Tatsache, die Frank auch schon hervorgehoben hat, nämlich dass psychologische Gutachten von Gerichten hemmungslos unkritisch als die reine Wahrheit über einen Menschen angesehen werden und dass es für einen davon betroffenen Menschen so gut wie unmöglich ist, sich gegen unwahre psychologische Gutachten zur Wehr zu setzen. Wie auch bei ärztlichen Kunstfehlern werden Fehldiagnosen vertuscht, koste es was es wolle, und wenn daran ein Mensch zerbricht und ruiniert wird.

Das ist es, was mich so wahnsinnig stört.

Freundliche Grüsse,
Ferdi


Re: Och Ferdi!

Alex, Sunday, 30.03.2003, 18:54 (vor 8347 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Ferdi am 30. März 2003 09:05:59:

@Jolanda und Alex: Ich wollte auch keineswegs einen ganzen Berufstand verunglimpfen, aber Frank hat auf den Punkt gebracht was auch bei meiner Meinungsäusserung im Hintergrund stand. Psychologie ist für mich nicht das Gleiche wie zum Beispiel Physik, Chemie oder andere Wissenschaften. Alex, ich finde auch nicht, dass Psychologie irgendwas mit Mathematik gemeinsam hat.

Das beweist, dass Du bei Deiner Meinungsbildung auf Klischees oder Höhrensagen hereingefallen bist.

Ich weiss auch nicht genau, wie "Psychologie" überhaupt exakt definiert wird. Ist sie die Wissenschaft von der menschlichen Seele? Kann man die überhaupt wissenschaftlich erforschen?

Definition Psychologie: Wissenschaft vom Erleben und Verhalten von Personen; Die P. beschäftigt sich mit der Beschreibung, Erklärung, Vorhersage und Beeinflussung menschlichen Verhaltens

Der Zusammenhang zur Mathematik ist sehr einfach und klar:
Wenn ich eine wissenschaftliche Arbeit veröffentliche, reicht es nicht eine These aufzustellen. Ich MUSS die Gültigkeit der These BEWEISEN. Und das geht nur mit der Mathematik. D.h., sagen wir ich habe als Wissenschftler die Vermutung: "Frauen in der Menopause leiden häufiger als in anderen Lebensjahren unter Depressionen". Dann stelle ich diese These auf, und MUSS beweisen, dass ich nicht phantasiert habe. Ok... ich fange an, riesengroße Statistiken aufzustellen (bzw. diese erst mal organisatorisch "wasserdicht" auszuarbeiten)... und stelle nun auf REIN MATHEMATISCHEM Weg fest, dass meine Zahlen meine These bestätigen.
Dann ist die Geschichte aber immer noch nicht vorbei... eine riesige Horde von Berufskollegen wartet nämlich nur darauf, dass meine Studie irgend einen formalen Fehler, Verfahrensfehler, mathematischen Fehler.... enthält , und wenn ich irgendwo Mist gebaut habe, dann mache ich mich mit meiner These, vor der gesammten wissenschaftlichen Welt lächerlich.
Und mein Bestreben wird dahin gehen, alle Kritik durch streng wissenschaftliches Vorgehen von Anfang an zu umgehen. Das wird mich vor dieser Kritik zwar nicht gänzlich verschonen ("War die Gruppe der Testkandidaten auch repräsentativ", "Haben überhaupt genügend Menschen an der Studie teilgenommen um Aussagen zu treffen", "War die Fragestellung auch nicht manipulativ", "War die Versuchsanordnung rückwirkungsfrei") aber durch die Vorgehensweise ist meine Arbeit nicht sofort für die Ablage unterm Schreibtisch bestimmt.

Verstehst Du? Der einzige Weg Aussagen über solche Zusammenhänge zu veröffentlichen ist es MATHEMATISCH zu belegen.
Und die Mathe, die dafür im Studium unterrichtet wird, bringt einige ziemlich ins Schwitzen oder gar zur Verzweiflung. Aber ohne geht keine einzige wissenschaftliche Arbeit da.

Was mich erheblich stört ist nicht so sehr dieses Fach selbst, sondern die Tatsache, die Frank auch schon hervorgehoben hat, nämlich dass psychologische Gutachten von Gerichten hemmungslos unkritisch als die reine Wahrheit über einen Menschen angesehen werden und dass es für einen davon betroffenen Menschen so gut wie unmöglich ist, sich gegen unwahre psychologische Gutachten zur Wehr zu setzen.

Doch... durch Gegengutachten. Ich gebe Dir allerdings Recht, dass Fehler in solchen Dingen fatale Folgen haben können... deswegen gibt es in diesem Bereich auch noch einiges zu tun, um da Katastrophen zu verhindern. Das hab ich mit Frank auch schon in der Diskussion.

Wie auch bei ärztlichen Kunstfehlern werden Fehldiagnosen vertuscht, koste es was es wolle, und wenn daran ein Mensch zerbricht und ruiniert wird.
[quote]Das ist es, was mich so wahnsinnig stört.
[/quote]

Ja, mich auch. Deswegen wollte ich mit einem Gutachter auch nicht tauschen. Ein Teil der Probleme liegt aber auch daran, dass von Gutachtern Aussagen gefordert werden, die diese eigentlich garnicht wissenschaftlich liefern können.

Ich meine, wenn ich z.B. eine MPU ("Idiotentest") bei einem "Ex-Autofahrer" durchführe, der wegen hochpromilligem Autofahren bei mir sitzt, und der Typ hat eine Fahne, dass ich selber schon ganz trudelig davon werde... dann ist der Fall klar.
Wenn der aber vorher im Internet gelesen hat, was er bei ner MPU tun und sagen soll, und nur an diesem Tag nüchtern bei mir erscheint.... wirds schwierig. Ebenso ist der gearscht, der letzte Woche ein Glas Bier auf dem Geburtstag eines Kumpels getrunken hat... DEM wird nämlich kein Führerschein gegeben.... auch wenn er 6 Monate lang davor keinen Tropfen angerührt hat und den Führerschein nicht wegen Alkoholismus loswurde, sondern wegen Besaufens aus Liebeskummer (Was im übrigen auch völlig richtig ist.... besoffen fahren geht nunmal nicht; nur ob derjenige wirklich ein Alkoholproblem hat, ist zu bezweifeln).

D.h. hier werden Aussagen verlangt, die wissenschaftlich aussehen sollen, es aber garnicht sein können.
Der primäre Fehler liegt in diesen Fällen daran, diese Aussage überhaupt zu verlangen.

Liebe Grüße

Alex

Re: Och Ferdi!

Manfred, Sunday, 30.03.2003, 19:11 (vor 8347 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Alex am 30. März 2003 15:54:48:

Der primäre Fehler liegt in diesen Fällen daran, diese Aussage überhaupt zu verlangen.

Meine volle Zustimmung!

Als alter Miesepeter ;-) stelle ich mir aber auch hier schon wieder die Frage, warum ich einer Wissenschaft etwas zwingend abverlange, wozu sie (noch) nicht in der Lage ist, es zu liefern? Reine Dummheit? Das innere Verlangen eines Richters, die Schuld (unbewußt) auf andere (den Gutachter) abladen zu können, ohne nach aussen hin die Macht abgegeben zu müssen das Urteil zu fällen? Die Bequemlichkeit, schnell mit einem Fall fertig zu werden oder eben doch sowas wie ein Verlangen, andere zu schädigen.
(Sorry für den Tabubruch, sowas überhaupt zu erwägen ;-)

Gruß
Manfred

Re: Och Ferdi!

Odin, Monday, 31.03.2003, 21:23 (vor 8346 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Alex am 30. März 2003 15:54:48:

Hallo,
teilweise richtig, was Du schreibst. Die große Verwirrung entsteht aber besonders bei Leuten, die uninformiert alles "psychologische" in einen Topf schmeißen.
Was Du beschreibst ist die "Grundlagenforschung" - ein großes Gebiet der Psychologie.
Das zweite große Gebiet ist die angewandte Psychologie. Die ist eben so "exakt", wie der "Gegenstand", mit dem sie arbeitet: Nämlich der Mensch! Diese angewandte Psychologie arbeitet aber eben mit dem Wissen der Grundlagenforschung und versucht sie, im Arbeitsfeld anzuwenden - wohl wissend, daß jeder Mensch anders ist und was bei dem einen funktioniert, haut bei dem andern überhaupt nicht hin.

Absolut gar nicht damit zu tun hat aber eine "Psychoanalyse" oder "Psychotherapie". Dazu mußt Du gar nicht Psychologie studieren, daß ist eine ganz andere Form der Ausbildung.

Der Psychologie die Wissenschaftlichkeit abzusprechen ist genauso, als würdest Du der Rechtswissenschaft (beweise mir die Allgemeingültigkeit rechtlicher Normen!), der Geschichtsforschung (beweise mir mal, daß Julius Cäsar gelebt hat)... die Wissenschaftlichkeit absprechen - Ja, was würde denn dann überhaupt noch als "Wissenschaftlich" übrigbleiben?

Ein anderer Punkt ist, die eigene Betroffenheit aus seinem "Fall" herauszuhalten. Das ist aber oft noch nicht mal verlangt, ja noch nicht mal erwünscht - außer eben bei gerichtlichen Gutachten. Aber dann ist es eine Sache der Professionalität (und damit auch der Ausbildung und Supervision - also auch eine Geldfrage) und betrifft z.B. auch den Richter.

Odin

Re: Och Ferdi!

Alex, Monday, 31.03.2003, 23:59 (vor 8346 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Odin am 31. März 2003 18:23:27:

Hallöchen Odin :-)

teilweise richtig, was Du schreibst. Die große Verwirrung entsteht aber besonders bei Leuten, die uninformiert alles "psychologische" in einen Topf schmeißen.
[quote]Was Du beschreibst ist die "Grundlagenforschung" - ein großes Gebiet der Psychologie.
Das zweite große Gebiet ist die angewandte Psychologie. Die ist eben so "exakt", wie der "Gegenstand", mit dem sie arbeitet: Nämlich der Mensch! Diese angewandte Psychologie arbeitet aber eben mit dem Wissen der Grundlagenforschung und versucht sie, im Arbeitsfeld anzuwenden - wohl wissend, daß jeder Mensch anders ist und was bei dem einen funktioniert, haut bei dem andern überhaupt nicht hin.
[/quote]

Genau so war das gemeint, ja. Um zu vermeiden, dass alles in einen Topf wandert, habe ich auch die "exakten" Anteile gezeigt.
Wenn ich auf mathematischem Wege ermittelt habe, dass 73% aller Frauen der genannten Gruppe ein spezielles Symptom zeigen, weiß ich natürlich bei einem Menschen der ganz konkret vor mir sitzt nun nicht, ob dieser zu den 73% oder den verbleibenden 27% gehört... ganz klar....

Ein großes Problem, das ich auch sehe, ist, dass viele Psychologen fortbildungsunwillig sind. Das bedeutet, dass die Grundlagenforschung, die ja in den Ergebnissen doch exakt zu nennen ist, an den praktizierenden psychologischen Psychotherapeuten nur spärlich vordringt.

Absolut gar nicht damit zu tun hat aber eine "Psychoanalyse" oder "Psychotherapie". Dazu mußt Du gar nicht Psychologie studieren, daß ist eine ganz andere Form der Ausbildung.

Kann, muß aber nicht.

Der Psychologie die Wissenschaftlichkeit abzusprechen ist genauso, als würdest Du der Rechtswissenschaft (beweise mir die Allgemeingültigkeit rechtlicher Normen!), der Geschichtsforschung (beweise mir mal, daß Julius Cäsar gelebt hat)... die Wissenschaftlichkeit absprechen - Ja, was würde denn dann überhaupt noch als "Wissenschaftlich" übrigbleiben?

Z!

Ein anderer Punkt ist, die eigene Betroffenheit aus seinem "Fall" herauszuhalten. Das ist aber oft noch nicht mal verlangt, ja noch nicht mal erwünscht

Huch! Erwünscht allerdings schon! Wenn meine Diagnose eine Selbstprojektion ist, dann gute Nacht. Gutes Beispiel ist ADS... deswegen verbietet sich hier auch eine Selbsdiagnose... da bist Du völlig aufgeschmissen dann.

- außer eben bei gerichtlichen Gutachten. Aber dann ist es eine Sache der Professionalität (und damit auch der Ausbildung und Supervision - also auch eine Geldfrage) und betrifft z.B. auch den Richter.

Um eine Aprobation zu bekommen, ist einiges an Supervision Pflicht... ansonsten hat sichs was mit abrechnen über die KV....
Und wer zahlt heute schon selbst eine Therapie? Davon zu leben ist nicht einfach. Es sei denn, Du bist "in" in der High-Society.

Liebe Grüße

Alex

Re: Och Ferdi!

Odin, Wednesday, 02.04.2003, 01:19 (vor 8344 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Alex am 31. März 2003 20:59:51:

Ein anderer Punkt ist, die eigene Betroffenheit aus seinem "Fall" herauszuhalten. Das ist aber oft noch nicht mal verlangt, ja noch nicht mal erwünscht
Huch! Erwünscht allerdings schon! Wenn meine Diagnose eine Selbstprojektion ist, dann gute Nacht. Gutes Beispiel ist ADS... deswegen verbietet sich hier auch eine Selbsdiagnose... da bist Du völlig aufgeschmissen dann.

In vielen Fällen NICHT erwünscht! Ich weiß zwar nicht, wie es heute ist, aber gerade in der Sozialarbeit wurde und wird eigene Betroffenheit oft verlangt - sowohl von der Stelle selbst, als auch von den Klienten. Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber früher war es so, daß Du keine Stelle an einer Erziehungsberatungsstelle bekommen hast, wenn Du selbst keine Kinder hast. Oder versuch mal als magersüchtiger Sozialpädagoge eine Selbsthilfegruppe für Übergewichtige zu gründen :-) (obwohl beides nah beieinander liegt und du als "Profi" locker mit - auch fremder Themantik - arbeiten können müßtest). Arbeite mal in einem "Väterhilfezentrum" und laß mal in einem Gespräch fallen, daß Du gar kein Vater bist - und dann achte mal auf die Reaktion deines Klienten!
Und da geht es schon los: Was treibt mich, mit straffälligen Jugendlichen zu arbeiten? Warum ausgerechnet mit mißbrauchten Mädchen? Warum mit Obdachlosen? Warum mit Alkoholikern? Wie kann ich bei "Wildwasser" o.ä. arbeiten, wenn ich selber brav und behütet aufgewachsen bin, nie belästigt worden bin, nie blöd angemacht und meine Jungfernschaft mit 32 in der Hochzeitsnacht verloren habe?

Andere Arten von Vorbelastungen entstehen dann auch im Job selber - man nennt diese dann "praktische Erfahrungen". Wenn Du am Jugendamt arbeitest und Du hast 20 mal Randale von besoffenen Vätern erlebt, dann mußt Du Dich arg zusammennehmen, um dem nächsten gelassen entgegenzublicken.

Odin

Re: Och Ferdi!

Jörg, Sunday, 30.03.2003, 18:58 (vor 8347 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Ferdi am 30. März 2003 09:05:59:

Hallo Ferdi,

Richtern fehlt zu vielen Dingen, die nicht rechtlicher Natur sind, der
nötige Sachverstand. Dessen ungeachtet müssen sie Entscheidungen fällen,
die einschlägige Sachkenntnisse voraussetzen. Gutachten sollen dabei
helfen, Entscheidungen auf einer fundierten Grundlage fällen zu können.
Das Instrumentarium des Gutachtens als solches halte ich daher nicht für
beanstandenswert.

Die Frage, inwieweit die Psychologie überhaupt als Wissenschaft an-
gesehen werden kann, gehört für mich zu einem separat zu behandelnden
Themenkomplex. Ich meine jedoch, daß man die Psychologie nicht schon
deshalb als weniger wissenschaftlich betrachten kann, weil sie keine
exakten Ergebnisse hervorbringt wie etwa die Mathematik, die Natur-
oder Ingenieurwissenschaften. Man kann das Leben halt nicht in
mathematische Formeln pressen. Auch die Rechtswissenschaft selbst, die
die intellektuelle Grundlage für Gerichtsverfahren bildet, ist eine
Geisteswissenschaft.

Mein Wörterbuch definiert Psychologie übrigens als "Wissenschaft von den
bewussten und unbewussten seelischen Vorgängen, vom Erleben und Verhalten
des Menschen".

Gruß, Jörg

Re: Och Ferdi!

Alex, Sunday, 30.03.2003, 19:26 (vor 8347 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Jörg am 30. März 2003 15:58:52:

Huhu Jörg

Richtern fehlt zu vielen Dingen, die nicht rechtlicher Natur sind, der
[quote]nötige Sachverstand. Dessen ungeachtet müssen sie Entscheidungen fällen,
die einschlägige Sachkenntnisse voraussetzen. Gutachten sollen dabei
helfen, Entscheidungen auf einer fundierten Grundlage fällen zu können.
Das Instrumentarium des Gutachtens als solches halte ich daher nicht für
beanstandenswert.
[/quote]

Z! Die Fehler liegen in überinterpretierten Gutachten und in Gutachtern, die sich zu nicht belegbaren Aussagen verleiten lassen.

Die Frage, inwieweit die Psychologie überhaupt als Wissenschaft an-
[quote]gesehen werden kann, gehört für mich zu einem separat zu behandelnden
Themenkomplex. Ich meine jedoch, daß man die Psychologie nicht schon
deshalb als weniger wissenschaftlich betrachten kann, weil sie keine
exakten Ergebnisse hervorbringt wie etwa die Mathematik, die Natur-
oder Ingenieurwissenschaften.
[/quote]

Oh... sie bringt ja Ergebnisse auf Basis der Mathematik (Statistik & Stochastik) hervor. Wieso sollten die Ergebnisse dann unschärfer als die mathematischen Mittel selber sein?

Ihr verwechselt hier scheinbar allesammt die Forschung und die Anwendung einer Wissenschaft. Forschung muß neue Thesen immer beweisen. Fehler passieren in der Anwendung überall.... es sind auch schon genügend Brücken eingestürzt, weil ein Statiker sich verrechnet hat...

Liebe Grüße

Alex

Re: Och Ferdi!

Manfred, Sunday, 30.03.2003, 19:33 (vor 8347 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Alex am 30. März 2003 16:26:56:

Vielleicht bräuchten Richter ja einfach mal einen kleinen Lehrgang in Wahrscheinlichkeitsrechnung oder wenigstens über das Wesen derselben.
Allerdings möchte ich hinzufügen, daß auch die Vorgensweise von Psychologen oder Psychiatern zuweilen deren Berufstand (milde gesagt) höchst unwürdig ist.

Gruß
Manfred

Re: Och Ferdi!

Alex, Sunday, 30.03.2003, 19:46 (vor 8347 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Manfred am 30. März 2003 16:33:54:

Vielleicht bräuchten Richter ja einfach mal einen kleinen Lehrgang in Wahrscheinlichkeitsrechnung oder wenigstens über das Wesen derselben.
[quote]Allerdings möchte ich hinzufügen, daß auch die Vorgensweise von Psychologen oder Psychiatern zuweilen deren Berufstand (milde gesagt) höchst unwürdig ist.
[/quote]

Klar, wie in jedem Berufstand *g*
Das Beispiel mit dem Pfarrer hatten wir ja... dazu hab ich ja auch genug geschrieben. Die dortige Psychologin hat sich ähnlich einem Chirurg verhalten, der versehentlich statt dem Blinddarm das Herz entfernt.... unwissenschaftlicher gehts kaum.... dazu braucht man keine Ausbildung, so einen Mist kann jeder Mensch ad hoc verzapfen.

Alex

Re: Och Ferdi!

Alex, Sunday, 30.03.2003, 17:33 (vor 8347 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Frank am 30. März 2003 08:18:33:

Hallo Frank!

es ist die regel, nicht die ausnahme.

Sorry, das kann ich nicht bestätigen. Sowohl vom Studium als auch unter meinen Bakannten kenne ich Nieten, die besser einen anderen Beruf gewählt hätten. Aber es ist bei weitem nicht die Mehrheit.
Das Problem ist aber, dass wenn man auf eine solche Niete trifft, die Auswirkungen i.d.R. desaströs sind. Deshalb wäre es durchaus angebracht, schon während der Ausbildung auf einige Punkte mehr zu achten.

Wer sich mit sog. Kinderpsychologen/INNEN befasst, bzw. damit zu tun bekommt, lernt das fürchten über deren status und Einfluss.
[quote]unkritische richter/jugendämter, übernehmen derart hingelogene beurteilungen/gutachten.
[/quote]

Bist Du durch jemanden dieser Art geschädigt worden? Weil Du das so pauschal einfach behauptest. Ich meine, Fälle, die verbreitet werden, sind logischerweise hauptsächlich grobe Fehler oder Vergehen... das läßt aber Rückschlüsse auf den normalen Berufsalltag kaum zu.

es gelingt nur wenigen P. die eigene historie während der sitzungen/Befragungen auszublenden.

Es geht nicht darum die eigene Historie auszublenden, sonder eben gerade darum, sie zu erkennen. Wenn ich z.B. Opfer einer Gewalttat war, werde ich sofort, wenn jemand BEHAUPTET Opfer einer solchen Tat zu sein, emotionaler beteiligt sein... ebenso, wenn mir jemand erzählt Täter zu sein...die sogenannte professionelle Distanz geht den Bach runter.
Wenn ich meine eigene Hirstorie möglichst genau kenne, weiß ich, wo ich mich selbst weiter zurücknehmen muß oder im Zweifelsfall den Klienten sogar ablehenen muß (was ich z.B. von einer Freundin von mir auch definitiv weiß, dass sie aus diesen Gründen schon mehrfach abgelehnt hat).

Nicht umsonst ist es so, das chronisch kranke , zu Fachleuten in sachen eigener Krankheit werden. Selbst betroffen, wenden diese sich dem thema zu.
[quote]warum sollte es bei P. anders sein ?
[/quote]

Du meinst wohl die These, Psychologen studieren dies, weil sie alle selber "eine Knall" haben *g*. So pauschal ist das aber auch ziemlicher Schwachsinn. Es gibt den Drang sich mit Dingen zu beschäftigen, die einen persönlich betreffen, ja, aber um durch die Ausbildung zu kommen, gehört ein bisschen mehr. Es kommen auch Leute heil durch die Ausbildung, wo nicht soziale Aspekte und Interesse am menschlichen Wesen im Vordergrund stehe, das bemängele ich genauso, wie Du. Aber der Regelfall ist das sicher nicht.
Man sollte auch differenzieren. Es KANN sinnvoll sein, sich auf eine Erkrankung zu spezialisieren, die man persönlich erfahren hat. Eine schweizer Freundin von mir, die an ADS (Aufmerksamkeits Defizit Syndrom) leidet hat z.B. einen Psychiater mit dem selben Krankheitsbild vorgezogen, weil er durch seine eigenen Erfahrungen der erste war, der ein tiefes Verständnis für sie hatte.
Es ist aber nicht zwingend, etwas selber erfahren zu haben... und manchmal ist es sogar äußerst schädlich, da die Gefahr besteht, die professionelle Distanz eben zu verlieren.
Die Selbsanalyse umfasst auch nicht nur die Historie, sondern eben auch persönliche Überzeugungen, weltanschauliche Aspekte u.s.w.
Wenn beispielsweise (mal ein ganz plumpes Beispiel) ein Therapeut selbst an einer Essstörung leidet, könnte er Klienten die an Anorexie leiden nur ablehnen, da er selbst durch sein eigenes verzerrtes Körperbild nicht in der Lage ist, zu helfen. Das Beispiel ist deswegen plump, weil gerade Essstörungen so weitreichende Wirklichkeitsverzerrungen beinhalten, dass so jemand als Therapeut wohl kaum überhaupt noch Klienten haben dürfte... aber Du verstehst, auf was ich hinaus möchte, oder?

Habe persönliche einen Arzt erlebt, der folgende titel sein eigen nannte.
[quote]Psychater
Neurologe
Psychologe BdP
klinischer Psychologe
Psychotherapeut
Das alle im alleingang praktiziert
praxisöffnung war um 9:00 Uhr, abends um 20:00 hatte ich einen Termin wegen nervenwasser untersuchung (brrrrr).
der stand mir wankend gegenüber, rot unterlaufene Verquollene Augen.
ein LKW-Fahrer geht in den Bau wenn er unter solchen umständen (totale Übermüdung, praktiziert (fährt), und ein Unfall passiert.
O.G. arzt, erteilt Bescheinigungen verfasst beurteilungen, therapiert,
macht neurologische untersuchungen und ggf. weist menschen in die Psyhatrie ein....., die kontrollinstanz besteht darin, das eine negativ betroffene Person genug Kraft/Geld hat, um sich zur wehr zu setzen, wenn etwas nicht stimmt.
[/quote]

Da stimme ich Dir gnadenlos zu! Ich kenne selbst so einen Fall. Und da gehört ein Riegel vorgeschoben. Ähnlich der Tachoscheibe im LKW.
Ich halte es für unmöglich, auf Dauer mehr als 7-8 Stunden täglich qualitativ hochwertige, therapeutische Arbeit zu leisten. Mir sind aber selbst Fälle bekannt, in denen teilweise 12-14 Stunden gearbeitet wird, und zwar ohne, dass zwischen den Terminen größere Pausen wären. Zusätzlich darf man nicht vergessen, dass da administrative Arbeiten (Protokolle, Gutachten, Berichte...) dazu kommen. Hier erliegt das Berufsverständnis der Geldgier... sowas findest Du aber in fast jedem Beruf. Die LKW-Fahrer sind da eher noch "harmlos", weil solche Dinge da vornehmlich durch Druck von oben passieren, seltener durch eigene Geldgier des Fahrers. Ebenso bei Ärzten, die angestellt arbeiten. Wenn aber persönliche Geldgier die Ursache ist, dann finde ich das äußerst verwerflich und unverantwortlich. Solche Leute gehören ans Fließband und nicht in Positionen, in denen sie große Verantwortung tragen.

Liebe Grüße

Alex

Re: Och Ferdi!

Frank, Monday, 31.03.2003, 01:45 (vor 8346 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Alex am 30. März 2003 14:33:47:

Hallo alex,

kann mich da nur noch eben, kurz vor toreschluss ;-), dahingehend äussern, weil ich heute irgendwelche Verbindungsprobleme hatte.

Ja, ich habe erfahrungen.
mit Zwei Psy.Innen , welche es total in Ordnung finden, das Ein Kind bei Trennungstypischen auffälligkeiten, für eine Gewisse Zeit den vater nicht sehen DARF.
das sind jetzt....*rechnet*.... ach rechnet selber, seit dem 17. nov 2001.

habe bisher mehr Geld in anwälte, gerichtsgebühren und sonst. spesen investiert, als ich in den sieben jahren mit meiner tochter, für Sie ausgeben konnte.
Sage nur danke deutschland.auch im Namen meiner tochter, die vollkommen durcheinandergebracht worden ist, durch suggestive befragung von Psy.Innen
welche ihr auch immer nahelegten, du musst nicht zum Papa. Du bist ein grosses mädchen, Das darfst Du ganz alleine entscheiden, da ist dir niemand böse.....
O-Ton
wenn der vater "thematisiert" wird, kratzt Sie sich und rauft sich die Haare, und will nichts sagen (später musste sie aber den ständigen befragungen unterliegen).
sonstige Negative Äusserungen, handlungen der tochter, werden folgend angesprochen.
Wie die KM berichtet
Sie soll
sie hätte
also Übernahme der Km erlichen ansichten und vor allem Lügen.
Ungepprüft.

irgendwann hat sie gesagt , was die hören wollten, und die KM hat sich ins fäustchen gelacht.
die Probleme beim kind kamen nämlich durch "schlechtreden" meiner Person durch die KM.
die sprüche kenne ich aus dem FF, weil das hat sie mit den stiefkindern und deren Vater, grosseltern.. auch immer gemacht.

a wäre noch eine weitere unfähige Kinder/jugenpsychologin, welche sich mit dem stiefkind beschäftigen wollte (er aber nicht mit ihr ;-)
eine völlig neben der schiene laufender kinder/jugendpsychaterin (Typ alice im Wunderland, als sie siebzig Jahre alt ist).

ein team von Jugendpsy. und Pädagogen, welche nicht in der lage waren, den "kurzen" während eines Mehrmonatigen aufenthaltes in der Jugendpsychatrie, aus der reserve zu locken, und damit auch die weisheit verpennten, dass allein die mutter diese massiven auffälligkeiten des jungen verursachte.

ansonsten, habe ich zwei ( ausser dem im ersten posting gennnten) Psychologen kennengelrnt.
Der eine Was ganz in Ordnung
der ander ein Jesus in Sandalen, mit windspiel als Haustürglocke und
der hat bestimm auch nur Basmati gegessen und dazu grünen Ceylon getrunken ( oder manna).

aktuell kenne ich noch eine Psy. die ist als streetworker in sozialen Brennpunkten tätig. die ist von dieser welt und weiss , wo der hammer hängt.

das war meine empirische studie in Kurzform.

kein hörensagen ( Da käme noch schlimmeres) oder aus Presseberichten.

gruss frank

Re: Och Ferdi!

Alex, Monday, 31.03.2003, 03:30 (vor 8346 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Frank am 30. März 2003 22:45:40:

Hallo Frank,

kurze Frage, auf ein langes Posting: Wie konntest Du an so eine Sammlung von Pfeifen kommen? Kann da jemand manipuliert haben?

Ich mein, gegen den "Jesus in Sandalen" oder "Alice im Wunderland" hab ich jetzt so generell nix.... bisschen durchgeknallt, kann die Kids auch interessieren. Aber was sicherlich nicht geht, sind Suggestiv-Fragen! Was bei Deinem "kurzen" los ist, kann ich nicht beurteilen, und ob der stationäre Aufenthalt da hätte sichtbaren Erfolg bringen müssen, oder wie komplex das Ganze war.

Hast Du mal versucht, selbst die Flucht nach vorne anzutreten? Bei den beiden bewußten Damen (die mit den Suggestiv-Fragen)? Das hätte ich getan... das kann ruhig ein paar Stunden Geld kosten... aber dann bekommen die vielleicht ein besseres Bild von Dir. Falls die sich wirklich so gedanklich verrannt haben sollten, könntest Du da einiges gut machen.

Das ist prinzipiell der beste Weg. Bei den Psychologen, die die Kids betreuen aktiv zu werden.... und sei es mit einigen eigenen bezahlten Stunden... völlig egal, aber Präsenz und Interesse zeigen.

Wer hat die Leutchen denn ausgesucht? Du scheinbar nicht. Was Du allerdings nicht tun solltest, ist Einschätzung aufgrund von Sandalen oder so... das Schuhwerk sagt wenig über Kompetenz aus.

Liebe Grüße, und ein baldiges Wiedersehen mit Deinen Kids

Alex

Hallo alex,
kann mich da nur noch eben, kurz vor toreschluss ;-), dahingehend äussern, weil ich heute irgendwelche Verbindungsprobleme hatte.
Ja, ich habe erfahrungen.
mit Zwei Psy.Innen , welche es total in Ordnung finden, das Ein Kind bei Trennungstypischen auffälligkeiten, für eine Gewisse Zeit den vater nicht sehen DARF.
das sind jetzt....*rechnet*.... ach rechnet selber, seit dem 17. nov 2001.
habe bisher mehr Geld in anwälte, gerichtsgebühren und sonst. spesen investiert, als ich in den sieben jahren mit meiner tochter, für Sie ausgeben konnte.
Sage nur danke deutschland.auch im Namen meiner tochter, die vollkommen durcheinandergebracht worden ist, durch suggestive befragung von Psy.Innen
welche ihr auch immer nahelegten, du musst nicht zum Papa. Du bist ein grosses mädchen, Das darfst Du ganz alleine entscheiden, da ist dir niemand böse.....
O-Ton
wenn der vater "thematisiert" wird, kratzt Sie sich und rauft sich die Haare, und will nichts sagen (später musste sie aber den ständigen befragungen unterliegen).
sonstige Negative Äusserungen, handlungen der tochter, werden folgend angesprochen.
Wie die KM berichtet
Sie soll
sie hätte
also Übernahme der Km erlichen ansichten und vor allem Lügen.
Ungepprüft.
irgendwann hat sie gesagt , was die hören wollten, und die KM hat sich ins fäustchen gelacht.
die Probleme beim kind kamen nämlich durch "schlechtreden" meiner Person durch die KM.
die sprüche kenne ich aus dem FF, weil das hat sie mit den stiefkindern und deren Vater, grosseltern.. auch immer gemacht.
a wäre noch eine weitere unfähige Kinder/jugenpsychologin, welche sich mit dem stiefkind beschäftigen wollte (er aber nicht mit ihr ;-)
eine völlig neben der schiene laufender kinder/jugendpsychaterin (Typ alice im Wunderland, als sie siebzig Jahre alt ist).
ein team von Jugendpsy. und Pädagogen, welche nicht in der lage waren, den "kurzen" während eines Mehrmonatigen aufenthaltes in der Jugendpsychatrie, aus der reserve zu locken, und damit auch die weisheit verpennten, dass allein die mutter diese massiven auffälligkeiten des jungen verursachte.
ansonsten, habe ich zwei ( ausser dem im ersten posting gennnten) Psychologen kennengelrnt.
Der eine Was ganz in Ordnung
der ander ein Jesus in Sandalen, mit windspiel als Haustürglocke und
der hat bestimm auch nur Basmati gegessen und dazu grünen Ceylon getrunken ( oder manna).
aktuell kenne ich noch eine Psy. die ist als streetworker in sozialen Brennpunkten tätig. die ist von dieser welt und weiss , wo der hammer hängt.
das war meine empirische studie in Kurzform.
kein hörensagen ( Da käme noch schlimmeres) oder aus Presseberichten.
gruss frank

Re: Och Ferdi!

Frank, Monday, 31.03.2003, 14:54 (vor 8346 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Alex am 31. März 2003 00:30:06:

Hallo Frank,
kurze Frage, auf ein langes Posting: Wie konntest Du an so eine Sammlung von Pfeifen kommen? Kann da jemand manipuliert haben?

::Die Pädagogin war auf Bestreben der KM in der Familie und diese brachte die KM dazu, das Kind zu ihrer kon-genialen Mitstreiterin zu bringen (die erste Psychologin).(Es sind mir aus meinem W.ort zwei weitere fälle mit dieser konstellation bekannt und mit gleichem ausgang.
die zweite Psychologin, wurde mir von der KM angekündigt, "Die setzt sich dann mit Dir in Verbindung", nachdem die Km illegal meine tochter bei mir abmeldete, und 400km wegzog.
Da ich auch monate später nichts hörte, und die Praxisnummer, welche ich "ermittelte", ständig mit AB belegt war, und auf die Ansage auf den AB, keine Reaktion kam,
schrieb ich mit bitte um kontaktaufnahme, mit Adresse, Tel. Nummer , Handy Nr., TelNr. der arbeitsstelle. und Angabe mienr Schichtbelegung.
Nichts.

Ich mein, gegen den "Jesus in Sandalen" oder "Alice im Wunderland" hab ich jetzt so generell nix.... bisschen durchgeknallt, kann die Kids auch interessieren. Aber was sicherlich nicht geht, sind Suggestiv-Fragen! Was bei Deinem "kurzen" los ist, kann ich nicht beurteilen, und ob der stationäre Aufenthalt da hätte sichtbaren Erfolg bringen müssen, oder wie komplex das Ganze war.

:: stimmt, nach dem Äusseren, beurteile ich die Menschen auch nicht ;-)
sollte nur eine Verbildlichung sein, welche den Eindruck reflektiert, welchen ich von diesen Personen hatte.
Aber, die waren beide echt abgedreht . "Der, der die Sandalen trägt" (lol),
War normalerweise ein Therapeut, der auf seinem "Anwesen", Knackis und Drogensüchtige therapiert,anstelle von Bau.

Hast Du mal versucht, selbst die Flucht nach vorne anzutreten? Bei den beiden bewußten Damen (die mit den Suggestiv-Fragen)? Das hätte ich getan... das kann ruhig ein paar Stunden Geld kosten... aber dann bekommen die vielleicht ein besseres Bild von Dir. Falls die sich wirklich so gedanklich verrannt haben sollten, könntest Du da einiges gut machen.
Das ist prinzipiell der beste Weg. Bei den Psychologen, die die Kids betreuen aktiv zu werden.... und sei es mit einigen eigenen bezahlten Stunden... völlig egal, aber Präsenz und Interesse zeigen.

:: Klar, schon am Anfang habe ich den kontakt dringlichst gesucht.
Nachdem die RA der KMm mir mitteilte, das ich auf den umgang zur tochter verzichten solle, habe ich Weichei noch den Konsens, die verständigung gesucht, um die kleine nicht verrückt zu machen.Das ging von mitte Nov. bis in den Januar so, weil Beide nicht arbeitsfähig waren.
Das war eine riesenfehler. das weiss ich heute. Der Kampf heute ist umso aufwendiger und kostenintensiver.
na ja, da fand eine gemeinsames Gespräch statt, zwischen allen , bei der Psy. im Haus.
die tochter äusserte, das sie sehr wohl O-Ton "manchmal" zu mir wolle.
die Psy. fragte, ob es ihr bei mir Gutgehe. Ihre antwort, Sie habe dann oft Bauchschmerzen.
Wie sich diese denn äusserten war die frage und meine tochter sagte, "so ein Kribbeln im Bauch". Die PSy. machte Gesten, und fragte "Wo denn, mehr hier, hier oder hier", wobei Sie auf die Magengegend, die Gürtellinie und und eindeutig UNTER die Gürtellinie zeigt.
Gottseidank zeigte die Lütte auf den oberen Bereich.
und auf Befragung, wann es ihr beim Papa am schlechtesten ginge, kam dann ans Tageslicht, So. abends ( "wenn ich vom Pappa weggehe"). Da jubilierte natürlich mein Herz. Und ich dachte mir "siehste, jetzt kommt das alles wieder in den Lot".
aber nix war.
ich habe die Psychologin später angerufen. Diese äusserte sich, das die aussagen derr tochter von mir manipuliert seien, schon alleine durch meine anwesenheit (wobei ich mich frage, wenn die das weiss, warum veranstaltet die dann den Zirkus mit allen am Tisch....?)
die antwort darauf...
einige tage später erhielt ich von der Mütterhelferin von der diakonie einen Brief.
Man wolle mir zu erinnerung bringen, folgendes wärere im Einverständniss der beteiligten vereinbart worden.
Ich dürfte der Tochter Briefe schreiben...
Wenn dies dann der KM gegenüber äussert sie wolle Telefonieren, oder mich sehen, dann könne man noch mal weiterreden.
das ist nicht unverschämt. Das ist menschenverachtend was da getrieben worden ist.
die Psyh. sagte dann noch am telefon, (weil ich während ders Gesprächs notizen gemacht hatte), sie fände das absolut lächerlich, das wäre wertlos und sie habe sich belustigt gefühlt.
Es wäre eh nichts wert, weil da hätten ja die anwesenden unteschreiben haben müssen.Desweiteren sei alles gesagt und sie sehe es nicht ein, sich mit mir weiter auseinanderzusetzen.
Die Psy. wurde später vom Gericht zu einer Stellungnahme aufgefordert.
Das war unter aller Sau, aber die Schlussbemerkung, "So etwas wird auch bei kindern beobachtet, die Gewalt oder missbrauch erleben", musste noch hintendran.

wie schon von jemand anderem gesagt, Psychologie ist nicht exakt. Da spielt immer die Interpretation eine rolle.


Aber jetzt bin ich wieder Abgeschweift. ;-))
Tatsache, mein bedürfniss nach Harmonie und Konsen, wurde mir als Schwäche ausgelegt und dieses Schamlos ausgenutzt.
besonders von Psychologen und Pädagogen erwarte ich eine Saubere Arbeitsweise, und das kind in den vordergrund zu stellen.
nicht die eingeforderte Ruhe für die mutter.
wenn diese sich überfordert fühlt mit den Trennungtypischen Folgen umzugehen, bleibt immer noch die möglichkeit, das Kind an mich zu übergeben und sich auf diese Art Ruhe zu verschaffen.

Gruss frank

bin halt nicht so oberflächlich, das ich für mich wichtige Dinge in wenigen Worten abhandeln kann ;-))

Re: Och Ferdi!

Alex, Monday, 31.03.2003, 16:14 (vor 8346 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Re: Och Ferdi! von Frank am 31. März 2003 11:54:47:

Hallo Frank,

also nach allem was Du schreibst, ist zu erkennen, dass hier ÜBELST manipuliert wurde. Was glaubst Du, warum sich die KM diese Psych. ausgesucht hat?

Du bist da in eine ganz miese Verlade gerannt, und hattest eigentlich nach den ersten Aktionen schon kaum eine Chance mehr. Da war alles durchgeplant und aufeinander abgestimmt. Es würde mich nicht wundern, wenn die RA da der Kopf der Verschwörung darstellt. Die dürfte mit den Psychologinnen zusammenarbeiten, also auch für einen größeren Teil von deren Einkommen verantwortlich sein. DIE weiß genau, wo sie manipulierte Gutachten herbekommt.... deswegen hattest Du auch durch persönlichen Kontakt da keine Chance, bzw. wurde der sogar noch gegen Dich verwendet.
Ich hab mal einen RA sagen hören: "Ich bekomme JEDES Gutachten, das ich brauche". Man muß nur die "schwarzen Schafe" kennen, denen jegliche Berufs-Ethik fehlt.

Dein Fehler war, dass Du am Anfang glaubtest, dass hier alles mit einigermaßen rechten Dingen zugeht. Dadurch bist Du in Fallen getreten, die Du nicht als solche erkennen konntest.

Das hat aber weniger etwas mit Frauen an sich, noch mit Psychologen an sich zu tun. Hier wurde ganz bewußt von DEINER Ex (bzw. ihrer RA) eine geschickte Verschwörung aufgebaut, bei der Du nur hättest gerecht behandelt werden können, wenn Du sie von Anfang an durchschaut hättest. Und wer kann das schon? Damit ist auch klar, warum die eine Psych. garnicht an einem Konakt interessiert war, oder? Das ist nämlich absolut untypisch, wenn alles mit rechten Dingen zugeht!

Es würde mich auch nicht wundern, wenn die anderen Dir bekannten Männer bzw. deren Ex-Frauen die selbe RA gehabt hätten.

RAe verdienen Geld weil sie "gewinnen".... Gutachter verdienen Geld mit (Wunsch)Gutachten.... Richter entscheiden nach Gutachten, und da macht der Ton die Musik.
Wenn ein Gutachter die Aussage: "Ich habe nichts rausfinden können" geschickt verpackt, stehst Du da, wie ein potentieller Gewalttäter.

Diese Kette des "Verdienens" müßte an irgendeiner Stelle unterbrochen werden, wobei das je länger es läuft immer schwieriger und teurer wird.

Ich drück Dir die Daumen, dass Du es trotzdem schaffst.

Liebe Grüße

Alex

PS: Sag mal, ist Dein RA ein Lämmchen? Kann der nicht genauso die Arschloch-Tour reiten? Oder was ist da los?

Re: Och Ferdi!

Maesi, Wednesday, 02.04.2003, 00:23 (vor 8344 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Och Ferdi! von Alex am 29. März 2003 13:38:51:

Hallo Alex

Also Psych hat nix mit mit Kaffesatzlesen zu tun, aber sehr viel mit Mathematik.

Mathematik ist eine Hilfswissenschaft; es gibt sogar Leute, die Mathematik eher als Kunstform denn als Wissenschaft betrachten. Die Qualitaet der darauf abgestuetzten Aussagen ist damit aber noch lange nicht belegt. Auch Leute, die Bilanzen frisieren, wenden Methoden der Mathematik an. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass deren mathematisch korrekte Ermittlung von (trotzdem unrichtigen) Bilanzzahlen, tatsaechlich die Realitaet widergeben.
Im vorliegenden Beispiel scheint es sich jedoch nicht um ein mathematisches Problem zu handeln, sondern die beiden Frauen haben schlichtweg mit vorgefassten Meinungen ermittelt. Da kann auch die ausgefeilteste Mathematik nicht mehr helfen.
Ausserdem koennen die 'Erkenntnisse', 'Voraussagen', etc. von esoterischen Disziplinen (sei es Kaffeesatzlesen, Handlesen, Astrologie, Tarot-Karten-legen, und weiss der Geier noch was alles) sehr wohl psychologisch erklaert werden. So gesehen, besteht da durchaus ein Zusammenhang; allerdings ein anderer als Ferdi meint.

Wahrscheinlich hat betreffende Dame allerdings in ihrem Studium ziemlich gemogelt, und ihre Diplomarbeit irgendwo in Indien gekauft.
Anders kann ich mir nicht erklären, dass ihr so wichtiges Wissen fehlt, oder sie sich zu höchst unwissenschaftlichen Aktionen verleiten ließ.

Leider waren die Ansichten dieser Psychologin in den 80er und auch zu Beginn der 90er Jahre unter Psychologen recht populaer; allzu schnell wuerde ich diesem Berufstand die Absolution deshalb nicht erteilen. Erst in den letzten 10 Jahren erkannte die Psychologie, dass bei Befragungen sehr sorgfaeltig darauf geachtet werden muss, keine Suggestivfragen zu stellen.
Wir erinnern uns (hoffentlich) alle an die aeusserst zweifelhaften Interprationen von 'Aussagen' von (z.T. sogar autistischen) Kinder durch Psychologen im Rahmen von Ermittlungen wegen sexueller Ausbeutung. Immerhin: die Wissenschaft ist inzwischen weiter; die Schaeden, die damals von gutmeinenden (und nicht selten fanatisierten) Psychologen aufgrund von mangelhaften und nie in der Realitaet ueberprueften Theorien angerichtet wurden, sind jedoch trotzdem vorhanden. Zur Rechenschaft wurde bisher kaum einer dieser Psychologen gezogen. Ich bin ueberzeugt davon, dass es hierzu auch kritische Stimmen (gerade unter den serioesen Wissenschaftlern) gegeben hat; trotzdem wurde das Feld der Missbrauchsaufdeckung allzu sehr fanatisierten Psychologen ueberlassen, die sich wesentlich staerker auf Ideologie anstatt auf wissenschaftliche Erkenntnisse stuetzten.
Und das ist mein wichtigster Vorwurf an die Adresse der Psychologie: psychologische Theorien und Therapien werden nicht mittels Doppelblindversuchen in der Realitaet untersucht. Angeblich weil das ethisch nicht zu vertreten sei; in der Schulmedizin kennt man allerdings diese Skrupel nicht. Durch Doppelblindversuche haetten vielleicht diese eigenartigen Theorien von verdraengten Erlebnissen und psychologischen Schranken, die durch den Ermittler mittels massiver Suggestivfragen durchbrochen werden muessten, relativ fruehzeitig ueberprueft und verworfen werden koennen. Wenn eine Diszipilin sich wissenschaftlich nennt, sollte sie auch wissenschaftliche Methoden anwenden, und dazu gehoeren nun mal anerkanntermassen Doppelblindversuche.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass sie betreffend ihrer eigenen Analyse beschissen hat, die nämlich vermeiden soll, dass man eigene Charaktereigenschaften und Probleme auf den Klienten projeziert.

Moeglich. Wissenschaftler und Ermittler sind auch nur Menschen. Sollte das allerdings wiederholt denselben Personen passieren, taugen sie IMHO nicht fuer den Job und sollten, natuerlich nach entsprechender Abklaerung von deren Tauglichkeit, entfernt werden.

Wie auch immer: Für diese Doppelnull kannst Du doch nicht einen ganzen Berufstand verunglimpfen. So geht das auch nicht. Der Niete gehört die Aprobation entzogen, und eigentlich eine lebenslange Rente für den armen Pfarrer, ihr Opfer nämlich, aufgebrummt.

Nein, den gesamten Berufsstand sollte man deshalb nicht verunglimpfen. Aber es ist halt auch Sache dieses Berufsstandes, Schwarze Schafe in den eigenen Reihen zu lokalisieren und in die Schranken zu weisen. Kunstfehler sind schon in der Medizin ziemlich schwer nachzuweisen; in der Psychologie ist das nahezu unmoeglich.

Hallo Arne,
[...]
Gruss,
Ferdi

Ich waere Dir dankbar, wenn Du TOFU vermeiden wuerdest, ein Thread wird sonst ziemlich schnell unuebersichtlich. Ausserdem ist das Zitieren von von Signaturen und Unterschriften unsittlich, sofern nicht inhaltlich darauf Bezug genommen wird. [dsf 7.6]

Gruss

Maesi

Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch

Max, Saturday, 29.03.2003, 20:56 (vor 8348 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch von Ferdi am 29. März 2003 11:56:27:

Hallo Arne,
dieser Artikel steht heute auch im Bonner General-Anzeiger. Da steht nur noch ausführlicher etwas über die Psychologin:
Besonders schlimm ging demnach eine Psychologin vor, die eine der drei Frauen laut Gericht mit "suggestiver Quälerei" zur Falschaussage aufforderte. Als die Zeugin darauf beharrte, dass es nur zu gymnastischen Übungen gekommen sei, nicht aber zu sexuellen Übergriffen, sagte die Psychologin laut Protokoll: "Doch, er hat was gemacht und du sagst uns jetzt was." An anderer Stelle fiel der Satz: "Wenn du uns erzählst, was der Pfarrer gemacht hat, bekommst du den Nachtisch."

Hi,
wenn das stimmt: Hat schon irgendjemand Anklage gegen die "Psychologin" erhoben?
- Max

Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch

Manfred, Saturday, 29.03.2003, 21:37 (vor 8348 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch von Ferdi am 29. März 2003 11:56:27:

Nicht die Wissenschaften sind schlecht, sondern die Art und Weise wie sie von manchen mißbraucht werden, sei es aus Dummheit, Bosheit oder beidem.

Gruß
Manfred

Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch

Maesi, Wednesday, 02.04.2003, 00:14 (vor 8345 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: "Großes Unrecht": Pfarrer vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesproch von Ferdi am 29. März 2003 11:56:27:

Hallo Ferdi

Besonders schlimm ging demnach eine Psychologin vor, die eine der drei Frauen laut Gericht mit "suggestiver Quälerei" zur Falschaussage aufforderte. Als die Zeugin darauf beharrte, dass es nur zu gymnastischen Übungen gekommen sei, nicht aber zu sexuellen Übergriffen, sagte die Psychologin laut Protokoll: "Doch, er hat was gemacht und du sagst uns jetzt was." An anderer Stelle fiel der Satz: "Wenn du uns erzählst, was der Pfarrer gemacht hat, bekommst du den Nachtisch."

Eindeutig suggestive Befragung. Diese Aussagen haetten tatsaechlich nie vor Gericht verwendet werden duerfen. Nicht genug, dass die Aussagen ohne jeglichen wissenschaftlichen Wert sind. Es ist durchaus moeglich, dass da etwas vorgefallen ist. Durch die dilettantische Befragung koennen die Zeuginnen jedoch kein Zeugnis mehr davon ablegen; zu sehr wurden sie von den suggestiven Fragen beeinflusst. IMHO sollte man bei solchen Befragungen endlich ein Exempel statuieren, und die Befragerinnen wegen Konstruktion von falchsen Indizien sowie mangelnder Sorgfalt bei der Arbeit rechtlich belangen.

Da sieht man mal, wie ausgebildete Psychologen Menschen beeinflussen können, die keine oder zu geringe Widerstandskraft gegen derartige "Gehirnwaschmaschinen" haben. Welche katastrophalen Folgen diese Methoden bei Kindern haben können, wurde in den Wormser Prozessen um die Manipulationsindustrie "Wildwasser" et al überdeutlich.

Leider ist das nur allzu wahr. Vor einigen Jahren trat in der Schweizer Sendung 'Ziischtigs Club' ein Gerichtsgutachter auf. Dieser Mann wies auf eine besondere Problematik von Gutachtern an Schweizer (und wohl auch anderen) Gerichten hin: Er bemaengelte, dass viele Gutachter nicht wuessten, was ein korrektes Gerichtsgutachten enthalten muesse bzw. auf welche speziellen Aspekte zu achten sei; eine Zusatzausbildung als Gerichtsgutachter zur ueblichen Psychologieausbildung sei nicht obligatorisch und fehle in vielen Faellen. So komme es oftmals dazu, dass Gutachter die zu begutachtenden Sachverhalte aus der Sicht eines Therapeuten anstatt eines neutralen Gutachters saehen. Ein Psychologe kann aber niemals beide Funktionen gleichzeitig wahrnehmen: einerseits neutraler Gutachter, andererseits parteiischer Therapeut; diese beiden Sichten schliessen sich gegenseitig aus. Es handelt sich um einen klassischen Interessenskonflikt.
Es sieht so aus, als ob die involvierte Psychologin und die Kriminaloberkommissarin bei ihren Ermittlungen keinerlei kritische Distanz mehr zu den Opfern bzw. den Zeugen hatten. Sie hatten offenbar nur noch ein Interesse: naemlich denjenigen als Taeter zu ueberfuehren, den sie fuer sich bereits als Taeter auserkoren hatten. Natuerlich ist kein Mensch voellig objektiv, und niemand kann sich bei Befragungen emotional voellig dem offenbarten Leid entziehen. Trotzdem muss ein Ermittler immer bemueht sein, seine Objektivitaet zu bewahren, ansonsten taugen seine Ermittlungen nichts.

Forderung: Solche "Verhöre" dürfen nur noch von besonders ausgebildeten Ermittlungskräften im Team ausgeführt werden, niemals durch eine Einzelperson.

Diese Forderung unterstuetze ich ohne Vorbehalt. Zumindest in der Schweiz stehen IMHO inzwischen genuegend gut ausgebildete Fachkraefte zur Verfuegung. Das war allerdings nicht immer der Fall.

Psychologie, Esoterik und Kaffeesatzleserei scheinen mir sehr artverwandte Tätigkeitsfelder zu sein.

Teilweise gibt es Zusammenhaenge, allerdings in einem anderen Sinne, als Du wahrscheinlich meinst.

Gruss

Maesi

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