Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die große Gender-Lüge

Bruno, Friday, 28.03.2003, 13:55 (vor 8349 Tagen)

Liebe Forumsteilnehmer,

die Gender-Lüge (besser die Gender-Lügen!) ist ein Thema, dem sich vielleicht die Journalisten und Autoren unter den Forumsteilnehmer widmen könnten.

Ich weiß, es gibt viele Bereiche, in denen das Gender-Versprechen sich nur als Lüge entpuppt, z.B.:

Wehrpflicht

Gesundheitspolitik (z.B. Hautkrebsvorsoge für Frauen ab 30; Hautkrebsvorsorge für Männer ab 45, obwohl in allen Altersgruppen mehr Männer an Hautkrebs sterben als Frauen!)

Sorgerecht: Männer können keine Kinder bekommen, also müssten Sie nach dem Gender-Ansatz durch rechtliche Bevorzugung den Männern Chancengleichheit in Fragen des Sorgerechtes eingeräumt werden, aber das Gegenteil ist der Fall. Der biologische Vorteil wird durch das Gesetz sogar noch einseitiger zugunsten der Frauen unterstützt.

Hier möchte ich nur den Aspekt der Arbeitslosigkeit ansprechen.

So lautet das Verprechen.

Gender Mainstreaming
Gleichstellungspolitik ist Bestandteil aller Politikfelder
„Chancengleichheit“ ist bei allen politischen Entscheidungen, Maßnahmen und Aktivitäten als durchgängiges Leitprinzip explizit mit einzubeziehen.
Das BMBF hat Gender Mainstreaming als Ziel und Methode in all seinen Aufgabenfel-dern integriert (vgl. Kabinettsbeschluss vom 20.06.1999, Programm „Frau und Beruf“). So müssen bei der Entwicklung von Programmen und Maßnahmen, bei der Vergabe von Fördermitteln, bei Umsetzung und Evaluation Frauen und Männer gleichermaßen berücksichtigt werden.

aus http://www.bmbf.de/249.html

Und so ist die Realität:

Die Arbeitslosenzahlen haben sich seit 1998 wie folgt geändert:

Männer:

1998: 2.273 Tsd
2001: 2.036 Tsd
2003: 2.722 Tsd (Feb.)

Frauen:

1998: 2.007 Tsd
2001: 1.788 Tsd
2003: 1.984 Tsd (Feb.)

Arbeitslosenquoten:

Männer:

1998: 10,5
2001: 9,2
2003: 13,7 (Feb.)

Frauen:

1998: 11,8
2001: 9,5
2003: 11,2 (Feb.)

Die Arbeitslosenquote der Männer ist mittlerweile über 20% höher als die der Frauen! Die Arbeitslosenzahl der Männer ist um mehr als 700.000 höher als die der Frauen.

Trotzdem wird im "Nationalen Beschäftigungspolitischen Aktionsplan 2002" weiterhin einseitig auf Abbau der Frauenarbeitslosigkeit hingearbeitet. Um die Arbeitslosigkeit der Männer schert man sich einen Dreck.
Schaut rein in
http://europa.eu.int/comm/employment_social/news/2002/may/nap2002/nap2002_de_de.pdf

es lohnt sich!

Ab Seite 68 werden über 20 Seiten lang die Frauenförderprogramme und Fördermittel vorgestellt. Hier nur ein sehr kleiner Ausschnitt:

"Mit dem Inkrafttreten des Job-AQTIV-Gesetzes (siehe Anhang 2) ist die Gleichstellung
als durchgängiges Prinzip des Arbeitsförderungsrechts zu verfolgen. Die Verankerung
der sog. Doppelstrategie („Gender Mainstreaming“ und gezielte Frauenfördermaßnahmen)
in den Geschäftspolitischen Schwerpunkten der Bundesanstalt für Arbeit hat bereits
seit dem Jahr 2000 bundesweiten Vorbildcharakter (siehe auch Anhang 5).

• Eine hochrangige interministerielle Arbeitsgruppe hat im Mai 2000 ihre Arbeit aufgenommen.
Jedes Ressort hat sich verpflichtet, seine Beschäftigten so fortzubilden, dass sie
„Gender Mainstreaming“ in ihrem Fachbereich berücksichtigen können, sowie ein erstes
Modellprojekt zu bestimmen, mit dem der „Gender-Mainstreaming-Ansatz“ erprobt und in
der Praxis erstmals umgesetzt wird. Alle Ministerien haben 2001 mit der Umsetzung von
Pilotprojekten und Schulungen begonnen.
70
• Für die Gesamtheit der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurde das im Arbeitsförderungs-recht
verankerte Ziel, Frauen entsprechend ihrem Anteil an den Arbeitslosen an
den Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung zu beteiligen, im Jahr 2001 fast erreicht.

• Die Bundesregierung hat für Projekte und Maßnahmen zur Verwirklichung der Gleichstellung
von Frau und Mann in der Gesellschaft im Bundeshaushalt für das Haushaltsjahr
2002 rd. 11,2 Mio. € eingestellt. Darüber hinaus stehen für strategische Maßnahmen und
den Aufbau von Strukturen zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung
und Forschung rd. 6,2 Mio. € zur Verfügung. Für das Programm „Chancengleichheit
von Frauen in Forschung und Lehre“ sind jährlich bis einschließlich 2003 rund 30,8 Mio €
76
vorgesehen. Diese Mittel werden zu gleichen Anteilen von Bund und Ländern bereitgestellt."

Das also ist Gender-Mainstreaming: Einseitige Frauenförderung auch in Bereichen bestehender Benachteiligung von Männern.

Als Krönung dann die Erfolgsmeldung über den Zuwachs der männlichen Arbeitslosen auf Grund dieser systematischen Diskriminierung der Männer:

"Frauen profitieren vom Strukturwandel

Nach Berechnungen des IAB
werden bis zum Jahr 2010 Frauen in Westdeutschland weiter von dem laufenden Struk-turwandel in der Wirtschaft profitieren.

Eine Ursache: Der ungebrochene Trend zu den Dienstleistungen

Diese günstige Prognose (IAB Materialen Ausgabe Nr.4/1999) basiert vor allem in dem ungebrochenen Trend zu den Dienstleistungen und der zunehmenden Anzahl von Teil-zeitarbeitsplätzen.
Von diesen beiden Trends profitierten Frauen - auch schon in der Vergangenheit - in einem wesentlich höherem Ausmaß als Männer. Die Entwicklungen der 90er Jahre wer-den sich im nächsten Jahrzehnt fortsetzen. So wurden zum Beispiel im Verarbeitenden Gewerbe zwischen 1991 und 1997 ca. 1,8 Mio. Arbeitsplätze abgebaut, während im gleichen Zeitraum im Dienstleistungsbereich 1,4 Mio. neue Stellen geschaffen wurden. In diesem Zeitraum fanden ca. 500 000 Frauen eine neue Arbeitsstelle, wohingegen ca. 900 000 Männer ihre Beschäftigung verloren. Die Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil an Vollzeitarbeitsplätzen bis 2010 stark zurückgehen wird. Hiervon werden Männer mit 1,7 Mio. abgebauten Stellen mehr als doppelt so stark betroffen sein, wie die Frauen.

Frauen besetzen die zunehmende Anzahl von Teilzeitarbeitsplätzen

Im gleichen Zeitraum werden hingegen die Teilzeitarbeitsplätze um 2,2 Mio. ansteigen, da Teilzeitarbeit in der Regel von Frauen ausgeübt wird. So wird sich die Bilanz der Frauenerwerbstätigkeit durch diesen Trend weiterhin verbessern. Äußerst erfreulich ist die abzusehende Tendenz, dass bei den primären Dienstleistungen die Hälfte der neu-en Teilzeitarbeitsplätze für Fach- und Führungskräfte geschaffen werden, ein Trend, der in Deutschland lange auf sich warten ließ und u.a. für Frauen und Männer die Verein-barkeit von Familie und Beruf erleichtern wird. Mit der deutlichsten Beschäftigungsex-pansion ist für Frauen in den nichtakademischen Gesundheits- und Betreuungsfunktio-nen zu rechnen. Bei den produktionsorientierten Tätigkeiten wird insgesamt mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigung gerechnet. Hiervon werden Frauen mit geringe-ren Qualifikationsanforderungen leider überproportional betroffen sein. Hier ist weiterhin ein stärkerer Qualifikationswille der Frauen erforderlich, um in der Zukunft diesen Trend zu brechen.

Carlotta Köster"

aus http://www.bda-onli-ne.de/www/bdaonline.nsf/0/33269caf14100469c125688d004344ec/$FILE/KN...

Gruß

Bruno


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