Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit

Stefan G., Thursday, 27.03.2003, 19:58 (vor 8349 Tagen)

Hallo!

Leute, die Situation ist einfach ernüchternd. Das muß mal objektiv festgestellt werden. Ich habe im Januar einen Brief an das Bundesgesundheitsministerium geschickt, in dem ich verschiedene Punkte und Gebiete angesprochen habe, wo man durchaus von einer Benachteiligung von Männern in unserem Gesundheitssystem sprechen kann. Heute - nach drei Monaten - kam die Antwort. Es lohnt sich nicht, diesen Brief hier wiederzugeben. Das war nichts anderes als ein maschinell generierter Standardbrief, der wirklich in keinem einzigen Satz auf eine meiner Fragen einging. Der Brief hatte nichts, aber auch wirklich nichts mit dem zu tun, was ich in meiner Anfrage angesprochen habe. Stattdessen gabs noch eine Broschüre mit dem Titel: "Was ist Gender Mainstreaming?". Unterschrift natürlich von einer Frau. Was soll man dazu sagen? Und dazu haben die jetzt drei Monate gebraucht. Jetzt wird mir auch klar, warum in unserem Staat nichts mehr vorangeht. Ich fasse es einfach nicht...Leute, das alles ist eine riesengroße Verarsche! Aber heftig.

Gruß
Stefan

Re: Ich würde das mal an die Medien weiterleiten! n/t

Joachim, Thursday, 27.03.2003, 21:18 (vor 8349 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit von Stefan G. am 27. März 2003 17:58:32:

Hallo!
Leute, die Situation ist einfach ernüchternd. Das muß mal objektiv festgestellt werden. Ich habe im Januar einen Brief an das Bundesgesundheitsministerium geschickt, in dem ich verschiedene Punkte und Gebiete angesprochen habe, wo man durchaus von einer Benachteiligung von Männern in unserem Gesundheitssystem sprechen kann. Heute - nach drei Monaten - kam die Antwort. Es lohnt sich nicht, diesen Brief hier wiederzugeben. Das war nichts anderes als ein maschinell generierter Standardbrief, der wirklich in keinem einzigen Satz auf eine meiner Fragen einging. Der Brief hatte nichts, aber auch wirklich nichts mit dem zu tun, was ich in meiner Anfrage angesprochen habe. Stattdessen gabs noch eine Broschüre mit dem Titel: "Was ist Gender Mainstreaming?". Unterschrift natürlich von einer Frau. Was soll man dazu sagen? Und dazu haben die jetzt drei Monate gebraucht. Jetzt wird mir auch klar, warum in unserem Staat nichts mehr vorangeht. Ich fasse es einfach nicht...Leute, das alles ist eine riesengroße Verarsche! Aber heftig.
Gruß
Stefan

Da braucht man eine andere Strategie!

Stefan G., Friday, 28.03.2003, 11:08 (vor 8349 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: Ich würde das mal an die Medien weiterleiten! n/t von Joachim am 27. März 2003 19:18:10:

Guten Morgen, Joachim!

Ich glaube, eine solche Aktion ist nur dann wirklich effektiv, wenn man das in Unterschriftenaktion gestalten könnte. D.h. einen Brief an das Ministerium schreiben, tausend Leute unterschreiben lassen und dann den Brief wegschicken mit einer Kopie an eine Zeitung. Das hat sicher eine größere Wirkung. Wenn man nur als Einzelperson hinschreibt, dann wird der Brief - wie man sieht - nur mit einem automatisch erzeugten Standardschreiben beantwortet und dann nach /dev/null befördert. Zwecklos!

Gruß
Stefan

Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit

Bruno, Friday, 28.03.2003, 13:59 (vor 8349 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit von Stefan G. am 27. März 2003 17:58:32:

Hallo!
Leute, die Situation ist einfach ernüchternd. Das muß mal objektiv festgestellt werden. Ich habe im Januar einen Brief an das Bundesgesundheitsministerium geschickt, in dem ich verschiedene Punkte und Gebiete angesprochen habe, wo man durchaus von einer Benachteiligung von Männern in unserem Gesundheitssystem sprechen kann. Heute - nach drei Monaten - kam die Antwort. Es lohnt sich nicht, diesen Brief hier wiederzugeben. Das war nichts anderes als ein maschinell generierter Standardbrief, der wirklich in keinem einzigen Satz auf eine meiner Fragen einging. Der Brief hatte nichts, aber auch wirklich nichts mit dem zu tun, was ich in meiner Anfrage angesprochen habe. Stattdessen gabs noch eine Broschüre mit dem Titel: "Was ist Gender Mainstreaming?". Unterschrift natürlich von einer Frau. Was soll man dazu sagen? Und dazu haben die jetzt drei Monate gebraucht. Jetzt wird mir auch klar, warum in unserem Staat nichts mehr vorangeht. Ich fasse es einfach nicht...Leute, das alles ist eine riesengroße Verarsche! Aber heftig.
Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

ich arbeite gerade an einer umfassenden Pedition an den Bundestag bezüglich einer gleichberechtigten Krebsfüherkennung für Männer und damit u.a. für die Abschaffung der unterschiedlichen Einstiegsaltersgrenzen im Sozialgesetzbuch für Frauen und Männer in der Krebsvorsorge. Vielleicht könntest du die Initiative unterstützen. Den Peditionstext werde ich hier vorstellen, wenn er fertig ist.

Gruß

Bruno

Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit

Odin, Saturday, 29.03.2003, 21:02 (vor 8347 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit von Bruno am 28. März 2003 11:59:25:

ich arbeite gerade an einer umfassenden Pedition an den Bundestag bezüglich einer gleichberechtigten Krebsfüherkennung für Männer und damit u.a. für die Abschaffung der unterschiedlichen Einstiegsaltersgrenzen im Sozialgesetzbuch für Frauen und Männer in der Krebsvorsorge. Vielleicht könntest du die Initiative unterstützen. Den Peditionstext werde ich hier vorstellen, wenn er fertig ist.

Das würde mich auch interessieren. Das Einstiegsalter für Krebsuntersuchungen hat mich zwar noch nie gejuckt (war zum ersten Mal mit 16 oder 17 bei der Krebsvorsorge), aber bei der letzten hat mir die Ärztin gesagt, daß es eine ganz tolle Möglichkeit neuerdings für die Prostatakrebserkennung gibt. Geht ganz einfach und ist sehr sicher - man(n) muß sie nur selber bezahlen! Kostet 15 €
Muß eigentlich eine Frau bei der Krebsvorsorge was selber bezahlen (Brustkrebsuntersuchung, Mammographie o.ä.)?

Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit

Stefan G., Saturday, 29.03.2003, 22:08 (vor 8347 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit von Bruno am 28. März 2003 11:59:25:

Hallo Bruno,

hast Du Dich mal bei einem Mediziner kundig gemacht, warum das eigentlich so ist? Ich hab' da mal vor einiger Zeit bei meiner Krankenversicherung nachgefragt und die meinten, daß dies statistische Gründe hat. Sie nannten mir nur das Beispiel Unterleibskrebs, an dem Frauen schon sehr früh erkranken können (deswegen die frühe Vorsorge), Darmkrebs bspw. bei Männern allerdings eher zwischen dem 40 und 50 Lebensjahr auftritt. Ich hatte den Eindruck, daß hier einfach statistisch gewertet wurde, wann bei welchem Geschlecht welche Tumorart verstärkt auftritt und daraus resultierte dann die Finanzierung dieses Vorsorgesystems. Allerdings wurde ich bei weitergehenden Fragen an den medizinischen Dienst der Krankenversicherung verwiesen. Es wäre mal interessant, bei einem Mediziner nachzufragen, wie die Dinge denn nun wirklich stehen.

Gruß
Stefan

Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit

Bruno, Tuesday, 01.04.2003, 15:11 (vor 8345 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Re: Antwort vom Bundesgesundheitsministerium zum Thema Männergesundheit von Stefan G. am 29. März 2003 20:08:26:

Hallo Bruno,
hast Du Dich mal bei einem Mediziner kundig gemacht, warum das eigentlich so ist? Ich hab' da mal vor einiger Zeit bei meiner Krankenversicherung nachgefragt und die meinten, daß dies statistische Gründe hat. Sie nannten mir nur das Beispiel Unterleibskrebs, an dem Frauen schon sehr früh erkranken können (deswegen die frühe Vorsorge), Darmkrebs bspw. bei Männern allerdings eher zwischen dem 40 und 50 Lebensjahr auftritt. Ich hatte den Eindruck, daß hier einfach statistisch gewertet wurde, wann bei welchem Geschlecht welche Tumorart verstärkt auftritt und daraus resultierte dann die Finanzierung dieses Vorsorgesystems. Allerdings wurde ich bei weitergehenden Fragen an den medizinischen Dienst der Krankenversicherung verwiesen. Es wäre mal interessant, bei einem Mediziner nachzufragen, wie die Dinge denn nun wirklich stehen.
Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

1970, als die gesetzliche Krebsvorsorge eingeführt wurde, war die Erkenntnis tatsächlich so, dass Gebärmutterhalkrebs und Brustkrebs schon in den frühen Jahren bei Frauen relavanter sind als z.B. Prostatakrebs bei den Männern.

Allerdings wurde das Vorsorgeangebot aufgeweitet, hat aber die Mindesteinstiegsaltersgrenzen belassen. Deshalb gilt die gesetzliche Krebsvorsorge beim Hautkrebs für Frauen schon ab 30 Jahren und die für die Männer erst ab 45, da es im Gesetz nach wie vor die Grenze ab 45 für Männer gibt. Und das obwohl männer in jeder Altersgruppe die Männer eine höhere Hautkrebserkrankungsrate zeigen als Frauen. In der Altersgruppe zwischen 30 und 45, also der Gruppe, die durch die Benachteiligung betroffen ist, ist die Krebserkrabkungsrate an Hautkrebs fast 50% höher als die der Frauen!

Trotzdem bekommen die Frauen die Vorsorge bezahlt, Männer nicht!

Übrigens: Bei nahezu allen nicht geschelchtsspezifischen Krebsarten liegt die Krebserkrankungsrate bei Männern in allen Altersgruppen höher als die der Frauen. Erst ab der Altersgruppe, in der die Lebenswerwartung der Männer fällt, ist die Erkrankungsrate der Frauen höher, was natürlich klar ist. Wenn es nur noch Frauen gibt, können auch nur noch Frauen erkranken.

Bei Hodenkrebs existiert zudem noch der spezielle Fall, dass in der Altersgruppe zwischen 20 und 40 eine Erhöhung der Erkrankungsrate vorhanden ist. Trotzdem wird in der Krebsfrüherkennung dem nicht Rechnung getragen und es bleibt bei dem Einstiegsalter von 45 Jahren für Männer.

Gruß

Bruno

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