Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kommentar von Ueli Wild / Oltner Taggblatt vom 27.3.03

Jolanda, Thursday, 27.03.2003, 16:03 (vor 8350 Tagen)

Hallo zusammen

Folgender Artikel erschien heute in unserer Tageszeitung:

Lug und Trug

Es ist müssig, sich heute zu fragen, ob der Mann, der den Krieg im Irak losgetreten hat, überhaupt legitim im Amst sei, oder ob einzig der Wahlskandal in Florida der Welt diesen US-Präsidenten beschert hat.

Georg W. Bush ist nun mal eine Realität in dieser Position. Genauso ist es nun zwecklos, die untauglichen Beweise zu brandmarken, mit denen die Bush-Administration der Öffentlichkeit und dem Sicherheitsrat ein Eingreifen im Irak schmackhaft zu machen versuchte.
Der Krieg ist Tatsache geworden - wenn auch ohne den Segen der UNO.

Dennoch überkommt einem das nackte Grauen, wenn man sich vergegenwärtigt, mit wieviel Lug und Trug der Weg zum Krieg gepflastert war.

Es soll der US-Regierung nicht gleich unterstellt werden, dass sie es selbst gewesen sei, welche die angeblichen Beweise für Uran-Einkäufe Iraks in Niger gefälscht habe. Diese wiederum hätten als Indizien dafür herhalten sollen, dass Saddam sein Atomwaffenprogramm wieder aufgenommen habe. Die unglaubliche Plumpheit der Fälschungen lässt aber zwei mögliche Schlüsse zu, die beide die Bush-Administration in ein bedenkliches Licht rücken: Entweder war Washington, geblendet von einem paranoiden Zwang zum Krieg, intellektuell nicht in der Lage, allerbilligsten Trug als solchen zu erkennen.
Oder aber man war sich nicht zu schade, die als Fälschungen erkannten Briefe ins Feld und die Weltöffentlichkeit hinters Licht zu führen. Nach der Devise: Wahr ist, was uns nützt. Nur wer dieses Spiel einmal durchschaut hat, weiss für die Zukunft, mit wem er es im weissen Haus zu tun hat.

Umgekehrt beweist der Umstand, dass die scheinbaren Beweise Fälschungen waren, nicht, dass Saddam über keinerlei Atomwaffenprogramme verfügt. Hat er trotz allem irgendwelche nuklearen Waffen zur Hand - und sollte er diese, in Bedrängnis geraten, auch einsetzen -, ist die Katastrophe perfekt.

Dann wird einer vom Schlag eines Geoerg W. Bush endgültig jedes Mass verlieren. Und das unglaubliche daran ist, dass ein paar US-Firmen davon profitieren werden: Umso mehr zerstört wird, desto mehr dürfen ein paar Bush-Freunde - als nette Pfründe - wieder aufbauen.

Bezahlt wird übrigen nicht nach dem Verursacherprinzip, sondern mit irakischen Oel. Die Freiheit, die Bush meint, hat schliesslich ihren Preis.

Ueli Wild, OT, 27.3.03

"Darin steckt die schrecklichste Leistung der USA:
Den eigenen Bewohnern einzureden, sie wären die
glücklichsten Geschöpfe"

Der Kulturwisschenschaftler, Erich Wolfgang Skware im Essay für die Mittelland Zeitung.

Nachdenkliche Grüsse
schickt euch
Jolanda


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