Rote Männer Info 46
RoteMänner!
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde!
Zunächst aber: Liebe Antilopinnen und Antilopen! Weil euere Männer wegen ihrer Hörner so begehrt sind, haben böse Wildererinnen und Wilderer ihren Bestand so bedenklich dezimiert, dass nur noch wenige für die vielen Weibchen zur Verfügung stehen. Die Süddeutsche vom 18. März ruft in dieser Situation einen veritablen "Zickenalarm" aus, weil: "Auf ein Männchen kommen jetzt zwischen 36 und 106 Weibchen (...) In den übergroßen Harems aber verwehren dominante Weibchen schwächeren Tieren den Zugang zu den Männchen. Die einjährigen Jung-Antilopen werden so praktisch gar nicht mehr trächtig, und der Bestand nimmt weiter ab." [link=http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel3164.php" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel3164.php[/link] Wir finden dieses Verhalten rücksichtslos und stutenbissig und rufen insbesondere auch die Antilopenmännchen auf zur praktischen Solidarität mit den weniger dominanten jungen Antilopinnen!
Wir bleiben im zoologischen Bereich: Manche von euch werden sich noch an die Anti-Porno-Aktivitäten erinnern, denen sich insbesondere die amerikanische Feministin Andrea Dworkin Anfang der 80er mit Verve gewidmet hat. Inzwischen werden im Dortmunder Zoo Pornofilme animalisch sozialverträglich eingesetzt, um lustlose Affen zur Fortpflanzung zu bewegen: "Vor vielen Jahren hatten wir eine Orang-Utan-Dame, die sich vor Affenmännern gefürchtet hat. Der haben wir einen erotischen Film gezeigt, in dem sich Menschenmann und -frau sehr geliebt haben. Das war eigentlich nicht pornografisch, sondern die beiden sind sehr zärtlich miteinander umgegangen. Da hat die Orang-Frau angefangen, selbst solche Zärtlichkeiten weiterzugeben. Und sie hat dann auch die Männer an sich rangelassen." [link=http://www.zeit.de/2003/12/N-Affenpornos" target="_top]http://www.zeit.de/2003/12/N-Affenpornos[/link] Hausaufgabe für euch zum nächstenmal, meine lieben Leser: Welche Schlüsse sollte Andrea Dworkin aus diesem gelungenen Versuch ziehen?
Ein interessanter Wortwechsel war auch der folgende: "ZEIT: Warum nimmt man denn für diesen Aufklärungsunterricht nicht Affenpornos? - Brandstätter: Das wäre ideal. Aber es ist sehr schwer, solche Filme zu kriegen. Pornos mit Menschen dagegen gibt es überall." Merke: Es gibt nicht zuviel, es gibt eher noch zuwenig - jedenfalls für die Marktnischen.
Es sind bisweilen die trivialen Mythen, die wahre Aufklärung zutage fördern. So hörten wir am 17. März bei "Al Bundy" in Kabel 1 den schönen Satz von Al's Eheweib "Peggy": "Warum sollten wir altern und schwitzen und früh sterben? Dazu sind die Männer da." Was man von so einer Einstellung hat, erleben heute die Antilopinnen.
Männer seien knausrig beim Taschengeld für ihre Frauen, lesen wir verblüfft in der "taz": [link=http://www.taz.de/pt/2003/03/13/a0041.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/03/13/a0041.nf/text[/link] Wir dachten immer, Taschengeld bekämen Schulkinder. Oder hat die "taz" hier bloß nicht hinreichend deutlich gemacht, dass es sich um einen Beitrag zum Thema Pädophilie handelte?
Die Kunst des Vulgärfeminismus ist es nicht nur, ein Feindbild mit den Mitteln der Hysterie zu implementieren, sondern immer auch die unbekümmerte Verbindung mit den größten Widerlichkeiten in einen Nebensatz oder einer Auflistung einfließen zu lassen: "Kinderpornografie, Frauenhass und sexualisierte Gewalt im WWW nehmen dramatisch zu. Deshalb läuft von 1. bis 31. März 2003 die Aktion lets netz - wir kicken Männergewalt aus dem Internet.' Wir setzen persönliches Engagement gegen das Geschäft mit der Ausbeutung von Frauen und Kindern. Jeder Click ist ein Zeichen für ein Internet frei von Gewalt. Jeder Click zählt! Click Dich ein." [link=http://www.fan2003.de" target="_top]http://www.fan2003.de[/link] Und dann dieses wunderbare Gefühl, heute wieder etwas Gutes getan zu haben!
Die "taz" veröffentlichte am 18. März eine Reihe von Leserbriefen zu dem im letzten RoteMännerInfo aufgegriffenen "tazmag" mit jenem unsäglichen Beitrag des Biochemikers Neffe. Nicht alle Beiträge dazu waren so erfreulich wie dieser hier: "'Frauen kann man attestieren, dass sie auf ganz wunderbare Weise harmlos sind', meint der Soziologe Dieter Otten. Ähnliche Loblieder mögen Plantagenbesitzer vor 200 Jahren in South-Carolina über ihre Neger' gesungen haben. Unsinn wird durch dauernde Wiederholung ja nicht vernünftig. (...) Die Soziologie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen erinnert an Balzverhalten. Tendenz: weiter erigierend." schreibt Werner Bräuner aus Meppen. [link=http://www.taz.de/pt/2003/03/18/a0152.nf/text" target="_top]http://www.taz.de/pt/2003/03/18/a0152.nf/text[/link]
Unter der Überschrift "Die Frau, die nicht nein sagen konnte" berichtete die Süddeutsche Zeitung am 12. März: "Sie war jahrelang Opfer ihres perversen Mannes und wurde für ihn zur Mittäterin: die tragische Rolle der Monika Kecke im Limburger Sadistenprozess"
[link=http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel1895.php" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel1895.php[/link] Wir lernen einmal mehr: Geht es um die
Schuld des Mannes, so ist diese häufig eine Art Apriori; geht es um die der Frau, dann ist diese - ja was wohl? - ein Opfer! Dabei ist die Geschichte wirklich schauderhaft, ohne Zweifel. Die eigentliche Frage ist aber, ob ein Mann im umgekehrten Fall mit einer vergleichbaren Milde in seiner Beurteilung rechnen dürfte. Im Fall der bestialischen Ermordung zweier Mädchen war Frau Kecke der Lockvogel, im Wissen um die Folgen.
Und hier unser heutiges Vorabendprogramm:
1. Die CDU/CSU versucht sich in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung über "Frauen und Kinder als Gewaltopfer". Wer bleibt da wohl als Täter übrig? (Ein ziemlich gewagter Beitrag unseres Redaktionshospitanten Lester Burnham ...)
2. Ehefrauen und Mütter sollten der Erwerbsarbeit nachgehen, findet die OECD. Das ist aus vielen Gründen richtig, auch wegen der damit verbundenen Seelenhygiene, die dem Geschlechterverhältnis nur gut tun kann. Wer dabei nur auf die Hilfe des Staates wartet, beweist damit vor allem eines: mangelnde Bereitschaft zur Arbeit.
3. Die Bundesregierung schürt als Tätigkeitsnachweis derzeit mal wieder die Hysterie in Sachen Sexualstrafrecht. Kritische Stimmen wie die von Katharina Rutschky beeindrucken sie nicht.
4. Der Anteil jungen Männer im Alter bis 25 an den Arbeitslosen ist in zehn Jahren von 51 auf über 62 Prozent gestiegen. Woran liegt das und wozu führt es?
5. Vor zwei Wochen gab's im Anhang einen Brief an die RotenMänner. Zu dem wollen wir doch noch zwei kurze Absätze verlieren.
TÄTERPROFILE DURCH OPFERMONOPOLE
EINE KLEINE POLITISCHE SOZIOLOGIE ALLTÄGLICHER GEWALT
Diesmal waren es unsere Freundinnen von der CDU/CSU, die sich unter der Überschrift "Frauen und Kinder als Gewaltopfer" Meriten erwerben wollten. Unter der Führung der Abgeordneten Antje Blumenthal, Maria Eichhorn und Maria Böhmer setzte man der Bundesregierung mit einer Kleinen Anfrage zu. Das Selbstverständliche gleich an den Anfang (frei nach Jürgen Becker: "Jetzt jehn mer erst mal in 'nen Puff, dann ham'mer dat aus'em Kopp."), heiß es da: "Die Hilfe für Gewaltopfer - in der Mehrheit Frauen und Kinder - ist in Deutschland unzureichend." Hätten die Damen die Frauen weggelassen, keiner hätte ihnen widersprechen können. Denn die bei weitem häufigsten Opfer häuslicher Gewalt sind Kinder. Die Täter in diesen Fällen sind erwiesenermaßen mehrheitlich weiblich. Darüber redet aber in Deutschland keine Sau. Weil ja auch die Betreuungspersonen fast immer weiblich seien, wie man sich dann beeilt anzumerken. Als ob das eine Entschuldigung wäre! Schon solche pavlovschen Reflexe machen deutlich, worum es wirklich geht: Wenn Frauen und Kinder zu Opfern erklärt werden, ist zweifelsfrei klar, wer jedenfalls NICHT zu den Tätern gehören kann - und wer als Täter übrig bleibt! Mehr will uns der ganze Quatsch nämlich nicht sagen.
Was ist jetzt also das Problem? Die Täter sind nicht immer in der wünschenswerten Form bei ihren - unzweifelhaft vorhandenen - Eiern zu kriegen! Und das liegt daran: "...eine Beweissicherung unmittelbar nach der Misshandlung (unterbleibt) aufgrund der speziellen psychischen Verfasstheit des Opfers oder dessen materieller Abhängigkeit vom Täter..." Mal abgesehen davon, dass ein Opfer vielleicht in einer "Verfassung" sein kann, wohl kaum aber in einer "Verfasstheit"... (Unglaublich dass das bei der Union nicht mal den wissenschaftlichen Mitarbeitern auffällt! Dummdeutsches Kriegstreibergesindel!) Zurück zum Thema: Was hat es nun mit der materiellen Abhängigkeit vom Täter auf sich? Wir haben es beispielhaft mit einer Partnerschaft zwischen Opfer X und Täter Y zu tun - aus der vermutlich inzwischen auch der kleine Z hervorgehangen ist, weil man sich ja nicht nur prügelt. X hat sich nicht lange bitten lassen und - völlig uneigennützig - ihren Job aufgegeben, um sich fortan "ganz um Z kümmern zu können." Obwohl sich sieben Tanten und Omas die Finger danach ablecken würden, jeweils einen Tag in der Woche auf das Würmchen Z aufzupassen. Y muss seither für Drei schuften. Vielleicht fängt er tatsächlich irgendwann an, X zu schlagen. Sowas gibt es ja leider, wenn auch im Gegensatz zur feministischen Propaganda vergleichsweise selten.. Man mag sich angesichts der skizzierten Konstellation fragen, warum. Aber das ist unerheblich, weil mildernde Umstände gibt es nur, wenn Frauen gewalttätig werden. Bei Männern dagegen ist jede Gewalt ein Akt bösartiger Barbarei aus dem reinen Impuls des Unterdrückers heraus. Das haben wir jetzt bald 30 Jahre lang gelernt, da sollten wir wirklich nicht heute anfangen, das noch mal kritisch betrachten zu wollen, es am Ende gar "hinterfragen". (Sorry, ich MUSSTE dieses Wort mal wieder benutzen!) X ist empört und ruft Wachmeister P. Es dauert aber, bis P mit seinem Kollegen P1 eintrifft. In dieser Zeit wird X klar, dass P ihren Y, den sie in angenehmeren Situationen schon mal zärtlich "meinen Sponsor" nennt, womöglich einsperren wird - oder wahlweise auch aus. Aus der Wohnung nämlich. Was dann aber Scheiße ist, weil Y schließlich der einzige im Haushalt ist, der arbeitet und Geld heimbringt. Wovon sollen X und Z denn leben, wenn Y ihnen durch den Zugriff der repressiven Staatsmacht abhanden kommt, seine Job verliert oder aus Frust über die Petzerei von X das Weite sucht? Am Ende müsste X noch selbst arbeiten gehen.
Jetzt setzt eine höchst pragmatische Güterabwägung ein. Genau diese Situation stellt uns nun auch die CDU/CSU als eine besondere Herausforderung des Rechtsstaates, aber implizit auch eine Situation der besonderen Entmündigung und Entrechtung der stets betroffenen Frau dar. Von der einsetzenden Güterabwägung, gewissermaßen der Kulminationspunkt struktureller Gewalt gegen die Frau als solche, ob X auch zukünftig für sich arbeiten lässt, dafür aber Ohrfeigen kassiert, oder selbst bitter arbeiten muss ohne Prügel, von dieser Entscheidung zwischen Pest und Cholera will die CDU/CSU die gepeinigte Frau jetzt befreien. (Das indessen sieht sie nicht als Entmündigung an!) Und unsere Bundesregierung hat einfach nicht verstanden, dass hier nun wirklich ein neues Frauenförderprogramm "Geld ohne Arbeit" erforderlich ist, quasi als kombiniertes Zeugen- und Opferschutzprogramm. Wenn X also den prügelnden Y preisgibt und damit ihren "Sponsor" verliert, sollte Ersatzvater Staat ihr umgehend eine auskömmliche Prämie gewähren (für die man Y selbstverständlich anschließend in Regress, sprich Unterhaltspflicht, nehmen wird). Nach dem Verlust des dritten Lebenspartners auf diese Weise sollte X eine lebenslange staatliche Sofortrente von der Glücksspirale erhalten. HALT! Da geht jetzt aber wirklich die Fantasie mit uns durch.
Oder doch nicht? Die Bundesregierung zitiert in Beantwortung der Kleinen Anfrage der CDU/CSU ausgiebig aus der Opferbefragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) von 1992, um das Dunkelfeld zu erhellen. Dies war - ganz nebenbei - die erste Studie in Deutschland, die belegte, dass gleich viele Männer wie Frauen Opfer häuslicher Gewalt werden. Davon aber berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort mit keinem Wort. Logisch, es geht ja in der Anfrage auch nur um Gewalt gegen Frauen und Kinder! Oder besser, wie wir schon oben feststellen durften, darum wer als einzige Tätergruppe in Frage kommt.
Schmonzetten dieser Art - und das sind nicht wenige - verlieren erheblich an Eindringlichkeit, wenn man die Männerfantasien, jene Appelle an die Beschützerinstinkte unserer höhlenbewohnenden Vorfahren, mal weglässt. Dann ist X möglicherweise gar nicht so abhängig, hilflos und unmündig, sondern arbeitet als Lehrerin, Apothekerin oder Friseuse; dann tut Y auch neben seinem Job sein Möglichstes, um bei der Erziehung von Z eine mindestens ebenbürtige Rolle zu spielen, und die ganze Konfliktkonstellation ist erheblich schwerer nachzuvollziehen - und viel unwahrscheinlicher! Eben so unwahrscheinlich, wie Beziehungsgewalt in modernen Industrieländern nun mal ist, wo sie circa 12 bis 15 Prozent der Partnerschaften betrifft - und wo in mindestens der Hälfte der Fälle der Mann das Opfer ist. Dann ist möglicherweise tatsächlich Arbeitslosigkeit eines der Partner Ursache oder Anlass von Krisensymptomen und nicht, wie es solche Schmierpapierchen wie jene CDU/CSU-Anfrage nahelegen, eine im schieren Sein von Männern begriffene Bösartigkeit.
Wer nimmt sich denn überhaupt junger Väter an in ihrem bleiernen Entsetzen, nachdem ihnen ihre Perle wenige Wochen nach der Geburt des gemeinsamen Kindes eröffnet, sie habe gerade ihren Job gekündigt, um jetzt ganz Mutter sein zu können? Wer erklärt ihnen, wie man mit der Erwartung umgeht, dass sie jetzt allein dafür zu sorgen haben, dass bloß der Lebensstandard nicht sinkt - um ihnen wenig später einzuschärfen, dass sie auch ein bisschen mehr im Haushalt leisten können! Eine konstruierte Seltenheit? Wahrscheinlich annähernd so selten wie solche Fälle, wo ein eigentlich ganz patenter junger Kerl urplötzlich zum Berserker wird und um sich schlägt.
Übrigens war ganz am Anfang der Anfrage sowie der Antwort mal irgendwo auch von Gewaltprävention die Rede. Prävention macht sich immer gut im politische Salbader, aber offenbar widerspricht der Begriff zutiefst dem, was Politik in ihrer Praxis ausmacht. Leider nämlich reduziert sich auch die Gewaltprävention in der Realität auf die propagandistische Diffamierung von Männern als einzig denkbarer Täter. Danach geht man, was der Staat offenbar am besten kann, zur repressiven Bewältigung über - und macht die denunzierten Feindbilder auch in der Praxis nieder. Und so eine Kleine Anfrage ist eine sehr subtile Form, dies zu fördern.
(Die Anfrage mit den Antworten der Bundesregierung ist mithilfe der Drucksachennummer 15/527 auf der Homepage des Bundestages unter "Drucksachen" erhältlich.)
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"MÜTTER, AN DIE ARBEIT!"
Weil Frauen wegen der Alterung der Gesellschaft als Arbeitskräfte allmählich wieder gebraucht werden, stellt eine OECD-Studie nun die Forderung auf "Frauen zurück in die Arbeit".
[link=http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/karriere/erfolggeld/64037&datei=index.php" target="_top]http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/karriere/erfolggeld/64037&datei=index.php[/link] Viele Männer werden es dir danken, liebe OECD, auch wenn die zugrundeliegende Motivation eine ganz andere ist! Erwerbstätige Frauen sind nämlich als Partnerinnen im Gegensatz zu den meisten Hausfrauen erträglich, und auf einer rein ökonomischen Ebene erhalten sie durch regelmäßige Arbeit nicht nur ihr persönliches Wohlbefinden, sondern auch ihr sogenanntes Humankapital, sprich: ihre Qualifikationen. Zweifellos ist mehr staatliche Unterstützung für die Ganztagsbetreuung wünschenswert. Aber wenn der Staat hier versagt, dann bleibt den mit der Erziehung betrauten Elternteilen (und wir zweifeln nicht, dass dies immer noch überwiegend Mütter sind!) jedenfalls mehr als genug Zeit, um selbst die Initiative zu ergreifen. Oder leuchtet es irgendwem ein, dass in einer kleinen Gemeinde oder wahlweise einem Kiez 20 junge Mütter ihren Lohnerwerb aufgeben, um maximal 25 Kinder zu betreuen? Wenn fünf von ihnen sich tagsüber um die Kinder kümmerten, könnten 15 arbeiten gehen und die fünf Betreuerinnen obendrein entschädigen. Aber das setzt voraus, dass man arbeiten will.
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SEXUALSTRAFRECHT: DIE RÜCKKEHR DES BLOCKWARTS
Den Entwurf eines Gesetzes zur Verschärfung des Sexualstrafrechts haben wir bereits im RoteMännerInfo 44 angesprochen. SKIFAS e.V. hat uns gebeten, auf seine Stellungnahme hierzu aufmerksam zu machen, was wir gerne tun: Ihr findet diese unter [www.skifas.de]. Darüberhinaus findet ihr einen vorzüglichen Beitrag von Katharina Rutschky, die sich der Missbrauchs-Hysterie bereits Anfang der Neunzigerjahre in ihrem Buch "Erregte Aufklärung" annahm, unter [link=http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-feuilleton/1383.html" target="_top]http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-feuilleton/1383.html[/link] Hier lesen wir u.a.: "Zu den unerfreulichen und keineswegs ungefährlichen Begleiterscheinungen dieses pädagogischen Fortschritts gehört (...) der den Wahn streifende Glaube an den epidemischen sexuellen Missbrauch von Kindern. Der zeigt sich trotz aller Aufklärungskampagnen angeblich nur deshalb nicht in dem vermuteten Ausmaß in Anzeigen und Verurteilungen, weil die Kinder hilflos, die Täter furcht- und skrupellos sind, und die Umwelt in der Regel aus Leuten besteht, die wegschauen, statt einzugreifen. Dieser Meinung ist explizit jedenfalls die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und sie hat sie zum Dreh- und Angelpunkt ihres Entwurfs zur Verschärfung und Erweiterung des Sexualstrafrechts gemacht. Es ist daher kein Trost, daß bei der nach Populismus riechenden Jagd auf sogenannte Kinderschänder die CDU/CSU noch schlimmere Einfälle hat als die SPD-Ministerin."
Empfehlenswert zum selben Thema auch der Beitrag von Gerhard Mauz "Und wieder droht der Blockwart" im "Tagesspiegel" unter [link=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/17.02.2003/441832.asp" target="_top]http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/17.02.2003/441832.asp[/link]. "Statt die Dunkelziffer zu senken, werde die Neuregelung genau das Gegenteil erreichen', warnen die Hilfseinrichtungen in einer Stellungnahme für den Rechtsausschuss des Bundestages.(...) Wer Nachbarschaftsauseinandersetzungen vor Gericht erlebt hat, verbirgt sein Haupt. Was da nicht alles ohne Federlesen vorgebracht wird."
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ARBEITSLOSIGKEIT: DRAMATISCHER ANSTIEG DES MÄNNERANTEILS
In unserer letzten Ausgabe erfuhren wir aus einem interessanten Beitrag der "Welt" - sonst eher als Revolverblatt bekannt - dass für Jungen ein ordentlicher Schulabschluss für den weiteren Lebensweg noch wichtiger ist als für Mädchen, weil ihnen nun mal die Möglichkeit, Hausmann zu werden und Kinder großzuziehen, nicht gegeben ist. Als Männer sind sie auf die Erwerbsarbeit ohne Wenn und Aber verwiesen, sei es als Arbeit- oder als als Unternehmer. Jetzt erfahren wir, dass der Anteil der Männer an den Arbeitslosen jedenfalls im Alter bis zu 25 Jahren immer weiter in die Höhe schießt - nicht zuletzt weil das endlose Warten auf die Möglichkeit, endlich den Wehr- oder Zivildienst ableisten zu können, sie bei der Planung eines geregelten Arbeitslebens massiv beeinträchtigt: [link=http://www.zeit.de/2003/12/Jugendarbeitslose" target="_top]http://www.zeit.de/2003/12/Jugendarbeitslose[/link] "(...) im Schwebezustand ohne Einberufung haben die jungen Männer unterhalb der Heranziehungsgrenze von 25 Jahren auf dem Arbeitsmarkt schlechte Karten: Stets erkundigen sich Unternehmen bei Bewerbern nach dem abgeleisteten Wehr- oder Zivildienst. Denn das Unternehmen muss ihnen den Arbeits- oder Ausbildungsplatz für die Dauer des späteren Wehr- oder Zivildienstes freihalten. Das ist in der aktuellen konjunkturellen Lage ein hohes unternehmerisches Risiko. Fragen nach geleistetem Wehr- oder Zivildienst sind arbeitsrechtlich erlaubt und müssen wahrheitsgetreu beantwortet werden. Ulrich Finckh von der ZKDV schätzt, dass die Bundeswehr inzwischen eine Bugwelle von über 300000 nicht einberufenen jungen Männern vor sich herschiebt'. Ein guter Teil von ihnen dürfte sich inzwischen als Wartezeitarbeitslose' in der Arbeitslosenstatistik verstecken."
Derzeit kommt dazu, dass wegen einer Kabbelei zwischen Regierung und Opposition die unionsgeführten Länder einem Ausführungsgesetz für den Zivildienst im Bundesrat die Zustimmung verweigerten mit der Folge, dass jetzt - möglicherweise bis Ende des Jahres - keine Zivis mehr eingestellt werden können. Nicht nur wegen solcher Fisematenten ist der Anteil junger Männer an den Arbeitslosen von 1992 bis 2002 von 50,9 auf 62,5 Prozent angewachsen. Dies korrespondiert mit einer Entwicklung in den neuen Bundesländern, wo inzwischen mehr Männer als Frauen arbeitslos gemeldet sind. Konsequenz ist, dass es im emanzipierteren Osten der Republik, wo es den Frauen ohnehin schon fast traditionell wichtiger ist, ökonomisch auf eigenen Beinen zu stehen, häufiger Haushalte gibt, in denen (beschäftigte) Frauen (arbeitslose) Männer mit durchziehen, als umgekehrt. Wem das seltsam oder kurios vorkommt, der mag sich fragen, warum bei umgekehrtem Geschlechterverhältnis kein Hahn danach kräht! Die "Zeit" benennt einen wesentlichen Grund für die Umkehrung der früher eher Frauen treffenden Unterbeschäftigung: "Männer leiden unter dem Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt, wo Arbeits- und Ausbildungsplätze im produzierenden Sektor wegfallen, während viele neue Jobs im von Frauen dominierten Dienstleistungssektor entstehen." Ob es da nicht allmählich höchste Zeit für ein paar Männerförderprogramme wird?
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DIE UNZWEIFELHAFTEN VERDIENSTE DER PHILIPPA B.
Erinnert ihr euch an jenes Pseudonym Philippa Buckingham, das uns neulich mit einem Leserbrief beglückte? Wir haben es euch schließlich im Anschluss an das letzte Info in voller Länge zugemutet. Auf eine Psychoanalyse dieses im Freestyle-Deutsch (Thomas Reuter) gehaltenen Machwerks mussten wir vor zwei Wochen aus Zeitgründen verzichten, Dabei bietet allein der folgende pathologische Satz der formidablen Philippa hinreichend Anlass dazu: "Woher habt Ihr denn den 20% Frauenanteil (bei den Empfängern des RoteMännerInfos, d. Red.)? Sind das die, die selbst nicht zum Zug gekommen sind und uns Müttern die Kinder neiden?" Schaut nur her, ihr Tussen, schreit Philippa ihren Geschlechtsgenossinnen zu, die sich den unwahrscheinlichen Verdienst, geboren zu haben, jedenfalls bisher nicht erworben haben: Erst eine Mutter ist eine richtige Frau, vermutlich aber auch erst dann, wenn sie sich zu der allerhöchsten Würde einer alleinerziehenden Unterhaltsempfängerin emporgeschwungen hat. Da bekommt man ja fast schon Mitleid mit "dem" Feminismus: Den einen Beschwörerinnen der Frauensolidarität sind die Mütter suspekt, den anderen die Kinderlosen; die Bequemen feiern den Hausfrauenfeminismus, die Krabitzigen verachten aber genau diesen, loben das autonome Lesbentum oder machen sonstwie einen Kult um ihre jeweilige Daseinsform. Das hat Züge eines klassischen Sektenfanatismus. Gottlob, nicht alle Frauen sind so, vermutlich nicht mal annähernd eine Mehrheit. Manche lesen sogar das RoteMännerInfo, darunter sogar einige Mütter, die gar keine Probleme haben, die Erziehung mit den Vätern zu teilen und selbst arbeiten zu gehen.
Interessant auch, dass die Dame Philippa teilweise den Wortgebrauch des RoteMännerInfos bis in die Details übernahm, an einer Stelle etwa von "dummdeutschem Hohlgebrabbel" sprach. Das zeugt einerseits davon, dass wir sie schwer beeindruckt haben und dass jene Philippa unsere Infos gründlich studiert hat (wofür sie zu loben ist!), andererseits aber auch davon, dass sie zu eigenständigem Denken und Formulieren dennoch bisher nur bedingt im tande ist. Was in unseren Infos steht, passt ihr nicht, aber sie kann nicht recht sagen, warum. Das ist wie bei Kindern, wenn das etwas Ältere "Blödmann" sagt, und der kleine Frechdachs, der noch nicht so viele Worte kennt, antwortet "selber Blödmann". Nun ja, was uns bei unseren Kurzen schmunzeln lässt, erzeugt bei einer vermutlich erwachsenen Frau eher Mitleid. Und damit soll's dann auch gut sein.
Jedenfalls für heute.
Bleibt sauber und unterlasst bitte diese ständige Rumprügelei!
Euer RedManAlex
(25.03.03)
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Wenn du das RoteMännerInfo nicht mehr beziehen willst, reicht eine kurze Mitteilung an rotemaenner@gmx.net. Wenn du es über Dritte kennengelernt hast und direkt beziehen möchtest, ebenfalls. Die Mitteilung sollte so unzweideutig sein wie die Positionen der RotenMänner und ihrer Unterstützer/innen! Wir sind politisch links und liberal, wir stehen für eine soziale und ökologische Politik und kämpfen dafür, dass diese nicht durch einen Vulgärfeminismus diskreditiert und beeinträchtigt wird, wie er in allen relevanten linken Parteien inzwischen starke Positionen erobert hat. Beiträge, Anregungen, Hinweise und Feedback zu bzw. auf die RoteMännerInfos sind willkommen. Die Weitergabe dieses Infos an Interessierte ist erlaubt und erwünscht unter Angabe der Quelle. Lest und unterzeichnet das RoteMännerManifest, das ihr - wie auch die Infos - unter http://www.dabbel.de/rotemaenner findet! Schließlich findet ihr die Infos regelmäßig auch in Monis Forum http://www.f27.parsimony.net/forum66387/ sowie in Tommys Forum http://f27.parsimony.net/forum66375/
gesamter Thread:
- Rote Männer Info 46 -
Arne Hoffmann,
25.03.2003, 15:07
- Re: Rote Männer Info 46 - susu, 25.03.2003, 17:55