Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Nochmal Wehrpflicht

Mike, Saturday, 22.03.2003, 19:25 (vor 8355 Tagen)

Die Antwort auf X rays Brief ist der lächeliche Brei, von dem die Verantwortlichen wissen, daß Sie in der öffentlichen Auseinandersetzung sagen wir mal etwas blass aussehen würden. So unterbinden Sie eben jede Argumentation, so einfach ist das.

Mike

Fuck_Vaterland

pit b., Sunday, 23.03.2003, 17:51 (vor 8354 Tagen) @ Mike

Als Antwort auf: Nochmal Wehrpflicht von Mike am 22. März 2003 17:25:49:

Ich nehme an, du meinst die Antwort des Bundesjustizministeriums auf den Brief von Stefan G.

Verlass dich drauf, den Scheiß glauben die selber nicht!
Das was der Typ beschreibt ist eine Diskriminierung wie sie im Buche steht.
Besser (schlimmer!) kann sie in einer modernen Gesellschaft nicht sein.
Mit der Grundlage ließe sich nie im Leben rechtlich eine Dienstpflicht für Männer durchsetzen und eine für Frauen ausschließen.

Jedoch ist es leider so, dass die Dienstpflicht für Frauen im Grundgesetz nur bei einem Mangel an freiwilligem Personal und auch dann nur im Verteidigungsfall angewendet werden kann. Zudem wir eine obere Altersbeschränkung genannt.
Die Wehrpflicht für Männer hingegen ist seit 47 Jahren "Normalität!"
Die Diskriminierung in Sachen Dienstpflichten ist also vom Grundgesetz her gegeben. Ob das GG nun Diskriminieren darf oder nicht, kann ich persönlich nur mit "Nein!" beantworten. Das Bundesverfassungsgericht ist dieser Frage ja bekanntlich Ausgewichen.

Die Gesellschaft, besonders junge Frauen (pers. Erfahrung), scheint in der Wehrpflicht anscheinend auch keine Diskriminierung zu sehen.
Oder halt einen Ausgleich für andere Benachteiligungen die sie vermutlich selber noch gar nicht erlebt haben.
Daher finde ich es äußerst undemokratisch wenn auch Nichtbetroffene in allgemeinen Wahlen über das Schicksal von Dienstpflichtigen abstimmen dürfen.

Vielleicht liegt es ja daran das die Wehrpflicht eine ungewohnte oder undeutliche Art von Diskriminierung darstellt.

Bei dem Wort "Diskriminierung" denkt man erst mal an eine Gruppe Menschen denen grundsätzlich mangelnde Kompetenz oder andere nachhaltige Eigenschaften zugesprochen werden. Ob diese Vorwürfe jetzt berechtigt sind oder nicht sei dahingestellt.
Jedenfalls werden angehörige dieser Gruppe ausgeschlossen und Möglichkeiten vorenthalten.

Bei der Wehrpflicht ist es anders,
hier wird einer Gruppe (Männer!) grundsätzliche Eigenschaften (Biologische!) zugesprochen die ihnen einen Vorteil verschaffen.
(Ausdauer, Kraft usw.)
Worauf man angehörige dieser Gruppe zwingt diese Eigenschaften in den Staatsdienst einzubringen.

Für mich ist beides Pott wie Deckel!

Die Wehrpflicht hat heute keine Sicherheitspolitischen sondern schlicht Ökonomische Gründe.
Sie dient nur noch dem Zweck zur Heranziehung von Zwangsarbeitern um die Bundeswehr und besonders das Sozialwesen schön billig zu halten.

in diesem Sinne,
Fuck_Vaterland

Re: Nochmal Wehrpflicht

Joachim, Monday, 24.03.2003, 21:07 (vor 8353 Tagen) @ Mike

Als Antwort auf: Nochmal Wehrpflicht von Mike am 22. März 2003 17:25:49:

Bemerkenswert ist, mit welcher scheinheiligen Argumentation sich manche Frauen den drohenden Pflichten entziehen, aber sämtliche Rechte in die Tasche stecken wollen. Sie verstecken sich hinter die Kinder um sie als Schutzschild zu missbrauchen und das BVerfG half ihnen noch dabei, indem Frauen die Oberbefehlshaber sind was das Sorge- und Umgangsrecht betrifft und dann wird scheinheilig Argumentiert wenn es um die Forderung der Zwangsdienste auch für Frauen geht "Ja Frauen machen ja dies und das und das ist Ausgleich für Zwangsdienste", die können andere für so dumm und dämlich halten, ABER NICHT MICH! Im Link unten werden Männer total ausgeblendet, man könnte glauben, dass nur noch Politik für Frauen gemacht und nur ihre Interessen vertreten werden!

meint Joachim

Hier lesen!

Re: Nochmal Wehrpflicht

Maesi, Tuesday, 01.04.2003, 23:52 (vor 8344 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: Nochmal Wehrpflicht von Joachim am 24. März 2003 19:07:10:

Hallo Joachim

Bemerkenswert ist, mit welcher scheinheiligen Argumentation sich manche Frauen den drohenden Pflichten entziehen, aber sämtliche Rechte in die Tasche stecken wollen. Sie verstecken sich hinter die Kinder um sie als Schutzschild zu missbrauchen und das BVerfG half ihnen noch dabei, indem Frauen die Oberbefehlshaber sind was das Sorge- und Umgangsrecht betrifft und dann wird scheinheilig Argumentiert wenn es um die Forderung der Zwangsdienste auch für Frauen geht "Ja Frauen machen ja dies und das und das ist Ausgleich für Zwangsdienste", die können andere für so dumm und dämlich halten, ABER NICHT MICH! Im Link unten werden Männer total ausgeblendet, man könnte glauben, dass nur noch Politik für Frauen gemacht und nur ihre Interessen vertreten werden!

Die in dem von Dir veroeffentlichten Link vorgebrachten Argumente sind leicht zu widerlegen:

1. Es gibt weder eine Pflicht, Kinder zu gebaeren noch pflegebeduerftige Menschen zu betreuen.

2. Das Durchschnittsalter von Frauen bei der ersten Niederkunft liegt IMHO bei inzwischen beinahe 30 Jahren, Tendenz steigend. In diesem Alter hat frau zumindest die Erstausbildung beendet (Ausnahme: ewige Studentinnen). Im uebrigen gibt es zu jeder Mutter auch einen Vater, der fuer die eigenen Kinder dieselben Pflichten erbringen muss wie die Mutter (sofern Mutter und Rechtsprechung das ueberhaupt zulassen; es gibt bekanntlich genuegend Vaeter, die von einer unseligen Allianz von Rechtsprechung und Muetter gezielt aus dem Leben der Kinder verbannt werden).

3. Es ist zu bezweifeln, dass viele Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren (in denen ja die Wehrpflichtigen den Wehrdienst bzw. den zivilen Ersatzdienst absolvieren) fuer die Pflege von Menschen zustaendig sind. Eine generelle Pflegepflicht gibt es natuerlich genauso wenig wie eine Gebaerpflicht.

4. Waehrend die Muetter staerker die Kinderbetreuung uebernehmen, tragen die Vaeter die Hauptlast fuer den Erwerb des Familieneinkommens. Es handelt sich hier offensichtlich um eine nach wie vor weitherum praktizierte Arbeitsteilung zwischen Mutter und Vater. Ob das jetzt sinnvoll ist, sei dahingestellt; aber normalerweise kann man davon ausgehen, dass es sich bei den Eltern um muendige, urteilsfaehige Menschen handelt, die das unter sich so ausgehandelt haben. Jetzt einfach so zu tun, als sei die taegliche Haupterwerbslast ein Pappenstiel und die Betreuungs- und Haushaltsarbeit eine Belastung aehnlich wie Akkordarbeit zeugt von einer ziemlichen Ignoranz der Argumentatorin; die denkt wohl, das Geld wachse auf den Baeumen und die maennlichen Erwerbstaetigen braeuchten bloss dieselben ein wenig zu schuetteln bis das Geld runterfaellt, um es dann einzusammeln.

Jaja, logisches Denken scheint bei der Frauenministerin aus Bayern wohl reine Glueckssache zu sein. Das wirklich Schlimme ist jedoch, dass es genuegend Frauen und Maenner gibt, die ihr diesen Bloedsinn auch noch abkaufen.
Generell gilt es festzuhalten, dass sich bei solchen Amtsstellen bzw. Funktionaerinnen (egal, ob sie jetzt unter Gleichstellungsaemter oder -beauftragte, Frauenbeauftragte, etc. firmieren) alles voellig einseitig um Frauenrechte und -belange dreht; eine echte Auseinandersetzung mit Gleichstellung unterbleibt nahezu immer. Die betreffenden Mitarbeiterinnen (Maenner findet man, trotz Eintreten fuer Geschlechterquoten, in solchen Gremien fast nie) huldigen normalerweise voellig vorurteilslos dem ueblichen Mainstream-Feminismus und deren Dogmen, auch wenn sie sich selber oftmals nicht als Feministinnen bezeichnen. Dementsprechend sind bei diesen 'Gleichstellungsfunktionaerinnen' gesetzlich verankerte Diskriminierungen bzw. offensichtliche soziale Nachteile von Maennern wie die Nur-Maenner-Wehrpflicht, das hoehere Rentenalter fuer Maenner, die niedrigere Lebenserwartung von Maennern, die tiefen Frauenanteile bei Risiko- oder Dreckjobs, die Maenner als Opfer haeuslicher Gewalt (inkl. deren weit verbreitete sekundaere Viktimisierung), etc. Themen, ueber die weder in Publikationen noch in Stellungnahmen eingegangen wird; fast so, als ob diese Diskriminierungen gar nicht existierten. Ich bin mittlerweile zum Schluss gekommen, dass entweder solche staatlich finanzierte Stellen nur noch strikt geschlechtsparitaetisch zu besetzen sind oder, noch besser, gleich ganz abgeschafft werden sollten, da deren Effektivitaet IMHO schlichtweg nicht gegeben ist und nur eine Verschleuderung von Steuermitteln darstellt ohne messbaren Nutzen.

Gruss

Maesi

powered by my little forum