Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Damian, Saturday, 22.03.2003, 00:53 (vor 8355 Tagen)

wieviele Fehler darf sich eine Regierung noch erlauben?
Was ist das für eine wirre Politik der Bundesregierung: Erst heisst es, man werde sich an einem Irak-Krieg in keiner Weise beteiligen. Man bemüht sich sogar sehr, ihn auf diplomatischem Weg zu verhindern. Erfolglos. Und durch die strikte Anti-Position gegenüber den Amis hat man sogar den Krieg noch befördert, da man jegliche Einflussmöglichkeit auf George Walker Bush verspielt hat.
Nun hat also der Kreuzritter zugeschlagen. Und Deutschland nimmt (trotz gegenteiligen Versprechens von Gerhard Schröder) aktiv und frohgemut daran teil. Überflugrechte, Fuchs-Spürpanzer und Awachs-Aufklärungs-Flugzeuge sind schliesslich eine indirekte Hilfe. Die Teilnahme ist also keinesfalls nicht vorhanden, sie ist Realität. Entweder man macht eine solche Politik, dann sollte man sie auch konsequent durziehen und den Amis jegliche Hilfe verweigern (auch Überflugrechte und Nutzung der amerikanischen Stützpunkte in Deutschland). Letztlich würde dies zur Folge haben, dass man alle amerikanischen Soldaten bittet, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Das wäre konsequent gewesen, Herr Schröder! Oder aber man schliesst sich der Politik der Amerikaner an (siehe GB, JP, SPA, AUS). Dann wäre die jetzt geleistete Hilfe nur folgerichtig gewesen.
Oder aber, man lässt es gar nicht erst zum offenen Bruch mit den Amis kommen, sondern versucht, innerhalb einer Allianz mit den Amerikanern Einfluss auf diese zu nehmen, um einen Krieg zu verhindern. Das ist nicht geschehen, ein schwerer diplomatischer Fehler von Schröder und Fischer.
Der inkonsequente Zickzack-Kurs unserer Regierung ist unsäglich, sie tut jetzt das Gegenteil von dem, was sie vorher angekündigt hat (übrigens ja nicht zum ersten Mal).
Ich fordere deshalb Sie, Gerhard Schröder, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und Sie, Joseph Fischer, Bundesaussenminister der Bundesrepublik Deutschland, auf: Treten Sie vor die Presse und geben Sie Ihren Rücktritt bekannt. Es wäre eine Erlösung für dieses Land.
Als Nachfolger schlage ich Wolfgang Clement bzw. xxx vor.
Sollte dies nicht geschehen, empfehle ich der Opposition folgendes, um diese Bundesregierung aus dem Sessel zu heben: Fordern Sie, Ministerpräsident Edmund Stoiber und Sie, Angela Merkel, den Bundeskanzler zum Rücktritt auf. Drohen Sie offen mit der Blockade sämtlicher Vorlagen im Bundesrat. Ich habe fertig.

BTW: Möge der Allmächtige das irakische Volk beschützen

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jörg, Saturday, 22.03.2003, 01:56 (vor 8355 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 21. März 2003 22:53:51:

wieviele Fehler darf sich eine Regierung noch erlauben?
Was ist das für eine wirre Politik der Bundesregierung: Erst heisst es, man werde sich an einem Irak-Krieg in keiner Weise beteiligen. Man bemüht sich sogar sehr, ihn auf diplomatischem Weg zu verhindern. Erfolglos.

Ich zweifele nicht daran, daß die Bundesregierung alles in ihrer Macht
stehende getan hat, um den Irak-Krieg zu verhindern.

Und durch die strikte Anti-Position gegenüber den Amis hat man sogar den Krieg noch befördert, da man jegliche Einflussmöglichkeit auf George Walker Bush verspielt hat.

Ein Kuschelkurs gegenüber Bush ist bei einem offenen Angriffskrieg nicht
angesagt (meine persönliche Meinung). Hier ist eine klare Distanzierung
vonnöten, die ja auch stattgefunden hat.

Nun hat also der Kreuzritter zugeschlagen. Und Deutschland nimmt (trotz gegenteiligen Versprechens von Gerhard Schröder) aktiv und frohgemut daran teil.

Ist das so?

Überflugrechte, Fuchs-Spürpanzer und Awachs-Aufklärungs-Flugzeuge sind schliesslich eine indirekte Hilfe. Die Teilnahme ist also keinesfalls nicht vorhanden, sie ist Realität.

Das sehe ich anders. Die Fuchs-Spürpanzer sind eine rein defensive
Maßnahme. Der AWACS-Einsatz dient dem Schutz der Staatsgrenze des
NATO-Partners Türkei.

Ob Überflugrechte bereits eine Kriegshandlung darstellen, ist meiner
Ansicht nach Interpretationssache. Eine aktive Beteiligung kann man das
jedenfalls nicht nennen.

Entweder man macht eine solche Politik, dann sollte man sie auch konsequent durziehen und den Amis jegliche Hilfe verweigern (auch Überflugrechte und Nutzung der amerikanischen Stützpunkte in Deutschland). Letztlich würde dies zur Folge haben, dass man alle amerikanischen Soldaten bittet, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Das wäre konsequent gewesen, Herr Schröder! Oder aber man schliesst sich der Politik der Amerikaner an (siehe GB, JP, SPA, AUS). Dann wäre die jetzt geleistete Hilfe nur folgerichtig gewesen.

Ein Politiker, der kompromißlos handelt ist ein schlechter Politiker
(vgl. die Politik von Bush).

Schröder geht im Gegensatz zu Bush nicht mit dem Kopf durch die Wand,
sondern berücksichtigt auch die Interessen anderer und verwirklicht damit
erst Demokratie.

Oder aber, man lässt es gar nicht erst zum offenen Bruch mit den Amis kommen, sondern versucht, innerhalb einer Allianz mit den Amerikanern Einfluss auf diese zu nehmen, um einen Krieg zu verhindern. Das ist nicht geschehen, ein schwerer diplomatischer Fehler von Schröder und Fischer.

Sich an einer Allianz mit den Amis zu beteiligen hieße sich mitschuldig
machen am Krieg. Das ist ein hoher Preis für eine vermutlich allenfalls
theoretische Einflußmöglichkeit auf die Politik der Bush-Krieger.

Ich habe Respekt vor Schröders Rückgrat in der Frage des Irak-Krieges.

Der inkonsequente Zickzack-Kurs unserer Regierung ist unsäglich, sie tut jetzt das Gegenteil von dem, was sie vorher angekündigt hat (übrigens ja nicht zum ersten Mal).

Was die Irak-Politik anbelangt bin ich mit dem Kurs unserer Bundes-
regierung durchaus zufrieden.

Jörg

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jörg, Saturday, 22.03.2003, 02:04 (vor 8355 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jörg am 21. März 2003 23:56:14:

Noch ein kleiner Nachtrag:

Übrigens hat vor kurzem Generalbundesanwalt Kay Nehm festgestellt, daß
die Gewährung von Überflugrechten für die USA sowie die Bereitstellung
deutscher Soldaten für AWACS-Aufklärungsflüge über der Türkei nicht den
Straftatbestand der Vorbereitung eines Angriffskriegs erfüllen.

(Der Anlaß dafür waren rund 120 bei der Bundesanwaltschaft eingegangene
Strafanzeigen gegen Schröder.)

Gruß, Jörg

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Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jolanda, Saturday, 22.03.2003, 02:34 (vor 8355 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jörg am 22. März 2003 00:04:11:

Lieber Jörg

Ich bin keine Deutsche und von daher halte ich mich immer sehr zurück, wenn es um Politik geht, ich verstehe hier einfach zu wenig.

Ich kann hier nur sagen, wie ich das empfinde.

Ich finde es gut, dass sich Deutschland bis zum Schluss für eine friedliche Lösung eingesetzt hat, bei uns in der Tageszeitung las ich heute einen Bericht, in dem man von amerikanischer Seite ganz arrogant meinte, nun ja, dann werden wir eben in Zukunft Deutschland und Frankreich des öfteren mal links liegen lassen.

Es kann bestimmt Folgen haben für Deutschland, wenn Amerika nun die beleidigte Leberwurst spielt und ich kann verstehen, wenn Schröder vorsichtig agiert und reagiert, denn im Grunde genommen kann er doch tun, was er will, er wird es nie allen Recht machen können.

Und wenn ich die Merkel so höre oder den Stoiber, nun ja, die wären ja ganz offensichtlich gerne an der Seite der Amerikaner in den Krieg gezogen. Das hätte mich als nicht Deutsche viel mehr abgestossen, eine Kriegspolitik, wie die FDP sie vertrtitt hätte auch mich echt zum Kotzen gebracht.

Ich finde, dass ihr Deutschen schon stolz darauf sein könnt, dass ihr es gewagt habt hier auch öffentlich anderer Meinung zu sein, obwohl das durchaus Nachteile mit sich bringen kann.

Aber wie gesagt, ich schreibe hier sehr emotional, ich beurteile das sehr subjektiv.

Liebe Grüsse
schickt dir
Jolanda

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Ferdi, Saturday, 22.03.2003, 10:38 (vor 8355 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jolanda am 22. März 2003 00:34:15:

Liebe Jolanda!

Ich finde es gut, dass sich Deutschland bis zum Schluss für eine friedliche Lösung eingesetzt hat, bei uns in der Tageszeitung las ich heute einen Bericht, in dem man von amerikanischer Seite ganz arrogant meinte, nun ja, dann werden wir eben in Zukunft Deutschland und Frankreich des öfteren mal links liegen lassen.

Arrogant ist das allerdings, aber das sollte uns hier in Deutschland jetzt nicht unsererseits davon abhalten Amerika links liegen zu lassen, was wir ja auch ohne weiteres könnten. Und nicht alles, was aus Amerika kommt, ist "Gold". Wirtschaftlich sehe ich keine grosse Gefahr, denn erstens sind deutsche Waren bei den Amerikanern gefragt, wenn sie gut sind wollen sie sie haben, Bush hin - Bush her. Aber was ich wichtiger finde: Vielleicht fördert das endlich mal die Bestrebungen aus der EU eine Art "Vereinigte Staaten von Europa" zu machen, was dann in der Welt einen ebenso potenten Gegenpol zu den alles beherrschenden USA darstellen würde. Möglichkeiten dazu sehe ich durchaus. Jetzt haben wir ja schon eine gemeinsame europäische Währung, warum sollten wir nicht auch eine gemeinsame, von allen EU-Bürgern demokratisch gewählte Regierung in einem gemeinsamen Staat "Vereinigte Staaten von Europa" zustande bringen können? Ein Wunschtraum: ein europäischer Staat, in dem die Menschenrechte das höchste Gut wären, und zwar nicht nur auf dem Papier sondern auch in der Realität. Dann wäre auch Schluss mit dem deutschen Staatsfeminismus.

Schöne Grüsse aus dem sonnenüberfluteten Rheinland!
Ferdi

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Andreas, Saturday, 22.03.2003, 18:29 (vor 8355 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jörg am 22. März 2003 00:04:11:

Noch ein kleiner Nachtrag:
Übrigens hat vor kurzem Generalbundesanwalt Kay Nehm festgestellt, daß
die Gewährung von Überflugrechten für die USA sowie die Bereitstellung
deutscher Soldaten für AWACS-Aufklärungsflüge über der Türkei nicht den
Straftatbestand der Vorbereitung eines Angriffskriegs erfüllen.
(Der Anlaß dafür waren rund 120 bei der Bundesanwaltschaft eingegangene
Strafanzeigen gegen Schröder.)
Gruß, Jörg

Hallo Jörg!

vielleicht war das auch ganz einfach nur mangelnde Zivilcourage. Kürzlich wurden in "Frontal" mehrere Verfassungsrechtler zu diesem Problem befragt (wenn ich mich richtig erinnere war darunter auch ein Richter am Bundesgerichtshof). Die waren durchaus der Ansicht, daß der Strafbestand der Vorbereitung eines Angriffskrieges erfüllt ist. Dann wurde auch darauf hingewiesen, daß einige Anzeigen beim Generalbundesanwalt vorliegen. Allerdings sagte dann einer der Verfassungsrechtler, daß Nehm wohl kaum Ermittlungen gegen den Bundeskanzler einleiten wird, denn dazu bräuchte man einen Mann, der Mut hat. Den aber hat Nehm nicht. Die Argumentation von Nehm scheint mir auch recht stark zurechtgebogen. Er ist wohl eher ein Bürokrat, der sich nicht die Finger verbrennen will. Obwohl ich großen Respekt vor Schröder in der Irak-Frage habe (der US-Regierung Widerstand zu leisten war gewiß nicht einfach), wäre es doch konsequent gewesen, den Amerikanern die Überflugrechte zu entziehen. Naja, ich bin kein Jurist. Aber was nutzt denn die beste Verfassung, wenn sie in den entscheidenden Situationen nicht durchgesetzt wird?

beste Grüße

Andreas

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Damian, Saturday, 22.03.2003, 11:19 (vor 8355 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jörg am 21. März 2003 23:56:14:

wieviele Fehler darf sich eine Regierung noch erlauben?
Was ist das für eine wirre Politik der Bundesregierung: Erst heisst es, man werde sich an einem Irak-Krieg in keiner Weise beteiligen. Man bemüht sich sogar sehr, ihn auf diplomatischem Weg zu verhindern. Erfolglos.

Ich zweifele nicht daran, daß die Bundesregierung alles in ihrer Macht
stehende getan hat, um den Irak-Krieg zu verhindern.

Dann bist Du aber einer der wenigen, die dies nicht bezweifeln.
Fakt ist, der Krieg, den man verhindern wollte, ist da.
Die Frage, die sich stellt ist, hätte man ihn verhindern können oder anders gesagt, hätte man George W.Bush das Leben erschweren können?
Ich meine ja. Zwar nicht alleine, aber zusammen mit Frankreich, Russland, China hätte man die USA dort treffen können, wo es ihnen am meisten weh tut: Bei den Finanzen. Den Amis geht es um Mammon und Macht. Man hätte eine "Koalition der Vernünftigen" schmieden müssen, die entsprechenden Druck ausübt und es nicht bei leeren Worthülsen belässt.

Und durch die strikte Anti-Position gegenüber den Amis hat man sogar den Krieg noch befördert, da man jegliche Einflussmöglichkeit auf George Walker Bush verspielt hat.

Ein Kuschelkurs gegenüber Bush ist bei einem offenen Angriffskrieg nicht
angesagt (meine persönliche Meinung). Hier ist eine klare Distanzierung
vonnöten, die ja auch stattgefunden hat.

Da hast Du mich falsch verstanden. Natürlich muss man dem Unrecht die Stirn bieten, aber wenn eine Anti-Position eingenommen wird (die mir richtig erscheint)dann muss dies auch konsequent gemacht werden und nicht in bewährter Schröder-Manier. Politiker als gewählte Vertreter des Volkes sollen den Willen desselben durchsetzen. Im Endeffekt hat Schröder aber keinen Beitrag dazu geleistet ausser dass deutsche Soldaten nicht an Kampfhandlungen beteiligt sind. Um den Iraq zu bombardieren und letztlich einzunehmen, sind diese auch gar nicht nötig. Amerikaner und Briten können dies allein. Meine Frage lautet daher: Was hat Schröder beeinflusst?
Was hat er zum Positiven gewendet? Er hat seine Ablehnung kundgetan. Na und, das können die tausenden Demonstranten auch ohne dass sich etwas ändert. Politiker sind aber da um zu HANDELN und nicht der Schönrederei wegen.

Nun hat also der Kreuzritter zugeschlagen. Und Deutschland nimmt (trotz gegenteiligen Versprechens von Gerhard Schröder) aktiv und frohgemut daran teil.

Ist das so?

Überflugrechte, Fuchs-Spürpanzer und Awachs-Aufklärungs-Flugzeuge sind schliesslich eine indirekte Hilfe. Die Teilnahme ist also keinesfalls nicht vorhanden, sie ist Realität.

Das sehe ich anders. Die Fuchs-Spürpanzer sind eine rein defensive
Maßnahme. Der AWACS-Einsatz dient dem Schutz der Staatsgrenze des
NATO-Partners Türkei.

Der AWACS-Einsatz ist äusserst umstritten. Sie können durchaus bei entsprechendem Mandat den angreifenden Truppen Unterstützung geben.
Es ist fast davon auszugehen, dass sie noch hineingezogen werden. Jetzt will man sie zurückziehen, wenn die Türken die Staatsgrenze überschreiten.
Besser wäre es gewesen, sie gar nicht erst aufsteigen zu lassen. So vermeidet man Peinlichkeiten.

Ob Überflugrechte bereits eine Kriegshandlung darstellen, ist meiner
Ansicht nach Interpretationssache. Eine aktive Beteiligung kann man das
jedenfalls nicht nennen.

Ja, ist Ansichtssache.

Entweder man macht eine solche Politik, dann sollte man sie auch konsequent durziehen und den Amis jegliche Hilfe verweigern (auch Überflugrechte und Nutzung der amerikanischen Stützpunkte in Deutschland). Letztlich würde dies zur Folge haben, dass man alle amerikanischen Soldaten bittet, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Das wäre konsequent gewesen, Herr Schröder! Oder aber man schliesst sich der Politik der Amerikaner an (siehe GB, JP, SPA, AUS). Dann wäre die jetzt geleistete Hilfe nur folgerichtig gewesen.

Ein Politiker, der kompromißlos handelt ist ein schlechter Politiker
(vgl. die Politik von Bush).
Schröder geht im Gegensatz zu Bush nicht mit dem Kopf durch die Wand,
sondern berücksichtigt auch die Interessen anderer und verwirklicht damit
erst Demokratie.

Auf eine Demokratie à la Schröder kann ich gern verzichten. Das heisst aber nicht automatisch, dass ich Bush befürworte, bei Gott nicht.
Nur ist Schröder bei allem, was er getan hat, nicht konsequent, er möchte von allem etwas haben und steht letztlich mit leeren Händen da. Demokratie verwirklicht man, indem die Interessen des Volkes berücksichtigt werden.
Das Volk wollte keinen Krieg, Schröder sagt, Deutschland werde sich nicht daran beteiligen, jetzt ist er aber dennoch da, das Volk ist erzürnt und Schröder sagt, der Krieg ist nicht das richtige Mittel.
Wähle ich einen Politiker, damit er mir solche Phrasen abschrischt?
Es muss endlich gehandelt werden in diesem Land und nicht nur geredet.

Oder aber, man lässt es gar nicht erst zum offenen Bruch mit den Amis kommen, sondern versucht, innerhalb einer Allianz mit den Amerikanern Einfluss auf diese zu nehmen, um einen Krieg zu verhindern. Das ist nicht geschehen, ein schwerer diplomatischer Fehler von Schröder und Fischer.

Sich an einer Allianz mit den Amis zu beteiligen hieße sich mitschuldig
machen am Krieg. Das ist ein hoher Preis für eine vermutlich allenfalls
theoretische Einflußmöglichkeit auf die Politik der Bush-Krieger.

Hier habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte eine Allianz mit den Kriegsgegnern, nicht mit den Amis. Wie gesagt, aller Skepsis zum Trotz, auch das riesige Amerika ist von der restlichen Welt abhängig.
Wenn sich einige grosse Länder zusammenschliessen, kann auch auf Amerika grosser Druck ausgeübt werden. Mit blosser Ablehnung ist es nicht getan.

Ich habe Respekt vor Schröders Rückgrat in der Frage des Irak-Krieges.

Mag sein, dass es wirklich seiner Auffassung entspricht, gegen den Krieg zu sein und nicht bloss Wahltaktik. Seine Vorgehensweise indes ist unstimmig und von Effektivität weit entfernt. Schröder traut sich ja nicht mal auszusprechen was jeder weiss: Dieser Kieg ist ein Bruch des Völkerrechts. Da hat ein Chirac schon mehr Rückgrat.

Der inkonsequente Zickzack-Kurs unserer Regierung ist unsäglich, sie tut jetzt das Gegenteil von dem, was sie vorher angekündigt hat (übrigens ja nicht zum ersten Mal).

Was die Irak-Politik anbelangt bin ich mit dem Kurs unserer Bundes-
regierung durchaus zufrieden.

Was heisst Kurs? Diese Regierung hat ihre Ziele nicht erreicht und sollte entsprechende Konsequenzen ziehen.

Gruss,
Damian

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

terVara, Saturday, 22.03.2003, 13:08 (vor 8355 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 22. März 2003 09:19:21:

Dann bist Du aber einer der wenigen, die dies nicht bezweifeln.

Und nun ist noch einer da...

Bei den Finanzen. Den Amis geht es um Mammon und Macht.

Ich glaube, da bist du sehr schlecht informiert...

Ja, es geht um Finanzen, aber nicht, weil die Amis den Mammon raffen wollen, sondern weil die US-Amerikanische Wirtschaft de facto auf den Brustwarzen kriecht...

Eine Konjunkturbelebung durch Senkung der Leitzinsen durch die Federal Reserve liegt nicht mehr drin; eine weitere Senkung hätte auf den US-Märkten eine Deflation zur Folge... Was Deflation und Nullwachstum für die Volkswirtschaft bedeuten, kannst du dir an deinen 10 Fingern abzählen... Den Amis steht wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals...

So makaber es klingt: Der Krieg dient als Mittel zur Konjunkturbelebung. Einen Trend dahin kannst du sehen, wenn du mal die Börsenentwicklung der letzten Woche beobachtest... Das war schon beim Korea-, Vietnam- und dem letzten Golf-Krieg so...

Eine andere unbequeme Konsequenz: Die europäische Wirtschaft genauso wie die japanische wird erst dann wieder anspringen, wenn die US-Wirtschaft wieder brummt; nennt man auch Globalisierung...

Man hätte eine "Koalition der Vernünftigen" schmieden müssen, die entsprechenden Druck ausübt und es nicht bei leeren Worthülsen belässt.

Dann hätte es erst richtig gefunkt, und dann nicht nur im Irak...

Gruß

terVara

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Damian, Saturday, 22.03.2003, 15:20 (vor 8355 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von terVara am 22. März 2003 11:08:41:

>Bei den Finanzen. Den Amis geht es um Mammon und Macht.
Ich glaube, da bist du sehr schlecht informiert...
Ja, es geht um Finanzen, aber nicht, weil die Amis den Mammon raffen wollen, sondern weil die US-Amerikanische Wirtschaft de facto auf den Brustwarzen kriecht...

Weit übertrieben. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum für 2003 liegt bei ca. 4%. Wahr ist, es gibt etliche Schwierigkeiten: Bilanztricksereien, riesiges Handelsbilanzdefizit, hohe Arbeitslosigkeit. Was letztere betrifft, zeigt sich wieder mal die amerikanische Flexibilität, bei der Arbeitslosigkeit eben nicht unbedingt mit Wirtschaftsflaute einhergeht. In Europa erzeugen die starren Strukturen genau dies.

Eine Konjunkturbelebung durch Senkung der Leitzinsen durch die Federal Reserve liegt nicht mehr drin; eine weitere Senkung hätte auf den US-Märkten eine Deflation zur Folge... Was Deflation und Nullwachstum für die Volkswirtschaft bedeuten, kannst du dir an deinen 10 Fingern abzählen... Den Amis steht wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals...

Wieder übertrieben. Eine Deflation sehe ich nicht, zumal der US-Dollar deutlich abgewertet hat. Nachdem die Amis mehr importieren als exportieren würde dies demnach deflatorische Tendenzen, wenn sie denn auftreten, kompensieren. Amerika ist nicht Japan, denen steht das Wasser bis zum Hals, die Amis sind zumindest wirtschaftlich gesehen ein Vorbild.
Kein Vorbild allerdings ist Mr. Greenspan der mit seiner expansiven Geldpolitik mitverantwortlich für The BIG BUBBLE ist, mit all ihren gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft.

So makaber es klingt: Der Krieg dient als Mittel zur Konjunkturbelebung. Einen Trend dahin kannst du sehen, wenn du mal die Börsenentwicklung der letzten Woche beobachtest... Das war schon beim Korea-, Vietnam- und dem letzten Golf-Krieg so...

Dass die Börse bei Krieg nach oben geht, bedeutet nicht zwangsläufig dass Krieg die Konjunktur belebt und die Unternehmensgewinne steigen. Börse ist zum Gutteil Psychologie. Dieser Krieg ist der meistangekündigte Krieg der Geschichte. Jeder Trottel wusste dass der Krieg beschlossene Sache war.
Auch klar ist, dass die Amis/Briten militärisch gewinnen werden. Die Nachricht des Todes von Saddam bzw. des Sieges kann jederzeit kommen. Kein Börsianer kann sich also erlauben short zu sein was dazu führt dass Short-Positionen eingedeckt werden. Nimm dazu noch die Hedge-Fonds, die äusserst flexibel reagieren und schon ergibt sich das für Unbedarfte absurde Szenario, dass Börsen bei Kriegsbeginn steigen. Wenn man es analysiert, ist es keineswegs absurd. Der Grund liegt in der Antizipation der Ereignisse. Im Vorfeld war diese quälende Zeit des Wartens, in der Unsicherheit am größten ist. Der Kriegsbeginn wirkte wie eine Erlösung und brachte den Markt nach oben, genährt von der (naiven?) Hoffnung auf einen schnellen Krieg.
Mit Konjunkturentwicklung hat das alles wenig zu tun (Rüstungsindustrie ausgenommen).

Eine andere unbequeme Konsequenz: Die europäische Wirtschaft genauso wie die japanische wird erst dann wieder anspringen, wenn die US-Wirtschaft wieder brummt; nennt man auch Globalisierung...

Ja, wird sie, hat aber nichts mit dem Krieg zu tun.

>Man hätte eine "Koalition der Vernünftigen" schmieden müssen, die entsprechenden Druck ausübt und es nicht bei leeren Worthülsen belässt.
Dann hätte es erst richtig gefunkt, und dann nicht nur im Irak...

Blödsinn. Auch die Amis sind nicht dumm. Sie greifen nicht die Russen oder Chinesen an, nur weil diese wirtschaftliche Sanktionen verhängen. Ein Gegenpol zur amerikanischer Übermacht wäre wichtig, damit sich diese eben nicht alles erlauben können. China dürfte dazu irgendwann in der Lage sein, aber das braucht noch Zeit.

Gruss,
Damian

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

terVara, Saturday, 22.03.2003, 20:40 (vor 8355 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 22. März 2003 13:20:13:

Sehe ich nicht übertrieben; daß Thema haben wir neulich in einem Workshop mit Analytikern durchgehechelt und war überwiegende Meinung der Teilnehmer...

Kein Vorbild allerdings ist Mr. Greenspan der mit seiner expansiven Geldpolitik mitverantwortlich für The BIG BUBBLE ist, mit all ihren gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft.

Absolut einverstanden... Dürfte auch damit zu tun haben, daß die Federal Reserve keine staatliche Institution ist...

[/i]>Mit Konjunkturentwicklung hat das alles wenig zu tun (Rüstungsindustrie ausgenommen).[/i]

Sehe ich nicht so...

>Eine andere unbequeme Konsequenz: Die europäische Wirtschaft genauso wie die japanische wird erst dann wieder anspringen, wenn die US-Wirtschaft wieder brummt; nennt man auch Globalisierung...
Ja, wird sie, hat aber nichts mit dem Krieg zu tun.

Zumindest, was den europäischen Markt betrifft, nicht ausschließlich. Da spielt auch das viele verbrannte Geld des Neuen Marktes eine Rolle..

Blödsinn. Auch die Amis sind nicht dumm. Sie greifen nicht die Russen oder Chinesen an, nur weil diese wirtschaftliche Sanktionen verhängen.

Das habe ich damit auch nicht behauptet... Ich meinte damit eher die "Kleinstaaten", die widerspenstig sind...

Ein Gegenpol zur amerikanischer Übermacht wäre wichtig, damit sich diese eben nicht alles erlauben können. China dürfte dazu irgendwann in der Lage sein, aber das braucht noch Zeit.

Einverstanden, daß würde zumindest wieder ein Gleichgewicht schaffen, wo sich nicht mehr jeder Hansel über UN-Beschlüsse hinwegsetzt...

Gruß

terVara

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Odin, Sunday, 23.03.2003, 01:02 (vor 8354 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 21. März 2003 22:53:51:

Ist schon wieder Rosenmontag?
Du kennst anscheinend nur heiß oder kalt. Werd blos nie Politiker!
Trotzdem bist Du immer noch inkonsequent. Konsequent wäre die Forderung: Entweder wir machen bei dem Krieg mit, oder wir greifen selbst die Amerikaner an und nehmen die amerikanische Regierung gefangen, weil sie illegal handelt.

Extremismus überall - Hirn ade :-(

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jolanda, Sunday, 23.03.2003, 01:54 (vor 8354 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Odin am 22. März 2003 23:02:57:

Hallo Odin

Extremismus überall - Hirn ade :-(

---Nun ja, aber persönliche Beleidigungen und "lustige" Frauenwitze werden uns wohl auch nicht weiter bringen, du siehst also, jeder empfindet es anders.

Zudem ist eine persönliche Meinung, eine persönliche Meinung und ich würde deshalb zu keinem sagen, dass er kein Hirn hat!

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Odin, Sunday, 23.03.2003, 21:57 (vor 8353 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jolanda am 22. März 2003 23:54:41:

Extremismus überall - Hirn ade :-(

---Nun ja, aber persönliche Beleidigungen und "lustige" Frauenwitze werden uns wohl auch nicht weiter bringen, du siehst also, jeder empfindet es anders.
Zudem ist eine persönliche Meinung, eine persönliche Meinung und ich würde deshalb zu keinem sagen, dass er kein Hirn hat!

Ich halte Extremisten selten des nachdenkens fähig, was sie durch ihre Taten auch regelmäßig gründlich beweisen. Das einzige was Extremisten fähig sind hervorzubringen, sind andere Extremisten. Das beweist Bush gerade äußerst gründlich.
Die, von Dir zitierten, Frauenwitze waren nicht als Antwort auf den Golfkrieg gedacht, falls Du das vermutet hattest. Trotzdem bin ich der Meinung, daß in der gegenwärtigen chaotischen Situation mit Sicherheit EINZIG UND ALLEIN vernünftiges Handeln gefragt ist.
Ich halte das Vorgehen unserer Bundesregierung gegen den Krieg für goldrichtig und sie hat alle unsere Unterstützung verdient. Stattdessen jammert und quatscht jeder, der einmal Peter Scholl-Latour im Fernsehen gesehen hat, wie ein Profi: Einer will keine Überflugsrechte, der andere keine Startgenehmigung, der nächste möchte, daß alle Flugzeuge von links nach rechts fliegen.... aber Solidarität kennt keiner, nur wenns 100% der eigenen Meinung genehm ist.

Der Auftrag einer Regierung ist es, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten. Nicht immer zu 100%, aber doch wenigstens weitestgehendst. NICHT gewählt wird eine Regierung, um die Meinung einer kleinen, extremistischen MINDERHEIT zu vertreten.
Das, was Bush losgetreten hat, wird die nächsten Jahre seine Früchte tragen. Wer weiß, welche Regierungen an diesem Krieg zerbrechen werden und von moslemischen Extremisten ersetzt werden. Da muß jetzt nicht unsere Bundesregierung auch noch zündeln, sondern mit allen Mitteln versuchen, daß Schlimmste zu vermeiden.

Bei allem verständlichen Frust darüber und Angst davor, sollte man doch einmal anerkennen, daß unsere Regierung einfach alles mögliche getan hat (und sich weit genug in die Nesseln gesetzt hat, ohne, daß das jemand sonderlich honoriert hätte) um diesen Krieg zu verhindern, oder soweit als möglich zu erschweren.
Das furchtbare an diesem Krieg ist, daß Bush uns alle vorgeführt hat, daß sich Amerika ihre Wahrheiten zurechtlegen kann, wie sies will und daß es ihr total am Arsch vorbei ging, ob und wer etwas dagegen hat.
Aber, daß der Widerstand SO enorm ist, hat sie wohl selbst überrascht. Die strecken ihre Pfoten nicht mehr so schnell nach anderen Ländern aus!

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jörg, Sunday, 23.03.2003, 22:33 (vor 8353 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Odin am 23. März 2003 19:57:29:

Hallo Odin,

meine volle Zustimmung zu Deinem Beitrag.

Das furchtbare an diesem Krieg ist, daß Bush uns alle vorgeführt hat, daß sich Amerika ihre Wahrheiten zurechtlegen kann, wie sies will und daß es ihr total am Arsch vorbei ging, ob und wer etwas dagegen hat.
Aber, daß der Widerstand SO enorm ist, hat sie wohl selbst überrascht. Die strecken ihre Pfoten nicht mehr so schnell nach anderen Ländern aus!

Auch wenn ich sicherlich nicht für Saddam Hussein bin - natürlich nicht -
freut es mich zu sehen, wenn die Iraker es schaffen, den Amis in gewissem
Umfang einen Denkzettel zu verpassen. Leider wird das aber wohl nur im
Gegenzug die Amis dazu veranlassen, in einem Akt der "Selbstverteidigung"
noch ein paar Bomben mehr abzuwerfen als ohnehin schon. :-(

Gruß, Jörg

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jolanda, Monday, 24.03.2003, 00:16 (vor 8353 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Odin am 23. März 2003 19:57:29:

Hallo Odin

Meine Meinung zum Krieg ist einfach:

Ich finde es eine bodenlose Arroganz und Frechheit, was sich die Bush-Regierung hier erlaubt, ich wünschte mir, der Rest der Welt hätte den Mut gehabt diesem Wahnsinn vehement entgegen zu treten.

Ich halte diesen Bush-Krieger und seine politischen Anhänger für geld- und machtgieriege Säcke und dieses heuchlerische "Wir wollen die Bevölkerung im Irak in die Freiheit führen" ist zum Kotzen, als wenn die sich wirklich für die Bevölkerung im Irak interessieren würden :-(

Du zeigst der Welt deinen Sherrif-Stern, oh, oh Amerika, hat was oder, der Sheriff der Welt, ich wünsche diesem Sheriff nur eines, dass er so richtig auf die Schnauze fällt.

Ich reagiere hier sehr emotional, weil es mich unsagbar tief trifft, zu sehen und zu hören, wie Bomben auf ein Land niederhageln und unschuldige Menschen getötet werden und das alles nur weil einer grössenwahnsinnig geworden ist.

Und diese Details um die gestritten wird, die sind in meinen Augen so was von nichtsagend. Es hätte nie zu einem Krieg kommen dürfen, dieser Krieg ist nie und nimmer gerechtfertigt!

Und diesen Krieg nun zu benutzen, um seine Aversion gegen die Regierung in Deutschland zu zeigen, das finde ich irgendwie total daneben.

Aber wir sollten uns trotzdem nicht beleidigen, das ist alles und die Frauenwitze, ich denke einfach, im moment kann ich darüber nicht lachen, zumal einige einfach auch total daneben sind, so wie es die meisten Männerwitze auch sind, ich kann da auch sehr selten lachen, weil die meisten geschmacklos und sexistisch sind, bin wohl etwas empfindlich im moment.

Es grüsst dich
Jolanda

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Alex, Monday, 24.03.2003, 01:02 (vor 8353 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jolanda am 23. März 2003 22:16:42:

Huhu Jolanda,

*drückDichmal*

Mir gehts genauso. Ich hab ein sicheres Gespür dafür, zu unterscheiden warum jemand zu einem gewissen Thema nichts sagt... und im Augenblick sagt mir mein Gespür, dass die meisten Staatschefs deshalb nicht gegen Bush aufbegehren, weil sie Angst vor den Folgen haben.

Würden sie das aber gemeinsam tun, hätten sie dieses pubertäre Machtspiel Bush's - denn als solches betrachte ich es... er schaut wie weit er ungestraft gehen kann - verhindern können.

Dadurch dass Bush diesen Krieg im Alleingang unter Mißachtung der Völkerrechte und des internationalen Völkerbundes anfangen konnte, werden die Folgen katastrophal sein.... jetzt für die Menschen, die dort leiden... und später für alle! Wer will diesen entlaufenen Psychopathen noch stoppen, wenn er sich das nächste Opfer aussucht (Er hat übrigens selber angekündigt, dass dieser Krieg nur der Anfang ist)?

Es hätte NICHTS aber auch GARNICHTS dagegen gesprochen, militärische Mittel erst nach einer definitiven UN-Resolution einzusetzen... also ist der EINZIGE Schluß, dass es eine Machtprobe von Bush ist... weiter nichts.
Und es macht mich wahnsinnig wütend, dass er scheinbar damit durchkommt.

Nach meiner Meinung gehört der Kerl in eine Zwangsjacke und sollte als einziges die Stubenfliegen in der Gummizelle befehligen, aber keine Armee, die so viel Leid anrichten kann.

Liebe Grüße

Alex

PS: Das war jetzt genauso emotional... aber das mußte raus

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jolanda, Monday, 24.03.2003, 02:25 (vor 8353 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Alex am 23. März 2003 23:02:40:

Hallo Alex

Danke für den Drücker...ich nehme ihn als emotionale Unterstützung gerne an :-)

Weisst du, zudem wird mir gerade hier so klar, wie toll diese rationalen Gespräche doch sind, klasse, wenn man rational irgendwelche Gedanken auf das Parkett knallen kann.

Verändert zwar kein bisschen etwas, aber liest sich halt so gebildet, sorry, aber hier neige ich schon langsam sehr zur Ironie.

Wenn ich sehe, was diese Rationalität so Grossartiges erreicht, dann frage ich mich, was daran so klasse sein soll.

Mir ist ein emotionaler Mensch, der einfach auf die Strasse geht viel lieber als ein rationaler, der klug daherredet, aber nicht mit dem Herzen dabei ist.

Ich erlebe diesen Krieg emotional, er trifft mich, er geht mir nahe, alles andere ist mir ziemlich "scheissegal", ich meine wie klug jemand über die Folgen und die Schuldigen reden kann. Das verändert auch nichts.

Also herzlichen Dank für deinen emotionalen Beistand, der macht mir viel mehr Mut, als jede noch so gescheite Diskussion über Ursachen und Schuldige.

Ich wünsche dir eine gute Nacht.

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Alex, Monday, 24.03.2003, 03:13 (vor 8353 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jolanda am 24. März 2003 00:25:16:

Hallo Jolanda,

weißt Du, rational ist, wenn man erkennt, dass es im realen Leben nichts rationales gibt, sondern alles emotional ist.

Deswegen ist mir ein offen emotionales Gespräch oft lieber als ein scheinbar rationales (sorry, wenn ich dieses Reizwort nun so oft benutzt hab).

Du vestehst, was ich meine? Wenn ich ein Posting lese, frage ich mich zuerst: Was möchte der Verfasser mit seinem Posting für sich erreichen.... das Ergebnis ist nahezu immer ein emotionales.... kluges Geschwätz heischt um Anerkennung.... Wut, Enttäuschung, Freude, Angst möchte ausgedrückt werden.... egal was Du nimmst... nahezu immer geht es um die Gefühle des Autors... erst danach um den Inhalt... und wer ehrlich ist, kann das auch zugeben.

Der Mensch bringt Rationalität erst durch Emotionen hervor.... kein Wissenschaftler würde forschen, wenn er nicht ein Gefühl der Neugier hätte, oder Selbstbestätigung oder Anerkennung suchte.... Gefühle spielen ein wesentlich wichtigere Rolle, als alles andere, sie bilden die Kraft, die die Welt bewegt.

Erst wenn ich weiß WARUM jemand was sagt, interessiere ich mich dafür WAS und WIE es gesagt wurde. Und die größte Erkenntnis liegt in dem emotionalen WARUM... nicht in dem Rest.

Liebe Grüße und eine gute Nacht

Alex

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jolanda, Monday, 24.03.2003, 12:28 (vor 8353 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Alex am 24. März 2003 01:13:34:

Lieber Alex

Du vestehst, was ich meine?

---Ich verstehe ganz genau, was du meinst.

Wenn ich ein Posting lese, frage ich mich zuerst: Was möchte der Verfasser mit seinem Posting für sich erreichen.... das Ergebnis ist nahezu immer ein emotionales.... kluges Geschwätz heischt um Anerkennung.... Wut, Enttäuschung, Freude, Angst möchte ausgedrückt werden.... egal was Du nimmst... nahezu immer geht es um die Gefühle des Autors... erst danach um den Inhalt... und wer ehrlich ist, kann das auch zugeben.

---Sehe ich genauso wie du :-)

Erst wenn ich weiß WARUM jemand was sagt, interessiere ich mich dafür WAS und WIE es gesagt wurde. Und die größte Erkenntnis liegt in dem emotionalen WARUM... nicht in dem Rest.

---Auch hier denken wir genau gleich und gehen wohl auch beide demenstprechend vor :-)

Liebe Grüsse
schickt dir
Jolanda

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Garfield, Thursday, 27.03.2003, 18:43 (vor 8350 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Jolanda am 24. März 2003 00:25:16:

Hallo Jolanda!

Das, was der Bush da veranstaltet, hat auch mit Rationalität nichts zu tun. Rational und konsequent wäre gewesen, das Problem Saddam Hussein 1991 endgültig aus der Welt zu schaffen. Notfalls hätte man dann eben den Irak erst einmal zum UNO-Mandatsgebiet erklären und eine zeitweilige Verwaltung aus UNO-Leuten und Militärs einrichten können, bis man einen geeigneten Nachfolger für Saddam Hussein im Irak gefunden hat.

Dieser schwachsinnige Eiertanz, der stattdessen veranstaltet wurde, ist absolut irrational. Und ich bin mir sicher, daß Bush sich in seiner Einfalt überhaupt nicht darüber im Klaren ist, was das alles für Folgen haben wird. Ich kann mir das wirklich nur damit erklären, daß sowohl Bush als auch seine Ratgeber außenpolitisch absolute Dilettanten sind, wie leider so viele US-Amerikaner.

Ich wünsche den amerikanischen und britischen Soldaten am Golf nichts Schlechtes. Die sind auch nur da, weil es ihnen befohlen wurde, und ich hoffe, daß möglichst viele von ihnen wieder heil nach Hause kommen. Und ich wünsche Saddam Hussein auch nichts Gutes. Trotzdem hoffe ich, daß Bush mit dieser Aktion möglichst unsanft auf die Schnauze fliegt. Immerhin stockt der anglo-amerikanische Vormarsch zur Zeit offenbar, und die USA haben schon angekündigt, ihre Truppen am Golf um 30000 Mann zu verstärken.

Und was ich lustig finde: Die Belgier wollen den alten Bush wegen Kriegsverbrechen am irakischen Volk im Krieg von 1991 vor das internationale Kriegsverbrechertribunal bringen. :-) Hoffentlich ziehen die das durch. Es würde dann zwar natürlich bei einer mehr symbolischen Verhandlung bleiben, aber das wäre doch auch schon etwas. Der US-Außenminister soll daraufhin schon verkündet haben, im Falle so einer Anklage Belgien in Zukunft zu meiden. Darauf sagte ein Belgier: "Das stört uns nicht. Der war sowieso noch niemals hier." :-)

Freundliche Grüße
von Garfield


@Dummschwätzer Odin

Damian, Sunday, 23.03.2003, 14:50 (vor 8354 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Odin am 22. März 2003 23:02:57:

Du kennst anscheinend nur heiß oder kalt. Werd blos nie Politiker!
Trotzdem bist Du immer noch inkonsequent. Konsequent wäre die Forderung: Entweder wir machen bei dem Krieg mit, oder wir greifen selbst die Amerikaner an und nehmen die amerikanische Regierung gefangen, weil sie illegal handelt.

Aha, sehr lustig. Das ist nicht konsequent, sondern schlichtweg Blödsinn.
Schon mal etwas von RATIONALITÄT gehört?

Die Bemerkung sei erlaubt, daß meine Forenansichten noch nicht rational widerlegt wurden. Woran mag das bloß liegen? Am Ende daran, weil sie RICHTIG sind?

Die Lüge reitet, die Wahrheit schreitet -- aber sie kommt irgendwann an (irisches Sprichwort nach Karlheinz Deschner).

In Anbetracht in des Zeitpunkts, zu dem du den Mist abgesondert hast, will ich es dabei belassen, aber mach das nächste Mal nicht den Rechner an, wenn du nach Hause kommst.

Dito

Re: @Dummschwätzer Odin

Jolanda, Monday, 24.03.2003, 01:08 (vor 8353 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: @Dummschwätzer Odin von Damian am 23. März 2003 12:50:21:

Hallo Damian

Oh man, ihr habt echt Nerven. Weisst du, es geht hier doch um Schuldzuweisungen an den Schröder, etc. Es tut mir leid, warum diese Empörung über den Krieg und die sogenannten Schuldigen. Kann einem nicht so sehr tief treffen dieser Krieg, wenn man sich zu solchen persönlichen Beschimpfungen hinreissen lässt und sich selbst und seine Aussagen so wichtig nimmt, dass man dann so emotional reagiert.

Ich verstehe das einfach nicht, wir reden hier über einen Krieg, es werden Menschen getötet, einfach nur, weil ein paar machtgeile Säcke das so wollen, schon immer wollten. Wir haben Krieg auf der Welt und mich trifft das schon, ich empfinde viel Wut und auch viel Hilflosigkeit, gerade weil ich zusehen muss, wie so ein Land einfach tun und lassen kann, was es will. Dass man hier zusehen muss, dass kaum einer etwas dagegen tut.

Und dann tut einer was dagegen und dann wirft man ihm vor, aber er ist inkonsequent, er hätte dann auch dass tun müssen und hier nein sagen. Scheisse, ich meine, er hatte zumindest den Mut, den Willen des deutschen Volkes gegen aussen zu vertreten. Sich für den Frieden stark zu machen, schau doch in Spanien, die Spanier wollten keinen Krieg, aber ihr Boss hat das einfach beschlossen, ich nehme mal an, er erhofft sich davon persönliche Vorteile, sehe ich echt so!

Ich sehe die Nachrichten, höre Interviews im Radio von Irakern, die in der Schweiz im Exil leben und die über ihre Familie reden, die im moment im Irak lebt. Ich sehe diese Bilder, wie Bomben abgeworfen werden und irgendwie ist das manchmal so unreal, man kann es irgendwie nicht fassen.

Ich war heute spazieren mit meiner ganzen Familie, vier Geschwistern und Eltern und allen Kindern, wir waren 14 Stück. Wir waren auf einem kleinen Segelflugplatz im Grünen. Es war strahlend blauer Himmel und man konnte zusehen, wie Segelflugzeuge in den Himmel hinauf gezogen wurden und dann lautlos dahinschwebten, wie grosse weisse Vögel. Es war friedlich, viele Radfahrer und Skater und viele Spaziergänger. Alles so harmonisch und warm. Ich musste an die Menschen denken, die im Irak sind, ich habe mich gefragt, ob nun wohl gerade irgendwo eine Bombe auf dieses Land fällt.

Und dann komme ich am Abend in dieses Forum und lese dein wütendes Posting. Ok, Odin hätte es auch anders sagen können, aber ich denke hier reagieren eben einige emotional, kann ich verstehen.

Aber wenn ich dein Posting dann so lese, dann denke ich mir, bin ich eigentlich im falschen Film. Mein Gott, wenn man eben keine wirklichen Probleme hat, dann nimmt man sich einfach zu wichtig.

Wir nehmen uns alle viel zu wichtig, wir können nicht mehr zuhören und wir sind nicht mehr in der Lage gelassen und souverän zu bleiben, sachlich und anständig. Ich weiss nicht, jeder Angriff muss möglichst doppelt so stark zurückgekontert werden.

Ihr merkt aber schon, dass es hier um Kriegsstrategien geht und euer Verhalten manchmal genau das selbe ist. Nämlich möglichst schnell zurückschlagen und möglichst so, dass man den Gegner auch trifft.

Ist mir dann irgendwie zuviel Kampf, muss ich einfach im moment nicht haben.

Und es tut mir leid Damian, sei mir nicht böse, aber dieses RATIONAL kann ich nicht mehr hören. Echt nicht!

Ich bin hier auch emotional, ich bin nun mal nicht immer rational und ich denke, ich alleine bestimme, wie ich etwas angehe. Mir geht dieses Geschwafel von dieser immer so hochgepriesenen Rationalität langsam auf den Geist, sorry!

Als wenn emotionale Intelligenz nicht ebenso wichtig wäre.

Als wenn wir uns gegenseitig zu sagen hätten, wie wir denken müssen und wie wir uns gefälligst auszudrücken haben, damit man uns ernst nimmt. Was soll das überhaupt?

Wir reden von Freiheit und gleichen Rechten für die Männer und sind nicht mal in der Lage unserem Nächsten seine Freiheiten zu lassen, seine Rechte zu lassen. Sollten wir nicht immer bei uns ansetzen, fängt nicht alles bei mir an.

Ich kann nicht andauernd anderen Menschen sagen, egal welchen Geschlechts, dass sie irrational sind und sie die falsche Meinung und Einstellung haben und gleichzeitig nach gleichen Rechten und Pflichten beider Geschlechter schreien...verstehst du?!

Tut mir leid, ist mir schon klar, dass das alles sehr subjektiv ist und eben auch "kacke" emotional. Aber ich bin nun mal ein emotionaler Mensch, aber wenn ich etwas gelernt habe im Leben, dann ist es, dass ich vor allem mir selbst treu sein muss und mir selbst gegenüber loyal und dass ich mir selbst verzeihen muss.

Und dass ich die Menschen so behandle, wie ich möchte, dass man mich behandelt :-)

Es grüsst dich
Jolanda


@Jolanda

Damian, Monday, 24.03.2003, 01:58 (vor 8353 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: @Dummschwätzer Odin von Jolanda am 23. März 2003 23:08:55:

Hallo Damian
Oh man, ihr habt echt Nerven. Weisst du, es geht hier doch um Schuldzuweisungen an den Schröder, etc. Es tut mir leid, warum diese Empörung über den Krieg und die sogenannten Schuldigen. Kann einem nicht so sehr tief treffen dieser Krieg, wenn man sich zu solchen persönlichen Beschimpfungen hinreissen lässt und sich selbst und seine Aussagen so wichtig nimmt, dass man dann so emotional reagiert.

Es kommt halt darauf an, ob man vernünftig argumentiert oder nicht. Les dir bitte Odins Posting nochmals durch: er schrieb es wäre konsequent,die amerikanische Regierung gefangen zu nehmen. So. Wenn etwas Dummfug ist, dann werde ich es auch sagen. Weiters kam er mit dem Extremismus-Vorwurf. Ich wüsste nicht, was an den Aussagen extremistisch sein soll. Er wusste es offenbar auch nicht, weshalb er auch KEINERLEI Begründung geliefert hat.

Ich verstehe das einfach nicht, wir reden hier über einen Krieg, es werden Menschen getötet, einfach nur, weil ein paar machtgeile Säcke das so wollen, schon immer wollten. Wir haben Krieg auf der Welt und mich trifft das schon, ich empfinde viel Wut und auch viel Hilflosigkeit, gerade weil ich zusehen muss, wie so ein Land einfach tun und lassen kann, was es will. Dass man hier zusehen muss, dass kaum einer etwas dagegen tut.

Das ist es ja gerade, was ich kritisierte, das viel geredet wird und wenig getan. Übrigens kann auch jeder einfache Mensch etwas tun: als Konsument hat man in einer globalisierten Welt die freie Auswahl. Wenn genug Leute konsequent handeln, erzeugt dies schon einen Druck, den simple Proteste nicht erzeugen können. Man müsste es nur gut organisieren, dann hätte es Auswirkungen, glaube mir.

Und dann tut einer was dagegen und dann wirft man ihm vor, aber er ist inkonsequent, er hätte dann auch dass tun müssen und hier nein sagen. Scheisse, ich meine, er hatte zumindest den Mut, den Willen des deutschen Volkes gegen aussen zu vertreten. Sich für den Frieden stark zu machen, schau doch in Spanien, die Spanier wollten keinen Krieg, aber ihr Boss hat das einfach beschlossen, ich nehme mal an, er erhofft sich davon persönliche Vorteile, sehe ich echt so!

Du verwechselst Reden mit Tun. Er hat viel geredet, aber wenig bis nichts dagegen getan. Der Efolg war derselbe als ob er dafür gewesen wäre, nämlich der Krieg ist da, mit all seinen schrecklichen Folgen.
Ich denke, es wurden nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, den Krieg zu verhindern.
Abgesehen von den Motiven Schröders, gehen wir mal davon aus, dass er aus Überzeugung gegen den Krieg ist, dann hätte er den Willen des Volkes, der ja so eindeutig ist, auch kämpferisch umsetzen versuchen müssen. Wenn er dann immer noch scheitert, verdient er Respekt, weil ja gekämpft.
Dass die Position Aznar's noch kritischer zu beurteilen ist, da er sich offensichtlich nicht darum schert, was das Volks denkt, ist klar, hat aber mit meinen Schröder-Argumenten nichts zu tun.
An folgendem Beispiel kannst du die absurde Situation sehen:
Die Regierung Italiens unter Silvio Berlusconi ist wie du weisst an der Seite der Amis. Der Cavaliere wird in Washington hofiert und umgekehrt.
Nun ist es aber so, dass Deutschland in diesem Krieg de facto nicht weniger Militärhilfe leistet wie Italien, obwohl doch die italienische Regierung für den Krieg ist. Komisch, nicht wahr? Italien beteiligt sich genauso wie Deutschland nicht aktiv am Krieg, sondern leistet passive Unterstützung.

Ich sehe die Nachrichten, höre Interviews im Radio von Irakern, die in der Schweiz im Exil leben und die über ihre Familie reden, die im moment im Irak lebt. Ich sehe diese Bilder, wie Bomben abgeworfen werden und irgendwie ist das manchmal so unreal, man kann es irgendwie nicht fassen.
Ich war heute spazieren mit meiner ganzen Familie, vier Geschwistern und Eltern und allen Kindern, wir waren 14 Stück. Wir waren auf einem kleinen Segelflugplatz im Grünen. Es war strahlend blauer Himmel und man konnte zusehen, wie Segelflugzeuge in den Himmel hinauf gezogen wurden und dann lautlos dahinschwebten, wie grosse weisse Vögel. Es war friedlich, viele Radfahrer und Skater und viele Spaziergänger. Alles so harmonisch und warm. Ich musste an die Menschen denken, die im Irak sind, ich habe mich gefragt, ob nun wohl gerade irgendwo eine Bombe auf dieses Land fällt.

Nochmals: ich bin GEGEN diesen Angriffskrieg. Es ist eine Schweinerei, Bush ist ein Kriegstreiber, die ganze Administration ist zum Kotzen.
Und: die hoffe auch, dass das irakische Volk ihren Capo selbst bestimmen kann, zunächst mal, dass die Opfer nicht zu viele sind.

Und dann komme ich am Abend in dieses Forum und lese dein wütendes Posting. Ok, Odin hätte es auch anders sagen können, aber ich denke hier reagieren eben einige emotional, kann ich verstehen.
Aber wenn ich dein Posting dann so lese, dann denke ich mir, bin ich eigentlich im falschen Film. Mein Gott, wenn man eben keine wirklichen Probleme hat, dann nimmt man sich einfach zu wichtig.

War es ein wütendes Posting? Sehe ich keineswegs so. Nochmal: Wenn jemand Quark erzählt, dann sage ich ihm das auch. Wenn dich etwas gestört hat, dann nenn mir bitte die genaue Stelle. Darüber kann man diskutieren.

Wir nehmen uns alle viel zu wichtig, wir können nicht mehr zuhören und wir sind nicht mehr in der Lage gelassen und souverän zu bleiben, sachlich und anständig. Ich weiss nicht, jeder Angriff muss möglichst doppelt so stark zurückgekontert werden.

War hier nicht der Fall.

Ihr merkt aber schon, dass es hier um Kriegsstrategien geht und euer Verhalten manchmal genau das selbe ist. Nämlich möglichst schnell zurückschlagen und möglichst so, dass man den Gegner auch trifft.
Ist mir dann irgendwie zuviel Kampf, muss ich einfach im moment nicht haben.

Aber Jolanda, du wirst doch zugeben, im Grunde ist das ganze Leben ein Kampf. Man kämpft an allen Ecken und Enden, mit Haken und Ösen, mit Leidenschaft und Verstand, ob in der Familie, im Beruf oder sonstwo.

Und es tut mir leid Damian, sei mir nicht böse, aber dieses RATIONAL kann ich nicht mehr hören. Echt nicht!
Ich bin hier auch emotional, ich bin nun mal nicht immer rational und ich denke, ich alleine bestimme, wie ich etwas angehe. Mir geht dieses Geschwafel von dieser immer so hochgepriesenen Rationalität langsam auf den Geist, sorry!
Als wenn emotionale Intelligenz nicht ebenso wichtig wäre.

Nein, nicht Daniel Goleman...

Scheisse, ich muss jetzt Schluss machen, die Zeit läuft ab, gleich ist Zapfenstreich....

Schnell
Gruss
Damian

Re: @Jolanda

Jolanda, Monday, 24.03.2003, 02:09 (vor 8353 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: @Jolanda von Damian am 23. März 2003 23:58:01:

Hallo Damian

Nein, nicht Daniel Goleman...

---Erklärst du mir das bitte bei Gelegenheit, ich weiss nicht, was du hiermit sagen willst.

Gruss
Jolanda

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Garfield, Monday, 24.03.2003, 16:38 (vor 8353 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 21. März 2003 22:53:51:

Hallo Damian!

Schröders politische Gratwanderung ist nichts weiter als die logische Reaktion auf das unsinnige Vorgehen der USA:

Erst unterstützt man die Baath-Partei im Irak, um die herrschende sowjet-freundliche Regierung zu stürzen. Nachdem das erreicht ist und dann schließlich Saddam Hussein die Macht übernommen hat, helfen die Amerikaner mit, den Irak zu bewaffnen, um ihn als Bollwerk gegen Iran zu nutzen. Letztendlich liefern sie dann aber doch Waffen an beide Kriegsparteien. 1990 stellt man Saddam Hussein eine Falle, in die er dank seiner Gier und Rücksichtslosigkeit auch prompt hineintappt. Diese Gelegenheit nutzen die Amerikaner, um am Golf Truppen in großem Umfang zu stationieren und militärisch gegen den Irak vorzugehen. Anstatt Saddam Hussein dann gleich komplett zu entmachten, stoppen sie den Vormarsch plötzlich. Man hat nämlich in den Jahren zuvor ganz vergessen, eine starke Opposition im Irak oder zumindest im Exil aufzubauen, um einen Nachfolger für Saddam Hussein in petto zu haben. Man ermuntert dann zwar Oppositionsgruppen dazu, sich gegen das Regime des Saddam-Clans zu erheben, sieht aber tatenlos dabei zu, wie die Aufständischen rücksichtslos niedergemetzelt werden. Nach dem Attentat vom 11. September hält man auf einmal die Zeit für gekommen, um alle diese Fehler zu korrigieren. Man behauptet nun, es würde Verbindungen zwischen Saddam Hussein und El Quaeda geben, kann dafür aber keinerlei Beweise vorlegen. Man behauptet weiterhin, daß der Irak angeblich kurz davor stünde, Atomwaffen herzustellen, stützt sich dabei aber auf 4 Jahre alte Berichte, die ganz offensichtlich zum Zeitpunkt ihrer Entstehung schon nicht zutreffend waren. Dilettantischer ging es wohl kaum noch. Man führt einen monatelangen diplomatischen Eiertanz auf und fragt auch nach deutscher Hilfe, wobei man natürlich mehr finanzielle als militärische Unterstützung im Sinn hat. Immerhin hat man ja mit dem ersten Krieg gegen den Irak auch gut verdient, also ist es ja einen Versuch wert, das nochmal zu probieren. Sobald sich abzeichnet, daß man die Unterstützung der UNO nicht bekommt, schlägt man militärisch los, ehe sich die UNO womöglich noch explizit gegen einen Krieg aussprechen kann. Eine gewaltige Umweltkatastrophe und Verluste an Menschenleben werden dabei in Kauf genommen. Man greift also ein Land ohne irgendeine völkerrechtliche Legitimierung militärisch an, angeblich um völkerrechtswidrige militärische Angriffe zu verhindern...

Kein Mensch, der noch klar bei Verstand ist und keine speziellen eigenen Interessen in dieser Angelegenheit hat, kann sowas unterstützen. Zumal diese Aktion für die Zukunft enormen Schaden anrichten wird.

Andererseits ist Saddam Hussein aber definitiv ein rücksichtsloser Diktator, der unzählige Menschenleben auf dem Gewissen hat. Und andererseits ist man mit den USA und auch mit der Türkei verbündet. Und andererseits hat man sich nach dem vorherigen, durch den Irak begonnenen Golfkrieg verpflichtet, einen Beitrag zum Schutz Kuwaits vor einer erneuten irakischen Invasion zu leisten. Alles das kann man nun auch nicht einfach vom Tisch fegen.

Was also soll Schröder sonst tun?

Was mich auch etwas verwundert, ist die Tatsache, daß deiner Meinung nach gerade Angela Merkel ihn dafür nun anklagen soll. Frau Merkel ist vor Ausbruch des Krieges in die USA gefahren und hat dort überall versichert, daß nicht alle Deutschen gegen einen Krieg wären. Nach Ausbruch des Krieges erklärte sie auf einmal, daß es ihr ja soooo leid tue, daß das nicht hätte verhindert werden können... Offenbar hatte ihr mittlerweile jemand gesagt, daß die Mehrheit der Deutschen nun wohl doch gegen den Krieg ist, und da mußte man natürlich schnell sein Fähnchen in den günstigsten Wind hängen...

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Damian, Monday, 24.03.2003, 22:09 (vor 8352 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Garfield am 24. März 2003 14:38:21:

Hallo Garfield

Schröders politische Gratwanderung ist nichts weiter als die logische Reaktion auf das unsinnige Vorgehen der USA:
Erst unterstützt man die Baath-Partei im Irak, um die herrschende sowjet-freundliche Regierung zu stürzen. Nachdem das erreicht ist und dann schließlich Saddam Hussein die Macht übernommen hat, helfen die Amerikaner mit, den Irak zu bewaffnen, um ihn als Bollwerk gegen Iran zu nutzen. Letztendlich liefern sie dann aber doch Waffen an beide Kriegsparteien. 1990 stellt man Saddam Hussein eine Falle, in die er dank seiner Gier und Rücksichtslosigkeit auch prompt hineintappt. Diese Gelegenheit nutzen die Amerikaner, um am Golf Truppen in großem Umfang zu stationieren und militärisch gegen den Irak vorzugehen. Anstatt Saddam Hussein dann gleich komplett zu entmachten, stoppen sie den Vormarsch plötzlich. Man hat nämlich in den Jahren zuvor ganz vergessen, eine starke Opposition im Irak oder zumindest im Exil aufzubauen, um einen Nachfolger für Saddam Hussein in petto zu haben. Man ermuntert dann zwar Oppositionsgruppen dazu, sich gegen das Regime des Saddam-Clans zu erheben, sieht aber tatenlos dabei zu, wie die Aufständischen rücksichtslos niedergemetzelt werden. Nach dem Attentat vom 11. September hält man auf einmal die Zeit für gekommen, um alle diese Fehler zu korrigieren. Man behauptet nun, es würde Verbindungen zwischen Saddam Hussein und El Quaeda geben, kann dafür aber keinerlei Beweise vorlegen. Man behauptet weiterhin, daß der Irak angeblich kurz davor stünde, Atomwaffen herzustellen, stützt sich dabei aber auf 4 Jahre alte Berichte, die ganz offensichtlich zum Zeitpunkt ihrer Entstehung schon nicht zutreffend waren. Dilettantischer ging es wohl kaum noch. Man führt einen monatelangen diplomatischen Eiertanz auf und fragt auch nach deutscher Hilfe, wobei man natürlich mehr finanzielle als militärische Unterstützung im Sinn hat. Immerhin hat man ja mit dem ersten Krieg gegen den Irak auch gut verdient, also ist es ja einen Versuch wert, das nochmal zu probieren. Sobald sich abzeichnet, daß man die Unterstützung der UNO nicht bekommt, schlägt man militärisch los, ehe sich die UNO womöglich noch explizit gegen einen Krieg aussprechen kann. Eine gewaltige Umweltkatastrophe und Verluste an Menschenleben werden dabei in Kauf genommen. Man greift also ein Land ohne irgendeine völkerrechtliche Legitimierung militärisch an, angeblich um völkerrechtswidrige militärische Angriffe zu verhindern...
Kein Mensch, der noch klar bei Verstand ist und keine speziellen eigenen Interessen in dieser Angelegenheit hat, kann sowas unterstützen. Zumal diese Aktion für die Zukunft enormen Schaden anrichten wird.

Einverstanden.

Andererseits ist Saddam Hussein aber definitiv ein rücksichtsloser Diktator, der unzählige Menschenleben auf dem Gewissen hat. Und andererseits ist man mit den USA und auch mit der Türkei verbündet. Und andererseits hat man sich nach dem vorherigen, durch den Irak begonnenen Golfkrieg verpflichtet, einen Beitrag zum Schutz Kuwaits vor einer erneuten irakischen Invasion zu leisten. Alles das kann man nun auch nicht einfach vom Tisch fegen.
Was also soll Schröder sonst tun?

Ich wiederhole mich ungern. Erstens ist seine Haltung nicht konsequent, da Deutschands Beitrag für diesen Angriffskrieg de facto jenem von Italien gleichkommt, obwohl die italienische Regierung den Kriegskurs von Bush unterstützt. Ist das nicht absurd? Schröder hätte es so managen müssen, dass er sich nicht nur in Worten, sondern auch in Taten von von kriegsbefürwortenden Staaten unterscheidet.
Zweitens hätte es mehr Engagement gebraucht, um diesen Krieg zu verhindern. Zusammen mit Frankreich, Russland und China hätte man eine gute Chance gehabt, ein wirksamens Gegengewicht herzustellen. Mit gelegentlichen Treffen ist es aber nicht getan. Ein entschlossenes Auftreten wäre nötig gewesen.

Was mich auch etwas verwundert, ist die Tatsache, daß deiner Meinung nach gerade Angela Merkel ihn dafür nun anklagen soll. Frau Merkel ist vor Ausbruch des Krieges in die USA gefahren und hat dort überall versichert, daß nicht alle Deutschen gegen einen Krieg wären. Nach Ausbruch des Krieges erklärte sie auf einmal, daß es ihr ja soooo leid tue, daß das nicht hätte verhindert werden können... Offenbar hatte ihr mittlerweile jemand gesagt, daß die Mehrheit der Deutschen nun wohl doch gegen den Krieg ist, und da mußte man natürlich schnell sein Fähnchen in den günstigsten Wind hängen...

Was Angela Merkel gemacht hat, ist entsetzlich, keine Frage. Auch dem Stoiber Edmund ist das nicht mehr geheuer. Heuchelei steht keinem gut zu Gesicht. Mit dem letzten Satz bin ich allerdings nicht einverstanden. Merkel wusste sicher schon viel früher, dass die Deutschen gegen den Krieg sind. Der Punkt ist doch der, dass sie den Amis in den Arsch kriecht eben weil es Amis sind. Die Position der Union im Wahlkampf war vernünftig (zur Kriegslegitimation braucht es einen UN-Beschluss). Dass Merkel das alles aufweicht und den Amis den Hintern abwischt, ist bedauerlich und könnte ihr noch auf den Kopf fallen. Ich sprach übrigens nicht von Anklage, sondern von Rücktrittsforderung. Ein Bundeskanzler hat nun mal mehr Verantwortung als die Opposition.
Schröder muss unabhängig davon seinen Weg der Überzeugung konsequent gehen, was er nicht getan hat. Er hatte ja nicht mal den Mumm (im Gegensatz zu Chirac) von Bruch des Völkerrechts zu reden.
Abgesehen von dieser Irak-Debatte hat Schröder das Land in einen miserablen Zustand geführt. Es wäre nur folgerichtig, wenn er seinen Hut ähh... seine Zigarre nehmen würde.

Gruss,
Damian

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jörg, Monday, 24.03.2003, 22:41 (vor 8352 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 24. März 2003 20:09:08:

Was Angela Merkel gemacht hat, ist entsetzlich, keine Frage. Auch dem Stoiber Edmund ist das nicht mehr geheuer. Heuchelei steht keinem gut zu Gesicht. Mit dem letzten Satz bin ich allerdings nicht einverstanden. Merkel wusste sicher schon viel früher, dass die Deutschen gegen den Krieg sind. Der Punkt ist doch der, dass sie den Amis in den Arsch kriecht eben weil es Amis sind. Die Position der Union im Wahlkampf war vernünftig (zur Kriegslegitimation braucht es einen UN-Beschluss). Dass Merkel das alles aufweicht und den Amis den Hintern abwischt, ist bedauerlich und könnte ihr noch auf den Kopf fallen. Ich sprach übrigens nicht von Anklage, sondern von Rücktrittsforderung. Ein Bundeskanzler hat nun mal mehr Verantwortung als die Opposition.

Frau Merkel hat gegenüber den Amis Arschkriecherei betrieben, daß es einem
fast wehtun kann. Ich werde nie verstehen, wie man in vollem Besitz seiner
geistigen Kräfte ein Ultimatum gegenüber Saddam Hussein unterstützen kann,
das mehr oder weniger zwangsläufig auf einen klar völkerrechtswidrigen
Angriffskrieg hinausläuft. Ist die CDU unter der Voraussetzung, eine
Chefin mit einer solchen Einstellung zu haben, überhaupt noch wählbar?

Gruß, Jörg

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Garfield, Tuesday, 25.03.2003, 11:43 (vor 8352 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 24. März 2003 20:09:08:

Hallo Damian!

Du schreibst immer wieder, daß Schröder sich anders hätte verhalten müssen, aber wenn es um konkrete Alternativen geht, drückst du dich äußerst vage aus. Es hat doch de facto einen "Anti-Kriegs-Block" gegeben, der wohl auch verhindert hätte, daß die UNO einen Krieg legitimiert.

Was hätten Deutschland, Frankreich, Rußland und China denn noch zusätzlich tun können? Den USA mit Krieg drohen? Und das alles für einen Diktator wie Saddam Hussein?

Man muß der amerikanischen Außenpolitik auch entschuldigend zugute halten, daß in der US-Bevölkerung leider ein erschreckendes Desinteresse an außenpolitischen Themen vorherrscht. George Bush hat noch vor wenigen Jahren die Slowakei mit Slowenien verwechselt. Die Mehrheit der Amerikaner scheint das nicht zu stören, vermutlich weil sie noch nicht einmal wußten, daß diese Länder überhaupt existieren. Bei einer Umfrage konnte ein hoher Prozentsatz der befragten US-Bürger noch nicht einmal ihr eigenes Land im Atlas finden.

Das hat einerseits zur Folge, daß die Außenpolitiker in den USA vom eigenen Volk quasi kaum kontrolliert werden. Da gibt es nicht gleich einen halben Volksaufstand, wenn mal beschlossen wird, Truppen irgendwohin zu senden. Klar stehen dann eventuell auch mal ein paar Leute mit Transparenten vor dem Weißen Haus, aber die Mehrheit der US-Bürger interessiert das entweder gar nicht, oder sie sehen das so, daß sie ja sowieso die Größten und Besten sind, deshalb ohnehin immer Recht haben, so daß der Präsident schon richtig handeln wird...

Andererseits muß man deshalb auch davon ausgehen, daß die US-Außenpolitiker wohl zumindest teilweise bei weitem nicht über dieselben Kompetenzen und Fähigkeiten verfügen wie ihre Kollegen im Ausland. Das erklärt auch die verheerenden Fehler in der amerikanischen Politik gegenüber dem Irak.

Wenn in einem Land mit so großen wirtschaftlichen und militärischen Kapazitäten solche Zustände herrschen, ist das natürlich fatal.

Nur was kann Schröder dagegen tun?

Ein Rücktritt Schröders würde nur dann Sinn machen, wenn es einen geeigneten Ersatz mit einem besseren alternativen Konzept gäbe. Den sehe ich aber nirgends.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Klaus, Wednesday, 26.03.2003, 16:27 (vor 8351 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 21. März 2003 22:53:51:

wieviele Fehler darf sich eine Regierung noch erlauben?
Was ist das für eine wirre Politik der Bundesregierung: Erst heisst es, man werde sich an einem Irak-Krieg in keiner Weise beteiligen. Man bemüht sich sogar sehr, ihn auf diplomatischem Weg zu verhindern. Erfolglos. Und durch die strikte Anti-Position gegenüber den Amis hat man sogar den Krieg noch befördert, da man jegliche Einflussmöglichkeit auf George Walker Bush verspielt hat.
Nun hat also der Kreuzritter zugeschlagen. Und Deutschland nimmt (trotz gegenteiligen Versprechens von Gerhard Schröder) aktiv und frohgemut daran teil. Überflugrechte, Fuchs-Spürpanzer und Awachs-Aufklärungs-Flugzeuge sind schliesslich eine indirekte Hilfe. Die Teilnahme ist also keinesfalls nicht vorhanden, sie ist Realität. Entweder man macht eine solche Politik, dann sollte man sie auch konsequent durziehen und den Amis jegliche Hilfe verweigern (auch Überflugrechte und Nutzung der amerikanischen Stützpunkte in Deutschland). Letztlich würde dies zur Folge haben, dass man alle amerikanischen Soldaten bittet, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Das wäre konsequent gewesen, Herr Schröder! Oder aber man schliesst sich der Politik der Amerikaner an (siehe GB, JP, SPA, AUS). Dann wäre die jetzt geleistete Hilfe nur folgerichtig gewesen.
Oder aber, man lässt es gar nicht erst zum offenen Bruch mit den Amis kommen, sondern versucht, innerhalb einer Allianz mit den Amerikanern Einfluss auf diese zu nehmen, um einen Krieg zu verhindern. Das ist nicht geschehen, ein schwerer diplomatischer Fehler von Schröder und Fischer.
Der inkonsequente Zickzack-Kurs unserer Regierung ist unsäglich, sie tut jetzt das Gegenteil von dem, was sie vorher angekündigt hat (übrigens ja nicht zum ersten Mal).
Ich fordere deshalb Sie, Gerhard Schröder, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und Sie, Joseph Fischer, Bundesaussenminister der Bundesrepublik Deutschland, auf: Treten Sie vor die Presse und geben Sie Ihren Rücktritt bekannt. Es wäre eine Erlösung für dieses Land.
Als Nachfolger schlage ich Wolfgang Clement bzw. xxx vor.
Sollte dies nicht geschehen, empfehle ich der Opposition folgendes, um diese Bundesregierung aus dem Sessel zu heben: Fordern Sie, Ministerpräsident Edmund Stoiber und Sie, Angela Merkel, den Bundeskanzler zum Rücktritt auf. Drohen Sie offen mit der Blockade sämtlicher Vorlagen im Bundesrat. Ich habe fertig.
BTW: Möge der Allmächtige das irakische Volk beschützen

Sehe ich ganz ähnlich. Bloss kommt hier George Bush und seine Kriegstreiberei zu kurz. Er und seine Vassallen waren es die den
Krieg unbedingt durchboxen wollten. Diese Leute gehören vor das Kriegsverbrechertribunal!

Für mich steht ausser Frage dass Schroeder eine Pfeife ist. Der hat dat doch nur wegen der Wahltaktik gemacht und konnte dann nicht mehr umschwenken weil er sonst vollends unglaubwuerdig geworden wäre. Wahlversprechen hat der doch schon genug gebrochen.

Aber ob Merkel eine bessere Alternative ist? Eher nicht. Wenn, dann schon der Bayern-Sheriff. Der bringt wenigstens was weiter in seinem Land.

Den Ami-Ärschen gehört endlich eine Lektion erteilt und zwar eine gehörige! Die Iraker sollen sich an Vietnam ein Vorbild nehmen.

Servus
Klaus

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Jörg, Wednesday, 26.03.2003, 17:21 (vor 8351 Tagen) @ Klaus

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Klaus am 26. März 2003 14:27:07:

Hallo Klaus,

die Supermacht USA hat mit ihrem grundlosen Angriffskrieg gegenüber
dem durch das langjährige Wirtschaftsembargo ohnehin schon geschwächten
Irak sicherlich schwere Schuld auf sich geladen.

Besser als einen zweiten Vietnam-Krieg, der vor allen Dingen zu Lasten der
Bevölkerung geht, fände ich allerdings einen wirksamen politischen Gegenpol
gegenüber unserem "Freund" USA und seinem irren Präsidenten.

Gruß, Jörg

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