Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Damian, Saturday, 23.11.2002, 22:39 (vor 8473 Tagen)
In diesem Forum herrscht weitgehend Einigkeit, dass der Feminismus entschieden zu weit gegangen ist und anfangs berechtigte Benachteiligungen der Frauen nicht nur beseitigt hat, sondern mit immer absurderen Forderungen die Frauen immer mehr bevorteilt und die Männer zu niederträchtigen Tyrannen erklärt hat. Die Männer sind nach gängiger Meinung die Täter, die Frauen die Opfer. Primär geht es um Macht, finanzielle Macht. Die meisten Frauen hassen Männer nicht, aber sie stimmen dem Mainstream des Feminismus weitgehend zu. Soweit so gut, naja, weniger gut.
Das ist Gegenwart und Vergangenheit. Wie aber sieht zu Zukunft aus?
Wird der Feminismus wie ein Supertanker nicht so einfach zu stoppen sein und immer weiter über das Ziel hinausschiessen?
Können Männer etwas dagegen tun oder sollten sie warten, bis die Feministinnen sich mit ihren eigenen Waffen schlagen?
Demnächst einige Thesen, wie Männer auf die Bedrohung Feminismus reagieren können. Heute behandle ich These 1
(die Übertreibung)
Der Trend des Feminismus ist ungebrochen. Wenn auch hier gilt "the trend is your friend" müsste der Feminismus also weiter seinen absurden Weg gehen
Bevor sich etwas ändert, müsste es einen heilsamen Schock geben. Will heissen, es muss zu krassen Übertreibungen kommen. Erst dann kann in der breiten Öffentlichkeit ein Umdenken stattfinden. So gesehen bräuchten wir mehr Radikalfeministinnen
Diese werden mit ihren übertriebenen Forderungen letztlich das System wie ein Kartenhaus einstürzen lassen.
Ich weiss, eine provokante These, ob sie stimmt, werden wir ja sehen.
Wie gesagt, nach dieser These müssten in den nächsten Jahren noch mehr männerfeindliche Gesetze verabschiedet werden. Der Status von Männern könnte ähnlich dem von Hunden werden, niederträchtig und manipulierbar. Ähnliches hatten wir auch schon in bezug auf Frauen, die in den 60er Jahren nach allgemeiner, vor allem männlicher Auffassung zu nichts zu gebrauchen waren und denen man nicht trauen konnte. Auf diesem Boden konnte sich der Feminismus etablieren. Frauen waren derart benachteiligt, dass es kaum noch schlechter kommen konnte. Und siehe da, der Feminismus hatte viel Raum, um zu gedeihen.
Es müsste also zu derart starken Benachteiligungen der Männer kommen, dass
es zu systemimmanenten Veränderungen kommt, an denen auch die Frauen mitwirken. Nach dieser These wäre es gar nicht so gut, sich gegen den Feminismus zu wehren, das würde ja die Übertreibung abmildern bzw. hinauszögern. Eine passive Haltung wäre hier am wirksamsten. Das Risiko besteht darin, dass erstens es in der Übertreibungsphase sehr unangenehm werden kann und zweitens keine Garantie dafür besteht, dass Besserung kommt und vor allem wann sie kommt. Auch könnten sich die Feministinnen besinnen und einen Zustand beibehalten, der ihnen zwar einen gewissen Vorzugsstatus einräumt, aber die wirklich absurden Forderungen dann doch nicht umsetzen wollen, da sie mögliche Reaktionen fürchten. Im entscheidenden Augenblick könnten die Männer nämlich aufwachen und zurückschlagen.
Alles in allem eine interessante, aber reichlich abstrakte These.
Der Mann müsste hier quasi zusehen, wie sein eigenes Geschlecht zum Teigaffen gemacht wird. Aber: Ist es nicht zum Teil heute schon so?
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Jörg, Saturday, 23.11.2002, 23:27 (vor 8473 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
In diesem Forum herrscht weitgehend Einigkeit, dass der Feminismus entschieden zu weit gegangen ist ...
Richtig.
... und anfangs berechtigte Benachteiligungen der Frauen nicht nur beseitigt hat, sondern mit immer absurderen Forderungen die Frauen immer mehr bevorteilt ...
Richtig.
... und die Männer zu niederträchtigen Tyrannen erklärt hat.
Naja, etwas hart ausgedrückt aber die grobe Richtung stimmt schon.
... Die Männer sind nach gängiger Meinung die Täter, die Frauen die Opfer. Primär geht es um Macht, ...
In letzter Konsequenz geht es um Macht, ja.
... finanzielle Macht. ...
Beim Thema Unterhalt: ja. Aber ansonsten geht es nicht unbedingt nur um die finanzielle Macht.
... Die meisten Frauen hassen Männer nicht, aber sie stimmen dem Mainstream des Feminismus weitgehend zu. ...
Sie sind stille Nutznießerinnen des Feminismus. Offiziell lehnen sie ihn jedoch ab.
... Soweit so gut, naja, weniger gut.
[quote]Das ist Gegenwart und Vergangenheit. Wie aber sieht zu Zukunft aus?
Wird der Feminismus wie ein Supertanker nicht so einfach zu stoppen sein und immer weiter über das Ziel hinausschiessen?[/quote]
Das ist zu befürchten, wenn ihm nicht Einhalt geboten wird.
Können Männer etwas dagegen tun oder sollten sie warten, bis die Feministinnen sich mit ihren eigenen Waffen schlagen? ...
Der Trend des Feminismus ist ungebrochen. Wenn auch hier gilt "the trend is your friend" müsste der Feminismus also weiter seinen absurden Weg gehen
Bevor sich etwas ändert, müsste es einen heilsamen Schock geben. Will heissen, es muss zu krassen Übertreibungen kommen. Erst dann kann in der breiten Öffentlichkeit ein Umdenken stattfinden. So gesehen bräuchten wir mehr RadikalfeministinnenDiese werden mit ihren übertriebenen Forderungen letztlich das System wie ein Kartenhaus einstürzen lassen.
Ich weiss, eine provokante These, ob sie stimmt, werden wir ja sehen.
Wie gesagt, nach dieser These müssten in den nächsten Jahren noch mehr männerfeindliche Gesetze verabschiedet werden.
Interessante Sichtweise. Diese Möglichkeit habe ich mir auch schonmal durch den Kopf gehen lassen.
Man könnte die Ideologie des Feminismus fördern wo man nur kann in der Gewißheit, daß er irgendwann soweit überdreht ist, daß es jedem wie Schuppen von den Augen fällt wie mit Männern umgesprungen wird.
... Der Status von Männern könnte ähnlich dem von Hunden werden, niederträchtig und manipulierbar. ...
Naja. Männer sind kein Tiere. Was die Manipulierbarkeit anbelangt ist es aber wohl so, daß Männer allein schon aufgrund ihres Sexualtriebes tendenziell stärker manipulierbar sind als Frauen.
... Ähnliches hatten wir auch schon in bezug auf Frauen, die in den 60er Jahren nach allgemeiner, vor allem männlicher Auffassung zu nichts zu gebrauchen waren und denen man nicht trauen konnte. Auf diesem Boden konnte sich der Feminismus etablieren. Frauen waren derart benachteiligt, dass es kaum noch schlechter kommen konnte. Und siehe da, der Feminismus hatte viel Raum, um zu gedeihen.
Dem Feminismus ist es zu verdanken, daß nun unter anderem Foren entstanden sind, die auf die größer werdende Diskriminierung des Mannes aufmerksam machen. Der Feminismus ist der Nährboden, auf dem die Männerbewegung gedeihen wird.
Es müsste also zu derart starken Benachteiligungen der Männer kommen, dass
es zu systemimmanenten Veränderungen kommt, an denen auch die Frauen mitwirken.
Das sich auch Frauen beginnen, für Männer einzusetzen, wird wohl nicht so schnell passieren. Ich kenne viele "Frauenversteher" aber nur wenige "Männerversteherinnen".
Nach dieser These wäre es gar nicht so gut, sich gegen den Feminismus zu wehren, das würde ja die Übertreibung abmildern bzw. hinauszögern. Eine passive Haltung wäre hier am wirksamsten.
Nein. Nach dieser These wäre eine Förderung des Feminismus am wirksamsten.
Das Risiko besteht darin, dass erstens es in der Übertreibungsphase sehr unangenehm werden kann und zweitens keine Garantie dafür besteht, dass Besserung kommt und vor allem wann sie kommt.
Richtig. Vor allen Dingen besteht auch die Gefahr, daß man im Laufe der Zeit blind wird für die Diskriminierungen, denen die Männerwelt ausgesetzt ist.
Auch könnten sich die Feministinnen besinnen und einen Zustand beibehalten, der ihnen zwar einen gewissen Vorzugsstatus einräumt, aber die wirklich absurden Forderungen dann doch nicht umsetzen wollen, da sie mögliche Reaktionen fürchten. Im entscheidenden Augenblick könnten die Männer nämlich aufwachen und zurückschlagen.
Ja, wobei die Männer aber auch zunehmend geschwächt werden können.
Alles in allem eine interessante, aber reichlich abstrakte These.
Der Mann müsste hier quasi zusehen, wie sein eigenes Geschlecht zum Teigaffen gemacht wird. Aber: Ist es nicht zum Teil heute schon so?
Ja, leider. Aber wir können etwas daran ändern.
Jörg
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Damian, Sunday, 24.11.2002, 13:47 (vor 8473 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Jörg am 23. November 2002 21:27:36:
Nach dieser These wäre es gar nicht so gut, sich gegen den Feminismus zu wehren, das würde ja die Übertreibung abmildern bzw. hinauszögern. Eine passive Haltung wäre hier am wirksamsten.
Nein. Nach dieser These wäre eine Förderung des Feminismus am wirksamsten.
Okay, dann wären aber genau die vielen Frauenversteherinnen, wohl eher unbewusst, auf der richtigen Seite, in dem sie den Zeitraum abkürzen, bis die Umkehrung stattfindet. Der Feminismus wird weitermarschieren, Arne Hoffmann hin oder her, Internetforen hin oder her. Wenn ich allerdings an das erste Männerhaus denke, fällt es mir schon schwerer hin oder her zu schreiben. Es dürfte einleuchten, dass die Gegenbewegung eingesetzt hat, den Mainstream des Feminismus bisher allerdings keineswegs aufhalten konnte. Diese Gegenbwegung lässt hoffen, dass es nicht mehr viele Jahre bis zum turnaround dauert.
Das Risiko besteht darin, dass erstens es in der Übertreibungsphase sehr unangenehm werden kann und zweitens keine Garantie dafür besteht, dass Besserung kommt und vor allem wann sie kommt.
Richtig. Vor allen Dingen besteht auch die Gefahr, daß man im Laufe der Zeit blind wird für die Diskriminierungen, denen die Männerwelt ausgesetzt ist.
Da es sich meist um subtile, allmähliche Veränderungen handelt, ist vielen gar nicht bewusst, was da abläuft. Sollte es aber dann doch zu krass werden, würden selbst die letzten Gutmenschen aufwachen. Dann könnte es tatsächlich eine massive Gegenbewegung geben, die den Feminismus dorthin bringt, wo er hingehört.
Auch könnten sich die Feministinnen besinnen und einen Zustand beibehalten, der ihnen zwar einen gewissen Vorzugsstatus einräumt, aber die wirklich absurden Forderungen dann doch nicht umsetzen wollen, da sie mögliche Reaktionen fürchten. Im entscheidenden Augenblick könnten die Männer nämlich aufwachen und zurückschlagen.
Ja, wobei die Männer aber auch zunehmend geschwächt werden können.
>Alles in allem eine interessante, aber reichlich abstrakte These.
Der Mann müsste hier quasi zusehen, wie sein eigenes Geschlecht zum Teigaffen gemacht wird. Aber: Ist es nicht zum Teil heute schon so?[/i]
Ja, leider. Aber wir können etwas daran ändern.
Jörg
Gruss,
Damian
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Stefan G., Saturday, 23.11.2002, 23:30 (vor 8473 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Hallo Damian,
eine ähnliche These habe ich früher schon mal geäußert, allerdings glaube ich nicht, dass es so schlimm kommen wird. Wie die weitere Entwicklung aussehen wird, läßt sich - glaube ich - im Augenblick noch gar nicht abschätzen. Aber ein Beispiel: wir wissen alle, in welchem Maße Jungen an den Schulen und in unserem Bildungssystem benachteiligt werden. Wir haben schon davon gelesen, daß immer mehr Jungen unter Verhaltensstörungen leiden, immer weniger Jungen Abitur machen, immer weniger junge Männer an Hochschulen, aber immer mehr Jungen auf Haupt- und Sonderschulen aufzufinden sind. Daß die Gründe für diesen Umstand zu einem großen Teil der männerverachtenden Ideologie des Feminismus zugerechnet werden müssen, dürfte klar sein. Die Frage ist aber: kann sich unser Staat soetwas auf Dauer leisten? Ökonomisch sicherlich nicht. Es ist klar, daß sich die Frauen zunächst einmal darüber freuen, wenn Jungen immer schlechter auf den Schulen werden, denn es ist ja erklärtes Ziel des Feminismus, Männer zu benachteiligen und Frauen zu bevorteilen, allerdings verliert unsere Wirtschaft dadurch an Wettbewerbsfähigkeit - und zwar in nicht unerheblichem Maße. Wenn immer weniger junge Männer über qualifizierte Ausbildungen verfügen, geht das an die Substanz. Und das kann sich die Wirtschaft nicht erlauben. Irgendwann werden also die Belange der Männer in den Mittelpunkt gerückt werden müssen - ob die Feministinnen das wollen oder nicht. Das Problem muß schon aus ökonomischen Gründen gelöst werden - so oder so. Und das gilt für viele andere Bereiche auch. Auch das Bundesfrauengesundheitsministerium muß irgendwann einsehen, daß es ökonomisch sinnvoller ist, sich auch mal um die Gesundheit der Männer zu kümmern, als immer nur die Frauen in den Mittelpunkt zu stellen und die Männer eher am Rande abzuhandeln. Deswegen sehe ich der Zukunft etwas gelassener entgegen.
Gruß
Stefan
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Manfred, Sunday, 24.11.2002, 01:25 (vor 8473 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Auf den ersten Blick halte ich von diesem Konzept nichts. Mäner (zumindest ich) werfen den Frauen vor, die Fähigkeit zur Selbstkritik verloren zu haben. Wenn nun erstere sich zurückziehen und noch passiver zuschauen, als das jetzt schon der Fall ist, dann ist jegliche Chance auf Kritik vertan. Dieser Konflikt hat nur zwei Parteien. Es gibt keine übergeordnete Macht, die zwingend irgendwann in reinigender Form eingreift. Wenn die Schlacht erstmal geschlagen ist, manifestiert sich das Unrecht u.U. jahrzehntelang. Soweit darf es nicht kommen. Wehret den Anfängen, auch wenn diese schon vorbei sind.
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Jolanda, Sunday, 24.11.2002, 03:45 (vor 8473 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Hallo Damian
Ich weiss nicht, mir ist dieser Gedanke irgendwie zuwider. Ich meine, warum sollten sich die Männer nun so lange zurücknehmen, bis alles von alleine zusammenbricht.
Ich finde es zum Beispiel total wichtig, dass man schon bei den Kindern, den jungen Leuten ansetzt. Hier werden doch die ganzen Klischees geprägt.
Denkst du echt, es wird leichter, wenn die Mädchen lernen, ich darf alles, ich bin die, der man schneller glaubt, die mehr Druck ausüben darf, die meistens gewinnt. Wenn die Jungs lernen, ich bin nichts Wert, mir wird eh nicht geglaubt, ich bin eh der Verlierer.
Ist doch schrecklich, findest du nicht!?
Ich möchte, dass meine Mädchen einmal keinen Unterschied machen, dass sie jeden Menschen respektieren und jedem die gleichen Rechte und Pflichten zubilligen.
Dass sie keinen Unterschied machen, ob Gewalt von Frau oder von Mann ausgeht.
Zudem weiss ich auch nicht, ob das die Männer noch so lange mitmachen wollen. Ich wäre für möglichst baldige Sensibilisierung von möglichst vielen Menschen.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Mann glücklich sein soll, wenn er dauernd unterdrückt wird und man ihm dauernd direkt und indirekt sagt, dass er minderwertig ist.
Das setzt aber viel Leidensdruck voraus. Ich möchte nicht warten, bis wir uns so verfahren haben, dass wir uns gegenseitig verachten, das wäre doch schrecklich.
Aber das ist natürlich meine ganz subjektive Meinung.
Es grüsst dich
Jolanda
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Damian, Sunday, 24.11.2002, 13:58 (vor 8473 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Jolanda am 24. November 2002 01:45:59:
Hallo Damian
Ich weiss nicht, mir ist dieser Gedanke irgendwie zuwider. Ich meine, warum sollten sich die Männer nun so lange zurücknehmen, bis alles von alleine zusammenbricht.
Ich sagte ja, provokant. Warum sollten sie? Nun, es könnte sich als vorteilhafter erweisen, da ein Kampf der Systeme nach dieser These auf eine Neutralisierung der Kräfte und damit eine Beibehaltung des Status quo hinausläuft. Mit anderen Worten: wer sich wehrt, kämpft gegen Windmühlen, wird also nur geschwächt und erreicht nichts.
Ich finde es zum Beispiel total wichtig, dass man schon bei den Kindern, den jungen Leuten ansetzt. Hier werden doch die ganzen Klischees geprägt.
Denkst du echt, es wird leichter, wenn die Mädchen lernen, ich darf alles, ich bin die, der man schneller glaubt, die mehr Druck ausüben darf, die meistens gewinnt. Wenn die Jungs lernen, ich bin nichts Wert, mir wird eh nicht geglaubt, ich bin eh der Verlierer.
Ist doch schrecklich, findest du nicht!?
Ja, das ist schrecklich. Und deshalb beginnen wir hier auch nachzugrübeln und endliche Wege aus der Misere zu finden.
Ich möchte, dass meine Mädchen einmal keinen Unterschied machen, dass sie jeden Menschen respektieren und jedem die gleichen Rechte und Pflichten zubilligen.
Dass sie keinen Unterschied machen, ob Gewalt von Frau oder von Mann ausgeht.
Zudem weiss ich auch nicht, ob das die Männer noch so lange mitmachen wollen. Ich wäre für möglichst baldige Sensibilisierung von möglichst vielen Menschen.
Das wäre zu wünschen, ob es so kommt, werden wir ja sehen.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Mann glücklich sein soll, wenn er dauernd unterdrückt wird und man ihm dauernd direkt und indirekt sagt, dass er minderwertig ist.
Vielfach wird es einfach verdrängt, was da aus den Medien auf uns einprasselt bzw. als Kunst eingeordnet. Glücklich sind damit die wenigsten. Aber wege aus der Misere sind nicht einfach.
Gruss,
Damian
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Markus, Sunday, 24.11.2002, 06:09 (vor 8473 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Wieviele Jahre wissen wir eigentlich schon, dass es Menschen auf der Welt gibt, die nichts zu essen haben? Trotz dieses Wissens fühlen wir uns unglücklich, wenn wir dieses Jahr nicht in den Winterurlaub fahren können.
Wieviele Jahre wird es wohl dauern, bis die von dir aufgeführte Vision Wirklichkeit ist? Sorry, aber ich bin Vater eines Sohnes. Ich habe keine Lust ihm irgendwann sagen zu müssen, dass dieser Spielplatz nur für Mädchen ist und er auf die Müllkippe zum Spielen soll. Es geht hier um keine Versuchsanordung, die in nüchternen Zahlen gemessen wird, sondern um durchaus auch verletzbare Gefühle von Kindern.
Und für "Versuche" oder "strategische Pläne" ist mir mein Sohn zu schade.
Gruß, Markus
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Damian, Sunday, 24.11.2002, 13:23 (vor 8473 Tagen) @ Markus
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Markus am 24. November 2002 04:09:06:
Wieviele Jahre wissen wir eigentlich schon, dass es Menschen auf der Welt gibt, die nichts zu essen haben? Trotz dieses Wissens fühlen wir uns unglücklich, wenn wir dieses Jahr nicht in den Winterurlaub fahren können.
Wieviele Jahre wird es wohl dauern, bis die von dir aufgeführte Vision Wirklichkeit ist? Sorry, aber ich bin Vater eines Sohnes. Ich habe keine Lust ihm irgendwann sagen zu müssen, dass dieser Spielplatz nur für Mädchen ist und er auf die Müllkippe zum Spielen soll. Es geht hier um keine Versuchsanordung, die in nüchternen Zahlen gemessen wird, sondern um durchaus auch verletzbare Gefühle von Kindern.
Und für "Versuche" oder "strategische Pläne" ist mir mein Sohn zu schade.
Gruß, Markus
Aber Markus,
es ist doch unser aller Anliegen, dass sich die Zustände ändern. Wenn eine Epidemie ausgebrochen ist, hat man darüber nachzudenken, was zu tun ist und wie es zu tun ist, damit sie am schnellsten überwunden werden kann.
Wenn dann wirklich ein gleichberechtigtes Zusammenleben erreicht ist, werden alle davon profitieren, Söhne wie Töchter. Denn wie gesagt, es geht hier ja um ein ZUSAMMENLEBEN und nicht um ein ALLEINLEBEN.
Gruss, Damian
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Oberkellner, Sunday, 24.11.2002, 11:56 (vor 8473 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Der Trend des Feminismus ist ungebrochen. Wenn auch hier gilt "the trend is your friend" müsste der Feminismus also weiter seinen absurden Weg gehen
Bevor sich etwas ändert, müsste es einen heilsamen Schock geben. Will heissen, es muss zu krassen Übertreibungen kommen. Erst dann kann in der breiten Öffentlichkeit ein Umdenken stattfinden. So gesehen bräuchten wir mehr RadikalfeministinnenDiese werden mit ihren übertriebenen Forderungen letztlich das System wie ein Kartenhaus einstürzen lassen.
Das sehe ich genau so. Meiner Meinung nach fördert gerade der totalitäre Feminismus das Entstehen einer Gegenbewegung. Alice Schwarzer ist für unser Anliegen ein Geschenk des Himmels. Ihre Thesen sind mitunter so abgedreht, dass ich manchmal glaube, sie sei eine verkappte Maskulistin.
Und die "Frauen-sind-besser"-Propaganda hat inzwischen solche Auswüchse erreicht, dass sich jeder einigermaßen kritische Mensch verschaukelt fühlen muss, wenn er das, was er da über Frauen und Männer liest, mit seiner Alltagserfahrung abgleicht.
Es müsste also zu derart starken Benachteiligungen der Männer kommen, dass
es zu systemimmanenten Veränderungen kommt, an denen auch die Frauen mitwirken. Nach dieser These wäre es gar nicht so gut, sich gegen den Feminismus zu wehren, das würde ja die Übertreibung abmildern bzw. hinauszögern.
Und die angestaute Wut herunterschlucken? Nein, wir können froh sein, dass es das Internet gibt. So können wir in Foren wie diesem Dampf ablassen und uns auf inzwischen schon recht vielen Internet-Seiten über unser Anliegen informieren. Die Phase des (erzwungermaßen) Sich-alles-gefallen-Lassens ist inzwischen vorbei, der Gegenangriff hat bereits begonnen.
Alles in allem eine interessante, aber reichlich abstrakte These.
Der Mann müsste hier quasi zusehen, wie sein eigenes Geschlecht zum Teigaffen gemacht wird. Aber: Ist es nicht zum Teil heute schon so?
Ja, es ist schon heute so. Und deswegen dürfen wir keine Zeit mehr verlieren.
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Damian, Sunday, 24.11.2002, 13:17 (vor 8473 Tagen) @ Oberkellner
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Oberkellner am 24. November 2002 09:56:43:
Und die angestaute Wut herunterschlucken? Nein, wir können froh sein, dass es das Internet gibt. So können wir in Foren wie diesem Dampf ablassen und uns auf inzwischen schon recht vielen Internet-Seiten über unser Anliegen informieren. Die Phase des (erzwungermaßen) Sich-alles-gefallen-Lassens ist inzwischen vorbei, der Gegenangriff hat bereits begonnen.
Wäre schön, denn dann hätten wir hätten das Ärgste ja bereits hinter uns. Ich bin da allerdings etwas pessimistischer und denke da wird noch einiges auf uns zukommen. Die Aktivitäten in den Internet-Foren sind zwar begrüssenswert, aber seien wir ehrlich, sie sind nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Teilweise gibt es zwar auch ausserhalb der Foren schon interessante Reaktionen, wenn etwa Fernsehsender auch männliche Opfer präsentieren, wenngleich meist als Exoten, dennoch dürfte die Epidemie Feminismus keineswegs den Rückwärtsgang eingelegt haben.
Auch ein Supertanker hat einen Bremsweg von mehreren Seemeilen.
Gruss, Damian
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Odin, Sunday, 24.11.2002, 18:12 (vor 8472 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Der Mann müsste hier quasi zusehen, wie sein eigenes Geschlecht zum Teigaffen gemacht wird. Aber: Ist es nicht zum Teil heute schon so?
Und da ist des Pudels Kern: Worauf willst Du eigentlich noch warten? Auf öffentliche Auspeitschungen?
Oder bist Du gar Hanibal? *g*
Die Zeit ist reif und wird es nicht erst!
Wenn jetzt jeder, der langsam aufbegehrt - was lange genug gedauert hat - stoppen muß und sich in die Reihen der Frauenhuldiger einreihen muß (sage absichtlich nicht Frauenversteher, weil, was soll daran falsch sein?), dann ist der Zeitpunkt verpaßt - und wer weiß, wann der nächste ist? Vielleicht unsere Kinder, die merken, wie es ist, ohne Vater aufzuwachsen? Da gibts jetzt schon genügend von, und die rühren sich auch. JETZT ist der Zeitpunkt, um aufzuwachen!
Odin
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Arne Hoffmann, Sunday, 24.11.2002, 21:38 (vor 8472 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Ich habe heute mit einer etwas älteren Lehrerin über die Mängel unseres Schulsystems gesprochen, ganz unabhängig vom Geschlechterthema. Sie meinte: Das, was heute an neuen Verbesserungsmaßnahmen angetestet werden soll, seit die PISA-Studie auf dem Tisch liegt, hätten die Lehrer und Referendare schon vor 25 Jahren erarbeitet und vergeblich versucht durchzusetzen. Es gab nur ideologische Grabenkämpfe, passiert ist nichts. Erst jetzt, wo auch dem letzten Depp klargeworden ist, dass das Kind in den Brunnen gefallen sei, hätten die Leute die Motivation zu handeln und schauen sich zum Beispiel im Ausland um, welche besseren Lernkonzepte es dort gibt. Vielleicht ist es ja mit der Männerdiskriminierung ähnlich, und 2027 können wir sagen: "Das, was die Politik heute als Problemlösungen erprobt, haben wir doch gleich nach der Jahrtausendwende schon in Jörgs Forum vorgeschlagen, aber da hat uns kaum jemand zugehört ..."
Arne
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Jolanda, Monday, 25.11.2002, 03:20 (vor 8472 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Arne Hoffmann am 24. November 2002 19:38:12:
Lieber Arne
Man wird euch schon zuhören, glaube mir 
Aber du weisst ja, eingefahrene Vorurteile und Klischeebilder, die haften oft tief.
Aber gerade weil so etwas dauern kann, muss man jetzt anfangen und immer dran bleiben.
Liebe Grüsse
schickt dir
Jolanda
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Garfield, Monday, 25.11.2002, 14:16 (vor 8472 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Hallo Damian!
Darüber habe ich auch schon nachgedacht. "Internet-Foren" wie das der "Feministischen Partei" sind ja auch sehr dazu angetan, den Unsinn des Radikalfeminismus so richtig schön vorzuführen. Und der Frauenquotenwahn bei den Grünen wirkt durchaus ähnlich.
Nur habe ich persönlich keine Lust dazu, zum "Teigaffen" zu mutieren. Obendrein ist es auch so, daß die Mehrheit der Frauen ebenfalls keine Männer als Partner will, die zu allem ja und amen sagen.
Schon die jetzigen Zustände reichen aus, um immer mehr Menschen klarzumachen, das es so nicht weiter geht. Viele, die hier im Forum schreiben, sind dafür ein gutes Beispiel. Eine Kollegin meiner Verlobten sagte neulich mal, daß sie die Werbung in letzter Zeit immer unmöglicher findet, weil Frauen da ja schon regelrecht dazu aufgefordert werden, fremdzugehen oder "nen flotten Dreier" (wie sie es ausdrückte) zu machen.
Und das, was Radikalfeministinnen als der Weisheit letzten Schluß zur Errettung der Frau vor dem imaginären Patriarchat propagieren, finden viele Frauen durchaus nicht positiv. Das ist auch ein Punkt, an dem man ansetzen kann. Mittlerweile ist auch vielen Frauen klar, daß beispielsweise Nacktfotos oder sexy Frauen-Kleidung kein Ausdruck "patriarchaler Unterdrückung" sind, sondern daß solche Behauptungen eher aus Neidgefühlen gewisser Radikalemanzen resultieren. Allein Alice Schwarzer liefert immer wieder neue solcher Blüten. Kürzlich hat sie gerade wieder kritisiert, daß ältere Frauen von der Gesellschaft nicht mehr voll akzeptiert werden würden... Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis irgendeine alternde Radikalfeministin ernsthaft die Einführung einer Verschleierungspflicht für junge attraktive Frauen fordert... 
"Der Status von Männern könnte ähnlich dem von Hunden werden, niederträchtig und manipulierbar. Ähnliches hatten wir auch schon in bezug auf Frauen, die in den 60er Jahren nach allgemeiner, vor allem männlicher Auffassung zu nichts zu gebrauchen waren und denen man nicht trauen konnte."
Also, so schlimm ist es den Frauen dann doch nie ergangen! Das Märchen von der jahrtausendelangen Unterdrückung der Frau durch den Mann ist ebenfalls eine radikalfeministische Erfindung. Nur mal ein Beispiel:
Es gab schon immer Männer und auch Frauen, die Bücher veröffentlichten, in denen sie das jeweils andere Geschlecht mehr oder weniger diffamierten. Im 17./18. Jahrhundert behaupteten z.B. manche Männer ernsthaft, daß Frauen keine Menschen wären und beriefen sich dabei auf Passagen aus der Bibel.
Das waren aber zumeist eher Randfiguren, und es hat immer Männer und auch Frauen gegeben, die solche Behauptungen öffentlich widerlegt haben, teilweise auch durch Veröffentlichung von Büchern. Schon im 17. Jahrhundert wurden Bücher verboten, weil ihre Verfasser darin die Behauptung aufgestellt hatten, daß Frauen keine Menschen wären.
So sah es also in der angeblichen Glanzzeit des "Patriarchats" aus. Wie ist das nun heute? Heute kann eine geisteskranke Irre ein Buch mit dem Titel "Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer" herausbringen, darin ernsthaft behaupten, daß Männer emotionslose Klötze wären, keine Existenzberechtigung hätten und dann konsequenterweise auch noch die Einführung von Gaskammern für Männer empfehlen.
Wenn vor 300 Jahren ein Mann so etwas über Frauen behauptet hätte, dann hätte es einen Proteststurm in der gelehrten Welt gegeben und seine Bücher wären mit hoher Wahrscheinlichkeit verboten worden.
Was passiert nun heute mit diesem und ähnlichen radikalfeministischen Machwerken? Kaum jemand regt sich drüber auf, sie können ungehindert überall veröffentlicht werden und werden von Alice Schwarzer & Co. sogar noch empfohlen. Trotzdem sie definitiv den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen.
Außerdem ist das Problem des Radikalfeminismus nur eines der Probleme, das wir heute in Deutschland haben. Und wenn dieses und andere Probleme nicht sehr bald entschieden angegangen werden, dann wird hier bald alles den Bach herunter gehen. Und das möchte ich nicht so gern erleben...
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Damian, Monday, 25.11.2002, 16:38 (vor 8472 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Garfield am 25. November 2002 12:16:04:
Hallo Garfield
Darüber habe ich auch schon nachgedacht. "Internet-Foren" wie das der "Feministischen Partei" sind ja auch sehr dazu angetan, den Unsinn des Radikalfeminismus so richtig schön vorzuführen. Und der Frauenquotenwahn bei den Grünen wirkt durchaus ähnlich.
Nur schade, dass das Forum der "Mitfrauen" geschlossen wurde und wohl nicht mehr eröffnet wird, zu rauh war der Wind, der ihnen entgegenbliess.
Die Feministinnen können wirklich die Situation gut parodieren. Mit Kritik indes können sie weniger gut umgehen.
Weil wir schon dabei sind, fällt mir gerade ein, dass Hannibal seine Spielplätze genommen wurden. Zuerst ist das Forum der FP Die Frauen geschlossen worden, dann hat auch noch Schutzpatronin M (der Name ist tabu) ihr Forum geschlossen. Was macht jetzt der gute oder die gute Hannibal? Sogar Arne Hoffmann hat mal darüber nachgedacht, ob Hannibal
eventuell sogar ein Maskulist sein könnte, der indem er radikale Texte schreibt und die Männer pauschal als minderwertig bezeichnet, den rakikalen Feminismus auf die Schippe nehmen will. Ich glaube da zwar weniger daran, aber ausgeschlossen ist heutzutage nichts.
Nur habe ich persönlich keine Lust dazu, zum "Teigaffen" zu mutieren. Obendrein ist es auch so, daß die Mehrheit der Frauen ebenfalls keine Männer als Partner will, die zu allem ja und amen sagen.
Schon die jetzigen Zustände reichen aus, um immer mehr Menschen klarzumachen, das es so nicht weiter geht. Viele, die hier im Forum schreiben, sind dafür ein gutes Beispiel. Eine Kollegin meiner Verlobten sagte neulich mal, daß sie die Werbung in letzter Zeit immer unmöglicher findet, weil Frauen da ja schon regelrecht dazu aufgefordert werden, fremdzugehen oder "nen flotten Dreier" (wie sie es ausdrückte) zu machen.
Einverstanden. Frauen preferieren alles in allem doch Partner, die auch mal ordentlich auf den Tisch schlagen und wissen, was sie wollen.
Was die Medien betrifft, haben wir mittlerweile verrückte Zustände erreicht. In beinahe jedem zweiten Werbespot wird der Mann als Lackaffe dargestellt, mit dem man x-beliebig umspringen kann. Talkshows und Spielfilme laufen vielfach auf dasselbe hinaus. Im Prinzip bleiben nur noch die wissenschaftlichen Sendungen (und auch die nicht immer) sowie die Nachrichten übrig, in denen nicht sexistisch agiert wird.
Man findet tagtäglich massenweise Beispiele, die in umgekehrter Konstellation undenkbar wären bzw. einen Proteststurm von Frauenbeauftragten, Feministinnen, Politikern usw. auslösen würden.
Und das, was Radikalfeministinnen als der Weisheit letzten Schluß zur Errettung der Frau vor dem imaginären Patriarchat propagieren, finden viele Frauen durchaus nicht positiv. Das ist auch ein Punkt, an dem man ansetzen kann. Mittlerweile ist auch vielen Frauen klar, daß beispielsweise Nacktfotos oder sexy Frauen-Kleidung kein Ausdruck "patriarchaler Unterdrückung" sind, sondern daß solche Behauptungen eher aus Neidgefühlen gewisser Radikalemanzen resultieren. Allein Alice Schwarzer liefert immer wieder neue solcher Blüten. Kürzlich hat sie gerade wieder kritisiert, daß ältere Frauen von der Gesellschaft nicht mehr voll akzeptiert werden würden... Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis irgendeine alternde Radikalfeministin ernsthaft die Einführung einer Verschleierungspflicht für junge attraktive Frauen fordert...
Das Patriarchat muss für fast alles herhalten, was schief gelaufen ist.
Und was Alice Schwarzer betrifft: Sie ist beigott nicht allein und auch nicht die radikalste ihrer Zunft, wohl aber die prominenteste im deutschsprachigen Raum. Dafür kann sie das Sprachrohr der Medien dann umso besser nutzen.
"Der Status von Männern könnte ähnlich dem von Hunden werden, niederträchtig und manipulierbar. Ähnliches hatten wir auch schon in bezug auf Frauen, die in den 60er Jahren nach allgemeiner, vor allem männlicher Auffassung zu nichts zu gebrauchen waren und denen man nicht trauen konnte."
Also, so schlimm ist es den Frauen dann doch nie ergangen! Das Märchen von der jahrtausendelangen Unterdrückung der Frau durch den Mann ist ebenfalls eine radikalfeministische Erfindung. Nur mal ein Beispiel:
Es gab schon immer Männer und auch Frauen, die Bücher veröffentlichten, in denen sie das jeweils andere Geschlecht mehr oder weniger diffamierten. Im 17./18. Jahrhundert behaupteten z.B. manche Männer ernsthaft, daß Frauen keine Menschen wären und beriefen sich dabei auf Passagen aus der Bibel.
Es gab aber schon Zeiten, in denen Frauen benachteiligt waren, vor allem, indem sie in ihrer Freiheit eingeschränkt waren. Das sollten wir der Fairness halber nicht unter den Tisch kehren. Die jahrtausendelange Unterdrückung ist allerdings klar ein Phantasieprodukt. Die Zeiten, in denen Frauen pauschal als minderwertig betrachtet wurden, waren begrenzt auf wengige Dekaden. Insgesamt war man davon überzeugt, dass für ein vernünftiges Zusammenleben zwei Geschlechter notwendig waren, die beiden ihre Stärken und Schwächen hatten.
Das waren aber zumeist eher Randfiguren, und es hat immer Männer und auch Frauen gegeben, die solche Behauptungen öffentlich widerlegt haben, teilweise auch durch Veröffentlichung von Büchern. Schon im 17. Jahrhundert wurden Bücher verboten, weil ihre Verfasser darin die Behauptung aufgestellt hatten, daß Frauen keine Menschen wären.
So sah es also in der angeblichen Glanzzeit des "Patriarchats" aus. Wie ist das nun heute? Heute kann eine geisteskranke Irre ein Buch mit dem Titel "Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer" herausbringen, darin ernsthaft behaupten, daß Männer emotionslose Klötze wären, keine Existenzberechtigung hätten und dann konsequenterweise auch noch die Einführung von Gaskammern für Männer empfehlen.
Unter dem Deckmantel der Kunst lässt sich vieles verstecken und vor allem, diese Frau muss ja sehr unter den Männer gelitten haben. Du vergisst, was ihr angetan wurde. Das rechtfertigt ja jede Entgleisung, solange es in der Richtung Frau attackiert Mann läuft. Umgekehrt wäre die Hölle los bzw. wäre es gar nicht möglich, diesen Sondermüll zu publizieren.
Wenn vor 300 Jahren ein Mann so etwas über Frauen behauptet hätte, dann hätte es einen Proteststurm in der gelehrten Welt gegeben und seine Bücher wären mit hoher Wahrscheinlichkeit verboten worden.
Was passiert nun heute mit diesem und ähnlichen radikalfeministischen Machwerken? Kaum jemand regt sich drüber auf, sie können ungehindert überall veröffentlicht werden und werden von Alice Schwarzer & Co. sogar noch empfohlen. Trotzdem sie definitiv den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen.
Ohne Zweifel tut es das. Aber wie gesagt, es passt in den Zeitgeist, und da gelten andere Masstäbe. Ob es allerdings vor 300 Jahren verboten worden wären, keine Ahnung. Das war schon eine andere Zeit. Die freie Meinungsäusserung war damals kein sonderlich geschätztes Gut. Könnte auch damit zusammenhängen.
Außerdem ist das Problem des Radikalfeminismus nur eines der Probleme, das wir heute in Deutschland haben. Und wenn dieses und andere Probleme nicht sehr bald entschieden angegangen werden, dann wird hier bald alles den Bach herunter gehen. Und das möchte ich nicht so gern erleben...
Freundliche Grüße
Das ist ja das Problem. Wenn unser Blick in unserer pluralistischen Welt mit ihren Informationsfluten nicht so sehr vernebelt wäre, würde alles viel schneller ins Bewusstsein eindringen, was da eigentlich schiefläuft.
Foren wie diese können vielleicht dazu beitragen, sich der Gefahr bewusst zu werden.
Gruss,
Damian
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Garfield, Monday, 25.11.2002, 18:29 (vor 8471 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 25. November 2002 14:38:58:
Hallo Damian!
"Nur schade, dass das Forum der "Mitfrauen" geschlossen wurde und wohl nicht mehr eröffnet wird, zu rauh war der Wind, der ihnen entgegenbliess."
Also hat sich die Mehrheit der "Mitfrauen", die von Anfang an gar kein Forum wollte, nun doch durchgesetzt. Klar - frau lief da immer Gefahr, sich womöglich doch noch von logischer Argumentation beeinflussen zu lassen. Und Logik wurde ja von Radikalfeministinnen mittlerweile auch zum ganz üblen Produkt des Patriarchats zwecks Unterdrückung der Frau erklärt.
Nun sitzen sie also wieder allein und ungestört in ihrem radikalfeministischen Sandkasten und klopfen sich gegenseitig anerkennend auf die Schultern. Na ja, wenn man sonst kein Hobby hat...
"Mit Kritik indes können sie weniger gut umgehen."
Das ist ein Merkmal aller totalitären Organisationen.
"Weil wir schon dabei sind, fällt mir gerade ein, dass Hannibal seine Spielplätze genommen wurden."
Ach, der Ärmste!
Nun muß er sich wohl mit der Seite begnügen, die er unter dem Namen "Hannelore" ins Netz gestellt hat. (Denn es würde mich schon sehr wundern, wenn die nicht von ihm wäre.)
"Sogar Arne Hoffmann hat mal darüber nachgedacht, ob Hannibal
eventuell sogar ein Maskulist sein könnte, der indem er radikale Texte schreibt und die Männer pauschal als minderwertig bezeichnet, den rakikalen Feminismus auf die Schippe nehmen will. Ich glaube da zwar weniger daran, aber ausgeschlossen ist heutzutage nichts."
Das habe ich auch mal vermutet, aber ich hab dann einiges erfahren, was mich zu der Erkenntnis gebracht hat, daß er wohl doch nur ein armer Irrer ist, der seine Fantasien nicht im Griff hat.
"In beinahe jedem zweiten Werbespot wird der Mann als Lackaffe dargestellt, mit dem man x-beliebig umspringen kann. Talkshows und Spielfilme laufen vielfach auf dasselbe hinaus."
Ja, das fällt mir auch immer wieder auf. Vor einigen Monaten hab ich mich mal über eine Ausnahme gewundert: Das war (soweit ich mich jetzt erinnere) ein Werbespot für eines der neuen Handys, mit denen man Fotos machen und verschicken kann. Da wurden erstmal eine Frau und ein Kind gezeigt, und eine Kinderstimme sagte dazu: "Papi ist der Beste. Er arbeitet so hart für uns..." Dann wurde ein Mann eingeblendet, offenbar ein Ingenieur oder Architekt auf einer Baustelle. Er hielt so ein Handy in der Hand und empfing damit nun ein Foto von seiner Frau und seinem Kind.
Es hat mich richtig gewundert, daß da in einem Werbespot mal Männer nicht niedergemacht, sondern gelobt wurden. Aber der Hintergedanke war klar: Es sind vor allem Männer, die neue technische Geräte wie z.B. Handys kaufen. Und genau wie sonst die Werbespots vor allem auf die weibliche Kundschaft ausgelegt werden (Frauen geben ja auf vielen Gebieten das meiste Geld aus), hat man diesen Werbespot eben auf die männliche Kundschaft ausgelegt. Nach ein paar Wochen war der Werbsport aber schon wieder verschwunden und durch einen anderen ersetzt worden. Vermutlich haben Feministinnen eifrig Protest-Briefe geschrieben...
"Im Prinzip bleiben nur noch die wissenschaftlichen Sendungen (und auch die nicht immer) sowie die Nachrichten übrig, in denen nicht sexistisch agiert wird."
Auch in den Nachrichten schlagen sich die üblichen Klischees häufig nieder. Interessant ist dort immer, wie unterschiedliche über männliche und weibliche Gewalttäter berichtet wird. Bei männlichen Gewalttätern ist die Berichterstattung meist neutral, und oft wird noch einiges zu den Opfern gesagt. Bei weiblichen Gewalttätern bleiben die Opfer oft mehr oder weniger außen vor, dafür wird aber immer lang und breit darüber spekuliert, was die arme Frau wohl zu dieser Untat getrieben haben mag. Oft wird dann auch schon ein männlicher Schuldiger ausgemacht...
"Man findet tagtäglich massenweise Beispiele, die in umgekehrter Konstellation undenkbar wären bzw. einen Proteststurm von Frauenbeauftragten, Feministinnen, Politikern usw. auslösen würden."
Ja, das nervt mich ja eben auch immer so. Einerseits sind das oft Kleinigkeiten, über die ich in normalerweise nur lachen würde. Wenn ich dann aber daran denke, wie sich Radikalfeministinnen über jeden Furz aufregen und überall gleich "patriarchale Unterdrückung" anprangern, denn kommt mir doch wieder die Galle hoch.
Besonders deutlich wurde das vor einigen Wochen in zwei Werbespots:
In dem einen Spot spritzt eine Frau im Auto ihres Partners Saft herum. Er traut sich noch nicht einmal, etwas dazu zu sagen, sondern sieht sie nur vorwurfsvoll an. Aber das ist schon Frevel genug, jedenfalls nimmt sie sich ein Papiertuch und wischt ihn zur Strafe weg.
In dem anderen Spot begutachtet ein Mann das neue Auto einer Frau. Er klopft kurz prüfend mit der Schuhspitze gegen einen Reifen. Die Frau sieht das, stürzt sich auf einmal wutenbrannt auf ihn und prügelt ihn mit ihrer Handtasche aus dem Bild.
Ich glaube, das brauche ich wohl nicht weiter kommentieren.
"Das Patriarchat muss für fast alles herhalten, was schief gelaufen ist."
Ja, und vor allem verwenden Radikalfeministinnen das Wort "Patriarchat" immer gern zweideutig. Radikalfeministinnen hängen ja stur und steif an ihren Dogmen und Klischees und vermeiden alles, was sie davon abbringen könnte. So vermeiden sie also ganz besonders auch Diskussionen. Der Begriff "Patriarchat" gibt ihnen nun die Gelegenheit, einerseits immer die Schuld für alles auf die Männer zu schieben, indem sie den Begriff im Sinne von "Männerherrschaft" verwenden. Sobald dann aber jemand das so nicht stehen läßt und eine für Radikalfeministinnen unangenehme Diskussion beginnt, weichen sie aus, indem sie behaupten, es ja gar nicht so gemeint zu haben. Dann soll der Begriff "Patriarchat" auf einmal für eine überlebte Gesellschaftsform stehen, unter der Männer und Frauen ja gleichermaßen leiden würden...
"Es gab aber schon Zeiten, in denen Frauen benachteiligt waren, vor allem, indem sie in ihrer Freiheit eingeschränkt waren."
Was meinst du konkret damit? Nehmen wir wieder mal ein Beispiel:
Ein gängiges Klischee ist, daß Frauen früher nicht studieren durften und sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts Zugang zu Universitäten erkämpft haben.
Wie sah das nun aber tatsächlich aus? Es gab schon im 17./18. Jahrhundert Frauen, die sehr wohl an Universitäten studiert haben. Sie hatten zwar immer gewisse Hindernisse zu überwinden, aber die Tatsache, daß es schon damals studierende Frauen gegeben hat, beweist, daß diese Hindernisse keineswegs unüberwindlich waren.
Außerdem gingen diese Hindernisse auch nicht nur von den Männern aus, sondern von der gesamten Gesellschaft, also sehr wohl auch von Frauen. Auch viele Frauen waren in der damaligen Zeit fest davon überzeugt, daß Studieren nichts für Frauen ist, und bei den Frauen, die trotzdem studiert haben, waren es interessanterweise häufig vor allem die Väter, die sie dazu animiert und dabei unterstützt haben.
Dann muß man auch noch sehen, daß ein Studium damals nicht dieselbe Bedeutung hatte wie heute. Unter "Studieren" verstand man damals nicht zwangsläufig den Besuch einer Universität, sondern z.B. auch Selbststudium. Nicht einmal ein Arzt mußte im 18. Jahrhundert eine Universität besucht haben.
Und viele Männer, die große Erfindungen gemacht haben, haben ebenfalls nie eine Universität von innen gesehen. Das konnte sich ja in früheren Zeiten auch kaum jemand leisten. Studieren war ohnehin nur was für die vermögenden Schichten. Die Mehrheit der Bevölkerung konnte ja noch nicht einmal lesen und schreiben. Das betraf Männer und Frauen gleichermaßen.
Daß im 19./20. Jahrhundert plötzlich mehr Frauen studieren wollten, hatte im wesentlichen zwei Gründe: Erstmal gab es mit der Herausbildung des Bürgertums immer mehr Frauen aus wohlhabenden gutbürgerlichen Verhältnissen, die sich ein Studium leisten konnten. Und zweitens wurde ein Studium immer wichtiger. Nicht nur für die berufliche Karriere, sondern auch für das Ansehen in der Gesellschaft. Aber auch zu der Zeit war das etwas, was die Mehrheit der Bevölkerung kaum interessierte. Denn im einfachen Volk konnte normalweise immer noch niemand studieren, egal ob Mann oder Frau.
Die Männer, die in früheren Zeiten wirklich ernsthaft behaupteten, daß Frauen keine Menschen oder sonst irgendwie minderwertig wären, waren wie die heutigen Radikalemanzen zumeist entweder sexuell frustriert oder aber homosexuell. Von einigen griechischen Philosophen, die bekennende Homosexuelle waren, sind auch Sprüche überliefert, die beispielsweise besagen, daß das feste, starke Fleisch eines Jünglings doch weitaus attraktiver wäre als der weiche, kraftlose Körper einer Frau...
Heterosexuelle Männer dagegen, die mit Frauen zusammen lebten und diese Frauen auch liebten, hätten ja, wenn sie behauptet hätten, daß Frauen minderwertig sind, auch ihre eigenen Frauen beleidigt. Allein schon deshalb hätten die meisten Männer sich wohl sehr gut überlegt, ob sie wirklich sowas von sich geben. Tatsächlich haben sich gerade auch viele sehr mächtige Männer in ihren Entscheidungen von ihren Frauen oder Geliebten beraten lassen und sie auch oft ganz bewußt um Rat gefragt. Umgekehrt kam das genauso vor. Es gab z.B. in England mal einen hochrangigen Politiker, der nie eine wichtige Entscheidung ohne seine Frau getroffen hat. Er sagte dann immer sowas wie: "Dazu muß ich erstmal meine Frau fragen. Sie ist in solchen Dingen unfehlbar und wird einen Rat wissen." Die britische Königin Victoria hat auch in vielen Sachen auf ihren Mann gehört und auch später nach seinem Tod bei schwierigen Entscheidungen immer überlegt, was er ihr wohl geraten hätte.
Deshalb kann man auch historische Ereignisse gar nicht immer wirklich an einer Person oder sogar an einem Geschlecht festmachen. Frauen haben immer die Geschichte mitbestimmt.
"Unter dem Deckmantel der Kunst lässt sich vieles verstecken..."
Dieses Machwerk von Valerie Solanas würde ich aber nicht als Kunst bezeichnen. Es ist ein übles Haß-Pamphlet, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
"...und vor allem, diese Frau muss ja sehr unter den Männer gelitten haben. Du vergisst, was ihr angetan wurde."
Ganz egal, was irgendjemandem angetan wurde: Das gibt niemandem das Recht, direkte oder indirekte Mordaufrufe zu verbreiten oder sogar selbst loszuziehen und zu versuchen, jemanden umzubringen. Verständnis hätte ich dafür maximal, wenn sich die Aggression nur gegen einen wirklichen Täter richtet. Bei der Solanas richtete sie sich aber gegen alle Männer.
"Das rechtfertigt ja jede Entgleisung, solange es in der Richtung Frau attackiert Mann läuft. Umgekehrt wäre die Hölle los bzw. wäre es gar nicht möglich, diesen Sondermüll zu publizieren."
Genau. Man könnte den Holocaust und den zweiten Weltkrieg auch auf Hitlers Penis-Verletzung zurück führen...
"Ob es allerdings vor 300 Jahren verboten worden wären, keine Ahnung. Das war schon eine andere Zeit. Die freie Meinungsäusserung war damals kein sonderlich geschätztes Gut. Könnte auch damit zusammenhängen."
Mag sein. Fakt ist jedenfalls, daß damals Bücher verboten wurden, die sich gegen Frauen richteten und deutlich harmloser waren als dieses Machwerk von Valerie Solanas.
"Wenn unser Blick in unserer pluralistischen Welt mit ihren Informationsfluten nicht so sehr vernebelt wäre, würde alles viel schneller ins Bewusstsein eindringen, was da eigentlich schiefläuft."
Stimmt. Vieles ist eigentlich ganz klar, wenn man es nur mal grob betrachtet. Aber man kommt ja kaum noch dazu, weil man von überallher mit Informationen und Fehlinformationen überschwemmt wird und so bald den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Arne Hoffmann, Monday, 25.11.2002, 18:00 (vor 8471 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Garfield am 25. November 2002 12:16:04:
Hi Garfield,
Mittlerweile ist auch vielen Frauen klar, daß beispielsweise Nacktfotos oder sexy Frauen-Kleidung kein Ausdruck "patriarchaler Unterdrückung" sind, sondern daß solche Behauptungen eher aus Neidgefühlen gewisser Radikalemanzen resultieren.
"Patriarchale Unterdrückung" halte ich auch für Quatsch, Neidgefühle mag sein ... trotzdem halte ich es im Kern für sinnvoll, wenn Feministinnen (und andere Leute) die Allgegenwart von solchen Bildern thematisieren, in denen so getan wird, als sei nur ein bestimmter Typ Frau (z. B. sehr schlank) erotisch begehrenswert. Diese Normsetzung ist für beide Geschlechter idiotisch und kann im Extremfall die Entstehung von Ess-Störungen begünstigen, was ja auch keiner will. Es wundert mich nicht, wenn viele Frauen wirklich glauben, fast alle Männer fänden nur schlanke, blonde, strahlende So-gut-wie-Jungfrauen attraktiv. Nö, ich finde, das kann man/frau aus gutem Grund kritisieren und Gegenkonzepte entwerfen.
Herzlicher Gruß
Arne
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Jolanda, Monday, 25.11.2002, 18:24 (vor 8471 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Arne Hoffmann am 25. November 2002 16:00:40:
Lieber Arne
Du hast hier einen sehr wichtigen Punkt angesprochen. Darüber habe ich mir auch schon viele Gedanken gemacht.
Diese Bilder in den Zeitschriften von diesen makellos schönen Kleiderständern, die sich ja auch auf den Laufstegen rumtollen, die vermitteln ein abartiges Schönheitsideal.
Und da der Körper von Natur aus gar nicht so geschaffen ist, eine gesunde, normal essende Frau hat selten die Körpermasse dieser "Kleiderständer, die alle als Idealbild der Schönheit präsentiert werden. Da dies also normalerweise nicht der Fall ist, dass man so eine Figur von Natur aus geschenkt bekommt, hungern sich dies die meisten ab.
Immer mehr essgestörte junge Mädchen und Frauen und auch bei den Jungs und Männern ist es zunehmend.
Und eine junge Frau, die Essstörungen hat, die wird schwerer haben schwanger zu werden und wenn, dann wird sie in diesem Zustand eine überforderte Mutter sein und sie wird eine überforderte Tochter sein und eine überforderte Lebensgefährtin.
Das wird oft unterschätzt. Dieses verkoppte Schönheitsideal richtet in meinen Augen schon viel Schaden an und das sollte man beanstanden.
Es grüsst dich herzlich
Jolanda
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Garfield, Tuesday, 26.11.2002, 10:41 (vor 8471 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Arne Hoffmann am 25. November 2002 16:00:40:
Hallo Arne!
Hm, aber sind es denn wirklich Nackt-Fotos, Pornos oder Frauen in sexy Kleidung, die Frauen solch ein falsches Schönheitsideal vermitteln?
Erstmal sehen doch Frauen angeblich gar keine Pornos oder Sex-Filme und lesen angeblich auch keine Sex-Zeitschriften. Wenn das wahr wäre, könnten sie doch gar nicht negativ dadurch beeinflusst werden. Außerdem gab es solche Filme und Zeitschriften schon in den 70ern, aber da waren Probleme wie Bulimie meines Wissens nach noch gar kein Thema.
Außerdem sind die Frauen in Pornos oder Sexfilmen gar nicht immer spindeldürr. Denn solche Frauen finden die meisten Männer doch gar nicht wirklich sexuell anziehend. Wenn du Männer auf der Straße nach ihrer Traumfrau fragen würdest, würden bestimmt nur sehr wenige Namen wie Kate Moss nennen. Die Mehrheit würde doch eher Frauen wie Jennifer Lopez, Pamela Anderson oder Cindy Crawford nennen - eben Frauen, die zwar nicht übergewichtig sind, aber eben auch nicht mager. Tatsächlich haben bei einer Umfrage vor einigen Wochen oder Monaten die meisten Männer auch wieder angegeben, daß sie Frauen, die zu dünn sind, nicht erotisch finden.
Von den Männern kommt dieses falsche Schönheitsideal also offensichtlich nicht. Wo sieht man denn nun aber Unmengen von diesen dürren Models? Z.B. in Modezeitschriften, Frauenzeitschriften und entsprechenden Sendungen im Fernsehen. Also eben genau in den Zeitschriften und Fernsehsendungen, die vor allem von Frauen gelesen bzw. gesehen werden.
Nur was kann man dagegen tun? Und würde sich die Problematik wirklich wesentlich ändern, wenn man darauf achten würde, daß solche Models eben nicht mehr aussehen wie KZ-Häftlinge?
Viele Frauen beziehen ihr Selbstwertgefühl offensichtlich viel mehr aus ihrem Aussehen als die meisten Männer. Klar - für viele Männer ist ihr Aussehen auch nicht unwichtig. Aber Männer haben meist noch andere Bereiche, aus denen sie ihr Selbstbewußtsein ziehen. Z.B. Erfolg im Beruf, gutes Einkommen, ein dickes Auto... Frauen scheinen diese anderen Bereiche oft weniger wichtig zu sein - dafür ist ihnen ihr Aussehen umso wichtiger. Man könnte nun darüber diskutieren, woran das liegen mag. Also ob es mehr eine Erziehungssache ist oder ob Frauen eben instinktiv stärker auf ihr Äußeres fixiert sind. Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem.
Fakt ist aber, daß es so ist. Meine Verlobte hat sich damals immer "Die Beauty-Klinik" angesehen, und so hab ich das häufig mitgesehen. Einmal kam da eine junge Frau zum Schönheitschirurgen und beklagte sich über ihre Nase. Mir war absolut nicht klar, was sie an ihrer Nase auszusetzen hatte. Sie hatte ein sehr hübsches Gesicht, und die Nase paßte auch gut dazu. Und mit Sicherheit hat sie noch nie negative Bemerkungen über ihr Aussehen zu hören bekommen. Trotzdem wollte sie unbedingt ihre Nase operiert haben. Der Chirurg sah dafür ebenfalls keine Notwendigkeit und schickte sie wieder nach Hause. Dann ging sie doch tatsächlich nochmal hin und meinte, ihr Busen wäre ihr auch zu klein, und da könne ja nun was gemacht werden... Dann fragte sie der Arzt: "Also, wie soll ich das nun verstehen? Weil Sie ihre Nase nicht operiert bekommen, muß es nun der Busen sein?"
Mag sein, daß das alles nur gestellt war. Aber es gibt doch tatsächlich solche Frauen, die es zu ihrem Hobby gemacht haben, an ihrem Aussehen herumzumanipulieren. Genau wie mancher Mann ständig an seinem Auto herumbastelt und hier einen Spoiler anbaut und dort ein doppeltes Auspuffrohr, lassen die an ihrem Körper herumoperieren und sehen am Ende womöglich im Extremfall so furchtbar aus wie diese Lolo Ferrari (oder wie immer die sich nannte).
Manche Frauen scheuen offenbar das Risiko einer Operation, wollen aber trotzdem ihr Äußeres ändern. Und dann bleibt als einfachste Alternative eben noch, sich schlank zu hungern.
Ich glaube nicht, daß man dieses Problem wirklich dadurch lösen kann, daß man den Frauen weniger dürre Models zeigt. Es ist ähnlich wie bei den Amokläufern: Da wird auch immer behauptet, daß Horrorfilme oder Heavy-Metal-Musik sie zu Morden animiert hätte. Tatsächlich haben solche Irren aber schon völlig harmlose Sachen als Auslöser angegeben, z.B. Beatles-Lieder oder auch Bibel-Verfilmungen. Wer einen Grund für irgendetwas finden möchte, der findet auch einen. Egal wo.
Wenn man den Frauen nun keine dürren Models mehr zeigen und sogar Nackt-Fotos oder sexy Kleidung für Frauen verbieten würde, dann würden sie sich andere Idealbilder suchen. Dann würden sie eben genauso aussehen wollen wie eine Nachbarin oder wie sonst irgendeine Frau aus ihrem Bekanntenkreis und sich entsprechend operieren lassen.
Ich denke, man kann dieses Problem mit Bulimie und unnötigen Schönheits-OPs nur dadurch vielleicht lösen, daß man den davon betroffenen Frauen (und mittlerweile ja auch einigen Männern) klarmacht, daß ihre Probleme vor allem auf psychischer Ebene liegen und deshalb therapeutischer Behandlung bedürfen. Und vor allem müßten Schönheits-Chirurgen mehr Verantwortungsbewußtsein an den Tag legen. Kein Arzt dürfte solche Monster wie Lolo Ferrari erschaffen. Genaugenommen ist das sogar ein krasser Verstoß gegen den hipokratischen Eid. Nur leider sehen ja auch viele Schönheitschirurgen vor allem das Geld, das sie so verdienen können...
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Arne Hoffmann, Tuesday, 26.11.2002, 11:29 (vor 8471 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Garfield am 26. November 2002 08:41:12:
Hi Garfield,
Hm, aber sind es denn wirklich Nackt-Fotos, Pornos oder Frauen in sexy Kleidung, die Frauen solch ein falsches Schönheitsideal vermitteln?
Erstmal sehen doch Frauen angeblich gar keine Pornos oder Sex-Filme und lesen angeblich auch keine Sex-Zeitschriften.
Naja, erstens glaubt das kein Mensch, und zweitens langen schon oft die Titelbilder von Zeitschriften wie Coupé, Praline, Wochenend etc. Unsere Gesellschaft ist ja tatsächlich durchpornographisiert bis ins Letzte.
Wenn das wahr wäre, könnten sie doch gar nicht negativ dadurch beeinflusst werden. Außerdem gab es solche Filme und Zeitschriften schon in den 70ern, aber da waren Probleme wie Bulimie meines Wissens nach noch gar kein Thema.
Auch wieder wahr. Deshalb habe ich in meinem Posting allerdings auch geschrieben, dass solche Medien Ess-Störungen "begünstigen". Nach allem, was ich aus gut informierten Kreisen weiß (eine gute Bekannte von mir ist Medizinerin und hat eine Ess-Gestörte in der Familie), sind die _eigentlichen_ Auslöser nicht in den Medien zu suchen, aber die können dazu beitragen.
Außerdem sind die Frauen in Pornos oder Sexfilmen gar nicht immer spindeldürr. Denn solche Frauen finden die meisten Männer doch gar nicht wirklich sexuell anziehend. Wenn du Männer auf der Straße nach ihrer Traumfrau fragen würdest, würden bestimmt nur sehr wenige Namen wie Kate Moss nennen. Die Mehrheit würde doch eher Frauen wie Jennifer Lopez, Pamela Anderson oder Cindy Crawford nennen - eben Frauen, die zwar nicht übergewichtig sind, aber eben auch nicht mager.
Zitat Cindy Crawford (sinngemäß): "Wenn ich all die dürren Models um mich herum sehe, komme ich mir manchmal vor wie eine trächtige Hirschkuh."
Tatsächlich haben bei einer Umfrage vor einigen Wochen oder Monaten die meisten Männer auch wieder angegeben, daß sie Frauen, die zu dünn sind, nicht erotisch finden.
Ja, das ist wohl so.
Von den Männern kommt dieses falsche Schönheitsideal also offensichtlich nicht. Wo sieht man denn nun aber Unmengen von diesen dürren Models? Z.B. in Modezeitschriften, Frauenzeitschriften und entsprechenden Sendungen im Fernsehen. Also eben genau in den Zeitschriften und Fernsehsendungen, die vor allem von Frauen gelesen bzw. gesehen werden.
ACK.
Viele Frauen beziehen ihr Selbstwertgefühl offensichtlich viel mehr aus ihrem Aussehen als die meisten Männer.
Da bin ich mir nicht sicher. (Siehe dazu das entsprechende Kapitel meines Buches.)
Mag sein, daß das alles nur gestellt war. Aber es gibt doch tatsächlich solche Frauen, die es zu ihrem Hobby gemacht haben, an ihrem Aussehen herumzumanipulieren.
... die glauben, sie würden mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie nur in irgendeiner Weise "hübscher" wären.
Wenn man den Frauen nun keine dürren Models mehr zeigen und sogar Nackt-Fotos oder sexy Kleidung für Frauen verbieten würde, dann würden sie sich andere Idealbilder suchen. Dann würden sie eben genauso aussehen wollen wie eine Nachbarin oder wie sonst irgendeine Frau aus ihrem Bekanntenkreis und sich entsprechend operieren lassen.
Wobei sich dann aber wieder die Frage stellt: Warum haben wir momentan mit Ess-Störungen zu kämpfen, die es früher nicht gab?
Herzlicher Gruß
Arne
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Garfield, Tuesday, 26.11.2002, 12:35 (vor 8471 Tagen) @ Arne Hoffmann
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Arne Hoffmann am 26. November 2002 09:29:34:
Hallo Arne!
"... die glauben, sie würden mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie nur in irgendeiner Weise "hübscher" wären."
Ja, das ist bei Männern genauso, zeigt sich bei ihnen aber auf ganz andere Weise. Männer hoffen, von Frauen mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn sie z.B. ein dickes Auto fahren oder ihr gutes Einkommen mit anderen Status-Symbolen zur Schau stellen.
Nun ist die Frage, ob es mehr Erziehung oder mehr instinktives Verhalten ist, was dafür sorgt, daß sich dieses Phänomen bei Männern und Frauen so unterschiedlich zeigt. Ich denke, es spielt beides eine Rolle, aber wahrscheinlich überwiegt der Faktor der Erziehung.
Der weibliche Körper gilt heute als absolutes Schönheitsideal. Das war nicht immer so. Aber heute ist es eben so. Deshalb halten es viele Männer wahrscheinlich tatsächlich für unnütz, zuviele Gedanken auf ihr Aussehen zu verschwenden. Natürlich achten sie auch darauf, aber es ist ja auch so, daß ein Mann, der zu sehr darauf achtet, bei Frauen doch sehr schnell in den Ruf kommt, womöglich schwul zu sein, und allein deshalb scheuen ja viele Männer davor zurück, sich zu sehr mit ihrem Äußeren zu beschäftigen.
Männer konzentrieren sich dann eben auf andere Bereiche. Sie versuchen z.B., beruflich möglichst viel zu erreichen und ihr Selbstwertgefühl dann aus ihrer beruflichen Stellung zu beziehen. Und wer das nicht kann oder will, der legt sich ein dickes Auto zu.
Bei Frauen sieht das nun ganz anders aus. Zum einen gilt der weibliche Körper eben als Schönheitsideal, wodurch jede Frau sich schon mal generell verpflichtet fühlt, etwas für ihr Aussehen zu tun. Wenn eine Frau das nicht kann oder will, könnte sie sich natürlich auch genau wie viele Männer z.B. auf ihre berufliche Karriere konzentrieren. Und manche Frauen tun das durchaus auch. Aber da gibt es einige Probleme. Zum einen kollidiert der Wunsch nach beruflicher Karriere häufig mit dem Wunsch nach Kindern und Familie. Zum anderen ist es aber schwieriger, an der beruflichen Karriere zu arbeiten als am eigenen Aussehen. Menschen neigen dazu, es sich möglichst einfach zu machen, also wählen viele Frauen dann auch den einfacheren Weg, konzentrieren sich mehr auf ihr Aussehen und versuchen, daraus ihr Selbstwertgefühl zu beziehen. Vor allem dann, wenn sie schon von Natur aus attraktiv sind. Es hat schon seinen Grund, daß beispielsweise Mathematikerinnen selten aussehen wie Jennifer Lopez...
"Wobei sich dann aber wieder die Frage stellt: Warum haben wir momentan mit Ess-Störungen zu kämpfen, die es früher nicht gab?"
Das ist eine gute Frage. Alles, was ich vorher geschrieben habe, war ja früher auch schon so. Da spielt nun wohl der Faktor Medien tatsächlich eine Rolle. Menschen neigen instinktiv dazu, sich bestimmte Normen zu bilden. Diese Normen bilden sie sich aus dem, was sie in ihrer Umwelt als "normal" wahrnehmen. In früheren Zeiten gab es kein Fernsehen, keine Kinos, keine Fotografie und selbst gemalte Bilder konnten sich nur Reiche leisten. Also bildeten die Menschen sich ihre Normen bezüglich des Aussehens einfach nur aus ihrem näheren Umfeld, aus dem sie meist kaum heraus kamen. Die schönste Frau im Dorf galt dann als absolute Traumfrau. Weil man einfach sonst nichts kannte. Und deshalb waren die Schönheitsideale damals wahrscheinlich auch gar nicht so feststehend. Überhaupt heirateten Menschen häufig aus eher wirtschaftlichen bzw. finanziellen Erwägungen heraus. Das Aussehen spielte gar keine so große Rolle. Höchstens insofern, als die Mitgift etwas höher festgelegt werden mußte, wenn eine zukünftige Braut mal nicht so berauschend aussah...
Heute hat sich das alles geändert. Heute sucht man sich den Partner oder die Partnerin weit öfter vor allem nach Äußerlichkeiten aus als in früheren Zeiten. So ist heute der Druck größer, der aktuellen Schönheitsnorm zu entsprechen. Frauen akzeptieren häufig auch Männer als Partner, die weniger gut aussehen. Z.B. wenn sie dafür ein gutes Einkommen vorweisen und damit finanzielle Sicherheit bieten können. Da Frauen umgekehrt nur selten dazu bereit sind, ihre Partner zu ernähren, machen sich Männer in der Hinsicht gar keine Hoffnungen. Und dann bleibt als Auswahlkriterium für die Partnerin neben dem Charakter eben nur noch das Aussehen übrig.
Auf Frauen wirken diese Normen also immer noch stärker. Zwar wird mit steigenden weiblichen Ansprüchen langsam der Druck auf Männer auch größer, aber sehr wesentlich geändert hat sich diese Situation (noch) nicht.
Fatal ist nun aber, daß die Normen heute nicht mehr "lokal" für ein begrenztes Gebiet gebildet werden, sondern durch die Möglichkeiten der modernen Medien "global". Man sieht heute nicht mehr nur die Menschen aus dem eigenen Dorf und vielleicht noch aus der nächsten Stadt, sondern man hat Vergleichsmöglichkeiten in der ganzen Welt, also unter Milliarden von Menschen. Es werden Miß-Wahlen veranstaltet, es gibt Top-Models und prominente Schauspielerinnen oder Sängerinnen... Überall bekommt man die Schönsten der Schönen zu sehen und schon schiebt sich die Meßlatte ganz gewaltig nach oben. Mit der Dorfschönheit konnte frau in früheren Zeiten oft noch ganz gut mithalten, aber bei "Miß-World" wird es heute schon schwierig...
Nun könnte man ja einwenden, daß es diese modernen Medien doch schon seit Jahrzehnten gibt und daß es vor 30 Jahren aber noch nicht solche Probleme mit Bulimie usw. gab.
Wenn man sich aber die Frauen ansieht, die z.B. in den 40er Jahren gefeierte Stars waren, dann stellt man fest, daß die eigentlich oft noch relativ normal aussahen. Es gab früher noch nicht so strenge Auswahlkriterien wie heute. Besonders deutlich wird das im Musikgeschäft. Wie war das denn noch in den 70ern? Da schrieb jemand Lieder und spielte in einer Band. Man tingelte durch Clubs, und wenn man professionell genug war, schickte man mal ein Demo-Band an irgendeine Plattenfirma. Wenn man Glück hatte, hörte sich jemand dieses Band an, fand es toll, man wurde zum Vorspielen eingeladen und bekam einen Plattenvertrag.
Das alles gibt es so heute nicht mehr. Heute werden Lieder im Studio vorproduziert, und dann sucht man sich dazu Leute, die gut aussehen, gut tanzen und gut singen können. Die Selektion erfolgt oftmals genau in dieser Reihenfolge. In der 70er Jahren haben die Pointer Sisters noch einen Plattenvertrag bekommen. Das wäre heute nicht mehr möglich. Und wenn die noch so gut singen könnten - die würde jeder Produzent maximal noch als Witznummer engagieren und sobald wie möglich wieder abservieren.
Wer nicht übermäßig gut aussieht, kommt heute nur noch über Beziehungen ins Fernsehen, auf die Bühne oder ins Studio. Das fing so erst in den 80er Jahren an und ist bis heute immer extremer geworden.
Und so wurden eben auch die Normen in Bezug auf das Aussehen immer weiter nach oben geschraubt. Zunächst bei den Frauen, mittlerweile aber auch bei den Männern, was zur Folge hat, daß die weiblichen Ansprüche ans Aussehen mittlerweile auch steigen und auch Männer in der Hinsicht mehr unter Druck geraten. Männliche Strip-Gruppen wie die Chippendales gibt es ja auch noch nicht lange.
Was kann man nun aber dagegenm tun? Man kann sehr attraktiven Menschen schlecht öffentliche Auftritte verbieten. Allein schon deshalb, weil sich der Begriff der Attraktivität nicht in Paragraphen zwängen läßt.
Man kann nur darauf hinarbeiten, die Menschen davon abzubringen, ihre Ansprüche an das eigene Aussehen und an das Aussehen anderer Menschen zu sehr auf Grundlage dessen festzulegen, was sie in den Medien sehen.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Markus, Monday, 25.11.2002, 18:33 (vor 8471 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Ein bissel kommt mir das aber schon so vor, als würden wir Männer hier wieder die Einsicht der Frauen brauchen, um etwas auf die Reihe zu bekommen. Die Frauen mit dem Extrem übereugen, damit diese sich daran beteiligen etwas zu verändern?
Wenn wir sachlich argumentieren, nicht alle Frauen verdammen, sondern den gemäßigten die Chance geben, sich vom Radikalen zu distanzieren, dann denke ich wird es auch genug Frauen geben, die hier nicht mal Einsicht zeigen, sondern mit Überzeugung für die selbe Sache einstehen. Wenn ich allerdings Frauen nur als dumme Weiber tituliere, wie das auf manch anderem Forum Brauch ist, werde ich hier nie etwas erreichen, weil jede Frau gleich in die Defensive gedrängt wird. Es darf meiner Meinung nach nicht um Mann gegen Frau gehen, sondern um einzelne Aussagen und Handlungen, die einfach nicht gerecht sind. Mit einer Argumentation, die auf diesen Beispielen basiert, lassen sich geschlechtsübergreifende Mehrheiten gewinnen.
Gruß, Markus
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Norbert, Wednesday, 27.11.2002, 00:20 (vor 8470 Tagen) @ Markus
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Markus am 25. November 2002 16:33:42:
Ein bissel kommt mir das aber schon so vor, als würden wir Männer hier wieder die Einsicht der Frauen brauchen, um etwas auf die Reihe zu bekommen. Die Frauen mit dem Extrem übereugen, damit diese sich daran beteiligen etwas zu verändern?
Hoppla Markus.
Also hierfür brauchen wir die Frauen sicher nicht.
Die Einsichten sind schon klar.
Das uns Frauen dabei auch unterstützen, und dieses hochwillkommen ist, ist eine andere Sache.
<hr>
Wenn wir sachlich argumentieren, nicht alle Frauen verdammen, sondern den gemäßigten die Chance geben, sich vom Radikalen zu distanzieren,
Die Chance hatten sie schon häufiger, und ließen sie ungenutzt.
Wir Männer müssen diese Distanzierung aber nun auch einfordern.
Von allen Frauen!
Etliche haben sich auch schon dazu bekannt, und agieren auch entsprechend.
Aktionen, wie z.B. gegen das Pamphlet einer Irren, hatten ja auch schon ihre Wirkung.
<hr>
dann denke ich wird es auch genug Frauen geben, die hier nicht mal Einsicht zeigen, sondern mit Überzeugung für die selbe Sache einstehen. >Wenn ich allerdings Frauen nur als dumme Weiber tituliere,
Hier eben nicht
.
<hr>
wie das auf manch anderem Forum Brauch ist, werde ich hier nie etwas erreichen, weil jede Frau gleich in die Defensive gedrängt wird.
Hat uns der aktuelle Feminismus doch erfolgreich vorgemacht(?).
Hat es dich erst mal gestört?
Störte es die Frauen, die die Vorteile davon einheimsten?
Aber sich sonst vom Feminismus distanzieren.
<hr>
Es darf meiner Meinung nach nicht um Mann gegen Frau gehen, sondern um einzelne Aussagen und Handlungen, die einfach nicht gerecht sind.
Darum geht es hier.
<hr>
Mit einer Argumentation, die auf diesen Beispielen basiert, lassen sich geschlechtsübergreifende Mehrheiten gewinnen.
Gruß, Markus
Gruß
Norbert
Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Maesi, Saturday, 30.11.2002, 15:09 (vor 8467 Tagen) @ Damian
Als Antwort auf: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 23. November 2002 20:39:13:
Hallo Damian
[...]
Der Trend des Feminismus ist ungebrochen. Wenn auch hier gilt "the trend is your friend" müsste der Feminismus also weiter seinen absurden Weg gehen
Bevor sich etwas ändert, müsste es einen heilsamen Schock geben. Will heissen, es muss zu krassen Übertreibungen kommen. Erst dann kann in der breiten Öffentlichkeit ein Umdenken stattfinden. So gesehen bräuchten wir mehr RadikalfeministinnenDiese werden mit ihren übertriebenen Forderungen letztlich das System wie ein Kartenhaus einstürzen lassen.
Ich weiss, eine provokante These, ob sie stimmt, werden wir ja sehen.
Das ist tatsaechlich eine provokante These; das Schlimme an dieser These ist, dass man nicht weiss, ob sie zutreffen wird oder nicht. Konsequent zu Ende gedacht, muesste man(n) eigene Leute in den Kreis der Radikalfeministinnen einbringen (sozusagen als 'Trojanische Pferde'), um die Stimmung noch mehr radikalisieren zu koennen und somit die oeffentliche Meinung im gewuenschten Mass manipulieren zu koennen. Allerdings gibt es IMHO einige wichtige Punkte, die gegen eine Passivitaet auf Maennerseite sprechen:
1. Niemand kann genau sagen, wie lange diese Periode der Radikalisierung dauert und wieviele Opfer sie noch fordert. Es ist noch nicht einmal gewiss, dass es alleine durch Passivitaet auf Maennerseite tatsaechlich zu einem Zusammenbruch des Radikalfeminismus' kaeme.
2. Wir riskieren, dass dieses unselige Denken weitere Bereiche von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft okkupiert und dabei sehr viel Schaden anrichtet (nicht zuletzt auch auf wirtschaftlichem Gebiet). Die Wirtschaft wuerde sehr schnell und v.a. sehr flexibel auf unsinnige Geschlechterquoten, ueberrissene Steuern und Abgaben, Regulierungswut, etc. reagieren; der wirtschaftliche Schaden waere nach Jahrzehnten noch sichtbar.
3. Wer agiert, kann selber Einfluss nehmen auf die derzeitige Entwicklung; selbst wer nur reagiert, kann etwas zur Aenderung der Zustaende in seinem Sinn unternehmen. Wer sich jedoch nur passiv verhaelt, beraubt sich jeglicher Einflussmoeglichkeiten. Es ist naiv zu glauben, dass irgendwann die Welt erwacht, die Irrungen und Verfehlungen des Radikalfeminismus feststellt und diesen dafuer verantwortlich macht. Bestenfalls wird frau die Verantwortung fuer unhaltbar gewordene Zustaende einigen radikalfeministischen Suendenboecken aufhalsen, aber keinesfalls wird das feministische System als solches in Frage gestellt. So laeuft das schon immer, Systemkritik kommt IMHO naemlich sehr selten (fast nie) aus dem System selber sondern fast auschliesslich von ausserhalb des Systems. Und selbst wenn die im System eingebundenen Kraefte ausnahmsweise Selbstkritik ueben, zu substantiellen Aenderungen kommt es nicht. So kann IMHO eine fundierte Kritik nur von ausserhalb des (Radikal-)Feminismus kommen, entweder von den politischen Gegnern oder von Abweichlerinnen, die sich aus dem System zurueckgezogen haben oder ausgeschlossen wurden.
...Der Status von Männern könnte ähnlich dem von Hunden werden, niederträchtig und manipulierbar. Ähnliches hatten wir auch schon in bezug auf Frauen, die in den 60er Jahren nach allgemeiner, vor allem männlicher Auffassung zu nichts zu gebrauchen waren und denen man nicht trauen konnte. Auf diesem Boden konnte sich der Feminismus etablieren. Frauen waren derart benachteiligt, dass es kaum noch schlechter kommen konnte. Und siehe da, der Feminismus hatte viel Raum, um zu gedeihen.
Es gab durchaus Perioden der Geschichte in denen Frauen in bestimmten Bereichen gegenueber den Maennern erheblich benachteiligt waren. Die 60er Jahre wuerde ich aber definitiv nicht dazuzaehlen (in der Schweiz noch eher als in Deutschland wegen des damals fehlenden Frauenstimm- und Wahlrechts). Lass Dich nicht zu sehr von feministischer Propaganda einwickeln. Heute koennte man(n) meinen, Frauen seien damals nach Strich und Faden unterdrueckt worden. Historisch gesehen ist das Mumpitz. Frauen waren damals gesetzlich den Maennern weitgehend gleichgestellt, ausser in einigen speziellen Belangen. Andererseits waren Maenner ebenfalls bestimmten Zwaengen unterworfen (z.B. Wehrpflicht, hoeheres Rentenalter). Es handelte sich um einen sozialen Pakt, der geschichtlich gewachsen war mit verschiedenen Rollen fuer Maenner und Frauen. Frauen befreiten sich teilweise aus diesen Rollenzwaengen, Maenner taten selbiges nicht und so entstand eine Schieflage, die bis heute andauert. Interessanterweise hatte der Feminismus in einem der wichtigsten Ziele keinen Erfolg, naemlich bei den Kindern. Noch heute verweigern sich Frauen zum grossen Teil gegenueber dem feministischen Anspruch, dass frau sich nicht an Kinder zu ketten habe und dass der Mann seinen Teil der elterlichen Sorge uebernehmen solle; noch heute sind es v.a. Frauen, die bei Trennung/Scheidung die Kinder mitnehmen. Mit einem propagandistischen Trick wird diese Tatsache natuerlich auch heute noch den Maennern (und nur ihnen allein) angekreidet und die Niederlage des Feminismus gewissermassen in einen Sieg umgewandelt. Ausserdem dient die Weigerung der meisten Frauen sich von ihren Kindern zu loesen als Vorwand fuer die Lancierung von immer weitergehenden 'Gleichstellungsforderungen'; so kann die Fixierung vieler Frauen auf ihre Mutterrolle noch heute politisch ausgeschlachtet werden.
[...]
Alles in allem eine interessante, aber reichlich abstrakte These.
Der Mann müsste hier quasi zusehen, wie sein eigenes Geschlecht zum Teigaffen gemacht wird. Aber: Ist es nicht zum Teil heute schon so?
Richtig, zum Teil ist das schon heute so. Aber eben weil die Maenner bisher kaum auf die Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts reagiert haben, ist es so weit gekommen. Es scheint jedoch vielen Maennern schon heute sehr unwohl zu sein, zumindest wenn man(n) sich im privaten Kreis mit ihnen unterhaelt. Aber auch heute noch haengen viele den starken Mann heraus; nur nicht als Weichei gelten und sich irgendeine Bloesse geben. So kaschieren nicht wenige ihre Kritik durch machohafte Sprueche, frauenfeindliche Witze und/oder das Herausheben besonderer sexueller Leistungen.
Gruss
Maesi