Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gleiches Geld für gleiche Leistung

Stefan G., Saturday, 02.11.2002, 12:42 (vor 8494 Tagen)

Moin!

Was mir immer wieder beim Nachforschen im Internet begegnet, ist eine Floskel, die von der Femi-Bewegung immer wieder aufgegriffen wird: Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als die Männer.
Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann. Ich habe allerdings Bedenken, ob das überhaupt stimmt. Man stelle sich mal folgende Situation vor:
Ein Mann arbeitet in einem Unternehmen 8 Stunden am Tag. Er erfüllt eine bestimmte Funktion. Sagen wir mal, er steht am Band und prüft Fahrzeugventile auf Dichtigkeit. Eine Frau steht neben ihm und macht genau dasselbe - ebenfalls 8 Stunden am Tag, dieselbe Menge, dieselbe Qualität. Nach den Aussagen der feministischen Propaganda müßte die Frau nun weniger Lohn bekommen als der Mann. Ich halte das schon aus rechtlichen Gründen für ausgeschlossen - ganz davon abgesehen würde das wohl keine Frau auf sich sitzen lassen. Da frage ich mich: Wie kommt diese Behauptung eigentlich zustande? Nur weil das Frauenministerium soetwas behauptet, muß es ja noch lange nicht stimmen. Hat jemand von euch nachvollziehbare Informationen darüber?

Gruß
Stefan

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Ferdi, Saturday, 02.11.2002, 13:21 (vor 8494 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Stefan G. am 02. November 2002 10:42:03:

Moin Stefan!

Im öffentlichen Dienst und in grossen Betrieben mit Betriebs/Personalrat und gewerkschaftlichen Tarifverträgen gibt es sowas auch nicht. Das hätte keinen langen Bestand vor den Arbeitsgerichten. Diese Floskel kann aber ihren Ursprung darin haben, dass es verschiedene Schutzgesetze für Frauen gibt, die ihnen gewisse Tätigkeiten aus gesundheitlichen Vorsorgegründen verbieten (z. B. Belastungen beim Heben von Lasten, Beschränkungen bei Nachtarbeit und Überstunden, Vorschriften in der Strahlenschutzverordnung uvam.). Diese Schutzvorschriften führen dann natürlich zu Verdienstverlusten gegenüber männlichen Beschäftigten, die diesen Beschränkungen nicht unterliegen. Diese werden dann unzulässig verallgemeinert.

Gruss,
Ferdi

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Sven, Saturday, 02.11.2002, 15:10 (vor 8494 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Stefan G. am 02. November 2002 10:42:03:

Moin!
Was mir immer wieder beim Nachforschen im Internet begegnet, ist eine Floskel, die von der Femi-Bewegung immer wieder aufgegriffen wird: Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als die Männer.
Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann. Ich habe allerdings Bedenken, ob das überhaupt stimmt. Man stelle sich mal folgende Situation vor:
Ein Mann arbeitet in einem Unternehmen 8 Stunden am Tag. Er erfüllt eine bestimmte Funktion. Sagen wir mal, er steht am Band und prüft Fahrzeugventile auf Dichtigkeit. Eine Frau steht neben ihm und macht genau dasselbe - ebenfalls 8 Stunden am Tag, dieselbe Menge, dieselbe Qualität. Nach den Aussagen der feministischen Propaganda müßte die Frau nun weniger Lohn bekommen als der Mann. Ich halte das schon aus rechtlichen Gründen für ausgeschlossen - ganz davon abgesehen würde das wohl keine Frau auf sich sitzen lassen. Da frage ich mich: Wie kommt diese Behauptung eigentlich zustande? Nur weil das Frauenministerium soetwas behauptet, muß es ja noch lange nicht stimmen. Hat jemand von euch nachvollziehbare Informationen darüber?

Vor einigen Wochen stand eine Stellenanzeige in unserer kleinen Lokalzeitung. Es wurden ein Dipl.-Ing. für das Bauamt und eine Leiterin für die Stadtbibliothek gesucht. Für beide Positionen Vergütungsgruppe BAT IV.

PS: Es handelt sich hierrbei um eine Kleinstadt mit einer entsprechend kleinen Bibliothek. Noch Fragen?

Sven

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Martin, Saturday, 02.11.2002, 22:54 (vor 8494 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Sven am 02. November 2002 13:10:43:

Vor einigen Wochen stand eine Stellenanzeige in unserer kleinen Lokalzeitung. Es wurden ein Dipl.-Ing. für das Bauamt und eine Leiterin für die Stadtbibliothek gesucht. Für beide Positionen Vergütungsgruppe BAT IV.
PS: Es handelt sich hierrbei um eine Kleinstadt mit einer entsprechend kleinen Bibliothek. Noch Fragen?

Ja: Was willst du uns damit sagen?
Martin

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Maesi, Saturday, 02.11.2002, 15:29 (vor 8494 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Stefan G. am 02. November 2002 10:42:03:

Hallo Stefan

Was mir immer wieder beim Nachforschen im Internet begegnet, ist eine Floskel, die von der Femi-Bewegung immer wieder aufgegriffen wird: Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als die Männer.
Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann.

Dazu ein praktisches Beispiel:
Vor einigen Jahren fuehlten sich die Zuercher Kindergartenlehrerinnen diskriminiert und klagten gegen die Stadt Zuerich hoehere Gehaelter ein; als Vergleich dienten ihnen die Primarschullehrer sowie die Hauswirtschaftslehrer, welche mehr Lohn als sie bekamen. Vor dem Zuercher Obergericht bekamen sie teilweise Recht und die Stadt Zuerich musste sie in eine hoehere Gehaltsstufe einteilen. Die Klaegerinnen zogen die Klaege vor das Bundesgericht in Lausanne weiter; dort wurde in der Sache ihre Klage abgewiesen, jedoch zusaetzlich noch ein Rechenfehler des Obergerichts festgestellt, womit die Kindergartenlehrerinnen nochmals etwas mehr Lohn erhielten. Das alles wurde als grosser Erfolg fuer die Frauen im Rahmen der Gleichstellung von Mann und Frau dargestellt.
Soweit, so gut. Wenn man(n) jedoch genauer betrachtet, womit die Klaegerinnen ihr Gehalt verglichen (naemlich den jenen der Primarlehrer und Hauswirtschaftslehrer), stellt man(n) fest, dass weder die Primarlehrer (zumindest in den beiden ersten beiden Klassen) noch die Hauswirtschaftlehrer einen nennenswerten Anteil von Maennern aufweisen; es handelt sich eindeutig um typische Frauenberufe. Eine Geschlechterdiskriminierung kann also gar nicht vorgelegen haben, obwohl genau das behauptet wurde. Interessanterweise wies niemand auf diesen Denkfehler hin, nicht einmal die untersuchenden Gerichte.

Ich behaupte nicht, dass es bei Klagen aufgrund von Geschlechterdiskriminierung immer so ist. Insgesamt ist jedoch die Zahl der Gehaltsklagen aufgrund von Geschlechterdiskriminierung sehr gering. Trotzdem behauptet auch das Schweizerische Bundesamt fuer Statistik, dass Frauen schlechter entloehnt wuerden. Tatsache ist, dass typische Frauenberufe tatsaechlich eher ein tiefes Lohnniveau aufweisen. Nur: weshalb draengen sich die Frauen in diesen Berufen? Weshalb werden sie Floristin, Verkaeuferin oder Coiffeuse obwohl sie wissen, dass sie dort schlecht verdienen? Weshalb arbeiten sie viel haeufiger Teilzeit als Maenner, obwohl sie wissen, dass diese Jobs schlecht bezahlt sind?

Gruss

Maesi

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Sven, Saturday, 02.11.2002, 16:13 (vor 8494 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Maesi am 02. November 2002 13:29:31:

Vor einigen Jahren fuehlten sich die Zuercher Kindergartenlehrerinnen diskriminiert und klagten gegen die Stadt Zuerich hoehere Gehaelter ein; als Vergleich dienten ihnen die Primarschullehrer sowie die Hauswirtschaftslehrer, welche mehr Lohn als sie bekamen.

In Deutschland gibt es die Begriffe Kindergartenlehrerin und Primarschullehrer nicht. Sollte ich mit meinen Vergleichen falsch liegen, bitte ich um Korrektur.

Primarschullehrer dürfte wohl vergleichbar mit einem Grundschullehrer sein und setzt damit zumindest in Deutschland Abitur und ein Hochschulstudium vorraus. Kindergartenlehrerinnen dürften bei uns vergleichbar mit Kindergärtnerinnen sein. Vorraussetzung: Realschulabschluss und Berufsausbildung zur Erzieherin.

Wenn dies der Fall ist, hat natürlich der Primarschullehrer eine höhere Qualifikation.

Sven

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Stefan G., Saturday, 02.11.2002, 18:42 (vor 8494 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Maesi am 02. November 2002 13:29:31:

Hallo Maesi!

Dazu ein praktisches Beispiel:
Vor einigen Jahren fuehlten sich die Zuercher Kindergartenlehrerinnen diskriminiert und klagten gegen die Stadt Zuerich hoehere Gehaelter ein; als Vergleich dienten ihnen die Primarschullehrer sowie die Hauswirtschaftslehrer, welche mehr Lohn als sie bekamen.

Ich denke, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Hier geht es ja um den Vergleich zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen und weniger um Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern. Denn ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Kindergartenlehrer mehr verdient als eine Kindergartenlehrerin. Genauso wie eine Primarschullehrerin ebenso viel verdienen wird wie ein Primarschullehrer. Und wenn ein/e Primarschullehrer/in mehr bekommt als ein/e Kindergartenlehrer/in (was immer das auch sein mag,) hat das sicherlich seine Gründe oder auch nicht - aber das ist dann keine Frage des Geschlechts, sondern der Berufsgruppe. Aber darüber müßte man dann genauer diskutieren.

Ich behaupte nicht, dass es bei Klagen aufgrund von Geschlechterdiskriminierung immer so ist. Insgesamt ist jedoch die Zahl der Gehaltsklagen aufgrund von Geschlechterdiskriminierung sehr gering.

Das liegt vielleicht unter anderem auch daran, daß es eine solche Diskriminierung überhaupt nicht gibt. Jedenfalls ist das der Eindruck, der mich so langsam beschleicht. Hier geht es wohl eher darum, unter dem Vorwand herbeigelogener Sachverhalte den Männern ein schlechtes Gewissen einzureden.

Trotzdem behauptet auch das Schweizerische Bundesamt fuer Statistik, dass Frauen schlechter entloehnt wuerden. Tatsache ist, dass typische Frauenberufe tatsaechlich eher ein tiefes Lohnniveau aufweisen.

Ich frage mich, wie eine solche Statistik zustande kommt. Auch hier gilt: es ist die Rede von gleichem Lohn für GLEICHE Arbeit. Ich kann nicht eine Kloputzerin mit einem Müllmann vergleichen. Wenn behauptet wird, daß Frauen schlechter entlohnt werden, dann ist die Frage: "Schlechter als WAS?" Zulässig wäre die Behauptung nämlich nur dann, wenn ein angestellter Bäcker Müller der Bäckerei A mehr verdienen würde als die angestellte Bäckerin Schäfer derselben Bäckerei A - vorausgesetzt, beide führen unter denselben Bedingungen dieselbe Arbeit aus, der Qualität und Quantität nach.
Geschlechterdiskriminierung läge nur dann vor, wenn eine Frau weniger verdienen würde als ein Mann, der in derselben Berufsgruppe, in derselben Funktion tätig ist und unter den gleichen Bedingungen arbeitet. Alles andere ist Augenwischerei.

Gruß
Stefan

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Beatrix, Wednesday, 06.11.2002, 21:25 (vor 8490 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Maesi am 02. November 2002 13:29:31:

Hi Maesi!

Was mir immer wieder beim Nachforschen im Internet begegnet, ist eine Floskel, die von der Femi-Bewegung immer wieder aufgegriffen wird: Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als die Männer.
Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann.

Es gibt dazu Untersuchungen. Ich hab sie nur gerade nicht parat. Werd ich aber nachholen.


>Trotzdem behauptet auch das Schweizerische Bundesamt fuer Statistik, dass Frauen schlechter entloehnt wuerden. Tatsache ist, dass typische Frauenberufe tatsaechlich eher ein tiefes Lohnniveau aufweisen. Nur: weshalb draengen sich die Frauen in diesen Berufen?

Weil sie Dinge tun möchten, die sie gerne machen, die ihnen liegen.

Weshalb werden sie Floristin, Verkaeuferin oder Coiffeuse obwohl sie wissen, dass sie dort schlecht verdienen?

Weil sie Dinge tun möchten, die sie gerne machen, die ihnen liegen.
Weshalb siehst Du es als gottgegeben an, daß solche Berufe schlechter bezahlt werden als etwa Werkzeugmacher, Automechaniker oder Techniker?
Ich finde dafür keinen vernünftigen Grund.
Männer und frauen haben oft an ganz verschiedenen Tätigkeiten Interesse und auch die Begabungen unterscheiden sich. Man kann also eigentlich nur die Länge der Ausbildung, die Höhe der Anforderungen und deren Qualität vergleichen.

Weshalb arbeiten sie viel haeufiger Teilzeit als Maenner, obwohl sie wissen, dass diese Jobs schlecht bezahlt sind?


Weil sie ihre Befrufstätigkeit mit der Familienarbeit vereinbaren WOLLEN und weil sie ihre Befrufstätigkeit mit der Familienarbeit vereinbaren MÜSSEN, denn es ist meistens niemand da, der sie ihnen abnimmt. Noch nicht.

ciao
Beatrix

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Maesi, Wednesday, 13.11.2002, 21:17 (vor 8483 Tagen) @ Beatrix

Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Beatrix am 06. November 2002 19:25:39:

Hallo Beatrix

Was mir immer wieder beim Nachforschen im Internet begegnet, ist eine Floskel, die von der Femi-Bewegung immer wieder aufgegriffen wird: Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als die Männer...

Es gibt dazu Untersuchungen. Ich hab sie nur gerade nicht parat. Werd ich aber nachholen.

Da waere ich Dir sehr dankbar (auch wenn der zitierte Text von Stefan ist). Ich habe zwar selbst schon gesucht, zugegenermassen nicht sehr intensiv, aber bisher lediglich Ergebnisse (nicht detailliert) gefunden; es wird zwar immer wieder von Untersuchungen geschrieben, nur scheint niemand zu wissen, wo man die einsehen kann. Gerade in der Gleichstellungsszene wird mit nicht repraesentativen, zurechtgebogenen oder halbierten Statistiken viel Unsinn verzapft. Deshalb bin ich inzwischen aeusserst misstrauisch geworden, wenn solche Forschungsergebnisse auftauchen und moechte sie selbst ueberpruefen.

Trotzdem behauptet auch das Schweizerische Bundesamt fuer Statistik, dass Frauen schlechter entloehnt wuerden. Tatsache ist, dass typische Frauenberufe tatsaechlich eher ein tiefes Lohnniveau aufweisen. Nur: weshalb draengen sich die Frauen in diesen Berufen?

Weil sie Dinge tun möchten, die sie gerne machen, die ihnen liegen.

Weshalb werden sie Floristin, Verkaeuferin oder Coiffeuse obwohl sie wissen, dass sie dort schlecht verdienen?

Weil sie Dinge tun möchten, die sie gerne machen, die ihnen liegen.

Du hast Dir bereits (zumindest teilweise) die Antwort selber gegeben. Weil Frauen tendenziell eher Berufe ausueben, die sie gerne machen, nehmen sie auch haeufiger ein tieferes Lohnniveau in Kauf; eine Frage der Prioritaeten. Frauen sind auch in den Gewerkschaften wesentlich seltener vertreten als Maenner.
Es ist auch so, dass Frauen viel seltener der haupterwerbstaetige Teil in einer Partnerschaft sind. Sie stehen also weniger unter Druck, einen akzeptablen Lohn heimzubringen. Ihr Teilzeiterwerb gilt zwar als wichtiger aber nicht absolut lebensnotwendiger Zustupf zum Familienbudget.

Weshalb siehst Du es als gottgegeben an, daß solche Berufe schlechter bezahlt werden als etwa Werkzeugmacher, Automechaniker oder Techniker?
Ich finde dafür keinen vernünftigen Grund.
Männer und frauen haben oft an ganz verschiedenen Tätigkeiten Interesse und auch die Begabungen unterscheiden sich. Man kann also eigentlich nur die Länge der Ausbildung, die Höhe der Anforderungen und deren Qualität vergleichen.

Nein, Du vergisst einen entscheidenden (den wichtigsten) Punkt. Die Ausbildung sowie die Art der Aufgabe ist das eine, die erbrachte Leistung ist eine andere. Wenn Maenner eher bereit sind Ueberstunden zu leisten oder vielleicht auch mal an einem Samstag oder sogar Sonntag zu arbeiten, dann haben sie gegenueber Frauen, die tendenziell weniger dazu bereit (oder in der Lage) sind einen Wettbewerbsvorteil. Maenner nehmen offenbar auch laengere Arbeitswege in Kauf und sind somit mobiler als Frauen.

Weil sie ihre Befrufstätigkeit mit der Familienarbeit vereinbaren WOLLEN und weil sie ihre Befrufstätigkeit mit der Familienarbeit vereinbaren MÜSSEN, denn es ist meistens niemand da, der sie ihnen abnimmt. Noch nicht.

1. Es ist auffaellig, dass bei Trennungen/Scheidungen die Kinder fast immer bei der Mutter bleiben. Nicht bloss weil Frauen hauptamtlich Muetter sein muessen, sondern auch weil sie das wollen. Im Gegensatz zum berufstaetigen Mann muessen alleinerziehende Frauen auch nie ihre Qualitaet bzw. Leistung als Mutter unter Beweis stellen, ihnen wird gemaess Gesetz und richterlicher Praxis nahezu immer ein zusaetzlicher Unterhalt (neben dem Kindesunterhalt) zugesprochen, und zwar selbst dann, wenn ihre Leistung ungenuegend ist; als Mutter ist sie in einer nahezu unkuendbaren Stellung, waehrend der Vater (insbesondere auch von der feministischen Ideologie) als entbehrlich abgestempelt wird. Ein Berufstaetiger hingegen muss eine gewisse Leistung erbringen, ansonsten wird er halt gefeuert, oder ihm wird sein Gehalt gekuerzt, was einer alleinerziehenden Mutter nur aeusserst selten passieren kann.
Diese gesellschaftlichen Realitaeten praegen sowohl Frauen wie Maenner. Maenner werden darum schon im jugendlichen Alter auf berufliche Leistung getrimmt bzw. sie trimmen sich selber darauf, da ihnen eine andere ernstzunehmende Option (eben des hauptamtlichen Familienvaters) fehlt.

2. In einer Partnerschaft wird auch heute noch eine gewisse Arbeitsteilung vorgenommen; der eine Teil (meist die Frau) uebernimmt mehrheitlich die Familienarbeit, waehrend der andere Teil (meist der Mann) hauptsaechlich fuer das Familieneinkommen zustaendig ist. Ob und wie diese Arbeitsteilung vorgenommen wird, ist Sache der beiden Partner; und wie man sich gebettet hat, so liegt man dann halt. Natuerlich unterliegen die Partnerschaften
normalerweise gewissen Sachzwaengen. Einer davon resultiert auch daraus, dass Frauen wesentlich seltener einen Mann heiraten, der weniger als sie selber verdient, als umgekehrt. Dann liegt es beim Eintreffen von Kindern auf der Hand, dass in der Partnerschaft/Ehe derjenige Teil mit dem hoeheren Erwerbseinkommen im Berufsleben verbleibt, und der andere sich hauptsaechlich der Familienarbeit widmet.

3. Es darf auch nicht vergessen werden, dass etliche typische Frauenberufe normalerweise zuerst und besonders stark von Rezessionen betroffen sind. Wenn ich weniger Kohle fuer meine Arbeit bekomme, schraenke ich mich staerker im Konsum ein, was sich beispielsweise in der Verkaufsbranche (sehr stark teilzeit- und deshalb frauenzentriert) sofort bemerkbar macht. Maenner belegen auch ein wesentlich weiteres Spektrum von Berufen als Frauen, was sie wiederum insgesamt etwas rezessionsresistenter macht.

4. Wie Umfragen belegen, wuerden nicht wenige Maenner ebenfalls gerne Teilzeit arbeiten. In qualifizierten Berufen ist Teilzeitarbeit jedoch sehr selten. Dies liegt einerseits an den Arbeitgebern; diese unterliegen einem starken Kostendruck und sind deshalb interessiert die (besonders in qualifizierten Berufen sehr hohen) Gemeinkosten zu reduzieren. Zwei Mitarbeiter bedeuten fuer einen Arbeitgeber einen erhoehten administrativen Aufwand, hoehere Ausbildungskosten sowie eine groessere Infrastruktur und mehr Aufwand fuer Einarbeitung der Mitarbeiter, selbst wenn sie nur jeweils halbtags arbeiten. Andererseits liegt das auch an der Art der Arbeit selber; komplexe Arbeit laesst sich haeufig nicht sinnvoll und/oder rationell auf beliebig viele Personen aufteilen (z.B. in der IT), sondern muss von einigen wenigen, dafuer jedoch ganztags (notfalls mit Ueberstunden), erbracht werden. Ausserdem ist heutzutage Teamarbeit gefragt; je groesser das Team desto mehr Reibungsverluste (durch Missverstaendnisse, ungewollte Doppelspurigkeiten, Antipathien und Sympathien, etc.) entstehen im Team. Wenn der Arbeitgeber mehr Teams einsetzt, entsteht dasselbe (Koordinations-)Problem zwischen den einzelnen Teams. Kurzum: zuviele Koeche verderben den Brei, und das besonders bei komplexen (und deshalb besser bezahlten) Arbeitsvorgaengen. Wenig komplexe Arbeitsvorgaenge lassen sich jedoch viel einfacher und normalerweise ohne groessere Reibungsverluste auf mehrere Personen aufteilen. Teilzeitarbeit kann dann fuer einen Arbeitgeber durchaus attraktiv sein. Wenn Frauen wesentlich oefter Teilzeit arbeiten, draengen sie sich dann halt eben in genau solchen Berufen.

Diese Aufzaehlung ist keineswegs abschliessend; vielleicht mag sie der eine oder andere ergaenzen.

Gruss

Maesi

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Stefan G., Wednesday, 13.11.2002, 23:13 (vor 8483 Tagen) @ Beatrix

Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Beatrix am 06. November 2002 19:25:39:

Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann.

Es gibt dazu Untersuchungen. Ich hab sie nur gerade nicht parat. Werd ich aber nachholen.

Untersuchungen habe ich auch schon viele gelesen, es war aber keine dabei, aus der man den Schluß ziehen könnte, daß Frauen für gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer. Meistens wird noch der alte Hut mit der Lohnabschlagsklausel ausgepackt, die es bereits seit 50 Jahren nicht mehr gibt.

.

Weshalb siehst Du es als gottgegeben an, daß solche Berufe schlechter bezahlt werden als etwa Werkzeugmacher, Automechaniker oder Techniker?
Ich finde dafür keinen vernünftigen Grund.

Das hat nichts mit gottgegeben zu tun, das ist einfach eine Frage der Leistung.
Ich kann diese Leichtlohngruppen-Argumentation nicht nachvollziehen. Wo ist da die Diskriminierung?
Hier handelt es sich nicht um GLEICHE Arbeit. Ich habe selbst während meiner Studienzeit oftmals in Fabriken gearbeitet. Meistens wurde ich dort eingesetzt, wo gerade Leute gebraucht wurden. Hin und wieder war das bei den Frauen, ein anderes Mal bei den Männern. Es ist definitiv so, daß die Arbeit der Männer in den meisten Fällen schwerer, gesundheitsschädlicher und gefährlicher ist. Natürlich kann man fragen, weshalb eine Raumpflegerin weniger bekommt als ein Mann, der bei der Müllabfuhr arbeitet. Wenn man aber mal einen Tag lang bei der Müllabfuhr gearbeitet hat und dauernd Tonnen schleppen muß, dann beantwortet sich die Frage von allein. Wieviel ein Techniker verdient, sollte meines Erachtens davon abhängig sein, was und wo er arbeitet. Wenn ein Techniker in dem Gefahrenbereich eines Kernkraftwerks arbeitet, dann ist es durchaus gerechtfertigt, wenn er mehr verdient als eine Floristin. Es wäre mal gut, wenn die Frauen, die sonst immer den Mund so voll nehmen und immer leichtfertig von Diskriminierung reden, mal einen Tag lang als Kanalarbeiter arbeiten. Mal sehen, ob dann immer noch von Diskriminierung die Rede ist.

Gruß
Stefan

Re: Reden wir mal von Verona Feldbusch

Diogenes, Thursday, 14.11.2002, 02:05 (vor 8483 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Stefan G. am 13. November 2002 21:13:25:

Wofür bekommt denn die eigentlich ihr "Leichtlohngruppen-Gehalt"?

Oder andere Tittenwunder und Popostars !

In der Einkommensproblematik geht es meines Erachtens um grundsätzlichere Fragestellungen. Wir müssen uns gesellschaftlich mal mit der Überlegung auseinandersetzen, ob nur das einen Wert hat, was irgendwie in Euro und Cent auszudrücken ist oder ob es Werte gibt, die wichtiger sind.

Tatsache ist allerdings, daß Frauen in Fragen der Partnerwahl Männer präferieren, die einen höheren gesellschaftlichen Status haben. Der Akademiker ist also begehrter als der einfache Handwerker. Besonders deutlich ist dies in Gesellschaften, in denen die Frauen geringere Bildungsmöglichkeiten haben.

Männer hingegen achten bei der Partnerwahl eher auf das Alter der möglichen Partnerin und auf Äußerlichkeiten.

Die materielle Fixierung in unserer Gesellschaft könnte also unter diesem
Aspekt sozusagen "weiblich" sein, getreu dem Motto, "hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau".

Für das Zusammenleben der Menschen halte ich es für verhängnisvoll, daß offenbar das Bild einer liebenden Mutter heute nur noch für´s Poesiealbum oder die Mottenkiste zu taugen scheint. Die "Karrierefrau" ist das moderne Leitbild. Aber verlieren wir dadurch nicht unwiderbringlich Modelle für eine bessere Welt?!

Wie wirkt es sich längerfristig eigentlich aus, daß wir die Kindererziehung in die Hand des Staates legen wollen, daß junge Frauen heute eilig gebären um möglichst rasch wieder auf die Jagd nach dem Abteilungsleiterposten zu gehen? Wie verändert das die tiefenpsychologische Struktur der Kinder, wenn sie sehr bald "abgeschoben" werden?!

Frauen im Erwerbsleben wurden in früheren Zeiten immer nur dann gebraucht, wenn es um Krisen ging. Beispielsweise während des Krieges in den Munitionsfabriken oder nach dem Krieg beim Wiederaufbau. In Phasen des allgemeinen Wohlstandes war die Rolle der Frau immer stärker auf den Haushalt, die Kindererziehugn und die Verwirklichung kultureller Ziele konzentriert. Das sagt vielleicht einiges über unsere Epoche aus, die äußerlich angeblich so "reich" ist. Vielleicht sind wir tatsächlich in einer Zeit "relativer" Not, daß heute nur noch Doppelverdiener in der Lage sind, an den gesellschaftlichen Standards zu partizipiern?! vielleicht ist insgesamt die Einkommensspreizung und das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und reich viel extremer, als dies dem Kleinbürger bewußt ist?!

Diese Überlegungen sollten zumindest nicht ganz außer acht gelassen werden, wenn man über die Frage der Entlohnung für Arbeit spricht.

Gruß

Diogenes

Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann.

Es gibt dazu Untersuchungen. Ich hab sie nur gerade nicht parat. Werd ich aber nachholen.

Untersuchungen habe ich auch schon viele gelesen, es war aber keine dabei, aus der man den Schluß ziehen könnte, daß Frauen für gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer. Meistens wird noch der alte Hut mit der Lohnabschlagsklausel ausgepackt, die es bereits seit 50 Jahren nicht mehr gibt.
.

Weshalb siehst Du es als gottgegeben an, daß solche Berufe schlechter bezahlt werden als etwa Werkzeugmacher, Automechaniker oder Techniker?
Ich finde dafür keinen vernünftigen Grund.

Das hat nichts mit gottgegeben zu tun, das ist einfach eine Frage der Leistung.
Ich kann diese Leichtlohngruppen-Argumentation nicht nachvollziehen. Wo ist da die Diskriminierung?
Hier handelt es sich nicht um GLEICHE Arbeit. Ich habe selbst während meiner Studienzeit oftmals in Fabriken gearbeitet. Meistens wurde ich dort eingesetzt, wo gerade Leute gebraucht wurden. Hin und wieder war das bei den Frauen, ein anderes Mal bei den Männern. Es ist definitiv so, daß die Arbeit der Männer in den meisten Fällen schwerer, gesundheitsschädlicher und gefährlicher ist. Natürlich kann man fragen, weshalb eine Raumpflegerin weniger bekommt als ein Mann, der bei der Müllabfuhr arbeitet. Wenn man aber mal einen Tag lang bei der Müllabfuhr gearbeitet hat und dauernd Tonnen schleppen muß, dann beantwortet sich die Frage von allein. Wieviel ein Techniker verdient, sollte meines Erachtens davon abhängig sein, was und wo er arbeitet. Wenn ein Techniker in dem Gefahrenbereich eines Kernkraftwerks arbeitet, dann ist es durchaus gerechtfertigt, wenn er mehr verdient als eine Floristin. Es wäre mal gut, wenn die Frauen, die sonst immer den Mund so voll nehmen und immer leichtfertig von Diskriminierung reden, mal einen Tag lang als Kanalarbeiter arbeiten. Mal sehen, ob dann immer noch von Diskriminierung die Rede ist.
Gruß
Stefan

Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Joachim, Saturday, 02.11.2002, 16:21 (vor 8494 Tagen) @ Stefan G.

Als Antwort auf: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Stefan G. am 02. November 2002 10:42:03:

Moin!
Was mir immer wieder beim Nachforschen im Internet begegnet, ist eine Floskel, die von der Femi-Bewegung immer wieder aufgegriffen wird: Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als die Männer.
Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann. Ich habe allerdings Bedenken, ob das überhaupt stimmt.

Ich habe den einfachen Verdacht, dass z.B. durch solche Behauptungen "Frauen verdienen weniger für gleiche Arbeit" immer nur dann angewandt wird, wenn auch Männer gegenüber den Frauen Gleichstellung bzw. Gleichberechtigung einfordern, damit will man vermutlich die fordernde Gleichstellung der Männer gegenüber den Frauen abwehren. Frauen wollen gegenüber Männer sämtliche Rechte (Gleichstellung / Gleichberechtigung) haben, aber umgekehrt will man alles verhindern dass man auch Männer gegenüber den Frauen die gleichen Rechte zugesteht. Wenn es um Pflichten geht, wird es ja ziemlich deutlich wie manche Frauen sich durch nichthaltbare Argumente sich den Pflichten entziehen wollen, z.B. die Zwangsdienste (Wehrpflicht / Zivildienst), da werden Äpfel mit Birnen vergliechen. Ich bin der Meinung, mit solchen Behauptungen will man die Männer klein halten und Mundtot machen, auch wenn es dafür keine Fakten und Beweise dafür gibt, man hat eben schon immer versucht die Männerwelt für absolut dumm und dämlich zu halten!

Man stelle sich mal folgende Situation vor:
Ein Mann arbeitet in einem Unternehmen 8 Stunden am Tag. Er erfüllt eine bestimmte Funktion. Sagen wir mal, er steht am Band und prüft Fahrzeugventile auf Dichtigkeit. Eine Frau steht neben ihm und macht genau dasselbe - ebenfalls 8 Stunden am Tag, dieselbe Menge, dieselbe Qualität. Nach den Aussagen der feministischen Propaganda müßte die Frau nun weniger Lohn bekommen als der Mann. Ich halte das schon aus rechtlichen Gründen für ausgeschlossen - ganz davon abgesehen würde das wohl keine Frau auf sich sitzen lassen. Da frage ich mich: Wie kommt diese Behauptung eigentlich zustande? Nur weil das Frauenministerium soetwas behauptet, muß es ja noch lange nicht stimmen. Hat jemand von euch nachvollziehbare Informationen darüber?

Die von Gewerkschaften ausgehandelten Tarife und Löhne gelten je nach Ausbildung und Qualifizierung gleichermasen für Frauen wie auch für Männer, alles darüber sind übertarifliche Zulagen. Die übertariflichen Zulagen enstehen durch Firmenzugehörigkeit und erbrachte Leistungen und Qualität, da wird kein Unterschied gemacht zwischen männlich und weiblich!

Gruß
Stefan

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