Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Unterbezahlte Diener k?digen

carlos, Saturday, 03.08.2002, 12:25 (vor 8585 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: Unterbezahlte Diener k?digen von Joachim am 03. August 2002 04:44:13:

Die Sache ist nicht weiter verwunderlich, weil absehbar. In Deutschland ist es verdammt schwer, einerseits gutes Personal zu bekommen, andererseits schlechtes dagegen wieder los zu werden - ich spreche aus mehrfacher Erfahrung. Zum zweiten war abzusehen, der Euro wuerde niemals so hart werden, wie es die DM war; das war trotz aller gegenteiliger Beteuerungen auch gar nicht beabsichtigt, und wir sind darueber belogen und betrogen worden. Die beste Sozialpolitik ist die, die man gratis bekommt, sprich, wenn man ueber eine stabile Waehrung verfuegt und der kleine Mann nicht permanent dem Wert seines Einkommens hinterdreinhecheln muss. Ich wundere mich ueber die deutschen Gewerkschaften ohne Ende: als angeblicher Kleine-Leute-Anwalt haetten sie sich mit aller Macht gegen den Euro stemmen muessen, haetten notfalls zum Generalstreik aufrufen muessen. Andernorts in Europa verfaehrt man ja auch so und durchaus auch erfolgreich; der deutsche Michel ist aber zu dumm und zu obrigkeitshoerig, um seine eigenen Interessen zu wahren. Die Gewerkschaften beweisen weiter, in den eigenen oberen Etagen schmeckt Schampus doch viel besser als Wasser, zum anderen weiss man genau, die Dummheit der organisierten Mitglieder wird nie vor die Hunde gehen; denen kann man alles weismachen. Es laesst sich nicht leugnen: der ganze Scheiss ist nicht ueber uns gekommen wie die sieben biblichen Plagen; wir haben seit den Maastrichter Vertraegen 1992 mehrere Bundestagswahlen gehabt und jedes Mal die Chance ungenutzt verstreichen lassen, unseren Bundestag mit tauglicherem Personal, als dem jeweilig insassigen, zu fuellen. So traurig es auch sein mag: Es soll sich jetzt niemand aufregen; wir haben, was wir verdienen, nicht mehr und nicht weniger.
Das momentane Euro-Dollar-Kursverhaeltnis demonstriert demzufolge alles andere als eine Euro-Staerke, denn eine Dollar-Schwaeche, und das ist ein erheblicher Unterschied. Globalisierung ist durchaus auch gestaltbar - niemand kann eine gesunde Volkswirtschaft zwingen, ihre eigene Waehrung aufzugeben. Erinnern wir uns: Luxemburg als das kleinste EU-Land hatte als einziges saemtliche Stabilitaetskriterien fuer den Beitritt zum Euro erfuellt. Und wenn die Schweizer sich nicht doch entbloeden, eines schoenen Tages ihre eigene Souveraenitaet zugunsten der europaeischen Raete-Union aufzugeben -dahingehende Tendenzen gibt es dort ja leider viel zu viele- dann bleiben sie mittelfristig der Gewinner. Erfolg bzw. Misserfolg im Rahmen einer gerechten Gestaltung der Globalisierung beinhaltet also kein katalysatorenhaftes Reflexiv auf die geographischen Abmessungen des eigenen Staates.
Mit nachdenklichen Gruessen,
carlos


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