Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Ich bin gegen Fremdenfeindlichkeit. Feindliche Fremde kotzen mich an.

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Wie konnte Lesen und Schreiben eigentlich zur "Mädchensache" werden? (Allgemein)

Bla bla bla, Sonntag, 10.06.2018, 19:44 (vor 12 Tagen)

Heutzutage gilt das Lesen von Büchern ja fast schon als typisch weiblich, das Schreiben ebenfalls. Meist noch mit schönen Evo-Psych-Begründungen kommentiert.

Ich finde diese Erscheinung und diese ganzen Erklärungen höchst bizarr, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Fast alle großen Literaten waren Männer!

Wie ist es dazu gekommen, dass die Domäne von Shakespeare, Goethe, Hugo und Dostojewski heutzutage als "typisch weiblich" gilt? Was zum Geier?!

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Weil es von Gestern ist und Männer Informationstechnik und Internet erfunden haben

Borat Sagdijev, Montag, 11.06.2018, 08:48 (vor 11 Tagen) @ Bla bla bla

Ich finde diese Erscheinung und diese ganzen Erklärungen höchst bizarr, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Fast alle großen Literaten waren Männer!

Zudem kommt: Was nützt es den Mädchen dass sie so toll und so schön schreiben und lesen können?
In den von Männern erfundenen Zukunftstechnolgien die gerade die Welt revolutionieren: Elektronik, Informationstechnik und Internet spielen Weiber bestenfalls eine unrühmliche "Meetoo" Rolle.

Es ist die plump-autoritäre Ausrede dafür das Weiber rückständig sind, sich an Überkommenes klammern.

Es ist weibliches Versagen in den neuen Technologien mit plagiativer Schönschrift und pseudoreflektiertem Lesen, mit dem autoritären glorifizieren überkommener Traditionen, kompensieren zu wollen.

Wie ist es dazu gekommen, dass die Domäne von Shakespeare, Goethe, Hugo und Dostojewski heutzutage als "typisch weiblich" gilt? Was zum Geier?!

Es "gilt" heutzutage so vieles was nichts mit der Realität zu tun hat, alles mit einem Ziel:

Die Obsoleszenz der Weiber und die Gynotyrannei zu legitimieren und zu verschleiern.

--
http://patriarchilluminat.wordpress.com/
Patriarchale Spülregeln

Hier die ausführliche Antwort auf deine Frage

Bernhard @, Wien, Montag, 11.06.2018, 11:23 (vor 11 Tagen) @ Bla bla bla

1.

Nicht nur die Autorinnen sind inzwischen auf dem Rückzug, auch der männliche Held ist am Aussterben.
Selbst männliche Autoren wenden sich heute Heldinnen zu oder schreiben gleich unter weiblichem Pseudonym.
Der neue Held ist die taffe Frau, Männern intellektuell haushoch überlegen, äußerlich klein und schwach aber stark wie Herkules.
Als ewiges Opfer in einer Welt voller gemeiner Männer darf die taffe Polizistin alles, inklusive foltern und morden, und weil sie Abends zu Haus ein, zwei Zeilen ein bisschen weint, verliert sie auch dann die Lesersympathien nicht wenn sie den ganzen Tag unschuldige Babys verwurstet hat.
Männer sind in dieser politisch korrekten Welt Kriminelle oder Versager, Kollegen bloße Hindernisse für die Heldin, die alles besser kann. Und da ist da natürlich noch der umwerfend gutaussehende jüngere Bimbo, der Abends vorbeikommen und es der etwas pummeligen und schon in die Jahre gekommenen Heldin nach ihrem harten Arbeitstag besorgen darf, aber nur weil er anspruchsloser und billiger im Unterhalt ist als ein Hundchen und neben seinem eigenen Job noch ihren Haushalt erledigt.

2.

Quantität sagt noch nichts über die Qualität und auch beim Buch ist die Qualität der Masse ebenso auf den Hund gekommen wie bei den anderen Medien.
Zwar kommen heute im deutschprachigen Raum jeden Tag runde 300 Titel auf den Markt, der allergrößte Teil Belletristik, aber davon sind mindestens 95 Prozent intellektuell gänzlich anspruchslose Massenware mit einem 08/15 Plott.
Das ist mindestens 80 Prozent reine Fleißarbeit. Talentierte Vielschieber schaffen bei der mäßigen Qualität bis zu 20 druckreife Buchseiten pro Tag.

3.

Hausfrauen sind seit Jahrzehnten der am stärksten wachsende und längst größte Markt für Unterhaltungslitertur, weil Frauen eben tatsächlich weit weniger arbeiten und länger Zeit haben. Mann ist mit Arbeitsweg oft 12 Stunden oder länger auf Arbeit und am Wochenende ist noch jede Menge im und ums Haus zu erledigen.
Die Arbeit eines Vier-Personen-Haushalt erledigt eine professionelle Arbeitskraft dagegen in 16 Stunden. Pro Woche natürlich, nicht pro Tag.
Früher wurde der Markt der "hart arbeitenden" Hausfrauen mit Groschenheften abgedeckt, heute größtenteils mit Taschenbüchern, wobei das Niveau etwa gleich blieb, nur der Profit vervielfachte sich.

4.

Frauen kassieren wie überall im Leben auch als Autorinnen den politisch korrekten Frauenbonus. Der Markt für literarische Massenware ist lukrativ aber auch gnadenlos. Wie überall im Leben stellen Rezipienten auch bei Büchern an weibliche Autoren geringere Anforderungen als an Männer und Frauen darf man eben auch nicht so hart kritisieren wie Männer.
Die Vermarktung ist im hart umkämpften Massenmarkt viel wichtiger als die Qualität der Ware und Frauen lassen sich einfach viel besser als Werbeträger vermarkten, insbesondere in den USA, wo Erfolgsautoren durch die Fernsehshows tingeln wie Hollywoodstars.

5.

Wie im Zeitalter der Groschenromane setzten auch heute Verlage auf das sichere Geschäft mit den Serien, weil sie sichere Absatzzahlen garantieren. Viele Autoren von Massenware haben bestenfalls die ersten "ihrer" Werke selber geschrieben haben. Dann beschränken sich viele auf das Verfassen der Plotts oder Exposees, schreiben allenfalls die Beats und überarbeiten dann was andere geschrieben haben.
In den USA, wo Aussehen inzwischen für Autoren fast so wichtig ist wie das Schreibtalent, werden Autoren allmählich zu reinen Ghostwrithern für Millivanillis und Verleger kalkulieren das optische Vermarktungspotenzial der Autoren mit ein. Mit ein paar hübschen Beinen und aufgepuschten Titten bei Lattermann kann eben kein Nobelpreisträger konkurrieren.

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Da muss ich wohl ein Mädchen sein, ...

Kurti ⌂ @, Wien, Montag, 11.06.2018, 15:32 (vor 11 Tagen) @ Bla bla bla
bearbeitet von Kurti, Montag, 11.06.2018, 15:45

... denn bei mir zuhause stapeln sich die Bücher bis unter die Zimmerdecke.

Wobei meine belletristischen Bestände zu nahezu 100 Prozent antiquiert sind. Von modernen Autoren ist praktisch nichts darunter.

Meine Leseliste der schätzungsweise vergangenen anderthalb Jahre:

Thomas Klestil: "Themen meines Lebens"
"Siddhartas Traum. Eine Indienreise auf den Spuren von Hermann Hesse"
Jason Dark: "Geisterjäger John Sinclair" Band 1800
"Blaulicht" 166: "Die letzte Fahrt"
Buch über das Leben Carl Philipp Emanuel Bachs im alten Preußen
Edmund Niziurski: "Cymeons seltsame Abenteuer"
Heinrich Alexander Stoll: "Stralsundische Geschichten"
Franz Werfel: "Der Abituriententag"
Theodor Fontane: "Schach von Wuthenow"
Hans L. Sittauer: "Der Papiermüller von Kühnhaide"
Yasunari Kawabata: "Kyoto"
Zwei Sachbücher über die Berliner Mauer
Leonid Tolstoi: "Wo die Liebe ist, da ist auch Gott"
Paul Verlaine: "Gedichte"
Reinhard P. Gruber: "Aus dem Leben Hödlmosers"
Marcus Valerius Martialis: "Epigramme"
Thomas Mann: "Mario und der Zauberer"
Heinz Erhardt: "Von der Pampelmuse geküsst"
Gabriel Garcia Marquez: "Die Geschichte eines Schiffbrüchigen"

Gruß, Kurti

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