Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Gleichwertigkeit und andere Gleichungen (Allgemein)

Wima @, Sonntag, 18.11.2012, 04:29 (vor 2044 Tagen)

Die Gleichwertigkeit aller Menschen als solches ist ein völlig abstrakter Begriff, aus dem dann die Menschenrechte abgeleitet werden. Diese Gleichwertigkeit ist nur gegeben, wenn man den Menschen auf sein Menschsein als solches reduziert - dort, und nur dort ist die Gleichwertigkeit gegeben. Die Beschränkung auf genau diesen engen Kontext war den zahlreichen Vätern der Menschenrechte völlig klar; sie hatten sich ja philosophisch auch recht intensiv damit auseinandergesetzt, was ich bei den meisten modern daherschwafelnden Leuten schon mal heftig bezweifle.

Das konkrete Individuum besteht aber nicht bloß aus dem Menschsein sondern auch aus weitergehenden Fähigkeiten, aus Charakterzügen, aus seinen spezifischen Emotionen usw., all das, was es von anderen Individuen mehr oder weniger stark unterscheidet und es zu eben jenem einzigartigen menschlichen Individuum macht, das es ist. In der Realität werden wir die menschlichen Individuen trotz der abstrakten Gleichwertigkeit in ihrem Menschsein als ungleichwertig einstufen: jeder von uns mag gewisse Menschen, andere nicht und die überwältigende Zahl der Menschen ist uns gleichgültig, weil wir sie nicht kennen. Wir nehmen also unwillkürlich eine Einschätzung jedes Individuums, dem wir begegnen, vor. So gesehen halten wir alle in unserer privaten Einschätzung die menschlichen Individuen ganz eindeutig NICHT für 'gleichwertig', egal was wir auf der rein abstrakten Ebene des Menschseins auch immer proklamieren mögen.

Es geht den Feministen sowie den Multikulti-Anhängern jedoch um mehr, nämlich nicht bloß um die Gleichwertigkeit der Menschen an sich, sondern auch ihrer Lebensweisen. Damit aber wird man bei nahezu allen Menschen auf Widerspruch stoßen; die meisten werden die eigene Lebensweise und normalerweise auch die Kultur, die ihnen vertraut ist und in der sie leben, gegenüber anderen Lebensweisen bzw. Kulturen bevorzugen, sie also als höherwertig einstufen. Eine objektive Bewertung verschiedener Lebensweisen oder meinetwegen Kulturen ist in der Praxis ganz einfach unsinnig, womit auch deren Gleichwertigkeit unsinnig ist.

Mir ging es also einfach darum, dass die dogmatische Proklamation von Gleichwertigkeit in allen möglichen und unmöglichen Bereichen eine sehr gefährliche Angelegenheit ist. Sie impliziert und erzwingt eine Bewertung von Menschen, deren Lebensweisen, deren Geschlechts, deren ethnischer, religiöser und kultureller Zugehörigkeit. Was wir im privaten Bereich natürlich alle tun, wird damit neu auf eine politische Ebene gestellt. Das kann gar nicht gut gehen, weil die an sich private Bewertung anderer Individuen durch jeden von uns gar nicht politisch aushandelbar ist. Eine solche weitgehende Gleichwertigkeit politisch zu proklamieren ist somit unsinnig und kann gar nicht anders als zu Konflikten führen, wenn Menschen die politisch verordnete Gleichwertigkeit (aus welchen Gründen auch immer) nicht teilen.

So bleibt das Gleichwertigkeitsgeschwurbel nicht bloß der hier aufgeführten Feministen weitestgehend inhaltsleer, da kaum jemand danach handelt, oder aber es gerät sogar zur Gesinnungsdiktatur, in der die private Gesinnung jedes einzelnen auf Kompatibilität zur öffentlich installierten Kollektivgesinnung geprüft wird. Egalitärer, unhinterfragter Zwangskollektivismus eben, der auch nicht besser wird, wenn man ihn mit salbungsvollen Phrasen unterlegt. Der 68er-Spruch 'das Private ist politisch' zeigt sich auch hier wieder in seiner ganzen fatalen Konsequenz...

Fazit: Die Frage ist nicht, ob Menschen aller Rassen und Geschlechter gleichwertig sind oder nicht, sondern ob diese Frage auf überindividueller Ebene überhaupt Sinn ergibt. Sinn (im gesamtgesellschaftlichen Kontext) ergibt sie nur auf der strikt reduzierten Ebene des Menschseins; versucht man sie auf weitere Eigenschaften der Menschen (Zugehörigkeit zu Ethnien, Religionen, Kulturen, Sprachfamilien, Berufen oder gar auf individuelle Fähigkeiten und Eigenschaften) auszudehnen, wird sie sinnlos, da ein direkter Vergleich gar nicht mehr moeglich ist und sich infolgedessen auch jegliche Bewertung erübrigt - ohne Möglichkeit zu einer Bewertung allerdings kann es prinzipiell weder Gleichwertigkeit noch Ungleichwertigkeit geben.

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