Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Hoffmann gegen wgvdl

verfasst von Nihilator(R) Homepage, Bayern, 16.10.2009, 23:21

» Und so hat es eben auf den ersten Blick betrachtet den Anschein, daß heute
» alles "links" ist. Tatsächlich dreht sich wie eh und je alles nur ums liebe
» Geld, und die Pseudo-Linken werden heute genauso als nützliche Idioten
» benutzt wie in früheren Zeiten die konservativen Nationalisten.

Klingt soweit ganz einleuchtend, Garfield. Allerdings höre ich die Sozen immer jammern, weil sie sehr viel weniger Spenden einstreichen als die CDU, warum ist das so?

Was Du mir also ungefähr zu sagen versuchst, ist, daß Linke keine Linken mehr sind, wenn sie finanzielle Unterstützung der Wirtschaft erhalten. In etwa richtig? Und daß dies ein relativ neues Phänomen sei. Da frage ich mich natürlich, warum der Spruch "Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten" schon etwa 100 Jahre alt ist. Ich würde es daher nicht als "Entartung" sehen, daß Linke gern käuflich sind, sondern eher als wesensimmanent. Ein Politiker muß doch Zustimmung finden, sonst ist er ein Ex-Politiker. Eine FDP hat da kein Problem: sie gibt sich offen als Klientelpartei und vertritt auch diese Klientel. Für Linke ist das schwieriger: sie müssen sich als Vertreter der unteren Klassen geben, in Verantwortung dann aber vor allem die der Oberen vertreten. Damit ist die linke Verlogenheit und Heuchelei doch programmiert. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: SPD und zunehmend auch SED ist auch heute noch weitgehend identisch mit Gewerkschaft (leider!!). Wenn die regieren, hast Du als Arbeitnehmer z.B. im ÖD die gleichen Leute als Deine Interessenvertreter und als Deine Tarifgegner ähh partner. Darum war der FDGB in der DDR ja so eine super Interessenvertretung, und der DGB unter Rot-Grün kaum anders. Nur so konnte Hartz IV durchgesetzt werden, schwarz-gelb hätte das nicht geschafft. Genau darum sind linke Regierungen immer unsozialer.

Der größte Fehler und schlechthin die Katastrophe der Deutschen schlechthin war es, den Wirrkopf Lenin zu unterstützen. Kurzfristig brachte das den gewünschten Erfolg, nämlich Entlastung der Ostfront im Ersten Weltkrieg. Langfristig gesehen hat nichts uns so großen Schaden zugefügt wie der sowjetische Kommunismus. Imperialer Interventionismus schlägt eben immer zurück. Backlash nennt man das wohl?
Das haben die Deutschen lernen müssen, die Engländer auch. Schließlich auch die Russen. Momentan bekommen die Amis ihre Lektion. Es schlägt alles zurück, Putsch im Iran wie Saddam-Unterstützung und Qaida-Gründung.
China dagegen ist das einzige antike Großreich, das noch existiert. Warum? Weil es auf Imperialismus verzichtet hat. Ob da Leute regieren, die sich gerade mal Kommunisten nennen, ist dabei nebensächlich. Es sind Chinesen, Nationalisten, Konfuzianer, Pragmatiker, das ist der Punkt.

Ich bin auch nicht Deiner Meinung, daß Linke heute keine ihrer ursprünglichen Kernthemen mehr vertreten, ganz im Gegenteil! Ein Kernthema war zum Beispiel immer die Zerstörung der bürgerlichen Familie, die "Befreiung der Frau", der möglichst starke Einfluß auf Kinder, um den Neuen Menschen heranziehen zu können.

Ich weiß nicht, ob das so bekannt ist, aber unmittelbar nach der Oktoberrevolution hatten die Bolschewisten die Ehe abgeschafft. Männer und Frauen sollten gemeinsam in Wohnheimen leben, mit "freier Liebe", Kinder nach dem Werfen vollständig staatlich erzogen werden. Das Ergebnis war eine Katastrophe, eine ganze verwahrloste, verkommene Generation. Immerhin, lernfähig genug waren selbst die damaligen Hardcore-Kommunisten, das dann zu korrigieren. Heutige Linke scheinen mir deutlich erkenntnisresistenter; die empfehlen i.d.R. mehr von der Ursache der Probleme als Lösung.

Richtiger finde ich die Aussage, daß Linke vor allem die Punkte ihrer Themen (offen) vertreten, mit denen sie Zustimmung finden können auch bei ihren finanzkräftigen Klienten. Es gibt da schließlich eine Menge Dinge, die aus Kapitalistensicht echt nützlich sein können. Die größtmögliche denkbare Ausbeutung von Menschen, bei minimalen Kosten, haben linke sozialistische Regimes verwirklicht (die National- Variante eingeschlossen).

Zustimmung finden also, das ist wichtig. Und weißt Du, wie man das nennt? Demokratie. ;-)


Grüßla,
nihi

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CETERUM CENSEO FEMINISMUM ESSE DELENDUM.

MÖSE=BÖSE

Fast ein Jahr lang suchte sie Hilfe bei Psychiatern, dann wandte sie sich Allah zu.


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