Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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150 Millionen Euro um Professorinnen das Laufen zu lernen (Bildung)

verfasst von Rainer(R) Homepage, 22.07.2012, 14:11

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat sich am 30. Juni 2012 darauf verständigt, das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern fortzusetzen. Von 2013 bis 2017 sollen dafür 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Pressemitteilung (PDF)
Berlin/Bonn, 29. Juni 2012 - PM 08/2012

GWK beschließt Fortsetzung des erfolgreichen Professorinnenprogramms

Das 2007 von Bund und Ländern gemeinsam beschlossene Professorinnenprogramm wird für weitere fünf Jahre (2013-2017) fortgesetzt: Das ist das Ergebnis der heutigen Beratungen in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK).

Hierzu erklärte die diesjährige GWK-Vorsitzende, Bundesforschungsministerin Annette Schavan: „Das Professorinnenprogramm hat einen Bewusstseinswandel in Hochschulen und Politik angestoßen: Exzellente Hochschulen brauchen die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Gleichstellung ist für Hochschulen ein Wettbewerbsfaktor. 260 Professorinnen konnten in der ersten Phase auf unbefristete W2 und W3-Stellen neu berufen werden. Damit hat sich der Anteil von Frauen bei den Professorenstellen seit dem Jahr 2000 etwa verdoppelt, von zehn auf zwanzig Prozent. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Deshalb setzen wir das Programm fort.“

Die stellvertretende GWK-Vorsitzende, die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen ergänzte: „Das Professorinnenprogramm hat sich als Förderinstrument bewährt. Nicht zuletzt die aktuelle Bilanz des Wissenschaftsrates und der Allianz der führenden Wissenschaftsorganisationen in Deutschland macht leider aber auch klar: Das Ziel, den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen deutlich zu erhöhen, wurde nicht in der gewünschten Geschwindigkeit und auch nicht im beabsichtigten Maße erreicht. Instrumente wie das Professorinnenprogramm bleiben daher wichtig und notwendig. Gleichstellung in der Wissenschaft stellt für Bund und Länder, aber auch für Forschungsorganisationen und Hochschulen weiter eine Herausforderung dar.“
Der Frauenanteil nimmt mit jeder weiteren Sprosse der wissenschaftlichen Karriereleiter deutlich ab: Unter den frisch Habilitierten liegt er bei 25 Prozent und in der Professorenschaft insgesamt sind es nur noch 19 Prozent.

Mit dem Professorinnenprogramm verfolgen Bund und Länder deshalb eine Doppelstrategie: Zum einen geht es darum, im Hochschulbereich mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Zum anderen hat das Programm das Ziel, die gleichstellungspolitischen Strukturen an den Hochschulen zu stärken. Für die Bewerbung um die Förderung einer Professur mussten die Hochschulen ein Gleichstellungskonzept zur Begutachtung vorlegen. Erst bei dessen positiver Bewertung konnten Förderanträge für Professuren gestellt werden. Diese Vorgehensweise hat eine enorme Dynamik ausgelöst. Von den 240 staatlichen Hochschulen haben 152 ein Gleichstellungskonzept eingereicht. 124 dieser Konzepte wurden positiv bewertet. Und schließlich kamen 109 Hochschulen in die Förderung.

Strukturbildend ist das Professorinnenprogramm auch aufgrund einer speziellen Regelung: Im Falle der Neubesetzung einer Regel- statt einer Vorgriffsprofessur müssen die Hochschulen die durch die Förderung frei werdenden Mittel für gleichstellungsfördernde Maßnahmen einsetzen.

Die erfolgreichen Hochschulen haben nicht nur exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen gewonnen und die Steigerung des Professorinnenanteils vorangetrieben. Sie sind zugleich Vorreiter eines notwendigen strukturellen und kulturellen Wandels in den Hochschulen. Im internationalen Wettbewerb haben diejenigen Hochschulen die besten Chancen, deren innere Organisation sich durch Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit auszeichnet. Bund und Länder haben deshalb heute zur Sicherung und zum weiteren Ausbau der bisherigen Erfolge beschlossen, das erfolgreiche Programm in seinen bewährten Strukturen mit einem Finanzvolumen von 150 Mio. Euro ab dem Jahr 2013 für fünf Jahre fortzusetzen. Die Mittel dafür werden je zur Hälfte von Bund und Ländern aufgebracht.


Rainer

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