Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Manifolds Mißverständnis (Feminismus)

verfasst von Flint(R) Homepage, 06.06.2012, 16:05

Savvakis möchte einfach niemandem bzw. keiner Richtung unter den Antifeministen, Maskulisten und Männerrechtlern auf die Füße zu treten. Deswegen verwirft er keine Richtung komplett.
Er hat in etwa die Haltung wie ich sie als Gast (damals nannte ich mich so) im Artikel "Glocken - Theorie" 2005 beschrieben hatte.

Zitat Anfang:

Ich bin der Meinung daß wir ganz gewaltig drauf hauen müssen. Und zwar weit über die Maßen wie es vielleicht vernünftig wäre.

Wenn du dich in einer Firma vorstellst und bezüglich deines Gehaltes verhandelst, fängst du dann mit dem Betrag an den du letztendlich haben willst oder fängst du erst mal höher an? Der Chef bietet weniger an als er höchstens bereit wäre zu bezahlen und zum Schluß pendelt man sich ein. Dieses Prinzip findest du überall wo es gilt, etwas zu erreichen!

Ein bildliches Beispiel ist eine große schwere Glocke. Die schwingt hin und her. Du versuchst nun, eine Glocke die extrem weit nach einer Seite geschwungen ist, sofort bis genau zur Mitte kommen zu lassen und dort soll sie auf der Stelle stehen bleiben.

Es gibt auch gesamtgesellschaftlich große Bewegungen. Früher waren wir zu weit rechts, jetzt sind wir zu weit links…

Es gibt darüber hinaus auch noch das Phänomen der verschiedenen Temperamente und verschiedenen Toleranzgrenzen die Menschen haben.
Es gibt vernünftige Leute wie du, die einfach nur das Richtige wollen, nicht nachtragend sind und für rein vernünftig sachliche Diskussion plädieren. (Nur mal als blödes Beispiel: Wenn das wirklich das Allheilmittel-, der allein seeligmachende Königsweg wäre, dann setze dich doch mit Alice Schwarzer und der ganzen Bagage usw. an einen Tisch, diskutiert das Ganze aus und es ist alles in Ordnung. Sie schwört dem Feminismus ab und wird fortan vernünftig usw. usw. Ich fürchte das wird nicht hinhauen. Es wird auch nicht hinhauen, mit normalen Leuten normal zu reden. Sie tun vermutlich nix bis die Hütte brennt.)

Es gibt rohe, grobe Kämpfer wo kein Gras mehr wächst wenn sie austeilen.

Es gibt vorsichtige, bedächtige Naturen die sich nur vielleicht einmal bei etwas anschließen, z.B. einer Unterschriftenaktion, ansonsten aber im Hintergrund bleiben.

Es gibt Kämpfer die mit guten Sprüchen und scharfer Zunge dem Feminismus unter den Rock greifen.

Die verschiedensten Typen und Charaktere. Ruhige besonnene und vor Schmerzen wild gewordene oder auch kalte Killer-Mentalitäten die seit langem die Schnauze voll haben und voll bösem Blut sind und nur noch Rache wollen. Ich kann sie alle sehr gut verstehen!
Ich sage, sie alle brauchen wir! Wir kämpfen dann mit sämtlichen Facetten. Der Feminismus kann sich auf nichts einstellen.
Ich finde auch, jeder hat das Recht, gemäß seines Temperaments zu kämpfen.

Nebenbei gesagt glaube ich, daß sich Charaktere, von ähnlichen Charakteren angesprochen fühlen (Sympathie). Somit bekommen wir immer mehr Leute an Bord. Du wirst mit Sicherheit anderen guten vernünftige Männern aus der Seele reden, die sich daraufhin der Sache anschließen, genauso wie der Vorsichtige am besten einem anderen Vorsichtigen die Sache vermitteln kann.
Der Überschwengliche begeistert einen Begeisterungsfähigen eher als einen Vorsichtigen… ;-)
Der zynische wird den Vernünftigen nicht unbedingt begeistern, einen Anderen der nur noch böse grinsen kann aber schon eher. Bei dem hat womöglich der Vernünftige dann aber wieder schlechtere Karten…

Letztendlich muß wohl jeder mit den Waffen kämpfen die er zur Verfügung hat und mit denen er sich am besten auskennt.


Zitat Ende

Wer Michail gut und differenziert zu lesen versteht und ihn vielleicht sogar darüberhinaus persönlich kennt und viele Gespräche mit ihm geführt hat, der weiß wie seine im Text plazierten Facetten und Gewichtungen (etwa indem er etwas nebenbei fallen läßt, etwas anstandshalber auch mitbenennt oder es extra betont) zu verstehen sind.
Er sieht sich selbst ganz klar als Antifeministen. Und ein Antifeminist geht eben NICHT den Weg der Gleichberechtigungs-Forderung. Auch nicht den irgendeiner sogenannten wahren Gleichberechtigungs -Forderung.
Michail ist so diplomatisch, daß er letztens sogar meinte, schreiben zu müssen, daß er nichts dagegen hätte wenn man ihn (fälschlich?) für einen Männerrechtler hielte. Also noch diplomatischer geht es ja wohl nicht.

"Zwar war dies nie die Haltung des Maskulisten, der von vornherein, von seinen inhaltlichen Ansätzen her, den Feminismus ablehnte, aber er sympathisierte bekennender Maßen mit den Männerrechtlern und hat noch heute nichts dagegen als ein solcher zu gelten."

Quelle

Sein "vor dem Gesetz gleich" ist etwas völlig anderes als die Forderung nach Gleichberechtigung. Es bedeutet einfach das, was es schon immer bedeutet hat, nämlich vor dem Gesetz gleich behandelt zu werden. Also gleiche Strafen bei gleichen Vergehen/Verbrechen usw.

Savvakis schreibt klar, daß Gleichberechtigung KEINE QUALITÄT IST außer eben vor demn Gesetz. Also NUR DA!

Und weiter: "Doch außer vor dem Gesetz ist Gleichberechtigung keineswegs überall rechtens. Vielmehr unterliegt sie einer ihr übergeordneten Gerechtheit."

Du zitierst Worte von 2011! von ihm, die genau und auf den Punkt beweisen, daß Du falsch liegst. Damit hast Du dir selbst ins Bein geschossen. Du merkst es halt leider selber nicht.

Es gibt hier eine Unklarheit.

Es heißt: (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Da das in der Praxis bei weitem nicht praktiziert wird, kann man fordern, daß "Alle Menschen vor dem Gesetz gleich" sein sollen und sich dafür aussprechen.
Es ist jedoch (nach meinem Verständnis) etwas völlig anderes, Gleichberechtigung per Gesetz zu fordern (im Sinne von "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleichberechtigt" oder "Alle Menschen sind per Gesetz gleichberechtigt" und diese Forderung als allem anderen übergeordnet als absolute Grundlage und Grundfundament verstehen zu wollen. Wer das von Michail annimmt, versteigt sich in seinem Wunschdenken es möge doch so sein.

Ich bin mir sicher, Savvakis wollte sagen, daß VOR DEM GESETZ alle Menschen GLEICH sein sollten. Also: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich". Und nicht: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleichberechtigt".

Er sollte sich vielleicht noch einmal eindeutig dazu äußern.

Hier ein paar interessante Beispiele bezüglich "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich" und wie es nicht richtig angewandt wird:

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Flint

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Der Maskulist
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Familienpolitik

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