Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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verfasst von Sonazama, 13.03.2012, 14:58

“Bindung, Akzeptanz und Zugehörigkeit sind überlebenswichtig. Sind sie bedroht, reagieren die Alarmsysteme des menschlichen Gehirns. Als unmittelbare Folge zeigen sich Angst und Aggression.”

“Hemmungen und andere Schwierigkeiten, legitime Aggression zu kommunizieren, entstehen vor allem dann, wenn in den Jahren der Kindheit keine sichere Bindungen zu Bezugspersonen vorhanden waren oder wenn Gewalt erlebt wurde.”

“Bindungen zu Mitmenschen sind Einflussfaktoren mit enormer neurobiologischer Durchschlagskraft.”

“Im Falle eines chronisch unausgeglichenen, emotional nicht zugänglichen aggressiven Kindes ist die Botschaft jedoch eine Aufforderung, sich dem Kind zuzuwenden, Liebe spürbar zu machen, und das heißt, ZEIT mit ihm zu verbringen.”

“Jungen richten das in ihnen entstandene aggressive Potential überwiegend nach außen, während ein Teil der von Gewalt betroffenen Mädchen mit sogenannten “internalisierenden” Verhaltensstörungen, insbesondere mit Angst und und depressiven Störungen auffällt. Auch Kinder, die keine Gewalt, sondern “nur” eine andauernde schwere Vernachlässigung ihrer Eltern erleben, zeigen Veränderungen, die in Richtung Gewalt weisen.”

Kinder, denen sich niemand zuwendet, erleiden Nachteile auf ganzer Linie. Sie zeigen einen verminderten Intelligenzquotienten und schlechtere Leistungen im Bereich Sprache, Lesen und Mathematik. Ihre Fähigkeiten, Probleme zu lösen, sind reduziert….”

Auch deutsche Täter ( Amokläufer ) waren junge Männer mit vorher bestehenden erheblichen Selbstwertproblemen. Typischerweise fehlt es an einer hinreichend tragfähigen Beziehung zu den Eltern, an Zuwendung und Anerkennung. Die meisten waren Einzelgänger, empfanden sich unter ihresgleichen als Außenseiter, viele fühlten sich von Gleichaltrigen nicht respektiert, gehänselt oder ausgegrenzt.”

“Erziehung ist die zwingende Voraussetzung für die Ausreifung des kindlichen Stirnhirns. Erziehung ist daher kein zur natürlichen biologischen Reifung des Kindes gegenläufiges Unternehmen, sondern eine Voraussetzung für eine gelingende menschliche Entwicklung.”

“Kinder, die keine zuverlässigen Bindungen zu ihren Bezugspersonen haben, um die sich kaum jemand kümmert und für die niemand Zeit hat, leben im Zustand der Ausgrenzung. ….. Zur guten Erziehung eines Kindes gehören liebevolle Zuwendung, klare Regeln und das gemeinsame Einüben, dass Bedürfnisbefriedigung aufgeschoben und Frustrationen ertragen werden können.”

“Wir spüren die gefährlichen Folgen des als “Ökonomismus” bezeichneten Versuchs, die Herrschaft des ökonomischen Prinzips über das “Prinzip Menschlichkeit” zu stellen.”


Prof. Dr. med. Joachim Bauer, Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut, Autor zahlreicher Sachbücher, Universität Freiburg, aus seinem 2011 erschienenen Buch SCHMERZGRENZE.

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