Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Liste Lila Pudel 121-131 (Projekte)

verfasst von Oberkellner(R), 30.04.2011, 19:14

Markus Theunert (männer-ch)

War­um hassen Sie die Feministinnen?

René Kuhn: Ich hasse sie nicht, ich bekämpfe ihre Ideologie. Es geht ihnen nicht um Gleichberechtigung, sondern um mehr Rechte auf Kosten der Männer. Aus meiner Sicht ist eine Feministin keine Frau. Sie gehört in die Kategorie Männerhasserin.

Wo hat der Feminismus die Besserstellung gegenüber Männern bewirkt?

Kuhn: Sicher im Scheidungsrecht, das völlig zum Nachteil der Männer ausgelegt ist. Sonst würden nicht 80 Prozent der Scheidungen von Frauen eingereicht. Sie haben finanziell weniger zu verlieren. Wir fordern, dass Unterhaltszahlungen nur noch an die Kinder ausgerichtet werden, die Ex-Frau soll selber schauen, wie sie sich finanziert. Wäre noch das traurige Kapitel Sorgerecht. Tausende von geschiedenen Vätern kämpfen darum, ihre Kinder zu sehen und gehen beinahe daran zugrunde. Väter müssen die gleichen Rechte haben wie Mütter.

Sind die Feministinnen schuld?

Markus Theunert: Das ist genau der Punkt, wo Herr Kuhn und ich unterschiedliche Haltungen vertreten. Die Diagnose ist zwar sehr ähnlich: Es verbreitet sich in der Schweiz die Wut der Männer, die sich als Emanzipationsverlierer sehen. Der Antifeminismus löst aber nichts, im Gegenteil, er schafft neue Probleme. Ich werfe der antifeministischen Bewegung vor, dass sie ein unlauteres Feindbild konstruiert. Sie gibt den Feministinnen die Schuld. Das ist unzulässig. Natürlich gibt es einzelne radikale Feministinnen, die mehr als die Gleichberechtigung fordern. Aber es ist nicht der Feminismus per se. Ihre Haltung verstehe ich als mangelnde Wertschätzung der kulturellen Bedeutung, welche die Frauenbewegung hatte.
Wer hat die Probleme verursacht?

Theunert: Die heutigen Geschlechterverhältnisse sind ein Produkt der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 200 Jahre. Nach der industriellen Revolution entstand die gutbürgerliche Familie mit der entsprechenden Rollenverteilung von Mann und Frau. Das löste eine Gegenreaktion seitens der Frauen aus. Sie wehrten sich auch für das Stimm- und Wahlrecht.
Kuhn: Niemand will die Frauen zurück an den Herd drängen. Mann und Frau sind per Bundesverfassung gleichberechtigt, für junge Frauen heute eine Selbstverständlichkeit. Doch die Feministinnen haben Genderfachstellen und Gleichstellungsbüros eingerichtet. Und die – verweichlichten – Politiker wehrten sich nicht dagegen, weil sie sofort als Extremisten gegolten hätten. Diese Fehler sind gemacht, jetzt müssen wir sie beheben und alles gegen die Gleichmacherei unternehmen.

Was meinen Sie mit Gleichmacherei?

Kuhn: Es wird kein Unterschied mehr gemacht zwischen den Geschlechtern, selbst im biologischen Bereich. Fragt man heute eine schwangere Frau, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen erwartet, muss man mit der Antwort rechnen: «Das kann mein Kind später selbst entscheiden.» Mann und Frau sind verschieden. Und das ist auch gut so. Auch die Frauen aus meinem Umfeld wehren sich gegen diese Gleichmacherei. Jede Frau soll selber entscheiden, wie sie ihr Leben lebt.

Theunert: Also soll sie auch entscheiden können, ob sie Feministin ist, oder ob sie sich die Beine rasiert...

Kuhn: ...sicher, wir sind in der Schweiz.

Vor einem Jahr haben Sie sehr abschätzig über Frauen geurteilt, die kein Make-up benutzen, und grosse Empörung ausgelöst. Ist nur eine echte Frau, wer Stöckelschuhe trägt?

Kuhn: Nicht unbedingt. Eine Frau soll herumlaufen, wie sie will. Ich habe meine persönliche Auffassung kundgetan, diese kann man teilen oder nicht. Im Ausland fällt mir einfach auf, dass die Frauen dort femininer sind.

Herr Kuhn sprach vorhin von den verweichlichten Männern, die mit Frauen zugunsten der Gleichstellung kooperieren. Sind Sie verweichlicht?

Theunert: Einerseits bezeichnen mich Antifeministen als verweichlicht, andererseits werfen mir Frauenorganisationen vor, zu anwaltschaftlich für Männerinteressen einzustehen. Unsere Sache aber ist klar: Wir wollen eine chancengleiche, geschlechtergerechte Gesellschaft realisieren und bieten Hand zu dieser historischen Chance. Und wir nehmen uns als Männer das Recht heraus, zu formulieren, wie wir uns diese Gesellschaft vorstellen. Dabei lehnen auch wir die Dominanzansprüche gewisser Frauen ab, die alleine entscheiden wollen, was Gleichstellung bedeutet. Dafür braucht es eine dicke Haut, insofern perlt der Vorwurf der Verweichlichung an mir ab.
Der Ansatz von Herr n Theunert klingt doch vernünftig, Sie sind ja auch für Geichstellung?

Kuhn: Nein, nicht für Gleichstellung, sondern für Gleichberechtigung.
Das heisst?

Kuhn: Gleichstellung bedeutet Quote. Das kann es nicht sein. Wenn Frauen besser sind als Männer, habe ich null Probleme, wenn sie weiterkommen. Aber nicht mit Quoten. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Frauen uns schreiben, dass sie diese staatlich verordnete Gleichstellung ablehnen. Sie wollen keine Karriere machen, sondern gerne die traditionelle Frauen-und Mütterrolle ausüben. Sie wollen einen Mann, der für sie sorgt, und keinen Waschlappen.

Theunert: Merken Sie den Widerspruch? Zuerst sagen Sie, für die jungen Frauen ist Gleichberechtigung selbstverständlich, dann sagen Sie, die jungen Frauen wollen zurück in die traditionelle Rolle.

Kuhn: Eine Frau soll sich doch frei für die traditionelle Rolle entscheiden dürfen. Sie darf nicht mit Quoten zur Karriere gezwungen werden.

Theunert: Wo in der Schweiz gibt es Frauenquoten? Ein Beispiel?

Kuhn: Es gibt im Kanton Luzern in der Hochbegabtenschule eine 50:50-Quote für Mädchen und Knaben.

Theunert: Wenn das stimmt, ist das die absolute Ausnahme, Quoten gibt es weder in der Politik noch in der Wirtschaft.

Kuhn: Aber entsprechende Forderungen von Feministinnen müssen verhindert werden.

Theunert: Quoten sind vielleicht nicht die ideale Lösung. Aber ich halte staatliche Fördermassnahmen für sinnvoll. So kann das Ziel erreicht werden, dass Frauen wie Männer über ihre berufliche Laufbahn entscheiden können.
Dass Frauen in Spitzenpositionen der Wirtschaft noch immer die Ausnahme sind, können Sie nicht abstreiten. Es gibt doch bei beiden Geschlechtern Ungerechtigkeiten, und beide Seiten müssen einander helfen, diese zu beheben.

Kuhn: Ich glaube einfach nicht, dass Frauen wegen ihres Geschlechts in der Wirtschaft untervertreten sind. Frauen wollen einfach weniger Karriere machen als Männer. Wenn Frauen dies wollten, könnten sie zusammenstehen, das Parlament und die Gesetze ändern sowie die Mehrheit der Verwaltungsräte stellen, denn in der Bevölkerung haben die Frauen die Mehrheit.

Theunert: Dass Frauen nicht Karriere machen wollen, ist eine Behauptung. Dass sie es weniger tun, hat mit ihrem Rollenselbstverständnis zu tun.

Kuhn: Bringen Sie mir konkrete Beispiele von Frauen, die allein wegen ihres Geschlechts keine Karriere machen konnten. Das ist doch das gleiche wie mit dieser Lohnlüge. Bisher wurde behauptet, Frauen verdienten 23 Prozent weniger. Das wäre tatsächlich eine Schweinerei. Doch die neueste Studie hat gezeigt, dass es andere Gründe gibt.

Theunert: Frauen, die sich bewerben, verhandeln schlechter. Das hat aber stark mit ihrer traditionellen Geschlechterrolle zu tun. Es ist ja nun wirklich nicht so, dass sie gerne weniger verdienen. Und was Sie als Lohnlüge verkaufen, ist keine Lüge. Denn auch die neue Studie belegt, dass es zwischen Mann und Frau noch immer einen nicht erklärbaren Lohnunterschied von acht Prozent gibt. Das ist ungerecht und muss bekämpft werden, auch im Interesse der Männer. Denn die Probleme, die uns Scheidungs- und Sorgerecht bescheren, sind auch damit zu begründen, dass der Mann wegen seines höheren Lohnes der Haupternährer bleibt. Damit entfremdet er sich von der Familie und ist am Schluss der Dumme. Er bezahlt, bis er krank wird, und sieht seine Kinder nicht.

Wäre es an der Zeit, dass Männer ihre Rolle kritisch hinterfragen?

Kuhn: Das ist durchaus gut. Diese Fragen soll sich aber jede Familie selbst stellen. Das geht den Staat nichts an.

Theunert: Der Staat redet sowieso mit, etwa bei der Mutterschaftsversicherung oder beim Vaterschaftsurlaub. Wenn der Staat diesen gewährt, spurt er die spätere Rollenverteilung vor. Die Beziehung zwischen Vater und Kind verstärkt sich. Gewährt er ihn nicht, hält er die Väter von ihren Kindern fern und begünstigt die traditionelle Rollenverteilung. Oder bei der Pensionskasse: Arbeiten beide Eltern je zu 50 Prozent, bleibt ihnen im Alter weniger Geld als mit dem traditionellen Modell. Der Staat kann gar nicht nicht normativ einwirken. Dann ist es mir lieber, er wirkt begünstigend in Richtung Gleichstellung.

Das Volk hat zur Mutterschaftsversicherung Ja gesagt. Die Gesellschaft will offenbar Veränderungen.

Kuhn: Ich akzeptiere den Entscheid, finde ihn aber falsch. Der Staat setzt in zu vielen Bereichen falsche Anreize. Wir fangen jetzt an und bekämpfen die Bevorteilung der Frauen ...

Theunert: ... und dazu verwenden Sie die klassischen SVP-Ingredienzen: 1. Sündenbock bestimmen, 2. scharf schiessen und für grosse Aufregung sorgen, 3. Wesenseigenheiten definieren (so sind Schweizer, so sind Frauen), 4. Staatsbashing und die Behauptung, man müsse die Gesellschaft sich selbst überlassen.

Welche Forderungen stellen Sie?

Theunert: Wir wollen Frauenförderung, weil es tatsächlich Lohnungleichheit gibt. Wir wollen Männerförderung, weil Männern die Freiheit fehlt, ihr Leben nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten, zum Beispiel als engagierter Vater. Und wir wollen den Dialog zwischen den Geschlechtern, die auf Augenhöhe miteinander aushandeln, was Chancengleichheit heisst. Auch die Bereitschaft zum Dialog mit Herrn Kuhns Organisation ist da. Allerdings unter der Voraussetzung, dass dem politischen Gegner, also den Frauenorganisationen, mit Respekt begegnet wird. Für uns ist klar: Männerpolitik, die den Geschlechterkrieg befördert, bringt es nicht. Zu behaupten, eine Feministin sei keine Frau, ist zutiefst herabwürdigend.
Gehen Sie auf diesen Antrag ein?

Kuhn: Wir sind offen. Klar wollten wir provozieren mit unserem Namen und unseren Aussagen, um auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Das Ziel haben wir erreicht. Ob wir so weitermachen oder nicht, werden wir an unseren nächsten Treffen diskutieren.

lINTERVIEW: KARIN LANDOLT

«Für mich ist eine Feministin keine FrauRené Kuhn, erklärter Antifeminist und ehemaliger SVP-
Politiker, und Markus Theunert, Präsident des Männerdachverbandes männer.ch, streiten über die Wirkung der Frauenbewegung und wie sich Männer heute damit zurechtfinden.

männer.ch, Dachverband der Männer- und Väterorganisationen, verfolgt seit 2005 das Ziel, im Dialog mit Frauenorganisationen ihre Sicht in den Gleichstell ungsdialog einzubringen. Unter anderem will der Verband erreichen, dass Männer es dank entsprechender Rahmenbedingungen leichter haben, neben der traditionell en Roll e auch andere Lebenswege einzuschlagen.
Markus Theunert, männer.ch

Vergangenen April gründete René Kuhn mit Gleichgesinnten die IG Antifeminismus (IGAF). Ziel ist es, «den Feminismus und die Bevorteilung von Frauen gegenüber Männern zu bekämpfen». Das erste öffentliche Treffen im Oktober wurde von linken und feministischen Kreisen beinahe verhindert. Nach Angaben der IGAF hat sich seither die Mitgliederzahl von 800 auf 2000 erhöht.
René Kuhn, IG Antifeminismus

http://sonsofperseus.blogspot.com/2010/10/maennerch-mit-euch-wollen-wir-nicht.html

Bernd Tischler (Oberbürgermeister Stadt Bottrop)

Gewalt gegen Frauen sei für viele Menschen kein aktuelles Thema mehr, bedauerte Oberbürgermeister Bernd Tischler, als er am Donnerstag gemeinsam mit den Mitgliedern Bottroper Frauenorganisationen die Fahne mit der Aufschrift „Frei leben ohne Gewalt“ am Rathaus aufzog.
Weil die Aufmerksamkeit für dieses latente Problem in der Gesellschaft so leicht überlagert wird von vermeintlich drängenderen und aktuelleren Themen, ist es den Frauen umso wichtiger, regelmäßig im Herbst „Flagge zu zeigen“. In diesem Jahr legten sie den Schwerpunkt auf häusliche Gewalt: „Es ist unglaublich, aber für Verletzungen bei Frauen ist häusliche Gewalt die häufigste Ursache, häufiger noch als Verkehrsunfälle, Überfälle und Vergewaltigungen zusammen“, stellte OB Tischler fest.
Im Bottroper Frauenhaus kennt man die Lebenswirklichkeit vieler Frauen, die der Umwelt zumeist verborgen bleibt. Misshandlungen durch Ehemann und Lebenspartner gehören für viele Frauen zum Alltag. Für viele Frauen sei das eigene Zuhause eine Stätte des Terrors, dem sie häufig aus eigener Kraft nicht mehr entfliehen könnten, sagte Bernd Tischler. Boxen, treten, würgen, schlagen: Das Spektrum an Gewalt ist breit, und männliche Gewalt zieht sich durch sämtliche gesellschaftlichen Schichten

http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/Zu-Hause-der-Gewalt-ausgeliefert-id3985583.html

Ulrich Weinzierl (die WELT)

Die österreichische Schriftstellerin legt mit "Entfernung" ein ganz schlecht gelauntes Buch vor. Gegen sie war Thomas Berhard ein Sonnenscheinchen! Trotzdem kann man es prima verschenken.
Mein Fehler: Ich hätte den verehrten Kollegen von der "ZEIT" und der "Frankfurter Allgemeinen" nicht trauen sollen. Aber sie haben diesen Band mit so spitzer Feder verrissen, dass ich schon dachte: Da wird doch was dran sein und die Lektüre vor mir her schob. Das salomonische Urteil der "Neuen Zürcher Zeitung" hatte ich leider übersehen: "...ein Werk, über das sich trefflich streiten lässt."
In der Tat: Marlene Streeruwitz, die österreichische Schriftstellerin, hat immer polarisiert: als bekennende Feministin und - noch mehr - durch ihren schneidenden Intellekt. Das weckt, freudianisch gesprochen, bei den Herren der Schöpfung gerne "Kastrationsangst".

Deren Folge: unverhohlene Aggressivität. Erinnern wir uns: Als die Streeruwitz vor nicht allzu langer Zeit dagegen protestierte, von Nicolas Stemann (der übrigens ein glänzender Regisseur ist) als sprechende Vagina auf die Bühne des Hamburger Thalia-Theaters gebracht zu werden, haben sich einige Publizistinnen mit ihr solidarisiert. Ansonsten jedoch herrschten Schweigen und Häme, die - ins intellektuelle Stammtischidiom übersetzt - sehr unangenehm wirkte. Tenor: Die Zicke nervt.
Die Interpretation ist bloß ein kleines bisschen zugespitzt, die Tendenz verbürgt. Und das ist nichts anderes als ein Skandal. Näher betrachtet: die Bestätigung eben jener Weltsicht, die viele im neuen Streeruwitz-Roman "Entfernung." offenbar irritiert. Könnte es sein, dass dessen totale Ablehnung - sie kommt beinah ausschließlich von männlichen Kritikern - auch ein wenig mit der Abneigung gegen die Person der Autorin zusammenhängt?
Der Inhalt ist relativ rasch erzählt: Selma Brechthold, 49, ehemals Chefdramaturgin der "Wiener Festspiele", scheint am Ende, zumindest knapp davor. Sowohl im Privat- als auch im Berufsleben wurde sie durch eine Jüngere ersetzt. Das Geld geht zur Neige, schon ist sie in der Wohnung ihres Vaters untergeschlüpft, um Kosten zu sparen. Noch - wie lange noch? - besitzt sie schicke, teure Garderobe. Sie fliegt nach London in der Hoffnung, einen Vertrag für ein Theater-Projekt über Sarah Kane abzuschließen. Naturgemäß wird daraus nichts.sas_noad=false;

Selma irrt in London umher, gerät in mysteriöse Situationen und Lokalitäten und schließlich mitten hinein in die U-Bahn-Terrorattentate vom Juli 2005, die sie leicht verletzt überlebt. Die allgemeine, die Riesenkatastrophe ist für sie, die ja dauernd mit ihrer persönlichen, kleineren beschäftigt war, gar kein so großer Schock. Wiederum bewährt sich die alte Regel: Bei Schiffs- und Weltuntergängen halte man sich am besten an Neurotiker und Hysteriker, denn die reagieren im Ernstfall am souveränsten. In ihrer Fantasie haben sie ja das Meiste schon mitgemacht, erlitten.
Der Stakkato-Stil der Streeruwitz mit seinem Ein-Wort-Sätzen und bewussten syntaktischen Ungereimtheiten ist gewöhnungsbedürftig, dann jedoch faszinierend. Mit Fug und Recht bezeichnete Streeruwitz einmal den "Punkt als Würgemal".
Die erzählte Zeit fällt hier mit der Erzählzeit fast zusammen. Das Geschehen wird in
in seine kleinsten Teilchen zerlegt und unters Mikroskop gelegt. Und siehe: Alles und jedes ist schlecht und scheußlich.
Nie habe ich einen derart übel gelaunten Text gelesen. Dagegen war weiland Thomas Bernhard ein Sonnenscheinchen. Weinerlichkeit ist für die Stimmung der Hauptperson ein Hilfsausdruck: Sie besteht aus einem einzigen Gezeter, einer monumentalen Anklage der (globalisierten) Welt. Ihren Opferstatus verteidigt Selma mit Klauen und Zähnen.
"Ich bin eine Witwe. Die Witwe meines eigenen Lebens." Fürwahr, schön gesagt.
Marlene Streeruwitz ist eine gnadenlose Beobachterin unserer Gesellschaft: Sie weiß genau, was sie mit Kennerblick verachtet. Und die Details, sie stimmen allesamt. Daraus resultiert auch die höhere Heiterkeit, die sich beim Lesen des geballten Elends einstellt. Man merkt: Hinter vermeintlicher Übertreibungskunst steckt krudester Realismus.
Kurzum - Marlene Streeruwitz hat das misanthropische Manifest verfasst: Missvergnügte aller Länder, vereinigt euch! Ich habe den Roman bereits zweimal gekauft und verschenkt. Ein größeres Kompliment vermag ein Rezensent kaum zu machen.
Marlene Streeruwitz: Entfernung. S. Fischer, Frankfurt/M. 480 S., 19,90 EUR

http://www.welt.de/print-welt/article706576/Marlene_Streeruwitz_grosses_Manifest_des_Missverguengens.html

Claes Borgström (Schweden)

Der Anwalt steht mit seinem Werdegang für die schwedische «Feminismus-Variante». 2000 bis 2007 amtierte Borgström als Schwedens «Gleichberechtigungs-Ombudsmann» und verlangte den Boykott der Fußball-WM in Deutschland: Dort sei mit fast 50 000 Zwangsprostituierten zu rechnen. Schweden dürfe solche Formen von Sklavenhandel nicht unterstützen.[i] Die neue Frauenpartei «Feministische Initiative» unterstützte er mit der Forderung nach Anerkennung einer «kollektiven Männerschuld» für Gewalt an Frauen.

Borgström, der Anwalt der Beiden steht für die schwedische «Feminismus-Variante». 2000 bis 2007 amtierte Borgström als Schwedens «Gleichberechtigungs-Ombudsmann» und verlangte den Boykott der Fußball-WM in Deutschland: Dort sei mit fast 50 000 Zwangsprostituierten zu rechnen. Er unterstützt die Frauenpartei «Feministische Initiative» fordert die Anerkennung einer «kollektiven Männerschuld» für Gewalt an Frauen. (Quelle

Stockholm. Für viele ist es eine CIA-Verschwörung gegen die unliebsamen Wikileaks-Enthüllungen, und Julian Assange ist das Opfer.
In Stockholm selbst sehen manche die Festnahme des Internet-Aktivisten drei Monate nach dem Vergewaltigungs-Vorwurf einer Schwedin als logische Folge eines Sexualstrafrechts, das Sex bei einem klaren «Nein» des Partners besonders konsequent ahndet.
Claes Borgström, Anwalt der beiden Frauen, die Mitte August bei der Polizei gegen Assange ausgesagt hatten, ging am Mittwoch in die Offensive, nachdem der 39-jährige Australier am Vortag in London auf Geheiß der schwedischen Justiz hinter Gitter gekommen war. Zur Erklärung von Assange, die beiden Schwedinnen hätten absolut einvernehmlich mit ihm Sex gehabt und seien nun ferngesteuert, meinte Borgström: «Er lügt, wenn er behauptet, dass meine Klientinnen Teil einer von den USA gelenkten Verschwörung gegen ihn und Wikileaks sind. Er weiß das ganz genau.Die Frauen seien zur Polizei gegangen, um sich «beraten zu lassen», sagte Borgström in der Zeitung «Aftonbladet» weiter. Sie hätten einfach berichtet, was vorgefallen sei. «Als die zuständige Polizistin sah, um was es ging, hat sie das an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Und dann begannen die Ermittlungen.» Die jetzt als dritte Staatsanwältin seit August zuständige Marianne Ny wertete einen von fünf Vorwürfen als Verdacht auf Vergewaltigung.
Auf Vergewaltigung stehen in Schweden bis zu sechs Jahre Haft, bei «weniger groben» Fällen bis zu vier Jahre. Schwedens Polizei und Staatsanwaltschaft bewegen sich in einem seit mehr als zehn Jahren immer mehr von erklärten Feministen dominierten Umfeld: «Feminist» nennt sich in Schweden auch so gut wie jeder männlicher Politiker. Dass hier 1999 erstmals in der Welt jeder Kauf sexueller Dienste unter Strafe gestellt wurde, ist zum international stark beachteten Symbol geworden.
«Das sind zwei ganz normale schwedische Mädchen, die Assange für seine Arbeit bewundert haben», sagte Borgström. Vergewaltigung könne etwas anderes sein, als dass ein Mann hinter dem Busch hervorspringe und sich grob gewalttätig an einer Unbekannten vergehe. Und weiter: «Es gibt andere Methoden, jemanden zu Sex gegen den eigenen Willen zu zwingen. Das können zigtausende Frauen bezeugen.Details nennt Borgström nicht, bestätigte aber am Mittwoch zum ersten Mal indirekt, dass die Vorwürfe um Sex ohne Kondom gegen den Willen der Frauen kreisen: Sie hätten bei der Polizei auch erfragen wollen, wie sie sich mit Blick auf ein etwaiges HIV-Risiko verhalten sollten.
Der Anwalt steht mit seinem Werdegang für die schwedische «Feminismus-Variante». 2000 bis 2007 amtierte Borgström als Schwedens «Gleichberechtigungs-Ombudsmann» und verlangte den Boykott der Fußball-WM in Deutschland: Dort sei mit fast 50 000 Zwangsprostituierten zu rechnen. Schweden dürfe solche Formen von Sklavenhandel nicht unterstützen. Die neue Frauenpartei «Feministische Initiative» unterstützte er mit der Forderung nach Anerkennung einer «kollektiven Männerschuld» für Gewalt an Frauen.
Borgström ist mit diesen Positionen kein Außenseiter geworden. In Stockholm betreibt er sein Anwaltsbüro zusammen mit dem sozialdemokratischen Ex-Justizminister Thomas Bodström und berät dessen Partei als Gleichberechtigungsexperte.
In Stockholm sind die meisten Beobachter überzeugt, dass Oberstaatsanwältin Marianne Ny mit ihrem Bestehen auf die Assange-Festnahme in London eher an möglichen Ärger mit Claes Borgström als an den Druck aus Washington dachte. Wenngleich der immer härtere Kampf um die Wikileaks-Enthüllungen nach Überzeugung von «Dagens Nyheter» irgendwann wohl doch den Gang des Stockholmer Verfahrens beeinflussen könnte: «Es gibt schon das Risiko, dass die Festnahme von Julian Assange zu einem großen politischen Problem wird.» (dpa)
http://www.fr-online.de/home/schwedisches-sexualstrafrecht-im-fokus/-/1472778/4906880/-/view/asFitMl/-/index.html

Manfred Köhnen, Soziologe

Manfred Köhnen ist Diplom-Soziologe und Organisationsberater im Politikfeld Gleichstellung der Geschlechter. Seit 2007 leitet er das Unternehmen "Gleichstellung bewegen" in Berlin. Außerdem war er tätig für für Competence Consulting, Potsdam (2004-2006), das GenderKompetenzZentrum an der Humboldt Universität Berlin (2008-2009) und arbeitet mit dem genderbüro und "Gender and Education" zusammen.

Er hat Beratungen und Fortbildungen durchgeführt für die Bundesregierung, die Landesregierungen von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sowie mehreren Berliner Kommunen, Dresden, Hannover und Dessau.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind die Beratung zu Gender Budgeting und Gender Mainstreaming, quantitative Analysen zu Gender Budgeting und zur Arbeitsmarktforschung. Er ist Mitbegründer der Bundesinitiative Gender Budget (BiG Budget) und Mitglied im "European Gender Budgeting Network".

http://www.gleichstellung-bewegen.de/index.php?id=6

Ernst Hribernig (AUT), Autor
http://www.hribernig.de
Ernst Hribernig. Ich bin 1951 in Graz (Österreich) geboren und habe in der Volksschule bereits Aufsätze geschrieben die im Schaukasten ausgestellt wurden. Über vierzig Jahre habe ich immer wieder davon gesprochen ein Buch zu schreiben. Jetzt mit fünfzig ist es endlich so weit. In der Zwischenzeit habe ich mehrfach den Beruf und den Wohnort gewechselt und lebte heute in Bad Reichenhall. Neben meiner schriftstellerischen Tätigkeit, das zweite Buch ist bereits im entstehen, übe ich den Beruf des Unternehmensberaters mit dem Schwerpunkt Vermittlung von Werkzeugen und Strategien im Umgang mit Menschen aus.
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Sind Männer das nutzlos Geschlecht? Männer sind und waren es, die vorwiegend unsere Welt zerstört haben und immer noch zerstören. Ihre persönliche Karrieregeilheit und der damit verbundene Drang der Beste zu sein lässt alle Vernunft in ihnen verstummen, welche ihnen sagen müsste, dass sie mit unserer Welt so nicht umgehen können wie sie es derzeit tun. Ein Mann hatte in der Steinzeit, und hat auch heute noch das Bedürfnis, sich eine Frau zu nehmen, sie zu besitzen was auch in unserer Sprache- "Er nahm sie zur Frau" zum Ausdruck kommt. Erst durch das Gefühl des Besitzens wird es ihnen möglich, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und seine Männlichkeit auszuleben. Wer kann mit Bestimmtheit sagen, dass die Kultur des permanent ansteigenden Fortschrittes, die rasante wirtschaftliche Weiterentwicklung und die dadurch erst ermöglichte Emanzipationsbewegung der Frauen in der wir uns gerade befinden, nicht eine Lebensstrategie des Unterganges ist? Sind Emanzipation und Gleichberechtigung nur Schlagworte hinter denen nicht viel steckt, oder sind diese zwei Bestrebungen unserer Frauen Ereignisse, welche uns Männer langsam aber sicher zu überrollen beginnen?

http://www.amazon.de/Sind-M%C3%A4nner-das-nutzlose-Geschlecht/dp/3831127913

 
Gerhard Hafner, Dipl. Psychologe, Marzahn, Mannsarde gegen Männergewalt
Mansarde gegen Männergewalt
e.V. Kreuzbergstr. 71 - 10965 Berlin
Tel/Fax 030 - 7859825 eMail:
Mannsarde(AT)t-online.de
Konzeption eines Beratungs- und Wohn-Projekts gegen Männergewalt.
Mansarde gegen Männergewalt (Bisheriger Projektname: Männerhaus)
Auch:
Weiße Schleifen Kampagne
 http://www.white-ribbon.ch/ 
Männer Büro 
 http://www.mannebuero.ch/
Männergewalt Der etwas andere Informationsdienst für Männer - Frauen und Geschlechterfragen info@@@maennerrat.de 
http://www.maennerrat.de/maennergewalt.htm 
Der Arbeitskreis Marzahn gegen häusliche Gewalt wurde Anfang 1999 von Mitarbeiter Innen des Bezirksamtes (Gleichstellungstelle, Jugendamt, Sozialamt), Polizei, psychosozialen Einrichtungen und der Volkssolidarität Marzahn gebildet. Damit soll erreicht werden, daß diese Gewalt nicht mehr als Kavaliersdelikt bagatellisiert und als das private Problem der Mißhandelten abgetan wird.
Der Arbeitskreis arbeitet häuslicher Gewalt präventiv entgegen, um Taten und deren Wiederholung zu verhindern.
Er will
* Frauen vor Mißhandlungen schützen und sie stärken, damit sie sich gegen Gewalt wirkungsvoll zur Wehr setzen können und ihr Recht auf Unversehrtheit respektiert wird,
* den Tätern Grenzen setzen und denjenigen entgegentreten, die Gewalt als Mittel der Lösung (familiärer) Konflikte tolerieren,
* in den Marzahner Institutionen Handlungsansätze umsetzen, um Täter zur Verantwortung zu ziehen und auf sie Druck auszuüben, damit sie ihr Verhalten ändern,
* den Kindern in den betroffenen Familien helfen; selbst wenn sie nicht direkt Opfer der Gewalt sind, so sind sie immer schwer belastet, oft sind sie geschockt und traumatisiert,
* Männer dazu aufrufen, sich für die Beendigung von Männergewalt öffentlich einzusetzen,
* gewaltfördernden Männerbildern entgegenzuarbeiten, nicht zuletzt damit sich Jungen nicht zu Tätern entwickeln.
Beratung für Männer - gegen Gewalt
Gewalt wird ganz überwiegend von Männern ausgeübt. Um dieses gesellschaftliche Problem bei der Wurzel zu packen, wendet sich die Beratungsstelle an Männer. Sie unterstützt Männer, ihren Taten ein Ende zu setzen.
Gewalttätiges Verhalten ist gelernt. Auch gewaltfreies Verhalten kann gelernt werden. Die Männer lernen
* die Übernahme der alleinigen Verantwortung für die Gewalt und ihre Folgen,
* zu erkennen, was sie dem Opfer der Gewalt (auch den Kindern) angetan haben,
* Kommunikationsformen, um Partnerschaftskonflikte gewaltlos zu lösen,
* den Umgang mit Ärger, Enttäuschung, Wut und Eifersucht etc.,
* eine Männlichkeit, die nicht nur gewaltfrei ist, sondern auch das gleichberechtigte Zusammenleben von Frauen und Männern anstrebt.
Die Beratung bietet
* eine persönliche Beratung für Männer, die in Ihrer Ehe/Partnerschaft oder in der Trennung gegen ihre Partnerin zu Gewalttaten neigen bzw. bereits gewalttätig geworden sind,
* einen Anti-Gewalt-Kurs, in dem Männer mit anderen Betroffenen in einer Gruppe lernen, ihre Gewaltbereitschaft abzubauen und mit Konflikten konstruktiv und gewaltfrei umzugehen,
* eine Telefon-Hotline. Beratung für Männer - gegen Gewalt Volkssolidarität Marzahn
Martha-Arendsee-Str. 4
D - 12681 Berlin-Marzahn
Tel/Fax 030 - 541 39 32
Außerhalb der Sprechzeiten: 030 - 785 98 25 Sprechzeiten (Gerhard Hafner, Dipl.Psych.): Freitags 15:00 bis 18:00 Uhr und nach Vereinbarung. Anti-Gewalt-Kurs: nach Voranmeldung. Die Beratung ist kostenlos. Das Projekt wird vom Bezirksamt Marzahn gefördert.

Christian Spoden, Verein mannege

Datum:  13.01.1996
Ressort:  Wirtschaft
Autor:  Rosa Ortega und Christian Thiel
"Es ist ein toleriertes Phänomen"
Männergewalt und Grausamkeiten in der Partnerschaft 
Zwei Berliner Vereine holen das Thema aus der Tabuzone
"Manche Männer brechen nicht nur die Herzen ihrer Frauen" - so soll es demnächst auf den Plakatwänden Berlins zu lesen sein. Das Foto dazu zeigt ein Röntgenbild: den gebrochenen Schädel einer Frau.
Harte Worte, harte Bilder. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft. Die Plakataktion vom Verein "mannege" soll auf das Problem Männergewalt aufmerksam machen.
Christian Spoden, Mitarbeiter bei "mannege", berichtet von vielen schockierenden Fällen: Ein Mann schlägt seine Frau krankenhausreif, bricht ihr den Kiefer. Sie hatte mit einem anderen geflirtet. Ein anderer Mann sticht seiner Frau ein Messer in den Bauch. Sie ist im Beruf erfolgreicher, verdient mehr Geld. Diese "Demütigung" erträgt er nicht.
Schätzungen zufolge werden in der Bundesrepublik jährlich vier Millionen Frauen mißhandelt. Reaktionen von seiten der Gesellschaft bleiben jedoch in den meisten Fällen aus. Niemand will sich einmischen, denn die Mißhandlungen werden als Privatsache abgetan. Schlagende Männer haben in der Regel keine Sanktionen zu fürchten.
Bloß ein blaues Auge
Natürlich sind nicht alle Fälle von Gewalt gegen Frauen so brutal wie die genannten Beispiele. Die Formen der Gewalt reichen von lebensgefährlichen Verletzungen bis zu verbalen Kränkungen und psychischem Terror. Das Problem jedoch bleibt dasselbe. "Häusliche Gewalt gegen Frauen ist ein toleriertes Phänomen", sagt Gerhard Hafner vom Verein "Mannsarde". "Die alltägliche häusliche Gewalt, die ,nur` mit einem blauen Auge oder mit kleineren Verletzungen endet, ist ja für viele nicht der Rede wert. Es sei denn, es sind Prominente daran beteiligt."
Männer schlagen Frauen aus Frust, zur Strafe, um sie zu demütigen oder weil Argumente ausgegangen sind.
Der Verein "Mannsarde" arbeitet ausschließlich mit Männern, die ihre Frauen oder Kinder geschlagen haben. "Mannege" bietet zusätzlich allgemeine Beratungen für Männer und Väter an.
Beide Vereine versuchen, gewalttätig gewordenen Männern aus der Gewaltspirale herauszuhelfen. "Niemand muß jemand anderen schlagen. Es gibt immer Möglichkeiten, gewaltfrei zu reagieren, wenn man nur will." Hinweise dieser Art gibt Christian Spoden regelmäßig. Rechtfertigungen der Männer, sie hätten die Kontrolle über sich verloren oder die Frau habe die Prügel herausgefordert, sind an der Tagesordnung.
Auch Gerhard Hafner kennt dieses Phänomen: "Viele Männer sagen, sie wissen gar nicht, was ihnen ,passiert` ist. Ihnen ist die Hand ,ausgerutscht`. Die Frau hat etwas Provozierendes gesagt, und plötzlich hat sie ein blaues Auge gehabt. Für die Täter ist es, als hätte ein anderer zugeschlagen."
Ein wichtiges Ziel der Beratungen ist deshalb, den Männern ihr Verhalten bewußtzumachen. Auch die Ursachen werden zusammen erforscht. Durch Gespräche, Rollenspiele und andere Methoden werden dann Verhaltensalternativen probiert und eingeübt.
Die Männer kommen in die Beratung, weil sie von anderen Stellen, zum Beispiel einer Alkoholberatung, zu "mannege" oder zu "Mannsarde" geschickt werden. Viele kommen, weil sich die Frau von ihnen getrennt hat oder sich trennen will. Sie wollen die Frau zurückhaben, möglichst ohne sich zu ändern.
Frauen rufen an
In vielen Fällen nehmen die Partnerinnen den ersten Kontakt zur Beratungsstelle auf. Erst dadurch bringen sie den Mann dazu, selbst Hilfe aufzusuchen.
Um zu vermeiden, daß die Opfer mitsamt ihren Kindern ins Frauenhaus flüchten müssen, versucht "Mannsarde" ein stationäres Projekt - das Stadthaus - ins Leben zu rufen. "Die Frauen und ihre Kinder sollen in der häuslichen Umgebung bleiben. Statt dessen kommt der Mann in eine Unterbringung. Dort muß er für einen gewissen Zeitraum eine Beratung wahrnehmen. Er soll zusammen mit anderen Männern lernen, gewaltfrei zu leben", erklärt Gerhard Hafner die Idee des Stadthauses.
Ein ähnliches Projekt existiert bereits in Melbourne, Australien. Dort machen die betroffenen Männer und Frauen gute Erfahrungen mit der stationären Betreuung. "In einer Großstadt wie Berlin besteht durchaus auch Bedarf für ein solches Projekt", meinen die Sozialarbeiter der Beratungsstellen.
Nur Schulterklopfen
Von vielen Politikern gelobt, steht die Finanzierung des Projekts dennoch in den Sternen. "Das ist ein häufiger Widerspruch", resümiert Gerhard Hafner, "daß man im Gespräch mit Politikern und Politikerinnen ein kräftiges Schulterklopfen bekommt, aber Geld gibt's dann eben trotzdem nicht."
Dies gilt nicht nur für die Finanzierung des Stadthauses, sondern auch für die Arbeit der Vereine selbst. Und für die Plakataktion von "mannege" gegen Gewalt in Beziehungen fehlt bislang auch noch ein Geldgeber. "Das Konzept liegt fertig in der Schublade", sagt Christian Spoden. "Sobald wir die nötigen 15 000 Mark zusammenhaben, kann es losgehen."
mannege - Information und Beratung für Männer e.V., Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 16 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 13 Uhr. Haus der Demokratie, Zimmer 304, Friedrichstraße 165, 10117 Berlin-Mitte, Telefon: 2 08 21 57.

http://www.europrofem.org/contri/2_02_de/de-masc/05de_mas.htm

August-Wilhelm Scheer (Präsident Bitkom)

71 Prozent der Frauen in Deutschland nutzen das Internet und haben so mit den Männern (73 Prozent) nahezu gleichgezogen. Auch sind männliche Internetnutzer mit durchschnittlich 146 Minuten pro Tag nicht mehr sehr viel länger online als Frauen mit etwa 130 Minuten. Das ergab eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage der Meinungsforschungsinstitute Forsa und Aris. Auftraggeber war der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Vor zwei Jahren nutzten erst 60 Prozent der Frauen das Netz.

Andere Klischees behalten ihre Gültgkeit: Beim Nutzen der kommunikativen Möglichkeiten im Internet liegen Frauen vorne. So sind vier von fünf weiblichen Nutzern Mitglied in mindestens einer Internet-Gemeinschaft wie etwa Facebook. Bei Männern sind es erst drei Viertel. Für letztere sind Computer als Statussymbol deutlich wichtiger als für Frauen. In der Umfrage gaben 17 Prozent der Männer an, der PC sei ihnen als Statussmbol wichtig. Unter den Frauen waren es nur acht Prozent. "Frauen vernetzen sich, Männer tragen Geräte zur Schau", kommentierte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer die Zahlen.

Auch an der Uni bleibt alles beim Alten. Im Fach Informatik ist laut Bitkom nicht einmal ein Fünftel (18,4 Prozent) aller Studierenden weiblich, im Fach Elektrotechnik ist es sogar nur ein Zehntel (9,8 Prozent). (dpa)

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bitkom-Umfrage-Frauen-holen-im-Internet-auf-1229036.html

Ulrich Mäurer (SPD)

Auch Sportsenator Ulrich Mäurer (SPD) hob hervor, wie wichtig es sei, gegen ein solch aktuelles Thema wie sexuelle Belästigung präventiv vorzugehen. „Überall dort, wo Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen zusammentreffen, ergeben sich so genannte Tatgelegenheiten“, so Mäurer. Aus diesem Grund halte er es auch für unerlässlich, nicht nur in Schwimmbädern, sondern allgemein im Kinder- und Jugendsportbereich präventive Maßnahmen anzuwenden. „Die Kampagne der Bremer Bäder ist hierzu eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung“, fasste Mäurer zusammen.

http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/bremen/kampf-gaffern-1212456.html

Michael Sommer (DGB)

Der Chef des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) Michael Sommer fordert im Abendblatt die Einführung der Frauenquote und einen Mindestlohn von 8,50 Euro, um die Situation der Frauen zu verbessern
In der Debatte um die Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt hat der Vorsitzende des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), Michael Sommer, einen gesetzlich geregelten Frauenanteil für Spitzenpositionen in der Wirtschaft gefordert. "Wir brauchen eine gesetzliche Frauenquote, denn die Selbstverpflichtung der Unternehmen hat in den vergangenen Jahren nichts gebracht“, sagte Sommer dem Abendblatt.
Darüber hinaus forderte der FDGB-Chef, die soziale Situation der Frau in der Gesellschaft insgesamt zu stärken. Die größte Gruppe der Niedriglöhner seien Frauen, die größten sozialen Probleme hätten alleinerziehende Frauen, sagte Sommer. Er betonte: "Wirklich helfen würde den Frauen ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro.“

http://www.abendblatt.de/politik/article1866613/DGB-Chef-Sommer-fordert-gesetzliche-Frauenquote.html

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

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