Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Happyend für Joe, Lisa und Maria (Vaeter)

verfasst von Rainer(R) Homepage, 25.08.2010, 21:02

de.soc.familie.vaeter

Einige werden sich an uns erinnern. Ich hab grad gesehen ChrisTine, Rainer, Paul, Caligula... Hallo, wie geht es euch?

Ich hab mich vor ca. 2 Jahren ausgeklinkt. Nach dem Fall Peter Ch., ihr erinnert euch.

Nun will ich euch berichten, was bei uns passiert ist:

Im Juli 99 bekam Joe ne Einladung zum JA Roth, man wolle über die Zukunft von Lisa (damals 14) mit ihm reden.

Wir gingen zusammen hin und erfuhren: Lisa hatte seit 2 Jahren einen Erziehungsbeistand. Die ambulante Maßnahme genüge mehr, das Kind müsse in ein Heim, die Mutter werde der Erziehung nicht mehr gerecht. Das Kind hätte die Entwicklungsstufe einer 8-jährigen (das wußten wir selbst).

Joe wollte die Heimeinweisung verhindern und stellte Sorgerechtsantrag. Daraufhin sagte Lisa vor dem JA in Anwesenheit ihrer Mutter und Vater, sie würde lieber in ein Heim, als zum Vater. Zum Vater nie, nie, nie. Fürs JA war sie jetzt wieder 14 und mit 14 entscheiden die Kids ja selber...

Joe zog den Antrag zurück, weil Lisa ihn darum bat. Die Quittung: die Mutter blockte ihrerseits das Heim ab und Lisa bekamen wir über ein halbes Jahr nicht mehr zu Gesicht. Rief man sie an,legte sie sofort auf. Bis die JA-Tante im Urlaub war und eine Stellvertreterin, die nicht vollends verblödet war, sich Lisa schnappte und zu einem Telefonat mit dem Joe verdonnerte. Der Kontakt war wieder da, ein unregelmäßiger Umgang wurde wieder hergestellt. Lisa hatte ihren Vater schrecklich vermißt, die Entspannung, dass nicht jeder an ihr herumzerrte hat ihr aber ebenfalls gut getan. Joe befreite sie von der 14-Tage-Regelung und sagte, sie könne kommen, wann immer sie wolle. Durch Lisas mangelnde Planungsfähigkeit kam sie dann so ca. alle 5 Wochen.

Im Juli 2002 heiraten Joe und ich, auch die Mutter von Lisa hat irgendwann 2002 wieder geheiratet (den damaligen Scheidungsgrund).

Lisa macht 2002 ihren Quali, beginnt eine Ausbildungsstelle als Kinderpflegerin und da der Ausbildungsplatz zu weit weg von zuhause, wird sie interniert. Mo-Fr weg von der Mutter, der erste Freund, und damit verbunden ein Reifesprung, gigantisch. Plötzlich reflektiert das Kind, dass das, was Mama ihr seit der Scheidung vor 5 Jahren über Papa erzählt, irgendwie nicht so ganz mit der Realität zusammen paßt. Sie wird auch reifemäßig endlich 16 und kommt an den Wochenenden zu uns nach Absprache ganz wie sie und wir möchten. Alles scheint soweit wieder in Ordnung.

Doch im Februar 2003 verliert sie ihren Ausbildungsplatz, wird von der Mutter nur noch runtergebügelt und demotiviert. Dies zu beschreiben ist einfach: für die Mutter ist sie ein Stück Dreck, Vaters Tochter halt, und sie bringt kein Geld nach Hause, nein, kostet sogar noch etwas. Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz: null.

Sie kommt immer öfter zu uns, bleibt immer länger als nur übers WE, hat sie doch nur einmal pro Woche mittwochs Berufsschule. Sie ist völlig frustriert, wollte sie doch so gerne in dieser Ausbildung bleiben. Wir unterstützen sie, wo wir können, Joe schreibt mit ihr Bewerbungen, sichert ihr jede Unterstützung zu (außer die des Sorgerechtes, denn Anträge unterschreiben darf er nun mal nicht).

Und nun zieht Lisa ihrerseits die Konsequenzen. Fragt, ob sie bei uns leben darf, packt ihre Siebensachen und zieht gegen den erklärten Willen ihrer Mutter zu uns. ("Die Tür ist für immer zu, wenn du zum Papa gehst...") Sie geht nicht heimlich, sondern in Anwesenheit ihrer Mutter. Räumt ein ganzes Zimmer alleine aus, bringt ihre Sachen raus bis zum Auto, denn wir dürfen zum Helfen nicht rein. Sie sieht ihrer Mutter in die Augen, als sie sich verabschiedet. Ist das nicht echt großartig? Sie läßt u.a. ihren Bruder, ihre Katze und ihre Freunde zurück.

Nun wohnt sie hier seit 4 Wochen. Macht ihren Quali in Englisch nach, damit sie die 10M der Hauptschule besuchen kann und dort ihre mittlere Reife machen kann. Parallel hat sie einen Ausbildungsplatz in der Hinterhand, falls sie die Aufnahmeprüfung nicht schaffen sollte. Sie lernt und ist begeistert, dass ihr endlich jemand die schulischen Möglichkeiten bietet, die sie verdient hat (diese S** von Mutter schickt ein potentielle Gymnasiastin in die Hauptschule).

Die Mutter hat mittlerweile dem erneuten Sorgerechtsantrag von Joe schriftlich zugestimmt. Von daher keine Steine mehr zu erwarten. Lisa fühlt scih hier superwohl, endlich hat sie wieder was zu lachen. Sie erzählt immer mehr, was in Roth früher los war. Es ist erschütternd und man müsste ein Buch schreiben.

Drückt uns die Daumen, dass sich die Dinge so weiter entwickeln.

Und an all die Väter, deren Kids von den Müttern aufgehetzt werden, möchte ich sagen:
Uns hat die Gruppue hier viel geholfen. Die vielen Ratschläge und Diskussionen. Immer wieder kam diesselbe Empfehlung: "Steh zu deinem Kind, egal, wie oft du es siehst, zeig ihm, dass du für es da bist und !hetze nicht gegen die Mutter!. Sei einfach der ruhenden Pol, der auf den es sich immer verlassen kann. Keine Vorwürfe nach Umgangsausfall, keine bohrenden Fragen nach dem Leben der Mutter" etc. Es hat sich gelohnt, Lisa ist von selber und freiwillig zum Vater gekommen. Es hat lange gedauert und war mit vielen Tränen verbunden, aber es hat sich gelohnt. Allerdings: die Mutter hat Lisa -wie angedroht- fallen gelassen, das arme Mädel hat nun keine Mutter mehr. Und dabei haben wir kein Triumphgefühl.

Maria

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Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo

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