Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Liste Lila Pudel 101-110

verfasst von Oberkellner(R), 07.08.2010, 18:29

LP 101 Hartmut Semken (Piratenpartei) hase@hase.net. Selbständig (IT)

Betrifft
Bundessatzung / §1
Beantragte Änderungen
Bisheriger Text
§ 1 - Name, Sitz und Tätigkeitsgebiet
...
(5) Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet.
Neue Fassung:
Alternative 1
Absatz 5 wird ersatzlos gestrichen
Alternative 2
Absatz 5 ersetzt durch "Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden als Piratinnen und Piraten bezeichnet."
Alternative 3
Absatz 5 ersetzt durch "Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden als PiratInnen bezeichnet."
Alternative 4
Absatz 5 ersetzt durch "Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden als Piratinnen und Piraten bezeichnet. Die Bezeichnung PiratInnen wird abgelehnt"
Alternative 5
Absatz 5 ersetzt durch "Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder können geschlechtneutral als Piraten bezeichnet werden. Die Bezeichnung Piratin (plural Piratinnen) für weibliche Mitglieder ist zulässig"
Alternative 6
Absatz 5 ergänzt um "Die Bezeichnung Piratin (plural Piratinnen) für weibliche Mitglieder ist zulässig"
Begründung
Beim Lesen der folgenden Sätze wird bei vielen Piraten eine heftige emotionale Reaktion aufkommen. Das ist zwar nicht direkt beabsichtigt, aber auch nicht vermeidbar. Eine typische Reaktion dürfte Enttäuschung, eine andere Wut sein.
Dennoch werde ich auf dem Parteitag den Antrag stellen, egal wieviel Wut er auslöst.
Persönlich hat mich die Angelegenheit zunächst ebenfalls in Rage versetzt - und bewogen, recht dumme Dinge zu tun und zu äussern. Nach einer Woche gibt sich die Wut, die Dummheiten bleiben. Daher möchte ich jeden, der wütend wird, bitten, zunächst zu lesen, zu verdauen und nach einem einwöchigen Moratorium dann nochmals zu lesen, zu denken und dann zu urteilen. Danke.
Kaum eine Aktion der Piraten hat so wiel Medienecho gefunden wie die Gründung der Piratinnen. Offenbar hat Lena Simon hier einen Nerv getroffen.
Auch der Antragsteller war von der Heftigkeit der Reaktion überrascht - wie auch von der Ankündigung der Protagonistin, den hier nun vorgelegten Antrag selbst nicht zu stellen.
Die Reaktion der Presse zeigt, dass Deutschland auch im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend offenbar noch nicht reif ist für die aktuelle Formulierung des §1 Absatz 5 der Satzung.
Die Gründe dazu sind (wie so oft) vielfältig. Zum einen verführt der bedauerliche Männerüberschuss in der Piratenpartei dazu, die Partei insgesamt als männlich-chauvinistisch zu erleben und darzustellen. Dieses Erleben scheint mir sowohl in der Sicht von innen als auch in der Sicht von Aussen auf die Partei zu bestehen.
Zum anderen ist Deutschland offenbar im Grundton noch immer von Patriarchat und männlichem Chauvinismus geprägt. Als Folge fühlen sich selbst intelligente, starke und zunächst sehr selbstsicher wirkende junge Frauen hier (in Deutschland und in der Piratenpartei) nicht gut aufgehoben. Die Forderung, den Frauen Schutzräume zu bieten, in denen sie unter sich sein können und vor Verfolgung durch Männer sicher sind, ist daher absolut berechtigt.
Der Antrag schafft diese Räume zwar nicht per se, aber er schliesst die offene Flanke, die die Piratenpartei in der Aussendarstellung an dieser Stelle hat. Damit wird eine sachliche Diskussion darüber, wie die notwendigen Schutzräume geschaffen werden können, ermöglicht; dem Vorwurf des Chauvinismus würde die Nahrung entzogen, das Medienfeuer liesse sich dann löschen.
Doch nicht nur die Presse hat reagiert, auch die Partei selbst. Für mich liegt das daran, dass Männer wie ich immer wütend und mit Beissreflex reagieren, wenn sie wieder einmal dabei erwischt werden, dass sie eben doch nicht so sind, wie sie sein sollten.
Wir sollten gleichberechtigt sein, also auch in der Tat gleiche Rechte für jeden einräumen. Ich habe das in meiner ersten Reaktion nicht getan, sondern mich dem Chor der Niederbrüller angeschlossen. Das ist falsch, das darf nicht passieren in der Piratenpartei und die Umformulierung des §1/5 kann dazu erheblich beitragen.
http://wiki.piratenpartei.de/Antragsfabrik/Gendering

LP 102 Thomas Sattelberger, Personalvorstand Deutsche Telekom: "Ich glaub, wir haben eines unterschätzt: Die ... althergebrachte DNA, die in häufig von Männern geprägten Unternehmenskulturen ist, diese Old-Boys-Netzwerke, auch das Weitertragen noch von tradierten Rollenbildern, das Prinzip "gleich zu gleich gesellt sich gern", also die Themen, die man ja gar nicht so offen sieht. Sondern die einfach kulturell passieren und damit im Grunde ganz schwierig thematisierbar und besprechbar sind. Ich glaube, die Seite der Welt haben wir nicht gesehen."

LP 103 Ansgar Gabrielsen (NOR), ehemaliger norwegischer Wirtschaftsminister (Übersetzung MONITOR): "Ich denke, es waren die Old-Boys-Netzwerke, die am alten Zustand nichts ändern wollten. Sie suchten einfach nicht nach geeigneten Frauen für die Aufsichtsräte. Dabei hatten wir in den letzten 30 Jahren genauso viele Frauen wie Männer ausgebildet. Und die hatten selbstverständlich auch die Erwartung, in allen Bereichen tätig zu werden. Und es gab keinen Grund, sie aus den Aufsichtsräten fernzuhalten. Und deshalb habe ich das Gesetz gemacht."

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0325/frauen.php5

LP 104 Andreas Leber (Berlin), Journalist Tagesspiegel

Sebastian Leber (32) ist Journalist beim Berliner «Tagesspiegel». Für sein Buch hat er 32 Männer zu ihren schmerzhaftesten Abfuhren befragt und ihre Geschichten aufgeschrieben. Er selbst schildert seine einschneidendste Erfahrung ebenfalls. Die Widmung des Buches, «Für alle, die mich kennen. Ausser für Doro», sei mit einem Augenzwinkern zu verstehen; er habe heute trotz des damaligen Korbes ein gutes Verhältnis zu ihr. (bwe)

Das hat mich beim Lesen am meisten überrascht: Wie schlecht die Männer die Zeichen der Frauen zu deuten imstande sind. An wem liegt das?
Grundsätzlich liegt es an den Männern, weil sie oft viel zu viel hineininterpretieren oder Zeichen überhöhen und winzigste Fünkchen von Chancen zu riesengrossen Chancen aufblähen. Wenn eine Frau nicht ganz abweisend war, dann deuten sie das gleich als Zustimmung. Und zu einem ganz kleinen Teil ist es auch so, dass von der Frau ein Grundrauschen ausgeht.

Diese Sturheit fand ich auch erstaunlich. Dass Männer unerschütterlich daran glauben: Irgendwann verliebt sie sich schon in mich.
Mich würde ja interessieren, wie ein Buch aussähe, das eine Frau mit Frauen zu demselben Thema macht und ob sich auch eine solche Sturheit beobachten lässt. Meine Vermutung ist, dass Frauen das Ganze realistischer einschätzen, weil sie mit ihren Freundinnen darüber reden. Das machen Männer in der Regel nicht. Es ist ihnen peinlich, und vermutlich entwickeln sie deshalb so eine eingeengte Sicht darauf.

Wenn die Signale von Männern klarer sind: Geben sie auch die ehrlicheren Körbe?
Im Gegenteil: Männer geben die unehrlicheren Körbe als Frauen.
Tatsächlich?
Ja, Männer denken sich Sachen aus, Ausreden wie «Bindungsangst» oder «Ich muss zuerst lernen, mit mir selbst klarzukommen» – das stimmt nie. Frauen sind meistens ehrlicher und sagen «Ich habe keine Gefühle» oder «Das wird nie was». Das ist zwar zuerst schmerzhaft und brutal, letztlich aber für beide besser.

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Maenner-geben-die-unehrlicheren-Koerbe-als-Frauen/story/12064964

LP 105 Raül Romeva (Spanien, Grüne Partei): Im Europäischen Parlament wird zurzeit ein Bericht des spanischen Grünen-Abgeordneten Raül Romeva zu den geschlechtsspezifischen Aspekten der Rezession und Finanzkrise diskutiert. Raül Romeva macht in seinem Bericht darauf aufmerksam, dass, obwohl die Krise besonders nachteilige Auswirkungen auf Frauen hat, das Hauptaugenmerk der Krisenbewältigung und somit auch die finanzielle Unterstützung auf männerdominierten Branchen wie der Bau- und der Automobilindustrie liegt. Der Grünen-Abgeordnete fordert in seinem Bericht unter anderem, dass die derzeitige Krise als Chance genutzt wird, das von der EU gesetzte Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu verankern. So sollten die Mitgliedstaaten dem norwegischen Beispiel mit einer AG-Vorstandsquote von 40 Prozent Frauen folgen. Außerdem sollte in den Strukturfonds der EU (Europäische Sozialfonds und Europäische Fonds für regionale Entwicklung) Finanzreserven für Maßnahmen zur Chancengleichheit bereit gestellt werden.
Romeva verlangt ferner, dass ein Gleichstellungskapitel in die “EU 2020″-Strategie eingebaut wird und die geplanten und teils schon durchgeführten Kürzungen in öffentlichen Haushalten nicht zulasten der Frauen und deren Berufstätigkeit gehen dürfen. Das passiert zum Beispiel, , indem Betreuungseinrichtungen geschlossen werden und dadurch die Betreuung auf die Frauen (zurück) verlagert wird.
In eine neue Finanz- und Wirtschaftsarchitektur gehöre eine Gleichstellungsperspektive und -politik eingebunden, um zu gewährleisten, dass Konjunkturprogramme und Strukturanpassungsprogramme einer geschlechtsspezifischen Folgenabschätzung unterzogen werden und eine Gleichstellungsperspektive beinhalten. So müsse auch in allen Politikbereichen die Veranschlagung von Haushaltsmitteln für Gleichstellungsfragen obligatorisch sein. Im Gegenzug sollten Regression und finanzielle Einsparungen keine nachteiligen Auswirkungen auf die Politik und das Funktionieren der Strukturen zur Gleichstellung von Frauen und Männern haben.
Raül Romevas Bericht ist zwar “nur” ein Initiativbericht, das heißt, aus ihm resultiert direkt keine Gesetzgebung, aber dennoch gibt er die Richtung für wichtige Maßnahmen vor, die zur Gleichstellung der Geschlechter nötig sind. Wenn auch nur einige seiner Forderungen verwirklicht werden, zum Beispiel die Veranschlagung von Haushaltsmitteln für Gleichstellungsfragen in allen Politikbereichen, kommen wir der Gleichstellung ein ganzes Stück näher.
Aber es ist nicht einmal sicher, dass diese Forderungen durchkommen. Romevas Forderungen wurden von den Abgeordneten der konservativen Fraktion (Europäische Volkspartei/EVP) scharf angegriffen; der Bericht bestehe aus Behauptungen und Thesen, die unbegründet seien. Raül Romeva suche die Löcher im Käse, so Astrid Lulling, eine luxemburgische EVP-Abgeordnete. Die EVP-Abgeordneten, unter ihnen auch die deutsche CDU-Abgeordnete Christa Klass, beantragen – statt inhaltlicher Änderungen – die Streichung der meisten Forderungen aus Romevas Bericht und praktizieren somit eine neue Blockade-Politik im Frauenrechtsausschuss des Parlaments (FEMM).
Auch wenn klar ist, dass einige der Forderungen – etwa die ausgewogene Präsenz von Frauen und Männern in Entscheidungspositionen – nicht in den nächsten Monaten erreicht werden können, werden wir uns weiter dafür einsetzen. Denn nur wer für etwas kämpft, kann auch etwas erreichen!

LP 106 Malte Welding

“Also wenn Frauenquoten eingeführt werden, ist es gut, und wenn Gleichberechtigungsquoten eingeführt werden und Männer mal gefördert werden ist es schlecht.
Also entweder es gibt eine Quote wo die Minderheit gefördert wird, oder garkeine. Dann gehören die Frauenquoten aber auch abgeschaft. Ich finde Quoten in diesen Bereich sowieso hinderlich. Man sollte immer die nehmen die am Besten Qualifiziert sind. Nur sowas bringt einen weiter.”
Das schreibt der User mitro im Forum der Piratenpartei. Andreas082 ergänzt:
“Die Frauenquote bevorzugd einseitig die Frauen und die Männer sind benachteiligt. Sowas gehört abgeschafft.”
Das Problem, das die Piraten zur Zeit mit der Gleichberechtigung haben, besteht darin, dass sie sie entweder für bereits verwirklicht halten oder wenigstens der Meinung sind, innerhalb ihrer Partei seien sowieso alle gleich. Die Piraten sind also schon gegendermainstreamt, daher brauchen Frauen keine eigene Mailingliste, keinen Sitz im Vorstand und man kann, wo immer sie sich äußern, aus der Haut fahren, als habe gerade Alice Schwarzer den eigenen kleinen Bruder auf dem Podium mit einer Gartenschere entmannt.
Es gibt da bloß ein Problem: die Realität.
Man kann nicht mit letzter Sicherheit entscheiden, ob Männer und Frauen von Geburt an unterschiedlich sind. Es gibt feststellbare statistische Unterschiede in Verhaltensweisen und Vorlieben, die für die einzelne Person nichts aussagen, aber nun einmal so sind wie sie sind. Es ist dabei gleichgültig, ob sie von Natur aus gegeben sind oder durch die deutlich unterschiedliche Erziehung, es ist jedoch offensichtlich, dass die bisherigen Bemühungen um Chancengleichheit in eine Sackgasse geführt haben.
Schon zum Jahr der Frau 1975 schrieb der Spiegel, dass Mädchen deutlich bessere Schulnoten als Jungs hätten und die Männer vermutlich abgehängt werden würden.
Fast wortgleich werden heute dieselben Sorgen durch das Feuilleton getragen, als hätten nicht die vergangenen 35 Jahre gezeigt, dass bessere Noten für die Frauen nicht mit einem besseren beruflichen Fortkommen einhergehen. Für eine Karriere braucht man Eigenschaften, die Frauen nicht anerzogen werden und man braucht einen Partner, der einen unterstützt. Es verhält sich in der Wirtschaft so, als würde ein Mann beim Hundertmeterlauf der Frauen teilnehmen. Die Regeln sind so gemacht, dass sie Männern nutzen, sie sind von Männern gemacht und Männer bestimmen die Teilnahmeberechtigung.
Man bräuchte neue gesellschaftliche Regeln für ein Miteinander, man bräuchte eine Gesellschaft, in der nicht der, der am lautesten Alphamännchen spielt, sich durchsetzt, Männer müssten die Hälfte der Hausarbeit machen, aber solange dass nicht der Fall ist, braucht man Quoten.
Eine moderne Partei braucht ganz selbstverständlich eine Frauenquote, wie man bei den Grünen sieht, gibt es dann auf einmal auch genug gute und geeignete Frauen. Es gibt nicht viele Politiker, die die riesigen Eier von Renate Künast toppen können, aber niemand könnte mit Sicherheit sagen, ob wir sie je zu Gesicht bekommen hätten, wenn der lärmende Joschka Fischer – wie in anderen Parteien üblich – für 25 Jahre den Posten des Parteivorsitzenden inne gehabt hätte.
Los, Piraten, schaut mal raus, die Wirklichkeit lehrt euch auch, dass Frauenparkplätze nicht dazu da sind, euch zu ärgern. Frauenparkplätze erkennen einen Unterschied an, der zu gravierenden Nachteilen führt. Ihr könnt von Geburt an ohne Angst durch dunkle Parkhäuser laufen, Frauen brauchen da etwas Unterstützung (außer denen, die Kung Fu können).
Ihr habt euch immer schon nach vorne gedrängelt und habt eure Ellenbogen trainiert*, Frauen sind darauf gedrillt worden, zart und süß und leise zu sein.
Also, macht Halbe/Halbe, Frauen und Männer kommen beide von der Erde und jedem steht die Hälfte davon zu.
*Sorry, ich vergaß, ihr seid ja Nerds, also: Keine Ellenbogen, dafür aber CAPS im Kommentarstrang.

http://www.malte-welding.com/2010/05/17/die-piraten-und-die-wirklichkeit

LP 107 Hans Betram (Soziologe)

'Wir bräuchten einen erfolgreichen und prominenten Vorstandsvorsitzenden, der sagt: 'So, ich gehe jetzt für eineinhalb Jahre raus'?
Wir brauchen sogar den Vorstandschef, der einfach sagt: 'Jetzt bin ich kein Chef mehr, jetzt schiebe ich den Kinderwagen.' Der Ehemann der ehemaligen Außenministerin Anna Lindh in Schweden ist als Innenminister zurückgetreten, um ihre Kinder in einem Vorort von Stockholm großzuziehen. Können Sie sich so etwas bei uns vorstellen? Ich glaube, bei den Männern brauchen wir durchaus härtere Maßnahmen, sonst werden wir das mit ihnen nie hinkriegen.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/bei-maennern-brauchen-wir-harte-massnahmen/

LP 108 Martin Helg (NZZ, Schweiz)

Die amerikanische Soziologin Kathryn Edin hat während fünf Jahren mit Unterschichts-Müttern aus dem Raum Philadelphia gelebt. Sie stellte fest, dass die Frauen so gut wie alle Alltagsentscheidungen treffen und den Männern diktieren, was diese zu tun haben – und sei es, per Befehl, die gemeinsame Wohnung zu verlassen, den Scheidungsrichter zu kontaktieren oder den Unterhalt zu leisten. Alleinerziehende Mütter sind auch keine «gefallenen Mädchen» mehr, im Gegenteil: Sie sind zu Vorbildern einer autonomen, auf ganzheitliche Erfüllung ausgerichteten Lebensgestaltung geworden, von der die Männer in ihren Büro-Tretmühlen nur träumen können

Eine Ausnahme stellt der Staat Rwanda dar, wo das Parlament nach dem Genozid von 1994 von einer weiblichen Mehrheit geführt wird – mit der Folge, dass die wirtschaftlichen Indikatoren nun steil nach oben zeigen.

Die weibliche Übermacht verliert sich zwar auf den höheren akademischen Stufen und beim Übertritt in die Privatwirtschaft – auch deshalb, weil Frauen ihr Familien- und Sozialleben nicht um jeden Preis der Karriere unterordnen. Dennoch reicht ihnen die halbe Kraft, um im Job mit den Männern mitzuhalten

Dennoch haben die Frauen gute Chancen, auch diese Rückstände aufzuholen. Parallel zu ihrem Aufstieg steigen die Männer nämlich ab. Das amerikanische Magazin «Atlantic» berichtet, dass Studenten auf dem Uni-Campus sich die Zeit vor allem mit Computerspielen vertreiben. Zahllose Studien bescheinigen ihnen ausserdem Defizite in der Sozialkompetenz.

http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/zeitalter_der_frauen_1.6529150.html

LP 109 Jared Diamond (USA)
Seit 2004 ist er Professor für Geografie an der University of California, Los Angeles. Vorher war er dort Professor für Physiologie an der medizinischen Fakultät.
INTERVIEW: Wenn man Ihre Theorien liest, bekommt man den Eindruck, dass Männer die Zeit vor allem mit der Suche nach anderen Frauen und mit Prahlerei verbringen und recht wenig zum Großziehen des Nachwuchses beitragen. Wofür sind Männer eigentlich gut?
Das ist eine Frage, die sich viele Frauen wohl auch stellen.
Sie haben darauf auch keine Antwort?
Doch, aber die lange Pause zeigt schon, dass ich mich sehr anstrengen muss, etwas zu finden, wofür Männer gut sind. Also gut: Für die Gegenwart würde ich sagen, in Ländern wie den USA und Deutschland taugen die meisten Männer doch etwas. Zumindest bringen sie Geld nach Hause, damit die Frau und die Kinder etwas zu essen haben

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0717/magazin/0002/index.html

LP 110 Frank A. Meyer (Schweiz)

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, mehr als drei Viertel der Schweizer erklärten in einer Umfrage der «SonntagsZeitung», sie würden eine Frauenmehrheit im Bundesrat begrüssen. Sind wir Männer bedroht?
Das kann durchaus sein.

Wie meinen Sie das?
Wir sprachen ja schon letzte Woche über das Ende der Männerherrschaft in der Politik. Das Leser-Echo war überwiegend positiv. Nach Jahrtausenden der Herrschaft durch das Patriarchat, also durch uns, folgt vielleicht schon in den nächsten Generationen die Herrschaft durch das Matriarchat, also durch die Frauen.

Kommt das denn gut?
Wenn es kommt, kommt es gut, weil es gut kommen muss – unbedingt. Die Welt benötigt dringend eine erwachsene Gesellschaft.

Und was hat das mit den Frauen zu tun?
Die Frauen garantieren das Erwachsensein der Gesellschaft. Denn nur Frauen werden wirklich erwachsen.

Frank A. Meyer, ich bitte Sie ...!
Sie fühlen sich von dieser Aussage provoziert? Gut so! Ich will sie Ihnen erklären: Die grösste Kraft des Menschen, Kinder zur Welt zu bringen, ist fraulich. Die höchste Kreativität des Menschen, Kinder zu erziehen, ist fraulich. Die höchste Kompetenz des Menschen, Kinder auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten, ist ebenfalls fraulich. Kraft, Kreativität, Kompetenz – dazu die voraussetzungslose Liebe, die Mütter für ihre Kinder empfinden. Aus all dem ergibt sich die allseitig erwachsene Persönlichkeit der Frau, wie sie dem Mann nicht vergönnt ist.

Was ist dem Mann denn vergönnt?
Er sucht Ersatz für diese weibliche Ur-Kreativität. Er erfindet die Welt immer wieder neu – wissenschaftlich, technisch, politisch, auch künstlerisch. Das ist die konstruktive Seite. Und er zerstört die Welt – durch Kriege, durch Ausbeutung, durch hemmungsloses Gewinnstreben, wie wir dies gerade wieder im Golf von Mexiko erlebt haben. Das ist die destruktive Seite.

Sie bezeichnen die Frauen im Ernst als bessere Menschen?
Meine Aussage entspricht dem Verlauf der Geschichte.

Ihr Urteil ist ziemlich waghalsig.
In all ihrem Tun ist die Frau geprägt von körperlichen, seelischen und intellektuellen Erfahrungen, die ein Mann kaum machen kann. Leider. Wir Männer bleiben zurück. Ich habe nie verstanden, wie Sigmund Freud vom «Penis-Neid» der Frauen sprechen konnte. Ich glaube vielmehr, dass wir Männer in den tiefsten Schichten unserer Seele auf die Gebärfähigkeit der Frauen neidisch sind.

Worauf wollen Sie eigentlich hinaus?
Die Männerherrschaft hat die Welt weit gebracht, im Positiven, leider auch im Negativen. Jetzt braucht die Welt dringend die erwachsene Vernunft der Frauen. Wie sie die Kinder hegen und schützen, so müssen sie die Welt hegen und schützen – in Schutz nehmen vor uns Männern. Und wir Männer haben die Wahl: im besten Sinne kindlich zu bleiben – oder kindisch zu werden. Die Verheerungen von Natur und Gesellschaft durch kindische Männer erleben wir tagtäglich.

http://www.blick.ch/news/fam/ueber-maenner-und-vor-allem-ueber-frauen-151842

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