Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Re: Die Hochstaplerin Ayaan Hirsi Ali

Scipio Africanus, Mittwoch, 17.05.2006, 22:09 (vor 4206 Tagen) @ Daddeldu

Als Antwort auf: Re: Die Hochstaplerin Ayaan Hirsi Ali von Daddeldu am 17. Mai 2006 16:43:34:

Das klingt in anderen Medien aber ganz anders, vgl z. B. Spiegel und Henryk Broder im Spiegel.

Tja, Henrik M. Broder mag die Hirsi halt, weil sie in ihrem militanten Antiislamismus ganz auf seiner Linie liegt.

"Ayaan Hirsi Ali erklärte, der Führung der liberalen VVD-Partei bereits vor den Wahlen 2002 den wahren Sachverhalt geschildert zu haben. Doch diese habe sie dennoch kandidieren lassen."
Das ist auch falsch, der Sachverhalt war 2002 schon allgemein bekannt:

Mir war der Sachverhalt nicht bekannt, und der Öfentlichkeit wohl auch nicht bewusst, denn sonst hätte es nicht diese heftigen Reaktionen ausgelöst.

"Bleibt die Frage, warum die Sache erst jetzt explodiert ist. Die Antwort ist so banal wie überraschend. Weil vergangenen Donnerstag im Programm der sozialdemokratischen VARA-Station eine 40-minütige Dokumentation über Ayaan gezeigt wurde: "The Holy Ayaan". Die VARA-Reporter waren bis nach Mogadischu in Somalia gereist, um das herauszufinden, was sie auch in den Aufzeichnungen ihrer eigenen Programme hätten finden: dass Ayaan Hirsi Ali längst gestanden hatte, bei ihrer Holländerwerdung ein wenig geschummelt zu haben."

Ja, ein wenig geschummelt. Wie bei der Zwangsbeschneidung, die sie angeblich über sich ergehen lassen musste, obwohl der Vater, wie sie sagt, dagegen war. Seltsam, da sie doch andauernd betont, in welch patriarchaler Zwangsgesellschaft sie aufwuchs, wo einzig das Wort des Familienoberhauptes zählt. Und trotzdem soll sie beschnitten worden sein ? Nun ja, auf die Frage nach der Zwangsbeschneidung äusserte sie sich in letzter Zeit ausweichend. Und dann die Geschichte mit dem Koranlehrer, der ihr angeblich einen Schädelbruch zugefügt haben soll. Auch ein wenig geschummelt ? Es gibt so einige Fragezeichen in ihrer Biografie. Doch ihr wird alles geglaubt, obwohl doch Skepsis angebracht wäre.

Für mich ist klar : Sie inszenierte sich als das weibliche Opfer einer muslimischen, patriarchalen Gesellschaft, die Frauen unterdrückt. Genau das, was so viele von ihr hören wollten. Somit konnte sie als Kronzeugin für die politisch Rechte in Holland auftreten. Ihr persönlicher Leidensweg liess sie zur Anklägerin par excellence werden und verlieh ihr Authentizität. Die Verharmlosung "hat ja nur ein wenig geschummelt" ist vor dem Hintergrund ihrer politischen Agitation natürlich nicht unbedeutend.

Gruss Scipio


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