Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Re: Ordnung (von Dschuang Dsi)

Bonaventura, Mittwoch, 17.05.2006, 04:05 (vor 4206 Tagen) @ Lecithin

Als Antwort auf: Re: Ordnung (von Dschuang Dsi) von Lecithin am 15. Mai 2006 22:04:

Hallo Lecithin !

Ich war leider verhindert, dir rasch zu antworten - aus Gründen, die ich in meiner Antwort auf "@ Bonaventura" von Garfield (im neuen Forum)genannt habe.

Unten die Prinzipien der Frankfurter Schule, um einen Brei am Brodeln zu halten und oben strengste Hierarchien, weil man oben sehr wohl den Zusammenhang zwischen Ordnung und (Macht-)Schöpfung erkennt

Das ist mir neuer Gesichtspunkt, den ich erst durchdenken müßte.

Die Frage: ist die Welt hierarchisch geordnet (was für mich völlig evident ist, also "selbstverständlich") - oder ist sie es nicht: das ist eine, vielleicht die fundamentale Frage in Hinblick auf die Gefahr des Nihilismus. Sie geht damit einer Untersuchung nach dem Ursprung des Sexismus voraus. Denn der Sexismus (=Feminismus) ist eine seiner möglichen Ausprägungen, momentan allerdings die gefährlichste.

Gleichheit fordern immer die, welche Benachteiligungen erlitten und den Glauben an Gerechtigkeit verloren haben. Sie unterstellen, daß Gleichheit folglich nötig sei. Schließlich glauben sie nicht nur an die Nötigkeit, sondern an die Gegebenheit von Gleichheit.

Leider zeigt die Erfahrung, daß die Gleichmacher (wir können auch sagen: die Egalisten) selbst ohne Hierarchie, die sie leugnen, nicht leben können. Sie praktizieren dann, wenn möglich, Hierarchie zu ihrem Vorteil, jedoch in perverser (abgebogener) oder inverser (umgekehrter) Weise. Reflektieren können sie die Verkehrtheit dann nicht, eben weil sie das, was sie praktisch betreiben, theoretisch leugnen.

So kommt es, daß Männer, die froh sein können, daß ihr perverses / inverses Verhalten heute öffentlich gebilligt wird, ja teilweise institutionalisiert worden ist, bisweilen mit einer Intoleranz den Hierarchisten gegenüber auftreten, die an Bösartigkeit grenzt.

Vergleiche meine Antwort an Garfield im neuen Forum, wo ich kurz erläutert habe, daß Hierarchie sowohl ontologisch als auch axiologisch betrachtet werden muß - seinsmäßig und wertmäßig -, und daß das nicht verwechselt werden darf.

Herzliche Grüße !

Bonaventura


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