"Frauen-Sprech"
ist. Vermutlich gibts keine DIN dafür, ist der Begriff auch nicht
geschützt und wirst Du wohl auch nicht verklagt. Hast Du Glück gehabt.
Und die Kultur Pech. Leider.
Ja klar, es ist auch das Selbe: Dichten, salzig, süß, bitter sein, alles das Selbe. An der Moment, wo Poesie auch normiert wird, an der Moment werde ich mir meine beide Hände abhacken, das Zweite wohl mit Fremdhilfe. Lass bitte zumindest die Kultur frei, sie braucht deinen Regeln-Sarg nicht. Wenn dir etwas nicht gefällt, kannst du es auch so sagen, aber nicht daraus das Ende der Welt herbeifantasieren. Übrigens, der Zuckergehalt in Schokolade ist seit dem 60ern um fast 600% gestiegen. Kanns Du Dir das erklären?
Ja, was Dir wichtig ist, kann ja alles sein - sagt doch auch keiner was
dagegen. Dafür gibts ja die künstlerische Freiheit. Die bezieht sich aber
nicht auf Begriffsverwirrungen, Gibs als Beton zu verkaufen o.ä.
Begriffdefinitionsbeauftragter? Bitte gehe lieber Kuchen backen, aber niemals was anderes hineintun, als auf dem Rezept vorgegeben. 95% der Weltliteratur ist für den Arsch, und keiner wagt es zu sagen, dass der König völlig nackt ist. Höre es also von mir: 95% der gesamten Weltliteratur ist für den Arsch, und der Hauptgrund dafür ist, nein, nicht der Form, sondern das Festklammern an der Form, welches jede Kreativität tötet.
Die jenigen, die in der Vergangenheit Form benutzten, haben diese Form selbst erschaffen, aus dem Nichts, sie haben sie nicht in irgendwelche Bücher gefunden, mit dem Titel "Wie werde ich ein toller Schriftsteller"
Aus dem Nichts etwas neues machen, darum geht es. Heute gibt es fast nur Kopien. Der Welt etwas mitteilen, was die Welt weiterbringt, darum geht es. Nein, Kunst ist nicht gestorben, nur weil einige Künstler tod sind.
Tchja, schon klar.
Wenn einer, der mit Mühe kaum
Gekrochen ist auf einen Baum,
Schon meint, daß er ein Vogel wär,
So irrt sich der.
Wilhelm Busch
Das Vogelchen, fliegt schön am Himmel,
wahnsinnig stolz auf seinen Pimmel.
Wäre bloß der Verstand vorhanden:
Auf dem Monde würde es landen.
Nikos, aus dem Forum
Willst du mir etwas sagen, wovon ich noch nicht weiß?
Die Katastrophisten schießen heutzutage eben in jeder Hinsicht wie Pilze
aus dem Boden. Es ist ja "Demokratie".
Demokratie bedeutet nicht die Versklavung durch Regeln. Demokratie bedeutet Regeln befolgen, die von der Mehrheit getragen werden. Diese können wieder abgeändert werden, wenn es für die Mehrheit sinnvoll erscheint. Regelisten haben sich da extrem vertan: Nein, die fälschlich angenommene Herabwürdigung der Bedeutung der Schwerkraft ist nicht verantwörtlich für die gähnend leere Theatern, auch nicht dafür, dass Dichterlesungen nur von Dichtern besucht werden. Auch nicht dafür, dass Kunst mittlerweile als das angesehen wird, was die Künstler daraus gemacht haben: Ein Übel, welches aber Ansehen verschafft, wenn man so tut, als ob man es versteht. Das Problem ist nicht der Form, oder das Fehlen der Form, das Problem ist das Festklammern an der Form, egal ob sie notwendig ist oder nicht.
Poeten sind Poeten, Formisten sind Formisten, um mit deine Begriffe zu sprechen.
Gewürze, ob sie auch schmeckt usw. kann man sich dann immernoch den Kopf
zerbrechen. Natürlich hast Du Recht: Wasser ist ungeheuer wichtig,
Lebensmittel Nr1 und so - und kann auch überaus schmackhaft sein. Es ist
aber keine Suppe. Ehrlich. ;)
Aber Nudeln allein machen sehr wohl eine tolle Suppe, oder? Tja, sorry, mir ist die Wassersuppe viel lieber als trockene ungekochte Nudeln.
Wovon redest du überhaupt? Hast du irgendwann irgendetwas geschrieben, was dir aus der Seele gesprungen ist, ohne dass du es auf Kunstseminare gelernt hast, dafür aber mit deinem Leben erlebt hast? Es gibt Werke, die für die Mehrheit von Bedeutung sind, und zwar durch die Zeit hindurch. Es gibt andere, die man direkt wieder vergessen will, und zwar mit Nachdruck. Dabei ist und bleibt der Form nebensächlich. Du kannst gerne fest daran halten, mir ist es egal.
Brrr - Rilke les ich nur, wenn ich grad nen Strickpullover anhab, im Kamin
das Feuer flackert und meine Gäste aus Adornoanhängern bestehen. Das ist
so ungefähr nie. Und wenn ein Jude Ratschläge über Kunst erteilt, ist
das wie wenn ein Schwein einem ein Uhrwerk erklären will.
Aha, Juden sind Schweine und Kunst ein Uhrwerk. Wovon redest du? Vielmehr, worüber rede ich, mit dir...
Trotzdem: Spring über deinen Schatten und lese das. Es wird dir gut tun. Dannach kannst du es immer noch in dem Offen stecken.
Was denn, was denn - ich dachte, mit "zu viel Perfektion würde es etwas
Authentisches verlieren"? :o
Lieber Mann, nicht die Perfektion ist schlecht, verstehe das doch, die Perfektion durch Regeln erreichen zu wollen, das ist schlecht. Nicht nur schlecht, das ist unmöglich. Schau: Du versuchst Kunst in einen Rahmen fest zu nageln. Ich wiedersetze mich, das ist alles.
"Damit man auch sieht, daß es Handarbeit ist." Alles klar. Ich hab dann
für mein Schwert lieber auf eine 0815-Geschichte zurückgegriffen. Es
taugt. Und ein wirklich gutes Schwert ist eben heute nimmer zu haben. Es
gibt nur noch "Kunstschmiede". Die ham alle einen an der Waffel.
Also, da sind wir wohl eine Meinung. Schmieds-dummheit ohne Ende, aber genau das wird in Gedichten versucht: Reim hinein zu tun, wo es wieder angebracht, noch aus der Realität notwendig geworden ist, noch schön ist, noch jemand braucht. Regeln, um des Regelns Willen. Wozu? Unsinn, weg damit. In dem Fall wäre es ein Schwert, welches bei Benutzung nur den Benutzer selbst schaden kann, ein wirkliches Kunstwerk unserer Zeit. Davon sind wir aber weit entfernt, sowohl der Schmied, als auch Du, mit deinem "nimm mir die Form nicht weg".
Ich sage es dir: Es ist lächerlich, Kunst anders zu normieren, als durch Zeit.
Verstehe doch: Ich rede davon, dass Dinge dich umbringen, wenn du sie nicht schreibst, und du sagst "nur wenn sich das Ganze auch reimt". Wer soll das bitte einsehen und für gut befinden?
Naja, wie heißt es so schön: Kunst kommt von Können, sonst hieße es ja
Wunst. Ich stell mir grad nen Stubenpanzer vor, der eine Schimpfkanonade
losläßt. Natürlich kann man das aufschreiben und behaupten, es sei ein
Gedicht. Man kann es aber auch lassen. ;)
"Können" heißt nicht, Regeln aller Art zu beherrschen, wie zB "es kommt sowohl auf Inhalt als auch auf Form an". Das ist die Massgabe der heutigen Zeit, welche uns dazu gebracht hat, Kunst insgesamt nicht ernst zu nehmen. "Können" heißt, die Zeit zu überstehen. Nicht auf die Kleider kommt es an, sondern auf das Weib, was drin steckt. Allein wichtig bleibt: In sich selbst suchen, suchen, suchen, evl da was finden, dann etwas daraus machen. Der Rest ist einfach Nebensache. Es muss aus Dir herausexplodieren. Das ist der erste Schritt. Der Zweite ist, genug gewartet zu haben.
Alles in allem, ein sehr interessanter Austausch. Für mich zumindest. Vielen Dank dafür.
Grüße
Nikos
--
*Es gibt KEINEN Grund für eine Nicht-Feministin, einem Mann, den sie liebt, KEINEN Kaffee zu machen!*
gesamter Thread:
- Feministinnen -
Nikos,
27.01.2011, 17:44
- Feministinnen -
Nikos,
27.01.2011, 18:00
- Poetry-Slam (*Dichterwettstreit) -
__V__,
27.01.2011, 19:02
- "Frauen-Sprech" -
__V__,
27.01.2011, 19:50
- "Frauen-Sprech" -
Nikos,
27.01.2011, 22:09
- "Frauen-Sprech" -
DvB,
28.01.2011, 07:42
- "Frauen-Sprech" -
Nikos,
28.01.2011, 10:11
- "Frauen-Sprech" -
DvB,
28.01.2011, 17:15
- "Frauen-Sprech" - Nikos, 28.01.2011, 20:30
- "Frauen-Sprech" -
DvB,
28.01.2011, 17:15
- "Frauen-Sprech" -
Nikos,
28.01.2011, 10:11
- "Frauen-Sprech" -
DvB,
28.01.2011, 07:42
- "Frauen-Sprech" -
Nikos,
27.01.2011, 22:09
- "Frauen-Sprech" -
__V__,
27.01.2011, 19:50
- SEHR GUT! - jojo, 27.01.2011, 19:42
- Poetry-Slam (*Dichterwettstreit) -
__V__,
27.01.2011, 19:02
- Sehr gut!!! -
Flint,
27.01.2011, 20:09
- Sehr gut!!! -
Nikos,
27.01.2011, 21:59
- Korrektur eingefügt (kT)
-
-Moderator-,
27.01.2011, 22:31
- Danke (kT)
-
Nikos,
28.01.2011, 20:49
- Danke (kT)
- Korrektur eingefügt (kT)
- Sehr gut!!! -
Nikos,
27.01.2011, 21:59
- Sehr gut (kT)
-
Das Edle Schnabeltier,
27.01.2011, 21:03
- So ist es - ajk, 28.01.2011, 00:27
- "Augenfreundlicher" gestalten - Leser, 28.01.2011, 00:31
- Feministinnen -
Nikos,
27.01.2011, 18:00